Keine Angst vor Veränderung

Wagen statt Bewahren

Wenn es um das Thema Veränderung geht, dann stehe ich in meiner Arbeit als Keynote Speaker und Veränderungs-Coach sehr häufig von einem Dilemma: Jeder will Veränderung. Aber niemand will sich verändern. Aber woran liegt das? Der Hauptgrund hierfür ist schlicht und einfach Angst. Denn nichts beeinflusst unsere Entscheidungen so stark wie die Furcht vor dem Unbekannten. Auf der einen Seite hindert sie uns, lässt uns zögern und lähmt uns sogar. Auf der anderen Seite kann sie aber auch ein kraftvoller Antreiber sein. Wenn wir uns der Angst stellen und Sie zu einem kraftvollen Verbündeten machen. Trotzdem ist die Beschäftigung mit dem Thema Angst immer noch weitgehend ein Tabu in unserer Gesellschaft. Vor nichts haben wir so viel Angst, wie offen und ehrlich einzugestehen, dass wir Angst haben.

Angst ist der größte Antreiber für Veränderung

Dabei bestimmt die Angst den Alltag von uns allen. Es gibt keine Ausnahmen. Und wenn Sie mal wieder auf einen dieser vermeintlich perfekten Menschen treffen, die Ihnen erzählen wollen, dass sie keine Angst hätten, dann können Sie sicher sein, dass Sie gerade eine Lüge hören. Jeder hat Angst. Ich genau so wie Sie. Die Grundschullehrerin genau so wie der mittelständische Unternehmer. Das kleine Mädchen genau so wie der weise Großvater. Der am Beginn seiner Karriere stehende Azubi genau so wie die erfolgreiche Vorstandsvorsitzende. Jeder einzelne Mensch auf dieser Welt lässt sein Verhalten von Angst bestimmen. Sie ist der Hauptgrund, warum wir bestimmte Dinge tun und andere lassen. Ich möchte Ihnen gerne ein paar Beispiele geben.

  • Aus Angst vor dem Unbekannten verändern wir uns nicht
  • Aus Angst, nichts besseres zu finden, fahren wir jeden Tag zu einem Job, der uns frustriert, unzufrieden macht oder den wir sogar hassen
  • Wir schließen die unterschiedlichsten Versicherungen ab, weil wir Angst vor einem Notfall haben
  • Aus Angst vor dem Altern legen wir uns beim Schönheitschirurgen unters Messer, lassen uns Fett absaugen oder spritzen uns Botox in die Lippen
  • Aus Angst, nicht dazuzugehören, kaufen wir uns Autos, Markenkleidung oder Plasmafernseher, die wir uns eigentlich gar nicht leisten können
  • Wir erledigen die ungeliebten Routinen in der Firma, weil wir Angst haben, entlassen zu werden
  • Wir sagen nicht das, was uns wichtig ist, weil wir Angst haben, nicht politisch korrekt zu sein
  • Aus Angst vor Ablehnung wechseln wir permanent unsere Meinung und verbiegen uns
  • Aus Angst vor Einbrechern verschanzen wir uns hinter hohen Zäunen, Mauern und Alarmanlagen
  • Aus Angst, nicht dazuzugehören, tragen wir unbequeme Masken und spielen Rollen, die nicht zu uns passen
  • Aus Angst, dick und unattraktiv zu werden, fangen wir an zu Joggen oder melden uns im Fitness Studio an
  • Weil wir Angst haben, unsere vermeintliche Sicherheit aufzugeben, wagen wir es nicht die Freiheit, von der wir so sehr träumen
  • Aus Angst vor dem sterben verpassen wir es, wirklich zu leben

Angst kann bremsen oder antreiben

Ob wir es nun gut finden, oder nicht, Angst ist der entscheidende Antreiber, wenn es um Veränderung geht. Entweder tun wir Dinge, weil wir Angst haben, wenn wir sie nicht tun würden. Oder wir tun Dinge nicht, weil wir Angst haben, wenn wir sie tun würden. Je besser wir das verstehen, desto erfolgreicher können wir an den notwendigen Lösungen arbeiten. Dafür ist es unumgänglich, dass wir uns diesen Emotionen stellen. Indem wir über folgende drei Fragen nachdenken:

  1. Wovor fürchte ich mich eigentlich?
  2. Welchen Herausforderungen will ich mich nicht stellen?
  3. Wie könnte eine mögliche Lösung aussehen?

Wenn Sie die Antworten erst einmal gefunden haben, sind Sie in der Lage sind, Ihre Angst in produktive Energie zu transformieren. Und auf einmal haben Sie dann den machtvollsten Verbündeten an Ihrer Seite, den es überhaupt gibt.

Welcher Angst haben Sie sich zuletzt gestellt? Ich freue mich auf Ihren Kommentar 🙂