Liebe Networker auf XING, LinkedIn…und Facebook

Ein Leitfaden für ehrliches Beziehungsmanagement im Online Marketing

…ich habe mich ja mittlerweile dran gewöhnt, dass ihr mir pro Tag unaufgefordert mein Postfach mit den abstrusesten Angeboten vollspammt. Ich habe es auch akzeptiert, dass ihr das anscheinend vollkommen wahllos und nach dem Gießkannenprinzip tut. Es schockiert mich auch nicht mehr, dass ihr mir nicht direkt mitteilen könnt, was ihr mir verkaufen wollt, sondern dass es dazu erst einem persönlichen Treffen inklusive einer einstündigen Power Point Präsentation bedarf. Das ist alles schon okay, weil ich weiß, dass der Markt so etwas richten wird.

Daher tue ich jetzt etwas, was für Euch ja vollkommen selbstverständlich ist. Ich gebe Euch unaufgefordert ein paar Tipps, wie es mit dem Verkaufen Eurer Produkte und Dienstleistungen vielleicht doch noch etwas werden könnte.

Die 10 Top Tipps, wie man Networking-Spam in kundenrelevante Angebote transformiert

  1. Sprecht bitte nicht von Synergien oder Kooperation, wenn Ihr in Wirklichkeit etwas verkaufen wollt. Verkaufen ist etwas tolles! Wenn ich Bedarf an Eurem Angebot habe, dann kaufe ich gerne!
  2. Informiert Euch über Eure Zielgruppe. Ich bin Redner. Ich habe schlichtweg keinen Bedarf an Nahrungsergänzungsmitteln und ich möchte mir auch kein zweites Standbein von Zuhause oder einen Strukturvertrieb aufbauen.
  3. Baut eine Beziehung zu Euren Kunden auf. Niemand bekommt gerne ungefragt Angebote von Menschen, die er nicht kennt.
  4. Ganz wichtig: Es gibt kein Geheimnis, wie man schnell erfolgreich wird, auch keine Zauberformel und auch keine Abkürzung. Es gibt nur einen Weg: Werte zu schaffen und diese mit harter Arbeit zu kombinieren.
  5. Auch wenn ihr sehr gerne ellenlange Aufsätze darüber verfasst, was ihr alles gut könnt, was ihr habt oder was ihr entdeckt habt: Das interessiert mich als Kunden nicht. Das Einzige, was mich interessiert: Was habe ich davon?
  6. Essenziell für die Seriosität Eurer Mails: In der deutschen Sprache schreibt man nur die Substantive und Satzanfänge groß, niemals ganze Absätze.
  7. Kommuniziert ehrlich. Jeder hat mal angefangen. Wenn Eure Mega-SuperDuper-Hyper-Geschäftsidee so genial ist, warum habt ihr dann immer noch keine eigene Webseite, kommuniziert mit einer E-Mail á la hasimausi1956(at)hotmail.com und müsst hart arbeitenden Menschen penetrant hinterherlaufen?
  8. Wenn ihr auf eine Nachricht keine Antwort bekommen habt, dann bedeutet dies: Ich habe kein Interesse. Es ist nicht nötig, mir in den folgenden Wochen drei Nachrichten pro Tag auf der Mailbox zu hinterlassen.
  9. Hatte ich schon erwähnt, dass für mich als Kunde nur der Nutzen eines Produktes relevant ist?
  10. Punkt 1 bis 9 anwenden. Dann wiederholen.

Bonus: Die Top 7 Tipps für Facebook

  1. Nutzt bitte Euer eigenes Foto. Bilder von Hasen, Biene Maja oder Iron Man mögen zwar Eure Fantasie anregen, zu einer Steigerung der Seriosität trägt es leider nicht bei..
  2. Ich like gerne Fanpages meiner Kontakte. Wenn ich jedoch 1,7 Sekunden nach Bestätigung einer Freundschaftsanfrage sofort eine Einladung für für eine oder alle Deiner Seiten erhalte, dann trägt das nicht gerade dazu bei, dass unsere Beziehung auf Vertrauen und Respekt aufbaut.
  3. Marketing ist wichtig und wertvoll. Doch wenn Du meine Posts dafür benutzt, Deine Links und Angebote zu promoten, dann ist das ein absolutes NoGo!
  4. Ich bin ein großer Freund von Geben und Nehmen. Aber wenn Du nach dem Like meiner Fanpage sofort ein Re-Like einforderst, dann hast Du das Prinzip von Facebook nicht verstanden. Wenn mir ein Thema, eine Person oder eine Seite gefällt, dann like ich sie freiwillig und gerne. Emotionale Erpressung ist leider keine nachhaltige Strategie!
  5. Ich liebe die Poesie von Rilke, Fried und Brecht. Aber wenn Du mir direkt nach einer Bestätigung ein „Danke für die Freundschaft“ Gedicht auf meine Timeline postest, dann hält sich meine Begeisterung eher in Grenzen.
  6. Teilen ist eines der Grundprinzipien von Facebook. Manchmal lohnt es sich jedoch, den Ursprungspost genauer zu lesen. Kleiner Tipp: Der Kopp Verlag, Anonymus und KenFM sind nicht gerade das, was man allgemein als seriöse Quelle bezeichnet 😉
  7. Auch hier gilt: Punkt 1-6 beachten und immer wieder anwenden.

Wie sieht Ihre Erfahrung mit diesem Thema aus? Diskutieren Sie mit. Ich freue mich über Ihren Kommentar.

P.S.: Und wenn Sie sich nach diesem Artikel immer noch (oder gerade deswegen) auf XING oder LinkedIn mit mir vernetzen wollen, dann finden Sie hier meine Profile:

Xing

Linkedin