Das Geheimnis von Prosperität und Erfolg: Der Austausch von Werten

Vor ein paar Jahren war ich auf einer Familienfeier in einer der bekanntesten Sportgaststätten in Magdeburg. Der Wirt und Inhaber ist eine lokale Größe und hat aus einem normalen Restaurant etwas gemacht, was man in neudeutsch wohl als Eventlocation bezeichnen würde. An allen Wänden hängen Bilder, die ihn mit dem Who is Who der deutschen Fussballszene zeigen, mit Franz Beckenbauer, Jürgen Sparwasser, Lothar Matthäus, Rudi Völler, Waldemar Hartmann und noch vielen mehr.

Und genau in diese Bilder war ich am Morgen nach der Feier beim Frühstück vertieft, als ein etwas wunderlich dreinschauender Mann den Raum betrat. Er trug einen ausgewetzten Jogginganzug, eine dieser riesigen Hornbrillen und hatte zwei große und anscheinend vollbepackte Plastiktüten von Aldi in den Händen. Er sah ziemlich verlottert aus und machte auf den ersten Blick keinen sehr vertrauenswürdigen Anblick.

Nicht immer ist alles so, wie es scheint

Aus dem Augenwinkel konnte ich beobachten, wie dieser schon ältere Herr von Tisch zu Tisch ging und anscheinend versuchte, die anderen Gäste in ein Gespräch zu verwickeln, was jedoch nicht von großem  Erfolg gekrönt war. Mein erster Reflex war sofort: Ganz klar, der geht hier rum, um Geld zu schnorren. Doch ich sollte mich täuschen…

Denn kurze Zeit später kam der Mann an meinen Tisch. Er hatte ein schelmisches Lächeln aufgelegt und sagte freundlich: „Guten Morgen, Sie kennen mich doch sicherlich?!“

Mit allem hatte ich gerechnet, nur damit nicht. Ein klassischer Pattern Interrupt. Meine Aufmerksamkeit war geweckt, also antwortete ich: „Guten Morgen, helfen Sie mir doch bitte kurz auf die Sprünge, woher genau kenne ich Sie denn?“

„Na von Thomas Gottschalk.“, antwortete der Mann, der bereits seine beiden Plastiktüten abgelegt hatte.

„Tut mir leid, ich schaue sehr selten Fernsehen, und Wetten Dass überhaupt nicht. Was haben Sie denn da gemacht?“

Der Mann schaute mich erstaunt an: „Sind Sie sicher? Sich müssen mich doch kennen. In der BZ und in der Berliner Morgenpost waren auch zwei riesige Berichte über mich…“

„Nein, tut mir leid“, antwortete ich ihm, „ich komme zwar aus Berlin, aber ich kann mich nicht daran erinnern, etwas über Sie gelesen zu haben. Was genau haben Sie denn nun bei Gottschalk gemacht?“

„Na, ich war mit einer Wette dabei. Ich kenne jede Berliner Straße und jeden Berliner U-Bahnhof. Nennen Sie mir eine beliebige und ich sage Ihnen den Stadtteil und die nächstgrößere Kreuzung.“

Eine bewundernswerte Fähigkeit

Ich war zwar immer noch skeptisch und kann Ihnen auch bis heute nicht sagen, ob der Mann wirklich bei Wetten Dass war, aber da ich mittlerweile sehr neugierig war, nannte ich ihm eine Straße, die ich gut kannte: „Okay: Die Florastraße“.

Wie aus der Pistole geschossen kam die Antwort: „Die liegt in Berlin Pankow. An einem Ende mündet Sie in die Wollankstraße und am anderen in die Berliner Straße. Dort befindet sich auch der S- und U-Bahnhof Pankow.“

Ich war verblüfft und nannte ihm die nächste Straße: “ Die Albrechtstraße“.

Wieder musste er nicht lange überlegen: „Dies ist eine lange Straße im Bezirk Tempelhof.  Sie kreuzt die Manteuffelstraße, den Tempelhofes Damm und mündet in die Ordensmeisterstraße. Die nächste U-Bahnstation ist die Kaiserin-Augusta-Straße.“

Verschwendete Potenziale

Ich war verblüfft, denn dieser Mann kannte tatsächlich sämtliche Berliner Straßen. Die kleinen, wie die großen. Die bekannten und die unbekannten. So kam es, dass wir bestimmt 20 Minuten miteinander plauderten und er voller Leidenschaft über seine große Gedächtnisleistung berichtete. Und dann, kurz bevor er gehen wollte, fragte er mich dann doch noch, ob ich ihm mit einer kleinen Spende aushelfen könne, denn er sei gerade etwas knapp bei Kasse.

Ich gab ihm 5 Euro und ging dann meines Weges. Trotzdem musste ich noch lange über die Begegnung mit dieses älteren Herrn nachdenken. Er war zweifelsohne mit einer großen Gabe gesegnet, für die ihn viele Menschen wahrscheinlich sehr bewunderten. Sein Gedächtnis war zu Dingen fähig, von der 99% der Bevölkerung nur träumen können. Und trotzdem musste er an diesem Sonntagmorgen mit einem alten Jogginganzug und zwei Alditüten in Magdeburg die Gäste eines Restaurants um Geld anbetteln.

Die bringt mich zu einem der wichtigsten Gesetze, wenn es um Prosperität und unternehmerischen Erfolg geht: Wahrer Wohlstand entsteht nur dann, wenn es zu einem Austausch von Werten kommt. Oder anders ausgedrückt: Die genialste Fähigkeit und das beste Wissen nützt Ihnen nichts, lieber Leser, wenn niemand anders davon etwas hat. Nur wenn Wert gegen Wert getauscht wird, vergrößert sich gesamte Wert.

Die eine Frage, die sich jeden Tag aufs Neue stellen sollten

Und genau das ist die Frage, die Sie sich immer wieder stellen sollten, wenn Sie als Unternehmer Geld verdienen wollen oder Wohlstand in Ihr Leben ziehen wollen: Womit können Sie anderen Menschen Wert bringen? Welche Probleme anderer Menschen können Sie lösen, so dass diese Ihnen dafür Geld zahlen? (Was genau Geld mit Wert zu tun hat, können Sie übrigens detailliert in meinem Buch „Denk Dich Reich – Wohlstand ist Einstellungssache“ nachlesen)

Je mehr Wert Sie bieten, desto größer wird Ihr Erfolg sein.

Machen Sie sich also auf die Suche nach Ihren Potenzialen, Ihrem Wissen und Ihren besten Fähigkeiten. Und dann fragen Sie sich, welchen Wert andere Menschen davon haben.

Prosperität und Erfolg entstehen immer durch den Austausch von Wert gegen Wert.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine wundervolle Woche. Ich freue mich über Kommentare und Anregungen. Schreiben Sie diese hier unten ins Kommentarfeld. Und nutzen Sie doch gleich die Chance, andere Menschen auf Ihre wertvollen Angebote aufmerksam zu machen…

Herzlichst,

Ihr Ilja Grzeskowitz