Warum Fasten zum Scheitern verurteilt ist

Oder: Warum wir am Aschermittwoch anfangen, uns selbst zu belügen

Aus den Boxen im Saal dröhnt es laut: „Am Aschermittwoch…ist alles vorbei.“ Sie kennen diesen Karnevalsschlager auch, oder? Und für sehr viele Menschen ist er das Startsignal für ein jährliches Ritual: Die Fastenzeit. Die nächsten 40 Tage bis Ostern werden dafür genutzt, die Sünden der vergangenen Wochen und Monate ein für alle mal vergessen zu machen. Und da gab es vieles: Adventsschlemmereien, die reichlichen Festmahle über Weihnachten, der Silvesterschmaus, die Neujahrsempfänge und natürlich das eine oder andere Gläschen zu Fasching. Da denkt sich mancher: „Damit ist jetzt Schluß, ab jetzt wird gefastet!“

Die Krux mit dem Fasten

FastenWie sieht das Fasten bei den meisten Menschen aus? In der Regel beschließt man, für die Dauer der Fastenzeit auf eine oder mehrere Dinge zu verzichten, die man in den Wochen davor etwas zu viel genossen hat. Zu den beliebtesten Verzichtsobjekten gehören dann auch Jahr für Jahr die gleichen Verdächtigen: Alkohol, Süssigkeiten, Fleisch, fettiges Essen oder manchmal auch alles zusammen. Aber warum fasten so viele Menschen denn nun immer um die gleiche Zeit im Jahr? Bei einigen wenigen ist es ein liebgewonnenes Ritual, um dem eigenen Körper etwas Gutes tun zu können. Das sind dann meistens diejenigen, die Ihre Fastenkur konsequent durchziehen, Freude daran haben, und sich hinterher über den Zugewinn an Gesundheit und Wohlbefinden freuen. Doch bei den meisten ist es wohl eher eine externe Ersatzhandlung, um das innere schlechte Gewissen zu beruhigen. Man beschließt, ab sofort auf die vielen schlechten Dinge zu verzichten, und hofft, dass die Fehltritte der Vergangenheit damit ein wenig aufgewogen werden. Doch meist dauert es nicht lange, und man fällt zurück in alte Gewohnheiten und bricht das Fasten vorzeitig ab.

Warum ist Fasten so schwer und wie gelingt es trotzdem?

Doch woran liegt das? Warum scheitern so viele Fastenkuren vorzeitig? Die Antwort ist typisch und eine Art Generalregel für jede Art von Veränderung. Wann immer Sie das Gefühl haben, auf etwas verzichten zu müssen, wird es schwer, sich davon zu trennen. Wenn Sie schon einmal versucht haben, mit dem Rauchen aufzuhören, dann wissen Sie, wovon ich spreche. Und beim Fasten ist es genau so. Nehmen wir an, Sie beschließen, ab sofort, auf Süßigkeiten zu verzichten. Ab dem Moment der Entscheidung drehen sich dann Ihre Gedanken um Süßigkeiten. Sie denken an leckere Schokoriegel, verführerische Bonbons und unwiderstehliche Kartoffelchips. Es braucht eine Menge Willenskraft, um diese Gedanken aus Ihrem Kopf zu entfernen. Doch von Tag zu Tag wird es schlimmer. Die Süßigkeiten werden immer präsenter und es wird von Tag zu Tag schwerer, auf diese kleinen Leckereien zu verzichten. Und irgendwann ist es dann soweit, und man steht nachts auf und ist die gesamte Tafel Yogurette auf einmal auf.

5 Tipps, mit denen jede Fastenkur auf jeden Fall gelingt

Beim Fasten ist es wie bei jeder anderen Veränderung auch. Wenn Sie das Gefühl haben, auf etwas verzichten zu müssen, schaffen Sie es nicht.  Wenn Sie hingegen wissen, dass Sie etwas dazu gewinnen, dann werden Sie Erfolg haben. Weil es keine kurzfristige Einschränkung ist, sondern eine dauerhafte Umstellung Ihrer Lebensgewohnheiten. Wenn Sie beim Umsetzen der Fastenkur also die Gewissheit haben, mehr Gesundheit, mehr Wohlbefinden und mehr Lebensqualität dazuzugewinnen, dann macht es auf einmal sogar Spaß. Damit auch Sie Freude am Fasten haben können, finden Sie hier 5 Tipps, mit denen Ihre Fastenkur auf jeden Fall gelingt.

    1. Machen Sie sich klar: Sie verzichten auf nichts, sondern gewinnen etwas dazu.
    2. Betrachten Sie die Fastenkur nicht als einmalige Hauruck-Aktion, sonder als dauerhafte Umstellung Ihrer Lebensgewohnheiten.
    3. Suchen Sie sich für die Anfangszeit eine motivierende Alternative. Freuen Sie sich auf einen frisch gebrühten Tee, wenn Sie früher Kaffee getrunken haben. Genießen Sie einen köstlichen Apfel, wenn Sie früher zur Schokolade gegriffen haben.
    4. Schaffen Sie sich Rituale. Je regelmäßiger und gleicher Sie bestimmte Dinge tun, desto schneller werden Sie zu einer kraftvollen Gewohnheit
    5. Fasten Sie nur, wenn Sie es wirklich wollen und wenn Sie sich davon positive Auswirkungen für Ihr Leben versprechen. Ein schlechtes Gewissen ist beim Fasten ein denkbar ungünstiger Berater.

Ich wünsche Ihnen viel Spaß beim Umsetzen und freue mich über Ihre Kommentare. Welche Erfahrungen haben Sie gemacht?