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Corona Krise in Deutschland: Ein Fazit nach 2 Wochen Home Office

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Corona Krise in Deutschland: Ein Fazit nach 2 Wochen Home Office

Was nervt und was gibt mir Hoffnung?

Die Corona Krise hat uns in Deutschland fest im Griff. Fast zwei Wochen befinde ich mich nun in freiwilliger Isolation im Home Office und es ist Zeit für ein erstes Fazit:

Was mich am meisten nervst ist nicht etwa die durch COVID-19 verursachte extrem schwierige Gesamtsituation, sondern:

Was mich an der Corona Krise am meisten nervt

  • Absurde Verschwörungstheorien durch Eso-Schwurbler
  • Kurz vor der Pleite stehende Top Speaker, die mir erzählen wollen, dass ich in dieser Krise nur die Chance sehen müsse
  • Die immer gleiche Aneinanderreihung von hohlen Coaching-Phrasen wie: “Das Virus ist nicht das Problem, sondern die Angst”
  • Schamloses Ausnutzen der Ängste der Menschen für Eigenmarketing
  • Wahlloses (und natürlich ungefragtes) Zuspammen mit “Corona-Produkten” durch vermeintliche Consulting-Profis
  • Die über Nacht entstandene pseudo-religiöse Verehrung von virtuellen Kommunikationsmöglichkeiten und Online-Kursen (habt ihr die letzten Jahre hinter einem Stein gelebt?)
  • Menschen, die das #SocialDistancing ignorieren und sich im Supermarkt wie die Axt im Wald benehmen
  • Unternehmen, die Home Office immer noch als Arbeitsplatz zweiter Klasse betrachten und deren größte Sorge es selbst in dieser Krise ist, wie man die eigenen Mitarbeiter bestmöglich kontrollieren kann, weil die ja sonst zu Hause zur faulenzen (Willkommen im Jahr 2020, liebe Ewig-Gestrigen).

Was mich hingegen extrem begeistert, ist folgendes:

Was mir in der Corona Krise Hoffnung gibt

  • Die unglaubliche Solidarität untereinander
  • Dass der gesamte Umgang miteinander wesentlich menschlicher geworden ist
  • Die Rückbesinnung auf Werte, Familie und Freundschaft
  • Die Erkenntnis, dass man Krisen wie diese nur gemeinsam meistern kann
  • Dass die Krise enttarnt, welche politischen Parteien so gar nichts konstruktives zur Lösung beizutragen haben (und hoffentlich bald in der Bedeutungslosigkeit verschwinden)
  • Dass wir in Deutschland trotz aller berechtigten Kritik und Meckerei immer noch das wohl weltweit am besten vorbereitete Gesundheitssystem haben
  • Dass ich zwei Wochen mit meinen Kindern verbringen durfte
  • Dass ich wunderbare Kunden habe, die das Beste aus der Situation machen und sich bereits jetzt für die Zeit nach der Krise vorbereiten.

Auch ich habe keine Lösung für die Corona-Krise. Auch ich weiß nicht, wie wir es schaffen, die Gesundheit der Menschen zu retten ohne dass die Wirtschaft dabei zu Grunde gerichtet und ein Großteil der Bevölkerung vor den Scherben der eigenen Existenz stehen wird. Aber ich weiß eines: Wir werden es schaffen. Und zwar gemeinsam. Und wir alle werden gestärkt aus der Krise hervor gehen. Wenn wir heute klug und strategisch handeln und die richtigen Schlüsse ziehen.

Alles Gute und bleibt gesund, Eurer Ilja

P.S.: Wer mag, kann sich den Artikel auch in Podcastform anhören: Hier geht´s zur Change Show auf Anchor.Fm

  • Friederike sagt:

    Für was genau kann man da beschimpft werden? Vollste Zustimmung!👍🏼

  • Bonnywa sagt:

    Insgesamt ganz Deiner Meinung!
    Was mich dazu zudem nervt ist, dass es Politiker gibt, die jetzt öffentlich auf eine Beendigung der Ausgangssperre drängen. Sie wecken Hoffnungen, die zum jetzigen Zeitpunkt nicht thematisiert werden dürfen. Eine zu kurze Pause wäre verheerend.

    • IljaGee sagt:

      Auch wenn ich ebenfalls davon ausgehe, dass wir nicht in den nächsten 2-4 Wochen wieder zum Alltag übergehen können, halte ich überhaupt nichts davon, irgendwelche Themen zu tabuisieren. Wenn man auf Basis von Sachargumenten verschiedene Szenarien durchspielt, halte ich das sogar für förderlich. Diese Komplexen Zeiten verlangen nach maximaler Transparenz.

  • Lutz Köhring sagt:

    Danke für diese knappe aber treffende Zusammenfassung der Situation. Viele, die da in der Welt ihre Meinung zum besten geben, besondere Ratschläge auf Lager haben oder andere in Wort und Bild verletzen, kann ich am besten durch Nichtbeachtung behandeln. Es muss nicht alles in der immer verfügbaren Online-Welt kommentiert werden. Die großen Dinge des Lebens passieren in kleinen Gesten und Fürsorge. Ilja – bitte weiter so!

  • Aydin sagt:

    Habt ihr die letzten Jahre hinter einem Stein gelebt? Ich zelebriere diesen Satz. Kurz, knapp und auf den Punkt gebracht. Provokativ, frech und erfrischend. Top

  • Stefan Weseloh sagt:

    Unfassbar passend und zu 100% „Wasser auf meine Mühlen“!
    Das große Problem werden allerdings die Spätfolgen der weltweiten Wirtschafts- und Finanzsituation. Hoffen wir, dass das „Menschliche“ im Miteinander eine neue Bedeutung bekommt künftig.Das Denken vom Menschen her, weg vom Produkt, fände ich gut.

  • Jay sagt:

    Die Politik kann’s jetzt nur falsch machen?! Werden drastische Massnahmen verordnet, fühlen sich viele Bürger in ihrer persönlichen Freiheit eingeschränkt. Wenn Massnahmen gelockert werden und es mehr Opfer gibt, dann heisst’s warum die Politik nicht reagiert… Statt Schuldige suchen: Selber Hirn und Herz einschalten und auf Eigen- und „Nächsten-verantwortung“ setzen… Danke für Deinen Text – ich sehe nicht, wer sich da betupft fühlen sollte? Alles Gute aus dem Homeoffice =:O)

  • Leopoldine sagt:

    Ja danke Ilja, ich denke ähnlich. Ich komme aus Österreich und wir sind ja angeblich als „Grantler“ bekannt. Aber was in meiner Umgebung an Solitarität, Hilfsbereitschaft, liebevolle Worte, etc. geschieht, gibt mir Hoffnung. Unsere Politiker = Regierung ist klar und verständlich in der Kommunikation ( das war nicht immer so) und ohne Panikmache. Sie melden sich jeden!! Tag und sagen was Sache ist. (Vielleicht nicht alles) man hat aber doch das Gefühl, man wird informiert. Die Eso-, Verharmloser-,Ausnützer,-….Schwurbler muss man erkennen und löschen, ausblenden, nicht lesen,….Bleib gesund und schicke dir ein Lächeln. Liebe Grüße aus Graz Leopoldine