{"id":20998,"date":"2015-10-07T00:00:49","date_gmt":"2015-10-07T00:00:49","guid":{"rendered":"https:\/\/www.grzeskowitz.de\/?p=20998"},"modified":"2015-10-07T00:00:49","modified_gmt":"2015-10-07T00:00:49","slug":"ruhe-auf-dem-balkon","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.grzeskowitz.de\/en\/ruhe-auf-dem-balkon\/","title":{"rendered":"RUHE AUF DEM BALKON! EIN RANT GEGEN NEGATIVIT\u00c4T."},"content":{"rendered":"<div data-elementor-type=\"wp-post\" data-elementor-id=\"20998\" class=\"elementor elementor-20998\" data-elementor-post-type=\"post\">\n\t\t\t\t\t\t<section class=\"elementor-section elementor-top-section elementor-element elementor-element-89f6416 elementor-section-full_width elementor-section-height-default elementor-section-height-default\" data-id=\"89f6416\" data-element_type=\"section\" data-e-type=\"section\">\n\t\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-container elementor-column-gap-default\">\n\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-column elementor-col-100 elementor-top-column elementor-element elementor-element-8af1c72\" data-id=\"8af1c72\" data-element_type=\"column\" data-e-type=\"column\">\n\t\t\t<div class=\"elementor-widget-wrap elementor-element-populated\">\n\t\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-element elementor-element-6c5c6f5 elementor-widget elementor-widget-text-editor\" data-id=\"6c5c6f5\" data-element_type=\"widget\" data-e-type=\"widget\" data-widget_type=\"text-editor.default\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t<p>Ruhe auf dem Balkon! Das m\u00f6chte ich mit diesem Artikel laut in die Welt hinausrufen. Denn es scheint mir, dass die Besserwisser immer mehr und insbesondere lauter werden. Und sich die Negativit\u00e4t dadurch weiter auszubreiten beginnt. Und genau dieser Negativspirale habe ich den Kampf angesagt. Doch lassen Sie uns zuerst eine kurze Reise in die Vergangenheit unternehmen.<\/p><h3>Warum wir mehr Batteriewechsler und weniger Besserwisser, N\u00f6rgler und anonyme Kritiker brauchen<\/h3><p>Es war ein gew\u00f6hnlicher Dienstag Nachmittag im November. Wie so h\u00e4ufig sa\u00df die komplette Abteilungsleiter-Riege im Besprechungsraum des Warenhauses zum w\u00f6chentlichen Jour-Fix zusammen. Als Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer nutzte ich diese Termine u.a. dazu, um die F\u00fchrungskr\u00e4fte \u00fcber alle aktuellen Themen zu informieren. An jenem Tag sollten die einzelnen Abteilungen ihre Ma\u00dfnahmen f\u00fcr das kommende Weihnachtsgesch\u00e4ft vorstellen.<\/p><p>Den Start machte Frau M\u00fcller (was nicht ihr echter Name ist) aus der DOB (was f\u00fcr Damenoberbekleidung steht). Doch als sie mit dem Pr\u00e4senter zur ersten Power Point Folie klicken wollte, geschah etwas. N\u00e4mlich nichts. Hektisch klickte sie auf der Fernbedienung herum und starrte voller Hoffnung auf die Leinwand. Doch auch der zehnte Klick auf den Pr\u00e4senter brachte keine Ver\u00e4nderung: Immer noch war der Startbildschirm zu sehen, die Technik wollte einfach nicht funktionieren.<\/p><p>Es dauerte nicht lange, bis das Gemurmel im Raum losging. \u201cEs m\u00fcsste dringend jemand etwas tun\u201d sagte einer. \u201cTypisch IT-Abteilung, nicht mal das bekommen sie hin\u201d sagte jemand anders. Und eine dritte Person beklagte sich: \u201cKein Wunder, bei der uralten Ausstattung, mit der wir hier arbeiten m\u00fcssen kann das ja nicht klappen\u201d.<\/p><p>Fast alle Abteilungsleiter stimmten in das Wegklagen und die Schuldzuweisungen ein. Und es wurde heftigste Kritik ge\u00fcbt: An den Technikern, der Verwaltung, der Zentrale, an der unf\u00e4higen (weil technisch v\u00f6llig unbegabten) Kollegin und sogar am Vorstand. Die Stimmung kochte.<\/p><p>Und das nur, weil ein Pr\u00e4senter nicht funktionierte. Wahrscheinlich w\u00e4re es noch l\u00e4nger so weitergegangen, wenn nicht die junge Abteilungsleiterin aus der Parf\u00fcmerie etwas getan h\u00e4tte, womit keiner rechnete. Sie kramte in ihrer Tasche, erhob sich von ihrem Platz und ging wortlos nach Vorne. Dann lie\u00df sie sich von der verdutzten Frau M\u00fcller den Pr\u00e4senter geben, \u00f6ffnete die Verschlussklappe und wechselte die Batterien. \u201cSo\u201d, lie\u00df sie ihre Kollegen wissen, \u201cjetzt geht\u00b4s wieder. Wir k\u00f6nnen weitermachen!\u201d<\/p><h3>Aus der sicheren Entfernung kritisiert es sich leicht<\/h3><p>An dieses Erlebnis musste ich in letzter Zeit h\u00e4ufig denken. Denn mich beschleicht das Gef\u00fchl, dass immer weniger Menschen selber etwas wagen, erschaffen oder umsetzen. Und die Mutigen, die sich trauen, m\u00fcssen sich dann mit Kritikern auseinandersetzen, die meist ungefragt, sowie mit sicherem Abstand aus der Ferne ihre Meinung kundtun, unter der G\u00fcrtellinie attackieren und grunds\u00e4tzlich der Meinung sind, alles besser zu wissen.<\/p><p>Nat\u00fcrlich w\u00fcrden diese Besserwisser ihnen das nie ins Gesicht sagen. Stattdessen versteckt man sich in der Anonymit\u00e4t des Internets und kann endlich mal das sagen, was man schon immer mal sagen wollte. Es kommt mir ein wenig so vor wie bei der Muppet Show. K\u00f6nnen Sie sich noch erinnern? Dort sa\u00dfen die beiden Senioren <a href=\"https:\/\/muppet.fandom.com\/de\/wiki\/Waldorf_und_Statler\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Waldorf &amp; Statler<\/a> auf ihrem gem\u00fctlichen Balkon und haben alles kommentiert, zerrissen und in den Kakao gezogen, was sich unten auf der Showb\u00fchne abspielte.<\/p><p>Und gibt es nicht auch im wahren Leben genau diese zwei Sorten von Menschen? Die einen, die Handeln, Bewegen und Verantwortung \u00fcbernehmen. Die Unternehmer, Feuerwehrleute, Krankenschwestern, Schiedsrichter, Schriftsteller, <a href=\"https:\/\/www.grzeskowitz.de\/en\/solopreneur\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Selbst\u00e4ndigen<\/a>, Gr\u00fcnder, Polizisten und alle anderen Menschen wie Sie und ich, die machen, tun und produktiv t\u00e4tig sind. Und wer handelt, der macht zwangsl\u00e4ufig Fehler. Wird dadurch angreifbar. Bietet sich als perfekte Zielscheibe an.<\/p><p>Und dann gibt es da noch die anderen. Diejenigen, sich weit entfernt vom tats\u00e4chlichen Geschehen aufhalten. Die umgehend in Deckung gehen, wenn es hei\u00df wird, wenn es weh tut, wenn es ans Eingemachte geht. Sich aber nat\u00fcrlich trotzdem das Recht herausnehmen, die Taten der handelnden Menschen auf der weit entfernten Showb\u00fchne des Lebens zu kritisieren, zu beurteilen und zu zerrei\u00dfen.<\/p><h3>Konstruktive Kritik vs. anonyme Beschimpfungen<\/h3><p>Und nur damit wir uns richtig verstehen, ich spreche hier nicht von konstruktiver Kritik. Diese ist nicht nur hilfreich, sondern f\u00fcr <a href=\"https:\/\/www.grzeskowitz.de\/en\/nachhaltige-veraenderung\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Shift<\/a> absolut notwendig. Nein, ich spreche vor allem von dem zunehmenden anonymen Bashing, das teilweise absurde Formen annimmt.<\/p><p>Doch woran liegt das? Ist es mangelndes Selbstbewusstsein, Neid oder eine generelle Unzufriedenheit mit dem eigenen Leben? Ich wei\u00df es nicht. Aber eines wei\u00df ich: Es nervt! Gerade gestern habe ich wieder zwei Bewertungen f\u00fcr <a href=\"https:\/\/amzn.to\/3Gn85cl\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">meine B\u00fccher<\/a> auf Amazon gelesen. Beides waren 1 Sterne Rezensionen. Beide gingen nicht mit einem Wort auf den Inhalt ein, sondern strotzten nur so vor pers\u00f6nlichen Anfeindungen.<\/p><p>Und selbstverst\u00e4ndlich hat sich keiner der beiden \u201eKritiker\u201c getraut, unter seinem echten Namen zu schreiben. Hinter der sicheren Maske von Pseudonymen kommen einem verbale Tiefschl\u00e4ge eben viel leichter \u00fcber die Lippen, bzw. Tasten. Nat\u00fcrlich wei\u00df ich, dass meine Meinungen, meine Inhalte und meine Pers\u00f6nlichkeit durchaus polarisieren. Trotzdem habe ich mit diesen anonymen Beschimpfungen vom Balkon grunds\u00e4tzlich ein Problem.<\/p><p>Warum? Ich pers\u00f6nlich habe diesbez\u00fcglich ein dickes Fell und bin gut in der Lage, dem entgegenzutreten. Das kostet zwar Kraft, ist f\u00fcr mich aber auch der Preis, den ich daf\u00fcr zahle, exponiert auf der Showb\u00fchne zu stehen.<\/p><p>Doch f\u00fcr viele andere Menschen kann so etwas durchaus existenzbedrohend sein. Denken Sie an das inhabergef\u00fchrte Restaurant (da fallen auf einschl\u00e4gigen Bewertungsportalen Worte wie \u201eekelhaft\u201c \u201ewiderlich, \u201eunzumutbar\u201c), den kleinen Laden um die Ecke (\u201efurchtbarer Service\u201c, \u201eunfreundlich\u201c, \u201efurchtbar\u201c) oder die Tagesmutter aus dem Nachbarort (\u201ekann nicht mit Kindern\u201c, \u201ewird schnell w\u00fctend\u201c, \u201eungeeignet\u201c).<\/p><h3>Es reicht! Eine Aufforderung an alle Besserwisser und anonymen N\u00f6rgler<\/h3><p>Ich f\u00fcr mich habe beschlossen, diese Entwicklung nicht mehr nur schweigend hinzunehmen. Im Namen aller produktiven, mutigen und handelnden Menschen m\u00f6chte ich den besserwisserischen Kritikern daher zurufen:<\/p><p><em>\u201eWir freuen uns \u00fcber jede konstruktive Kritik, weil wir wissen, dass wir uns nur so weiterentwickeln, besser werden und wachsen k\u00f6nnen. Wir k\u00f6nnen auch mit direkten Worten, harten Argumenten und Klartext leben, wenn diese Form der Kritik wertsch\u00e4tzend und mit offenem Visier kommuniziert wird.\u00a0<\/em><\/p><p><em>Ansonsten gilt: Ruhe auf dem Balkon! Wir haben keine Lust auf Besserwisser, N\u00f6rgler und Miesepeter, die uns ungefragt als Projektionsfl\u00e4che ihrer eigenen \u00c4ngste benutzen. Wir brauchen Eure Kommentare aus der sicheren Entfernung nicht. Wir brauchen auch keine Belehrungen, Beschimpfungen oder Miesmacherei.\u00a0<\/em><\/p><p><em>Wenn ihr mitreden wollt, dann verlasst den bequemen Balkon und kommt zu uns auf die Showb\u00fchne. Dahin, wo es weh tut. In die Hitze des Gefechts. Dorthin, wo Blut, Schwei\u00df und Tr\u00e4nen flie\u00dfen.\u00a0<\/em><em>Die Welt braucht keine weiteren Menschen, die ganz genau wissen, was die anderen alles falsch machen. Stattdessen braucht die Welt dringend mehr Menschen wie meine junge Abteilungsleiterin. Sie braucht mehr Batteriewechsler. Sie braucht Menschen, die mutig handeln, Fehler machen und Verantwortung \u00fcbernehmen.\u201c<\/em><\/p><h3>Ruhe auf dem Balkon! Die Welt braucht mehr Batteriewechsler<\/h3><p>Es ist Zeit, eine Entscheidung zu treffen.<\/p><p>Wollen wir Verantwortung \u00fcbernehmen, oder die Leistungen anderer zerreden?<\/p><p>Gehen wir dahin, wo es weh tut, oder kritisieren wir das Geschehen vom bequemen Balkon aus?<\/p><p>Wollen wir Batteriewechsel oder Besserwisser sein?<\/p><p>Wir alle haben jeden Tag die Wahl!<\/p><p>Wof\u00fcr entscheiden Sie sich?<\/p><p>Herzliche Gr\u00fc\u00dfe Ihr Ilja Grzeskowitz<\/p>\t\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/section>\n\t\t\t\t<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es war ein gew\u00f6hnlicher Dienstag Nachmittag im November. 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