Erfolgreiches Konfliktmanagement

erfolgreiches Konfliktmanagement

Konfliktmanagement in sieben Schritten

Konflikte sind häufig ein Reibungspunkt und gestalten sich als herausfordernd. Manche Menschen scheuen den Konflikt, viele können damit einfach nicht gut umgehen. Daher ist ein erfolgreiches Konfliktmanagement sehr wichtig. Grundsätzlich haben Konflikte immer mit Emotionen und einem direkten Einfluss auf uns zu tun. Es gilt also das Konfliktmanagement richtig und mit diesen 7 Tipps zu gestalten. Auch du wirst damit gelassener an solche Situationen an gehen und kannst sogar noch einen positiven Nutzen daraus ziehen.

Vorab aber ein Gedankenanstoß: Wie konfliktfähig bist du? Dazu gehört auch, wie groß du einen Bogen um Reibungspunkte machst? Kannst du anderen Mitarbeitenden mitteilen, wenn sie die falsche Entscheidungen getroffen haben? Butter bei die Fische hier! Es ist nicht schlimm, wenn du bei diesen Fragen gezögert hast, denn – egal ob Führungskraft, Solopreneurin, Sacharbeit/in – viele Menschen scheuen den Konflikt und versuchen Reibungspunkte zu umgehen und können Konfliktsituationen oft nicht sehr souverän meistern.

Wieso umgehen wir Konflikte?

Aber wieso ist das so? Ilja Gee hat sich dazu einige Gedanken gemacht. Viele Menschen haben ein gewisse Harmoniebedürfnis. Wir wollen eine gute Stimmung im Team und jeder soll sich wohlfühlen. Alles ist flauschig, wie der Flamingo. Überzeugungen, zum Beispiel das „Nicht Nein-Sagen können“ spielt auch hier eine große Rolle. Das Gegenüber soll uns noch mögen und wir wollen ja kein Reibungspunkt entstehen lassen. Im Endeffekt entstehen zwei Szenarien.

Beispiel 1 wäre, dass die Führungskraft keine Entscheidungen trifft und allem elegant aus dem Weg geht. In Beispiel 2 passiert das genaue Gegenteil. Die Führungskraft trifft Entscheidungen, wie ein Elefant im Porzellanladen. Hier im Sinne von: „Ich bin der Boss, ich darf das!“

In beiden Szenarien führt das jedoch zu dem gleichen Outcome. Die Mitarbeiter sind verunsichert, alle sind eher unzuverlässig und es gibt keine Motivation im Team. Die dafür verantwortliche Angst vor Konflikten ist unbegründet und kann, wenn man es richtig angeht sogar in etwas positives umgewandelt werden. Mit Konflikten erfolgreich und souverän um zu gehen ist eine Eigenschaft, die dein Standing und dein Profil verbessert. Erfolgreiches Konfliktmanagement kannst du als Stärke nutzen, um Orientierung zu vermitteln und als verlässlicher Partner/in angesehen zu werden.

Erfolgreiches Konfliktmanagement mit Mindset

Dein Mindset sollte beinhalten, dass ein Konflikt immer eine Change auf eine positive Veränderung ist. Jeder Konflikt beinhaltet einen Reibungspunkt, bei dem mindestens zwei Menschen unterschiedlicher Meinung sind. Die Erwartungen oder Ziele sind hier vielleicht unterschiedlich. Auch hier gibt es zwei Szenarien. Entweder wird ein Stierkampf ausgetragen, welcher beide Seiten noch weiter auseinander treibt, oder aber er wird positiv genutzt. Beide Seiten können gemeinsam nach Lösungen suchen. Es heißt nicht, dass dies Kompromisse sind, auf denen beide Seiten etwas verlieren. Eher sollten aus den diversen Haltungen und Meinungen, Ideen werden, welche beide Parteien vorher nicht bedacht haben.

Everybody’s darling is everybody’s depp

Ich persönlich fühle mich hier direkt angesprochen. Aus der Vergangenheit kenn ich diese Situation nur zu gut, wenn man es jedem Recht machen möchte und nicht nein sagen kann. Hauptsache man erfüllt zuerst die Erwartungen von allen anderen. Hier hätte mein früheres Ich bedenken müssen, dass, wenn ich es allen Recht machen will, es im Endeffekt keinem Recht gemacht ist. Mache dir also bewusst, dass du die Freiheit hast, welche Dinge du annimmst und ob diese deine oder die Erwartungen anderer erfüllen. Glaube mir, es bringt dir ungeahnte Freiheiten und ist sehr gut für die weiteren Schritte für erfolgreiches Konfliktmanagement.

Sach- oder Gefühlsebene

It’s not the same. Zu Beginn hattet wir festgehalten, dass Konflikte immer mit Emotionen und einem direkten Einfluss auf dich verbunden sind. Wie bei jedem, kommen Aussagen und Handlungen immer auf verschiedene Weise beim Empfänger an. Hier könnte man jetzt Schulz von Thun „Das vier Ohren“ – Modell nennen. Botschaften werden auf verschiedenen Ebenen kommuniziert und verschiedenen wahrgenommen. Es gibt daher die Sachebene oder die rationale Ebene. Diese basiert auf Zahlen, Daten und Fakten und werden wahrscheinlich in jedem Konflikt genannt, um den eigenen Standpunkt zu untermauern. Aber vor allem die Gefühlsebene mit den Emotionen machen die Konflikte erst so schwer.

Der Tipp, um diese Ebenen anzuwenden, wäre also einerseits sehr sachlich und klar auf der Sachebene zu bleiben. Hier kannst du auch durchaus härter argumentieren, da es mit Zahlen, Daten und Fakten belegbar ist, aber du musst auch menschlich bleiben. Hier kommt deine Empathie Fähigkeit ins Spiel. Je empathischer du hier sein kannst, desto besser werden deine Argumente von deinem Gegenüber aufgenommen und prallen nicht gegen eine Wand.

Erfolgreich nein sagen können

Eine Selbsteinschätzung zuerst: Wie gut kannst du nein sagen? Okay, weiter im Text. Jedes Mal, wenn du ja zu etwas sagst, obwohl du nein meinst, sagst du letztendlich nein zu dir selbst. Nein, zu deinen eigenen Bedürfnissen und nein zu deinem eigenen Wohlbefinden. Trainiere die Fähigkeit nein zu sagen. Suche dir also bewusst Situationen, bei denen du dich in der Vorstellung ein kleines bisschen unsicher fühlst. Wenn dann diese Situation auf dich zukommt, sagen deinem gegenüber offen und ehrlich; „Nein“. Du kannst deine Entscheidung begründen, musst du aber nicht.

Erfolgreiches Konfliktmanagement mit dem richtigen Ton

Wie betonen wir unsere Satzenden? Gehst du mit der Betonung am Ende des Satzes nach oben oder unten? Diese Frage hört sich vielleicht doof an, hat aber zwei unterschiedliche Effekte. Unbewusst wirkt nämlich die Betonung nach oben, wie eine Frage. Gehst du mit der Betonung nach unten, wirkt es wie eine Aussage oder Aufforderung. Je öfter deine Satzenden sich wie Fragen anhören, desto unsicherer wirkst du auch bei deinem Gegenüber. Das heißt, durch die Betonung am Ende wirkst du in Konflikten souveräner.  Auch Softskills, wie Veränderungsmanagement, Kommunikation, Führung, Teamarbeit und Konfliktmanagement müssen gelernt werden.

Übe Entscheidungen treffen

In jeder Situation ist es wichtig Entscheidungen zu treffen. Der vorherige Punkt, unsicher wirken, spielt auch hier eine Rolle. Triff Entscheidungen, selbst in den alltäglichsten Situationen.

„Möchtest du einen Tee oder Kaffee?“- Am besten nicht: „Mir egal“, auch wenn’s dir egal ist, sondern: „Einen Kaffee, bitte.“ Auch hier trainierst du damit deine Fähigkeit Entscheidungen zu treffen. Je öfter du die kleinen Entscheidungen mit einer Selbstverständlichkeit triffst, desto einfach fällt es dir auch bei den größeren, wichtigeren Entscheidungen.

Entscheidungen treffen mit Einfluss auf Andere

Es ist wichtig, vor allem Entscheidungen zu treffen mit Einfluss auf Menschen in deinem Umfeld, im Team, mit Kunden. Entscheide dabei zeitnah, fair und nach gleich bleibenden Regeln. Wenn du dich nicht entscheiden kannst, wird es als ein – nicht wollen –  aufgegriffen. Durch dieses „Entscheidungsvakuum“ fühlen sich die Menschen nicht aufgehoben. Damit deine Entscheidungen auch nachvollziehbar sind, ist es wichtig, dass du einen Maßstab hast und deine Entscheidungen nicht willkürlich sind.

Erfolgreiches Konfliktmanagement setzt sich somit aus diesen sieben Tipps zusammen. Versuche diese immer weiter zu verinnerlichen, damit du in Konfliktsituationen souverän bist und bedenke immer, dass ein Konflikt dich, dein Unternehmen und dein Umfeld weiterbringen kann. Wir sagen es jedes Mal und auch hier nennen wir es nochmals. Nur durch üben, üben und üben verwandelst du die noch fremden Aspekte in einen Automatismus und in eine Gewohnheit um.

Falls du hierzu Fragen hast, hilft es dir vielleicht nochmal die Podcast-Folge von Ilja anzuhören. Ansonsten kannst du auch gerne ein Kommentar hinterlassen und deine Momente sharen, in denen du schonmal in solchen Situationen gesteckt hast.

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