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Mit dem eigenen Buch zum Expertenstatus: 10 Tipps für angehende Autoren

Als Redner, Trainer oder Coach erfolgreich ein Buch veröffentlichen

Hast Du jemals darüber nachgedacht, ein Buch zu veröffentlichen? Möglicherweise bist Du Keynote Speaker, Trainer oder Coach und möchtest Dein Wissen und Deine Expertise in gedruckter Form Deinen Kunden zugänglich machen. Wenn es Dir wie mir vor knapp 10 Jahren geht, dann stehst Du vor einem Wirrwarr an Zahlen, Daten und Fakten und weißt nicht so ganz genau, wo Du anfangen sollst. Aber keine Angst, so schwer ist es gar nicht. Wenn Du einige wichtige Punkte beachtest. Vor einiger Zeit habe ich einige Fragen genau zu diesem Thema beantwortet und hoffe, dass die Antworten für Dich wertvoll sind. Here we go:

Ilja, weshalb hast du dein erstes Buch (Impromptu Hypnose) im Eigenverlag herausgebracht? Wie waren deine Erfahrungen damit?

Hauptsächlich aufgrund mangelnden Wissens. Ich hatte damals vom Buchmarkt überhaupt keine Ahnung, und hörte, dass man über eine Webseite ein Buch recht einfach herausbringen könne. Das gesamte Prozedere klang einfach und war auch noch bezahlbar, so dass ich mich mehr oder weniger spontan entschied, bei Books on Demand zu veröffentlichen. Die Erfahrungen waren durch die Bank weg positiv. Besonders gefallen hat mir die professionelle Unterstützung und das qualitativ hochwertige Endprodukt.

Das Buch wurde dann ja in einem Verlag herausgebracht, wie ist dieser darauf aufmerksam geworden und was waren die Gründe, weshalb du es mit einem Verlag relaunched hast?

Das Buch hat sich trotz seines Nischenthemas unglaublich gut verkauft, und stand in der internen Bestsellerliste von BoD über einen langen Zeitraum auf den ersten Plätzen. Auch auf Amazon waren die Erfolge gut sichtbar, so dass ich irgendwann das Angebot des mvg Verlages erhielt. Dies war für mich auch der erste Kontakt mit der „echten“ Verlagswelt, und nach ein wenig Recherche gab es für mich überhaupt keine Zweifel, dass ich als Autor in einem renommierten Verlag genau richtig aufgehoben bin. Die Hauptgründe waren für mich vor allem das KnowHow in der Bucherstellung, die Vertriebspower und die um ein Vielfaches besseren Möglichkeiten in der PR- und Marketingarbeit.

Derzeit wird jedem geraten, ein Buch auf den Markt zu bringen, um einen Expertenstatus aufzubauen, was hältst du davon?

Naja…dieser Rat stammt ja meisten von Menschen, die auf irgendeine Art und Weise daran verdienen, wenn neue und unerfahrene Autoren ein Buch schreiben. Und natürlich stimmt es, ein Buch untermauert die eigene Expertise wie wohl kein anderes Medium. Allerdings halte ich es für extrem fragwürdig, wenn man ein Buch rein aus marketingtechnischen Gesichtspunkten schreibt, und die Erfahrung zeigt auch, dass diese Strategie so gut wie nie erfolgreich ist. Wenn ich anderseits in einem Bereich über eine große Erfahrung verfüge, und mich dem Thema in Buchform auseinandersetze, dann werde ich am Markt zwangsläufig als Experte wahrgenommen. Für mich stellt sich da eher eine Grundsatzfrage: Habe ich wirklich etwas zu sagen, weil ich ein Experte auf einem Gebiet bin? Dann gibt es nichts Besseres als ein Buch, um die Expertise massiv zu steigern. Oder geht es mir ausschließlich um die öffentliche Wahrnehmung, obwohl ich keine große Lust auf die viele Arbeit habe, die hinter dem Entstehungsprozess? In diesem Fall rate ich dringend davon ab, ein Buch zu veröffentlichen, denn der Leser spürt die Intention schon nach den ersten Seiten und die Wahrscheinlichkeit eines Flops ist recht hoch.

Wann sollten Menschen ein Sachbuch schreiben? Zu Beginn, wenn eine Community aufgebaut werden soll oder wenn schon eine Community vorhanden ist?

Eine Frage, die ich sehr häufig höre, die aber schon von der Grundhaltung in die vollkommen falsche Richtung geht, weil Sie nämlich ausschließlich das Marketing in den Mittelpunkt stellt. Und natürlich ist dies für den Erfolg eines Buchs essentiell, allerdings erst im zweiten Schritt. Es macht mich immer wieder wütend, wie häufig schlampig geschriebene, inhaltlich dünne und optisch gruselige Bücher auf den Markt kommen, weil die Möchtegernautoren sich erhoffen, eine hohe Reichweite mit dem Produkt aufzubauen. Ich habe da eine sehr einfache Meinung: Man sollte ein Sachbuch schreiben, wenn man etwas zu sagen hat, und es einen Markt für das Thema gibt, mit dem ich mich auf ca. 200 Seiten intensiv auseinandersetzen will und auch kann (Viele Bücher wären besser nach den ersten 80 Seiten beendet worden, weil die Autoren danach einfach kein Material mehr hatten). Mache ich das auf eine besondere, außergewöhnliche und qualitativ hochwertige Art und Weise, dann kommt der Erfolg und auch die Community von ganz alleine. Es wird m.E. Zeit, dass wir uns wieder über neue Inhalte, mutige Themen und Autoren mit Persönlichkeit unterhalten, und weniger über Second-Hand-Ideen, Möchtegern-Experten und Pseudo-Bestsellerautoren, die ausschließlich aus Marketinggründen auf dem Buchmarkt in Erscheinung treten.

Kann man einen Expertenstatus über Eigenverlagsveröffentlichungen erreichen?

Selbstverständlich. Allerdings gibt es einige wichtige Dinge zu beachten. Zum einen sollte das Buch natürlich inhaltlich glänzen. Genauso wichtig ist aber auch die Verpackung. Der Großteil aller Bücher, die im Self-Publishing erscheinen, sind nämlich handwerklich extrem schlecht gemacht. Sie strotzen vor Rechtschreibfehlern, das Layout macht das Lesen zu einer wahren Tortur, und Cover, Papier und die generelle Optik sind von einem hochwertigen Ergebnis weit entfernt. Diese Mängel kann man ausschließen, wenn man auch als Autor im Eigenverlag mit sehr bewusst mit Profis zusammenarbeitet. Hierzu gehören unbedingt ein erfahrener Lektor, ein professioneller Designer (nein, Onkel Otto, der immer die Flyer für den Kegelclub gestaltet gehört nicht in diese Kategorie) und ein gutes Satzbüro. Die Basics müssen ganz einfach stimmen, denn ansonsten nützt der beste Inhalt nichts.

Was ist der Vorteil, wenn man mit einem etablierten Verlag arbeitet?

Wie bei allem im Leben: Wenn man mit Profis zusammenarbeitet, werden auch die Ergebnisse entsprechend. In einem Verlag arbeiten ausschließlich Experten, die das Medium Buch jeden einzelnen Tag leben. Kombiniert mit der entsprechenden Erfahrung ist ein etablierter Verlag der beste Partner, den man sich als Autor vorstellen kann. Und zwar in sämtlichen Phasen eines Buchprojekts, beginnend mit der Konzeption, über die generelle Strategie, den Schreibprozess bis hin zur Vermarktung.

Wie stehst du zu Marketingstrategien, die Bücher verschenken oder sehr günstig verkaufen?

Da schlagen tatsächlich zwei Herzen in meiner Brust. Als Autor tut es mir natürlich in der Seele weh, wenn ich sehe, dass Bücher verschenkt werden. Schließlich weiß ich, wie viel Zeit, Herzblut und einsame Stunden harter Arbeit am Schreibtisch in so einem Werk stecken. Als Marketer hingegen finde ich die Idee genial, denn ein Buch eignet sich perfekt als unglaublich wertvolles Einstiegsprodukt in einen Verkaufsfunnel. Ist das Buch nicht nur dahingeschludert, sondern qualitativ hochwertig gestaltet, kann eine solche Strategie für Autor und Leser zu einer echten Win-Win-Geschichte werden.

Wem würdest du abraten, ein Buch zu schreiben?

  • Menschen, die nichts zu sagen haben.
  • Menschen, die ein Buch ausschließlich aus dem Grund schreiben, weil Sie sich davon einen wirtschaftlichen, bzw. marketingtechnischen Vorteil versprechen.

Was sind deine drei Tipps für Erstlingsautoren?

  1. Betreibe eine intensive Recherche im Vorfeld. Insbesondere sind folgende Fragen wichtig: Gibt es schon ein ähnliches Buch am Markt (gibt es so gut wie immer)? Ist mein Ansatz einzigartig? In welchem Verlag will ich veröffentlichen (weil er zu mir und meinem Thema passt)?
  2. Schreibe ein wirklich gutes Buchexposée und schicke es an mindestens drei potenzielle Verlage (selbst wenn Du vorhast, das Buch im Eigenverlag herauszubringen). Zum einen bekommst Du dadurch für Dich einen dramatischen Anstieg an Klarheit, zum anderen auch ein erstes Feedback von Profis. Der größte Fehler, den ich Erstautoren immer wieder machen sehe, ist das Buch komplett fertigzuschreiben, und sich erst dann um die Verlagsstrategie zu kümmern.
  3. Hol´ Dir von Anfang an Unterstützung von Profis. Dies können erfahrene Literaturagenten sein, aber auch Ghostwriter oder Spezialisten aus der Buchbranche. Denn auch wenn das Schreiben eines Buchs absolute Chefsache ist, gilt: Niemand gewinnt alleine, und mit dem richtigen Team an der Seite kann man sich eine Menge Lehrgeld sparen.

Welches sind unhintergehbare Erfolgsfaktoren, wenn man ein sehr gutes Sachbuch auf den Markt bringen möchte?

  1. Klarheit im Kopf des Autors. Sowohl thematisch, als auch strukturell und vor allem in der Vermarktungsstrategie.
  2. Ein spannendes und mutiges Thema. Es gibt zu so gut wie allem bereits ein Buch, daher lieben Leser inspirierende Blickwinkel, neue Herangehensweisen oder unkonventionelle Meinungen.
  3. Ein persönlicher Schreibstil. Auch als Autor gilt: Sei ein Original und keine Kopie.
  4. Fleiß. Ja, ein Buch zu schreiben bedeutet eine Menge Arbeit. Und zwar nicht nur während des eigentlichen Schreibprozesses. Der eigentlich arbeitsreiche Teil beginnt sogar erst nach der Abgabe des Manuskripts, denn ein Buch will vermarktet und promotet werden. Ich kenne so viele wunderbare Bücher, die niemand kennt, weil die Autoren sich bequem zurückgelehnt haben, weil sie darauf gehofft hatten, der Verlag würde sich schon drum kümmern. Nein, der Erfolg eines Buches steht und fällt mit der Bereitschaft des Autors, von der ersten Idee bis zur PR nach Veröffentlichung Vollgas zu geben.

Bonusfrage: Schreibst Du Deine Bücher eigentlich alle selber?

Ja. Und zwar alle. Denn ich liebe das Schreiben und die intensive schriftliche Auseinandersetzung mit einem Thema hat mir wohl schon die eine oder andere Therapiestunde erspart. Allerdings zeigt alleine, dass dies die Frage ist, die mir häufiger gestellt wird als alle anderen zeigt, wie ungewöhnlich das heutzutage zu sein scheint.

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