Raus aus der Perfektionsfalle: 80 Prozent sind völlig okay

Machen Sie schon, oder warten Sie noch auf den perfekten Moment?

„Ich würde ja gerne häufiger Sport machen, aber ich habe immer so viel zu tun.“ Na, kommt Ihnen das bekannt vor? An nichts scheitern Menschen so häufig wie an der mangelnden Fähigkeit, Verantwortung zu übernehmen. Völlig egal, ob es dabei nur darum geht, etwas Gewicht zu verlieren – oder ob die Zukunft eines ganzen Unternehmens auf der Kippe steht. Natürlich ist es bequem, alles auf andere zu schieben. Doch die Sache hat einen Haken: Damit begeben Sie sich auf direktem Weg in die Opferrolle. Ok, dann können Sie zwar nach Herzenslust jammern und sich bemitleiden lassen. Ändert aber nichts! Unweigerlich heißen die nächsten Stationen dann Unzufriedenheit und schließlich Misserfolg. Keine schönen Aussichten, oder?

Veränderung verlangt Verantwortung

Veränderung verlangt Verantwortung! Eigentlich ganz einfach. Und der erste wichtige Schritt dorthin liegt darin, sich das einzugestehen. Fakt ist: Sie können die äußeren Umstände und die Menschen um Sie herum niemals ändern. So leid es mir tut. Das bedeutet aber nicht, dass Sie sich von ihnen einschränken lassen müssen! Denn es liegt bei Ihnen, wie Sie mit diesen Restriktionen umgehen. Lassen Sie sich davon beeindrucken – oder  machen Sie sich Ihre eigenen Regeln? Denn es gibt genau einen Menschen, über dessen Verhalten Sie zu einhundert Prozent die volle Kontrolle haben. Wahrscheinlich ist der Groschen schon gefallen, oder? Kleiner Tipp: Er schaut Sie jeden Morgen mehr oder weniger ausgeschlafen im Spiegel an. Völlig egal, wo Sie gerade in Ihrem Leben stehen – es sind Ihre Ideen, Entscheidungen und Taten, die Sie an diesen Punkt geführt haben. Also können auch nur Sie allein etwas verändern. Übernehmen Sie endlich Verantwortung, anstatt weiter zu jammern! Einen positiven Nebeneffekt hat die Sache übrigens auch noch: Sie werden feststellen, dass Sie plötzlich eine ganz andere Wirkung auf Ihre Mitmenschen haben. Weil Sie Selbstsicherheit und Klarheit ausstrahlen. Weil Sie den wichtigsten Wert der Veränderung tagtäglich leben: die Verantwortung.

Der größte Erfolgsverhinderer: Die Perfektionsfalle

„Wege entstehen dadurch, dass man sie geht.“ Damit hat der große Franz Kafka den Nagel auf den Kopf getroffen. Wenn Sie darauf warten, dass Ihnen der rote Teppich ausgelegt und Blüten darauf gestreut werden, können Sie lange warten! So viele Menschen träumen vom eigenen Unternehmen, finanzieller Freiheit, einem durchtrainierten Körper und generell einem glücklichen Leben. Doch anstatt Verantwortung dafür zu übernehmen und einfach loszulegen, zögern sie. Und warten ab. Weil der Weg eben nicht klar und deutlich vor ihnen liegt. Schlussendlich scheitern sie dann am größten Erfolgsverhinderer, den ich kenne: der Perfektionsfalle.

Sicher sind Sie auch schon mehr als einmal in diese Falle getappt, oder? Haben ewig an einem Projekt rumgebastelt – weil Sie der Ansicht waren, dass noch etwas fehlen würde. Ständig getrieben vom fatalen Irrtum, nicht gut genug zu sein. Verstehen Sie mich nicht falsch, ich liefere auch gerne ein möglichst gutes Ergebnis ab. Doch es gibt immer den Punkt, an dem Sie in der Lage sein müssen, loszulassen – und dann loszulegen. Sonst planen und planen Sie nur, während andere schon längst in der Umsetzung sind und die Ziele erreichen, von denen Sie nur träumen. Ich möchte Ihnen das große Geheimnis der Veränderung verraten. Den wichtigsten Baustein, der Sie vom Planungsweltmeister zum Macher werden lässt. Sind Sie bereit? Okay, hier ist er: So etwas wie einen perfekten Moment zum Anfangen gibt es einfach nicht. Es wird sich immer etwas finden, das Sie nicht wissen, nicht können oder nicht bedacht haben. Na und? Erfolg ist niemals eine gerade Linie, sondern immer ein Prozess mit vielen Höhen und Tiefen. Bereiten Sie sich so viel vor wie nötig, aber so wenig wie möglich vor. Und dann legen Sie einfach los! Glauben Sie mir: 80 Prozent sind auch völlig in Ordnung, denn hundert werden Sie in der Regel sowieso nicht erreichen. Und damit sind Sie immer noch zu 80 Prozent erfolgreicher, als wenn Sie immer noch planen und zaudern würden.

Veränderungen sind Geschenke des Lebens

 Eine kleine Hürde gilt es aber noch zu meistern: Es gibt keine Anleitung. Niemand kann Ihnen garantieren, dass der Weg, den Sie einschlagen, auch der richtige ist. Da ist auch niemand, der Sie an die Hand nimmt und mit Ihnen die „10 Schritte zur erfolgreichen Veränderung“ durchläuft. Vielleicht brauchen Sie eher 15 Schritte – oder nur 5. Das kann niemand so genau wissen. Und genau deswegen trauen sich auch die wenigsten, sich zu verändern. Veränderung bedeutet immer einen Tausch von (vermeintlicher) Sicherheit gegen Unsicherheit. Und wie reagieren wir auf Unsicherheit? Mit Angst! Nichts beeinflusst unsere Entscheidungen so stark wie die Furcht vor dem Unbekannten. Was viele dabei übersehen: Angst ist nicht nur negativ. Natürlich kann sie uns hindern und lässt uns zögern oder wie gelähmt verharren. Auf der anderen Seite kann sie aber auch ein kraftvoller Antreiber sein. Vorausgesetzt, wir stellen uns ihr.

Nutzen Sie die Angst vor dem Unbekannten als Ihren größten Verbündeten

Leider ist das Thema Angst in unserer Gesellschaft nach wie vor ein Tabu. Vor nichts haben wir so viel Angst, wie offen und ehrlich einzugestehen, dass wir Angst haben. Über Erfolge und Bestleistungen wird gerne gesprochen – doch für die Angst ist kein Platz, obwohl sie einen nicht unerheblichen Anteil daran hat. Glauben Sie mir: Je größer die Veränderungen, umso größer ist auch die Angst! Sie tragen sich mit dem Gedanken, Ihr eigenes Unternehmen zu gründen? Es ist vollkommen normal, dass Sie dann einige schlaflose Nächte durchmachen! Ich würde mir eher Sorgen machen, wenn es nicht so wäre. Wichtig ist nur, dass Sie sich von Ihrer Angst nicht übermannen lassen. Das Fatalste, das Sie dann tun können? Wie ein hypnotisiertes Kaninchen vor der Schlange verharren.

Die drei wichtigsten Fragen, um ins Machen zu kommen

Mein Tipp: Lassen Sie die Angst zu. Denn sie ist der beste Antreiber, wenn es um Veränderung geht. An ihr können Sie wachsen und besser werden. Vorausgesetzt, Sie gehen die Situation ganz praktisch an und stellen sich konkrete Fragen:

1) Wovor fürchte ich mich eigentlich?

2) Welchen Herausforderungen will ich mich nicht stellen?

3) Wie könnte eine mögliche Lösung aussehen?

Wenn Sie die Antworten erst einmal gefunden haben, werden Sie in der Lage sein, Ihre Zweifel, Ihre Unsicherheit und die Angst vor dem Unbekannten in produktive Energie zu transformieren. Und ehe Sie sich versehen, haben Sie den machtvollsten Verbündeten an Ihrer Seite, den es überhaupt gibt. Und umso größer werden später die Freude und der Stolz sein, dass Sie den Schritt wirklich gewagt haben. Also, worauf warten Sie noch?

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