Gute Vorsätze – Wirkungsvoll oder vollkommen sinnlos?

gute vorsätze

Warum Du unbedingt mit guten Vorsätzen ins neue Jahr starten solltest

Ob wir es nun gut finden, oder nicht. Gute Vorsätze gehören zum Jahreswechsel genau so dazu wie Bleigießen, Feuerwerk und Dinner for One (Cheerio Miss Sophie). Immer wieder pünktlich zum 1. Januar nehmen sich Millionen von Menschen vor, endlich mit dem Rauchen aufzuhören, mehr Sport zu treiben oder endlich das eigene Business zum Laufen zu bekommen. Voller Motivation startet man dann auch in Richtung der neuen Ziele. Und so kommt es, dass in den ersten zwei Wochen des neuen Jahres die Fitnessstudios voll, die Joggingstrecken überfüllt und der Wille stark ist, wenn es darum geht, den Versuchungen von Fast Food, Alkohol, Zigaretten oder Süßigkeiten zu widerstehen.

In der Regel ist es allerdings nach spätesten drei Wochen mit dem starken Willen und der euphorischen Motivation wieder vorbei. Die besinnliche Zeit der Feiertage ist durch den hektischen Alltag ersetzt worden, und man beginnt die ersten Ausnahmen zu machen:

„Einmal nicht joggen zu gehen, wird schon nicht so schlimm sein.“

„Ein kleines Gläschen Wein zum Essen gönne ich mir heute einfach mal.“

„Fürs Fitnessstudio fehlt mir heute einfach die Energie. Aber morgen gehe ich ganz bestimmt wieder.“

Wir alle haben solche Sätze schon in den unterschiedlichsten Varianten gesagt, habe ich recht?

Gute Vorsätze sind wie jede andere Veränderung auch weder gut noch schlecht

Doch sobald wir mit der ersten Ausnahme begonnen haben, ist der Geist aus der Flasche gelassen. Wir haben die Tür zum alten Trott einen winzigen Spalt geöffnet. Doch der ersten Ausnahme folgt die zweite so gut wie immer. Und danach die Dritte. Und viele weitere. Bis aus einem Spalt ein ganzes Scheunentor geworden ist, das uns schneller wieder in die alten und gewohnten Muster zurückfallen lässt, als uns lieb ist.

Auf der Suche nach Gründen für das eigene Scheitern ist der Schuldige schnell gefunden, und viele Menschen verkünden ihrem Umfeld mit tiefster Überzeugung: „Kein Wunder, dass es nicht geklappt hat. Gute Vorsätze funktionieren einfach nicht.“ Doch ist das wirklich so? Du kannst Dir die Antwort sicher schon denken, nicht wahr? Hier die Kurzform: Natürlich nicht. In der etwas ausführlicheren Version möchte ich daran erinnern, dass gute Vorsätze vom Wesen her genau so sind, wie jede andere Veränderung auch. Sie sind weder gut noch schlecht. Sie sind genau so, wie wir sie bewerten. Und vor allem sind sie das, was wir draus machen.

Es tut mir also leid, wenn ich es so deutlich sagen muss, aber die Verantwortung für die Ergebnisse unserer Neujahrsvorsätze liegt einzig und alleine bei uns selber. Und mit den zehn Tipps am Ende dieses Artikels ist es auch gar nicht so schwer.

Gute Vorsätze haben einen schlechten Ruf – Zu Recht?

Doch zurück zum ursprünglichen Gedanken. Durch die extrem hohe Quote an gescheiterten Zielen und abgebrochenen guten Vorsätze haben diese im Laufe der Zeit einen sehr schlechten Ruf erlangt. Möglicherweise geht es Dir ähnlich, aber wenn ich in den letzten Tagen die Zeitung aufgeschlagen (natürlich die Onlineausgaben, ich bin ja zu 100 % paperless), Blogs, LinkdeIn oder Instagram durchstöbert oder mich mit Freunden und Bekannten unterhalten habe, dann musste ich die Feststellung machen, dass sich ein ganz besonderes Phänomen ausgebreitet hat: Das “Gute-Vorsätze-Bashing”.

Was genau hat es damit auf sich? Ganz einfach. Viele Expertinnen und Experten (die meisten davon übrigens selbsternannt) verbreiten in Posts, Artikeln und Videos den wohlgemeinten Ratschlag, dass man zu Silvester (übrigens nicht zu verwechseln mit Sylvester. Das ist der Stallone) unbedingt auf gute Vorsätze zum neuen Jahr verzichten solle. Schließlich hielte die Motivation maximal ein paar Tage an, bevor man wieder in den alten Trott zurückkehren würde. Dann wird gebetsmühlenartig auf die typischen (und weiter oben bereits erwähnten) Fitnesscenter verwiesen, die am 1. Januar hoffnungslos überfüllt sind, ab Februar jedoch wieder nur noch vom Stammpublikum besucht werden. Weiterhin bräuchte es kein Silvester, um Veränderungen im eigenen Leben vorzunehmen, sondern man könnte schließlich auch im März oder September damit beginnen, nicht mehr zu rauchen, ein paar Kilo abzuspecken, endlich mehr Sport zu treiben, sich neu zu verlieben oder der eigenen Karriere den entscheidenden Kick zu geben.

Silvester ist der optimale Zeitpunkt für eine Veränderung

Wie ich es schon zu Beginn dieses Artikels sagte, an diesen Argumenten ist durchaus etwas dran. Und trotzdem empfehle ich Dir, Dich besonders zu Silvester mit dem Thema Veränderung zu beschäftigen und im Zuge dessen auch ein paar gute Vorsätze zu formulieren. „Aber Ilja, warum denn?“ Gut, dass Du fragst. Die Begründung liegt auf der Hand. Erfolgreiche Veränderung beginnt immer mit dem Bewusstsein für den Status Quo. Einer detaillierten Ausgangsanalyse der aktuellen Situation, auf deren Basis dann Strategien, Ziele und Maßnahmen entwickelt werden.

Und zu keinem anderen Zeitraum im Jahr beschäftigen wir uns so sehr mit unserem Leben und unserer Persönlichkeit, wie zwischen Weihnachten und Neujahr. Wir reflektieren die vergangenen zwölf Monate und setzen uns Ziele für die Zeit, die vor uns liegt. Hinzukommt, dass der 1. Januar durch die kalendarische Zäsur ein wunderbarer Nullpunkt ist. Das alte Jahr endet und ein neues Buch mit 365 leeren Seiten wartet darauf von uns gefüllt zu werden. Egal, wie viele Niederlagen wir in der Vergangenheit erlitten, wie viele Ziele wir nicht erreicht und wie viele Dinge wir versäumt haben. Im neuen Jahr geht alles wieder von vorne los. Wir drücken den Resetknopf und legen mit neuer Motivation und einer Menge Leidenschaft los.

10 Tipps, damit Deine guten Vorsätze die gewünschten Ergebnisse bringen

Doch genug der Vorrede. Kommen wir zum praktischen Teil, der Umsetzung. Damit Deine guten Vorsätze auch zu nachhaltigen Veränderungen werden, ist es notwendig, ein paar wichtige Dinge zu beachten. Im Folgenden findest Du daher zehn Tipps, mit denen aus Deinen Vorhaben am Ende auch die gewünschten konkreten Ergebnisse werden:

  1. Entscheide Dich ganz bewusst, dass Du Deine guten Vorsätze auf jeden Fall durchziehen wirst. Geh mit Dir selbst einen Vertrag ein und gib Dir selbst die Hand. Aufgaben ist keine Option!
  2. Fokussier Dich auf ein bis maximal drei Vorsätze. Je weniger, desto besser, weil fokussierter. Zu viele Vorhaben führen schnell dazu, dass Du Dich verzettelst und überfordert fühlst.
  3. Formulier Deine Ziele schriftlich. Das schafft Verbindlichkeit und ist viel kraftvoller, als wenn Du es nur denkst (Probier es aus, und Du weißt sofort, was ich meine).
  4. Erzähl Deiner Familie, Deinen Freunden und/oder Deinen Kollegen von Deinen Vorhaben. Dieses soziale Commitment sorgt für zusätzliche Motivation.
  5. Geh Deine Ziele mit Gleichgesinnten an. Geht gemeinsam Joggen, arbeitet an beruflichen Projekten oder tauscht Euch einfach nur aus.
  6. Konzentrier Dich auf das Ergebnis und weniger auf den Weg.
  7. Setz Dir Zwischenziele und belohne Dich, wenn Du diese erreicht hast.
  8. Dokumentier Deine Fortschritte (ja, natürlich wieder schriftlich. Am besten in einer App wie Notion, Craft oder Logseq, aber natürlich tut es auch die gute, alte Kombi aus Zettel und Stift).
  9. Sei Dir bewusst, dass es auch Rückschläge geben wird. Erinner Dich in diesen Fällen an die Motivation, mit der Du gestartet bist. Je besser Du weißt, wofür Du das alles tust, desto geringer die Gefahr, dass Du aufgibst.
  10. Betrachte den guten Vorsatz nicht als kurzfristige Phase, sondern integrier Dein neues Verhalten möglichst schnell in Deinen Alltag. Mach eine kraftvolle Gewohnheit draus, die von nun an auf Autopilot für Dich wirkt.

Und der vielleicht wichtigste Tipp zum Schluss: Hab beim Umsetzen Deiner Neujahrs-Vorsätze auf jeden Fall eine Menge Spaß. Der Start ist meistens schwer und holprig, genieß trotzdem jede einzelnen Minute und freu Dich darauf, dass Du mit Deinen guten Vorsätzen eine wichtige Voraussetzung geschaffen hast, damit das neue Jahr das beste Jahr Deines Lebens werden kann.

In diesem Sinne wünsche ich Dir ganz viel Erfolg beim Umsetzen Deiner guten Vorsätze.

Dein Ilja

P.S.: Ich bin mir sicher, dass nicht viele bis hierhin lesen werden, daher habe ich mir den Bonustipp für diejenigen aufgehoben, die es wirklich ernst mit der Veränderung meinen.

Bonustipp für erfolgreiche gute Vorsätze

Machen wir uns nichts vor, egal wie hoch die Motivation auch sein mag, mit der wir in die Umsetzung unserer Ziele starten, es wird der Tag kommen, an dem wir lustlos sind, keine Motivation verspüren und nicht das tun, was wir uns vorgenommen hatten. Wir sind nicht joggen gegangen, haben statt Salat zum Mittag bei McDonalds gegessen oder haben lieber eine Netflix-Session eingelegt, anstatt neue Kunden zu akquirieren. In diesen Fällen heißt es: Keine Panik. Es ist uns allen schon passiert, denn das Leben ist nun mal ein ständiges Auf und Ab. Wichtig ist in diesen Fällen, dass wie Du damit umgehst. Auf keinen Fall solltest Du Dich selber heruntermachen und das Projekt für gescheitert erklären. Sei Dir stattdessen bewusst, dass Du vom Plan abgewichen bist. Akzeptiere diese Tatsache und dann triff die bewusste Entscheidung am nächsten Tag wieder mit voller Energie und einer großen Portion Fokus neu zu beginnen. Wir alle fallen hin und wieder zu Boden. Entscheidend ist, dass wir wieder aufstehen. Im Zweifelsfall so häufig, bis wir am Ziel angekommen sind.

  • […] Sie nehmen sich Zeit für sich und Ihre Familie, setzen sich Ziele und planen die berühmten guten Vorsätze für das neue […]