storytelling lernen

Storytelling lernen in 7 einfachen Schritten

Definition Storytelling

Storytelling. Oder klassisch auf Deutch: Geschichten erzählen. Warum sollte man sich damit beschäftigen, diese Fähigkeit zu lernen? Ganz einfach. Geschichten fesseln. Geschichten begeistern. Sie bewegen emotional und wirken auf unbewusster Ebene. Laut Wikipedia wird Storytelling wie folgt definiert: “Es ist eine Erzählmethode, mit der explizites, aber vor allem implizites Wissen in Form von Leitmotiven, Symbolen, Metaphern oder anderen Mitteln der Rhetorik weitergegeben wird.”

Und Storytelling wirkt. Wenn Sie an den besten Vortrag denken, den Sie jemals gehört haben, dann werden Sie sich kaum an die Fakten und konkreten Inhalte erinnern, aber ganz bestimmt an diese eine Anekdote des Redners, die Ihnen noch heute ein gutes Gefühl bereitet. Mit der Kunst des Storytellings berühren Sie Ihre Zuhörer im Kopf, vor allem aber im Herz. Da fällt mir eine Geschichte ein….

Storytelling Beispiel

Es war Tonys erste Nacht im Gefängnis. Nachdem das Licht ausgeschaltet wurde, hörte er aus der Zelle nebenan einen lauten Schrei: „107“. Sämtliche Häftlinge begannen aus voller Kehle zu lachen. Dann schrie ein anderer: „47“. Wieder ertönte aus den Zellen ein schallendes Gelächter. Ziemlich verdutzt fragte Tony seinen Zellennachbarn John: „Was geht denn hier vor, warum lachen alle wie verrückt?“ „Tja“, antwortete John, „das ist ganz einfach. Jeder Einzelne ist schon so lange hier, dass wir uns nicht mehr die Mühe machen, komplette Geschichten zu erzählen, wir schreien einfach nur die Nummern in die Nacht hinaus“.

Tony war sofort neugierig: „Das würde ich gerne einmal ausprobieren, kannst du mir eine Nummer nennen?“ „Klar, probier´ es mit der 88, die ist ein Klassiker“, antwortete John. Und so schrie Tony voller Inbrunst: „88“. Aber niemand rührte sich. Also probierte er es ein weiteres Mal, diesmal doppelt so laut. Doch wiederum erhielt er die gleiche Reaktion, vollkommene Stille. Tony fragte seinen Zellennachbarn: „Hey, was ist los, warum lacht niemand?“ Die Antwort von John war sehr einfach: „Weißt du Tony, manche Menschen können Geschichten erzählen und manche können es eben nicht!“

Die Storytelling Methode

Nichts vermag Ihre Botschaft so elegant zu transportieren, wie eine gut aufgebaute und humorvoll präsentierte Geschichte. Nur, wenn Sie witzig sind, statt mehr oder weniger platte Witze zu erzählen, sind Sie in der Lage, Ihr Publikum emotional zu berühren, und Ihre Botschaften auf unbewusster Ebene nachhaltig wirken zu lassen. Kennen Sie nicht auch Menschen, die zu jeder Gelegenheit eine passende Story parat haben, und denen Sie bereits nach kurzer Zeit wie gebannt an den Lippen hängen?

Die ihre Themen und Argumente so elegant in Anekdoten verpacken, dass Sie gar nicht anders können, als sich mit Begeisterung auf eine faszinierende Reise voller guter Gefühle mitnehmen zu lassen? Was auf den ersten Blick wie eine angeborene Gabe wirkt, ist tatsächlich eine jahrhunderte alte Methode, mit der auch Sie zu einem solchen Redner werden können.

Die Technik, die hinter dieser besonderen Art der Informationsvermittlung steht, nennt sich Storytelling, und ist mehr eine Kunst als ein Handwerk. Nur wenn eine Geschichte richtig erzählt wird, kann sie ihre volle Wirkung entfalten, und ihre Zuhörer auf fast schon magische Weise in ihre ganz eigene Welt ziehen. Und hier kommt ein weiterer wichtiger Faktor ins Spiel: Der Humor. Lachen ist nicht nur die einfachste Brücke zwischen zwei Menschen, sondern die perfekte Möglichkeit, eine Story emotional aufzuladen. Es ist nun mal wesentlich leichter, Ihre Kernbotschaft zu vermitteln, wenn sich Ihr Publikum in einem ressourcevollen Zustand befindet.

Mit der Storytelling Methode sind Sie in der Lage, auf der kompletten Klaviatur des Humors zu spielen. Sie können mit Ihren Zuhörern individuell kommunizieren und gleichzeitig Ihre eigene Persönlichkeit einbringen. Ein herzhaftes Lachen, ein alberner Lachkrampf, ein intellektuelles Schmunzeln oder ein warmherziges Lächeln; in einer einzelnen Geschichte können Sie jede gewünschte Form von Humor unterbringen und damit eine Atmosphäre generieren, die viel Spaß, nachhaltige Motivation und einen hohen Erinnerungsfaktor nach sich zieht.

Storytelling meistern mit der A.M.E.R.I.K.A. Methode

Sicherlich überlegen Sie gerade, wie Sie sich dieses unschätzbar wertvolle Werkzeug für Ihren Job aneignen können, nicht wahr? Die A.M.E.R.I.K.A.-Methode stattet Sie in sieben einfachen und leicht nachvollziehbaren Schritten mit einem Leitfaden aus, an dem Sie sich orientieren können. Auf Ihrem Weg als Storyteller werden Sie spannende Erfahrungen machen, wie Sie als Redner in Erinnerung bleiben und Ihre Inhalte elegant kommunizieren können. Dabei ist A.M.E.R.I.K.A. ein Akronym und steht für:

A – Anlass

M – Motivation

E – Erfahrung

R – Routine

I – Instrumente

K – Komik

A – Abschluss

In den folgenden Abschnitten erläutere ich Ihnen die einzelnen Schritte, auf die es beim Storytelling ankommt. Sie werden sich einen einfache Methode aneignen, mit der Sie in der Lage sind, jederzeit die passende Geschichte zu wählen, und diese in einer Art und Weise zu präsentieren, die Ihre Zuhörer verzaubern wird. Und natürlich verpacken wir den Inhalt in eine kleine Anekdote. Sind Sie bereit? Lassen Sie mich Ihnen eine Geschichte erzählen…

Storytelling lernen – Schritt 1: Anlass

Henri Dumont ist ein erfahrener Pilot bei einer großen Airline. Und er ist verliebt. Seit er heute morgen aufgewacht ist, denkt er bereits voller Freude an den Abend. Er ist sehr nervös, denn er will seiner Freundin Juliette in einem Luxusrestaurant über den Dächern von Paris den lange geplanten Heiratsantrag machen. Doch bis es soweit ist, muss Henri noch 300 Passagiere sicher von Chicago zum Flughafen Charles de Gaulle befördern.

Obwohl er die Strecke schon dutzende Male geflogen ist, geht er in Gedanken noch einmal die Route durch und lässt sich von seinem ersten Offizier die Wetterlage durchgeben. Vor dem Start läuft er komplett um das Flugzeug herum und kontrolliert  alle wichtigen Punkte anhand einer detaillierten Checkliste. Im Cockpit bespricht er die kommenden Stunden mit seinen Co-Piloten und der Crew. Jede Eventualität wird durchgegangen, Sonderwünsche der Passagiere abgestimmt und der Dienstplan der Teammitglieder besprochen. Kurze Zeit später gibt der Tower das „Go“ und die Boeing 747 hebt ab Richtung Paris…

Ob Sie mit Ihrem Storytelling das Publikum begeistern werden, entscheidet sich bereits lange vor dem eigentlichen Vortrag. Für Sie als Speaker ist eine gute Vorbereitung nicht etwa die halbe Miete, sondern Alles. Fertigen Sie sich eine Checkliste mit den wichtigsten Fragen an, die Sie vor jedem Termin beantworten. Was genau ist der Anlass Ihres Vortrages? Wie ist die demografische und soziale Zusammensetzung Ihres Publikums? Welche Themen wollen Sie transportieren und wie lautet Ihre Kernbotschaft? Gibt es bestimmte Anforderungen Ihres Auftraggebers?

Ergänzen Sie diese Aufzählung durch weitere Punkte, die für Ihre Branche oder Ihr Expertenthema besonders relevant sind. Aus den Informationen, die Sie dadurch erhalten, erstellen Sie sich dann ein Anforderungsprofil für mögliche Geschichten, Metaphern oder Anekdoten, die optimal für den konkreten Anlass geeignet sind. Der Lohn Ihrer sorgfältigen Vorbereitung: Ihr Publikum wird Ihnen während Ihres Vortrages an den Lippen hängen und Ihnen am Ende Standing Ovations schenken. Denn während die meisten Redner immer wieder die gleichen Metaphern erzählen, die an ein Sakko vom Textilmarkt im Einkaufszentrum erinnern, haben Ihre Zuhörer das Gefühl, Geschichten zu hören, die so perfekt passen wie ein Maßanzug aus der Londoner Savile Row.

Storytelling lernen – Schritt 2: Motivation

Obwohl erst wenige Minuten seit dem Take Off vergangen sind, befindet sich Henri Dumont in Gedanken bereits in Paris. Vor seinem geistigen Auge läuft ein phantasievoller Film ab, in dem ihn Juliette mit ihren einzigartig blauen Augen anschaut, während er alles dafür tut, dass Sie sich wohl und begehrenswert fühlt. An diesem Abend muss einfach alles passen. Es soll der perfekte Moment werden, damit Juliette gar nicht anders kann, als „Ja“ zu sagen…

Sie sollten sich bereits vor Ihrer Rede überlegen, in welchem Zustand sich Ihre Zuhörer am Ende befinden sollen. Der rote Faden Ihres Storytellings sind dabei die Emotionen. Je mehr Sie es schaffen, Ihr Publikum auf eine Achterbahnfahrt der Gefühle mitzunehmen, desto besser werden Sie als Redner in Erinnerung bleiben. Wollen Sie beispielsweise Ihre Zuhörer motivieren, so wählen Sie Geschichten, die zum Handeln anregen und aktivierend wirken. Bauen Sie innerhalb Ihrer Anekdoten einen konsequenten Spannungsbogen auf.

Beschreiben Sie die Persönlichkeit ihrer Helden in den Geschichten möglichst detailliert, so dass sich Ihre Zuhörer leicht mit ihnen identifizieren können. Schlagen Sie inhaltliche Haken, bauen Sie Wendepunkte ein und lassen Sie auch einmal etwas Unerwartetes geschehen. Denken Sie bei Ihrer Dramaturgie immer daran, welche Gefühle Ihre Zuhörer erleben sollen. Dies setzt natürlich voraus, dass Sie ein wichtiges Prinzip beherzigen: „Go First“. Sie müssen die Emotionen selber spüren, die Sie verbal und nonverbal in Ihren Geschichten transportieren wollen.

Storytelling lernen – Schritt 3: Erfahrung

Henri Dumont hält es vor lauter Nervosität kaum noch aus. Statt hier im Cockpit zu sitzen, würde er lieber seine Juliette in den Arm nehmen und leidenschaftlich küssen. Doch welche Flugroute soll er wählen, um so schnell wie möglich nach Paris zu kommen? Zum Glück ist Henri ein sehr erfahrener Pilot, der jede der möglichen Strecken schon dutzende Male geflogen ist. Er holt sein Notizbuch hervor, in dem sich die Aufzeichnungen der letzten fünf Jahre befinden. Anhand der Stärken und Schwächen der einzelnen Routen trifft er seine Entscheidung. Er wählt den Kurs, der über Grönland führt. Der ist zwar am schwierigsten zu Fliegen, aber auch um eine Stunde schneller, als alle Alternativen…

Wenn Sie etwas aus dem Ärmel schütteln wollen, müssen Sie es vorher hineinpacken. Je größer Ihr Repertoire ist, desto leichter wird es Ihnen fallen, für jeden Anlass die passenden Geschichten auszuwählen. Sie fragen sich, wie das am besten geht? Lesen Sie spannende Romane, schauen Sie sich Theateraufführungen an und abonnieren Sie inspirierende Blogs. Und gehen Sie vor allem mit offenen Augen durchs Leben.

Die Welt ist voller Geschichten, die nur darauf warten, von Ihnen erzählt zu werden. Noch besser ist es, wenn Sie auf viele selbst erlebte Erfahrungen zurückgreifen können. Das steigert Ihre Authenzität und Kompetenz als Redner beträchtlich. Die einfachste Möglichkeit, um sich einen riesigen Schatz an spannenden Geschichten anzueignen, liegt daher in einem abwechslungsreichen Leben. Und halten Sie die erzählenswerten Momente unbedingt schriftlich fest. Legen Sie sich ein hochwertiges Notizbuch zu und dann schreiben Sie Ihre persönlichen Erlebnisse auf. Und zwar immer sofort und nicht erst am Abend oder wenn Sie Zeit dafür haben.

Glauben Sie mir, ein Gedanke, der erst einmal verschwunden ist, kommt so schnell nicht wieder. Schon bald werden Sie ein Bewusstsein für die richtigen Situationen entwickeln. Und Sie werden ebenso rasch feststellen, dass Ihr Leben gleichzeitig bunter, spannender und ereignisreicher sein wird. Wenn Sie heute beginnen, haben Sie in 365 Tagen ein komplettes Buch mit spannenden und emotionalen Geschichten. Vor jedem Vortrag müssen Sie dann anhand Ihrer Checkliste nur noch die Stories wählen, die am besten zum Thema und zum Anlass passen.

Storytelling lernen – Schritt 4: Routine

Kurz vor Grönland wird das Flugzeug von einem heftigen Gewitter überrascht. Der für das Cockpit verantwortliche erste Offizier ist noch neu im Geschäft und mit der kritischen Situation überfordert. Der Schweiß rinnt ihm die Stirn herunter und er weiß nicht, was er tun soll. Doch Henri rettet die brenzlige Lage mit seiner ganzen Erfahrung und übernimmt das Steuer. Weil er schon häufig in einer ähnlichen Situation war, strahlt er Sicherheit, Ruhe und Kompetenz aus. Nach wenigen Minuten hat er die Maschine wieder auf Kurs gebracht und schaut lächelnd auf die Uhr. Noch drei Stunden bis Paris…

Wiederholung ist die Mutter allen Lernens und Training der Vater des Erfolgs. Nervosität und Unsicherheit resultieren vor allem durch eine nicht ausreichende Vorbereitung und zu wenig Übung. Trainieren Sie das Erzählen Ihrer Geschichten im Auto, vor dem Spiegel oder auf Familienfeiern. Ideal ist es, wenn Sie Kinder haben, denn ehrlicheres Feedback werden Sie nirgendwo anders bekommen. Nehmen Sie genau wahr, welche Stellen gut ankommen und wo Sie noch etwas feilen müssen.

Üben Sie, bis Sie Ihre Geschichten so flüssig erzählen können, dass Sie ein Teil von Ihnen geworden sind. Ab diesem Moment können Sie sich voll und ganz auf die kunstvolle Präsentation und die humorvolle Interaktion mit Ihren Zuhörern konzentrieren.

Storytelling leren – Schritt 5: Instrumente

Paris. 19:00 Uhr. Bei sommerlichen 23 Grad sitzen Henri Dumont und seine Freundin Juliette auf der Dachterrasse des Restaurants Coup de Coeur und genießen gemeinsam den Sonnenuntergang, der wohl nirgendwo auf der Welt so romantisch ist, wie in der Stadt der Liebe. Der Wind weht angenehm kühl über die Haut und der süßliche Duft von Flieder liegt in der Luft. Henri überlässt an diesem Abend nichts dem Zufall.

Er hat seinen besten Anzug angezogen, und trägt die edlen Manschettenknöpfe mit Gravur, die Juliette ihm zum Geburtstag geschenkt hat. Er ist sehr aufmerksam, macht seiner Liebsten viele Komplimente und hat zu jeder Gelegenheit eine passende Geschichte parat. Juliette schmilzt dahin: „Ach Henri, ich kann es nicht rational begründen, aber ich fühle mich in deiner Gesellschaft einfach wohl und geborgen…“

Nachdem Ihr Inhalt steht, können Sie Ihren Fokus auf die Form und den gezielten Einbau von Humor richten. Die wichtigsten Werkzeuge für Sie als Storyteller sind dabei Ihre Stimme, Ihre Mimik und Ihre Gestik. Grundsätzlich gilt: Je abwechslungsreicher, desto besser. Spielen Sie mit der Lautstärke und benutzen Sie die ganze Bandbreite der Tonalität.

Setzen Sie kraftvolle Gesten ein und unterstreichen Sie die Aussagen der Worte mit Ihrer Mimik. Je mehr Sie Ihre Anekdoten selber leben, desto leichter wird Ihnen dies fallen. Ein wichtiger Tipp: Nehmen Sie ihre Performances regelmäßig mit einer Kamera oder Ihrem Smartphone auf und achten Sie bei der Analyse besonders auf die Wirkung der angesprochenen Punkte.

Wenn Sie Ihr Publikum nicht nur im Kopf, sondern auch im Herz berühren möchten, ist es von entscheidender Bedeutung, Ihre Geschichten emotional und sinnesspezifisch zu gestalten. Lassen Sie mit Ihren Worten in den Köpfen der Zuhörer große und lebendige Bilder entstehen. Aktivieren Sie alle fünf Sinne und verwenden Sie viele Adjektive. Spannen Sie mit Ihrem Storytelling mehrere Ebenen gleichzeitig auf: inhaltlich, sprachlich und auch emotional.

Erzählen Sie Geschichten in Geschichten und machen Sie bewusste Pausen, wenn es spannend wird. Je abwechslungsreicher und humorvoller Sie ihr Storytelling präsentieren, desto stärker erreichen Sie Ihre Zuhörer auf der unbewussten Ebene und potenzieren damit den Lern- und Erinnerungseffekt. Vor allem aber bleiben Sie als begeisternder Redner und virtuoser Verbalakrobat im Gedächtnis.

Storytelling lernen – Schritt 6: Komik

„So viel gelacht habe ich schon lange nicht mehr. Es kommt mir vor, als wäre ich in jeder Deiner Geschichten die Hauptperson.“ Juliette ist glücklich und ihre Augen funkeln. Dabei war Henri noch vor wenigen Monaten eigentlich eher schüchtern. Seine zaghaften Versuche, humorvoll sein zu wollen, wirkten ziemlich hölzern. Doch dann begeisterte er sich für den feinsinnigen Humor von Loriot und schaute sich viele unschätzbare Details ab.

Vor allem wurde er mutig. Im Kollegenkreis erzählte er immer wieder ein paar witzige Stories und schon bald wurde er für seine berühmte Geschichte mit der blonden Stewardess geschätzt, bei der sich die Zuhörer immer wieder vor Lachen die Bäuche hielten. Heute ist Henri ein sehr eloquenter und humorvoller Erzähler, dem es mit großer Souveränität gelingt, seine Zuhörer zum Schmunzeln zu bringen. Gerade als Juliette sich wieder einmal eine Freudenträne aus dem Augenwinkel wischt, greift er in die Innentasche seine Jacketts…

Humor ist Ihr wichtigstes Instrument, wenn Sie Ihr Publikum dazu bringen wollen, eine vertrauensvolle Beziehung zu Ihnen aufzubauen und in ressourcevolle Zustände zu gehen. Storytelling bietet Ihnen den optimalen Rahmen, um Ihre Zuhörer lebendig und humorvoll zu unterhalten. Nichts vermag Menschen so leicht zum Lachen zu bringen wie eine lustige und authentisch erzählte Geschichte.

„Aber Ilja“, werden Sie jetzt vielleicht einwenden, „ich bin überhaupt nicht humorvoll und von Natur aus eher der ernste Typ!“ Keine Sorge, da habe ich eine gute Nachricht für Sie: Humor ist eine Fähigkeit, die erlernbar ist. Auch von Ihnen. Hier ist Ihr persönlicher Trainingsplan:

  • Lachen Sie regelmäßig vor dem Spiegel und schauen Sie sich dabei in die Augen. Ihr Gehirn macht keinen Unterschied, ob etwas real ist oder ob Sie es sich nur vorstellen. Die neurophysiologischen Prozesse sind die gleichen. (Ja, trauen Sie sich ruhig, es schaut ja keiner zu)
  • Umgeben Sie sich so oft es geht mit humorvollen und lebensbejahenden Menschen.
  • Schauen Sie sich lustige Serien, Filme und Theaterstücke an. Nehmen Sie genau wahr, worüber Sie lachen müssen, und warum.
  • Verbringen Sie viel Zeit mit Ihren Kindern (wenn Sie keine haben, dann mit denen Ihrer Freunde). Kinder sind die wahren Meister, wenn es um Humor und Lebensfreude geht!
  • Nutzen Sie jede Gelegenheit, um humorvolle Geschichten zu erzählen. Beginnen Sie im sicheren Kreis (Familie, Freunde, etc.) und filtern Sie heraus, womit Sie andere Menschen zum Lachen bringen.
  • Betrachten Sie Humor nicht als Technik, sondern als Attitüde.

 

Storytelling lernen – Schritt 7: Abschluss

Es ist der perfekte Moment. Die elegante Schatulle mit dem Ring in der Hand haltend, stellt Henri die entscheidende Frage, die er in seinem Kopf schon so häufig geprobt hat: „Juliette, willst Du meine Frau werden?“ Nun blickt er erwartungsvoll in die blauen Augen, in die er sich vor genau acht Monaten so unsterblich verliebt hat.

„Weißt Du, Henri,“ beginnt Juliette zögerlich, „ich erinnere mich noch gut an unser erstes Date. Du warst so anders als die Männer, die ich bisher kannte. Du hast dich für mich interessiert, mir so aufmerksam zugehört und mir jederzeit das Gefühl gegeben, etwas ganz Besonderes zu sein. In dem Moment wusste ich: Mit diesem Mann möchte ich den Rest meines Lebens verbringen. Meine Antwort lautet: Ja!“ Henri strahlt über das ganze Gesicht. Er gibt dem Kellner das verabredete Zeichen, dieser entzündet ein Streichholz, und im selben Moment wird der Pariser Abendhimmel von einem einzigartigen Feuerwerk  erleuchtet.

Die Lippen von Juliette und Henri bewegen sich aufeinander zu. Und kurz bevor die Beiden sich leidenschaftlich küssen, haucht Juliette ihrem zukünftigen Ehemann noch etwas ins Ohr: „Ach Liebster, der Anfang unserer Beziehung war schon beeindruckend. Aber den Abschluss dieses Dinners werde ich mein Leben lang nicht mehr vergessen!“

Der Anfang und das Ende eines Vortrages werden gerne unterschätzt. Ihr Publikum erinnert aber vor allem, was Sie als erstes und als letztes gesagt und getan haben. Streichen Sie zu Beginn sämtliche belanglosen Floskeln, Begrüßungen oder Informationen, sondern kommen Sie sofort zum Punkt. Beginnen Sie mit einer faszinierenden Geschichte, die Ihre Zuhörer sofort in die Handlung zieht.

Und wenn Sie Ihr Publikum erst einmal emotional gepackt haben, dann lassen Sie es nicht mehr los. Weben Sie Ihre Geschichten und Metaphern ineinander und enden Sie dann mit einem Knaller, der im Gedächtnis bleibt. Dies kann eine sehr persönliche Anekdote sein, eine außergewöhnliche Pointe oder ein besonders emotionales Ende einer Geschichte. Wofür auch immer Sie sich entscheiden, wenn Sie mit einem Highlight enden, dann werden Sie als Redner mit der positiven Emotion verknüpft. Auf diese Weise gelingt es ihnen, sich einen Platz im Kopf ihrer Zuhörer, vor allem aber einen in den Herzen zu sichern. Und darauf kommt es an.

Storytelling im Business – Ein machtvolles Werkzeug

Die Storytelling Methode ist das optimale Vehikel, um Ihre Ideen und Botschaften humorvoll und erinnerungswürdig zu transportieren. Wenn Sie die einzelnen Schritte der A.M.E.R.I.K.A.-Methode beherzigen und regelmäßig trainieren, haben Sie einen treuen Begleiter an Ihrer Seite, um Geschichten, Anekdoten und Metaphern als wichtiges Tool in Ihren professionellen Redner-Werkzeugkasten aufzunehmen. Genießen Sie es, Ihre Zuhörer mit auf faszinierende Reisen zu nehmen. Erzählen Sie Ihre Stories auf eine Art und Weise, dass sie Ihnen an den Lippen hängen und Ihnen Standing Ovations schenken. Und wer weiß, möglicherweise lautet einer Ihrer Lieblingssätze schon bald: „Da fällt mir eine Geschichte ein…“.

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Awards

Auszeichnungen, Awards & Preise
  • 2013: Publikumspreis für außergewöhnliche Rednerleistungen
  • 2013: Rednerpreis „Best Media“
  • 2014: Rednerpreis „Best Performer“
  • 2016: Aufnahme als erster Deutscher in den C-Suite Book Club in New York City
  • 2016: Certified Speaking Professional (CSP), verliehen durch die National Speakers Association in Phoenix/Arizona
  • 2016: Rednerpreis „Best Brand“
  • 2018: Best Business Book Award für über 100.000 verkaufte Exemplare auf der Frankfurter Buchmesse
  • 2019: Fellow of the PSA, verliehen durch die Professional Speaking Association UK & Ireland

Vision

Diese Überzeugungen treiben uns an
  • Wir glauben, dass Unternehmen sich verändern, wenn die Menschen sich verändern.
  • Wir glauben, dass eine Kultur der Veränderung jede noch so ausgetüftelte Strategie schlägt.
  • Wir glauben, dass wir für unsere Ergebnisse verantwortlich sind. Für die guten, wie die schlechten.
  • Wir glauben, dass in jedem Problem eine Chance steckt.
  • Wir glauben, dass Motivation auf Sinnhaftigkeit und Werten basiert und nicht auf externen Faktoren.
  • Wir glauben, dass in jedem Menschen ein großes Feuer lodert, das nur darauf wartet, entzündet zu werden.
  • Wir glauben, dass sich alles verändert, wenn Sie sich verändern.
  • Wir glauben, dass innovatives Denken, harte Arbeit und Commitment die Grundlage für Erfolg bilden.
  • Wir glauben an Individualität und Diversity statt an Gleichmacherei.
  • Wir glauben an einfache Lösungen und nicht an komplizierte Probleme.
  • Wir glauben an Klarheit, Entschiedenheit und Integrität.
  • Wir glauben an Ergebnisse und nicht an Ankündigungen.
  • Wir glauben, dass der Umgang mit Veränderung die wichtigste Schlüsselkompetenz der Zukunft sein wird.

Werte-Codex

Diese Werte treiben uns an
  • Verantwortung: Nur wenn jeder persönliche Verantwortung übernimmt, können wir gemeinsam erfolgreich sein.
  • Dankbarkeit: Wir gehen mit einer Attitude of Gratitude durchs Leben. Wir geben, bevor wir nehmen.
  • Diversity: Wir respektieren jeden Menschen so wie er ist und behandeln ihn individuell.
  • Integrität: Wir lassen Taten sprechen und tun, was wir angekündigt haben.
  • Unterstützung: Niemand gewinnt allein. Deshalb ist uns das Team heilig.
  • Familie: Erfolg hat bei uns eine klare Reihenfolge: Family First, dann kommt das Business.
  • Bedeutung: Für uns ist Job nicht nur Job. Unser gesamtes Wirken beruht auf Sinnhaftigkeit, um die Welt jeden Tag ein Stück besser zu machen.
  • Humor: Wir lachen gerne und viel, besonders über uns selbst. Denn für uns muss Arbeit vor allem eins: Spaß machen!
  • Qualität: Wir haben hohe Ansprüche an unsere Produkte, unseren Service, besonders aber an uns selbst.
Natürlich gibt es für uns auch einige NO-GO‘s:

Gleichgültigkeit. Beliebigkeit. Feigheit. Egoismus. Rumeierei. Zynismus. Humorlosigkeit. Schwarzmalerei. Gewalt. Hass. Dogmatismus. Besserwisserei. Opportunismus.

Mission

Unternehmensphilosophie

Die Unternehmensphilosophie basiert auf unserem gesamten Denken, Handeln und Wirken. Unternehmen verändern sich, wenn die Menschen sich verändern. Deshalb glaube ich fest an zwei Dinge: An die Kraft der individuellen Persönlichkeit und die Magie einer von starken Werten getriebenen Veränderungskultur. Wenn sich die individuellen Bedürfnisse der einzelnen Menschen mit den übergeordneten Organisationszielen im Einklang befinden, entsteht ein magischer Cocktail aus Leidenschaft, Commitment und operativer Exzellenz. Dies haben wir in unserem Mission Statement zusammengefasst:

“Mein Businessansatz ist radikal menschlich, denn ich bin der festen Überzeugung, dass der Mensch in Zeiten der immer schneller werdenden Veränderung der wichtigste Erfolgsfaktor der Zukunft ist. Ich helfe Menschen dabei, ein auf Selbstbestimmung, persönlicher Freiheit und Sinnhaftigkeit basierendes Leben zu führen. Ich unterstütze Organisationen und Unternehmen, die großen Chancen der Veränderung zu nutzen und eine Change Kultur zu etablieren, die von geteilten Werten, Diversity und Sinn geprägt ist. Die individuelle Definition von Erfolg ist dabei der kraftvolle Fixstern, der Weg dort hin die Veränderung.”

Vita

Überblick über mein bisheriges Berufsleben
  • 1975: Geboren in der schönen Hansestadt Lübeck
  • 1994: Abitur am Carl-Jacob-Burkhardt Gymnasium zu Lübeck
  • 1994: Zivildienst am Universitätsklinikum Lübeck: Arbeit mit behinderten und lernschwachen Kindern in einer integrativen Einrichtung.
  • 1995 – 2001: Studium der Wirtschaftswissenschaften in Greifswald, Mannheim und Hamburg. Schwerpunktfächer: Marketing, Wirtschaftspädagogik und Organisationstheorie. Abschluss: Diplom Kaufmann
  • 1995 – 2001: Diverse Jobs, u.a.: Dolmetscher für amerikanische und nigerianische Unternehmen, Barkeeper, Businessplan Schreiber, Consultant für Start-Ups, Business Development Manager
  • 2002 – 2008: Geschäftsführer für Karstadt, Hertie und Wertheim mit insgesamt zehn Standorten in Lübeck, 2 x Hamburg, Kassel, Mönchengladbach, Frankfurt/Oder und 5x Berlin
  • 2008 – 2009: Storemanager IKEA in Hamburg
  • 2009: Gründung von Ilja Grzeskowitz – Veränderung. Einfach. Machen.
  • 2013-2015: Lehraufträge an der Berlin School of Law and Economics und der SRH Hochschule
  • Seit 2009: Internationaler Keynote Speaker, Bestsellerautor von 12 Büchern und Change Berater
  • Seit 2013: Initiator und Gastgeber des Change Awards
  • 2020: Gründung des Solopreneur Clubs