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Mindset verändern – So klappt es mit dem Shift der inneren Haltung

mindset verändern

Mindset verändern. Glaubt man den schlauen Büchern und den oftmals noch schlauer klingenden Posts im Internet, dann will die große Mehrheit exakt das. Den Mindset Shift. Die innere Haltung neu auszurichten. Die Attitüde so zu transformieren, dass es dabei hilft, die eigenen Ziele und Träume erfolgreich umzusetzen. Auch wenn das Thema für die breite Masse höchstwahrscheinlich keine große Relevanz besitzt, so steigt die Bedeutung im Businesskontext von Jahr zu Jahr immer weiter. Als Keynote Speaker zum Thema Veränderung darf ich die unterschiedlichsten Unternehmen bei Change Management Prozessen begleiten.

Und wirklich alle erfolgreichen Brands haben „Mindset verändern“ als eine Top-Priorität ausgerufen. Kein Wunder, denn immer mehr Vorstände, Geschäftsführungen und Leader (m/w/d) haben begriffen, dass Skills, Fähigkeiten und Wissen jederzeit gelernt bzw. trainiert werden können. Aber das Mindset ist etwas, was sehr stark mit der Persönlichkeit zusammenhängt. Bevor wir uns aber anschauen, ob es überhaupt möglich ist, das eigene Mindset (oder sogar das von anderen Menschen) zu verändern, wollen wir noch einen Schritt zurückgehen, und klären, was genau sich überhaupt hinter dem Begriff des Mindsets verbirgt.

Definition Mindset – Attitüde, innere Haltung oder Einstellung?

Die Definition des Mindsets ist gar nicht so einfach. Die naheliegendste Variante wäre es, den Begriff einfach aus dem Englischen ins Deutsche zu übersetzen. Dies ist allerdings so gut wie unmöglich, denn es gibt ganz einfach keine eindeutige Übersetzung. Denn das angelsächsische „The Mind“ ist mehr als nur der intellektuelle Teil des Gehirns, der für das Denken zuständig ist, was alleine dadurch klar wird, dass man von einem conscious mind und einem unconscious mind spricht. Am ehesten trifft es wohl das Folgende: Der Begriff Mind beschreibt die Summe unserer Erfahrungen, Glaubenssätze, Werte und Fähigkeiten. Und diese ganze Summe sorgt dafür, dass wir in bestimmten Mustern denken und aus diesen Mustern unsere Strategien ableiten, nach denen wir entscheiden und handeln. Unser Mindset sorgt dafür, warum wir bestimmte Dinge tun, wie wir Dinge tun und andersherum, warum wir bestimmte Dinge eben nicht tun. Wenn es eine vage Übersetzung geben würde, wäre es die Haltung, die innere Einstellung, die Mentalität bzw. die Attitüde. Doch all das trifft es eben nur zum Teil. In meinem ausführlichen Artikel zur Definition und Bedeutung des Themas Mindset habe ich den Begriff daher wie folgt definiert:

„Das Mindset basiert auf unserer Identität und ist die Summe unserer Werte, Überzeugungen, Erfahrungen, Fähigkeiten, Persönlichkeitseigenschaften, Gewohnheiten, Entscheidungsstrategien und unserer generellen Attitüde dem Leben gegenüber. Es ist weniger das, WAS wir tagtäglich tun, sondern vor allem die Art und Weise, WIE wir es machen und der Purpose (emotionaler Grund), also das WARUM und WOFÜR.“

Mindset verändern – Darum geht es in Wirklichkeit gar nicht

Nachdem wir nun die begrifflichen Grundlagen gelegt haben, ist es Zeit, dass wir Klartext reden. Wenn Menschen davon sprechen, dass sie ihr Mindset verändern wollen, oder Unternehmen deutlich machen, dass den Veränderungen der Zukunft nur mit einem entsprechenden Mindset Shift erfolgreich begegnet werden kann, dann geht es in Wirklichkeit um etwas vollkommen anderes, nämlich um eine Veränderung des konkreten Verhaltens. Warum? Weil man mit den aktuellen Ergebnissen nicht zufrieden ist. Weil man – um sich den massiv veränderten Rahmenbedingungen anzupassen – neue Ziele gesetzt, Strategien entwickelt und Maßnahmenpläne formuliert hat. Doch diese haben mit dem aktuellen Status Quo selten etwas gemeinsam. Ganz im Gegenteil. Nicht selten ist der Weg Richtung Zukunft radikal verschieden, von den Dingen, die man bisher gewohnt war. Und natürlich ist ein Mindset Shift dafür notwendig, aber viel wichtiger ist die Veränderung des Verhaltens.

Die große Gefahr eines Mindset Shift

Und schon geht es ums Eingemachte, denn wenn in Unternehmen ein (in der Regel notwendiger) Mindset Shift angekündigt wird, und das Thema „Mindset verändern“ auf einmal ganz oben auf der Prioritätenliste steht, dann ist die dahinterliegende Aussage i.d.R. die Folgende: Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (ich hasse diesen Begriff übrigens, doch dazu in einem anderen Blogartikel bald mehr) sind so wie sie sind, für die Zukunft nicht optimal vorbereitet. Entweder sie verändern ihre generelle Einstellung, oder wir müssen uns über Alternativen Gedanken machen. Ich bin mir der Gefahr bewusst, auf der ich mich argumentativ bewege, denn natürlich bedarf es für die aktive Gestaltung der Zukunft eine andere Mentalität als für die passive Verwaltung des Status Quo. Doch Menschen sind nun mal wie sie sind, und es ist unfassbar schwer, von heute auf morgen eine Wendung um 180 Grad zu vollziehen.

Es ist daher essenziell, sich immer wieder daran zu erinnern, was tatsächlich das Ziel des Mindset Shift ist: Bessere Ergebnisse, neue Verhaltensweisen und eine hohe Motivation, die Zukunft bei den Hörnern zu packen und Veränderungen aktiv zu gestalten. Wenn Du Dein Mindset verändern willst, ist es daher sehr empfehlenswert, das Pferd von Hinten aufzuzäumen und Dich auf die folgenden drei Faktoren zu konzentrieren:

Mindset Shift – Erfolgsfaktor #1  – Bewusste Reflexion

Nur was uns bewusst ist, können wir auch verändern. Doch weit über 90 % des Tages sind wir im Autopilotmodus unterwegs und überlassen unsere Entscheidungen, Handlungen und Denkweisen unserem Unterbewusstsein. Dies kann sehr kraftvoll sein, wenn diese unbewussten Muster für uns positiv und förderlich sind. Es gibt nur ein Problem. All diese Automatismen wirken genauso zuverlässig bei negativen, kontraproduktiven und sogar destruktiven Faktoren. In der Praxis bedeutet dies, dass es Menschen gibt, die sich permanent selber sabotieren, ohne dass sie etwas davon mitbekommen. Die nichts mehr wollen, als erfolgreich zu sein, deren unbewusste Muster aber auf das genaue Gegenteil programmiert sind.

All das klingt erst einmal tragisch. Ist es auch. Es ist aber auch relativ einfach (nicht leicht!) zu verändern. Und der Schlüssel lautet Reflexion. Denn je bewusster Du Dir Deines aktuellen Mindsets bist, desto einfacher wird es für Dich, notwendige Veränderungen zu initiieren. Folgende herausfordernde Fragen können Dir bei der Status Quo Analyse eine wichtige Hilfe sein. Und nur zur Sicherheit, die Fragen an sich sind natürlich einfach. Herausfordernd ist es, sie offen und schonungslos ehrlich zu beantworten:

  • Wo liegt mein genereller Fokus im Leben?
  • Wie gehe ich mit Veränderungen um?
  • Wie offen bin ich für neue Ideen?
  • Wie begeisterungsfähig bin ich?
  • Wie kommuniziere ich?
  • Wie wirke ich auf andere?
  • Welche konkreten Verhaltensweisen will/muss ich verändern, um meine Ziele zu erreichen?

Die Antworten – insbesondere die letzte – werden Dir beim nächsten Erfolgsfaktor eine große Hilfe sein.

Mindset Shift – Erfolgsfaktor #2 – Mutige Entscheidungen und Commitment

Der größte Shift den Du in Sachen Mindset machen kannst, ist die Erkenntnis, dass Veränderung nicht ist, wovor man Angst haben müsste. Ganz im Gegenteil, es ist die einzige Möglichkeit, um besser zu werden, sich weiterzuentwickeln und persönlich zu wachsen. Es ist die einzige Möglichkeit, um die riesigen Chancen zu nutzen, die überall um uns herum nur darauf warten, erkannt und genutzt zu werden. Deshalb bin ich es auch nicht leid, es immer wieder zu betonen, dass der persönliche Umgang mit Veränderung die wichtigste Schlüsselkompetenz der Zukunft sein wird. Und egal, um welche Form von Change es sich auch handeln mag, nachhaltige Resultate beginnen immer mit einer unumstößlichen Entscheidung für die Veränderung.

Für die neuen Wege. Für die Zukunft. Doch eine Entscheidungs-Schwalbe (ich gebe zu, dieses Wort habe ich mir gerade für die Metapher ausgedacht), macht noch keinen Sommer. Sie kann nur wirken, wenn sie mit dem entsprechenden Commitment unterfüttert wird. Dem Commitment, Verantwortung für die Ergebnisse zu übernehmen. Für die guten, wie die schlechten. Und unabhängig der eigenen Motivation (denn diese ist niemals dauerhaft hoch), das Vorhaben auf jeden Fall durchzuziehen. Einfach weil man sich selber das Wort gegeben hat. Und das eigene Wort ist heilig. Bei Dir doch auch, oder?

Und apropos Entscheidungen, je mehr Du Dich traust, mutige Entscheidungen zu treffen, desto mehr wirst Du in Situationen geraten, die außerhalb Deiner gewohnten Komfortzone liegen. Doch nur dort kannst Du wachsen und Dich weiterentwickeln. Und damit nachhaltig Dein Mindset verändern.

Mindset Shift – Erfolgsfaktor #3 – Nachhaltige Gewohnheiten

Last but not least gilt es, kraftvolle und insbesondere nachhaltige Gewohnheiten zu etablieren. So wie es niemals genug ist, einmal Salat zum Mittag zu essen, wenn man sich vorgenommen hat, dauerhaft abzunehmen, so bedarf es auch bei allen anderen Zielen regelmäßiger Wiederholung von neuen Entscheidungsstrategien, Denkmustern und Verhaltensweisen. Eines meiner Lieblingszitate (dessen Urheber leider nicht eindeutig zuzuordnen ist) lautet: „Gewohnheiten sind wie Schienen. Es ist anstrengend und dauert lange, sie zu verlegen. Aber wenn sie erst einmal da sind, dann führen sie dich sicher und zuverlässig ans Ziel.“ 

Und genau das können sie auch für Dich tun. Wenn Du die neuen Strategien, Muster oder Verhaltensweisen jeden einzelnen Tag (ja wirklich jeden) bewusst in Deinen Alltag einbaust. Und zwar so lange, bis sie Dir in Fleisch und Blut übergegangen sind. Bis sie zu einem neuen, unbewussten Automatismus geworden sind, der ab sofort seinen treuen Dienst für Dich tun wird.

Das Mindset entwickeln statt Mindset verändern

Nachdem wir uns die drei wichtigen Erfolgsfaktoren für einen Mindset Shift angesehen haben, möchte ich noch kurz auf die Kausalität hinweisen. Auf der einen Seite bestimmt unser Mindset natürlich unser Denken und unsere Handlungen. Doch die Medaille hat wie so oft zwei Seiten, und auf lange Sicht prägen unser Denken und unser Verhalten eben auch unser Mindset. Wir werden zu dem, was wir regelmäßig und täglich tun. Und dieses Wissen können wir nutzen, wenn wir unser Mindset verändern wollen. Denn mit der Hauruck-Methode ist dieses Vorhaben fast schon zwangsläufig zum scheitern verurteilt. Unser Mindset und unsere Identität sind nämlich so eng miteinander verknüpft, dass es unglaublich schwer ist, hier eine Veränderung herbeizuführen. Und wenn, dann schon gar nicht kurzfristig (Wenn Dich die Hintergründe interessieren, dann lies Dir unbedingt meinen Artikel zum Change Diamanten durch).

Die einzige Möglichkeit, einen wirklich dauerhaften Mindset Shift zu erreichen, ist in das neue Mindset hineinzuwachsen. Indem wir uns als Persönlichkeit weiterentwickeln, in dem wir neue Erfahrungen machen. Indem wir die Erfolgsfaktoren Bewusstheit, mutige Entscheidungen & Commitment und kraftvolle Gewohnheiten dazu nutzen unser Mindset wirklich dauerhaft zu verändern.

Wie kannst du dein Mindset verändern? Das Quick and Dirty Framework

Da ich weiß, wie wichtig Frameworks und Modelle bei der Entwicklung und Veränderung von Soft Skills sind, möchte ich Dir abschließend noch eine Quick and Dirty Variante des Mindset Shifts mit auf den Weg geben, welche auf der Struktur einer JEDEN erfolgreichen Veränderung beruht:

  1. Ein unbewusstes Muster oder Verhalten identifizieren.
  2. Dieses Muster oder Verhalten an die bewusste Oberfläche holen und eine gewünschte Alternative formulieren.
  3. Diese Alternative so häufig bewusst anwenden, bis sie wieder automatisiert im Unterbewusstsein wirken kann.

Angewendet auf das Thema „Mindset verändern“ lässt sich dieses Framework wie folgt formulieren:

  1. Analysiere dein jetziges Mindset
  2. Entwickle und definiere mögliche Handlungsfelder
  3. Arbeite fokussiert daran und begleite diese Transformation dauerhaft über einen längeren Zeitraum (gerne auch mit Hilfe eines guten Coaches, mein eigenes Angebot findest Du hier)

Wenn du tiefer in dieses Thema einsteigen möchtest, verweise ich an dieser Stelle auch auf mein Buch „The Change Maker Mindset: How Innovation and Change Start with Inner Transformation“.

Als Persönlichkeit wachsen – Die beste Methode, um die innere Haltung zu verändern

Ich hoffe sehr, dass es mir mit diesem Artikel gelungen ist, etwas Licht ins Thema Mindset Shift zu bringen. Noch mehr hoffe ich, dass klar geworden ist, dass das eigene Mindset nicht einfach mal so von jetzt auf gleich verändern kann (und das von anderen Menschen überhaupt nicht). Am Ende des Tages ist die Lösung wie so häufig sehr einfach, aber leider überhaupt nicht leicht. Es geht darum als Persönlichkeit zu wachsen. Und je mehr man wächst, desto mehr entwickelt sich auch das eigene Mindset. Begibt man sich also auf den Weg des Changemakers, dann kommt es im Laufe des Prozesses von ganz alleine zum so häufig zitierten und erhofften Mindset Shift.

Abschließend aber noch ein Wort der Warnung. Diese Kausalität gilt natürlich auch für die umgekehrte Richtung. Denn wenn man sich nicht mehr weiterentwickelt, nur noch den Status Quo verwaltet und sich an der guten, alten Zeit festklammert, dann verändert sich auch in diesem Fall das Mindset mit. Allerdings in eine negative Richtung, die in Frustration, Zynismus und Veränderungsresistenz mündet.

Die gute Nachricht daher ganz zum Schluss: Es ist definitiv möglich, das eigene Mindset zu verändern. Wenn man bereit ist, einen Marathon zu laufen, und nicht auf einen Sprint hofft. Und wie es schlußendlich aussieht ist definitiv keine Laune des Schicksals, sondern eine ganz bewusste Entscheidung, die jeder und jede von uns ganz für sich treffen muss.

Ich habe meine Wahl schon vor langer Zeit getroffen. Wie lautet Deine?

Herzlichst, Dein

  • […] Weise, wie Sie mit dem Leben und seinen vielfältigen Herausforderungen umgehen. Das persönliche Mindset. Und das nicht nur einmalig, sondern jeden Tag aufs Neue und in jeder denkbaren Situation. Vom […]

  • […] E-Book und Hörbuch auf Amazon erhältlich. Und nun interessiert mich Ihre Meinung. Was ist Attitüde für Sie? Was verstehen Sie unter diesem Begriff? Schreiben Sie mir Ihre Meinung ins Kommentarfeld. […]