Gewohnheiten aufbauen: Die drei Säulen erfolgreicher Veränderung

Wenn du langfristig neue Gewohnheiten aufbauen und Ziele wirklich erreichen willst, dann braucht es dafür weder eine komplizierte Methode, noch eine starke Willenskraft. Es braucht drei Dinge, und zwar genau diese drei: eine unumstößliche Entscheidung, eine motivierende Richtung und konsistente Gewohnheiten. Mehr ist es unter dem Strich nicht. Lass mich erklären, warum diese drei Elemente zusammen so unschlagbar mächtig sind, und warum das Fehlen auch nur eines einzigen davon jede Transformation früher oder später zum Scheitern bringt.

Die Inspiration für dieses Modell habe ich übrigens einem mittelalterlichen Kirchenbau zu verdanken, nämlich der Kathedrale von Salisbury. Als ich siebzehn Jahre alt war, verbrachte ich im Rahmen einer Schulstudienfahrt eine Woche bei einer Gastfamilie in der kleinen Stadt, und obwohl ich als Teenager in der Blüte meiner Rebellenzeit nach außen hin natürlich so tat, als ob mich die Beschäftigung mit Kultur und Geschichte extrem langweilte, lag es insbesondere an den vielen Insiderinformationen unseres Guides Nigel, dass meine Faszination für die gigantische Kirche zwar heimlich, aber stetig wuchs.

Dies führte so weit, dass ich nach meiner Rückkehr Ken Folletts Roman Die Säulen der Erde geradezu verschlang, in dem die Kathedrale von Salisbury als historisches Vorbild für eine fiktive Geschichte dient, die sich um den Bau der größten Kirche der Welt dreht, und der mir neben einer spannenden Handlung eine Menge Aha-Erlebnisse in Bezug auf Veränderung beschert hat.

Du kannst dir das Modell wie einen dreibeinigen Hocker vorstellen. Sind alle drei Beine gleich lang und stabil montiert, dann hält er selbst hohen Belastungen stand. Doch sobald nur eines der Beine etwas kürzer ist, fängt er an zu kippeln. Und fehlt ein Bein ganz, dann ist der komplette Hocker auf einmal unbenutzbar. Lass uns also die drei Säulen genauer anschauen.


Gewohnheiten aufbauen – Säule 1: Eine unumstößliche Entscheidung

Wie lange dauert eigentlich eine Veränderung? Wenn ich diese Frage in meinen Vorträgen und Seminaren stelle, dann erhalte ich häufig Antworten wie „mindestens drei Monate“, „ein bis zwei Jahre“ oder „das kann man nicht messen, auf jeden Fall lange“. Und auch wenn in allen drei Aussagen die richtige Erkenntnis steckt, dass Transformationsvorhaben immer ein Marathon und niemals ein Sprint sind, so sind sie doch alle falsch. Laut neurowissenschaftlichen Studien lautet die korrekte Antwort nämlich 2,7 Sekunden, denn dies ist die Zeitspanne, die dein Gehirn benötigt, um eine Zeiteinheit als Augenblick verarbeiten zu können. Und genauso lange dauert es, um eine echte Entscheidung für eine Veränderung zu treffen.

Und damit meine ich nicht die weitverbreiteten Wischi-Waschi-Ankündigungen wie „man müsste“, „man sollte“, „man könnte“ oder „unter Umständen wäre nach den Ferien eventuell mal die Gelegenheit günstig, darüber nachzudenken, ob es nicht sinnvoll sein könnte, wenn man theoretisch abwägen würde, ob man eine Veränderung angehen sollte“. Nein, eine unumstößliche Entscheidung beinhaltet immer ein Versprechen dir selbst gegenüber, dass du dein Vorhaben auf jeden Fall durchziehst, egal welche Hürden auf dem Weg auf dich warten mögen. Dahinter steht eine so einfache wie wichtige Tatsache: Wenn du etwas wirklich willst, dann wirst du es auch schaffen, weil du bereit bist, den Preis zu zahlen, Fehler zu machen und weiterzugehen, wenn der Wind dir so richtig heftig von vorn ins Gesicht bläst.


Gewohnheiten aufbauen – Säule 2: Eine motivierende Richtung

Die zweite Säule fällt oftmals unter die Kategorie Angst vor dem Offensichtlichen, denn unglaublich viele Veränderungen scheitern, weil man zwar ganz genau weiß, was man alles nicht mehr möchte, aber von der Wunschzukunft keine konkrete Vorstellung hat. Und so wurschtelt man vor sich hin und wundert sich irgendwann, dass man sich zwar verändert hat, aber dann irgendwo angekommen ist, wo man überhaupt nicht hinwollte.

Mittlerweile habe ich herausgefunden, woran das in der Regel liegt: Viel zu viele Menschen verkomplizieren das Thema Ziele so sehr, dass sie sich dadurch selbst riesige Wackersteine in den Weg legen, indem sie bis in alle Ewigkeit an irgendwelchen Ziele-Formeln herumfeilen, damit aber nie fertig werden, weil irgendeine Formulierung noch nicht ganz rund ist. Sie verwerfen eine bestimmte Zieldefinition, fangen manchmal sogar komplett von vorn an, und das alles nur, um nicht mit der Umsetzung beginnen zu müssen.

Falls du auch zu dieser Kategorie von Ziele-Perfektionisten gehören solltest, dann möchte ich dir die wohl beste, kürzeste und wirkungsvollste Coaching-Intervention vorstellen, die ich kenne. Sie besteht aus zwei Wörtern und stammt aus einem Sketch des Comedians Bob Newhart. Sie lautet: Stop it! Hör auf damit, lass es sein und mach es nicht komplizierter, als es sein muss. Wenn du unbedingt mit einer Ziele-Formel arbeiten willst, dann nutze gerne mein S.E.K.S.I.-Akronym, das dafür steht, dass wohlformulierte Ziele (S)pezifisch, (E)motional, (K)onkret, (S)elbstständig erreichbar und eine (I)nitiative auslösend sein sollten. Aber selbst wenn du noch nicht so weit bist und erst eine grobe Richtung hast, ist das auch vollkommen okay, denn es gilt folgender Grundsatz:

Arbeite mit dem, was du hast. Eine motivierende Richtung ist völlig ausreichend, weil dein Ziel und deine Vision auf dem Weg von ganz alleine klarer werden.

Vergiss nie, wozu Ziele da sind: Sie sollen dich motivieren, ins Machen zu kommen, und dich dorthin führen, wo du gerne hin möchtest. Mehr ist es nicht. Und sobald du loslegst, wird nicht nur deine Klarheit mit jedem Schritt zunehmen, sondern auch deine Motivation wird im Laufe der Zeit immer intensiver werden.


Gewohnheiten aufbauen – Säule 3: Konsistente Gewohnheiten aufbauen

Gewohnheiten sind wie Schienen. Es ist hart und dauert lange, um sie zu verlegen. Aber wenn sie erst einmal da sind, führen sie dich zuverlässig und sicher zu deinem Ziel. Ich liebe diese Analogie, denn sie beschreibt die mächtige Kraft dieser besonderen Kombination aus Konsistenz, Ausdauer und Durchhaltevermögen, die am Ende den Unterschied macht zwischen dem, der redet, und dem, der tatsächlich ankommt.

So viele Bücher glorifizieren die Wichtigkeit einer ausgeprägten Motivation, dabei sind es die nachhaltigen Gewohnheiten, die wirklich einen Unterschied machen. Denn wie häufig fühlst du dich so richtig danach, an einem Projekt zu arbeiten, zum Sport zu gehen oder eine Veränderung umzusetzen? Praktisch nie, oder? Aber dank entsprechender Gewohnheiten tust du es trotzdem. Und die Motivation entsteht beim Umsetzen von ganz alleine, wenn du dauerhaft dranbleibst. Denn bei jeder nur denkbaren Veränderung gilt:

Konsistenz schlägt Motivation. Immer.

Wie schaffst du es, das Buch zu schreiben, von dem du schon so lange träumst? Bestimmt nicht, indem du darauf wartest, dass dich endlich die Muse küsst. Du gehst nach Hause, setzt dich an deinen Computer und schreibst den ersten Satz. Aus dem wird ein Absatz, dann eine Seite und später das erste fertige Kapitel. Und wenn du dies über mehrere Monate jeden einzelnen Tag wiederholst, dann ist am Ende dein Buch fertig geschrieben. Wie schaffst du es, einen Marathon zu laufen, wenn du noch komplett unfit bist? Der Prozess ist der gleiche: Du ziehst dir deine Laufschuhe an, gehst raus und joggst für fünf Minuten, dann für zehn, fünfzehn und dreißig, irgendwann schaffst du es fünf Kilometer zu laufen, nach ein paar Monaten sogar zwanzig, und wenn du konsistent trainierst und kontinuierlich besser wirst, dann meisterst du irgendwann auch deinen ersten Marathon.

Nachhaltige Ergebnisse brauchen ganz einfach Zeit. Der Bau der Kathedrale von Salisbury hat ganze 38 Jahre gedauert, und die Fertigstellung des Kölner Doms sogar 600 Jahre. Aber auch hier begann man mit dem ersten Stein und hörte erst auf, als der letzte Arbeitsschritt getan war. Dank James Clear wissen wir heute, dass es im Schnitt 66 Tage dauert, um eine neue Gewohnheit zu etablieren. Aber wenn du so lange dranbleibst, passiert etwas Faszinierendes: Es wird auf einmal leichter, das neue Verhalten anzuwenden, ohne dass sich die alte Gewohnheit mit aller Macht in den Vordergrund drängen will, wodurch viele kleine Erfolgserlebnisse entstehen, deine Motivation steigt und du deinem großen Ziel jeden Tag ein Stückchen näher kommst.

Bei allen Veränderungen in deinem Leben stellt sich nicht die Frage, ob es schwer wird, sondern ob du bereit bist, durchzuhalten.


Der wichtigste Schritt ist immer der nächste

Welcher Schritt ist beim Verfolgen deiner Ziele und Träume der wichtigste? Ich könnte wetten, dass du dir darauf die gleiche Antwort gegeben hast wie die meisten: „Na, der erste Schritt natürlich.“ Doch ich behaupte, dass der erste Schritt zwar enorm wichtig ist, es aber noch einen viel wichtigeren gibt.

In Brandon Sanderson’s Fantasy-Roman Oathbringer kämpft die Hauptfigur Dalinar Kolin den Kampf seines Lebens. Ganz alleine steht er dem Bösen gegenüber, blutend und am Ende seiner Kräfte liegt er geschlagen am Boden und ist ganz kurz davor, endgültig aufzugeben. Doch als er in seinem Delirium in eine Art Zwischenwelt abdriftet, kommt ihm endlich die Antwort auf eine Frage, die ihn schon lange begleitet hatte: Was ist der wichtigste Schritt im Leben? Und die Antwort lautet: „Es ist nicht der erste. Es ist der nächste. Es ist immer der nächste Schritt, Dalinar.“ Worauf der Krieger all seine Kräfte bündelt, einen tiefen Atemzug nimmt und weiterkämpft.

Egal, wie weit du schon gekommen bist, ob du dich noch auf der Startlinie befindest oder bereits viele Kilometer auf dem Buckel hast: Der nächste Schritt ist immer der wichtigste, weil du auf diese Weise niemals aufgibst, sondern immer in Bewegung bleibst. Und genau das wünsche ich mir für deinen Weg.

Das große Geheimnis der Veränderung (und warum du die Antwort nicht hören willst)

Der Airbus 380 hat gerade seinen Landeanflug auf Bangkok begonnen, als ich mein Journal aufschlage und anfange zu schreiben. Draußen das sanfte Glühen der Stadt durch die Wolken. Drinnen die Frage, die mich seit Jahren verfolgt, und die mir nach so gut wie jedem Vortrag, in jedem Coaching-Gespräch und in jedem Seminar gestellt wird.

Sie lautet: Was ist das große Geheimnis der Veränderung?

Und ich bin sicher, dass du sie dir auch schon einmal gestellt hast. Vielleicht sogar heute Morgen, als du aufgewacht bist und dir gedacht hast: Irgendwie muss das doch einfacher gehen. Irgendwo muss es doch diesen einen entscheidenden Schlüssel geben, der alles verändert.

Ich habe gute und schlechte Nachrichten für dich. Die Guten: Ich habe die Antwort gefunden. Die Schlechten: Du wirst sie wahrscheinlich nicht hören wollen.


Was alle wissen wollen

Ich arbeite seit fast zwanzig Jahren mit Menschen, die ihr Leben verändern wollen. Führungskräfte, die ihre Teams transformieren möchten. Unternehmer, die neu starten. Menschen, die einfach wissen wollen, wie man vom Wollen ins Tun kommt. Und immer wieder begegne ich dabei demselben Muster.

Nehmen wir Markus. Markus kommt zu mir ins Coaching, weil er Keynote Speaker werden will. Er ist begeistert, voller Energie, und die erste Frage, die er mir stellt, klingt ungefähr so: „Ilja, was genau muss ich tun, um die Bühnen dieser Welt zu erobern und ein profitables Business als Redner aufzubauen?“

Ich mag Markus. Also bin ich ehrlich mit ihm.

„Von null auf hundert durchzustarten ist herausfordernd, aber möglich“, sage ich. „Du brauchst eine tragfähige Strategie, musst eine Personal Brand aufbauen und dafür sorgen, dass du am Markt sichtbar wirst. Du wirst viel Zeit, Energie und Geld in dein Marketing stecken müssen. Gleichzeitig musst du einen Vortrag entwickeln, der einen echten, spürbaren Nutzen für deine Zielgruppe hat. Wenn du täglich und ohne Ausnahme an diesen Bausteinen arbeitest, wirst du nach zwei bis drei Jahren einen gewissen Bekanntheitsgrad aufgebaut haben. Nach vier bis fünf Jahren wirst du profitabel sein. Und wenn du dann weiterhin mit Herzblut, Leidenschaft und Fleiß an deiner Strategie arbeitest, dann bist du ungefähr nach zehn Jahren nachhaltig erfolgreich und finanziell unabhängig.“

Zehn Jahre. Markus schaut mich an, als hätte ich ihm gerade erklärt, dass sein Lieblingsfußballverein abgestiegen ist.


Die Abkürzung, die keine ist

Was dann passiert, ist immer das Gleiche. Anstatt sich voller Motivation an die Arbeit zu machen, beginnen die Ausreden und die Alternativen. „Zehn Jahre? Das dauert mir zu lange. Guru XYZ sagt doch, dass der Markt so groß ist, dass es jeder in einem Jahr schaffen kann.“ Oder: „Ich habe von einer Methode gehört, mit der man sich das Mindset der Top-Speaker über Nacht ins Unterbewusstsein programmieren lassen kann.“ Und natürlich: „Nächsten Monat gibt es diesen Rocket-Day, wo die geheime 7-Step-Blueprint-Formel verraten wird.“

Ich sage das ohne Häme, denn ich kenne diesen Reflex. Wir alle kennen ihn. Die Sehnsucht nach der Abkürzung ist zutiefst menschlich. Das Problem ist nur, dass sie dich nicht ans Ziel bringt, sondern von ihm weg.

Die Menschen, die von Guru zu Guru, von Seminar zu Seminar und von Massenevent zu Massenevent pilgern, lernen meistens auf die harte Tour, was passiert, wenn man dem Sirenengesang der falschen Hoffnungen verfällt: Das Konto leert sich. Die Energie schwindet. Und irgendwann sind die Hoffnungen genauso leer wie das Konto.

Es gibt keine Silver Bullet, die sämtliche Ziele mit einem einzigen Schuss erlegt. Und Rapper Kontra K hat das besser auf den Punkt gebracht als jeder Motivations-Guru: „Erfolg ist kein Glück, sondern nur das Ergebnis von Blut, Schweiß und Tränen.“


Die Angst vor dem Offensichtlichen

Lange habe ich mich gefragt, warum eigentlich. Warum geben Menschen lieber ihr letztes Erspartes für absurde Versprechen aus, anstatt die eine Sache zu tun, die sie wirklich voranbringen würde? Strategisch, konsequent und konsistent in die Umsetzung zu kommen?

Die Antwort fand ich nicht in einem Buch über Psychologie, sondern in einem Podcast-Interview mit Dan John, einer Fitnesslegende und dem Erfinder der 10.000-Kettlebell-Swing-Challenge. John beschreibt darin, wie viele seiner Schüler versuchen, sich vor dem eigentlichen Training zu drücken, ihre Hoffnung stattdessen auf Pillen, Wundermittel oder die neuesten Fitness-Gadgets setzen. Und er erklärt diese Sehnsucht nach schnellen Ergebnissen mit einem Begriff, der sich an jenem Tag in meinen Kopf eingebrannt hat:

Die Angst vor dem Offensichtlichen.

Das ist die Angst, die bekannten und millionenfach bewährten Grundlagen einfach umzusetzen. Es einfach zu machen. Immer wieder. Bis das Ziel erreicht ist. Das Offensichtliche ist für viele zu einfach, zu unspektakulär, zu unsexy, um daran zu glauben. Also lieber die verschollene Formel suchen, die komplizierte Methode, den geheimen Hack – der am Ende doch nicht funktioniert.

Und genau hier liegt das eigentliche Problem. Nicht im Mangel an Informationen. Nicht in fehlenden Tools oder falschen Strategien. Sondern in der Angst, das Einfache einfach sein zu lassen.


Was Charly Chaplin und eine Gitarre mit Veränderung zu tun haben

Ich sitze immer noch in meinem Flieger nach Bangkok und höre Paulo Nutinis „Iron Sky“, als mir das alles klar wird. Der schottische Sänger schickt mich mit seiner Stimme auf eine emotionale Achterbahnfahrt, bevor er am Ende ein Sample aus Charlie Chaplins „Der große Diktator“ einbaut, in dem Chaplin uns daran erinnert, dass wir keine Maschinen sind, sondern Menschen.

Gänsehaut pur. Und eine unmittelbare Erinnerung an unsere eigene Menschlichkeit.

Mensch zu sein bedeutet, eine einzigartige Mischung aus Stärken, Talenten und Fähigkeiten zu sein – und gleichzeitig auch aus Schwächen, Kanten und Schrulligkeiten. Das gehört zusammen. Und eine ganz besondere Zutat in diesem individuellen Cocktail ist der wohl größte und gleichzeitig weitverbreitetste Erfolgsverhinderer überhaupt: die Suche nach dem, was nicht existiert.

Denn das große Geheimnis der Veränderung ist ganz einfach: Es gibt kein Geheimnis.

Veränderung wird einfach, wenn du Veränderung einfach machst.


Die drei Wahrheiten, die du schon immer kanntest

Jetzt schreibe ich gerade diesen Satz in mein Journal, kurz bevor das Fahrwerk ausgefahren wird, und ich weiß, dass die Antwort auf die Frage nach dem Geheimnis der Veränderung keine neue ist. Sie ist nur unbequem. Denn wer die Wahrheit kennt, hat keine Entschuldigung mehr.

Also hier sind die drei Wahrheiten, auf die es beim Thema persönliche Veränderung immer wieder hinausläuft:

  1. Konsistenz ist wichtiger als kurzfristige Intensität. Ein Workout pro Woche für drei Jahre schlägt jeden 30-Tage-Challenge-Rausch. Eine Newsletter-Ausgabe alle zwei Wochen, konsequent geliefert, baut mehr Vertrauen auf als zehn Posts im Januar und Funkstille bis Oktober.
  2. Kontinuierliche Weiterentwicklung ist wichtiger als Perfektion. Wer auf den perfekten Moment wartet, wartet für immer. Wer jeden Tag ein Prozent besser wird, ist nach einem Jahr in einer anderen Liga.
  3. Das Fundament schlägt jeden Hack. Die Basics, das vermeintlich unspektakuläre Handwerk, die bekannten Grundlagen – sie sind und bleiben mächtiger als jede Fancy-Methode, jeder Marketing-Hype und jeder Guru-Tipp.

Um mehr geht es nicht. Wieder und immer wieder. Jeden einzelnen Tag.


Was Erfolg für dich bedeutet

Hast du dich eigentlich schon mal gefragt, was Erfolg für dich wirklich bedeutet? Nicht die gängigen Stereotypen aus dem Instagram-Feed, nicht das Bild, das andere von dir erwarten. Sondern das, was dich tief im Innersten erfüllt.

Geld, Luxus, Status – das sind alles Definitionen, die wir von außen übernehmen können, aber nicht müssen. Vielleicht bedeutet Erfolg für dich Freiheit. Vielleicht bedeutet er Gesundheit, Wirkung, Familie oder einfach das Gefühl, jeden Morgen aufzuwachen und zu wissen, dass du an etwas arbeitest, das dir wichtig ist.

Wie auch immer deine Antwort aussieht: Vergiss eines nie. Der Weg dorthin ist ein Marathon und kein Sprint. Und das ist keine schlechte Nachricht, sondern die beste, die du bekommen kannst. Denn wer das versteht, hört auf, nach dem nächsten Hack zu suchen, und fängt an, einfach zu laufen.


Was jetzt zählt

Das Geheimnis der Veränderung ist längst kein Geheimnis mehr – du hast die Antwort die ganze Zeit gewusst. Die Frage ist nur, ob du bereit bist, danach zu handeln.

Also: Was wäre dein nächster, einfacher, offensichtlicher Schritt in Richtung des Ziels, das du dir schon lange vorgenommen hast? Nicht der große, dramatische Durchbruch. Nur der nächste Schritt. Der einfache. Der offensichtliche.

Ich bin gespannt, welchen du wählst.

Die zehn goldenen Regeln der Veränderung

Weißt du, was das Merkwürdigste an Veränderungen ist? Dass die meisten Menschen instinktiv wissen, was sie tun müssten, um ihr Leben, ihre Karriere oder ihre Beziehungen grundlegend zu verbessern, es aber trotzdem nicht tun. Sie kennen die Antworten. Sie haben die Bücher gelesen, die Podcasts gehört, die Seminare besucht. Und trotzdem stehen sie Monate später noch genau da, wo sie vorher schon standen. Nicht weil sie zu faul wären, nicht weil ihnen das Talent fehlt, und ganz bestimmt nicht weil die Welt es nicht zulassen würde. Sondern weil echte Veränderung nach ganz bestimmten Regeln funktioniert, die die meisten Menschen entweder nicht kennen oder bewusst ignorieren.

Das ist der Grund, warum ich dir heute meine zehn goldenen Regeln der Veränderung vorstellen möchte. Betrachte sie wie einen inneren Kompass, der dir in den Momenten den Weg weist, in denen der Nebel am dichtesten ist und die Orientierung am schwierigsten fällt. Nicht jede dieser Regeln wird sich auf den ersten Blick richtig anfühlen. Manche werden dich herausfordern, ein paar werden dich vielleicht sogar ein wenig ärgern. Aber genau das ist der Punkt, denn die Regeln der Veränderung haben nie behauptet, bequem zu sein.

Was sind die Regeln der Veränderung?

Bevor wir in die einzelnen Punkte eintauchen, lass mich kurz klarstellen, worum es bei diesen Regeln der Veränderung geht und worum eben nicht. Es handelt sich nicht um eine weitere To-do-Liste, nicht um ein lineares Programm, das du brav von Punkt eins bis zehn abhakst, und schon gar nicht um einen weiteren Beitrag zum Selbstoptimierungswahn, dem so viele Menschen heutzutage verfallen. Nein, die zehn Regeln der Veränderung sind vielmehr ein gedankliches Universum, in dem dein persönliches Wachstum seinen natürlichen Lauf nehmen kann. Sie entfalten ihre Wirkung vor allem dann, wenn du sie tief genug verinnerlicht hast, dass sie sich in schwierigen Momenten ganz von selbst melden.

Und schwierige Momente werden kommen, das ist so sicher wie das Amen in der Kirche.

Die zehn goldenen Regeln der Veränderung

1. Pflege die Wurzeln, nicht nur die Äste

Um nachhaltige Veränderungen zu erreichen, musst du wie ein Baum denken. Starke Wurzeln, also ein stabiles Fundament aus Werten, Überzeugungen und einem klaren Bild davon, wer du bist und wohin du willst, sind die Voraussetzung dafür, dass sich die Äste und Blätter deines Lebens flexibel anpassen können, wenn der Wind sich dreht. Und er wird sich drehen, das ist keine Frage des Ob, sondern nur des Wann. Die meisten Menschen versuchen jedoch, ihre Äste zu verändern, während die Wurzeln morsch sind. Sie optimieren ihr Verhalten, ihre Routinen, ihre Gewohnheiten, aber wundern sich dann, warum nichts hält. Echte Veränderung beginnt innen. Immer.

Wer seine Wurzeln pflegt, muss sich um die Äste keine Sorgen machen.

2. Lerne, langweilig zu sein

Nein, ich meine damit natürlich nicht, dass du bei Abendessen fortan in trauriges Schweigen versinken sollst. Ich spreche von etwas ganz anderem. Wir alle lieben die großen emotionalen Durchbrüche, die dramatischen Wendepunkte, die eine Entscheidung, die alles verändert. Aber die Wahrheit über echte, dauerhafte Veränderung ist: Sie ist vom Wesen her extrem langweilig. Denn es geht immer und ausnahmslos um die konsistente Umsetzung der einfachen, vermeintlich unwichtigen Dinge, die am Ende des Tages einen riesigen Unterschied machen. Jeden Tag ein bisschen. Ohne Applaus, ohne Drama, ohne Geistesblitz. Konzentriere dich auf die langweiligen Aufgaben, werde wirklich gut darin, und dein Leben wird das genaue Gegenteil davon sein: Intensiv, aufregend und erfüllend.

3. Nimm die Treppe

Vor etwa zwanzig Jahren habe ich eine Entscheidung getroffen, die kleiner kaum hätte sein können: Ich fahre nie mehr Aufzug oder Rolltreppe, wenn es auch eine Treppe gibt. Eine lächerlich kleine Entscheidung, oder? Und trotzdem hat sie mein Leben verändert, weil aus der physischen Gewohnheit längst eine Lebenseinstellung geworden ist. Bist du schon einmal durch einen Flughafen gelaufen und hast beobachtet, wie Menschen auf das Rollband steigen und augenblicklich stehen bleiben? Welch tragische Metapher für das Leben so vieler. Veränderung ist aktiv. Sie passiert nicht mit dir, sie geschieht durch dich. Also nimm bei der nächsten Gelegenheit die Treppe. Im wörtlichen wie im übertragenen Sinne.

4. Lege dich fest

Weißt du, warum so viele Menschen Schwierigkeiten mit echten Veränderungen haben? Weil sie sich nicht festlegen wollen. Und ich sage bewusst wollen, nicht können, denn „Ich kann nicht“ wohnt bekanntlich immer in der „Ich will nicht Straße“. Um Ja zu einer Veränderung zu sagen, muss man gleichzeitig Nein zu allem anderen sagen, was bisher war. Man muss eine Alternative ausschließen, eine Tür schließen, eine Komfortzone wirklich verlassen. Und weil das wehtut, eiert man herum, verschiebt, relativiert und wartet auf den perfekten Moment, der selbstverständlich nie kommt. Trau dich, dich festzulegen. Nimm einen Standpunkt ein. Und genieße die Freiheit, die paradoxerweise erst dann entsteht, wenn du aufhörst, alle Optionen offen zu halten.

Die mutigste Entscheidung im Prozess der Veränderung ist oft die Entscheidung, sich überhaupt zu entscheiden.

5. Sei ein Leuchtturm, kein Spiegel

Die Welt ist voll von Menschen, die jede Veränderung reflexartig kommentieren, kritisieren und zerreden, bevor sie überhaupt eine Chance hatte, Wurzeln zu schlagen. Nörgler, Zyniker, Schwarzmaler und selbsternannte Realisten, die in Wirklichkeit einfach nur Angst vor dem Neuen haben. Du wirst ihnen begegnen, das ist unvermeidlich. Doch du hast die Wahl, ob du dein Umfeld wie ein Spiegel nur widerspiegelst, was schon da ist, oder ob du wie ein Leuchtturm ein eigenes Licht ausstrahlst, an dem sich andere orientieren können. Denk immer daran: Du siehst die Welt nicht, wie sie ist. Du siehst sie, wie du bist. Und damit bist du mächtiger, als du denkst.

6. Kümmere dich um dich selbst, zuerst

Veränderung kostet Energie. Mehr als die meisten ahnen, bevor sie mittendrin stecken. Und wer dauerhaft auf dem Trockenen fährt, der bricht irgendwo auf der Strecke zusammen, meist genau dann, wenn es besonders wichtig wäre, weiterzumachen. Self-Care ist in diesem Kontext kein Luxus und kein Wellness-Klischee, sondern eine strategische Grundvoraussetzung für jeden, der ernsthaft etwas in seinem Leben verändern will. Bau Pausen ein. Plane Auszeiten verbindlich. Beweg dich täglich an der frischen Luft. Schlaf genug. Und tu vor allem das, was dir gut tut, so oft und so regelmäßig, bis es zur Selbstverständlichkeit geworden ist. Denn Leben ist ein Verb, kein Substantiv. Also leb es auch so.

7. Nutze die Kraft des Unbequemen

Amazon wurde nicht von einem Buchhändler gegründet, Uber nicht von einem Taxifahrer und Netflix nicht von der Inhaberin einer Videothek. Das ist kein Zufall, sondern eine Regel der Veränderung, die sich in der Unternehmensgeschichte genauso beobachten lässt wie im persönlichen Leben: In der Komfortzone findet weder Innovation noch Wachstum statt. Erst wenn du dich bewusst unbequemen Situationen aussetzt, neue Reize zulässt und dich immer wieder selbst herausforderst, passiert etwas. Dafür musst du nicht jeden Morgen in eine Eistonne hüpfen oder den Kilimandscharo besteigen, auch wenn ich beides für außerordentlich wertvolle Erfahrungen halte. Es reicht vollkommen aus, in den vermeintlich kleinen Momenten des Alltags die bewusste Entscheidung zu treffen, deine Bequemlichkeit zu verlassen. Weil nur dort die Post wirklich abgeht.

Wachstum findet immer genau dort statt, wo Komfort aufhört.

8. Sei radikal menschlich

In einer Zeit, die von Künstlicher Intelligenz, Automatisierung und einer Digitalisierung geprägt ist, die kaum noch greifbar ist, liegt eine der kraftvollsten Regeln der Veränderung ausgerechnet in der Rückbesinnung auf das, was uns als Menschen ausmacht. Empathie. Vertrauen. Transparenz. Die echte Bereitschaft, für andere da zu sein. Während viele in Zeiten der Unsicherheit zu Misstrauen und Distanz neigen, kannst du einen gewaltigen Unterschied machen, indem du die Menschen in den Mittelpunkt deines Wirkens stellst. Behandele jeden, dem du begegnest, nach seinem möglichen Potenzial und nicht nach seinem aktuellen Ist-Zustand. Das ist nicht immer leicht. Aber die Erfüllung, die sich daraus ergibt, macht jede Mühe wett.

9. Erhöhe deine Standards

Hand aufs Herz, wie hoch sind deine eigenen Ansprüche an dich selbst, wenn niemand zuschaut? Gibst du dich aus Bequemlichkeit mit Mittelmaß zufrieden, weil das auch alle anderen so machen? Dann triff hier und jetzt die Entscheidung, das zu ändern. Im Englischen gibt es einen Satz, der eine der wichtigsten Regeln der Veränderung perfekt zusammenfasst: „How you do anything, you do everything.“ Es geht nicht darum, wie gut du bist, wenn du auf der großen Bühne stehst. Es geht darum, wie du die normalen, alltäglichen Dinge erledigst, wenn kein Applaus zu erwarten ist. Deine Ergebnisse passen sich nämlich immer den Ansprüchen an, die du an dich selbst stellst. Wähle diese Ansprüche daher bewusst und weise. Denn deine Persönlichkeit passt sich auf Dauer deinen Standards an, nicht umgekehrt.

10. Rette dein Gehirn

Vor einigen Jahren musste ich mir eine unbequeme Wahrheit eingestehen: Ich war smartphonesüchtig. Nicht ein bisschen, sondern richtig. Ich konnte keine zehn Minuten ruhig sitzen, ohne impulsiv nach meinem iPhone zu greifen. Und die Nutzerdaten erzählten eine Geschichte, die ich mir anfangs lieber nicht angeschaut hätte. Doch ich konnte live miterleben, wie mein Fokus abgelenkter, meine Gedanken zersplitterter und meine Fähigkeit zur tiefen, echten Veränderungsarbeit schwächer wurden. Was mich gerettet hat? Das Journaling. Das physische Festhalten meiner Gedanken, Ideen und Erkenntnisse in einem Notizbuch. Immer wenn ich früher gedankenlos zum Smartphone gegriffen hätte, greife ich heute zum Journal. Und ich kann dir kaum beschreiben, wie viel klarer, fokussierter und handlungsfähiger ich dadurch geworden bin. Dein Gehirn ist das wichtigste Werkzeug, das du für jede Form von Veränderung hast. Schütze es entsprechend.

One More Thing: Die Bonusregel der Veränderung

In den legendären Apple-Keynotes wurden die wichtigsten Dinge immer ganz am Ende angekündigt. Die wichtigste Regel der Veränderung kommt daher als Bonus zum Schluss:

Dein Leben, deine Regeln.

Du entscheidest selbst, welche dieser zehn Regeln der Veränderung wirklich zu dir passen, und du kannst jederzeit entscheiden, einzelne davon anzupassen oder komplett zu verwerfen. Ich bitte dich nur um eines: Probiere sie aus, bevor du urteilst. Denn Regeln kann man nur dann sinnvoll brechen, wenn man sie wirklich verstanden und erlebt hat.

Die Regeln der Veränderung sind keine Checkliste. Sie sind ein Einladung. Eine Einladung, dein Leben aktiver, bewusster und entschlossener zu gestalten, als du es vielleicht bisher getan hast. Und die einzige Frage, die am Ende wirklich zählt, ist diese: Welche dieser Regeln wirst du heute noch in die Tat umsetzen?

Warum Du schlechte Entscheidungen triffst

Heute wollen wir uns einem weitverbreiteten Phänomen widmen: Warum Du schlechte Entscheidungen triffst, obwohl Du es eigentlich besser weißt. Der Artikel ist daher so relevant, weil diese Eigenschaft sich durch sämtliche Schichten der Gesellschaft zieht, unabhängig von Intelligenz, Wissen oder der Ausprägung bestimmter Fähigkeiten. Und der perfekte Ort, dieses Dilemma zu beobachten, ist die allseits beliebte Online-Aktionsplattform namens eBay.

Dieses psychologische Phänomen beeinflusst Deine Entscheidungen

Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie ich in der Anfangszeit des virtuellen Auktionshauses fast täglich die Webseite besuchte und sowohl als Käufer als auch als Verkäufer sehr aktiv war. Dies lag zum einen daran, dass man in der damaligen Prä-Powerseller-Ära noch echt gute Schnäppchen machen konnte, andererseits hat mich eBay schon immer aus psychologischer Sicht fasziniert.

Wie häufig beobachtete ich staunend, wie sich User bei mehr oder weniger belanglosen Artikeln gegenseitig so lange überboten, bis diese zu wahnwitzigen Preisen verkauft wurden. Und ich werde es wohl nie vergessen, wie ich einmal miterlebte, wie ein 50-DM-IKEA-Gutschein für 63,75 Mark ersteigert wurde. Dieses vollkommen irrationale Verhalten basiert auf einem psychologischen Phänomen aus der Verhaltensforschung, das am besten an einem Experiment namens Dollarauktion veranschaulicht werden kann.

Das psychologische Phänomen der versunkenen Kosten (Sunk Costs)

Laut einer Anekdote lud Professor Adam Grant von der Wharton Management Universität in Pennsylvania seine Studenten zur Versteigerung eines 20-Dollar-Scheins ein. Es gab nur drei einfache Regeln.

  1. Jeder konnte ein Gebot abgeben.
  2. Der Höchstbietende erhielt den 20-Dollar-Schein.
  3. Jeder muss sein Höchstgebot auf jeden Fall zahlen, unabhängig davon, ob man die Auktion gewonnen hatte oder nicht.

 

Während die Studenten anfangs noch recht zögerlich ihre Gebote abgaben, entwickelte sich ab 17 $ ein regelrechter Gebotskrieg, der ab einem Gebot von 21 $ zu einer faszinierenden Situation führte. Der Gewinner war zu diesem Zeitpunkt mit einem Dollar im Minus, der Zweitplatzierte mit 20 $, der Dritte mit 19 $ und so weiter. Doch wenn Du jetzt denkst, dass dies dazu führte, dass die Gebote aufhörten, dann hast Du Dich getäuscht, denn am Ende des Experiments wurde der 20-Dollar-Schein für mehrere hundert Dollar ersteigert.

Doch warum haben die Studenten so offensichtlich eine falsche Entscheidung getroffen, obwohl sie es doch eigentlich besser wussten? Die Wissenschaft erklärt dies zum einen mit der Theorie der versunkenen Kosten (Sunk Costs), also Ausgaben, die getätigt wurden und nicht mehr rückgängig gemacht werden können, aber immer noch einen emotionalen Einfluss auf zukünftige Entscheidungen haben.

Warum Du schlechte Entscheidungen triffst: Die Verlustaversion

Hinzu kommt die Verlustaversion, die besagt, dass Verluste subjektiv stärker gewichtet werden als Gewinne. Die Kombination dieser beiden Phänomene führt in der Praxis dazu, dass häufig desaströse Entscheidungen getroffen werden und man gescheiterte Projekte nur deshalb weiterführt, weil man schon so viel Zeit, Energie und Geld hineingesteckt hat.

Ich muss dann immer sofort an meinen Studienkumpel Gero denken, der in der völlig überhitzten Phase der Dotcom-Blase eine nicht unbeträchtliche Summe in eine, und ich zitiere, „todsichere Techaktie“ der New Economy investiert hatte. Nachdem diese um 25 Prozent gefallen war, kaufte er weitere Aktien nach, um seinen Verlust auszugleichen. Bei 50 Prozent Kursverlust borgte er sich weiteres Geld, um noch mehr in das Projekt zu investieren. Bis die vollkommen überbewertete Aktie irgendwann ganz auf null gesunken war und Gero einen Totalverlust verbuchen musste. Hätte er doch lieber auf Manfred Krug gehört und in die Deutsche Telekom investiert. Doch ich schweife ab.

Das Concord Projekt als Beispiel für Sunk Costs

Ein weiteres perfektes Beispiel für Sunk Costs in einem anderen Kontext ist die Entwicklung des Überschallflugzeugs Concorde, das 1976 zu seinem ersten kommerziellen Flug von Paris nach New York abhob. Seit dem Projektstart im Jahre 1969 hatten die britische und die französische Regierung bereits 2,8 Milliarden Euro in die Entwicklung investiert. Doch obwohl sich längst abgezeichnet hatte, dass die Concorde niemals profitabel sein würde, pumpte man noch 27 weitere Jahre Geld in das gescheiterte Projekt.

Oder umgangssprachlich ausgedrückt: Man warf gutes Geld schlechtem hinterher. Weil man so viel Angst davor hatte, sich von einem Vorhaben zu trennen, von dem man längst wusste, dass es niemals erfolgreich enden würde.

Aus genau diesem Grund scheitern so viele Veränderungen. Weil man sich nicht traut, einen Schlussstrich unter gescheiterte Vorhaben zu ziehen. Weil man sich davor drückt, sich emotional von einer falschen Entscheidung zu trennen. Und ganz besonders, weil man lieber alles versucht, sich den eigenen Misserfolg irgendwie schönzureden, anstatt noch einmal sauber von vorn zu beginnen.

Ja, hinfallen, aufstehen und die Krone richten, wäre in der überwältigenden Mehrheit der Fälle die einzig richtige Strategie. Doch weil man eben schon so viel Zeit, Energie oder eben auch Geld in die Verfolgung eines Ziels gesteckt hat, trifft man stattdessen eine desaströse Entscheidung nach der anderen. Und verschlimmert die Gesamtsituation dadurch noch um ein Vielfaches.

Wenn Du ein totes Pferd reitest, dann steig ab

Ich muss beim Schreiben dieser Zeilen direkt an eine alte Weisheit der amerikanischen Ureinwohner denken: „Wenn Du ein totes Pferd reitest, dann steig ab.“ Klingt erst einmal logisch, nicht wahr? Aber wie reagieren wir Menschen im Alltag? Von unserer Verlustaversion getrieben, versuchen wir alles, nur um diesen unbequemen Schritt zu verhindern. Ein paar Beispiele gefällig?

  • Wir gründen eine Taskforce, um das tote Pferd zu analysieren.
  • Wir beauftragen eine Unternehmensberatung, die uns mittels PowerPoint erklärt, was das Pferd zu leisten imstande wäre, wenn es noch leben würde.
  • Wir verkünden, „dass wir das Pferd schon immer so geritten haben“.
  • Wir buchen einen Erfolgsguru, der das tote Pferd motivieren soll.
  • Wir tauschen die Reiterin aus.
  • Wir suchen einen neuen Pferdelieferanten.
  • Wir verdoppeln die Futterration für das tote Pferd.
  • Wir engagieren einen anerkannten Experten, der angeblich tote Pferde reiten kann.
  • Wir kaufen uns die allerneueste Generation von Peitschen.
  • Wir ändern die Kriterien, die ein totes Pferd definieren.
  • Wir genehmigen ein Sonderbudget für die Wiederbelebung toter Pferde.
  • Wir lassen das tote Pferd nach DIN ISO 9000 zertifizieren.
  • Wir bilden einen Arbeitskreis, der alternative Einsatzgebiete für tote Pferde erarbeiten soll.

 

Auch wenn diese Liste natürlich mit einem gewissen Augenzwinkern zu verstehen ist, so steckt doch eine große Portion Wahrheit dahinter, nicht wahr? Und diese Erkenntnis bringt mich zur entscheidenden Frage: Was ist Dein ganz persönliches Pferd und dein Concorde Projekt im Alltag?

Oder auf andere Art formuliert: Welche Ziele, Träume und Projekte verfolgst Du nur noch, weil Du bereits so viele Ressourcen investiert hast, obwohl Du schon lange spürst, dass es an der Zeit ist, loszulassen? Solltest Du solche Vorhaben in Deinem persönlichen oder beruflichen Alltag identifiziert haben, dann hilft Dir ein radikaler Fokus-Shift. Weg von all den materiellen und immateriellen Kosten der Vergangenheit und hin zu Kosten und möglichen Chancen der Zukunft.

Akzeptiere, dass Du ein totes Pferd reitest, steig ab und wechsele das Fortbewegungsmittel. Denn möglicherweise führt Dich ein Zug, ein Sportwagen oder ein Segelboot viel schneller und einfacher zum gewünschten Erfolg. Oder wie es Hermann Hesse so wunderbar formulierte: „Manche denken, Festhalten macht uns stark. Aber manchmal ist es das Loslassen.“ Denn sobald Du Dich nicht mehr krampfhaft an gescheiterten Projekten festhältst, hast Du auf einmal beide Hände frei, um etwas vollkommen Neues zu starten.

Warum scheitern Veränderungen? Das Krokodil im Kopf ist schuld!

Warum scheitern Veränderungen so häufig?

Ich hätte niemals gedacht, dass mir ein Kinderbuch den größten Heureka-Moment in Bezug auf den Umgang mit Veränderung bescheren würde. Klingt komisch, ist aber tatsächlich so. Als kleiner Junge liebte ich es, wenn ich auf dem Schoß meines Großvaters sitzen durfte, und er mir mit stoischer Ruhe aus den unterschiedlichsten Büchern vorlas. Mein absoluter Favorit war Das riesengroße Krokodil des britischen Schriftstellers Roald Dahl.
 
Das Buch erzählt von den Erlebnissen eines hungrigen Krokodils, das es sich zum Ziel gesetzt hat, ein saftiges kleines Kind aus dem Dorf am Rande des Dschungels zum Mittag zu verspeisen. Um dies zu erreichen, bedient es sich einer Menge kreativer Ideen und verkleidet sich u.a. als Palme, Wippe, Bank oder als Figur eines Karussells. In jedem einzelnen Kapitel gelangt das listige Krokodil fast an das Ziel seiner Träume, weil es aufgrund seiner Tarnung kaum von den Alltagsgegenständen zu unterscheiden ist. Doch wie es sich für ein Kinderbuch gehört, wird es natürlich immer wieder rechtzeitig entdeckt, bis es im großen Finale der Geschichte von einem Elefanten in den Himmel geschleudert wird, und kurz darauf in der Sonne verbrennt.
 
Trotz dieses durchaus gewaltsamen Endes war Das riesengroße Krokodil für viele Monate mein absolutes Lieblingsbuch, von dem ich einfach nicht genug bekommen konnte. Doch alles im Leben hat seine Zeit, und während ich heranwuchs, schloss ich andere Bücher in mein Herz und vergaß die Abenteuer des listigen Reptils irgendwann komplett. Bis ich eines Tages selbst Vater wurde und anfing, meinen beiden Töchtern Gute-Nacht-Geschichten vorzulesen, zu denen selbstverständlich auch die Abenteuer des riesengroßen Krokodils gehörten, die sich schon nach kurzer Zeit ebenfalls zu den absoluten Favoriten meiner Kinder entwickeln sollten. Egal, wie müde sie auch waren, immer wenn sich das Krokodil mal wieder als Palme, Wippe, Bank oder Karussellfigur tarnte, fieberten sie mit den Kindern in der Geschichte mit, und juchzten laut vor Freude, wenn es am Ende von dem Elefanten Richtung Sonne geschleudert wurde.
 

Das Krokodil im Kopf als Ursache für die unbewusste Selbstsabotage

Ich weiß bis heute nicht, ob es nun die kindliche Freude meiner Töchter, oder einfach nur Zufall war, aber als ich das Buch eines Abends zuklappte, fiel mir auf einmal so deutlich wie nie auf, welche Parallelen es zwischen der Geschichte und meinem beruflichen Alltag als Keynote Speaker und Change Coach doch gibt. Die unterschiedlichen Tarnungen des Krokodils aus der Kindergeschichte sind nämlich die perfekte Metapher dafür, warum uns die unterschiedlichsten Veränderungen im Leben so schwerfallen. Weil wir alle ein Krokodil in unseren Köpfen haben, das sich zum Ziel gesetzt hat, unsere Vorstellung von einem glücklichen, zufriedenen und erfolgreichen Leben zum Mittag zu verspeisen. 
 
Immer dann, wenn du etwas Altes loslassen, etwas Neues wagen oder etwas Bestehendes verändern willst, flüstert es dir mit einer vertrauten Stimme verführerisch zu, dass dies eine miserable Idee wäre. Und es tut dies mit einer Listigkeit, die ihresgleichen sucht. Tief im unbewussten Mind sitzend, tarnt sich das Krokodil als Sorgen, Zweifel und Ängste und sorgt dafür, dass…
 
  • Du dich selbst sabotierst und permanent gegen einen inneren Widerstand ankämpfen musst.
  • Du deine Ziele und Träume in der berühmten Schublade versauern lässt, und dich stattdessen mit unwichtigen Tätigkeiten ablenkst.
  • Du keine wichtigen Entscheidungen triffst, sondern lieber auf Nummer Sicher gehst und alles beim Alten belässt.
  • Du deine Vorhaben immer wieder auf Irgendwann verschiebst.
  • Du dir einredest, nicht gut genug, mutig genug oder motiviert genug zu sein.
  • Du als Konsequenz lieber ein unglückliches, unzufriedenes und frustriertes Leben führst, anstatt dich mit Dingen, Tätigkeiten und Aufgaben zu beschäftigen, die wirkliche eine Bedeutung haben. 
 
Und es kommt noch besser, denn je bedeutender ein Ziel, ein Projekt oder ein Vorhaben für dich ist, desto intensiver und hartnäckiger wird das Krokodil versuchen, dich mit aller Macht von einer möglichen Umsetzung abzuhalten. Die Ursache für diese Art von Vermeidungsstrategien ist übrigens weder fehlende Intelligenz noch mangelnde Motivation oder eine nur schwach ausgeprägte Willenskraft. Vielmehr liegt es ausschließlich daran, dass in den entscheidenden Momenten dein Krokodilhirn die Kontrolle übernommen und deinen rationalen Verstand zur Seite gedrängt hat.
 

Warum scheitern Veränderungen? Das Reptilienhirn 

Bei diesem Begriff handelt es sich zum einen natürlich um eine Metapher, andererseits aber auch um einen existierenden Teil ihres Gehirns. Möglicherweise kennst du ihn auch bereits unter der Bezeichnung Reptilienhirn, denn während das menschliche Gehirn ungefähr die Größe von zwei geballten Fäusten hat, verfügen Echsen, Schlangen und eben auch Krokodile nur über ein winziges Gehirn, dessen einzige Aufgabe darin besteht, das eigene Überleben sicherzustellen. Aus diesem Grund kennt es auch nur drei Zustände, nämlich Angst, Hunger und den Fortpflanzungstrieb. Die daraus entstehenden Verhaltensweisen laufen fernab jeglichen Bewusstseins ab, sind ausschließlich instinktgesteuert und insbesondere in Extremsituationen folgen sie dem Reflex, entweder die Flucht zu ergreifen oder in den Angriffsmodus umzuschalten. 
 
Und jetzt kommt der entscheidende Punkt. Denn obwohl wir Menschen als einzige Spezies auf diesem Planeten über ein Bewusstsein verfügen und intelligente und auf rationaler Abwägung basierende Entscheidungen treffen können (also zumindest in der Theorie), so verfügen wir auch heute – trotz aller evolutionstechnischer Weiterentwicklung – immer noch über ein Reptilienhirn, welches dafür sorgt, dass wir mit schöner Regelmäßigkeit den vererbten Instinkten aus der Urzeit nachgeben und infolgedessen dazu neigen, hochemotionale, irrationale und manchmal sogar richtig dumme Entscheidungen zu treffen.
 
Ich liebe daher die Metapher des Krokodils im Kopf als vereinfachende Erklärung für die Irrationalität menschlichen Verhaltens. Aber lass dich davon bitte nicht täuschen, denn die dahinterstehenden Prozesse basieren durchgehend auf neurowissenschaftlichen Forschungen und Studien. Schauen wir also etwas genauer hin. Auch wenn das Gehirn ein hochkomplexes Organ ist, so lässt es sich doch vereinfachend in die folgenden Bereiche aufteilen, die alle eine bestimmte Aufgabe haben.
 
 
Warum scheitern Veränderungen. Das Krokodil im Kopf
 

Das Triune Brain – Die drei Bereiche des Gehirns

Der evolutionsgeschichtlich älteste Bereich ist das Stammhirn, welches deine Atmung, den Herzschlag, die Verdauung und sämtliche anderen unbewussten Körperfunktionen steuert, die Sie zum Leben benötigen. 
 
Der zweitälteste Bereich ist das limbische System, dessen wichtigster Bestandteil das in unseren Betrachtungen im Mittelpunkt stehende Krokodilhirn ist, welcher von der Wissenschaft den Namen Amygdala erhalten hat. Dieser walnussgroße Teil des Gehirns wird auch bei uns Menschen von den drei Urinstinken Angst, Hunger und Sexualtrieb getriggert und führt zum berühmt-berüchtigten Reflex von Flucht oder Angriff, der sich niemals intellektuell steuern lässt. Vor zwei Millionen Jahren war dies noch ein wahrer Segen, denn durch den unbewussten gesteuerten Instinkt bekamen unsere Vorfahren wertvolle Sekunden geschenkt, die sie davor bewahrten, nicht vom Säbelzahntiger gefressen zu werden.
 
Für den modernen Großstadtmenschen ist dieser Flucht-Angriff-Mechanismus allerdings extrem hinderlich, weil wir heute mit ganz anderen Gefahren zu kämpfen haben. Um dich vor diesen zu schützen, redet dir das Krokodil im Kopf mit säuselnder Stimme ein, lieber jegliches Risiko zu vermeiden, dich mit suboptimalen Ergebnissen zufriedenzugeben oder neue Dinge gar nicht erst auszuprobieren. 
 
Der dritte Bereich ist das Kleinhirn, das für Koordination und motorische Kontrolle zuständig ist, gefolgt vom vierten, dem Großhirn (Neocortex). Dieses ist der evolutionstechnisch jüngste und auch kultivierteste Teil des Gehirns und ist für logisches Denken, Sprechen, bewusstes Planen, sowie der Wahrnehmung verschiedener Stimuli zuständig ist.
 
Fassen wir diese Bereiche vereinfachend zusammen, so verfügst du eigentlich über zwei Gehirne. Da ist auf der einen Seite das von Emotionen, Trieben und Instinkten gesteuerte Krokodilhirn. Es existiert ausschließlich, um dich vor potenziellen Gefahren zu schützen, indem es Veränderungen mit aller Macht zu verhindern versucht, damit der gewohnte und sichere Status quo aufrechterhalten werden kann.
 
Auf der anderen Seite ist das intellektuelle Hirn, das dich dazu befähigt, zu lernen, Situationen zu analysieren, rational zu bewerten und mittels Sprache zu kommunizieren. Und jetzt kommt das Faszinierende. Denn obwohl dieser Bereich den Großteil der Hirnmasse ausmacht, wird er im Alltag von dem evolutionstechnisch wesentlich erfahrenerem Krokodilhirn regelmäßig dominiert und übergibt diesem die vollständige Kontrolle. Die Auswirkungen könnten fataler nicht sein, denn in sämtlichen Situationen, in denen der Status quo sich in potenzieller Gefahr befindet, werden sämtliche rationalen Aspekte ignoriert, und du reagierst ausschließlich emotional, impulsiv und lässt dich von Instinkten leiten. Und zwar vollkommen unabhängig davon, ob die daraus resultierenden Verhaltensweisen deinen bewusst formulierten Zielen entsprechen.
 

Das Krokodil im Kopf verhindert Veränderungen

Weil wir Menschen auch im Jahr 2025 noch immer von unseren Urinstinkten geprägt sind, ist das Krokodilhirn ein wahrer Meister darin, mögliche Veränderungen zu verhindern, um dich vor einem möglichen Scheitern zu beschützen. Und je mehr Bedeutung etwas für Sie hat, desto mehr wird sich das Krokodil in deinem Kopf anstrengen und alles dafür tun, um dich an der Umsetzung zu hindern. Nur, damit sich nichts verändert, und alles so bleibt, wie es ist.
 
Was sich auf den ersten Blick noch relativ harmlos liest, hat langfristig gravierende Auswirkungen. Das Krokodil im Kopf ist der Grund, warum unsere Karrieren stagnieren, warum wir das schon seit Langem geplante Unternehmen nicht gründen, warum Diäten scheitern, warum wir finanzielle Probleme haben, warum wir in unglücklichen Beziehungen verharren, warum wir die Weltreise nicht antreten, warum wir das in uns schlummernde Buch nicht schreiben, warum die Fitnessstudios ab Mitte Januar wieder wie leer gefegt sind, und warum wir nicht den Erfolg erreichen, von dem wir auf bewusster Ebene so sehr träumen. 
 
Wir können nach Außen noch so sehr betonen, wie sehr wir all diese Dinge wirklich in unserem Leben haben möchten, aber wenn es dazu kommt, dass wir die dazu notwendigen Veränderungen angehen müssen, übernimmt ein evolutionär bedingter Instinkt die Kontrolle und sorgt dafür, dass wir eine plausibel klingende Ausrede finden, uns mit belanglosen Tätigkeiten ablenken, mit unwichtigen Dingen beschäftigen oder uns auf eine andere kreative Art und Weise selbst sabotieren. Du weißt, von welchen Situationen und Vermeidungsmechanismen ich spreche, nicht wahr?
 

Beispiele für die unbewusste Selbstsabotage

Diese Beispiele waren dir bislang nicht konkret genug? Dann lass uns auf die Ebene des Verhaltens schauen. Hast du dir jemals vorgenommen, eine wichtige Präsentation vorzubereiten, ein Konzept für einen potenziellen Auftraggeber zu entwickeln, neue Kunden zu akquirieren, eine Bewerbung zu schreiben oder ein Projekt in deiner Firma zu übernehmen? Doch anstatt dich mit Freude an die Umsetzung zu machen, hast du deine Zeit lieber mit endlosem Surfen im Internet, dem Anschauen von Koch-Tutorials auf YouTube oder dem belanglosen Scrollen durch deine TikTok-For-You-Page verbracht? Der Anstifter für dieses Verhalten ist das Krokodil in deinem Kopf, das dich davor bewahren will, dass du dich blamieren, dass du versagen oder dass du scheitern könntest.
 
Oder kannst du dich an eine Konfliktsituation aus deinem Alltag erinnern, in der du mit Ärger, Wut und einem emotionalen Ausbruch reagiert hast, für den du dich direkt im Anschluss ein wenig geschämt hast?  Standest du jemals vor einem Problem, vor dem du davongelaufen bist, obwohl es leicht gewesen wäre, eine Lösung zu finden? Auch in diesen Fällen hat das Krokodil im Kopf auf seine ganz spezielle Art und Weise versucht, dich vor negativen Gefahren zu schützen.
 
All diese Beispiele haben eines gemeinsam. Dein Krokodilhirn dominiert deinen rationalen Verstand, wenn du dich in Situationen befindest, die in der Urzeit eine potenzielle Gefahr bedeuteten. Dies ist immer dann der Fall, wenn die Etiketten deiner Identität angegriffen werden, deine Sicherheit bedroht ist, dein sozialer Status attackiert wird, oder es generell um Geld, Macht, Sex oder Essen geht. Von den verführerisch klingenden Ideen des Krokodils in deinem Kopf flüchtest du dich dann in die folgenden typischen Verhaltensmuster.
 
  • Prokrastination: Es fällt dir schwer, Ziele, Aufgaben oder Projekte anzugehen, weil du dich viel lieber mit Unwichtigem ablenkst.
  • Kein Durchhaltevermögen: Du fängst immer wieder Dinge an, beendest diese aber selten.
  • Negativer innerer Dialog: Du bist dein größter Kritiker.
  • Aufschieberitis: Du steckst regelmäßig in der „Wenn-Dann-Falle“ (Wenn ich erst einmal X habe, kann oder bin, dann kann ich auch Y haben, tun oder erreichen).
  • Emotionale Instabilität: Sorgen, Zweifel und Ängste gehören zu deinem Alltag
  • Verzetteln: Du hast Schwierigkeiten, Prioritäten zu setzen
  • Perfektionswahn: Du verschiebst häufig Aufgaben, weil du denkst, perfekt sein zu müssen. So kommt es, dass kein Ergebnis jemals gut genug für dich ist.
  • Fehlender Mut: Es fällt dir schwer, Entscheidungen zu treffen.
  • Vergangenheitsorientierung: Du klammerst dich lieber an der guten, alten Zeit fest, anstatt die Zukunft aktiv zu gestalten
  • Instant Gratification: Sofortige Bedürfnisbefriedigung ist dir wichtiger, als deine langfristigen Ziele und Träume
  • Ausreden: Du bist ein Meister darin, deine durch das Krokodil im Kopf getriggerten Verhaltensweisen im Nachhinein zu rationalisieren

Zwei Wege, um das Krokodil im Kopf zu Deinem Verbündeten zu machen

Ob wir es nun gut finden, oder nicht, wir alle kennen Situationen, in denen wir von den genannten Verhaltensmustern dominiert werden, nicht wahr? Aber das ist gar nicht so schlimm, denn viel wichtiger ist, wie du damit umgehst. Du hast jederzeit die Wahl, ob du dich von dem Krokodil in deinem Kopf paralysieren lässt, oder es zu deinem größten Verbündeten werden lässt. Und das gelingt dir, indem du es als deinen besten Freund akzeptierst und es an die Leine legst.
 

1) Das Krokodil als Freund akzeptieren

Das Krokodil in deinem Kopf kann entweder dein größter Feind oder dein bester Freund sein. Und die Wahl liegt ausschließlich bei dir. Nur du bestimmst, ob du dich von deinen Urinstinkten paralysieren lässt, oder ob du die Kraft der Amygdala dafür einsetzt, deine Ziele und Träume zu erreichen. Eine hervorragende Idee ist es, deinem Krokodil einen Namen zu geben. Ja, wirklich, du ahnst ja gar nicht, welche Auswirkungen dies hat. Meines heißt seit vielen Jahren “Biggie”, was gleichsam eine Reminiszenz an das riesengroße Krokodil aus meiner Kindheit, als auch an die Rap-Ikone Notorious BIG ist. Und wir haben eine richtig gute Beziehung, weil ich verinnerlicht habe, dass Biggie immer dann in Aktion tritt, wenn ich gerade dabei bin, neue Wege zu beschreiten, mich als Persönlichkeit weiterzuentwickeln und notwendige Veränderungen umzusetzen.
 
Sobald du dein Krokodil zu deinem besten Freund erkoren hast, kannst du genau diese Momente in deinem Alltag umarmen und das Gefühl genießen, dass du gerade dabei bist, innere Widerstände zu durchbrechen. Erschaff dir so viele Gelegenheiten wie möglich, in denen dein Krokodilhirn dich versucht, abzulenken, dir einzureden, dass du dich blamieren könntest, oder dich zum Prokrastinieren überreden will. Diese Momente sind ein wunderbarer Indikator, dass du lebst. Und zwar im wahrsten Sinne des Wortes.
 

2) Das Krokodil an die Leine legen

Im nächsten Schritt gilt es, dein Krokodil anzuleinen, sodass es gar nicht erst in Versuchung gerät, die Richtung in deinem Leben zu bestimmen. Und da die Leine natürlich auch nur eine Metapher ist, kommen hier einige konkrete Ideen, wie das in deinem Alltag aussehen kann:
 
  • Die Kraft der kleinen Schritte: Teile dir große Projekte in viele kleine Meilensteine auf und genieße die Erfolge, wenn du ein Zwischenziel erreicht hast. Das dadurch entstehende Momentum schläfert dein Krokodilhirn zuverlässig ein.
  • Scheiter dich vorwärts: Hab keine Angst, Fehler zu machen oder zu scheitern. Diese Momente bieten die besten Gelegenheiten, als Persönlichkeit zu wachsen und dazuzulernen. Und am Ende des Tages gibt es nur eine Möglichkeit, wirklich zu scheitern: Es gar nicht erst zu versuchen. Nicht wahr?
  • Zur Ideenmaschine werden: Entwickel so viele Ideen wie möglich. Gute wie schlechte. Rationale wie verrückte. Je absurder eine Idee klingt, desto besser. Je mehr du dich abseits der gewohnten Wege befindest, desto größer die Chance, dass du etwas erschaffst, das Bedeutung besitzt.
  • Konsistenz: Definiere Routinen, feste Prozesse und kraftvolle Gewohnheiten. Dein Krokodilhirn hasst die dadurch entstehende Konsistenz.
  • Verbindlichkeit: Verbanne die Ausreden aus deinem Alltag. Je verbindlicher du bist, desto erfolgreicher wirst du sein. Halte deine Versprechungen, insbesondere diejenigen, die du dir selbst gegeben hast.
  • Gelassenheit: Lass dich von Rückschlägen nicht aus der Bahn werfen. Akzeptiere, dass sie passieren werden. Du hast nicht am so wichtigen Projekt gearbeitet, sondern stattdessen lieber Netflix geschaut? Du hast während deiner Diät eine große Portion Pommes mit Mayo gegessen? Oder du hast dich beim Schreiben deines Buchs von dem leeren Blatt Papier einschüchtern lassen und dich mit einer belanglosen Tätigkeit abgelenkt? Alles kein Problem. Solange es nur eine Ausnahme war und du am nächsten Tag wieder von vorne beginnst.

Ich hoffe sehr, dass dieser Artikel dir einige Antworten auf die Frage „Warum scheitern Veränderungen so häufig?“ geben konnte. Wenn du noch tiefer in die Psychologie der Veränderung eintauchen möchtest, dann empfehle ich dir mein Buch „Im Kopf beginnt die Freiheit“ empfehlen.

Wir sind Change Leader – Eine Anstiftung zur Veränderung

Wir sind Change Leader. Diese Antwort gebe ich häufig, wenn ich gefragt werde, was das Wesen meiner Community ausmacht. Doch häufig folgt direkt die nächste Frage: „Aber Ilja, was ist überhaupt ein Change Leader?“ Mit diesem Artikel möchte ich diese Frage gerne umfassend beantworten. Und weil ich gerne noch einen Schritt weitergehen möchte, handelt es sich mehr um ein Manifest. Mein großes Ziel ist es nämlich, den Hashtag #WirSindChangeLeader um die Welt gehen zu lassen, und die Change Leaders Community wachsen, und zu einer Bewegung werden zu lassen, die eine riesige Delle ins Universum haut

Die Definition von Change Leader auf Deutsch

Die Definition des Begriffs ist recht einfach, schließlich setzt er sich aus zwei Wörtern zusammen: Change und Leader. Also Veränderung und Macher. Daraus ergibt sich folgende Definition:

„Change Leader sind Menschen, die offen gegenüber neuen Ideen sind, innovativ denken und mutige Entscheidungen treffen. Vor allem aber legen sie ihren Fokus auf die Umsetzung, das Ausprobieren und die aktive Gestaltung der Zukunft.“

Natürlich bin ich mir bewusst, dass aktuell viele ähnliche Begriffe kursieren. Ein kurzes Überfliegen verschiedenster Social Media Profilbeschreibungen führt zur Erkenntnis, dass mit Buzzwords wie „Change Agent“, „Change Manager“ oder „Change Enthusiast“ aktuell herumgeschmissen wird, wie Kamellen auf dem Kölner Karnevalsumzug.

Was ist ein Change Leader?

Was macht uns Change Leader also anders? Warum verbirgt sich hinter diesem Begriff mehr als nur ein weiterer gehypter Titel? Für mich ist es die Intention hinter dem Hashtag #WirSindChangeLeader. Die Attitüde, die zu einem ganz besonderen Umgang mit Change jeglicher Art führt. Im Kleinen wie im Großen. Im persönlichen Alltag wie im Job. Und sowohl bei selbst initiierten Veränderungen, als auch bei externen Krisen, Problemen und Herausforderungen.

Diese besondere innere Haltung lässt sich am besten mit dem UnChange Mindset beschreiben (zu diesem Thema schreibe ich übrigens gerade ein neues Buch). Und weil das Mindset immer auf den Faktoren Identität, Werten und Beliefs basiert, kommt hier die DNA unserer Change Leader Bewegung.

Was ist ein Change Leader: Die Identität

  • Wir hinterfragen den Status Quo
  • Wir gestalten statt zu verwalten
  • Wir ermutigen die Menschen um uns herum
  • Wir lassen Taten statt Worte sprechen
  • Wir leben unsere Werte
  • Wir entwickeln innovative Ideen
  • Wir treffen mutige Entscheidungen
  • Wir gestalten die Zukunft aktiv
  • Wir wissen: Niemand gewinnt alleine
  • Wir übernehmen Verantwortung
  • Wir jammern nicht, wir machen
  • Wir führen mit Vertrauen, Transparenz und Empathie
  • Wir sind Surfertypen für andere
  • Wir fördern Diversität
  • Wir erschaffen eine Kultur, von der andere ein Teil sein wollen
  • Wir wissen, dass Klarheit, Fokus und Hartnäckigkeit zu außergewöhnlichen Ergebnissen führen
  • Wir hören niemals auf, zu lernen
  • Wir haben große Träume und eine starke Vision
  • Wir machen einen Unterschied
  • Wir sagen AuJa zur Veränderung
  • Wir sind leidenschaftlich, mutig und ein klein wenig verrückt

Was ist ein Change Leader: Werte

  • Verantwortung: Niemand gewinnt alleine! Aber nur wenn jeder an seinem Platz persönliche Verantwortung übernimmt, können wir gemeinsam erfolgreich sein.
  • Dankbarkeit: Wir gehen mit einer Attitude of Gratitude durchs Leben. Wir geben stets, bevor wir nehmen.
  • Diversity: Wir respektieren jeden Menschen so wie er ist, und behandeln jede Person individuell.
  • Integrität: We walk our talk. Wir lassen Taten statt Worte sprechen und tun das, was wir angekündigt haben.
  • Unterstützung: Das Team ist uns heilig und wir machen die Menschen in unserem Umfeld groß und erfolgreich.
  • Familie: Erfolg hat bei uns eine klare Reihenfolge: Family First, dann kommt das Business.
  • Bedeutung: Für uns ist unser Job nicht nur ein Job. Unser gesamtes Wirken beruht auf Sinnhaftigkeit und wir tun unser Bestes, die Welt jeden einzelnen Tag ein Stückchen besser zu machen.
  • Humor: Wir lachen gerne und viel, besonders über uns selber. Denn für uns muss Arbeit vor allem eins machen: Spaß!
  • Exzellenz: Wir haben hohe Ansprüche und Standards. An unsere Produkte, unseren Service, besonders aber an uns selber.

Was ist ein Change Leader: No-Go Werte

  • Gleichgültigkeit
  • Beliebigkeit
  • Feigheit
  • Egoismus
  • Rumeierei
  • Zynismus
  • Humorlosigkeit
  • Schwarzmalerei
  • Gewalt
  • Hass
  • Dogmatismus
  • Besserwisserei
  • Opportunismus.
 
Unsere positiven, vor allem aber unsere No-Go-Werte sind unser Leuchtturm und niemals verhandelbar. Solltest Du also einen der No-Go-Werte als entscheidendes Prinzip in Deinem Leben definiert haben, dann heißt es: Sorry, we are DEFINITELY not for you!
 
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Was ist ein Change Leader: Beliefs

  • Wir glauben, dass Unternehmen sich verändern, wenn die Menschen sich verändern.
  • Wir glauben, dass eine Kultur der Veränderung jede noch so ausgetüftelte Strategie schlägt.
  • Wir glauben, dass wir für unsere Ergebnisse verantwortlich sind. Für die guten, wie die schlechten.
  • Wir glauben, dass in jedem Problem eine Chance lauert.
  • Wir glauben, dass Motivation auf Sinn und Werten basiert, und nicht auf externen Faktoren.
  • Wir glauben, dass in jedem Menschen ein großes Feuer lodert, das nur darauf wartet, entzündet zu werden.
  • Wir glauben, dass sich alles verändert, wenn wir uns verändern.
  • Wir glauben, dass innovatives Denken, harte Arbeit, Commitment die Grundlage für Erfolg bilden.
  • Wir glauben an Individualität statt an Gleichmacherei.
  • Wir glauben an einfache Lösungen und nicht an komplizierte Probleme.
  • Wir glauben an Klarheit, Entschiedenheit und Integrität.
  • Wir glauben an Ergebnisse und nicht an Ankündigungen.
  • Wir glauben an Teamwork und nicht an Einzelkämpfertum.
  • Wir glauben, dass ein einzelner Mensch mit seinen Ideen und Taten die Möglichkeit besitzt, die Welt aus ihren Angeln zu heben

Das Change Leader Manifest

Die Kombination dieser Identität, Werte und Überzeugungen macht einen Changemaker aus. Und meine große Vision ist es, dass immer mehr Menschen voller Inbrunst und Leidenschaft unseren Battle-Cry in die Welt herausschreien: Wir sind Change Leader!

Das heißt übrigens nicht, dass wir nur mit der rosaroten Brille durchs Leben gehen, Probleme konsequent ignorieren und Veränderungen ausschließlich um der Veränderung wegen initiieren. Ganz im Gegenteil. Wir wissen, dass Change hart sein kann, zu schlaflosen Nächten führt und oft von einem Gefühl der Frustration begleitet wird. Und das ist ja noch nicht alles. Kommen Dir folgende Emotionen bekannt vor? Zweifel, Sorge, Angst, Überforderung, Einsamkeit, Verzweiflung oder Hoffnungslosigkeit.

All diese Gefühle sind normale Begleitumstände von Veränderungen. Wir alle haben sie. Du, ich und auch die erfolgreichsten Menschen dieser Welt. Entscheidend ist einzig und alleine, wie wir damit umgehen, welche Perspektive wir einnehmen und worauf wir unseren Fokus richten.

Der Unterschied, der einen Unterschied macht

Wir Change Leader wissen, dass die emotionale Achterbahnfahrt zu Veränderungsprozessen dazu gehört, richten unsere Aufmerksamkeit aber immer auf Chancen, Möglichkeiten und Lösungen. Es gibt so viele unglückliche, frustrierte und verzweifelte Menschen auf dieser Welt, weil die große Masse auf der einen Seite Fortschritt will, nicht aber bereit ist, die dafür notwendigen Veränderungen zu initiieren. Erst wenn man akzeptiert, dass es dafür eines persönlichen Changes bedarf, kommt es zu nie dagewesenen Durchbrüchen.

Wir Change Leader haben verstanden, dass Veränderungen der Weg sind, um unsere Ziele zu erreichen und unsere Träume zu leben. Aus diesem Grund, umarmen wir jeden Change, weil wir wissen, dass es eine großartige Möglichkeit ist, uns weiterzuentwickeln, besser zu werden und persönlich zu wachsen.

Werde Teil der Change Leader Bewegung

Hast Du Dich in den Beschreibungen dieses Artikels wiedergefunden? Dann würde es mein Herz mit Freude erfüllen, wenn Du die Entscheidung treffen würdest, ein Teil der #WirSindChangeLeader Bewegung zu werden und die Philosophie, die Ideen und die Botschaften in die Welt zu tragen, damit sie sich dort multiplizieren können. Du bist dabei? Wunderbar, dann kommen hier vier Ideen, wie Du Teil der Change Leaders Community werden kannst:

  1. Hinterlasse einen Kommentar unter diesem Artikel mit weiteren Ideen und Vorschlägen.
  2. Lade Dir das Change Leader Manifest in Posterform herunter und hänge es an Deine Bürowand oder nutze es als Smartphone-Wallpaper (rechte Maustaste > Speichern Unter).
  3. Nutze bei Deinen Posts auf Social Media den Hashtag #WirSindChangeLeader
  4. Werde Teil der Change Leaders Community auf Discord und tausche Dich mit anderen Change Leadern aus: https://www.skool.com/change-leaders-community/about

Ich danke Dir von Herzen für Deinen Support. Die Welt hat genug von Mittelmaß und Menschen, die angepasst und frustriert ein Leben im seelischen Niemandsland führen. Sie lechzt nach mutigen Change Leadern, die gemeinsam eine riesige Delle ins Universum hauen. Ich mache es einfach. Du auch?

Change Leader Manifest

Was sind Glaubenssätze? Der ultimative Leitfaden

Was sind Glaubenssätze? Dies ist eine Frage, die mir immer wieder gestellt wird. Kein Wunder, denn Glaubenssätze (stattdessen können Sie auch Überzeugungen oder Beliefs sagen) bestimmen unser Denkmuster, unsere Entscheidungsstrategien und insbesondere unser konkretes Verhalten in jeder einzelnen Sekunde des Lebens. Und zwar unbewusst auf Autopilotmodus. Dies hat natürlich riesige Auswirkungen auf unsere Erfolge im Job und die generelle Lebensqualität.

Sie glauben ja gar nicht, wie viele Menschen es gibt, die wirklich Erfolg haben wollen, die sich nichts sehnlicher wünschen, als Karriere zu machen, oder die nichts lieber wären als wohlhabend. Aber egal, was sie auch anpacken, probieren oder versuchen, immer, wenn es mal einen Schritt vorangeht, geht es direkt danach zwei wieder zurück. Es kommt zu einer sich selbst verstärkenden Spirale aus Selbstsabotage, Misserfolgen und Rückschlägen. Aber woran liegt das, wenn sich diese Menschen doch so sehr wünschen, etwas zu sein, zu tun oder zu haben?

Hier kommt die Antwort, die ihren Ursprung im Unterbewusstsein hat: Es ist schlichtweg egal, was sich jemand wünscht, vornimmt oder welche Vorhaben er ankündigt. Das einzige, was zählt, ist das, was Sie tun. Es kommt auf Ihr Verhalten an. Und das ist nunmal ein direkter Spiegel ihrer wichtigsten Glaubenssätze. Sie denken und tun das, wovon sie tief und fest überzeugt sind.

Doch genug der Vorrede. Lassen Sie uns am besten direkt einsteigen. Ich wünsche Ihnen viele Insights beim Lesen des ultimativen Guides zum Thema Glaubenssätze. Und wenn Ihnen noch eine bestimmte Information fehlen oder eine Frage offen sein sollte, dann freue ich mich über Ihren Kommentar.

Definition Glaubenssätze: Was sie sind und wie sie wirken

Auch wenn ich im ersten Absatz bereits erwähnt habe, was Glaubenssätze sind und wie sie wirken, möchte ich diese Gedanken an dieser Stelle trotzdem noch um eine offizielle Definition ergänzen:

Glaubenssätze sind tief im Unterbewusstsein verwurzelte Ansichten, die wir im Laufe unseres Lebens entwickeln und von denen wir tief und fest überzeugt sind. Diese Überzeugungen dienen als Grundlage für unser Denken, Handeln und unsere Entscheidungen. Glaubenssätze stammen aus verschiedenen Quellen, wie beispielsweise unseren Erfahrungen, Erziehung, Kultur, Medien oder dem sozialen Umfeld, in dem wir aufgewachsen sind. Sie bilden die Filter, durch die wir die Welt betrachten, beeinflussen unsere Wahrnehmung und Interpretation von Situationen und somit die Ergebnisse unseres Verhaltens.

Der Unterschied von Glaubenssätzen und Glaubenssystemen

Glaubenssätze sind also die Dinge im Leben, von denen Sie tief und fest glauben, dass Sie wahr sind. Sie liegen tief in Ihrem Unterbewusstsein und beeinflussen Ihre Handlungen und damit Ihre Ergebnisse im Leben. Diese Beeinflussung ist natürlich umso stärker, je fester und länger ein Glaubenssatz in Ihnen verankert ist.

Stellen Sie sich doch für einen Moment einen Tisch vor, der nur drei Beine hat. Das wäre eine ganz schön wacklige Angelegenheit, nicht wahr? Würden Sie da Ihr bestes Porzellan aufdecken? Eher nicht, oder? Aber wenn dieser Tisch nun auf ganz vielen und vor allem dicken Beinen stehen würde, dann könnten Sie so gut wie jeden Gegenstand darauf abstellen, einfach weil Sie um die Stabilität und Kraft des Möbelstücks wissen. Jeder Glaubenssatz ist wie solch ein Tisch. Anfänglich ist er noch etwas wackelig, doch schon bald kommen die ersten Tischbeine hinzu und beginnen, den Tisch stabiler und kraftvoller zu machen. Im wahren Leben sind dies (emotionale) Referenzerlebnisse, die Ihre Überzeugungen bestätigen und damit verstärken.

Lassen Sie mich Ihnen ein Beispiel geben. Wenn Sie glauben, dass es gesund ist, als Vegetarier zu leben, dann werden Ihnen überall im Leben „Beweise“ für genau diese Überzeugung begegnen. Im Fernsehen, im Internet, in Gesprächen mit Freunden und Kollegen. Und jeder dieser „Beweise“ verstärkt dann wieder Ihren Glaubenssatz, woraufhin Sie wiederum noch mehr Beweise für die Richtigkeit Ihres Glaubenssatzes finden werden. Es handelt sich dabei um eine sich selbst verstärkende Spirale. Der Philosoph Robert Anton Wilson fasste dies in seinem Buch „Der neue Prometheus – Die Evolution unserer Intelligenz“ einem treffenden Satz zusammen: „Was der Denker denkt, wird der Beweisführer beweisen.“

Der Denker und der Beweisführer

Wilson nutzt zur Argumentation eine geniale Methapher. Stellen Sie sich dafür vor, dass Ihr Gehirn aus zwei Teilen besteht. Einem, der für das Denken zuständig ist, und einem weiteren Teil, dessen einzige Aufgabe darin besteht, die Gedanken des Denkers zu beweisen. Wenn Sie also auf einmal der festen Überzeugung wären, dass es absolut gesundheitsgefährdend wäre, als Vegetarier zu leben, dann würden Sie auch für diese These viele Referenzen und Beweise finden.

Die folgende Anektote verdeutlicht die Metapher vom Denker und Beweisführer: Eines Tages kam ein Mann zu einem Psychiater, weil er dringend Hilfe benötigte. Er glaubte nämlich fest daran, dass er eine Leiche sei (Ja, es gibt nichts, was es nicht gibt). Der Mediziner dachte kurz nach und versuchte dann, seinen neuen Patienten mit Logik zu überlisten. Er stellte ihm eine Frage:

„Sagen Sie mal, eine Leiche ist doch bereits tot, nicht wahr?“

„Ja, selbstverständlich“, kam die umgehende Antwort.

Der Psychiater fragte weiter: „Und wenn man einer Leiche in die Haut schneiden würde, dann bedeutet dies ja, dass kein Blut herauslaufen kann, oder?“

„Ja, ganz genau, eine Leiche kann auf keinen Fall bluten“.

„Dann habe ich eine Idee«, sagte der Arzt, „würden Sie mir gestatten, Sie mit einem scharfen Messer ganz leicht am Arm einzuritzen, um zu beobachten, was genau passieren wird?“

Der Patient war sofort einverstanden: „Geht klar, Doc. Überhaupt kein Problem“.

Der Psychiater nahm also sein Skalpell und ritzte vorsichtig über den linken Arm des Mannes, der daraufhin auch gleich zu bluten anfing. In der sicheren Gewissheit, seinen Patienten mit diesem Beweis überzeugt zu haben, dass er auf keinen Fall eine Leiche sein könne, stellte er die Abschlussfrage: „Und, was genau sagt uns dieses Ergebnis?“

Der Patient sah leicht verwirrt aus, als er antwortete: „Das ist echt krass. Leichen bluten ja doch!“

Glaubenssätze verstärken sich zu Glaubenssystemen

Dies ist die Kraft von Glaubenssätzen. Und wenn Sie in einem Bereich Ihres Lebens eine ganze Reihe von ähnlichen Glaubenssätzen haben, dann wird ein ganzes Cluster von Überzeugungen daraus, also ein Glaubenssystem, welches dann noch stärker wirkt als ein einzelner Glaubenssatz. Nun ist es aber so, dass es zwei Arten von Überzeugungen gibt: zum einen sind da die lösungsorientierten und aktivierenden Glaubenssätze. Diese bringen Sie Ihren Zielen und Träumen näher und lassen Sie an Ihren Erfolg glauben.

Leider gibt es aber genauso viele limitierende und einschränkende Überzeugungen, die Sie von Ihren Zielen abhalten und Sie glauben lassen, dass Sie nicht gut genug wären oder den Erfolg nicht verdient hätten. Und bei den meisten Menschen überwiegen diese negativen Überzeugungen – natürlich mit den entsprechenden Ergebnissen. Doch was halten Sie davon, wenn wir uns ein paar konkrete Beispiele anschauen?

Beispiele für limitierende Glaubenssätze

Negative Glaubenssätze tauchen in den unterschiedlichsten Lebensbereichen auf und beeinflussen dort unser Denken und Handeln. Hier einige Klassiker-Beispiele für limitierende Überzeugungen, die dafür sorgen, dass wir nicht den Erfolg bekommen, den wir uns wünschen.

  1. “Ich bin nicht gut genug.”

  2. “Ich verdiene kein Glück.”

  3. “Ich bin es nicht wert, geliebt zu werden.”

  4. “Geld ist schwer zu verdienen.”

  5. “Ich kann mich nie ändern.”

  6. „Veränderung muss schwer sein.“

  7. „Geld verdirbt den Charakter.“

  8. „Reiche Menschen sind böse.“

  9. „Wenn ich es nicht selber tue, dann wird es nichts.“

  10. „Über Geld spricht man nicht.“

Beispiele für förderliche Glaubenssätze

Im Gegensatz zu ihren limitierenden Geschwisterm, können positive Glaubenssätze uns dabei unterstützen, unser volles Potenzial zu entfalten und ein erfülltes Leben zu führen. Hier sind einige Beispiele für positive Glaubenssätze:

  1. “Ich habe die Fähigkeit, alles zu erreichen, was ich mir vornehme.”

  2. “Ich bin es wert, Liebe und Erfolg zu erfahren.”

  3. “Ich bin einzigartig und wertvoll.”

  4. “Ich bin finanziell erfolgreich und habe genug für meine Bedürfnisse.”

  5. “Ich habe die Kraft, mich selbst zu verändern und zu wachsen.”

  6. „Ich ziehe das Geld an, wie ein Magnet“.

  7. „Commitment, Fleiß und Durchhaltevermögen zahlen sich am Ende immer aus.“

  8. „Wenn ich viel und gerne gebe, bekomme ich auf lange Sicht doppelt und dreifach zurück.“

  9. „Wenn ich regelmäßig mutige Entscheidungen treffe, wird mich das Leben reich beschenken.“

  10. „Ein positives Mindset wird mir sämtliche Türen im Leben öffnen.“

Diese förderlichen Glaubenssätze habe ich mir ganz bewusst gewählt und zur Grundlage meines täglichen Wirkens werden lassen. Und sie helfen mir mittlerweile unbewusst dabei, meine Ziele zu erreichen und meine Träume zu leben.

Glaubenssätze eine Übersicht

Wie wäre es zusätzlich zu den beiden Top-10-Listen noch mit einer Übersichtsgrafik? Hier finden Sie eine Zusammenfassung von Glaubenssätzen, die mir in meiner Arbeit als Change Coach und Keynote Speaker immer wieder begegnen.

Negative Glaubenssätze Beispiele

Die Aufzählung ist natürlich nicht vollständig, und wenn ich aus platzgründen nicht limitiert gewesen wäre, hätte ich sie noch um viele weitere Beispiele ergänzen können.

Arten von Glaubenssätzen

Unabhängig davon, ob sie nun positiv oder limitierend sind, können Glaubenssätze grob in vier verschiedene Kategorien unterteilt werden, die alle eines gemeinsam haben: Sie sind emotional aufgeladen.

  1. Selbstwert und Selbstbild: Diese Glaubenssätze betreffen unsere Überzeugungen darüber, wer wir sind und was wir wert sind. Positive Selbstwert-Glaubenssätze stärken unser Selbstvertrauen und unser Selbstbewusstsein, während negative Selbstwert-Glaubenssätze uns dazu bringen können, uns minderwertig oder unwürdig zu fühlen.

  2. Erfolg und Leistung: Diese Glaubenssätze beziehen sich darauf, was wir über unsere Fähigkeiten und unser Potenzial denken. Positive Erfolgs-Glaubenssätze ermutigen uns, hart zu arbeiten und Herausforderungen zu meistern, während negative Glaubenssätze uns davon überzeugen können, dass wir nicht gut genug sind oder dass Erfolg für uns unerreichbar ist.

  3. Zwischenmenschliche Beziehungen: Diese Glaubenssätze betreffen unsere Überzeugungen über andere Menschen und die Natur zwischenmenschlicher Beziehungen. Positive zwischenmenschliche Glaubenssätze fördern Vertrauen, Mitgefühl und Harmonie, während negative Glaubenssätze zu Misstrauen, Konflikten und Isolation führen können.

  4. Geld und Wohlstand: Diese Glaubenssätze beeinflussen unsere Einstellung zum Geld und zum Erfolg im finanziellen Bereich. Positive Geld-Glaubenssätze unterstützen den Glauben an Fülle und finanzielle Freiheit, während negative Glaubenssätze zu Knappheit, Angst vor Geld oder finanzieller Abhängigkeit führen können.

Eigenschaften von Glaubenssätzen

Wir wollen nun einen Schritt weiter gehen, und uns gemeinsam wir sieben fundamentale Eigenschaften anschauen, die alle Überzeugungen gemeinsam haben.

  1. Glaubenssätze kommen immer von außen: Kein Baby wird als Rassist, Zyniker oder Optimist geboren. Sämtliche Glaubenssätze entwickeln Menschen erst im Laufe der Kindheit und Jugend, insbesondere von wichtigen Bezugspersonen wie Eltern, Verwandte, Lehrern oder Personen, zu denen eine emotionale Beziehung besteht.
  2. Glaubenssätze wirken unbewusst: Unsere Überzeugungen sind tief in unserem Unterbewusstsein verankert und leisten uns dort auf Autopilotmodus treue Dienste. Unabhängig davon, was wir uns bewusst vornehmen.
  3. Glaubenssätze bestimmen unser Verhalten: Glaubenssätze wirken als Wahrnehmungsfilter und bestimmen daher sowohl unser Denken, vorwiegend aber unsere Entscheidungen. Je nachdem, wie sie die Welt sehen, verhalten Sie sich anders.
  4. Glaubenssätze verstärken sich mit der Zeit: Je überzeugter Sie von etwas sind, desto mehr werden Sie entsprechende Beweise dafür im Alltag finden. Und je mehr Beweise Sie für die Richtigkeit der Überzeugung finden, desto mehr verfestigt diese sich.
  5. Glaubenssätze können förderlich sein: Positive Überzeugungen wirken aktivierend, richten den Fokus auf Chancen im Leben aus und sorgen dafür, dass Sie in der Lage sind, Ihr volles Potenzial zu entfalten.
  6. Glaubenssätze können limitierend sein: Negative Überzeugungen wirken limitierend, richten den Fokus auf Probleme im Leben und sorgen (unbewusst) dafür, dass Sie sich selber sabotieren und nicht den Erfolg erhalten, den Sie sich (bewusst) so sehr wünschen.
  7. Glaubenssätze können verändert werden: Dies ist vielleicht die wichtigste Eigenschaft von allen. Denn auch wenn Glaubenssätze immer unbewusst wirken, so können Sie doch verändert werden. 

Wie entstehen Glaubenssätze?

Nachdem wir nun wissen, was genau Glaubenssätze sind und über welche Eigenschaften sie verfügen, wollen wir uns der Frage widmen, wie sie denn überhaupt entstehen. Es dürfte mittlerweile nicht mehr überraschen, dass dies auf keinen Fall zufällig geschieht. Stattdessen sind Überzeugungen das direkte Ergebnis der unterschiedlichsten Prägungen durch Ihr Umfeld. Sie entwickeln sich aus den Einflüssen, denen Sie sich permanent aussetzen. Den Informationen, die Sie konsumieren, den Menschen, mit denen Sie sich umgeben, den Orten, in denen Sie sich bewegen und die Art, wie Sie mit sich selber reden.

  • Erfahrungen: Frühe Erfahrungen, insbesondere in der Kindheit, prägen unsere Glaubenssysteme maßgeblich. Positive Erfahrungen können zu positiven Glaubenssätzen führen, während negative Erfahrungen zu einschränkenden Überzeugungen führen können.

  • Erziehung und Umfeld: Die Menschen in unserem Umfeld, wie Eltern, Lehrer, Freunde und Kollegen, sowie gesellschaftliche Normen und Werte beeinflussen unsere Glaubenssätze stark. Das, was wir von anderen über uns selbst und die Welt lernen, prägt unsere Überzeugungen und Annahmen.

  • Selbstgespräche: Unsere inneren Dialoge und Gedankenmuster spielen eine wichtige Rolle bei der Formulierung unserer Glaubenssätze. Indem wir uns immer wieder bestimmte Dinge sagen, verstärken wir bestimmte Überzeugungen und festigen sie in unserem Unterbewusstsein.

Sie können sich das vereinfacht so vorstellen: Sie nehmen einen Glaubenssatz in Form einer Meinung, einer Idee oder eines Vorurteils auf und übernehmen diesen unkritisch. Und schon geht es los. Auf einmal finden Sie im Alltag überall die bereits erwähnten „Beweise“, welche die neue Überzeugung bestätigen. Und je mehr „Beweise“ Sie finden, desto tiefer nistet sich der Glaubenssatz im Unterbewusstsein ein.

Unsere Kernüberzeugungen werden vor allem in der Kindheit und Jugend gebildet, doch auch noch im Erwachsenenalter läuft dieser Prozess nach genau dem gleichen Schema ab. Und ehe man sich versieht, glaubt man tief und fest daran, dass Erfolg schwer ist, Geld den Charakter verdirbt und die anderen Menschen nur darauf warten, einen übers Ohr zu hauen. Je fester die Überzeugung, desto mehr werden einem diese Dinge im Alltag auffallen. Und dadurch wird dann die Überzeugung wieder fester. Eine klassische Spirale, die Sie entweder Ihren Zielen näher bringen kann, oder dafür sorgt, dass Sie sich permanent selbst sabotieren. Denn Glaubenssätze vermehren und verstärken sich im Laufe der Zeit.

Mind Viruses – So vermehren sich Glaubenssätze

An dieser Stelle kommt der Name Richard Brodie ins Spiel. Was, den haben Sie noch nie gehört? Zuerst einmal sollten Sie ihm mehr oder weniger dankbar sein. In seinem früheren Leben war Brodie nämlich Softwareprogrammierer bei Microsoft und in dieser Eigenschaft der Entwickler des Schreibprogramms Word. Irgendwann entschied er sich jedoch, seiner Berufung zu folgen und wurde Redner und Autor (komisch, das kommt mir irgendwie bekannt vor). In seiner neuen Rolle widmete er sich fortan dem Studium der Frage, wie äußere Programmierungen die inneren Überzeugungen beeinflussen.

Als Ergebnis seiner Forschungen schrieb er ein Buch, welches ich Ihnen wärmstens ans Herz legen kann. Es trägt den spannenden Titel „Virus of the Mind – The New Science of the Meme. Basierend auf den Untersuchungen zum „selbstsüchtigen Gen“ von Richard Dawkins beschreibt Brodie, wie sich Ideen im Gehirn einnisten und sich dort genauso verbreiten, wie es beispielsweise ein Grippevirus tut.

Zwei Faktoren bestimmen dabei, wie stark sich die von ihm als „Geistesviren“ bezeichneten Informationen im Gehirn festsetzen. Zum einen sind es regelmäßige Wiederholungen. Klar, je häufiger Sie eine Idee im Kopf haben, desto vertrauter und realer wird sie irgendwann. Hinzu kommt die emotionale Intensität. Wenn eine Idee in Verbindung mit Liebe, Sex, Angst, Kindern oder Essen präsentiert wird, potenziert sich die Wirkung der Suggestion um ein Vielfaches.

Ideen vermehren sich wie Viren im Gehirn

Um das zu überprüfen, brauchen Sie nur zum nächsten Kiosk zu gehen, und sich die aktuelle Ausgabe der Bildzeitung kaufen. Sie ist voller Beispiele für beide der genannten Phänomene. Die Kombination aus Intensität und Wiederholung sorgt dann dafür, dass sich ein Gedankenvirus genauso schnell verbreitet, wie es eine typische Grippewelle tut. Das Schlimme daran ist, dass die meisten Ideen und Meinungen mittlerweile ohne einen einzigen Funken eigener Denkleistung übernommen und weitergegeben werden. Zeitungen schreiben voneinander ab. Freunde erzählen sich die neuste Entdeckung, die im Fernsehen kam, und auf WhatsApp werden moderne Kettenbriefe wahllos geteilt und verbreitet. Und was erst einmal als Meinung oder Vorurteil im Kopf ist, will so schnell nicht mehr heraus.

Nie war es deshalb wichtiger, zum kritischen Denker zu werden. Ansonsten sind Sie den äußeren Programmierungen der Werbefachleute, Fernsehproduzenten und Radiomoderatoren hilflos ausgeliefert. Nicht immer werden Sie direkt programmiert. Häufig sind es auch einfach nur stereotype, aber hoch emotionale Bilder. Stellen Sie sich vor, Sie schlagen die Zeitung auf und erblicken eine harmlos ausschauende Karikatur, in der eine arme Frau von einem dicken, gierigen Industriekapitän übers Ohr gehauen wird. Welche Botschaft wird dort unbewusst übermittelt? Richtig, die Reichen sind dick, gierig und beuten die armen (und selbstverständlich ehrlichen) Menschen bei jeder sich bietenden Gelegenheit aus.

Je häufiger Sie solche Botschaften unkritisch akzeptieren, desto stärker wirken Sie und bilden sich dann zu Kernüberzeugungen aus, auf denen Ihre Sicht auf die Welt und vor allem auf sich selbst basiert. Diese Glaubenssätze sitzen tief im Unterbewusstsein und verbreiten sich dort wie der berühmte Gedankenvirus aus dem Film Inception mit Leonardo DiCaprio, in dem es möglich ist, die Träume anderer Menschen zu infiltrieren und dort Ideen zu platzieren. Die ehemals externe Idee ist zu Ihrer internen Realität geworden.

Die Summe der Kernüberzeugungen führt dann unweigerlich dazu, dass Ihr unbewusster Autopilot eben nicht auf Erfolg und Überfluss ausgerichtet ist, sondern auf Mangel und Mittelmäßigkeit. Und dann können Sie auf bewusster Ebene noch so sehr davon überzeugt sein, dass Sie erfolgreich sein wollen. Wenn Ihr Autopilot auf das genaue Gegenteil programmiert ist, werden Sie Ihr Ziel nicht erreichen. Bereits Einstein wusste: Wenn der logische Verstand und das Unterbewusstsein in Konflikt stehen, setzt sich immer die unbewusste Vorstellung durch. Und bitte, nutzen Sie diese Feststellung auf keinen Fall dazu, es der großen Masse gleich zu tun und den Verstand komplett aufzugeben. Die Fähigkeit, kritisch zu denken, bewusste Entscheidungen zu treffen, und die gigantische Kapazität des Gehirns zu nutzen, ist die größte Gabe, mit der die Natur Sie ausgestattet hat.

Auswirkungen von Glaubenssätzen

Glaubenssätze haben eine enorme Auswirkung auf unser Leben. Sie können uns motivieren und inspirieren oder uns zurückhalten und einschränken. Einige der Auswirkungen von Glaubenssätzen sind:

  • Verhalten und Handlungen: Unsere Glaubenssätze beeinflussen, wie wir handeln und reagieren. Positive Glaubenssätze können uns dazu ermutigen, Risiken einzugehen, neue Herausforderungen anzunehmen und hart für unsere Ziele zu arbeiten, während negative Glaubenssätze uns dazu bringen können, uns zurückzuziehen, unsicher zu sein und Chancen zu verpassen.

  • Emotionen und Gefühle: Unsere Glaubenssätze beeinflussen auch unsere emotionalen Reaktionen auf verschiedene Situationen. Positive Glaubenssätze können ein Gefühl von Freude, Dankbarkeit und Erfüllung fördern, während negative Glaubenssätze zu Angst, Frustration und Depression führen können.

  • Beziehungen: Unsere Überzeugungen über uns selbst und andere Menschen prägen auch unsere zwischenmenschlichen Beziehungen. Positive Glaubenssätze fördern Vertrauen, Nähe und Respekt in Beziehungen, während negative Glaubenssätze zu Misstrauen, Konflikten und Trennungen führen können.

  • Erfolg und Leistung: Unsere Glaubenssätze über unsere Fähigkeiten und unser Potenzial beeinflussen maßgeblich unseren Erfolg und unsere Leistung. Positive Glaubenssätze können uns dazu ermutigen, hart zu arbeiten, Hindernisse zu überwinden und unsere Ziele zu erreichen, während negative Glaubenssätze uns davon abhalten können, unser volles Potenzial auszuschöpfen und unsere Träume zu verwirklichen.

Glaubenssätze im Alltag

Je kritischer Sie denken und je bewusster Sie auf Ihre Denkmuster, Entscheidungsstrategien und Ihre typischen Verhaltensweisen im Alltag achten, desto häufiger werden Sie feststellen, dass ein negativer Glaubenssatz gerade dabei ist, Ihren Erfolg zu sabotieren. Limitierende Überzeugungen lauern nämlich überall, und spiegeln sich gerne in den folgenden Mustern wider:

  • Ausreden

  • Emotionale Reaktionen

  • Negative Gedanken

  • Negative Denkmuster

  • Vorannahmen

  • Zweifel

  • Wiederkehrende Muster

  • Kulturelle Mythen

  • Drang nach Perfektionismus

  • Rechtfertigungen

  • Sorgen

  • Selbstbetrug

  • Stereotypen

  • Selbstoptimierungswahn

  • Innerer Kritiker

  • All die Storys, die wir uns jeden Tag selber erzählen

In all diesen Verhaltensweisen und Mustern lauern tief sitzende Überzeugungen, die durch das Filtern der Realität entscheiden, was Sie konkret tun und wie Sie auf bestimme Dinge reagieren.

Veränderung von Glaubenssätzen

Kommen wir nun zum vielleicht wichtigsten Abschnitt dieses Artikels. Er widmet sich der Frage: „Wie können Glaubenssätze verändert werden?“ Da Überzeugungen auf unbewusster Ebene wirken, können Sie langfristig auch nur dort verändert werden. Diese Veränderung beginnt mit einer klaren und bewussten Entscheidung und endet mit der Integration eines alternativen Glaubenssatzes, der dann an Stelle der ehemals limitierenden Überzeugung seinen automatisierten Dienst tun kann. Um so konkret wie möglich zu werden, möchte ich diese kurze Erläuterung gerne so detailliert wie möglich beschreiben, indem ich Ihnen den 7-stufigen Prozess zum Auflösen und verändern von limitierenden Glaubenssätzen vorstelle.

Limitierende Glaubenssätze verändern: Der 7-Stufen-Prozess

  1. Identifizieren Sie einen negativen Glaubenssatz und stellen Sie sich folgende Frage: “Woher genau weiß ich das?”

  2. Analysieren Sie so bewusst wie möglich, wie genau sich der Glaubenssatz in Ihrem Alltag bemerkbar macht. Wann taucht er auf, durch welche Trigger wird er ausgelöst und welche Verhaltensweisen sind eine typische Folgeerscheinung?

  3. Fragen Sie sich: “Was würde passieren, wenn ich den Glaubenssatz behalte?”

  4. Orientieren Sie sich bei der Analyse der Überzeugung an folgender Idee: “Argumentieren Sie nur für die Limitationen, die Sie behalten wollen.”

  5. Formulieren Sie eine positive Alternative, die an die Stelle des negativen Glaubenssatzes treten soll.

  6. Integrieren Sie den neuen, positiven Glaubenssatz bewusst und konsistent in Ihren Alltag.

  7. Geben Sie sich mindestens 66 Tage Zeit und machen Sie eine Gewohnheit draus.

Diese sieben Schritte folgen einem immer wiederkehrenden Muster der Veränderung:  Ein unbewusstes Verhalten an die Oberfläche holen. Dort verändern. Solange bewusst anwenden, bis es zu einer neuen unbewussten Gewohnheit wird.

Was sind Glaubenssätze – Ein letzter Gedanke

Puh, ich gebe zu, dass die Beschäftigung mit der Frage „Was sind Glaubenssätze?“ am Ende zu einem richtig langen Artikel geführt hat. Ich hoffe aber sehr, dass Sie sich nun umfassend informiert fühlen, und all Ihre offenen Fragen rund ums Thema Glaubenssätze beantwortet sind. Sollte dies nicht der Fall sein, dann freue ich mich über Ihren Kommentar und werde den Artikel dann sukzessive ergänzen.

Bessere Entscheidungen treffen

Die Kunst, sich gut zu fühlen, ohne Grund

Bessere Entscheidungen treffen. Wer würde sich nicht wünschen, genau das in den unterschiedlichsten Kontexten zu können? Denn jeden einzelnen Tag müssen wir Entscheidungen treffen. Im Job, in der Familie und beim Sport. Mal sind es kleine, und dann wiederum richtig große. Und es gibt tatsächlich einen riesigen Erfolgsfaktor, der dafür sorgt, dass Sie dauerhaft in der Lage sind, bessere Entscheidungen treffen zu können. Und genau diesen Erfolgsfaktor möchte ich Ihnen in diesem Artikel gerne vorstellen.

Ich spreche von der Fähigkeit, sich ohne Grund gut zu fühlen. Einfach so. Nicht, weil ihnen etwas Schönes passiert. Nicht, weil Sie sich über das Verhalten eines anderen Menschen freuen. Und auch nicht, weil Sie ein besonderes Erfolgserlebnis haben. Die große Masse ist nämlich so darauf konditioniert, sich grundsätzlich schlecht zu fühlen, dass sie im Laufe der Zeit vergessen hat, dass sich gut zu fühlen nicht nur der Normalzustand sein sollte, sondern dass man diesen auch aktiv herbeiführen kann. Haben Sie Lust, dass wir uns anschauen, wie das geht?

Bessere Entscheidungen treffen – Der rote Faden

Dann möchte ich Sie gerne zu einem kleinen Gedankenexperiment einladen. Denken Sie doch einmal an die drei besten und die drei schlechtesten Entscheidungen des letzten Jahres zurück. Haben Sie die jeweiligen Situationen vor Ihrem geistigen Auge? Sehr schön. Was war der Unterschied zwischen den beiden Kategorien? Obwohl natürlich verschiedene Faktoren eine Rolle spielen, ist der wichtigste immer Ihr emotionaler Zustand, aus dem heraus Sie Ihre Entscheidungen treffen.

Denn obwohl wir uns so gerne einreden, dass wir Menschen rational handelnde Wesen wären, die ohne jede Ausnahme logisch und berechenbar handeln würden, ist das exakte Gegenteil der Fall. Weil wir eine hochemotionale Spezies sind, die sämtliche kleinen und großen Entscheidungen des Alltags ausschließlich auf Basis von Gefühlen, impulsiven Launen und inneren Bedürfnissen trifft.

Welchen Grund gäbe es sonst, dass sich manche Frauen ein Birkin Bag für mehrere zehntausend Euro kaufen, obwohl sie bereits dutzende Handtaschen im Schrank haben? Warum brauchen moderne Großstadtcowboys unbedingt einen riesigen SUV, nur um damit ihre Kinder in die 300 m entfernte KiTa fahren zu können? Und was bringt erwachsene Menschen dazu, sich einer Body-Modifikation unterziehen, die darin besteht, einen Gegenstand unter die Stirn pflanzen zu lassen, der die Form eines Bagels hat (ja, diesen Trend gab es wirklich)?

Unsere Emotionen bestimmen die Qualität unserer Entscheidungen

Die Ursache ist in allen drei Beispielen identisch: Intensive Emotionen. Weil diese dazu führen, dass man sich einzigartig fühlt, einen hohen Status erlangt oder Anerkennung von Außen erhält. Natürlich würden diese Menschen dies niemals zugeben, und würde man sie nach ihrem Antrieb fragen, so würden Sie den Einfluss von Gefühlen entschieden verneinen und Ihnen stattdessen eine auf Zahlen, Daten und Fakten basierende Begründung präsentieren. Man spricht in diesem Fall auch von Postrationalisierung.

Und wenn Sie jetzt denken, dass Ihnen so etwas auf keinen Fall passieren könnte, dann irren Sie leider. So unterschiedlich wir Menschen auch sein mögen, so eint uns doch die Eigenschaft, dass wir durch die Bank weg auf der Basis von Gefühlen entscheiden. Und zwar immer. So sehr unser Charakter auch logisch geprägt sein mag, schlussendlich sind es immer die Emotionen, die uns etwas tun bzw. nicht tun lassen.

Lassen Sie uns gerne die Probe aufs Exempel machen. Haben Sie schon einmal etwas aus einer Laune heraus gekauft, was Sie gar nicht brauchten? Haben Sie jemals eine vermeintlich gute Gelegenheit verstreichen lassen, weil Ihr Bauchgefühl dagegensprach? Oder können Sie sich an eine Situation erinnern, in der Sie einem geliebten Menschen etwas verbal an den Kopf geworfen haben, was Sie direkt hinterher bereut haben?

Mixen Sie ihren Brainjuice selber – und treffen Sie bessere Entscheidungen

Sie wissen wovon ich spreche, nicht wahr? Ich gehe sogar noch weiter und behaupte, dass Sie noch niemals in Ihrem Leben eine gute Entscheidung aus einem negativen Zustand heraus getroffen haben. Doch zum Glück gilt auch das genaue Gegenteil. Je ausgeprägter der Faktor Herzblut, desto hochwertiger ist auch die Qualität Ihrer Entscheidungen. Was liegt da näher, als die Verantwortung für Ihre emotionalen Zustände zu übernehmen und diese nicht länger dem Zufall zu überlassen.

Wie das am besten geht? In dem wir einen kurzen Blick auf das limbische System des Gehirns werfen.  Dieses ist ausschließlich emotional gesteuert und verantwortlich für Ihre Gefühle, Ihre Zustände und damit auch für die Entscheidungsfindung. Eine geniale Metapher hierfür stammt von John LaValle (ich habe ihn 2008 auf dem NLP Trainers Training kennengelernt und einige Jahre mit ihm zusammengearbeitet. Heute sehe ich die Methode des Neuro Linguistischen Programmierens durchaus kritisch. Aber erstens war ich jung und brauchte das Geld, und zweitens nutze ich einige Techniken auch heute noch gerne), der den dort entstehenden biochemischen Cocktail als „Brain Juice“ bezeichnet, was sich etwas holprig mit „Gehirn Saft“ übersetzen lässt.

Dieser umgibt zusammen mit Wasser die tausenden von Synapsen, zwischen denen sekündlich Signale über die berühmten Datenautobahnen gesendet werden. Je mehr Verbindungen Sie zwischen den einzelnen Speicherplätzen haben, desto leichter fällt es Ihnen, Zugang zu den unterschiedlichsten Informationen zu erhalten. Und je häufiger eine solche Datenautobahn verwendet wird, desto breiter wird diese und es kommt im Laufe der Zeit zu Konditionierungen und damit zur Bildung von unbewussten Automatismen. So weit, so gut? Wunderbar.

Die Quelle guter Entscheidungen liegt im Gehirn

Die Qualität des Brain Juice wird von den Neurotransmittern bestimmt, deren bekannteste Vertreter Adrenalin, Dopamin, Serotonin und das berühmte Glückshormon Endorphin sind. Und jetzt schließt sich der Kreis langsam, denn je besser Ihre Zustände sind, desto mehr werden diese Botenstoffe ausgeschüttet, die dann wiederum zu noch besseren Gefühlen führen. Je häufiger dies geschieht, desto schneller erweitern sich die entsprechenden Datenautobahnen und neue Synapsen werden gebildet. Und das limbische Gehirn trifft dann auf Basis der verschiedenen Glückshormone qualitativ hochwertige Entscheidungen, die sich im Äußeren in Herzblut und entsprechenden Ergebnissen widerspiegeln.

Es lohnt sich also, Ihre Zustände nicht dem Zufall zu überlassen, und Ihren ganz persönlichen Brain Juice ganz bewusst und regelmäßig nur mit den besten Botenstoffen zu versorgen. Dafür sollten Sie allerdings nicht auf die seltenen Momente warten, wo dies von alleine passiert. Ich empfehle Ihnen stattdessen zu lernen, wie Sie sich jederzeit gut fühlen können. Einfach so. Und ohne jeglichen Grund. Je besser Sie dazu in der Lage sind, desto erfolgreicher werden Sie sein, wenn es richtig drauf ankommt.

Je nach Situation benötigen Sie dafür natürlich unterschiedliche Zustände. In einem Verkaufsgespräch müssen Sie leidenschaftlich und überzeugend sein. In einer Prüfung konzentriert und fokussiert. Beim Sport motiviert und voller Energie. In einer Verhandlung klar und verbindlich. In Gesprächen mit Freunden empathisch und verständnisvoll. Beim Lernen neugierig und offen. In einer Präsentation leidenschaftlich und mitreißend.

Unterschiedliche Situationen erfordern unterschiedliche Zustände

So unterschiedlich diese einzelnen Zustände auch sein mögen, so verbindet sie doch eine Gemeinsamkeit. Je intensiver die jeweilige Emotion ist, desto besser fühlen Sie sich. Und je besser Sie sich fühlen, desto qualitativ hochwertigere Entscheidungen treffen Sie. Doch leider gibt es einen kleinen Haken. Da Sie keine Maschine sind, befinden Sie sich nicht immer im optimalen Zustand. Vor dem Verkaufsgespräch fühlen Sie sich unter Druck. Vor der Prüfung werden Sie von Nervosität geplagt. Vor dem wichtigen Wettkampf fehlt Ihnen die Energie. Vor der Verhandlung sind sie unsicher. Im Gespräch mit Ihrer besten Freundin reagieren Sie ungeduldig und vor der so wichtigen Vorstandpräsentation leiden Sie unter starkem Lampenfieber.

Wäre es da nicht wünschenswert, wenn Sie in diesen Situationen Ihren Zustand mit einfachen Mitteln in die gewünschte Richtung lenken könnten? Dann möchte ich Ihnen nun eine meiner Lieblingsmentaltechniken vorstellen, die mir und vielen meiner Kunden seit Jahren treue Dienste leistet. Sie besteht aus sieben Schritten, deren regelmäßige Anwendung Sie in die Lage versetzen werden, sich in herausfordernden Situationen in einem optimalen Zustand zu befinden.

Bessere Entscheidungen treffen: Das Mixen Ihres Brain Juice in 7 Schritten

  1. Fragen Sie sich, welcher Zustand für die anstehende Situation optimal wäre. In welchen Momenten in Ihrem Leben haben Sie diesen Zustand besonders intensiv erlebt? Lassen Sie die Erinnerungen so lebendig wie möglich werden, so dass Sie das dazugehörige Gefühl intensiv spüren.
  2. Tauchen Sie in die Situation hinein und betrachten Sie alles aus Ihren eigenen Augen heraus heraus. Was können Sie sehen? Was hören? Welche Gerüche und Geschmäcker nehmen Sie wahr? Und am wichtigsten von allen: Wie gut fühlen Sie sich? Je detaillierter Ihre Wahrnehmung, desto besser.
  3. Konzentrieren Sie sich nun auf das gute Gefühl. Welche Form und Farbe hat es? (Ja, Gefühle haben tatsächlich eine Form und eine Farbe, machen Sie gerne die Probe aufs Exempel) Lokalisieren Sie als nächstes, wo genau dieses Gefühl seinen Ursprung hat. In welche Richtung bewegt es sich von dort und auf welche Art und Weise? Dreht es sich im Kreis, pulsiert es oder strahlt es in Wellen aus?
  4. Intensivieren Sie nun die Bewegung und damit das gute Gefühl. Dabei werden Sie folgendes feststellen. Je schneller sich ein Gefühl bewegt, desto intensiver wird es. Erhöhen Sie die Geschwindigkeit, bis Sie das Maximum an Intensität erreicht haben. Und dann? Tja, dann verdoppeln Sie das gute Gefühl noch einmal. Und noch einmal. So lange, bis Ihr gesamter Körper von einer riesigen Gefühlswelle ausgefüllt ist.
  5. Wenn diese Welle an ihrem Höhepunkt angekommen ist, verknüpfen Sie dieses Gefühl mit einer bestimmten Bewegung (Ballen Sie die Faust, strecken Sie die Arme nach oben, imitieren Sie die berühmte „Jürgen-Klopp-Säge etc.) oder denken Sie sich ein persönliches Kennwort aus, das Sie mit dieser Emotion verbinden und das Sie mehrfach laut aussprechen. Das Ausführen der Bewegung und das Aussprechen des Kennworts kann zu Trainingszwecken live geschehen, aber auch komplett in Ihrer Vorstellung stattfinden. Nehmen Sie bewusst wahr, wie mit jeder Bewegung und jedem Kennwort das gute Gefühl noch intensiver wird.
  6. Testen Sie nun den Erfolg, indem Sie an etwas vollkommen anderes denken, beispielsweise das Ausfüllen einer Excel Tabelle oder das Sortieren von Belegen für Ihre jährliche Steuererklärung. Wenn Sie nicht zufällig ein Buchhaltungs-Fetischist sind, dann sollte das gute Gefühl nun komplett verschwunden sein. Machen Sie nun Ihre Bewegung und sagen Sie Ihr Kennwort. Die Gefühlswelle und der damit verbundene Zustand werden automatisch wieder Ihren gesamten Körper ausfüllen.
  7. Zum Abschluss wollen wir den Zustand generalisieren. Denken Sie dazu an 2-3 Situationen in Ihrer Zukunft, in denen Sie das Gefühl und den Zustand besonders gut gebrauchen könnten. Machen Sie die Bewegung, sagen Sie Ihr Kennwort und lassen Sie sich überraschen, was sich alles verändert hat.

Je häufiger Sie trainieren, sich gut zu fühlen, desto besser werden Sie Ihre Zustände kontrollieren können. In Situationen, in denen es um etwas geht, aber eben auch sonst. Und sobald Sie in der Lage sind, sich ohne jeglichen Grund gut zu fühlen, werden drei Dinge geschehen.

  1. Die Qualität Ihrer Entscheidungen steigt dramatisch an.
  2. Ihr Wirken als Change Maker wird von Leidenschaft und Hingabe geprägt sein.
  3. Sie verbannen das Mittelmaß aus Ihrem Alltag und genießen ein in allen Belangen intensives Leben, dass diesen Namen auch wirklich verdient.

Könnte es etwas Schöneres geben? Wohl kaum. Und gleichsam werden Sie in der Lage sein, bessere Entscheidungen treffen zu können.

Veränderungskompetenz entwickeln mit den 4 W’s der Veränderung

Lassen Sie mich direkt mit der Kernaussage dieses Artikels starten: Der Auf- und Ausbau Ihrer Veränderungskompetenz wird die entscheidende Fähigkeit der Zukunft werden. Aber was genau verbirgt sich hinter dem Begriff „Veränderungskompetenz“, auf welchen Erfolgsfaktoren basiert der Skill und was haben die 4 W’s der Veränderung damit zu tun? All diesen Fragen wollen wir uns nun ausführlich widmen.

Warum scheitern Veränderungen?

Im Jahr 1995 hat Professor John P. Kotter in einer großen Studie hunderte von Unternehmen jeglicher Größenordnung untersucht, die aktiv Changemanagement betrieben haben. Dabei ist er zu folgendem Ergebnis gekommen: 70 % aller Veränderungsvorhaben sind gescheitert und haben nicht die gewünschten Ergebnisse erreicht. Seitdem sind fast dreißig Jahre vergangen, der Wandel hat massiv zugenommen und Veränderung ist zu einem täglichen Begleiter geworden.

Da könnte man doch meinen, dass unsere Veränderungskompetenz mittlerweile gestiegen sein sollte, nicht wahr? Doch auch im Jahr 2024 sagen die Studien, dass immer noch 70 % aller Veränderungsvorhaben scheitern. Manche gehen sogar noch von einer höheren Zahl aus. Weil die alten Regeln schon längst nicht mehr gelten. Was gestern noch Standard war, kann heute bereits überholt sein. Die Taktung von Veränderungen steigt nicht mehr linear, sondern exponentiell. Eric Schmidt, der ehemalige CEO von Google hat das bereits im Jahr 2011 in einem Interview auf den Punkt gebracht: „Die Menschheit produziert heute in 48 Stunden genau so viele Informationen, Daten und Ideen wie von der Steinzeit bis ins Jahr 2003 zusammen.“ Was glauben Sie, wie hoch diese Zahl heute ist?

Veränderungskompetenz als entscheidende Fähigkeit der Zukunft

Diese Entwicklung bleibt natürlich nicht ohne Folgen und beeinflusst unseren Alltag in hohem Maße. Großen Risiken und Unabwägbarkeiten stehen enorme Chancen gegenüber. Noch nie war es so leicht, Erfolg zu haben, und noch nie war es so schwer, sich dem immer schneller werdenden Wandel anzupassen. Und dieser Wandel wird immer komplexer, intensiver und unberechenbarer (siehe auch die VUKA Welt). Ein paar Beispiele gefällig?

  • Globalisierung
  • Generationenwandel
  • Demografische Entwicklung
  • Klimawandel
  • Digitalisierung
  • Verändertes Konsumentenverhalten
  • Weltweite Krisen
  • Künstliche Intelligenz
  • New Work
  • Inflation

Ich hätte diese Liste noch beliebig weiterführen können, und es ist nur ein Ausschnitt all der Faktoren, die dafür sorgen, dass die Märkte sich dramatisch wandeln und die Kunden immer anspruchsvoller werden. Wir werden mit immer mehr Veränderungen in immer kürzerer Zeit konfrontiert. Tendenz steigend. Und das bedeutet, dass Ihre Veränderungskompetenz darüber entscheidet, ob Sie zu einem Spielball der äußeren Umstände werden, oder in der Lage sind, die Zukunft aktiv zu gestalten.

Aus Problemen Chancen machen

Die große Kunst besteht darin, zukünftige Entwicklungen zu antizipieren und dann passende Lösungen dafür anzubieten. Doch welche Veränderungen werden uns in den kommenden Jahren besonders beschäftigen? Die Antwort hat der dänische Wissenschaftler und Nobelpreisträger Niels Bohr in einem sehr bekannten Bonmot zusammengefasst: „Prognosen sind schwierig, besonders wenn sie die Zukunft betreffen.“

Welche konkreten Ideen, Produkte und Technologien den größten Einfluss haben werden, lässt sich schwer voraussagen. Nur eines scheint sicher, der Wandel wird immer schneller und die Digitalisierung unserer Gesellschaft nimmt immer mehr zu. Während Sie diesen Beitrag lesen, arbeiten Forscher an der Entwicklung von virtuellen Holodecks, Apple hat vor Kurzem seine bahnbrechende Cyberbrille Vision Pro veröffentlich und mit hoher Wahrscheinlichkeit werden Sie zur ersten Generation gehören, die mal schnell übers Wochenende zum Mond fliegen kann.

Und das Ende der Entwicklung ist noch lange nicht erreicht. Wenn Sie sich mit Zukunftsforschern unterhalten, deren Bücher lesen oder sich auf Zukunftskongressen umhören, dann ist sich die Fachwelt in einem Punkt einig. Wir befinden uns erst am Anfang von Veränderungen, die unsere Jobs, unsere Gewohnheiten und unseren gesamten Alltag revolutionieren werden.

Veränderungskompetenz bedeutet, die Zukunft aktiv zu gestalten

Und nun Hand auf‘s Herz: Finden Sie diese möglichen Veränderungen faszinierend oder haben Sie eher ein mulmiges Gefühl, weil Ihnen das alles dann doch etwas zu schnell geht? Vielleicht sind Sie genau so erstaunt wie ich, aber technisch ist bereits heute viel mehr möglich, als wir uns das alle vorstellen können.

Im Jahr 2021 schickte charterte der Milliardär Jared Issacman gemeinsam mit drei Mitstreitern für schlappe 200 Millionen Dollar ein Raumschiff der Firma SpaceX, um die Aussicht im Weltall zu genießen. Künstler wie Frank Zappa, Roy Orbison oder Amy Winehouse gaben vor Kurzem ihr Comeback auf Hologramkonzerten. Und auf künstlicher Intelligenz basierende Tools wie ChatGPT, Midjourney und Co. haben längst ihren festen Platz in unserem Alltag erobert (Bei Ihnen nicht? Dann wird es aber Zeit).

Auch in der Wirtschaft dreht sich das Rad der Veränderung immer schneller, und viele liebgewonnene Bequemlichkeiten wurden längst von der aktuellen Entwicklung und den Anforderungen der Zukunft eingeholt. Das Konsumverhalten der Menschen hat sich dramatisch gewandelt und so gut wie jedes Produkt kann heute via Smartphone von der heimischen Couch verglichen, bewertet und natürlich zum günstigsten Preis gekauft werden.

Die Folgen dieser Entwicklung erleben wir täglich. Der Online Handel wächst seit Jahren mit konstant zweistelligen Raten, während der stationäre Handel immer noch nach den richtigen Erfolgsrezepten sucht. Selbst um ein neues Auto zu konfigurieren, zu besichtigen und zu kaufen, müssen Sie schon lange nicht mehr das Haus verlassen. Und apropos, die meisten Autos können mittlerweile alleine einparken und theoretisch sogar von Berlin nach Lübeck fahren, ohne dass ein Mensch am Steuer sitzt.

Firmen wie Tesla, Mercedes oder Waymo arbeiten seit Jahren mit Hochdruck daran, mit autonom fahrenden Autos den Massenmarkt zu erobern. Wie würden Sie sich darauf vorbereiten, wenn Sie Taxifahrer, Busunternehmer oder Automobilhersteller wären? Ohne die eigene Veränderungskompetenz zu entwickeln wird es definitiv schwer.

Veränderungskompetenz richtet den Fokus auf Chancen und Möglichkeiten 

Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, aber je häufiger ich er über all diese Entwicklungen nachdenke, desto mehr fällt mir auf, wie riesig die Möglichkeiten sein werden. Wenn wir uns darauf einlassen, sie auch wahrzunehmen. Durch das Internet ist die Welt mittlerweile komplett vernetzt, so dass es kaum noch die klassischen lokalen Märkte gibt. Ein Schüler aus Flensburg kann heute seine Produkte oder Dienstleistungen mühelos mit nur wenigen Mausklicks an über sieben Milliarden potenzielle Kunden in Los Angeles, Buenos Aires oder Johannesburg verkaufen.

Und ich könnte wetten, dass es mindestens einen solchen Jungen (und wahrscheinlich drei Mädchen) gibt, der gerade jetzt genau dies tut. Und während dieser pfiffige Kerl die Grundlage für seine erste Million legt, trauert die Masse der traditionellen Unternehmen der guten alten Zeit hinterher und beklagt die immer weiter voranschreitende Digitalisierung des Handels.

Change. Adapt. Or Die.

Der letzte Absatz lässt sich relativ leicht zusammenfassen: Change. Adapt. Or Die. Wir können uns entweder verändern. Oder wir werden in der Zukunft irrelevant werden. Diese Aussage ist Ihnen zu hart? Dann lassen Sie uns einmal anschauen, was passiert, wenn man diesen Rat ignoriert.

Könen Sie sich noch an den Sony Walkman, den Kodak Farbfilm oder die Yahoo Suchmaschine erinnern? Alle drei Produkte waren einst der absolute Marktführer in ihrem Segment. Vielleicht sogar mehr.

  • Die Erfindung des Walkmans im Jahr 1979 sorgte für eine kulturelle Revolution und eine ganze Generation war plötzlich mit Kopfhörern in der U-Bahn, auf dem Weg zur Arbeit oder beim Joggen anzutreffen.
  • Familien auf der ganzen Welt hielten ihre Urlaubserinnerungen auf einem Kodak Filmrolle fest. Dies sorgte dafür, dass Kodak im Jahr 1991 einen Rekordumsatz von 19,4 Mrd. Dollar generieren konnte.
  • Und es gab wohl nicht einen einzigen User, der in den Anfangsjahren des Internets seine Suchanfragen nicht über das Eingabefeld von Altavista laufen ließ. Heute ist das alles längst Geschichte. Sony spielt auf dem Markt für portable Musik schon lange keine Rolle mehr. Kodak wurde von der Entwicklung der digitalen Fotografie nahezu überrollt und musste im Jahr 2012 sogar Insolvenz anmelden. Und wann haben Sie das letzte Mal die Seite yahoo.com dazu genutzt, um nach etwas im Internet zu suchen? Eben.

Hier kommt die tragische Note dieser Beispiele: Alle drei Unternehmen sind einzig und alleine daran gescheitert, dass sie sich nicht rechtzeitig dem Wandel angepasst haben. Die notwendige Technik, das Knowhow und auch die finanzielle Stärke, all das war vorhanden. Doch statt diese Ressourcen in eine innovative Zukunftsstrategie und die Entwicklung der eigenen Veränderungskompetenz zu investieren, entschied man sich lieber für ein bequemes „Weiter so“.

Vom Markt vor die Alternative „Change. Adapt. Or Die“ gestellt, wählte man die zweite Variante und starb einen Tod auf Raten, der schlussendlich darin mündete, dass man komplett vom Markt verschwand.

Und es sind ja nur drei von einer riesigen Anzahl an vergleichbaren Fällen. Denken Sie mal an Karstadt, Loewe, Adler, Holzmann, Quelle, Kunert, Märklin, AirBerlin, Schlecker oder Praktiker.

All diese deutschen Erfolgsmarken haben entweder Insolvenz angemeldet oder sind komplett von der Bildfläche verschwunden. Weil es in Zeiten des immer schneller werdenden Wandels nur zwei Möglichkeiten gibt:

  • Entweder, wir verändern uns.
  • Oder wir werden sterben und vom Markt verschwinden.

Die 4 W’s der Veränderung: Wandel gestalten anstatt den Status Quo zu verwalten

Wir können es drehen und wenden wie wir wollen, wir stehen erst ganz am Anfang einer digitalen Revolution, durch die sich unser Leben und vor allem der Alltag in den nächsten Jahren weiterhin dramatisch verändern wird. Die Regeln haben sich geändert und werden sich weiterhin ändern, vollkommen unabhängig davon, ob wir das gut finden oder nicht. Die wichtigste Schlüsselqualifikation der Zukunft wird daher der persönliche Umgang mit dem Wandel sein. Die Entwicklung unserer Veränderungskompetenz. Oder um es mit einem Wahlspruch der Surfer aus Hawaii zu formulieren: „Du kannst die Welle nicht verhindern. Aber Du kannst lernen, sie zu reiten.“

Das ist die Einstellung, mit der Veränderung auf einmal keine Bedrohung mehr ist, sondern eine einmalige Gelegenheit, als Persönlichkeit zu wachsen und besser zu werden. Eine ausgeprägte Veränderungskompetenz basiert dabei immer auf vier starke Säulen, den 4 W’s der Veränderung. Diese stehen für:

Das 1 W der Veränderung: Wählen

Always Go First! Mahatma Gandhi hat einst gesagt: „Sei Du selbst die Veränderung, die Du Dir für die Welt wünscht.“ Übersetzt ins Moderne heißt das so viel wie: Leben Sie Veränderung vor und verändern Sie zu allererst sich selber. Denn wenn Sie sich verändern, verändert sich auf einmal alles um Sie herum. Und dies bedeutet, dass Sie ihr Mindset jeden einzelnen Tag ganz bewusst wählen und auf die vielen Chancen der Zukunft ausrichten müssen. Wohin Ihr Fokus gerichtet ist, dahin fließen Ihre Zeit, Ihre Energie und Ihre Geld. Und wohin diese Ressourcen fließen, davon bekommen Sie mehr. Sind wir also sehr problemorientiert, was bekommen wir? Richtig, mehr Probleme. Wenn Sie sich hingegen auf die riesigen Chancen der Digitalisierung fokussieren, dann werden Sie auch in Zukunft noch erfolgreich sein, weil sich Ihnen viele Türen öffnen werden.

Das 2 W der Veränderung: Wollen

Wer sich nicht verändern will, der verändert sich nicht. So einfach ist das. Übernehmen Sie daher Verantwortung. Immer. Überall. Besonders wenn es schwer fällt. Für die guten Ergebnisse, aber auch für das, was nicht so gut gelaufen ist. Gestalten Sie den Wandel aktiv und warten Sie nicht, bis Sie von den äußeren Umständen dazu gezwungen werden. Denn wenn Sie sich nicht verändern, dann werden Sie irgendwann verändert. Ohne Verantwortung kann Veränderung nicht stattfinden. Und das bedeutet, dass Sie neben einer generellen Offenheit für neue Ideen insbesondere einen starken intrinsischen Antrieb benötigen. Und je besser Sie Ihre wichtigsten Werte, Ihre Motive und Ihren Purpose im Leben kennen, desto besser wird es Ihnen gelingen, diesen sukzessive auf- und auszubauen.

Das 3 W der Veränderung: Wagen

Mut ist die entscheidende Komponente in Zeiten der Veränderung. Denn in komplexen und unsicheren Zeiten müssen wir regelmäßig Wagnisse eingehen. Alte und vielleicht sogar erfolgreiche Muster hinterfragen, Gewohntes loslassen und dann mutig neue Wege gehen. Das falscheste, was Sie tun können, ist auf Nummer sicher zu gehen, zu zögern und passiv abzuwarten und zu hoffen, dass alles so bleiben wird, wie bisher. Wenn Sie die Zukunft aktiv gestalten wollen, dann benötigen Sie die unbedingte Bereitschaft, alte Zöpfe abschneiden zu wollen und Ihre den Status Quo, Ihre Ziele, Ihre Strategien und insbesondere sich selber immer wieder zu hinterfragen. Um dann im nächsten Schritt mutige Entscheidungen zu treffen.

Das 4 W der Veränderung: Wiederholen

Jede Veränderung beginnt mit Commitment. Doch es ist die Konsistenz, die langfristig den entscheidenden Unterschied macht. Neue Verhaltensweisen benötigen ganz einfach Zeit, bis sie zu einer unbewussten Gewohnheit geworden sind. Aus diesem Grund ist Change Management niemals eine einmalige Sache. Erst die tägliche Wiederholung und Einbindung in den Alltag führt dazu, dass aus einem Vorhaben nachhaltige Ergebnisse werden.

Veränderungskompetenz entwickeln und trainieren

Am Ende des Tages ist Ihre Veränderungskompetenz der einzige Faktor, den Sie von vorne bis hinten selber bestimmen können. Sie können nicht beeinflussen, ob die Märkte sich wandeln, welche Technologien Ihre Branche in Zukunft verändern oder wie Ihre Wettbewerber sich verhalten. Aber Sie haben immer die Wahl, wie Sie damit umgehen. Ich behaupte sogar: In Zeiten des immer schneller werdenden Wandels ist der Umgang mit Change Management der entscheidende Faktor, ob Sie die Zukunft passiv wie ein Blatt im Wind ertragen müssen, oder ob Sie die Zukunft bei den Hörnern packen und aktiv gestalten.

Jeder einzelne von uns hat täglich die Wahl, ob er auf den Zug der Veränderung aufspringt, oder am Bahngleis stehen gelassen wird. „Business as usual“ ist schon lange vorbei und wir leben in den spannendsten Zeiten, die man sich überhaupt vorstellen kann. Wenn Sie den Wandel nicht als Bedrohung ansehen, sondern Ihren Fokus auf die vielen Chancen und Möglichkeiten richten, dann wartet eine erfolgreiche und erfüllte Zukunft auf Sie.

Doch zum Abschluss noch ein wichtiger Hinweis: Von alleine wird all dies nicht passieren. Ich bin immer wieder erstaunt, wie viel Zeit, Herzblut und Geld Menschen in das Erlernen einer neuen Sprache, einer Sportart oder eines Musikinstruments stecken. Nur, wenn es um den aktiven Umgang mit Veränderung geht, dann denkt man sich: „Ach, wird schon irgendwie klappen.“ 

Doch das tut es natürlich niemals. Von nichts kommt nichts, und die eigene Veränderungskompetenz zu entwickeln erfordert eine Menge Commitment, Zeit und die Bereitschaft, jeden einzelnen Tag dazuzulernen. Doch wenn Sie diesen Skill erst einmal erlent haben, dann haben Sie sich automatisch von 99% Ihres Umfelds abgesetzt. 

Change. Adapt. Or Die. Veränderungskompetenz durch den Change Loop

Change. Adapt. Or Die. (Auf Deutsch: Verändern. Anpassen. Oder sterben) Mit dieser Ausssage lässt sich die aktuelle Zeit wohl am besten beschreiben. Denn die Regeln haben sich massiv verändert, und der aktive Umgang mit Veränderungen jeglicher Art ist schon lange nichts mehr, was nur „nice to have“ ist. Statdessen ist er ein messbarer Wettbewerbsvorteil geworden, der darüber bestimmt, ob wir auch in der Zukunft noch erfolgreich sein, oder in der Irrelevanz versinken werden.

Change. Adapt. Or Die. Verändern oder verändert werden

Die wohl schwerste Situation meiner beruflichen Karriere hatte ich im Jahr 2004 zu meistern. Viele meiner Kollegen sprachen damals von einem Himmelfahrtskommando, meine Vorgesetzten von einer super Chance, mir meine Sporen zu verdienen. Die Aufgabe war so einfach, wie herausfordernd. Ich sollte als Projektleiter das ehemals erfolgreichste Kaufhaus Berlins, das altehrwürdige Hertie in der Neuköllner Karl-Marx-Straße, zu einem Schnäppchen-Center umwandeln, in dem das Unternehmen die Altware aus dem gesamten Bundesgebiet vermarkten wollte. Es war der allerletzte Versuch, den Standort noch zu retten.

Anfang der neunziger Jahre arbeiteten in dem über 40.000 Quadratmeter großen Kaufhaus noch 1200 Mitarbeiter und die Umsätze gingen direkt nach der Maueröffnung durch die Decke. Doch im Laufe der Jahre erlebte nicht nur Neukölln einen wirtschaftlichen Niedergang, sondern auch das Hertie Kaufhaus.

So kam es, dass an meinem ersten Tag gerade noch 120 Mitarbeiter verzweifelt versuchten, die Umsatzeinbrüche aufzuhalten, die seit langem bei über zwanzig Prozent pro Jahr lagen. Es war allerdings ein hoffnungsloser Kampf, denn der Niedergang war bereits zu weit fortgeschritten. Ganze Abteilungen waren seit längerem geschlossen und es verirrten sich immer weniger Kunden in das Warenhaus, welches von der Atmosphäre manchmal an eine Geisterstadt erinnerte.

Der Umgang mit Veränderung als Schlüsselkompetenz der Zukunft

Und nun stehe ich in einem muffigen Besprechungsraum und vor mir sitzen die verbliebenen sechs Abteilungsleiter, die mich mit ängstlichen Augen anblicken. Der amtierende Geschäftsführer steht nur wenige Wochen vor seiner Pensionierung und macht bei meiner Vorstellung keinen Hehl aus seiner Meinung: „Meine Damen und Herren, darf ich ihnen Herrn Grzeskowitz vorstellen. Er ist hier, um unserem Kaufhaus den Todesstoß zu versetzen und es zu einem Schnäppchencenter zu machen. Ich halte diese Entscheidung für völlig falsch, aber die jungen Leute denken ja immer, sie wissen alles besser.“

Rumms. Können Sie sich vorstellen, wie ich mich gefühlt habe? Obwohl ich nur der Überbringer des neuen Konzepts war, bekam ich die gesamte Wut und aufgestaute Hoffnungslosigkeit der versammelten Menschen zu spüren. So gut es ging lenkte ich den Fokus auf die sich bietenden Chancen, stellte meine Ideen zur Rettung des Standorts vor und versuchte, die Herzen meiner zukünftigen Mitarbeiter zu erreichen.

Es folgte eine hitzige Diskussion, die von vielen Fragen und Zwischenrufen geprägt wurde. Doch es war ein einzelner Satz, der sich mir bis heute ins Gedächtnis eingebrannt hat. Herr Leopold (nicht sein richtiger Name), der Abteilungsleiter aus der zweiten Etage (Zuständigkeiten für einzelne Abteilungen wie in anderen Häusern gab es schon lange nicht mehr) stand auf, blickte mir direkt in die Augen und sagte dann: „Aber verstehen Sie es denn nicht, Herr Grzeskowitz? Wir können diese neuen Ideen hier nicht gebrauchen, weil dann unser Kaufhaus stirbt. Aber wir wollen nicht sterben. Wir wollen leben!“

Veränderungskompetenz zu entwickeln ist schon lange nicht mehr „nice to have“

Es war ein Satz, der mich traf wie ein Donnerhall. Und er zeigt das große Dilemma, welches Veränderungen mit sich bringen. Herr Leopold traf diese Aussage nämlich zum einem Zeitpunkt, als der Patient Hertie Neukölln seit Jahren auf der Intensivstation lag, und de facto bereits klinisch tot war. Und dennoch sträubten sich die beteiligten Menschen gegen sämtliche Alternativen wie der Teufel gegen das Weihwasser. Man wollte, dass alles so blieb, wie es einmal war, nur die Resultate sollten besser werden.

Und dieses Mindset war tragisch, denn auch wenn niemand damals sagen konnte, ob der Kurswechsel den Standort noch retten konnte, so sprachen die aktuellen Umsätze, Deckungsbeiträge und Prognosen doch eine sehr eindeutige Sprache: Mit den Strategien der Vergangenheit zögerte man den Untergang maximal noch um ein paar Monate heraus.  Es gab also nur zwei Möglichkeiten: Sich auf die Veränderung einzulassen. Oder zu sterben. Change. Adapt. Or Die.

Chancen erkennen, nutzen und Wandel gestalten

Und genau dort liegt das große Dilemma. Mich beschleicht nämlich immer häufiger das Gefühl, dass viele Menschen veränderungsmüde geworden sind. Weil die Taktung der Neuerungen so stark zugenommen hat und sich mancher damit einfach überfordert fühlt. Weil das Wort „neu“ gerade im Unternehmenskontext häufig mit schlankeren Strukturen, Personalabbau und Einschränkungen des persönlichen Arbeitsplatzes verbunden wird. Weil alles, was „neu“ ist, gerne als eine Bedrohung der eigenen Komfortzone betrachtet wird.

Weil „neu“ sehr häufig eine Emotion erzeugt, die der größte Feind der Innovation ist: Angst. Und das ist schade, denn Angst lähmt, verlangsamt die eigene Entwicklung und führt über kurz oder lang zum Stillstand. Ich habe mir es daher seit Jahren auf die Fahne geschrieben, dieser Neo-Phobie den Kampf anzusagen. Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, Lust auf Veränderung zu machen und den Fokus auf die riesigen Chancen zu lenken, die sich im Wandel verbergen. Denn wenn Sie ihre Träume leben, Ziele erreichen und auch morgen noch erfolgreich sein wollen, dann ist es unumgänglich, bereits heute die notwendigen Veränderungen vorzunehmen.

Die Veränderungskurve nach Kübler-Ross

Dafür gilt es, einen radikalen Paradigmenwechsel vorzunehmen. Was ich damit meine? Werfen Sie bitte einen Blick auf die folgende Grafik:

Die Veränderungskurve nach Kübler-Ross

Sie haben es sicher gleich erkannt, es handelt sich um die klassische Veränderungskurve, die in den 1960er Jahren von Elisabeth Kübler-Ross entwickelt wurde. Wie Sie an der Jahreszahl erkennen können, handelt es sich um ein Modell, das seit vielen Jahren in Seminaren, Personalschulungen und Trainings gelehrt, und auch heute noch als eines der Standardtools im Changemanagement verwendet wird.

Selbst hochrangige Unternehmensberatungen setzen die Changekurve immer noch als ein Modell ein, welches Führungskräfte dabei unterstützen soll, Veränderungsprozesse gemeinsam mit ihren Teams zu managen.

Das große Problem der Veränderungskurve

Doch die Changekurve hat ein großes Problem. Sie ist ganz einfach nicht mehr zeitgemäß, denn das Modell wurde in zwei wichtigen Punkten von der Realität überholt.

  • Zum einen basiert es auf der Vorannahme, dass Veränderung immer eine Reaktion auf externe Ereignisse wäre, was heute einfach nicht mehr stimmt. Wir können es uns im Jahre 2024 schlicht und einfach nicht mehr erlauben, nur noch reaktiv zu handeln, sondern müssen die Zukunft aktiv gestalten.
  • Die zweite obsolete Annahme ist diejenige, das Veränderungen immer einen Anfang und ein Ende haben würden. Dies mag in der Vergangenheit sogar noch gestimmt haben. Da gab es einen Normalzustand, alle paar Jahre eine Veränderung, und dann hatte man mit der neuen Normalität wieder für eine gewisse Zeit seine Ruhe. Doch diese Zeiten sind längst vorbei, denn wir haben es mit Rahmenbedingungen zu tun, die es schon lange nicht mehr zulassen, einen Veränderungsprozess über mehrere Jahre laufen zu lassen. Stattdessen ist Change ein permanenter Dauerzustand geworden, der immer schneller und intensiver Einzug in unseren Alltag hält.

Das Modell des Change Loops

Aus diesem Grund habe ich ein eigenes Modell entwickelt, welches diese Faktoren einbezieht, und den Herausforderungen der nächsten Jahre gerecht wird. Ich nenne es den Change Loop, und ich setze es sowohl in der Einzelarbeit mit Unternehmern, Managern und Führungskräften, aber auch in der Begleitung von Teams und Organisationen ein. Es funktioniert nämlich sowohl auf der individuellen Ebene der Persönlichkeit, als auch im Vorantreiben von unternehmerischen Veränderungen.

Wie bei jedem Loop gibt es weder einen Anfang, noch ein Ende, und jeder Teil spielt eine gleichwichtige Rolle. Lassen Sie uns daher einen Blick auf die einzelnen Faktoren des Change Loops werfen, bevor ich ihnen meine drei wichtigsten Prognosen für die Zukunft vorstellen möchte.

Der Change Loop

 

Change Loop Faktor #1: Bewusstheit

Ein bewusster Umgang mit dem eigenen Denken, Handeln und Wirken ist unumgänglich für erfolgreiche Veränderung. Aber Hand auf´s Herz, wie bewusst sind Sie sich der zunehmenden Komplexität um Sie herum, ihrer Kommunikation, ihrer Wirkung auf andere Menschen, über ihre Rolle in ihrem Unternehmen, über den Zufriedenheitsgrad im Alltag und über den Grad an Verantwortung, den Sie bereit sind, zu übernehmen? Und das ist so ein Fragenkomplex, über den es sich lohnt, ein wenig länger nachzudenken.

Change Loop Faktor #2: Antrieb

Der Wandel ist heute intensiver, schneller und unberechenbarer, als noch vor wenigen Jahren. Die führt bei vielen Menschen zu einer gewissen Resignation, weil sie einfach keine Lust mehr haben, immer wieder von vorne beginnen und sich tagein tagaus an die neuen Rahmenbedingungen anzupassen. Wenn Sie hier über keine nachhaltige und intrinsische Motivation verfügen, werden Sie auf Dauer nicht erfolgreich sein. 

Change Loop Faktor #3: Strategie

Ohne konkrete Ziele, Meilensteine und schlussendlich eine von allen Beteiligten getragene Strategie wird jede Art von Veränderung schwer. Weil Sie dann auf die Alternative vertrauen, und die ist nun mal der Zufall. Je besser Sie wissen, was Sie wollen, mit welchen Methoden Sie dahinkommen wollen, und warum Sie das überhaupt vorhaben, desto erfolgreicher werden ihre Change Projekte.

Change Loop Faktor #4: Handeln

Es mag ihnen etwas komisch vorkommen, dass ich den Schritt des Umsetzens mit in den Change Loop aufgenommen habe, schließlich sollte das doch etwas Selbstverständliches sein, nicht wahr? Ist es aber in der Praxis nicht. Wenn ich für jede Ankündigung, die nicht umgesetzt wurde, nur einen Cent erhalten hätte, dann wäre ich heute ein extrem vermögender Mann.

Nein, eine ausgeprägte Umsetzungskompetenz ist beileibe kein Selbstgänger. Und weil Sie für erfolgreiche Veränderung einfach unabdingbar ist, hat sie einen prominenten Teil in meinem Modell erhalten.

Drei Thesen für die Zukunft durch die Change Brille

Ein hoher Grad an Bewusstheit, ein kraftvoller Antrieb, eine nachhaltige Strategie und eine ausgeprägte Umsetzungskompetenz, das sind die vier entscheidenden Faktoren für erfolgreiche Veränderungen in Zeiten zunehmender Unsicherheit. Sie verstärken einander, und Sie können leider keinen Schritt auslassen, weil er ihnen möglicherweise zu mühsam ist.

Auch ist die Nutzung des Change Loops keine einmalige Sache. Es ist wie bei einer sich selbst verstärkenden Spirale, die immer wieder von neuem beginnt. Und der entscheidende Punkt bei diesem Modell ist ihnen wahrscheinlich schon längst aufgefallen. Sämtliche vier Faktoren sind weder von der Konjunktur, noch von den äußeren Umständen, noch von anderen Menschen abhängig. Sie alleine haben zu hundert Prozent Einfluss auf ihre Bewusstheit, ihren Antrieb, ihre Strategie und ihr Handeln. Basierend auf dieser Erkenntnis möchte ich ihnen daher meine drei wichtigsten Change Thesen für die kommenden Jahre vorstellen:

Change These Nummer 1:

Wir stehen erst am Anfang von Veränderungen, welche die Art wie wir leben, arbeiten, lieben, essen oder wohnen dramatisch verändern werden.

Change These Nummer 2:

Die demographische Entwicklung, disruptive Technologien wie künstliche Intelligenz oder Robotik, sowie die Digitalisierung sämtlicher Lebensbereiche werden nicht nur die Arbeitswelt, sondern unsere gesamte Gesellschaft kräftig durchschütteln.

Change These Nummer 3:

Der wichtigste Erfolgsfaktor der Zukunft wird der Mensch sein. Weil keine künstliche Intelligenz, kein Roboter und auch keine Software jemals Dinge wie persönliche Beziehungen, Empathie oder Teamspirit ersetzen können. Dies hat natürlich Auswirkungen für jeden von uns. Es bedarf einer maximalen Verantwortungs- und Veränderungsbereitschaft, einer Neuausrichtung der Prioritäten, sowie eines ganz neuen und wertschätzenden Miteinanders.

Diese Sätze sind ihnen zu lang? Dann habe ich hier die komprimierte Version für Sie. 

Der persönliche Umgang mit Change und Wandel wird die Schlüsselkompetenz der Zukunft sein.

Und ich finde, das ist ein wunderbarer Abschlusssatz für diesen Artikel. Nicht wahr?

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