Veränderung gestalten – Mit Ownership und Verantwortung

Wenn Sie Veränderung gestalten wollen, dann kommen Sie um einen entscheidenden Faktor nicht herum. Ich spreche von Ownership. Früher hat man dazu noch ganz altmodisch Verantwortung gesagt, aber am Ende des Tages haben beide Begriffe die gleiche Bedeutung. Es geht darum, die eigenen Umstände zu akzeptieren, sich auf das zu konzentrieren, was man selber beeinflussen kann, das loslassen, was außerhalb dieses Einflussbereichs liegt und dann alles dafür zu tun, die bestmöglichen Ergebnisse zu erzielen. 

Doch was sich theoretisch so einfach anhört, kann wie so häufig im Alltag ganz schön herausfordernd sein. In diesem Artikel wollen wir uns daher dem Erfolgsfaktor Ownership (bzw. Verantwortung) widmen, mit dem Sie sowohl in Ihrem eigenen Leben als auch in Ihrer Firma in der Lage sein werden, Veränderung gestalten zu können.

Ownership? Nein Danke. Schuld sind immer die anderen

Während meiner Schulzeit hatte ich einen Mitschüler, der dafür bekannt war, regelmäßig zu spät zu kommen. Manchmal waren es nur 5 Minuten, viel häufiger jedoch eher eine halbe Stunde. Nur pünktlich war er eigentlich nie. Viel zuverlässiger war er hingegen im Präsentieren von plausiblen Ausreden. Mal war es der Wecker, der nicht geklingelt hatte. Zu anderer Gelegenheit musste er im Auftrag seines Vaters den Schnee schippen, der über Nacht gefallen war. Und auch heute, fast 40 Jahre später, werde ich wohl nie vergessen, wie er nach einer erneuten Verspätung verkündete, dass der Hamster seiner Schwester krank geworden war. Seine Kreativität im Finden von Ausreden kannte keine Grenzen.

Eines Tages, als er mal wieder 45 Minuten zu spät erschien, platze unserer Klassenlehrerin der Kragen und sie fragte nach: „Tom, warum schaffst Du es denn nicht mal zur wichtigsten Klausur des Jahres, rechtzeitig in der Schule zu erscheinen?“ „Ich konnte nichts dafür“, lautete seine Antwort, „ich komme doch aus Zarpen und muss jeden Tag mit dem Bus fahren. Der Zug um 08:00 Uhr hatte heute einen Motorschaden, deshalb bin ich erst jetzt hier.“ Ich weiß nicht, ob es an seiner überzeugenden Art oder seinem herzzerreißenden Hundeblick lag, aber unsere Lehrerin gab sich wie immer mit der Ausrede zufrieden. Doch ich weiß noch genau, was meine Sitznachbarin damals zu mir sagte: „Komisch, ich wohne auch in Zarpen und ich war pünktlich hier. Denn ich habe bereits den Bus um 07:00 Uhr genommen.“

Ownership statt mit dem Finger auf andere zu zeigen

Auch heute muss ich noch häufig an diesen Moment denken. Denn er steht für mich symbolisch für die fortschreitend abnehmende Bereitschaft vieler Menschen, Verantwortung für Ihr Verhalten zu übernehmen. Finden Sie es nicht auch erstaunlich, wie gut manche Zeitgenossen darin geworden sind, die äußeren Umstände für ihre Resultate in sämtlichen Lebensbereichen verantwortlich zu machen? Wie selbstverständlich sie beginnen, aktiv Gründe zu suchen, warum etwas nicht geht? Und wie kreativ die Ausreden sind, die immer dann präsentiert werden, wenn etwas nicht geklappt hat? 

Die Rolle des Schuldigen wird dabei extrem großzügig verteilt. An die bösen Vorgesetzten, die undankbaren Mitarbeiter, die faulen Kollegen, die unprofessionellen Geschäftspartner bis hin zu den eigenen Eltern und Geschwistern. Und wenn das noch nicht reichen sollte, dann greift man direkt zu schwereren Kalibern und schiebt den schwarzen Peter auf die aktuelle Wirtschaftslage, die Politik, das Wetter oder die Tatsache, dass der Merkur gerade rückläufig ist. Alles und jeder ist für die eigenen Ergebnisse verantwortlich, nur man selber nicht. Und diese Entwicklung ist einer der Hauptgründe, warum so viele Menschen unzufrieden mit ihrem Leben sind.

Veränderung braucht Verantwortung

Denn was im Kleinen gilt, findet natürlich auch im Großen seine Anwendung. Man lebt ein Leben, dass im Grunde von anderen Menschen, dem Staat oder dem Arbeitgeber bestimmt, kontrolliert und gesteuert wird. Man verfolgt die Ziele anderer, erfüllt die Erwartungen anderer und verlässt sich darauf, dass sich andere schon um einen kümmern werden. Doch je mehr man sich in diese Abhängigkeit begibt, desto mehr entfernt man sich von den eigenen Träumen, Zielen und Erwartungen an das eigene Leben. Und das ist tragisch. 

Denn wie will man glücklich und zufrieden sein, wenn einem von Klein an andere Menschen sagen, wie man zu leben, was man zu tun und was man zu lassen hat? Wenn einen die eigenen Helikoptereltern schon als kleines Kind in Watte packen, einem jede schwierige Entscheidung abnehmen und den Alltag komplett mikromanagen? Wenn einem in der Schule jegliche Individualität und Kreativität abtrainiert wird, damit man als funktionierendes Rädchen seinen Part in der Gesellschaft übernehmen kann? Wenn der eigene Job nur aus dem stupiden Abarbeiten von Anweisungen besteht und der Staat mittlerweile bis in die privatesten Ecken des Lebens vorgedrungen ist und uns detailliert vorschreibt, wie wir leben sollen, was wir essen dürfen und wie wir uns generell zu verhalten haben?

Sicherheit ist nur eine Illusion 

Und hier kommt das Kuriose: Viele Menschen geben sich dieser vermeintlichen Sicherheit nur allzu gerne hin, denn wenn andere für einen das eigene Leben bestimmen, dann muss man eben auch keine schwierigen Entscheidungen treffen, keine Risiken eingehen oder Lösungen für auftretende Probleme finden. Doch dieser Zustand der Bequemlichkeit ist trügerisch, denn je mehr man sich in eine solche Form der Abhängigkeit begibt, desto mehr entfernt man sich von den eigenen Bedürfnissen, Zielen und Träumen. 

Und ehe man sich versieht, hat man komplett resigniert und arrangiert sich damit, dass ein erfülltes Leben nur für eine privilegierte Minderheit möglich ist, während man selbst nur noch funktioniert, sich von Urlaub zu Urlaub rettet und die Abende damit verbringt, sich erschöpft von Soap Operas in der Glotze berieseln zu lassen.

Klingt diese Vorstellung für Sie genau so abschreckend wie für mich? Dann möchte ich Sie gerne für die einzig mögliche Alternative begeistern, nämlich die volle und umfängliche Verantwortung für Ihr Leben zu übernehmen. Für die guten Dinge, wie auch die schlechten. Für Ihre Erfolge, aber auch die Niederlagen. Für die Ereignisse, die Sie selber herbeigeführt haben, aber auch für diejenigen, für die Sie nicht wirklich etwas konnten. 

Ownership als generelles Prinzip im Leben

Je eher Sie die Karten akzeptieren, die Ihnen das Schicksal zugeteilt hat, desto eher können Sie sich auf die Strategie konzentrieren, mit denen Sie Ihr Blatt spielen wollen. Die bewusste und unumstößliche Entscheidung, die volle Verantwortung für Ihre Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zu übernehmen ist die absolute Grundvoraussetzung für ein Leben, das von Bedeutung, Sinn und Erfüllung geprägt wird. Ist es ein einfach? Natürlich nicht. Je nachdem, vom welchem Ausgangspunkt Sie starten, werden Sie mit kleineren oder größeren Rückschlägen rechnen müssen. 

Alte Gewohnheiten und unbewusste Prägungen können nun mal extrem hartnäckig sein. Sie werden zweifeln, unsicher sein und oftmals in Versuchung geraten, lieber doch mit dem Finger auf jemand anderen zu zeigen, dem Sie die Schuld für Ihre Situation zuschieben können. Aber es lohnt sich ungemein, durchzuhalten. Denn schon nach kurzer Zeit werden Sie eine dramatische Zunahme an persönlicher Freiheit, beruflicher Erfüllung und einer generellen Unabhängigkeit erleben. Und es gibt wahrscheinlich nichts Schöneres als das intensive Gefühl, das sich automatisch einstellt, wenn Sie Ihre innere Mitte gefunden haben und ein Leben im Einklang mit Ihren Träumen, Werten und Bedürfnissen führen.

Doch genug der Worte. Es ist Zeit, in die Umsetzung zu kommen. Sind Sie bereit, die Entscheidung zu treffen, die volle Verantwortung für Ihr Leben zu übernehmen? Und sind Sie bereit, auf dem nachfolgenden Weg einmal mehr aufzustehen als hinzufallen? Wunderbar, denn diese Wahl kann ich Ihnen nicht abnehmen. Was ich aber kann, ist Sie auf Ihrem individuellen Weg zu mehr Balance und Erfüllung bestmöglich zu begleiten. Und als Startpunkt für diese Reise schlage ich meine norddeutsche Heimat vor.

Rüm Hart – Klaar Kiming – Die perfekte Metapher für Ownership

Das perfekte Motto für das Thema Verantwortung kommt nämlich aus Schleswig-Holstein. Der Region zwischen Nord- und Ostsee, wo man mit dem Nachbarn einen Klönschnack hält, das Wort „Moin“ als universelle Grußformel verwendet wird und man erst von einem echten Sturm spricht, wenn die Schafe keine Locken mehr haben. Das Motto, von dem ich spreche, heißt „Rüm Hart – Klaar Kiming“ und wird den nordfriesischen Kapitänen zugesprochen, die vor hunderten von Jahren ihre Schiffe durch raue Meere, hohe Wellen und schwere Unwetter steuern mussten. Übersetzt bedeutet es so viel wie „Weites Herz – Klarer Horizont“. Das Wort Kiming leitet sich dabei von der Kimme ab, welche die Linie zwischen Meer und Himmel bezeichnet und seit jeher als magischer Ort gesehen wurde, der für Fernweh, Offenheit und Entdeckergeist steht.

Und ist es nicht genau das, was wir aktuell im persönlichen Alltag, im Business, ja im ganzen Leben am meisten brauchen? Auf der einen Seite Vertrauen, Transparenz und Empathie im Umgang mit den Menschen um uns herum. Und auf der anderen Seite eine klare Vision, der Blick über den Tellerrand und die permanente Offenheit, neue Erfahrungen zu machen. Würden Sie mir zustimmen, dass die Welt keine weiteren Besitzstandswahrer benötigt, die ihr Ego in den Mittelpunkt stellen, sich an der Vergangenheit festklammern und versuchen, mit einer bequemen „Weiter So“-Strategie ihren persönlichen Vorteil zu maximieren? 

Ich habe dazu eine klare Meinung und behaupte, dass wir in der aktuellen Zeit vor allem Menschen brauchen, welche die Sehnsucht auf neue Horizonte in sich tragen, aber niemals vergessen, wo sie herkommen. Die sich nicht auf den Erfolgen der Vergangenheit ausruhen, sondern rechtzeitig die Segel zu neuen Ufern setzen. Die neue Denkweisen, Ideen und Wege nicht als Bedrohung ansehen, sondern als großartige Chance, noch besser zu werden, zu wachsen und die eigenen Ziele zu erreichen. Die Verantwortung nicht nur für sich selber, sondern für ihre gesamte Crew übernehmen. 

Die Voraussetzung, um das Motto „Rüm Hart – Klaar Kiming“ jeden einzelnen Tag leben zu können, ist die Klarheit. Darüber, wo Sie herkommen, wo Sie warum und aus welchen Gründen hinwollen, und natürlich auch, wie mögliche Wege dorthin aussehen könnten. Die wertvollsten Antworten erhalten Sie, wenn Sie ein weites, warmes Herz mit einem scharfen Verstand kombinieren. Wenn Sie offen für neue Ideen, Meinungen und Ansätze sind und gleichzeitig auf kraftvolle Werte, positive Überzeugungen und ein positives Mindset zurückgreifen können. Ich möchte Sie daher an dieser Stelle einladen, ein wenig über Ihre innersten Bedürfnisse, Ihre mutigsten Ziele und über Ihre verrücktesten Träume zu reflektieren. Je größer Ihre Klarheit, desto leichter wird Ihnen der nächste Schritt fallen, nämlich bewusste und vollumfänglich Ownership für die folgenden Bereiche zu übernehmen:

Ihre aktuelle Lebenssituation

Egal, wo Sie heute stehen, wie zufrieden Sie sind und wie hart Ihnen das Leben eventuell mitgespielt hat. Sobald Sie sich entscheiden, sich nicht länger als Opfer der äußeren Umstände zu definieren, sondern Verantwortung für den Status Quo zu übernehmen, eröffnen sich Ihnen plötzlich ganz neue Gestaltungsmöglichkeiten. 

Ihren Erfolg

Die vielleicht wichtigste Frage, die Sie sich stellen sollten, lautet: „Was bedeutet Erfolg für mich?“ Die große Masse folgt nämlich den Suggestionen der Medien, der Influencer auf Social Media oder den Botschaften der Werbeindustrie, dass Erfolg automatisch mit Schneller-Höher-Weiter, mit Luxusklamotten, teuren Autos und dem permanenten Streben nach Geld, Status und Macht gleichzusetzen sei. Wenn Sie genau davon träumen, ist das ganz wunderbar. 

Sollten Sie jedoch feststellen, dass Sie von Ihrem Leben etwas ganz anderes erwarten, dann lösen Sie sich so schnell wie möglich von diesen Definitionen. Nicht jeder muss eine Millionärin, ein Superstar oder eine erfolgreiche Unternehmerin werden. Denken Sie immer dran: Es ist Ihr Leben und nur Sie stellen die Regeln auf. Insbesondere, wenn es um Ihre ganz persönliche Definition von Erfolg geht. Der einzige Gradmesser, den ich Ihnen empfehle, ab sofort anzuwenden, ist folgende Frage: „Bin ich glücklich?“ Nichts anderes zählt nämlich.

Ihre Werte

Werte sind mein absolutes Lieblingsthema. Weil ich um ihre Kraft weiß. Weil sie die Bemessungsgrundlage für sämtliche Entscheidungen sind. Und weil unser tägliches Verhalten immer ein direkter Spiegel unserer wichtigsten Werte ist. Es lohnt sich also, die eigenen Kernwerte sehr bewusst festzulegen und zu definieren. Und zwar nicht, weil diese gerade „in“ sind, gesellschaftliche Akzeptanz besitzen oder für ein bestimmtes soziales Umfeld wünschenswert wären. 

Dies führt auf Dauer nur zu Frustration, Unzufriedenheit und dem nagenden Gefühl, sich immer weiter von sich selbst zu entfernen. Wenn Sie hingegen die volle Verantwortung für die für Sie wirklich wichtigen Werte übernehmen, dann kommunizieren Sie nicht nur kongruent, sondern haben einen unfehlbaren Kompass an Ihrer Seite, der Ihnen stets treue Dienste leisten wird.

Ihre Ziele und Träume

Wie viele Menschen in ihrem Umfeld kennen Sie, die ihren Beruf nur ergriffen haben, weil ihre Eltern es so wollten? Die ihre Karriere als Rechtsanwalt, Zahnarzt oder Industriekauffrau nur eingeschlagen haben, weil es in der Familie schon immer Tradition war? Und die zutiefst unglücklich sind, weil sie viel lieber Koch, Künstlerin oder Schauspielerin wären? Doch die eigenen Ziele und Träume in der Schublade zu verstauen, nur um die Erwartungen anderer zu erfüllen, führt zwangsläufig zu einem Leben im seelischen Niemandsland. 

Man ist nicht wirklich unglücklich, aber eben auch nicht glücklich. Das ehemals lodernde innere Feuer ist erloschen und statt leidenschaftlich zu leben, funktioniert und existiert man nur noch. Doch zum Glück ist es niemals zu spät, und Sie können jederzeit die Entscheidung treffen, ab sofort die volle Verantwortung für Ihre Ziele und Träume zu übernehmen. 

Veränderung gestalten – Ohne Ownership wird’s nichts

Und es gibt noch weitere Bereiche, für die Sie genau das Gleiche tun sollten. Für Ihre Überzeugungen, Ihre Strategien, Ihre Entscheidungen, Ihre Gedanken, Ihre Gesundheit, Ihre Finanzen, Ihre Beziehungen, Ihre Kommunikation, Ihre Karriere und natürlich für Ihre Zukunft. Und ja, ich bin mir bewusst, dass dies eine ganze Menge auf einmal ist. Lassen Sie mich Ihnen den möglicherweise entstehenden Druck daher am besten gleich nehmen. Sobald Sie nämlich die Verantwortung für Ihr Leben übernehmen, geschieht etwas Faszinierendes, ja fast schon magisches. Sie werden nämlich ein ungeahntes Gefühl von persönlicher Freiheit spüren. Weil Ihre inneren Werte plötzlich im Einklang mit Ihrem äußeren Verhalten sind. Weil Sie sich von externen Erwartungen lösen und auf Ihre eigenen Bedürfnisse hören. Weil Sie auf einmal, ein Leben führen, dass diesen Namen auch wirklich verdient. Und ist es nicht genau das, worum es jeden einzelnen Tag geht?

Nachhaltige Veränderung meistern – Das Zufriedenheitsparadox

Wenn Sie nachhaltige Veränderung meistern wollen, dann müssen Sie in der Lage sein, sich permanent in zwei widersprüchlichen Zuständen zu befinden. Auf der einen Seite ist es von essenzieller Bedeutung, dass Sie sich niemals mit dem Erreichten zufriedengeben, sondern sich den Hunger auf bessere Ergebnisse, auf persönliches Wachstum und auf eine kontinuierliche Entwicklung des UnChange Mindsets bewahren. Und gleichzeitig ist es genauso wichtig, zufrieden zu sein. Mit den kleinen und großen Erfolgserlebnissen des Alltags. Mit den persönlichen Errungenschaften. Und natürlich mit all dem, was Sie in Ihrem Leben bereits erreicht haben.
 

Zufrieden und gleichzeitig unzufrieden? 

Klingt paradox? Stimmt, und das ist auch ziemlich gut so. Denn wie hat es der Psychiater C.G. Jung so schön formuliert: „Die Paradoxie gehört sonderbarerweise zum höchsten geistigen Gut; […], denn nur das Paradoxe vermag die Fülle des Lebens annähernd zu fassen.“ Fällt Ihnen die Parallele zum UnChange Mindset auf? 
 
Das Leben mit all seinen Facetten, Unabwägbarkeiten und Überraschungen ist einfach viel zu komplex, um es mit reinem Schwarz-Weiß-Denken bewältigen zu können. Vielmehr kommt es darauf an, die Klaviatur der unterschiedlichsten Grautöne virtuos zu beherrschen, die unterschiedlichsten Herausforderungen differenziert zu analysieren und Situationen immer individuell zu betrachten.
 
Das gilt ganz besonders beim Thema Zufriedenheit, wo die richtige Balance von entscheidender Bedeutung ist. Je zufriedener Sie nämlich sind, je mehr Sie in sich ruhen und je mehr Sie dankbar für all Ihr kleinen und großen Erfolge sind, desto mehr wird Ihr gesamtes Leben von Sinn, Bedeutung und Erfüllung geprägt sein. 
 

Erfolgsfaktor Bewusstheit

Nehmen Sie sich also regelmäßig Zeit, einen Schritt zur Seite zu treten, um ganz bewusst aus der Vogelperspektive auf Ihre Erfolge zu blicken und voller Stolz wahrzunehmen, was Sie alles erreicht, geschafft und umgesetzt haben. Wie so oft gilt auch hier: Wenn Sie diese Momente dem Zufall überlassen, dann ist das Vorhaben von vornherein zum Scheitern verurteilt. Wenn Sie hingegen den Erfolgsfaktor Bewusstheit ganz gezielt einsetzen, dann kann die Zufriedenheit zu einem starken Motivator für Sie werden. Und damit die generelle Positivität noch einmal verstärken.
 
Dabei bin ich mir übrigens sehr bewusst, dass all dies in der Theorie sehr einfach klingt, während die tatsächliche Umsetzung im Alltag ziemlich herausfordernd sein kann. Lassen Sie mich Ihnen erklären, was ich damit meine. Ich würde mich als extrem positiven Menschen bezeichnen. Und doch gab es eine Phase in meinem Leben, wo mein Fokus sich temporär verschoben hatte. Ohne, dass ich es bewusst mitbekam, triggerten mich immer mehr externe Ereignisse und ließen mich schrittweise zu einem dieser Nörgler werden, die sich ständig über irgendetwas empören. 
 

Loslassen, was man nicht kontrollieren kann

Ob es die grandiose Ungerechtigkeit auf der Welt, die unseriösen Machenschaften in meiner Branche, die Unehrlichkeit von Menschen, die Doppelmoral in der Politik oder die zunehmende Gleichgültigkeit in der Gesellschaft war, all diese Dinge lösten in mir eine Kombination aus Wut, Betroffenheit und Ärger aus. Und diese Emotionen kanalisierten sich dann in den unterschiedlichsten Versuchen, diese Zustände nicht länger hinzunehmen und auf irgendeine Art und Weise wieder in die aus meiner Sicht richtigen Bahnen zu lenken.
 
Eine Tatsache übersah ich dabei allerdings. All die Dinge, über die ich mich so sehr aufregte, lagen durch die Bank weg außerhalb meines Einflussbereichs. Und da Sie weder andere Menschen noch die äußeren Umstände verändern können, blieb eben auch alles beim Alten. Na ja, nicht ganz. Denn während sich das Universum einen feuchten Kehricht für meine dauerhafte Entrüstung interessierte, schlitterte ich immer mehr in Richtung Desillusionierung, Negativität und Unzufriedenheit. 
 
Und all das, obwohl ich grundsätzlich einen positiven Unterschied für die Welt bewirken wollte. Doch wir alle haben unsere blinden Flecken und sehen oftmals das Brett nicht, das sich direkt vor unserem Kopf befindet. Zum Glück hatte ich Menschen in meinem Umfeld, die mich darauf aufmerksam machten, dass ich zu einem dieser negativen Profi-Empörer wurde, vor denen ich sie jahrelang immer gewarnt hatten. 
 

4 Schritte, um nachhaltige Veränderung meistern zu können

Die Erkenntnis war anfangs ziemlich hart, aber die radikale Ehrlichkeit mir selbst gegenüber half mir, schnell den Schalter umzulegen. Allerdings war dies gar nicht so einfach, denn auf der einen Seite wollte ich mich zu hundert Prozent auf ein positives Mindset konzentrieren, andererseits war ich aber auch nicht bereit, die vielen Probleme und Ungerechtigkeiten auf dieser Welt einfach so hinzunehmen. Folgende Erkenntnisse halfen mir schlussendlich beim nachhaltigen Turnaround:
 
Nachhaltige Veränderung meistern – Schritt 1: Machen Sie sich immer wieder bewusst, dass Sie andere Menschen und die äußeren Umstände niemals ändern können. So frustrierend dies manchmal auch sein mag, ohne diese Akzeptanz geht es einfach nicht.
 
Nachhaltige Veränderung meistern – Schritt 2: Nutzen Sie die Technik des Fünf Minuten Jammern sind okay, und dann fokussieren Sie sich ausschließlich auf positive und konstruktive Lösungen
 
Nachhaltige Veränderung meistern – Schritt 3: Lassen Sie los, was Sie nicht kontrollieren können und widerstehen Sie der Versuchung, die Welt verändern zu müssen.
 
Nachhaltige Veränderung meistern – Schritt 4: Verändern Sie stattdessen sich selber, und stecken Sie die Menschen in Ihrem Umfeld mit Ihrer Positivität an.
 

Was Veränderung mit Dominos zu tun hat

Und wer weiß, je mehr Sie die Dinge im Kleinen positiv beeinflussen, desto größer wird die Wahrscheinlichkeit, dass sich daraus irgendwann eine Dominorallye entwickeln kann, die das Potenzial besitzt, auch die ganz großen Probleme und Ungerechtigkeiten zu lösen. „Okay Ilja, das klingt ja sehr schön, aber was kann ein einzelner Mensch denn schon bewirken?“ Mehr als sie denken. Viel mehr sogar. Am letztmalig stattfindenden Dominoday im Jahr 2009 führte das Anstoßen eines einzelnen Steins dazu, dass insgesamt 4.491.863 weitere Steine umfielen. Ein bis heute bestehender Weltrekord. 
 
Doch damit nicht genug. Der Physiker Lorne Whitehead veröffentlichte bereits 1983 einen Artikel im American Journal of Physics, in dem er die faszinierenden Erkenntnisse seiner Forschungen teilte. Demnach ist ein einzelner Dominostein in der Lage, einen 50 % größeren Dominostein umzuwerfen. In seinem Experiment startete er mit einem Stein, der 10 mm hoch war. Die entstehende Kettenreaktion endete mit einem umfallenden 13. Dominostein, der 64-mal so hoch war, wie der Auslöser (Auch hier wurde im Jahr 2009 ein Weltrekord aufgestellt, als in den Niederlanden der größte Dominostein der Geschichte fiel). 
 
Würden Sie diese Kette hypothetisch weiterführen, dann hätte der 18. Stein bereits die Höhe des Schiefen Turms von Pisa, der 31. wäre höher als der Mount Everest und der 57. würde die Entfernung zwischen der Erde und dem Mond überbrücken. Faszinierend, oder?
 

Nachhaltige Veränderung meistern: Mach es einfach!

Glauben Sie jetzt, dass ein einzelner Mensch einen riesigen Unterschied machen kann? Eine einzige mutige Entscheidung, eine verrückte Idee oder eine positive Perspektive auf eine scheinbar hoffnungslose Situation kann eine ungeahnte Kettenreaktion auslösen. Je mehr persönliche Dominos Sie also in Ihrem Alltag anstoßen, desto größer wird auch die Wahrscheinlichkeit, dass Sie irgendwann Ihren ganz persönlichen Dominoday erleben werden. 
 
Auch in diesem Fall hilft es, sich weniger auf ein eventuelles Ergebnis, sondern vor allem auf den Prozess zu konzentrieren. Die Welt lechzt einfach nach Changemakern, die mit Ihrer Positivität als Vorbild vorangehen, den Blick voller Optimismus auf mögliche Chancen richten und auch bei den kniffligsten Problemen stets in Lösungen denken. Ich habe für mich beschlossen, dass ich genau so eine Person sein möchte. 
 
Wie sieht es bei Ihnen aus? Wenn Sie es nicht sowieso schon getan haben, dann wäre doch genau jetzt eine perfekte Gelegenheit, eine ausgeprägte Positivität zu einer absoluten Priorität in Ihrem Leben zu definieren, nicht wahr? Mir hilft dabei seit vielen Jahren ein Leitspruch, den ich gerne mit Ihnen teilen möchte.
 
Seien Sie so positiv, dass es negative Menschen nicht in Ihrer Nähe aushalten.
 

Klingt Ihnen das zu sehr nach Ausgrenzung? Ist es aber überhaupt nicht. Natürlich, einige Menschen haben sich an die eigene negative Attitüde so sehr gewöhnt, dass diese zu einem zentralen Lebensinhalt geworden ist. So traurig es auch ist, in diesen Fällen ist bereits Hopfen und Malz verloren. Viel wahrscheinlicher ist es aber, dass Sie die Nörgler, Miesepeter und Grantler in Ihrem Umfeld mit Ihrem positiven Mindset so sehr inspirieren, dass es bei ihnen zu einem Umdenken kommt. 

Und dieser Perspektivwechsel führt dann eben dazu, dass die Menschen sich von Ihnen magisch angezogen fühlen, und sich nichts sehnlicher wünschen, als Teil Ihres Umfelds werden zu können. Und genau das ist die beste Voraussetzung überhaupt, um nachhaltige Veränderung meistern zu können.

Never Normal statt New Normal: Warum die Zukunft riesige Chancen bietet

Haben Sie schon mal vom Never Normal gehört? Nein, dann lesen Sie jetzt unbedingt weiter. Wir leben in Zeiten, in denen permanente Veränderung das New Normal – das neue Normal – geworden ist. Diese Aussage hört man immer wieder. Kein Wunder, denn der Wandel sowohl in der Arbeitswelt, als auch in der Gesellschaft wird immer schneller, unberechenbarer und insbesondere intensiver. Und auch wenn an der Vorstellung des New Normal eine Menge dran ist, so greift die Beschreibung der neuen Normalität doch zu kurz. Warum das so ist, und wie ich die aktuellen Zeiten der Veränderung stattdessen beschreiben würde, erfahren Sie in diesem Artikel.

New Normal – Der Wunsch nach Stabilität im Chaos

Wenn Sie schon einmal einen Roadtrip durch den Norden Amerikas gemacht haben, dann sind Sie südlich von Chicago möglicherweise durch meine absolute Lieblingsstadt gefahren. Diesen Status hat der 52.736 Einwohner zählende Ort nicht etwa durch seine Architektur, sein kulturelles Angebot oder eine erfolgreiche Baseballmannschaft erhalten. Vielmehr ist es der Name, der mich fasziniert, denn die Stadt heißt Normal.

Wie überall in den USA üblich steht am Ortsausgang ein Schild, dass die Gäste verabschieden soll. Der Text lautet: Leaving Normal. Kann es eine bessere Metapher für das Leben geben? Denn spätestens seit die COVID-19 Pandemie unsere gewohnten Regeln und Abläufe komplett durchgeschüttelt hat, sollte auch der Letzte verstanden haben, dass es so etwas wie eine Normalität nicht mehr gibt. Dafür sind die Krisen zu unberechenbar, die Veränderungen zu intensiv und die Notwendigkeit zur Anpassung zu dringend geworden. Eine Schlussfolgerung, die dann gerne gezogen wird, lautet dementsprechend auch: Welcome to the New Normal. Willkommen in der neuen Normalität.

Never Normal statt New Normal

Und ich kann das dahinterstehende Mindset durchaus verstehen, denn wir Menschen sehnen uns nun mal nach Beständigkeit, Routinen und gewohnten Abläufen. Nach all den Unsicherheiten der letzten Jahre lechzen wir danach, dass die Welt endlich wieder normal wird. Und wenn es schon nicht mehr ganz so wie früher sein kann, dann doch wenigstens in einer neuen Form, also einem neuen Normal.

Aber was wäre, wenn es nie wieder so wird wie früher? Was wäre, wenn 2019 nur noch eine Erinnerung an die gute, alte Zeit wäre? Was wäre, wenn die intensiven Veränderungen bleiben und zu einem Dauerzustand würden? Hier kommt eine große Idee: Vergessen Sie das Konzept des New Normal. Stattdessen möchte ich Ihnen eine alternative Botschaft vorschlagen:

Welcome to the Never Normal. Willkommen im Zeitalter, in dem nichts mehr normal ist.

Die Welt wird einfach nicht mehr so sein, wie wir es gewohnt waren. Was wir alle instinktiv spüren, belegen auch die aktuellen Studien. Laut einer McKinsey Umfrage unter 200 Organisationen in verschiedenen Branchen sagen 90% der Entscheider, dass die Art und Weise, wie das Business funktioniert, sich fundamental verändern wird. Auch unser Alltag lässt sich mit vielen Worten Beschreiben. Normal ist keines davon. Macht Ihnen der Gedanke daran Angst? Keine Sorge, Sie sind damit nicht alleine. Denn wenn Veränderungsvorhaben scheitern, egal ob im persönlichen Alltag oder im Job, dann selten, weil Menschen nicht bereit wären, neue Ideen zu akzeptieren. Es liegt vielmehr an der Angst davor, die alten loszulassen.

Das Zeitalter des Never Normal: Eine riesige Chance wartet

Ein guter erster Schritt, um das Zeitalter des Never Normal zu begrüßen wäre, den Glaubenssatz zu verlernen, dass Krisen immer gleichbedeutend mit Entbehrungen, Niedergang und riesigen Problemen wären. Denn in Zeiten der Veränderung gab es in der Geschichte schon immer Menschen, die erfolgreiche Unternehmen gegründet, bahnbrechende Erfindungen gemacht und außergewöhnliche Ideen entwickelt haben.

Jeff Bezos erkannte in den 1990er Jahren, dass die Welt durch die Verbreitung des Internets nie mehr so sein würde, wie vorher. Also kündigte er seinen gut bezahlten Job bei D.E. Shaw, zog nach Seattle und gründete einen virtuellen Buchladen, der heute als Amazon bekannt ist. Der Unternehmer Bodo Janssen traute sich während einer großen Krise seiner Hotelkette Upstalsboom entgegen allen Gepflogenheiten die Mitarbeitenden und den Faktor Sinn in den Mittelpunkt zu stellen und sorgte mit dem Paradigmenwechsel der stillen Revolution für einen Turnaround. Bekannte Marken wie Uber, Airbnb, WhatsApp oder Slack wurden während der Finanzkrise 2008 gegründet, und auch während der Corona Pandemie erblickten mehr Technologie-Start-ups das Licht der Welt als in den Jahren davor.

Die schlechteste Strategie in der Ära des Never Normal ist es, abzuwarten, zu zögern und zu hoffen, dass sich die Vergangenheit durch Zufall irgendwie in die Zukunft übertragen ließe. Obwohl Kodak der absolute Marktführer im Bereich der Fotografie war, setzte man lieber auf die Verbesserung des Farbfilms und überließ der Firma Logitech die Massenverbreitung der Digitalkamera.

Das Automobil wurde nicht von Kutschenbauern, der Personal Computer nicht von Schreibmaschinenherstellern und digitale Bezahlsysteme nicht etwa von Banken, sondern von den Handyproduzenten Telenor Mobil und Ericsson erfunden. Woran das liegt? Weil das Prinzip Hoffnung und das Festhalten an den Erfolgen früherer Jahre noch nie ein guter Berater waren. Weil man in Zeiten, die von intensiven Veränderungen geprägt sind, mit einem bequemen weiter so einfach keinen Blumentopf gewinnen kann.

Tschüss, New Normal. Moin Never Normal

Je eher Sie daher das Konzept des Never Normal nicht nur akzeptieren, sondern als Ihren größten Verbündeten umarmen, desto größer können Ihre Durchbrüche sein. Insbesondere in Krisen trennt die bewusste Anwendung des UnChange Mindsets die Spreu vom Weizen. Denn je stabiler und fester Ihre Wurzeln sind, desto flexibler können Sie im Denken und Handeln sein. Und je häufiger Sie den Fokus auf Chancen und Möglichkeiten richten, desto eher können Sie lernen, die bekannten Wege zu verlassen, und Dinge auszuprobieren, die sich vorher noch niemand getraut hat.

Einer meiner Lieblingsautoren ist James Patterson, dessen Bücher sich bis heute über 100 Millionen Mal verkauften. Doch sein Start ins Leben eines Schriftstellers lief eher suboptimal. Nachdem er seinen Job als Werbetexter in einer Agentur aufgab, um sich voll und ganz dem Schreiben zu widmen, verkauften sich nur knapp 10.000 Exemplare seines Debutromans The Thomas Berryman Number.

Eine mehr als dürftige Zahl. Also beschloss er, für sein nächstes Werk – den Thriller Along Came a Spider – mit den Konventionen der Buchbranche zu brechen und etwas vollkommen Neues zu probieren. Er wollte das Buch mit TV-Werbung einem breiten Publikum vorstellen. Die Antwort seines Verlags: „Auf keinen Fall. Zu teuer. Die Leser wollen keine Buchwerbung im Fernsehen erhalten.“

Doch Patterson gab nicht auf und produzierte die Werbespots mit seinem eigenen Geld. Die Qualität überzeugte auch den Verlag, der sich bereit erklärte, die die Hälfte der Kosten für die Kampagne zu übernehmen. War es ein mutiger Schritt? Definitiv. Noch nie wurde ein Buch im nationalen Fernsehen mit Anzeigen beworben. Es war eine Aktion jenseits der Normalität. Hat es sich gelohnt? Und wie. Das Buch kletterte zum Erscheinungstermin direkt auf Platz neun der New York Times Bestsellerliste, es wurden bis heute über fünf Millionen Exemplare verkauft und Along Came a Spider ist bis heute Pattersons erfolgreichstes Werk. Gleichzeitig war es der Startschuss für eine der bemerkenswertesten Karrieren in der Literaturgeschichte. Das Vermögen von James Patterson wird heute auf knappe 100 Millionen Dollar geschätzt und er veröffentlich jedes Jahr mehrere neue Bücher.

Embrace the Change – Umarmen Sie die Veränderung

Liebe Leserinnen und Leser dieses Blogs, in welchen Bereichen Ihres Lebens ist es an der Zeit, die bequemen Pfade zu verlassen, und jenseits der Normalität Spuren zu hinterlassen? Denn genau dort, in den unerforschten Gebieten des Never Normal liegen die größten Chancen. Wenn Sie sich entscheiden, Ihre unbewussten und limitierenden Glaubenssätze zu identifizieren und die Segel zu neuen Ufern zu setzen. Natürlich wird Ihnen der Wind dabei häufig direkt von Vorne ins Gesicht blasen.

Je mutiger Ihre Ideen sind, desto mehr wird man sie bekämpfen, belächeln oder sogar versuchen in die Ecke von realitätsfernen Spinnern zu drängen. Mein Lieblingsbeispiel ist ein Tweet des ehemaligen Siemens Chefs Joe Käser vom 8.11.2019, in dem er Elon Musk als „kiffenden Kollegen aus den USA bezeichnet, der von Peterchens Mondfahrt spricht“. Aber wenn es jemanden gibt, der das Konzept des Never Normal mit Haut und Haaren verinnerlicht hat, dann ist es der Visionär aus Südafrika.

Heute, vier Jahre nach dem Tweet ist das Tesla Modell Y der meistverkaufte PKW in Deutschland, Starlink versorgt viele Teile der Welt mit Highspeed Internet und Musks Raumfahrtfirma SpaceX hat nicht nur die NASA in Sachen Innovationsfähigkeit überholt, sondern führt auch längst kommerzielle Flüge ins Weltall durch.

Der größte Erfolgsfaktor des Never Normal Zeitalters

Denken Sie immer dran. Es ist Ihr Leben. Und nur Sie bestimmen, wie Sie es leben, welche Ziele Sie erreichen und welche Träume Sie in die Tat umsetzen wollen. Wichtig dabei ist, dass Sie die richtige Balance finden. Denn natürlich ist nicht alles Neue automatisch gut. Und nicht alles ist per se schlecht. Aus diesem Grund ist jedes Veränderungsvorhaben auch immer ein wenig wie der berühmte Ritt auf der Rasierklinge.

Auf der einen Seite sollten wir uns immer wieder fragen, was gut funktioniert, sich bewährt hat und wir es daher bewahren wollen. Und gleichsam sollten wir nie die Bereitschaft verlieren, Prozesse, Ziele, Strategien und insbesondere uns selber radikal auf den Prüfstand zu stellen und einer bewussten Disruption zu unterziehen. Das Zauberwort ist dabei das Wort bewusst. Denn dies ist der entscheidende Erfolgsfaktor, der in unsicheren und stürmischen Zeiten dafür sorgt dass Dinge geschehen werden, von denen andere Menschen nicht einmal zu träumen wagen.

Denn wenn Bewusstheit in Ihr Leben Einzug erhält, dann sind Sie nicht nur in der Lage, Ihre unbewussten Eisberge zu durchbrechen, sondern Ihre Lebensqualität dramatisch zu erhöhen. Weil Sie der Beliebigkeit Lebewohl sagen. Weil Sie Ihrem Umfeld Orientierung bieten. Und weil Sie nur noch mit Intention (also bewusst) kommunizieren und wirken. Hier kommt eine weitere große Idee in diesem Artikel: Bewusstheit schlägt alles.

Bewusstheit sorgt für Orientierung im Never Normal

Bewusstheit schlägt alles. Ja, wirklich alles. Andere mögen schlauer, schneller oder talentierter sein. Wenn Sie mit der richtigen Intention an Ihre Aufgaben gehen, werden Sie immer den berühmten Schritt vorne sein. Weil nichts eine derart große Kraft besitzt, wie die richtige Intention. Weil Sie nicht länger zufällig, beliebig und belanglos agieren, sondern jedem einzelnen Moment Ihres Lebens eine konkrete Bedeutung geben. Das gilt für die kleinen Situationen des Alltags, besonders aber für die großen Herausforderungen in Zeiten des Never Normal. Warum?

· Bewusstheit sorgt für Klarheit
· Bewusstheit stärkt Ihr Selbstbewusstsein
· Bewusstheit eliminiert Zweifel
· Bewusstheit knüpft ein unsichtbares Band zwischen zwei Menschen
· Bewusstheit schafft Gewissheit
· Bewusstheit erzeugt positive Gefühle
· Bewusstheit ersetzt Belanglosigkeit durch Bedeutung
· Bewusstheit sorgt für den richtigen Fokus
· Bewusstheit motiviert
· Bewusstheit ist wichtiger als alle Techniken, Methoden und Prozesse zusammen
· Bewusstheit durchbricht Ihre ganz persönlichen Eisberge

Je nachdem, von welchem Ausgangspunkt Sie starten, bedeutet es natürlich ein wenig Arbeit, die Wurzel der Bewusstheit in den Mutterboden Ihres Mindsets wachsen zu lassen. Aber je häufiger Sie bewusst denken, entscheiden, kommunizieren und handeln, desto eher durchbrechen Sie die unbewusste Selbstsabotage und entwickeln positive Automatismen. Und dann geschieht etwas Spannendes, ja fast schon Magisches.

Sie werden all das mit einer großen Portion Gelassenheit und Leichtigkeit angehen. Sie werden nicht nur außergewöhnliche Ergebnisse erzielen, ein Leben mit Bedeutung führen und Spuren auf den Wegen jenseits der Normalität hinterlassen. Ich könnte es nie so gut formulieren wie der Lyriker Walt Whitman, der es mit folgendem Satz auf den Punkt brachte: „Im Walde zwei Wege boten sich mir dar und ich ging den, der weniger betreten war – und das veränderte mein Leben.“ Dem ist nichts hinzuzufügen.

Die 99 fiesesten Killerphrasen, um Veränderung zu verhindern

Der größte Feind von Veränderungsvorhaben sind Killerphrasen, in der Umgangssprache auch als Totschlagargument bekannt. Wann immer eine neue Idee, ein guter Vorschlag oder eine vielversprechende Initiative geäußert wird, es dauert meist nicht lange, bis die ersten Killerphrasen die zarte Pflanze der Veränderung direkt im Keim erstickt haben.

Aber was genau sind überhaupt Killerphrasen und wie entgegnet man ihnen am besten? Diesem Thema wollen wir uns in diesem Artikel widmen. Und als Bonbon gibt es am Ende noch die ultimative Liste der 99 „besten“ Killerphrasen, um Veränderung zu verhindern

Was sind Killerphrasen?

Wikipedia definiert eine Killerphrase als […] in einer Diskussion verwendete, keinen Widerspruch duldende Phrase[…]. Es handelt sich also um gut klingende, aber inhaltlich vollkommen leere Aussagen, die einen einzigen Zweck verfolgen: Diskussionen zu beenden und neue Ideen, Vorschläge und Initiativen abzuschmettern. Wer kennt es nicht, im Meeting traut sich der schüchterne Kollege, einen Vorschlag zur Verbesserung eines wichtigen Prozesses zu machen. Doch er hat seine Idee noch nicht mal zu Ende ausgesprochen, schon passiert es. Ein lautes „Haben wir denn nicht Wichtigeres zu tun? Das klappt sowieso nicht!“ schallt durch den Raum.

An diesem Beispiel wird noch einmal das Wesen von Killerphrasen deutlich. Es handelt sich um inhaltsleere Behauptungen, die dazu dienen, den Gesprächspartner zu diskreditieren, Ideen abzuwürgen und mögliche Veränderungen zu verhindern. Valide Argumente, fundierte Begründungen oder gar nachweisbare Zahlen, Daten und Fakten? Leider komplette Fehlanzeige. Und genau das bringt uns zu den typischen Merkmalen von Killerphrasen.

Typische Merkmale von Killerphrasen

Killerphrasen erkennen Sie relativ einfach, denn sie folgen so gut wie immer einem ganz bestimmten Muster. Achten Sie vor allem auf die folgenden Merkmale:

  • Es handelt sich um inhaltsleere Behauptungen
  • Nachweisbare Zahlen, Daten und Fakten fehlen komplett
  • Das Fehlen von Argumenten wird mit Inbrunst und Überzeugung ausgeglichen
  • Statt detaillierte Aussagen wird auf pauschale Verallgemeinerungen zurückgegriffen
  • Es wird versucht, andere Menschen verbal zu attackieren und deren Kompetenz infrage zu stellen
  • Scheinargumente führen eine mögliche Diskussion in eine kommunikative Sackgasse
  • Statt objektiver Evaluation verschiedener Szenarien wird das auf Vorurteilen und subjektiven Bewertungen basierende Ergebnis als alternativlos dargestellt

Killerphrasen kontern: Eleganter Umgang mit Totschlagargumenten

Ja, der Einsatz von Killerphrasen und Totschlagargumenten verhindert nicht nur effektiv Veränderungen, sondern sorgt auch für eine Vergiftung der Kommunikationskultur in Teams, Abteilungen und ganzen Unternehmen. Doch zum Glück gibt es Mittel und Wege, um den Nutzern von Killerphrasen bestimmt und effektiv entgegenzutreten und sie auf eine Art und Weise zu entlarven, die dazu führt, dass wieder konstruktiv und sachlich diskutiert werden kann. Dies kann auf unterschiedlichen Wegen erreicht werden. Die besten sind:

  • Konkret nachfragen, um vom Pauschalen zurück auf das Spezifische zu kommen (Was genau?, Wie genau meinen Sie das? Wer genau sagt das? etc.)
  • Auf der Sachebene argumentieren, und die subjektiven Behauptungen anhand von nachweisbaren Zahlen, Daten und Fakten widerlegen
  • Kontern und selbstbewusst antworten. Hierzu benötigt es etwas Selbstbewusstsein. Aber wer verbal deutlich macht, dass man sich nicht einschüchtern lässt, der nimmt einer Killerphrase direkt den Wind aus den Segeln
  • Die Killerphrase als solche deutlich benennen und entlarven („Das ist ja nun wirklich eine Killerphrase, können wir bitte zurück zur Sachebene kommen?“)

Für welche Variante Sie sich auch entscheiden, eine Killerphrase sollte niemals unwidersprochen bleiben. Je besser Sie also mit pauschalen Totschlagargumenten umgehen können, desto besser. Und um Ihnen das Ganze etwas einfacher zu machen, habe ich Ihnen noch eine Liste mit den gängigsten Killerphrasen im Business zusammengestellt. 

Kennen Sie weitere Killerphrasen, die in der Liste fehlen? Dann freue ich mich auf Ihren Kommentar am Ende des Artikels, damit wir die Sammlung kontinuierlich wachsen lassen können.

Die ultimative Liste der 99 fiesesten Killerphrasen im Business

  1. Das haben wir schon immer so gemacht
  2. Dafür fehlt uns das Budget
  3. Wenn es so einfach wäre, dann hätte es ja schon längst jemand anders probiert
  4. Unsere Situation ist besonders
  5. Das mag bei anderen funktionieren, bei uns jedoch nicht
  6. Dazu fehlt uns die Zeit
  7. Klingt theoretisch gut, aber die Praxis sieht nun mal anders aus
  8. Daran sind schon ganz andere gescheitert
  9. Klingt gut, wird aber nicht funktionieren
  10. Warum sollten wir etwas verändern? Es läuft doch alles gut.
  11. Da haben wir nun wirklich Wichtigeres zu tun
  12. Ich fühle mich gerade nicht danach
  13. Das gibt Ärger mit der IT
  14. Das haben wir in der Vergangenheit schon mal probiert
  15. Um das umzusetzen, fehlt uns das Personal
  16. Ich warte erst einmal ab
  17. Wieso eigentlich immer ich?
  18. Oh, mal wieder eine typische Idee der XYZ-Abteilung
  19. Da machen unsere Leute niemals mit
  20. Von mir aus, aber ich kann Ihnen jetzt schon sagen, wie das endet
  21. Damit sollten wir bis nächstes Jahr warten
  22. Wissen Sie, was für ein Aufwand das wäre?
  23. Das bringt doch sowieso nichts
  24. Da habe ich zurzeit wirklich Wichtigeres zu tun
  25. Wer sagt denn, dass es dadurch besser wird?
  26. Das ist ja nun wirklich bekannt, dass es so nicht funktionieren wird
  27. Da macht der Betriebsrat garantiert nicht mit
  28. Wenn die Politik ihre Arbeit vernünftig machen würde, dann hätten wir vielleicht eine Chance
  29. Das geht jetzt viel zu schnell
  30. Man wird uns für verrückt erklären
  31. Das machen unsere Kunden niemals mit
  32. Diese Idee kriegen wir im Vorstand niemals genehmigt
  33. Aus Erfahrung kann ich Ihnen sagen, dass das nichts wird
  1. Das haben wir ja noch nie so gemacht
  2. Das wird niemals funktionieren
  3. Gute Idee, ABER…
  4. Das haben wir vor Jahren schon mal ausprobiert
  5. Dafür bin ich nicht zuständig
  6. Was sollen wir denn noch alles machen?
  7. Das haben wir ja noch nie so gemacht
  8. Sollen „Die da Oben“ doch erstmal anfangen
  9. Was sollen wir denn machen, wenn die Mitarbeiter nicht mitziehen?
  10. Als ich jung war, hatte ich auch noch so naive Ideen
  11. Dafür haben wir einfach nicht die richtige Kultur
  12. Stellen Sie sich mal den ganzen Papierkram vor
  13. Dafür ist unsere Belegschaft viel zu alt
  14. Ich finde es ja gut, aber meine Kollegen machen da niemals mit
  15. Sie stellen sich das viel zu einfach vor
  16. Wer hat Ihnen denn diese Flausen in den Kopf gesetzt?
  17. Klingt ja nett, ist aber völlig unrealistisch
  18. Mit solchen Vorschlägen verunsichern Sie die Mitarbeiter nur
  19. Wir machen das jetzt seit zwanzig Jahren so. Und auf einmal soll es nicht mehr gut genug sein?
  20. Das schaffen wir auf keinen Fall
  21. Dafür fehlen uns die nötigen Spezialisten
  22. Wie soll das denn gehen, bei unserem hohen Krankenstand?
  23. Das kann ich Ihnen jetzt schon sagen, dass dies eine Schnapsidee ist
  24. Ist das Ihr Ernst?
  25. Das ist doch rein organisatorisch überhaupt nicht zu bewältigen?
  26. Wie soll das mit unserer alten Technik denn klappen?
  27. Das kenne ich schon
  28. Das kann ich schon
  29. Das weiß ich schon
  30. In der jetzigen Lage wäre das vollkommen unverantwortlich
  31. Jetzt ist es eh schon zu spät, etwas zu verändern
  32. In der Praxis funktioniert das niemals
  33. Soll jetzt alles schlecht gewesen sein, was wir in der Vergangenheit gemacht haben?
  1. Das haben wir ja noch nie so gemacht
  2. Dafür fehlt Dir die Erfahrung
  3. Haben wir denn keine anderen Sorgen?
  4. Das schaffen wir im stressigen Tagesgeschäft doch gar nicht
  5. Die Zeit ist noch nicht reif für diese Art von Ideen
  6. Sie sind viel zu unerfahren, um das beurteilen zu können
  7. Bei aller Wichtigkeit von Veränderungen, wir müssen die Kirche auch mal im Dorf lassen
  8. Wie soll das denn bitteschön gehen?
  9. Wir sollten das nicht überstürzen
  10. Da reden wir nach dem Sommer noch mal drüber
  11. Das ist ja nun wirklich eine Idee aus der Mottenkiste
  12. Ich weiß, wie der Hase läuft, das klappt niemals
  13. Das Problem wird sich schon von ganz alleine lösen
  14. Das weiß doch jeder, wie so etwas endet
  15. Da können Sie doch überhaupt nicht mitreden
  16. Daran sind schon ganz andere gescheitert
  17. Das ist doch alles graue Theorie
  18. Dafür ist der Markt noch nicht reif
  19. Warum sollten wir etwas verändern? Der Erfolg gibt uns doch recht
  20. Da könnte ja jeder kommen
  21. Wir haben aktuell einfach andere Prioritäten
  22. Da sollten wir erst die Entwicklung abwarten
  23. Sie sind ja größenwahnsinnig
  24. Das mag in den USA funktionieren, die Deutsche Mentalität ist einfach anders
  25. Die gesamte Abteilung ist sich einig, dass es nicht klappen wird
  26. Diese Art von Idee ist doch längst überholt
  27. Dafür ist unsere Personaldecke viel zu dünn
  28. Mit der Idee ist schon Unternehmen XYZ gescheitert
  29. Ein typischer Akademiker-Vorschlag
  30. Die wirtschaftliche Lage lässt so eine Idee aktuell gar nicht zu
  31. Dafür ist die Stimmung bei uns viel zu schlecht
  32. Wissen Sie, wie oft das schon probiert wurde?
  33. Da macht sowieso niemand mit

Raus aus der Komfortzone – Mit dem 4-Zonen-Modell klappt es garantiert

Raus aus der Komfortzone. Haben Sie diesen Satz schon mal gehört? Vielleicht selber schon das eine oder andere mal gesagt? Ich gebe es zu, in meinen Keynotes und Büchern habe ich auch schon häufig dazu aufgerufen, nachhaltige Veränderungen zu initiieren, indem man dem Motto “Raus aus der Komfortzone” folgt. Aber was sich in der Theorie so einfach anhört, ist im Alltag wie so häufig durchaus schwierig umzusetzen. Daher möchte ich Ihnen in diesem Artikel gerne das 4-Zonen-Modell  der Veränderung vorstellen, mit dem es Ihnen ab sofort leichter fallen wird, Ihre Komfortzone zu verlassen, unbekanntes Terrain zu betreten, und dadurch nachhaltig als Persönlichkeit wachsen können. 
 

Raus aus der Komfortzone – Was Sie von (Ihren) Kindern lernen können

Die perfekten Vorbilder, um regelmäßig die Komfortzone verlassen zu können, sind (Ihre) Kinder. Mit ansteckender Neugier probieren Sie regelmäßig die unterschiedlichsten Dinge aus. Testen ihre eigenen Grenzen. Verlassen ihre Komfortzone. Und wenn Sie dabei mit den unweigerlich auftretenden Misserfolgen konfrontiert werden, dann lamentieren sie nicht etwa, sondern probieren es direkt auf eine andere Art und Weise. 
 
Ja, man könnte fast meinen, dass Kinder den Ratschlag “Raus aus der Komfortzone” erfunden haben. Weil sie wahre Meister im Umgang mit jeglicher Art von Veränderung sind. Finden Sie es nicht auch faszinierend, mit wie viel Freude sich junge Menschen auf neue Erfahrungen stürzen und sich vom Unbekannten fast schon magisch angezogen fühlen? Von Kindern würden Sie niemals Sätze wie „Das haben wir ja noch nie so gemacht„, „Das klappt niemals“ oder „Ich versuche es lieber nicht, es könnte ja schiefgehen“ hören. Stattdessen können sie sich wie menschliche Chamäleons an so gut wie jede neue Situation anpassen, lassen sich von ihrer Fantasie und Kreativität leiten und lernen so gut wie jede Sportart, jedes Musikinstrument oder sogar neue Sprachen innerhalb weniger Wochen.
 

Verliebt in das Unbekannte – Lust auf Wachstum und Entwicklung

Leider werden die meisten Kinder spätestens im Teenageralter von den unterschiedlichsten Bezugspersonen immer wieder mit den gleichen Botschaften bombardiert: „Pass Dich an„, „Du musst endlich vernünftig werden„, „Schluss mit der ewigen Träumerei“ oder „Jetzt beginnt der Ernst des Lebens“ sind nur einige davon. Und ehe man sich versieht, geht die ehemals im Überfluss vorhandene Leichtigkeit verloren und wird von vermeintlicher Vernunft, Skepsis und dem krampfhaften Festhalten am Status Quo ersetzt. 
 
Ohne, dass man es jemals wollte, ist man zu einem angepassten, mittelmäßigen und vor allem funktionierenden Mitglied der Gesellschaft geworden, dem jegliche Form von Spaß, Freude oder Zufriedenheit abhandengekommen ist. Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, aber ich finde das tragisch. Doch zum Glück muss es gar nicht erst so weit kommen. Wenn der Satz “Raus aus der Komfortzone” nicht bloß ein Lippenbekenntnis für Sie ist, sondern eine Philosophie, an der Sie Ihr gesamtes Denken und Handeln ausrichten. Wenn Sie sich jeden einzelnen Tag aufs Neue mit Haut und Haaren in das Unbekannte verlieben. 
 
Wenn Sie die Schmetterlinge im Bauch genießen, wenn Sie an die Möglichkeiten der Zukunft denken. Wenn Sie aufhören, auf der bequemen Couch sitzend darauf zu hoffen, dass sich Ihre Situation schon irgendwie verbessern wird, sondern stattdessen aktiv werden. Wenn Sie raus ins Leben gehen und beginnen, Ihre Ziele und Träume voller Leidenschaft zu verfolgen. Woody Allen hat einmal treffend festgestellt, das 80% des Erfolgs darin besteht, einfach nur aufzutauchen. Tauchen Sie daher so oft auf wie möglich. Je mehr Sie Ihrer Sehnsucht nach neuen Eindrücken, Erfahrungen und Reizen in Ihrem Leben nachgeben, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass Sie außergewöhnliche Dinge erreichen werden.
 

Sehnsucht nach neuen Horizonten als Schlüssel für Change

Stellen Sie sich nur vor, was passiert wäre, wenn Menschen wie Marco Polo, Roald Amundsen oder Christoph Kolumbus nicht Ihrem Entdeckergeist gefolgt, sondern im sicheren Hafen darauf gewartet hätten, dass man Ihnen eine Garantie gibt, dass sie ihre Ziele auf jeden Fall erreichen würden. Sie wären niemals in China, am Südpol oder in Amerika angekommen. Das gleiche gilt für die Erfindung der Glühbirne, des Buchdrucks oder des iPhones, welche allesamt die Welt verändert haben. Weil Thomas Edison, Johannes Gutenberg und Steve Jobs die Sehnsucht nach Innovation, nach neuen Wegen und dem permanenten Hinterfragen der bestehenden Konventionen teilten. Und sich dann nicht etwa auf ihren Lorbeeren ausruhten, sondern sich die Bereitschaft bewahrten, den eigenen Errungenschaften immer wieder zu hinterfragen.
 
Die Sehnsucht nach neuen Horizonten als Erfolgsfaktor ist daher so essenziell, weil das Außergewöhnliche von heute das Gute von morgen und das mittelmäßige von Übermorgen ist.  Ich weiß noch genau, wie ich im Jahr 2008 dachte, mit dem iPhone 3G ein so geniales Produkt in den Händen zu halten, dass es nicht mehr besser gehen würde. Wie man sich doch irren kann, denn wenn ich es mit dem aktuellen Modell, dem iPhone 15 Pro Max, vergleiche, dann wirkt es auf mich wie ein Smartphone aus der Steinzeit. Mit uns Menschen verhält es sich ähnlich, denn wir sind diesbezüglich wie Pflanzen. Wenn wir nicht wachsen können, dann bleiben wir nicht etwa auf der aktuellen Entwicklungsstufe stehen, sondern wir gehen ein. Natürlich nicht von heute auf morgen, sondern schleichend. 
 
Und dieser Prozess ist viel heimtückischer. Es ist wie in der berühmten Parabel vom Frosch. Versucht man diesen nämlich in einen Topf mit kochendem Wasser zu setzen, dann springt er sofort wieder heraus. Setzt man ihn hingegen in kaltes Wasser und erhitzt dieses nur schrittweise, so bemerkt er die Erhöhung der Temperatur nicht. Bis es irgendwann zu spät ist. Auch wenn es sich bei dieser Metapher um einen Mythos handelt, so sehr trifft die dahinterstehende Aussage doch die Wirklichkeit viele Menschen. Denn wenn Sie sich nicht regelmäßig neuen Reizen, herausfordernden Erfahrungen und unbekannten Situationen aussetzen, dann wird Ihre persönliche Komfortzone im Laufe der Zeit immer gemütlicher und Tristesse, Mittelmaß und Beliebigkeit breiten sich aus.

Jenseits der Komfortzone: Das 4-Zonen-Modell der Veränderung

Aber was geschieht eigentlich, sobald Sie der Sehnsucht nach Veränderung nachgeben und es wagen, die Unsicherheit zu umarmen? Nach und nach bewegen Sie sich durch einen Prozess, der Sie durch vier verschiedene Zonen führt, und Sie am Ende mit persönlichem Wachstum reich beschenkt. Die folgende Abbildung gibt einen Überblick.
 
Das 4-Zonen-Modell der Veränderung

 

Raus aus der Komfortzone: Phase 1 – Die Komfortzone

Diese Zone kennen wir alle. Hier ist alles bekannt, gewohnt und vor allem sehr bequem. Sie tun das, was Sie immer tun, vermeiden jegliche Risiken und haben zu jeder Zeit alles im Griff. Routinen und Standardabläufe prägen den Alltag und die meisten Verhaltensweisen laufen auf Autopilotmodus. Durch die Abwesenheit jeglicher Herausforderungen ergibt sich jedoch ein großes Problem. In der Komfortzone findet kein Wachstum statt, da Sie ausschließlich auf bekannte und bewährte Methoden zurückgreifen. 
 
Das Leben in der Komfortzone ist zwar nicht besonders aufregend, dafür wird der Mangel an Abwechslung durch einen ausgeprägten Wohlfühlfaktor ausgeglichen. Kurzfristig ist daran auch überhaupt nichts auszusetzen. Aber wenn Sie nicht einfach nur funktionieren und beliebig vor sich hinleben wollen, dann müssen Sie nun mal langfristig wachsen. Weil Wachstum ein menschliches Grundbedürfnis und gleichsam die Grundlage für ein von Sinn, Zufriedenheit und Erfüllung geprägtes Leben ist. Hier kommt eine große Idee, von der ich mir wünschen würde, dass Sie sie nie wieder vergessen würden:
 
Ihre Lebensqualität hängt von dem Ausmaß an Wachstum ab, mit dem Sie dauerhaft komfortabel leben können.
 
Wahres Leben beginnt immer außerhalb Ihrer Komfortzone. Sobald Sie es wagen, Ihre Grenzen zu überwinden, neue Horizonte anzusteuern und die Segel für eine stürmische Reise setzen. Doch bevor Sie die Früchte dieses mutigen Schritts ernten können, wartet leider noch eine Zone auf Sie, an der die meisten Menschen scheitern.
 

Raus aus der Komfortzone: Phase 2 – Die Angstzone

Jenseits der Komfortzone lauert das Unbekannte auf uns. Die Angstzone beginnt, und das Krokodilhirn (was genau sich dahinter verbirgt, können Sie in meinem Buch “Die Mindset Revolution” detailliert nachlesen) versucht Sie mit aller Macht zur Umkehr zu bewegen. Dadurch dass Sie auf einmal neuen und noch nie erlebten Situationen ausgeliefert sind, beginnen Sie zu zweifeln, nach Ausreden zu suchen und würden am liebsten sofort wieder aufgeben. 
 
Kein Wunder, denn so vieles kann schiefgehen, wird nicht beim ersten Mal klappen und eine bekannte innere Stimme wird Sie permanent daran erinnern, wie wenig Selbstvertrauen Sie in dieser Zone doch haben. Nicht selten werden Sie sich überfordert fühlen, weil so viele neue Eindrücke auf Sie einprasseln. Ihre wichtigste Aufgabe ist es daher, den Versuchungen des vom Krokodilhirn ausgelösten Widerstands zu widerstehen und stattdessen bewusst den Weg der kleinen Schritte zu gehen. Die Unsicherheit zu umarmen und in persönliches Wachstum zu transformieren. Und dies so häufig zu wiederholen, bis sich die ersten Erfolgserlebnisse einstellen.
 

Raus aus der Komfortzone: Phase 3 – Die Lernzone

Sobald dies geschieht, befinden Sie sich in der Lernzone. Auch hier sind die meisten Dinge noch neu, während die alten Regeln nicht mehr gelten. Allerdings ist Ihre Neugier bereits so weit ausgeprägt, dass Ihre Problemlösungskompetenz sukzessive ansteigt, was wiederum eine Steigerung Ihres Selbstvertrauens bewirkt. Durch die Summe der vielen kleinen Erfolgserlebnisse haben Sie eine sich selbst verstärkende Positivspirale in Gang gesetzt, die Sie in die Lage versetzt, sich neues Wissen, neue Skills und neue Fähigkeiten anzueignen. 
 
Wie von selbst scheinen plötzlich neue Chancen und Möglichkeiten aufzutauchen, die Ihnen weitere Gelegenheiten eröffnen, die frisch erworbenen Eigenschaften direkt auszuprobieren. Natürlich klappt in der Lernzone nicht immer alles sofort und Sie müssen die meisten Schritte sehr bewusst gehen, aber je häufiger Sie sich den Herausforderungen stellen, desto eher schaffen Sie den Übergang in die entscheidende letzte Phase.
 

Raus aus der Komfortzone: Phase 4 – Die Wachstumszone

Veränderung macht dann am meisten Spaß, wenn Sie mit Purpose, Erfüllung und insbesondere Balance einhergeht. Und genau das geschieht in der Wachstumszone. Mittlerweile ist Ihr Selbstvertrauen enorm gestiegen, so dass Sie sich Dinge zutrauen, von denen Sie früher noch nicht einmal zu träumen gewagt hätten. Voller Freude und Leichtigkeit stürzen Sie sich auf das Lösen von Problemen, probieren neue Ideen umgehend aus und entwickeln sich zu einem Vorbild für Ihr Umfeld. Ihre neuen Fähigkeiten, Skills und Eigenschaften sind Ihnen mittlerweile in Fleisch und Blut übergegangen und helfen Ihnen als unbewusste Automatismen dabei, Ihre Ziele und Träume zu erreichen.
 
Aber noch etwas anderes, viel Wichtigeres geschieht, sobald Sie beginnen, einen Großteil Ihrer Zeit in der Wachstumszone zu verbringen. Fast wie von selbst verschieben sich nämlich die Grenzen sowohl Ihrer Komfort- als auch Ihrer Angstzone. Auf der einen Seite erweitert sich die Komfortzone. Kein Wunder, denn was vor einiger Zeit noch vollkommen undenkbar und jenseits bekannter Regeln und Standards erschien, ist mittlerweile zur gelebten Realität geworden. 
 
Gleichsam verkleinert sich aber auch die Angstzone, denn viele Situationen, in denen Sie in der Vergangenheit noch mit zitternden Knien und pochendem Herzen reagiert hätten, sind mittlerweile für Sie zu einer perfekten Gelegenheit geworden, als Mensch zu wachsen und neue Erfahrungen zu machen. Werden die Zweifel, die Unsicherheit und die Angst jemals komplett verschwinden? Natürlich nicht. Und das ist auch gut so, sind sie doch der perfekte Indikator, dass Sie gerade dabei sind, etwas Außergewöhnliches zu tun. Oder anders:
 
Die Veränderungen, vor denen Sie am meisten Angst haben, sind diejenigen, welche die größten Durchbrüche für Sie bringen.
 

Raus aus der Komfortzone – Rein in die Veränderung

 
Liebe Leserinnen und Leser, ich hoffe sehr, dass es mir gelungen ist, mit diesem Artikel gelungen ist, Ihre Sehnsucht nach neuen Ideen, neuen Wegen und neuen Verhaltensweisen zu triggern. Dass ich Ihnen Lust machen konnte, der Bequemlichkeit des Status Quos zu entsagen und sich in das Unbekannte zu verlieben. Dass es für Sie selbstverständlich geworden ist, Ihre Komfortzone regelmäßig zu verlassen. Es lohnt sich sehr, das 4-Zonen-Modell der Veränderung nicht nur zu verstehen, sondern zu verinnerlichen.
 
Denn je mehr Sie als Persönlichkeit wachsen, desto größer wird das Ausmaß an Erfüllung, Bedeutung und Zufriedenheit. Denken Sie immer dran: Ihre Lebensqualität hängt von dem Ausmaß an Wachstum ab, mit dem Sie dauerhaft komfortabel leben können. Doch bevor Sie jetzt direkt losstürmen wollen, noch ein kurzer Hinweis, denn natürlich kommt es auch hier auf die richtige Balance an.
 
Warum? Nicht alles, was neu ist, ist auch automatisch gut. Und nicht alles, was alt ist, ist automatisch schlecht. Der ausgeglichene Umgang mit notwendigen Veränderungen ist daher ein wenig wie der berühmte Ritt auf der Rasierklinge oder der Drahtseilakt im Zirkus. Nur, wenn Sie die richtige Balance aus alt und neu finden, werden Sie auch die wundervollen Effekte der Wachstumszone genießen können. 
 
Dies bedeutet auf der einen Seite wertzuschätzen, was sich bewährt hat. Was gut ist. Was Sie ganz bewusst bewahren wollen. Und andererseits sollten Sie stets bereit sein, Prozesse, Zustände und insbesondere sich selber regelmäßig zu hinterfragen. Und dann radikal zu verändern. Auf diese Weise erhalten Sie diesen magischen Cocktail aus Tradition und Moderne, aus Bewahren und Wagen und aus festen und stabilen Werten und flexiblen Verhalten.

Das UnChange Mindset Modell – Veränderung jenseits des Selbstoptimierungswahns

Das UnChange Mindset ist ein Modell, dass die traditionelle Mindset Definition erweitert, und den Umgang mit Change Management, Transformationsprozessen und jeglicher Form von Veränderung auf eine gesunde und balancierte Basis stellt. In diesem Artikel möchte ich Ihnen das UnChange Mindset ausführlich vorstellen.
 

Mindset – Die traditionelle Definition

Ich gebe es offen zu: Ich bin ein riesiger Mindset Fan. Ich benutze den Begriff so häufig, dass meine Fokussierung auf den Erfolgsfaktor innere Haltung mittlerweile sogar schon auf meine Familie abfärbt. So teilte mir meine zehnjährige Tochter vor ihrer letzten Mathearbeit mit: „Das Lernen der Formeln ist gar nicht so wichtig, Papa. Das Mindset ist viel entscheidender.“ Aber was genau verbirgt sich eigentlich hinter diesem Begriff, der sich immer mehr verbreitet und mittlerweile sogar an den Grundschulen dieser Republik angekommen zu sein scheint?
 
Die wohl bekannteste Forschungsarbeit zum Thema Mindset geht auf die amerikanische Verhaltensforscherin Dr. Carol Dweck zurück, die in ihrem Buch Mindset – Changing the way you think to fulfil your Potential von einem Fixed Mindset und einem Growth Mindset spricht. Beim Fixed Mindset (starr, unflexibel) gehen Menschen laut Dweck davon aus, dass ihre Talente, Fähigkeiten und Denkweisen fixe Eigenschaften sind, die entweder vorhanden oder auch nicht vorhanden, auf keinen Fall jedoch veränderbar sind. Beim Growth Mindset (Wachstum, Entwicklung) hingegen sind die Menschen überzeugt, dass die beschriebenen Faktoren veränderbar und ausbaufähig sind, wenn man ausreichend trainiert, lernt und an sich arbeitet.
 
Auf Deutsch ist der aus dem Englischen stammende Begriff Mindset schwer zu übersetzen, denn für das englische Wort „Mind“ gibt es leider kein entsprechendes Synonym. Im allgemeinen Sprachgebrauch wird es daher oft mit Einstellung, Haltung, Mentalität oder Denkweise verwendet, während das Onlinelexikon Wikipedia das Mindset als „[…] eine vorherrschende psychische Persönlichkeitseigenschaft (Prädisposition) im Sinne eines Denk- und Verhaltensmusters einer Person oder sozialen Gruppe“ definiert.
 

Warum Iron Man seinen Erfolg dem Mindset zu verdanken hat

Für mich geht diese Definition allerdings noch nicht weit genug, und ich möchte Ihnen daher gerne meine traditionelle Mindset Definition verraten: 
 
Das Mindset basiert auf unserer Identität und ist die Summe unserer Werte, Überzeugungen, Erfahrungen, Fähigkeiten, Persönlichkeitseigenschaften, Gewohnheiten, Entscheidungsstrategien und unserer generellen Attitüde dem Leben gegenüber. Es ist weniger das, was wir tagtäglich tun, sondern vor allem die Art und Weise, wie wir es machen und der Purpose (emotionaler Grund), also das warum und wofür.
 
Dieser Satz klingt Ihnen zu kompliziert? Wie wäre es dann mit folgender Metapher:
 
Ihr Mindset ist für Sie, was die künstliche Intelligenz Jarvis für Iron Man ist.
 
Können Sie sich noch erinnern? In den erfolgreichen Marvel Filmen hatte der von Robert Downey Jr. gespielte Milliardär Tony Stark eine von ihm programmierte künstliche Intelligenz als Assistenten, mit dem er mittels Sprachbefehlen kommunizieren konnte. Wann immer er eine Information benötigte, verschiedene Handlungsoptionen abwägen musste oder vor einer schwierigen Entscheidung stand, startete Jarvis einige Rechenoperationen, durchforstete seine Datenbank und versorgte Tony Stark nach wenigen Millisekunden mit dem gewünschten Wissen, bestimmten Zahlen, Daten und Fakten oder einem auf Erfolgswahrscheinlichkeiten basierenden Ratschlag.
 

Das Mindset beeinflusst Ihr Leben in jeder einzelnen Sekunde

Mit Ihrem Mindset verhält es sich sehr ähnlich. Nur dass Sie Ihre mentale Software nicht bewusst programmiert haben, sondern dass sich Ihre innere Datenbank im Laufe der Jahre durch die Anhäufung und Vertiefung von Wissen, Fähigkeiten, Werten, Gewohnheiten, Erfahrungen und den verschiedensten Überzeugungen von ganz alleine immer mehr vergrößert hat. Vor jeder Entscheidung, vor jeder Handlung und auch vor jedem einzelnen Gedanken kommt es zu einem Abgleich mit den Daten der Vergangenheit, bevor das Programm dann unbewusst und zuverlässig abgespult wird.
 
Ihr Mindset ist wie eine von Ihnen programmierte Software, die automatisiert im Hintergrund abläuft, Sie unterstützt, berät und Sie immer wieder an das erinnert, was wirklich wichtig ist.
 
Das Mindset bestimmt Ihre generelle Sicht auf die Welt, beeinflusst sämtliche Ihrer Verhaltensstrategien und wirkt wie ein stets funktionierendes inneres GPS-System, das Sie sicher durch die verschiedensten Abenteuer des Alltags navigiert. Die Qualität Ihres Mindsets bestimmt also Ihre generelle Lebensqualität. Bedeutet dies nun, dass Sie einfach nur Ihr aktuelles Mindset etwas aufpeppen und in eine positive Richtung shiften müssen, und schon klappt es mit dem Erfolg? Wenn Sie meinen bisherigen Ausführungen gefolgt sind, dann ahnen Sie die Antwort sicher schon, oder?
 
Denn natürlich ist dies nicht der Fall. Ich möchte Sie an etwas wichtiges erinnern: Sie sind okay so, wie Sie sind. Und auch ihr aktuelles Mindset ist zu diesem Zeitpunkt im Leben genau richtig. Das Einzige, was es zu tun gibt, ist die nächste Entwicklungsstufe einzuläuten. Und das tun Sie, indem Sie die Vorsilbe „Un“ zu Ihrer inneren Haltung hinzufügen.
 

Veränderung mal „Un“ders

Es war ein wunderschöner Tag im Sommer 2015. Die Sonne brennt mir ins Gesicht, und nachdem ich mir gerade die verschiedensten Sehenswürdigkeiten in Washington D.C. angesehen hatte, befinde ich mich auf dem Rückweg zu meinem Hotel in Georgetown. Während ich die Atmosphäre dieses beeindruckenden Stadtteils auf mich wirken lasse, drehen sich meine Gedanken nur um ein Thema.
 
Wenige Stunden zuvor hatte ich auf einer Konferenz den Worten meines Kollegen Scott Stratten gelauscht, und stolperte in seinem Vortag über den Begriff UnMarketing. Die dahinterstehende Philosophie war so genial, dass sie mir nicht mehr aus dem Kopf gehen wollte: Marketing zu betreiben, ohne Marketing zu betreiben.
 
Und ich kann Ihre gedankliche Verwirrung beim Lesen dieser Aussage fast schon spüren. Tatsächlich steckt dahinter eine sehr sinnvolle Logik. Denn warum scheitert Marketing so häufig? Weil Kunden von den üblichen Werkzeugen wie künstlicher Verknappung (nur noch heute), unglaubwürdiger Angebote (nur 29 € statt 1.999 €) oder lebensfremder Versprechungen (schreiben Sie Ihren Bestseller mit nur acht Stunden Arbeit) schlicht und einfach genervt sind.
 
Sobald man aber auf diesen Ansatz verzichtet und sich auf den nachhaltigen Aufbau von Beziehungen zu seiner Zielgruppe konzentriert, dann kaufen die Menschen irgendwann von ganz alleine und vor allem gerne. Weil man zu einer starken Marke geworden ist, der man vertraut, und die sich über eine Pull-Strategie zur Nummer 1 in den Köpfen ihrer Kunden etabliert hat.
 
Das gleiche Prinzip kennen Sie möglicherweise auch von sogenannten UnConferences. Anders als bei klassischen Konferenzen gibt es hier keine dauerhafte Frontalbeschallung, sondern nur einen groben Rahmen, der dann von den Teilnehmerinnen aktiv gefüllt werden kann. Ein wirklich geniales Format.  ⁠ 
 

Das Prinzip des UnChange Mindsets

Und als ich gerade die berühmte Georgetown University passierte, hatte ich einen ganz persönlichen Heureka-Moment, aus dem ein Gedanke entsprang, der mich seitdem nicht mehr loslassen sollte: Wenn dieses Prinzip beim Marketing und bei Konferenzen nachweislich funktioniert, muss es sich doch auch auf das Thema Veränderung übertragen lassen. Daraus resultierte eine alles entscheidende Frage: Wie könnte erfolgreiche Veränderung ohne die typischen Nebenwirkungen wie Druck, Überforderung und den Drang zum Selbstoptimierungswahn gelingen? Das UnChange Mindset Modell war geboren.
 
Denn wäre es nicht wundervoll, wenn Change nicht automatisch mit negativen Emotionen, sondern einem Gefühl von Leichtigkeit einhergehen könnte? Wäre es nicht schön, wenn man die positiven Auswirkungen wie persönliches Wachstum, eine erfolgreiche Karriere und ein generell erfülltes Leben erreichen könnte, ohne permanent den Status Quo bekämpfen zu müssen? Wäre es nicht viel besser, wenn man sich nicht auf das unbedingte Erreichen konkreter Resultate verkrampfen müsste, sondern stattdessen den Weg dorthin genießen könnte?
 
Auf der Suche nach möglichen Antworten recherchierte ich wissenschaftliche Artikel, analysierte die einschlägige Literatur und studierte insbesondere die Mindsets meiner erfolgreichen Kunden. Als Keynote Speaker und Change Berater habe ich das große Privileg, mit Unternehmen jeglicher Größenordnungen auf der ganzen Welt zusammenarbeiten zu dürfen. Und es hat mich schon immer fasziniert, warum manche Menschen, Teams oder ganze Organisationen Veränderungen scheinbar mühelos meistern, während andere sich mit aller Gewalt an der Vergangenheit festklammern, weil alles Neue unmittelbar als Bedrohung wahrgenommen wird.
 
Eines ist mir während meiner Forschungen schnell klar geworden. Die bewährten Change Modelle und Methoden aus der Persönlichkeitsentwicklung klingen zwar durch die Bank weg gut, führen aber selten zu den gewünschten Ergebnissen. Und dies hat einen wichtigen Grund. Sie fokussieren sich ausschließlich auf das Verhalten und blenden gleichzeitig die mentalen Prozesse, die inneren Motive und die psychologischen Faktoren weitestgehend aus.
 
Egal, ob es sich um Veränderungen im persönlichen Alltag oder im beruflichen Kontext handelt, nicht irgendwelche Werkzeuge, Prozesse oder Skills bestimmen darüber, ob man erfolgreich ist oder scheitert. Natürlich sind diese wichtig und bilden immer die Grundlage, aber wenn wir uns das große Bild anschauen, dann ist der entscheidende Faktor immer das Mindset. Die Statistiken bestätigen diese Einschätzung.
 
In der vom World Economic Forum regelmäßig durchgeführten Studie der Top 15 Future Skills befinden sich unter den zehn wichtigsten Fähigkeiten mit Programmieren und der Nutzung neuer Technologien nur zwei sogenannte Hardskills. Die restlichen acht (darunter die Top 3 Innovatives Denken, lebenslanges Lernen und Problemlösungskompetenz) sind alle den mentalen Faktoren zuzuordnen. Es kommt nicht so sehr darauf an, was, sondern insbesondere wie und warum wir etwas tun oder nicht tun.
 

Das UnChange Mindset Modell

Und genau an dieser Stelle kommt das UnChange Mindset Modell ins Spiel, das Ihnen einen erfolgreichen Umgang mit Veränderungen ermöglicht, während es gleichsam die üblichen Nebenwirkungen eliminiert. Dabei handelt es sich um eine besondere Form von Attitüde, bei der die Vorsilbe „Un“ genau wie beim UnMarketing oder den UnConferences für einen radikal anderen Ansatz eines bekannten Formats steht. 
 
„Das UnChange Mindset ist eine besondere Form der inneren Haltung, die auf sieben Erfolgsfaktoren basiert, und mit der richtigen Balance aus Stabilität und Flexibilität dafür sorgt, dass Veränderungen erfolgreich gemeistert werden können, indem die Faktoren Druck, Überforderung und Stress eliminiert und durch Leichtigkeit und Selbstvertrauen ersetzt werden.
 
Das Upgrade zum UnChange Mindset gelingt Ihnen, sobald Sie sich an die Prämisse erinnern, dass es nichts zu optimieren gibt. Wenn Sie diese Tatsache ein und für alle Mal verinnerlichen, dann sorgt die daraus resultierende Überzeugung dafür, dass Sie sich voll und ganz auf Ihre Ziele und Träume im Leben konzentrieren können. Und damit über die so wichtige Balance zwischen Neu und Alt, zwischen Erfolgshunger und Durchschnaufen, sowie zwischen Wagen und Bewahren verfügen.  
 

Der UnChange Mindset Baum

Die perfekte Metapher hierfür ist ein Baum. Dieser soll sinnbildlich für Ihr UnChange Mindset stehen. Damit aus der jungen Pflanze einmal ein majestätisches Exemplar werden kann, bedarf es vor allem eines nähr- und mineralstoffreichen Mutterbodens, um bestmögliches Wachstum zu ermöglichen. Je älter der Baum dann wird, desto größer werden die einzelnen Wurzeln, die sich immer tiefer im Boden verankern.
 
Dies sind die sieben UnChange Mindset Erfolgsfaktoren, die dem Stamm den notwendigen Halt verleihen, damit die einzelnen Äste maximal flexibel und biegsam agieren können. In unserer Metapher handelt es sich dabei um Ihr tägliches Verhalten, Ihre Gedanken, Ihre Entscheidungen und Ihre Gewohnheiten. 
 
Genau so entsteht nachhaltige Veränderung. Nur wenn die Wurzeln Ihrem Mindset-Baum die notwendige Kraft geben, können die Äste bei Sonnenschein wachsen, sich aber auch in heftigen Stürmen, Regengüssen oder Gewittern biegen, anpassen und im Wind neigen. Die Balance aus Stabilität und Flexibilität lässt Ihr UnChange Mindset sich immer weiterentwickeln, wodurch ein inneres Feuer entfacht wird, das sich im Außen in einer unbändigen Gestaltungslust widerspiegelt.
 
Und last but not least können Sie gar nicht anders, als hierauf die entsprechenden Taten folgen zu lassen. Und zwar in genau der richtigen Mischung aus Einsatz und Entspannung, aus Wagen und Bewahren, sowie aus Vollgas geben und Durchatmen. Genau diese Menschlichkeit unterscheidet Sie von den kalten Maschinen, und wird in den kommenden Jahren zu Ihrem größten Faustpfand werden.
 
In der folgenden Abbildung finden Sie eine grafische Zusammenfassung des UnChange Mindset Modells:
 
unchange mindset baum
 
Die sieben Erfolgsfaktoren des UnChange Mindset Modells geben Ihnen als Wurzeln Stabilität, Orientierung und Kraft. Und gleichzeitig besitzen Ihr Verhalten, Ihre Entscheidungen und Ihre Denkmuster als Äste über die notwendige Flexibilität, um mit den unterschiedlichsten Herausforderungen in Form von Stürmen oder Gewittern umgehen zu können.
 
Diese besondere Kombination eliminiert den üblichen Druck, das Gefühl der Überforderung und die häufig im Selbstoptimierungswahn mündende Tendenz zu viel auf einmal verändern zu wollen. Wenn sich das UnChange Mindset in Balance befindet, dann bekämpfen Sie nämlich nicht länger den Status Quo, sondern machen sich voller Leichtigkeit auf den Weg in die Richtung Ihrer Ziele. Und spüren dabei ein tiefsitzendes Urvertrauen, dass Sie diese irgendwann auch erreichen werden. Und sollten Sie unterwegs feststellen, dass ein Ziel nicht mehr aktuell bzw. ein anderes attraktiver geworden ist, dann sind Sie jederzeit in der Lage, eine Kurskorrektur vorzunehmen.
 

Das UnChange Mindset: Veränderung mit Leichtigkeit

Gestatten Sie mir an dieser Stelle bitte noch zwei Anmerkungen zum UnChange Mindset. Wenn ich fortlaufend von Leichtigkeit spreche, dann ist damit keinesfalls gemeint, dass Sie sich bequem auf Ihrem Sofa oder in der Hängematte zurücklehnen können. Ganz im Gegenteil. Erfolg in sämtlichen Lebensbereichen fällt niemals vom Himmel und erfordert immer auch eine Portion der guten alten harten Arbeit. Ich meine mit Leichtigkeit vor allem das Gegenteil von verkrampft sein. 
 
Diesen einmaligen Zustand, wenn Sie geistig und körperlich vollkommen locker, entspannt und insgesamt im Flow sind. Weiterhin führt die Anwendung des UnChange Mindset Modells auch nicht dazu, dass ab sofort nur noch eitel Sonnenschein herrscht. Sie werden auch weiterhin mit den unterschiedlichsten Problemen zu kämpfen haben. Der Wind wird Ihnen mit voller Kraft von vorne ins Gesicht wehen, unvorhergesehene Hindernisse werden auftauchen und einschneidende Krisen müssen gemeistert werden. Der entscheidende Unterschied wird aber darin liegen, wie Sie damit umgehen und wie selbstverständlich Sie entsprechende Lösungen finden werden. Der Unterschied liegt in der Nutzung und Anwendung des UnChange Mindset Modells. 

Unbewusste Selbstsabotage verhindern und durchbrechen

Kennen Sie den größten Feind des Erfolgs? Es ist die unbewusste Selbstsabotage, mit der wir alle mehr oder weniger intensiv zu kämpfen haben. Sie tritt immer dann auf, wenn unsere unbewussten Muster im Gegensatz zu den bewussten Zielen und Vorhaben stehen. In diesem Artikel wollen wir uns anschauen, wie die unbewusste Selbstsabotage entsteht und natürlich auch, wie man sie duchbricht.
 

Unbewusste Botschaften prägen das Mindset

Ich war nie ein guter Schüler. Spätestens ab der 8. Klasse habe ich mich mehr oder weniger durgewurschtelt. Und hätte ich nicht einige Paradefächer gehabt, so hätte mir mein komplettes Desinteresse an Mathe, Physik und Chemie wohl notentechnisch das Genick gebrochen. Aber erst heute, viele Jahre und eine große Portion Lebenserfahrung später weiß ich, warum die Schule und ich nie beste Freunde wurden. Es lag an der Struktur, den Zielen und den Botschaften, die mir bewusst oder unbewusst über meine gesamte Kindheit eingetrichtert wurden. 
 
Vielleicht kommen Ihnen einige davon ja bekannt vor: Sitz still. Bereite Dich gut auf die nächste Prüfung vor. Pass Dich an. Mach Deine Hausaufgaben. Hinterfrage nicht. Befolge die Anweisungen der Lehrer. Lerne auswendig. Schreib in Deinem Heft nicht über den Rand. Mach nicht mehr als nötig. Regeln sind wichtiger als Kreativität. Halte Dich im Hintergrund. Das Kollektiv ist wichtiger als der Einzelne. Vermeide Risiken. Tue das, was alle tun. Schlag Dir die Träumereien aus dem Kopf. Tu das, was alle tun. Und last but not least natürlich der bekannte Klassiker Gute Noten sind wichtiger als etwas zu verstehen.
 

Wertschätzung versus Versagerbotschaften

Das Ergebnis? Das Schulsystem hat meine Kreativität und meinen Entdeckergeist gekillt. Und weil auch heute immer noch die Methoden aus den 1980er Jahren Bestand haben, sind Millionen von Kindern zwar echte Experten im Auswendiglernen und Bestehen von Klausuren, verfügen jedoch über so gut wie keine Problemlösungskompetenz. Natürlich ist dies nicht die Schuld der Lehrer, denn viele Lehrkräfte sind super engagiert und richtig toll. Leider haben sie mit genau den gleichen Hindernissen zu kämpfen, denn die Institution Schule mag keine kreativen Pädagogen. 
 
Stattdessen mag sie starre Lehrpläne. Fixe Strukturen. Und auf keinen Fall eine Abweichung von der Norm. Der Status Quo des Bildungssystems führt dann dazu, dass die einzige Fähigkeit, die unsere Kinder nach ihrem Abschluss perfekt beherrschen, „gut in der Schule sein“ ist. Doch welche Relevanz hat das Auswendiglernen von Fakten, die man innerhalb von wenigen Sekunden googeln könnte? Wie wichtig ist das Wiederkäuen von Antworten, welche die fragenden Lehrkräfte schon längst kennen? 
 
Richtig, im wahren Leben sind vollkommen andere Kompetenzen gefragt. Weder Astrid Lindgren, Elon Musk, Arianna Huffington oder irgendeine andere außergewöhnliche Persönlichkeit hat ihren Erfolg der Ausbildung an einer Schule zu verdanken. Denn wir leben schon lange nicht mehr in der Industriegesellschaft, wo Schulen vor allem konforme Arbeiter hervorbringen sollten, die dann fleißig und zuverlässig ihren Dienst an den Fließbändern der Fabriken absolvieren sollten. Gut in der Schule zu sein ist beim Aufbau eines StartUps, in der Führung eines Unternehmens oder der Entwicklung von zukunftsorientierten Ideen leider genau so irrelevant wie wenn Sie eine absolute Expertin im Bowling wären.
 

Unbewusste Selbstsabotage verhindern: Das Mindset ist der Schlüssel

Auch im Studium wird es nicht etwa besser. Die Themen und Inhalte mögen zwar komplexer sein, aber trotzdem geht es in erster Linie immer noch um das Auswendiglernen von prüfungsrelevanten Informationen. Die praktische Anwendung des Wissens in unterschiedlichen Kontexten spielt hingegen so gut wie keine Rolle. Es war ein prägender Moment in meinem Leben, als ich direkt nach meinem Uni-Abschluss zum ersten Mal eine neue Perspektive eingenommen habe. Weil ich begriff, dass mir die Prägungen, Botschaften und Suggestionen des Bildungssystems für meine Zukunft nur im Wege stehen würden. 
 
Und ehe ich mich versah, stand ich vor der wohl schwierigsten Veränderung meines bisherigen Lebens. Ich musste lernen, all das wieder zu verlernen, womit ich aufgewachsen war. Was man mir über Jahre in der Schule eingetrichtert hatte. Ich musste die Botschaften aus der Vergangenheit ablegen und neu definieren, wer ich sein wollte. Woran ich glaube. Und welches Mindset mich antreiben sollte. Zwischen den Ergebnissen in unserem Leben und unserem aktuellen Mindset gibt es nämlich einen direkten Zusammenhang, den Sie sich wie folgt vorstellen können.
 
Mindset Modell deutsch
 
Wie auch immer das Mindset aussieht, mit dem Sie zurzeit durchs Leben gehen, es ist die einzigartige Kombination Ihrer Identität, Ihren wichtigsten Werten und Ihren tiefsten Glaubenssätzen. Diese besondere Mischung bestimmt nicht nur Ihre generelle Weltsicht, sondern auch Ihre Fähigkeiten, Ihr Verhalten, Ihre Entscheidungsstrategien und am Ende des Tages eben auch Ihre Ergebnisse. Oder kurz und knackig auf den Punkt gebracht:
 
Ihr Verhalten ist immer ein direkter Spiegel Ihres Mindsets.
 

Ihr Mindset beeinflusst das gesamte Leben. Immer. Überall.

Sie können sich auf intellektueller Ebene noch so sehr wünschen, eine erfolgreiche Unternehmerin zu sein, finanzielle Freiheit zu erlangen oder endlich den Partner fürs Leben zu finden. Wenn Ihr Mindset auf einer diesen Träumen entgegengesetzten Identität und damit einhergehenden Glaubenssätzen basiert, dann werden Sie alles dafür tun, dass die Realität sich Ihren Überzeugungen angleicht. Dies liegt an einem universellen Zusammenhang, wenn es um Veränderungen im Leben geht.
 
Je mehr ein Verhalten unser aktuelles Mindset angreift, desto mehr werden wir unbewusst alles dafür tun, dieses Verhalten aufzuschieben oder gar ganz zu verhindern.
 
Beachten Sie bitte, dass dieser Prozess komplett unbewusst abläuft, selbst wenn Sie rational von Ihren Zielen überzeugt sind. Trotzdem sind Menschen wahre Künstler darin, all diese bewusst geäußerten Intentionen unbewusst zu sabotieren, damit die eigene Identität und die damit einhergehenden Überzeugungen bewahrt werden können.
 

Glaubenssätze als Quelle für unbewusste Selbstsabotage

Statt Überzeugungen können Sie gerne auch Glaubenssätze oder Beliefs sagen. Gemeint sind damit die vermeintlichen Fakten und Zusammenhänge, von denen Sie glauben, dass sie wahr sind, sowie die generellen Prinzipien, wie das Leben funktioniert, was alles möglich ist oder wer Sie als Persönlichkeit sind bzw. sein könnten. Ein paar Beispiele gefällig? 
 
Hier kommt eine unvollständige Auswahl von ein paar Klassikern:
 
  • Schuster bleib bei Deinen Leisten.
  • Ich bin nicht gut genug.
  • Geld verdirbt den Charakter.
  • Rechne lieber mit dem Schlechtesten, dann wirst Du nicht enttäuscht.
  • Erst die Arbeit, dann das Vergnügen.
  • Das Leben ist kein Zuckerschlecken.
  • Die Menschheit wird immer schlechter.
  • Ich ziehe den Misserfolg magisch an.
  • Das geht nicht so einfach.
  • Um Erfolg zu haben, muss man die Ellenbogen ausfahren.
  • Ich bin an allem schuld.
  • Dafür fehlt mir die Zeit.
  • Das mag bei anderen klappen, bei mir ist das anders.
  • Oder mein absoluter Favorit: Veränderung muss hart sein, damit sie funktioniert.
 
Ich bin mir sicher, dass Sie beim Lesen direkt noch weitere Beispiele im Kopf hatten, nicht wahr? Dann lassen Sie uns jetzt zum wohl wichtigsten Charakteristikum von Glaubenssätzen kommen. Diese entstehen nämlich nicht aus dem Nichts und sind auf einmal da. Ganz im Gegenteil. Glaubenssätze kommen immer von Außen. Kennen Sie ein Baby, das als Rassist geboren wurde? Kennen Sie einen kleinen Jungen, der mit diskriminierenden Vorurteilen durchs Leben geht? Oder kennen Sie ein Mädchen, dass ihre ausländische Freundin im Kindergarten ausgrenzt, weil sie davon überzeugt ist, dass diese ihr später mal den Job wegnehmen wird? 
 
Sehen Sie, ich auch nicht. Sämtliche Überzeugungen (die positiven wie die negativen) lernen wir erst im Laufe der Zeit von wichtigen Bezugspersonen aus unserem sozialen Umfeld. Ob wir es wollen oder nicht, wir übernehmen die Weltsicht unserer Eltern, Verwandten und später unserer Lehrer. Anfangs sind diese Glaubenssätze noch ganz klein und zart. Aber je mehr wir diese bestätigt sehen, desto mehr verfestigen sich diese. Bis sie irgendwann tief in unserem Unterbewusstsein verankert sind, und dort zuverlässig ihre Wirkung entfalten.
 

Die Summe der Glaubenssätze beeinflusst das Mindset

Spätestens als Teenager haben wir dann ein entsprechendes Mindset entwickelt, welches uns als Kompass für unser Leben dient. Wir haben gelernt, was gut ist und was schlecht. Was man zu tun und was zu lassen hat. Welchen Platz uns das Schicksal zugeteilt hat und wie unsere Zukunft aussehen wird. Und da die Masse der auf uns eingeprasselten Botschaften tendenziell eher negativ war, ist eben auch die Masse unserer Glaubenssätze entsprechend limitierend. Das Ergebnis: Trotz bester Intentionen sabotieren wir uns selber und haben mit dem permanenten Gefühl zu kämpfen, dass wir gegen eine gläserne Wand anrennen würden. Weil unser Verhalten immer ein Spiegel unserer Mindsets ist. Und was noch viel heimtückischer ist, weil wir von all dem überhaupt nichts mitbekommen.
 
„Okay Ilja, wenn mein Mindset ganz automatisch meine Fähigkeiten, mein Verhalten und meine Entscheidungen beeinflusst, dann muss ich ja eigentlich nur mein Mindset positiv verändern und schon führen mich meine unbewussten Programme wie von selbst näher an meine Ziele und Träume, oder?“ Gut, dass Sie fragen. Meine Antwort kommt im Radio Eriwan Stil und lautet: Im Prinzip ja. Denn die große Herausforderung lauert im unscheinbaren Wort eigentlich. Es funktioniert nicht per Fingerschnipp und braucht eine gewisse Zeit. Wie Sie in der Abbildung erkennen können, ist die einzige Möglichkeit, Ihr Mindset dauerhaft durch Ihre Gedanken, Ihre Entscheidungen und Ihr Verhalten zu verändern nämlich bewusstes Lernen. 
 

Unbewusste Selbstsabotage verhindern

Der grundsätzliche Prozess, um unbewusste Selbstsabotage zu verhindern, ist überraschend einfach. Es gilt, ein limitierendes Muster zu identifizieren und aus dem Unterbewusstsein an die bewusste Oberfläche zu befördern. Dort können wir es dann mit einer förderlichen Alternative ersetzen, und es wieder zu einem unbewussten Automatismus werden lassen, der dann seinen positiven Dienst für uns erledigt. Klingt erst einmal einfach, nicht wahr? Ist es auch. Wie so häufig steht das Wort einfach aber vor allem für nicht kompliziert und nicht für leicht. Denn unbewusste Muster können extrem hartnäckig sein und es braucht eine große Portion Disziplin, Commitment und Durchhaltevermögen, um eine negative Gewohnheit in eine positive zu transformieren.
 
Natürlich weiß ich, dass diese Werte in Zeiten, wo alle nur noch im Moment leben und sämtliche Bedürfnisse am liebsten sofort erfüllt haben möchten, nicht besonders sexy klingen. Aber es lohnt sich nicht nur, sondern kann sogar eine Menge Spaß machen. Wenn Sie sich die Abbildung anschauen, dann sehen Sie den 4-stufigen Prozess im Überblick.
 
glaubenssätze auflösen
 
 

Unbewusste Selbstsabotage: Das Wenn-Dann-Schema

Bevor wir uns die einzelnen Stufen anschauen, ist es wichtig, dass wir uns noch einmal detailliert das Prinzip von unbewussten Automatismen anschauen. Diese funktionieren nämlich immer gleich. Stellen Sie sich dazu vor, dass Sie ein Computerprogramm schreiben, dem folgender Algorithmus zugrunde liegt: Immer, wenn X passiert, dann reagiere mit Y. Ein klassisches Reiz-Reaktions-Schema. Im Kontext menschlichen Verhaltens ist X ein bestimmter Trigger, der eine emotionale Reaktion hervorruft, uns an eine bestimmte Erfahrung erinnert oder einen Zustand auslöst. Als Trigger können dabei Bilder, Wörter, Geräusche, Gerüche, Geschmäcker oder Tonfälle dienen. Wird ein solcher Trigger ausgelöst, spult unser Unterbewusstsein automatisch das gelernte Programm ab. Hier einige konkrete Beispiele:
 
  • Sie nehmen den Duft von frischem Kuchen wahr, und erinnern sich sofort an eine schöne Situation aus Ihrer Kindheit.
  • Ihr Lebenspartner reagiert auf einen Vorschlag mit einem typischen Gesichtsausdruck, und Sie fühlen sich automatisch unsicher.
  • Sie hören Ihr Lieblingslied im Auto und sind wie von selbst motiviert.
  • Sie blicken auf Ihr überfülltes Emailpostfach und beginnen sofort damit, sich mit sinnlosem Surfen auf Social Media abzulenken.
  • Ihr Chef gibt benutzt einen bestimmen Tonfall und Sie fühlen sich unsicher.
  • Vor einer Präsentation blicken Sie in die Gesichter Ihrer Zuhörer und Ihr Herz fängt an, schneller zu schlagen.
  • Sie fahren hungrig über die Autobahn und entdecken das leuchtende M einer großen Fastfoodkette. Obwohl Sie sich gesund ernähren wollen, fahren Sie an der Ausfahrt ab und bestellen sich einen Doppelcheeseburger mit Pommes und Milchshake (Sie wissen schon, dieses Beispiel habe ich von einem Freund)
 

Lernen, zu verlernen in vier Stufen

In jedem dieser Beispiele sorgt der jeweilige Trigger dafür, dass ein automatisches Programm abgespult wird. Dabei ist es Ihrem Unterbewusstsein egal, ob es sich um etwas Positives oder Negatives handelt. Wichtig ist nur eins: Wenn X passiert, dann reagiert es mit Y. Daraus folgt eine entscheidende Erkenntnis. Wenn wir mit dem Y unzufrieden sind, dann müssen wir am X ansetzen.
 

Stufe 1: Bewusstheit

Jeden Tag läuft Ihr Unterbewusstsein auf Hochtouren. Sie denken, entscheiden und handeln. Das Problem dabei: Das Ganze läuft so automatisiert ab, dass es für Sie so normal geworden ist, dass Sie es gar nicht mehr mitbekommen. Das Ziel dieses Schritts ist es, diesen unbewussten Loop zu durchtrennen, und unbewusste Muster an die bewusste Oberfläche zu holen. Gehen Sie hierfür mit einem hohen Grad an Achtsamkeit durchs Leben. Nehmen Sie wahr, welche Trigger bei Ihnen welches Verhalten auslösen. Welche Gedanken Sie in welchen Situationen denken. Welche Strategie Ihre Entscheidungen bestimmt. Und welche Muster Sie in Ihrem Verhalten erkennen können. Anfangs wird Ihnen dies wie eine fast unmögliche Aufgabe erscheinen. Kein Wunder, denn wo Ihr Alltag vor kurzem noch per Autopilot abgespult wurde, nehmen Sie das Steuer nun selbst in die Hand. Aber auch Achtsamkeit kann trainiert werden. Und je bewusster Sie die vielen Prozesse wahrnehmen, die bisher komplett unbewusst abgelaufen waren, desto leichter wird Ihnen Schritt zwei fallen.
 

Stufe 2: Verlernen

Je achtsamer Sie durchs Leben gehen, desto mehr unbewusste Muster werden Sie wahrnehmen, die für Sie eher limitierend als förderlich sind. Wählen Sie sich nun eines dieser Muster aus, das Sie gerne verändern möchten. Achten Sie für einige Tage ganz genau drauf, welche Strategien hinter dem Verhalten stecken. Wie genau läuft das Muster ab? Was genau tun Sie und in welcher Reihenfolge tun Sie es? Welche Sinne sind involviert? Und am allerwichtigsten: Durch welchen Trigger wird das Verhalten ausgelöst? Denn es gilt das gelernte Programm „Wenn X passiert, dann reagiere mit Y“ so bewusst wie möglich zu unterbrechen und im nächsten Schritt umzuprogrammieren.
 

Stufe 3: Lernen

Nun ist es Zeit für eine Entscheidung. Welches alternative Verhalten möchten Sie anstelle des alten als unbewussten Automatismus etablieren? Es reicht leider nicht, wenn Sie sich nur von einer negativen Gewohnheit verabschieden. Ohne positive Alternative ist dieser Versuch zum Scheitern verurteilt. Warum? Weil nach der Verbannung des Verhaltens zunächst ein Vakuum entsteht. Immer wenn der Trigger X ausgelöst wird, sucht das „Programm“ verzweifelt nach der gewohnten Reaktion Y. Bieten Sie an dieser Stelle keine Alternative an, so wird nach kurzer Zeit wieder auf das alte Verhalten zurückgegriffen. Es ist nicht ausreichend, nur zu entscheiden, dass Sie bspw. kein Fastfood mehr essen wollen, Sie benötigen auch die entsprechende neue Wahlmöglichkeit. Der Algorithmus könnte dann so aussehen: „Immer, wenn ich das leuchtende M an der Autobahn entdecke, atme ich tief durch, trinke einen Schluck Wasser und genieße einen Proteinriegel.
 

Stufe 4: Gewohnheit

Abschließend gilt es nun, aus der gewählten Veränderung einen neuen – und förderlichen – Automatismus zu machen. Je bewusster Sie den Trigger mit dem neuen Verhalten verbinden, desto erfolgreicher wird die Transformation verlaufen. Wie James Clear in seinem Bestseller Atomic Habits beschreibt, dauert es im Schnitt 66 Tage, um eine neue Gewohnheit zu etablieren. Warum also nicht ein Projekt starten, dass genau so lange dauert? Wichtig sind dabei zwei Faktoren. Erstens, das bewusste Einbauen des neuen Verhaltens in Ihren Alltag. Und zweitens die Regelmäßigkeit. Denn je häufiger das neue Programm abgespult wird, desto eher hat es die Chance, wieder ins Unterbewusstsein zu sinken, und von dann an dort als Automatismus seine positive Wirkung zu erzielen.
 

In diesen Bereichen lauert die unbewusste Selbstsabotage

Auf diese Weise haben Sie eine wundervolle Methode an der Hand, limitierende Muster zu verlernen, neue Gewohnheiten zu etablieren und so schrittweise Ihre persönlichen Eisberge zu durchbrechen. Sie benötigen noch etwas Inspiration, in welchen Bereichen es sich lohnt, zu lernen, wie man unbewusste Automatismen verlernt? Here we go:
 
  • Limitierende Glaubenssätze
  • Schlechte Entscheidungsstrategien
  • Negative Denkmuster
  • Unnötige Vorannahmen
  • Impulsives Verhalten
  • Emotionale Reaktionen
  • Unbegründete Vorurteile
  • Die Tendenz, Ausreden zu suchen, warum etwas nicht geht
  • Der Fokus auf Probleme
  • Übermäßiges Zweifeln
  • Die Tendenz, sich zu rechtfertigen
  • Der Drang zum Perfektionismus
  • Die Storys, die Sie sich jeden Tag erzählen
 
Ich wünsche Ihnen gleichsam Freude und Erfolg beim Entdecken und Durchbrechen Ihrer unbewussten Selbstsabotage Muster. Doch achten Sie darauf, dass Sie nicht zu viel auf einmal wollen. Ein Automatismus zurzeit ist nicht nur mehr als ausreichend, sondern Sie erhöhen auch die Wahrscheinlichkeit einer nachhaltigen Veränderung.
 

Selbstoptimierungswahn – Der größte Feind nachhaltiger Veränderung

Der größte Verhinderer von Glück, Erfolg und Zufriedenheit im Leben ist der Selbstoptimierungswahn. Dieses Phänomen ist der Grund, warum auch eine Menge offene, innovative und positive Menschen große Schwierigkeiten mit der aktiven Gestaltung ihrer Zukunft haben. Und das, obwohl sie verstanden haben, dass Veränderungen nunmal zum Leben dazu gehören wie die Luft zum Atmen, und dass fehlendes mentales Wachstum unweigerlich in Tristesse, Unzufriedenheit und Frustration mündet. 
 
Gehören Sie auch zu dieser Kategorie? Dann haben Sie möglicherweise mit einem weitgehend unbeachteten Problem zu kämpfen. Ich spreche von der Tendenz, zu viel verändern zu wollen. Ja, Sie haben richtig gelesen. Auch wenn Change eine ganz wundervolle Sache ist, kommt es wie immer im Leben darauf an, die richtige Balance zu finden. Oder wie es der Arzt Paracelsus bereits im 15. Jahrhundert formulierte: Alle Dinge sind Gift, und nichts ist ohne Gift. Allein die Dosis macht, dass ein Ding kein Gift ist.“
 

Schluss mit dem Selbstoptimierungswahn

Übertreibt man es nämlich mit den Veränderungen, dann führt dies mit an ein Schweizer Uhrwerk erinnernder Präzision zu einem Phänomen, das als Selbstoptimierungswahn bekannt ist. Dem immer größer werdenden Druck, den Status Quo mit aller Macht zu bekämpfen. Und damit einhergehend einem fast zwanghaften Drang nach vermeintlicher Verbesserung, neuen Stimuli und permanenter Rastlosigkeit. 
 
Die Resultate dieses Zustands sind noch gefährlicher als die altbekannte Veränderungsresistenz. Von einer inneren Unzufriedenheit angetrieben, wird man zu seinem größten Kritiker, probiert wahllos neue Wege aus und übertreibt es mit der Optimierung der vermeintlichen Schwachstellen. Bis der ehemals positive Ansatz zu einer sich selbst verstärkenden Negativspirale wird, die von Angst, Druck und einer Tendenz zu Aktionismus geprägt wird. Egal, ob etwas sinnvoll ist oder nicht, Hauptsache man hat etwas verändert.
 

Warum der Drang nach Selbstoptimierung so tückisch ist

Doch damit nicht genug. Denn dieser sowohl schleichend, insbesondere aber unbewusst stattfindende Prozess mündet unweigerlich in Energielosigkeit, permanentem Stress und Überforderung. Und führt in letzter Konsequenz dazu, dass man noch viel unglücklicher ist, als all die Besitzstandswahrer, Status-Quo-Verteidiger und Vergangenheitsfestklammerer zusammen. Und dass, obwohl man auf der bewussten Ebene alles dafür tut, das genaue Gegenteil zu erreichen. 
 
Diverse empirische Studien belegen die negativen Auswirkungen des dauerhaften Veränderungsdrucks auf unsere Psyche und generelle Gesundheit, aber auch der gesunde Menschenverstand legt die gleiche Schlussfolgerung nahe. Kennen Sie nicht auch Menschen, die es mit dem Change im Laufe der Zeit einfach übertrieben haben? Die ihr Verhalten, ihre Kommunikation, ihre Glaubenssätze, ihre Arbeitsabläufe und ihr vermeintlichen Schwächen so lange optimiert haben, dass sie überhaupt keine Ecken und Kanten mehr besitzen, weil sie komplett glattgeschliffen sind? Vor lauter Selbstoptimierungswahn haben diese Menschen überhaupt nicht wahrgenommen, dass der Kipppunkt längst überschritten wurde, durch den sich ihre ursprünglich positiven Veränderungen verselbstständigt haben.
 

Der Kipppunkt von Veränderung

Was ich damit meine? Dass grundsätzlich gute Eigenschaften ab einem bestimmten Punkt kontraproduktiv oder sogar destruktiv werden können. Lassen Sie mich Ihnen einige Beispiele geben. Würden Sie mir zustimmen, dass Liebe etwas Wunderschönes ist? Gut, dass war jetzt eine rhetorische Frage. Aber was passiert, wenn man es übertreibt, wenn man obsessiv liebt? Dann führt diese eigentlich positive Eigenschaft irgendwann zu Besessenheit und belastender Klammerei. Aus wünschenswerter Sparsamkeit wird bei dauerhafter Übertreibung Geiz. Aus Skepsis wird Paranoia. Und Offenheit kann irgendwann leicht in Richtung Beliebigkeit kippen. Ich könnte die Liste noch weiterführen, aber ich denke, dass deutlich geworden ist, worauf ich hinauswill, nicht wahr?
 
Um den Kipppunkt im Kontext von Veränderungen zu veranschaulichen, wollen wir uns den typischen Tagesablauf eines fiktiven Menschen anschauen, der sich nichts sehnlicher wünscht, als ein erfolgreiches und glückliches Leben zu führen. Um es etwas plastischer zu machen, wollen wir diese Person Uwe nennen, der vor kurzem seinen gut bezahlten Job als IT-Administrator in einem großen Konzern hingeschmissen hat, um seiner Leidenschaft zu folgen und sich selbstständig zu machen. Wie genau sein Geschäftsmodell aussieht, kann Uwe noch nicht genau formulieren, aber er spürt genau, dass es sich um sein absolutes Herzensbusiness handelt.
 

Eine (fast) wahre Geschichte über den Selbstoptimierungswahn

Angetrieben von den gängigen Botschaften auf Social Media, den Ratschlägen in Büchern und den Kalendersprüchen einschlägiger YouTube Videos hat Uwe es sich auf die Fahne geschrieben, seine persönliche Entwicklung nicht dem Zufall zu überlassen. Aus diesem Grund steht er auch bereits um 5 Uhr morgens auf. Warum? Ganz einfach. Uwe ist Mitglied im berühmten 5am Club. Während andere noch schlafen, arbeitet Uwe bereits am Thema Persönlichkeitsentwicklung. Und dass, obwohl er eigentlich ein Nachtmensch ist. 
 
Unausgeschlafen und müde startet er mit einer Stunde im Gym, um sich dort mit einem intensiven EMS-Workout und einer neuartigen Yogatechnik optimal auf den Tag einzustellen. Nach einer kalten Dusche steht zunächst eine Meditation auf dem Terminplan, gefolgt vom Ausfüllen des Erfolgsjournals. Um 7 Uhr frühstückt Uwe dann. Da er allerdings seine Kalorien genauestens mit einer App trackt, gibt es statt Brötchen mit Nutella nur einen Bullet Proof Coffee, denn jemand hat Uwe einst erzählt, dass dies das wahre Breakfast for Champions sei.
 
Hungrig, aber entschlossen visualisiert er dann seine Ziele für den Tag, die er mit der SMART-Formel schriftlich festgehalten hat. Da dies alleine aber noch nicht ausreichend ist, unterstützt er den Prozess mit entsprechenden Affirmationen, die er vor dem Spiegel aufsagt und mit seiner persönlichen Power Pose abschließt. Die ToDo-Liste für den Vormittag hat er mit der Eisenhower-Matrix festgelegt, und damit er maximal produktiv ist, nutzt er die Pomodoro-Technik für eine optimale Nutzung seiner knappen Zeit. In den wenigen Pausen holt er sich immer wieder Inspiration auf Instagram, wo er der Créme de la Créme der Motivationsbranche folgt, die ihn regelmäßig mit Zitaten versorgen, die ihn daran erinnern, wie wichtig es ist, ein Adler zu sein und auf keinen Fall ein Huhn.
 
So langsam knurrt Uwe der Magen richtig laut, denn weil er der Philosophie des Intermittent Fasting folgt, darf er nur zwischen 12 Uhr und 20 Uhr feste Nahrung zu sich nehmen. Da Gewinner aber wissen, dass Kohlenhydrate müde machen, genießt er einen Green Smoothie aus seiner dreiwöchigen Saftkur, die er sich gerade für mehrere hundert Euro gekauft hat. 
 
Auf dem Weg zu einem Networkingtermin (er ist immer offen für Synergien) vertrödelt Uwe nicht etwa seine Zeit, sondern hört stattdessen den Podcast eines von ihm bewunderten Gurus (natürlich in 2,7-facher Geschwindigkeit), der ihn auditiv immer wieder daran erinnert, dass man es nur zu etwas bringen würde, wenn man bereit ist, die Extra-Meile zu gehen. Da er vor dem Termin noch etwas Zeit hat, übt er sich in der Wim Hof Atemtechnik, die ihn in die Lage versetzt, noch effizienter mit seinem stressigen Alltag als Entrepreneur in Spe umzugehen.
 
Nach einem gleichsam anstrengenden wie ergebnislosen Nachmittag macht Uwe nicht etwa Feierabend, denn er ist ja schließlich ein Adler. Stattdessen loggt er sich in den wöchentlich stattfindenden Inner Circle Call seiner exklusiven Gewinnermastermindgruppe ein, die von seinem Guru angeboten wird, und dessen Mitglied er seit kurzem für einen Jahresbeitrag von nur 35 Tausend Euro geworden ist. 
 
Uwe hat jetzt zwar Probleme, seine Miete pünktlich zu bezahlen, aber der Guru hat ihm versichert, dass er es nie zu etwas bringen würde, wenn er nicht in seine persönliche Entwicklung investieren würde. Nach dem Meeting hat er zwar immer noch keine Idee, wie er zu mehr Geld kommen könnte, dafür hat er aber den brandneuen Onlinekurs des Coaches gekauft, den es nur an diesem Abend zum Sonderpreis für 2.999 € gab.
 
Zum Ausklang des Tages gönnt sich Uwe eine Session mit seiner brandneuen Mind-Spa App, bevor er um kurz nach Mitternacht noch schnell zu seinem Erfolgstagebuch greift, um den Tag schriftlich zusammenzufassen. Doch er muss sich beeilen, denn schon in wenigen Stunden ist es wieder 5 Uhr, und der ganze Stress geht von Vorne los.
 

Der Druck zur Selbstoptimierung ist omnipräsent

Ja, ich gebe zu, dass ich zur Verdeutlichung manche Dinge etwas übertrieben dargestellt habe. Aber kommt Ihnen all das nicht auch ein wenig bekannt vor? So wie Uwe geht es mittlerweile vielen Menschen. Und zwar unabhängig davon, in welcher Lebenssituation sich diese aktuell befinden. Es betrifft die Studentin genauso wie den Solopreneur, die Managerin, die Außendienstlerin oder den alleinerziehenden Vater. Kein Wunder, denn die Welt dreht sich immer schneller, und die Taktung, die Intensität und die Unberechenbarkeit von externen Veränderungen und globalen Krisen hat im Laufe der letzten Jahre massiv zugenommen. 
 
Algorithmen bestimmen unseren Alltag, für jedes Problem gibt es heute eine passende Software und eine nicht gerade kleine Anzahl an Jobs wird in der Zukunft von künstlicher Intelligenz oder Maschinen übernommen werden. Immer mehr Menschen spüren instinktiv, dass wir uns an einem entscheidenden Wendepunkt in der Geschichte befinden. Und diese Entwicklung hat dazu geführt, dass Schlagworte wie Change Management, Transformation und Persönlichkeitsentwicklung mittlerweile omnipräsent geworden sind. Weil sich die Erkenntnis durchgesetzt hat, dass man entweder auf den Zug der Veränderung aufspringen kann, oder sich irgendwann einsam und verlassen am Bahnsteig wiederfindet.
 

Ich bin doch keine Maschine: Übertriebene Selbstoptimierung

An dieser Stelle kommt die übertriebene Selbstoptimierung ins Spiel. So erfreulich es auf den ersten Blick auch erscheinen mag, dass der aktive Umgang mit dem Wandel eine immer größere Priorität genießt, so fatal sind häufig die konkreten Resultate der Anstrengungen. Denn die traditionellen Seminare, Programme, Schulungen und Bücher, die sich dem Thema widmen, basieren alle auf einer grundlegenden Prämisse: So wie man es bisher gemacht hat, ist es leider nicht mehr ausreichend. Es brauche neue Ideen, neue Wege und vor allem eines: Die Entwicklung der eigenen Persönlichkeit durch kontinuierliche Veränderungen.
 
Doch wie sehen die darauffolgenden Bemühungen in der Regel aus? Schlagen Sie ein beliebiges Buch aus der Self-Help Szene auf, und Sie werden die immer gleichen Botschaften finden, die mehr oder weniger subtil kommuniziert werden:
 
Dir fehlt etwas.
Du bist nicht gut genug.
Du hast dringenden Optimierungsbedarf.
 
Als Lösungen werden dann Modelle, Techniken und Werkzeuge vorgeschlagen, die alle in einer makellosen, außergewöhnlichen und vor allem perfekten Zukunft münden. Und die Versprechen klingen ja durchaus verlockend. Jeder könne seinen Traum leben, einen gut bezahlten Job haben, fit und gesund sein, glückliche Beziehungen führen, finanziell ausgesorgt haben und frei von Sorgen sein. Wenn, ja wenn man die Anweisungen der Experten nur perfekt und bis ins letzte Detail ausführen würde. 
 

Die tückischen Botschaften der Self-Help-Bücher

Natürlich springt einem der Haken an dieser Herangehensweise sofort ins Auge. Wir Menschen sind einfach nicht perfekt. Wir haben unsere Schwächen, sind nicht immer so diszipliniert, wie wir es gerne wären und auch unsere Motivation ist von Zeit zu Zeit im Keller. Und wenn unperfekte Menschen nach einem perfekten Zustand streben, dann ist das Desaster zwangsläufig vorprogrammiert.
 
Getriggert von den Suggestionen des „Dir fehlt etwas, du bist nicht gut genug und du hast dringenden Optimierungsbedarf“ verfängt man sich im Selbstoptimierungswahn. Man versucht verzweifelt, die eigenen Schwachstellen abzubauen. Den Status Quo mit aller Macht zu bekämpfen. Die eigene Persönlichkeit neu aufzustellen. Nichts dem Zufall zu überlassen und jedes einzelne Detail des Lebens zu steuern, zu kontrollieren und zu optimieren. Angetrieben von Tools, Methoden und der regelmäßigen Erinnerung an den notwendigen Optimierungsbedarf entwickelt man sich sukzessive zu einer menschlichen Laborratte, die so sehr damit beschäftigt ist, den vermeintlichen Mangel zu beseitigen, dass man irgendwann den eigentlichen Grund aus den Augen verliert, warum man ursprünglich mit all den Mühen begonnen hat: Ein erfülltes und zufriedenes Leben zu führen, dass diesen Namen auch verdient hat.
 

Raus aus dem Selbstoptimierungswahn – Rein in die Balance

Hand aufs Herz, haben Sie bei all den Veränderungen im persönlichen Alltag, dem dreiundzwanzigsten beruflichen Changeprozess innerhalb von fünf Jahren und den zahlreichen Krisen, mit denen wir uns immer häufiger auseinandersetzen müssen, nicht auch schon gedacht: „Mir reicht es jetzt, ich bin doch keine Maschine“? Dann möchte ich Sie gerne einladen, dem Selbstoptimierungswahn Lebewohl zu sagen, sich der Mindset Revolution anzuschließen und als Change Rebell einen vollkommen neuen Weg einzuschlagen. 

 
Ich habe es mir nämlich zum Ziel gesetzt, diese Negativspirale zu durchbrechen, und die immense Kraft von Veränderungen wieder in eine gesunde und erfüllende Richtung zu kanalisieren.  Einen modernen Ansatz von Change zu vermitteln, der den Herausforderungen der Gegenwart gerecht wird und mit dem es gelingt, die Zukunft bei den Hörnern zu packen. Ohne Zwang. Ohne Druck. Dafür mit der richtigen Balance aus Leichtigkeit, Erfüllung und Lust auf die Gestaltung des eigenen Lebens. Wie genau das geht, habe ich in meinem brandneuen Buch “Die Mindset-Revolution” beschrieben.

Veränderung einfach machen – So gelingt Change Management

Seit vielen Jahren lautet der Claim meines Unternehmens: Veränderung einfach machen. Ich liebe die Ambiguität des Satzes einfach, denn je nachdem, ob Ihre Betonung auf dem Wort einfach oder machen liegt, hat er eine vollkommen andere Bedeutung. Aber was versteckt sich eigentlich genau hinter der Philosophie des Veränderung einfach machen? Genau dieser Frage wollen wir uns in diesem Artikel ausführlich widmen. Haben Sie Lust, dass wir direkt loslegen?

Veränderung ist das, was Sie daraus machen


Stellen Sie sich bitte einmal vor, Sie würden in einem meiner Vorträge im Publikum sitzen. Sie haben hoffentlich schon viel gelacht und hören mich ein Experiment ankündigen, in dem ein Glas Wasser die Hauptrolle spielt, welches ich gut sichtbar mit ausgestrecktem Arm in die Luft halte. Möglicherweise geht Ihnen sofort folgender Gedanke durch den Kopf: „Ach, jetzt kommt der alte Hut, ob das Glas nun halbvoll oder halbleer ist.“ 

Aber darum geht es überhaupt nicht. Ich bin ergebnisorientiert und mich interessiert nur, ob das Wasser meinen Durst stillt. Stattdessen stelle ich Ihnen eine andere Frage: „Wenn ich das Glas auf diese Art und Weise halte, was glauben Sie, wie schwer es dann ist?“ Nachdem ich Ihre Antwort gehört habe, komme ich zum eigentlichen Punkt. „Wissen Sie was, das absolute Gewicht spielt überhaupt keine Rolle. Es kommt ausschließlich darauf an, wie lange ich in dieser Position bleibe. Wenn ich das Glas nur kurz halte, ist es kein Problem. Wenn ich es für eine Stunde halte, dann würde irgendwann mein Arm anfangen zu zittern, und ich hätte morgen einen schlimmen Muskelkater. Und wenn ich es den ganzen Tag so halten würde, dann könnte ich an nichts anderes mehr denken, ich hätte starke Schmerzen und der Arm wäre wie gelähmt. In jedem der Fälle verändert sich das Gewicht des Glases nicht. Aber je länger ich es halte, desto schwerer wird es.“

Veränderung einfach machen: Der Fokus ist entscheidend


Jeden Tag befinden wir uns in dutzenden Situationen, in denen wir mit verschiedensten Veränderungen konfrontiert sind. Und es macht einen riesigen Unterschied, wie Sie damit umgehen. Ob Sie denken: „Och nö, das wird bestimmt nichts.“ Oder ob Sie sich für die Alternative entscheiden: „Au ja, packen wir es an.“ Ob Sie das Glas mit aller Macht festhalten oder rechtzeitig wieder abstellen. Doch immer dann, wenn die Entscheidung besonders herausfordernd ist, tritt sie mit schöner Regelmäßigkeit in Aktion. 

Diese kleine, fiese Stimme im Kopf, die in Gestalt eines kleinen Teufelchens auf Ihrer Schulter auftaucht, und Ihnen sehr ausführlich und verführerisch erklärt, warum Ihr Vorhaben keine besonders gute Idee ist, was alles schiefgehen kann und weshalb Sie es am besten gar nicht erst probieren sollten. Kennen Sie diese Zweifel, Sorgen und Ängste, die mit Veränderungen einhergehen? Das war natürlich eine rhetorische Frage, denn jeder von uns hat sie. Und es ist auch gut, dass sie da sind, weil sie eine wichtige Funktion haben. Sie schützen uns davor, allzu großen Blödsinn zu machen. 

Doch wie auch beim Wasserglas kommt es vor allem darauf an, wie Sie damit umgehen. Wenn Sie nur ein wenig zweifeln, dann ist das vollkommen okay. Wenn Sie die Zweifel aber länger mit sich herumtragen, dann werden irgendwann Sorgen draus. Und wenn Sie sich den ganzen Tag Sorgen machen, dann bekommen Sie Angst. Und Angst lähmt. Die Botschaft der Metapher ist also einfach. Erfolgreiche Veränderung hängt nicht davon ab, mit welchen Problemen Sie konfrontiert sind, sondern einzig und alleine, wie Sie darauf reagieren. 

Denn vor welcher Herausforderung Sie auch immer stehen, Sie alleine bestimmen, wie lange Sie Ihr Glas festhalten und wann Sie es wieder abstellen. Ich würde mir wünschen, dass Sie diese Erkenntnis von Anfang an verinnerlichen: Veränderung ist nicht, was um Sie herum geschieht. Es ist die Art und Weise, wie Sie damit umgehen. Es ist Ihre Attitüde.

In den Momenten des Zweifels kommt es sogar ganz besonders darauf an. Wenn alles perfekt läuft, kann jeder glänzen. Schönwetter Kapitäne kennen wir alle zur Genüge. Aber wie gut sind Sie, wenn die Dinge einmal nicht so laufen, wie sie sollen? Jammern Sie, wie schwer Sie es haben und wie ungerecht die Welt ist? Oder beschließen Sie, das Beste daraus zu machen, Au ja zu sagen und sich aktiv zu verändern? Auch wenn die Situation schwer erscheint, Sie können die äußeren Umstände meist nicht ändern. 

Warum Ausreden nachhaltige Veränderungen verhindern


Das einzige, was Sie beeinflussen können, ist die Art und Weise, wie Sie darauf reagieren und zu welchem Zeitpunkt Sie Ihr metaphorisches Glas wieder abstellen. Damit Ihnen das erfolgreich gelingt, erhalten Sie von mir in diesem Artikel einige Ideen und Impulse, mit denen Sie sich ein Mindset aneignen, mit dem Sie auch unter schweren Rahmenbedingungen  Veränderung einfach machen können. 

Natürlich bin ich mir sehr bewusst, dass ich bei diesem Vorhaben ebenfalls mit unterschiedlichsten Varianten der kleinen, fiesen Stimme in Ihrem Kopf zu kämpfen haben werde. Denn immer dann, wenn es sich um einfache Lösungen handelt, sagt das kleine Teufelchen auf der Schulter gerne Sätze wie „kenne ich schon“, „hab ich schon ausprobiert“, oder „das mag bei anderen funktionieren, bei mir aber auf keinen Fall.“ Wenn Sie sich im Laufe der Lektüre bei einem solchen oder ähnlichen Gedanken ertappen sollten, dann erinnern Sie sich bitte daran, das Glas wieder rechtzeitig abzustellen. Ich weiß, was Sie jetzt denken: „Aber Ilja, so häufig kommt das bei mir gar nicht vor.“ Doch diese als unschuldige innere Stimme getarnte Suche nach Ausreden und Gründen, warum etwas nicht geht, taucht in den verschiedensten Gesichtern auf. Und viele haben sich die eigenen Ausreden so häufig selber erzählt, dass sie es gar nicht mehr mitbekommen, wie sehr die eigene Veränderungsresistenz bereits ausgeprägt ist.

Zu viel Change auf einmal: Das Phänomen der Veränderungsmüdigkeit


Hinzu kommt eine sich vermehrt ausbreitende Veränderungsmüdigkeit. Als ich vor kurzem einem befreundeten Unternehmer davon berichtete, dass ich ein weiteres Buch über erfolgreiche Veränderung in Planung habe, runzelte er die Stirn und bemerkte kritisch: „Ach komm, zum Thema Veränderung ist doch nun wirklich alles gesagt, was es zu sagen gibt.“ Und wissen Sie, was? Ganz Unrecht hatte er nicht. 

Wohl jeder von uns hat dutzende Bücher zu diesem Thema gelesen, hat Metaphern über Mäuse, Pinguine oder Eisberge verinnerlicht, Strategien für Zeitmanagement, Glück oder Motivation entwickelt, und beim Lesen heftig mit dem Kopf genickt. Aber welche dieser vielen Informationen haben Sie dann auch  umgesetzt? In Seminaren, Vorträgen und Teambuildingmaßnahmen haben Sie gelernt, wie Veränderung theoretisch funktioniert. Sie haben Ihre Hand ans Kinn geführt und herzlich gelacht, als Sie der Seminarleiter darauf hingewiesen hat, dass er doch laut und deutlich Nase gesagt hatte (Wenn Sie jetzt nicht wissen, wovon ich rede, hatten Sie Glück und saßen wahrscheinlich noch nicht in einem der typischen, aber meist austauschbaren Veränderungstrainings). 

Sie haben gespürt, wie es sich anfühlt, wenn Sie Ihre Hände falten, und dabei den oben liegenden Daumen wechseln. Und wahrscheinlich kennen Sie noch viele weitere theoretische Übungen, die Sie gemacht haben, um sich dem Thema Veränderung zu nähern. Aber wie sagte ein Teilnehmer in einem meiner eigenen Seminare kürzlich zu mir: „Veränderung? Das habe ich schon ausprobiert. War mir viel zu kompliziert.“

Das große Dilemma erfolgreicher Veränderung


Und genau da liegt der Hase im Pfeffer. Denn es gibt nun mal einen entscheidenden Unterschied zwischen kennen und können. Zwischen kompliziert denken und einfach machen. Und dieser Unterschied führt zu einem großen Dilemma. Auf der einen Seite nimmt die Schlagzahl an Veränderung rasant zu. Im Job, zu Hause, unterwegs, einfach überall. Manchmal sind wir von so vielen unerwarteten Herausforderungen umgeben, dass wir gar nicht genau wissen, welche wir davon zuerst angehen sollen. 

Gleichzeitig explodiert das theoretische Wissen, wie man mit Veränderung umgehen könnte. Die Menge an verfügbaren Informationen steigt exponentiell an. Egal, welches Know-how Sie heute benötigen, im Normalfall ist das Wissen nur einen Mausklick entfernt. Und es spielt keine Rolle, worum es sich handelt, es gibt zu wirklich jedem Themengebiet ausführliche Erfahrungsberichte und Sie können auf die gesamte Schwarmintelligenz der Menschheit zurückgreifen. Probieren Sie es aus. Wenn Sie bei Google den Suchbegriff „Wie kann man…?“ eingeben, dann erhalten Sie 1,7 Milliarden Treffer. Es gibt nichts, was Sie im Internet nicht lernen könnten. Dann müsste doch eigentlich alles perfekt sein, oder? Situation erkannt, Problem gelöst, Haken dran.

Doch das zunehmende Wissen ist keinesfalls eine Erleichterung, sondern für viele mittlerweile zu einer großen Hürde geworden. Denn bevor es überhaupt zu einer möglichen Umsetzung kommen kann, wird die gesamte Energie dafür eingesetzt, die Informationsflut zu sortieren und die Nadel im Heuhaufen zu finden, mit der die Philosophie des “Veränderung einfach machen” umgesetzt werden soll. Das Ergebnis: Die berühmt-berüchtigte Prokrastination, auf Deutsch auch Aufschieberitis genannt. 

Einfach bedeutet nicht leicht, sondern „nicht komplex“


Man schiebt eine geplante Veränderung so lange hinaus, bis man sich damit abgefunden hat, dass „es eben kompliziert ist“, und man ja doch nichts ändern kann. Kennen Sie das nicht auch von Menschen aus Ihrem persönlichen Umfeld? Möglicherweise sogar von sich selbst? Ich bin immer wieder erstaunt, wie kompliziert manche Menschen den Umgang mit Veränderung machen. Sie analysieren das Problem bis ins letzte Detail, entwickeln mehrstufige Umsetzungspläne oder studieren sämtliche Forschungsergebnisse der letzten zwanzig Jahre. 

Doch je komplizierter ein Weg ist, desto geringer ist die Chance, dass er auch wirklich gegangen wird. Und weil Sie so häufig gehört haben, wie schwer und komplex Veränderung doch ist, glauben Sie es irgendwann selber und haben eine wunderbar plausible Ausrede gefunden, warum Sie sich eben doch nicht verändern können. Wenn Sie den Umgang mit den eigenen Herausforderungen allerdings zu einer komplizierten Sache machen, ist ein Scheitern geradezu vorprogrammiert. 

Zu meiner Zeit als Warenhausgeschäftsführer wurde so gut wie bei jeder Führungskräftetagung ein neues Changeprogramm vorgestellt. Die hatten eines gemeinsam: Tolle Titel, meist über 200 PowerPoint Folien und 7 Veränderungsstufen, die jede wiederum 9 Unterschritte hatten, die wir in 3 Phasen abarbeiten sollten. Während einer dieser Tagungen saß ich mal neben einem Kollegen aus dem Ruhrgebiet. Während alle anderen in ihren Sitzen zusammengesunken waren, sah er auch bei Folie 175 immer noch richtig begeistert aus. Also hab ich ihn gefragt: „Du nickst immer so wissend, weißt Du, wie Du das umsetzen kannst?“ Und er sagte: „Nee, viel zu kompliziert, aber es sieht so gut aus“. Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, aber ich finde, es ist schwer, sich für eine Veränderung zu begeistern, die kompliziert ist. Und es ist unmöglich, andere Menschen für etwas zu begeistern, für das Sie sich selber nicht begeistern können.

Die Grundlagen erfolgreicher Veränderung


Aber wenn es so nicht geht, wie funktioniert erfolgreiche Veränderung denn nun? Unter dem Strich sind es immer die gleichen, einfachen Prinzipien und eine große Portion gesunder Menschenverstand. Doch kennen Sie nicht auch Menschen, welche die Lösung für ihr Problem nicht finden, weil sie so damit beschäftigt sind, nach komplizierten Ausreden zu suchen, warum sie sich nicht verändern können? Ich wünschte, Sie wären dabei gewesen, als eines Tages Frau T. bei mir im Büro für ein Coaching saß. Ich schaute ihr lange in die Augen und sagte dann: „Frau T., sie sind achtunddreißig Jahre alt, eine erfolgreiche Businessfrau und haben laut eigener Aussage schon 152 Therapiestunden hinter sich. Trotzdem fühlen Sie sich immer noch nicht in der Lage, in Ihrer Firma eine Präsentation zu halten?“

Sie errötete leicht und antwortete: „Ach, Herr Grzeskowitz, es ist halt kompliziert. Ich habe schon so viel ausprobiert, aber ich bekomme jedes Mal große, rote Flecken am Hals, kriege einen trockenen Mund und fange dann an, zu stottern.“ Ich nickte und stellte dann die Frage aller Fragen: „Ich verstehe, Frau T. sind Sie denn bereit, etwas zu verändern?“ Ihre Antwort sagte schon alles: „Wissen Sie, Herr Grzeskowitz, ich würde mich ja eigentlich gerne verändern. Aber das geht ja nicht so einfach. Wenn Sie wollen, dann können wir es ja mal versuchen.“ 

Also ich wollte. Aber ich spürte, dass sie nicht wirklich wollte. Trotzdem arbeiteten wir intensiv miteinander und es gelang uns, in nur einer Session ihr Problem zu lösen. Nach nur neunzig Minuten war sie in der Lage, frei vor einer Gruppe zu sprechen. Ohne rote Flecken. Ohne trockenen Mund. Und ohne Stottern. Aber wenn Sie jetzt denken, dass Frau T. deswegen in Jubelstürme ausgebrochen ist, dann haben Sie sich getäuscht. Stattdessen sagte sie immer wieder: „Das kann ja nicht so einfach sein. Nein, das kann auf keinen Fall so einfach sein. Das hält bestimmt nicht lange an.“ 
Und sie sollte recht behalten. Denn genau drei Wochen später klingelt das Telefon. Frau T. ist dran. Und mit einer gewissen Genugtuung in der Stimme verkündet sie: „Tja, Herr Grzeskowitz, wissen Sie was? Ich musste heute vor dem Außendienst die Quartalszahlen präsentieren. Ich habe kaum ein Wort herausbekommen und die roten Flecken sind jetzt wieder da. Ha, ich habe Ihnen ja gleich gesagt, dass Veränderung nicht so einfach ist!“

Veränderung ist immer so einfach, wie Sie es machen


Warum das so war? Ich habe keine Ahnung, vielleicht genoss sie die Aufmerksamkeit, oder liebte es, anderen von ihrem Problem erzählen zu können (Das ist nämlich ein großes Hobby von sehr vielen Menschen). Aber so sehr ich mir gewünscht hätte, dass Frau T. sich ändert, sie wollte es einfach nicht und blieb lieber in ihrer gemütlichen Komfortzone. Sie war so auf die Notwendigkeit einer komplexen Lösung fixiert, dass sie die naheliegende Einfachheit überhaupt nicht in Betracht gezogen hatte. Doch erinnern Sie sich einmal an Ihre eigenen Veränderungen, die Sie in der Vergangenheit nachhaltig gemeistert haben. Was war der gemeinsame Nenner? Richtig, es waren immer einfache Lösungen und Wege, welche die besten Ergebnisse nach sich gezogen haben.

Wie einfach es sein kann, können Sie an einer Form von Veränderung sehen, die wohl jeder von uns kennt. Ich spreche vom Rauchen. Genauer gesagt vom Aufhören. Dort sind es immer die gleichen Muster. Während die einen mit einfachen Mitteln erfolgreich sind, kämpfen die anderen jeden Tag aufs Neue mit einem vermeintlich komplizierten Problem. Haben Sie schon mal erfolgreich mit dem Rauchen aufgehört? Kennen Sie jemanden, der es geschafft hat? 

Ich selber habe früher geraucht. Auch habe ich als Coach viele Raucherentwöhnungen durchgeführt und dutzende Seminare zu diesem Thema gegeben. Meine Erfahrungen lassen sich einfach zusammenfassen. Unterm Strich gibt es immer nur zwei Kategorien von Rauchern. Da sind diejenigen, die von vorneherein Zweifel haben, ob sie es auch wirklich schaffen. Die sich Sorgen über Entzugserscheinungen, Gewichtszunahme und Nebenwirkungen machen. Die dann für ein paar Tage aufhören, aber bei der ersten Gelegenheit wieder anfangen. Die sich selber so häufig einreden, wie kompliziert es doch ist, bis sie es irgendwann selber glauben. Und sich dann eben nicht verändern, sondern weiterrauchen. Und natürlich jammern, wie gerne sie aufhören würden, wenn es nicht so kompliziert wäre.

Aber wie machen es dann die Millionen von Ex-Rauchern, die es erfolgreich geschafft haben, sich zu verändern? Sind Sie bereit für die harte Wahrheit? Hier ist Sie. Sie haben eine Entscheidung getroffen, und aufgehört zu rauchen. Einfach so. Von heute auf morgen. Von einem Augenblick auf den anderen. Manche brauchen dazu eine kleine Anschubhilfe in Form eines Coachings, eines Seminars oder eines Buches. Aber trotzdem hören Sie dann einfach auf und sind von einem Augenblick auf den anderen Nichtraucher. 

Ich höre schon die Einwände des kleinen Teufelchens auf Ihrer Schulter: „Aber Ilja, das mag ja vielleicht so einfach sein, wenn man nur wenig raucht. Ich rauche schließlich eine ganze Schachtel am Tag.“ Es tut mir leid, aber es spielt keine Rolle, wie viel Sie rauchen. Auch starke Raucher hören dadurch auf zu rauchen, indem sie einfach aufhören zu rauchen. Es dauert zwar länger, bis der Körper sich entgiftet hat, aber das Prinzip ist das gleiche. Doch vielen Menschen hat man so häufig eingeredet, wie schwer und kompliziert Veränderung doch ist, dass sie überhaupt nicht mehr auf die Idee kommen, dass die beste Lösung immer noch die einfache ist.

Treffen Sie eine echte Entscheidung für die Veränderung


Mir ist das sehr bewusst geworden, als ich während eines Sommers meine damals vierjährige Tochter Emma dabei beobachtete, wie sie im obersten Fach unseres Kühlschranks eine große Packung Wassereis entdeckte. Falls Sie jetzt nicht wissen, wovon ich spreche, das sind diese künstlichen Wasserstangen mit Waldmeister-, Cola- oder Zitronengeschmack, die man in den Kühlschrank legt, und die dann dort zu Eis werden. 

Auf jeden Fall war meine Tochter völlig verrückt nach diesen Dingern. Sie hatte jedoch ein Problem. Sie war nicht groß genug und kam nicht heran. Was denken Sie, was sie jetzt getan hat? Richtig, sie hat Himmel und Hölle in Bewegung gesetzt, um an das Eis zu kommen. Zum Schluss stand sie auf einer wackligen Konstruktion aus einem Stuhl, zwei Kissen und einem Kochtopf. Und als sie voller Stolz ihre Trophäe in die Luft streckte, spürte ich, dass sich die Mühe gelohnt hatte. Sie hatte die Veränderung herbeigeführt, weil sie das Eis unbedingt haben wollte. Sie hätte einfach alles dafür getan, es zu bekommen. Und es ging einfach so. Ich musste ihr vorher nicht sagen: „Pass auf Emma, das ist ein ganz schön kompliziertes Problem, da solltest Du Dich gut vorbereiten. Es gibt da so ein revolutionäres Veränderungsmodell, dass ein Professor der Universität Tübingen entwickelt hat. Aber führe vorher unbedingt einen Persönlichkeitstest durch, damit Du herausfindest, was für ein Veränderungstyp Du bist. Und besuche  auf jeden Fall ein Verhaltenstraining, in dem Du lernst, in welchem Winkel man am besten den Kühlschrank öffnet.“ 

Das brauchte sie alles nicht. Sie hat es einfach getan. Weil sie motiviert war und einen einfachen Weg gefunden hatte, wie sie ihr Ziel erreicht. Und daraus folgt eine wichtige Erkenntnis: Ob Sie nun ein Eis aus dem obersten Fach des Kühlschranks holen, mit dem Rauchen aufhören oder vor einer ganz anderen Herausforderung stehen. Veränderung einfach machen eben.

Veränderung wird einfach, wenn Sie Veränderung einfach machen.


Albert Einstein hat einmal gesagt: „Mach´ die Dinge so einfach wie möglich. Aber nicht einfacher.“ Ich möchte Sie mit diesem Artikel daran erinnern, dass erfolgreiche Veränderung immer auf einfachen Ideen und Lösungen basiert. Doch gestatten Sie mir einen entscheidenden Hinweis. Auch wenn ich so häufig das Wort einfach betone, ich meine damit keinesfalls leicht, mühelos oder ohne jeglichen Aufwand. Ganz im Gegenteil. Das Schicksal kann ganz schön hart sein und fordert Sie täglich aufs Neue heraus, ob Sie es auch wirklich ernst meinen. 

Das Leben ist nun mal kein Ponyhof. Es ist häufig unfair, oft verletzend und auch nicht immer gerecht. Wenn Sie sich unter diesen Umständen verändern wollen, dann geht es nicht, ohne etwas dafür zu tun. Erfolg geschieht nicht von alleine. Und ich weiß, dass es Hunderte von Büchern und auch viele Seminarleiter gibt, die Ihnen versprechen, man müsse sich die Veränderung nur fest genug wünschen, und schon fällt sie vom Himmel. Aber wenn das so wäre, warum sitzen dann so viele Menschen zu Hause in ihrer Jogginghose auf der Couch, haben schon acht Mal „The Secret“ gesehen, schicken pro Stunde zehn Wünsche ans Universum, und wundern sich, warum sie immer noch einen mittelmäßigen Job haben, warum sie seit Jahren Single sind, und warum der bei Universum bestellte Ferrari in der Garage immer noch ein klappriger Opel Corsa ist?

Weil Erfolg eben immer die Kombination aus harter Arbeit und erstklassiger Qualität ist. Weil es ohne Handeln und Umsetzen nicht geht. Weil Veränderung zwar einfach ist, aber auf keinen Fall leicht. Wichtig ist mir daher vor allem eines: Dass Sie Ihr Leben in die eigenen Hände nehmen und sich aktiv verändern. Denn wenn Sie wie der berühmte Vogel Strauß mit dem Kopf im Sand darauf vertrauen, dass schon alles gut gehen wird, dann könnten Sie irgendwann vor der Situation stehen, dass Sie von den äußeren Umständen verändert werden. Und diese Veränderungen stehen dann mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht im Einklang mit Ihren Werten, Zielen und Träumen, sondern mit denen von anderen Menschen. Und das ist vielleicht nicht die beste Zukunftsaussicht, oder?

Mensch gegen Maschine – Der wichtigste Erfolgsfaktor im Change Management

Mensch gegen Maschine: Der wichtigste Erfolgsfaktor im Change Management 

Mensch gegen Maschine. Glaubt man den Berichten in den Medien, dann bestimmt dieser Kampf die Zukunft. Oftmals werden sogar richtige Schreckensszenarien á la Terminator an die Wand gemalt, in denen die Roboter die komplette Weltherrschaft übernehmen werden. Doch wenn wir die Fantasien von Hollywoodfilmen mal außer Acht lassen, ist die Frage durchaus relevant. 
 
Denn in Zeiten, die von künstlicher Intelligenz, immer schlauer werdenden Maschinen und rasant schneller Software geprägt sind, stellt sich immer mehr die Frage: Wo bleibt bei all diesen Entwicklungen eigentlich der Mensch? Mit diesem Artikel möchte ich gerne meine Perspektive teilen und natürlich auch eine Antwort geben.
 

Mensch und Maschine: Gemeinsam die Zukunft gestalten

Als Keynote Speaker habe ich das große Vergnügen, regelmäßig auf spannende Konferenzen und Kongresse eingeladen zu werden. Da ich häufig am Ende eines solchen Events spreche, ergibt sich ab und zu die Gelegenheit, dass ich auch meinen Vorrednern noch lauschen kann. Dies ist für mich Trendscouting pur, und ich fülle zu diesen Gelegenheiten ganze Notizbücher mit meinen Gedanken, Ideen und Plänen. Alleine in den letzten sechs Monaten habe ich faszinierende Vorträge über künstliche Intelligenz, Augmented Reality, Elektromobilität, den Einsatz von Drohnen, die Abwehr von Drohnen, Cyberkriminalität, Cybersecurity, Sprachsteuerung und die Zukunft der Robotertechnik erleben dürfen. 
 

Die Kehrseite der Digitalisierung

Obwohl die Meinungen dabei sehr unterschiedlich sind, zieht sich ein roter Faden durch die Prognosen sämtlicher Experten: Wir stehen gerade erst am Anfang von technischen Entwicklungen, die unser Leben dramatisch verändern werden. Schon längst gibt es für alles eine App, der Alltag wird über unsere Smartphones gesteuert, und immer mehr Prozesse werden von künstlicher Intelligenz übernommen. Es fasziniert mich, was heute bereits möglich ist, und ich denke mit einer fast schon kindlichen Freude an all die Chancen und Möglichkeiten, die sich in der näheren Zukunft bieten werden.
 
Doch wo Licht ist, da ist immer auch Schatten, und bei vielen Menschen habe ich den begründeten Verdacht, dass ihnen die Technik das Leben nicht mehr erleichtert, sondern dass Sie zu Sklaven ihrer diversen Maschinen geworden sind. Sie sind vierundzwanzig Stunden am Tag, sieben Tage die Woche und zweiundfünfzig Wochen im Jahr erreichbar und checken selbst im Familienurlaub alle zehn Minuten ihre Mails. Und haben Sie nicht auch schon eine Szene erlebt, in der zwei Menschen über eine Stunde gemeinsam im Café sitzen und nicht ein Wort miteinander sprechen, sich aber permanent WhatsApps, SMS oder Messages per Smartphone schicken (Okay, SMS eher weniger, denn dieses Medium nutzt heute niemand mehr, oder?)? 
 

Mensch oder Maschine: Wer ist in Zukunft wichtiger?

Für die Zukunft stellt sich daher eine entscheidende Frage: Wer gewinnt den Kampf Mensch gegen Maschine? Oder etwas differenzierter ausgedrückt: Wird der Mensch in seiner Wichtigkeit von Maschinen abgelöst werden? Meine Prognose lautet wie folgt: Auf keinen Fall. Wir werden zwar in einer Welt leben, die von Technik und Maschinen erleichtert, nicht aber dominiert wird. Was meine ich damit? Keinesfalls, dass der digitale Fortschritt nicht genau so rasant voranschreitet wie bisher. Ganz im Gegenteil, ich erwarte sogar noch eine Zunahme der Schlagzahl. Doch der entscheidende Faktor, den viele Zukunftsexperten gerne vergessen, ist der Mensch mit seinen einmaligen Potenzialen und Fähigkeiten. 
 
Bei aller Digitalisierung, Disruption und technischem Fortschritt behaupte ich, dass es in der Zukunft vor allem auf die Menschen ankommen wird. Sicherlich, Roboter, künstliche Intelligenz und technische Innovationen werden die Art wie wir leben, lieben und arbeiten in den kommenden Jahren heftig durchschütteln. Aber bei aller Wichtigkeit dieser Entwicklung sind wir alle menschliche Wesen und sehnen uns nach Nähe, Austausch und persönlicher Kommunikation. Lassen Sie mich den Satz daher noch einmal wiederholen:
 
In der von Digitalisierung, Disruption und technischem Fortschritt geprägten Zukunft wird der Mensch der wichtigste Erfolgsfaktor sein.
 

Erfolgsfaktor Mensch in Zeiten der Veränderung

Das hat gleich mehrere Auswirkungen. Die Qualität ihres Inner Circle wird maßgeblich darüber entscheiden, wie es um Ihr generelles Glück und Ihre Zufriedenheit bestellt ist. Und im beruflichen Rahmen sind Ihre Mitarbeiter, Kollegen und Teammitglieder nicht nur der Garant für exzellente Qualität und herausragende Ergebnisse, sondern vor allem der größte Differenzierungsfaktor im immer härter werdenden Wettbewerb. Es menschelt also endlich wieder. Und das finde ich so richtig gut. Weil das Team heilig ist, und es nur gemeinsam gelingen wird, die Herausforderungen der Zukunft zu meistern. 
 
Lassen Sie uns daher die Perspektive wechseln. Weg von persönlichen Motiven, hin zu gemeinsamen Erfolgen. Weg von harten Anstrengungen als Einzelkämpfer hin zu erfolgreichem Teamwork. Weg vom Ich und hin zum Wir. Haben Sie Lust? Dann lassen Sie uns loslegen. Und zwar gemeinsam, denn wie sagte schon der brasilianische Fußballstar Pele: „Der einzige Weg, um zu gewinnen, ist als Team!“
 
[cp_popup display=“inline“ style_id=“27000″ step_id = „1“][/cp_popup]
 

Wir sind Change, oder: Das Team ist heilig

Lappland. Minus zwölf Grad. Die gleißende Sonne blendet und ich spüre, wie ein unvergesslicher Glückshormoncocktail durch meinen Körper fließt. Vor mir ziehen acht wunderschöne Huskys meinen Schlitten, der scheinbar schwerelos durch die majestätische Tundra gleitet. Noch mehr als die atemberaubende Landschaft fasziniert mich die Zusammenarbeit der Schlittenhunde. Weil es zwar eine ganz eindeutige Hierarchie im Rudel gibt, jeder einzelne Husky jedoch weiß, dass sie nur gemeinsam als Team erfolgreich sein können. Jedes Tier bringt seine individuellen Stärken ein, lernt von seinen Teamkollegen und springt bedingungslos in die Bresche, falls einer der anderen mal eine kurze Schwächephase hat. 
 
Wir Menschen können uns da eine Menge abgucken, insbesondere welche kraftvolle Energie entsteht, wenn individuelle Persönlichkeiten an ihrem Platz Verantwortung übernehmen, aber gleichzeitig zusammenarbeiten, sich gegenseitig unterstützen und gemeinsam wirken. Wenn ich in den letzten Jahren eines gelernt habe, dann ist es die Kraft eines motivierten, kompetenten und zuverlässigen Teams. So sehr ich an die Wichtigkeit des Individuums glaube, ohne die richtigen Menschen um uns herum, sind wir alle nur halb so erfolgreich. Es spielt keine Rolle, wie gut Sie oder ich sind, einen Satz sollten Sie niemals vergessen, und ihn sich am besten gut sichtbar an ihrem Schreibtisch aufhängen: Niemand gewinnt alleine!
 

Niemand gewinnt alleine!

Niemand, und wirklich niemand ist dauerhaft in der Lage, als Einzelkämpfer Erfolg zu haben. Okay, vielleicht Clint Eastwood, der als einsamer Rächer durch die Italo Western reitet, aber das ist eben nur im Film möglich. Befinden sich hingegen die richtigen Menschen in unserem Team, dann lernen wir voneinander, wachsen gemeinsam und unterstützen uns gegenseitig. Und nur, dass wir uns hier richtig verstehen, man ist noch lange kein Team, nur weil man sich ein Büro teilt, an einem gemeinsamen Projekt arbeitet, oder im gleichen Unternehmen tätig ist (Möglicherweise kennen Sie ja auch die typische Übersetzung von Team: Toll. Ein. Anderer. Macht´s.). Nein, ein Team ist etwas ganz Anderes. Es ist mehr als die Summe der einzelnen Teile. 
 
In einem echten Team ist jeder für die anderen Teammitglieder bedingungslos da, weil man sich einer gemeinsamen Vision verschrieben hat und gleichzeitig jeder an seinem individuellen Platz Verantwortung übernimmt. Ich gehe sogar so weit, die folgende Behauptung aufzustellen: Nur ein Team gibt gewöhnlichen Menschendie Möglichkeit, außergewöhnliche Ergebnisse zu erzielen. Machen Sie gerne die Probe aufs Exempel. 
 
Selbst die vermeintlichen Superstars sind ohne ihr Team vollkommen aufgeschmissen. Sebastian Vettel braucht sein Mechanikerteam wie die Luft zum Atmen. Christiano Ronaldo konnte bei Real Madrid nur deshalb glänzen, weil ihm Sergio Ramos und seine Abwehrkollegen den Rücken freihielten. Und selbst der große Richard Branson ist mit seinen über 260 Unternehmen nur deshalb so erfolgreich, weil er die Mitarbeiter in den Mittelpunkt seiner Anstrengungen stellt. Und diese zahlen es ihm mit Einsatz, Leistung und Leidenschaft doppelt und dreifach zurück.
 

Mensch vs Maschine: Die Antwort ist eindeutig

Auf den Punkt gebracht: Die Menschen mit denen Sie sich jeden Tag umgeben sind Ihr größtes Faustpfand und gleichsam Ihr größter Erfolgsfaktor auf dem Weg in eine von Veränderung und Unsicherheit geprägte Zukunft. Das Team ist heilig. Sowohl im Business, als auch im Leben. Es sind ihre Freunde, Kollegen, Geschäftspartner und Familienmitglieder. Denn Sie können als individuelle Persönlichkeit nur dann wachsen, erfolgreich sein und ein selbstbestimmtes Leben führen, wenn Sie sich in einem Umfeld bewegen, das von gegenseitigem Lernen, Wertschätzung und Vertrauen geprägt ist. Für die Unternehmen gilt übrigens exakt das gleiche.
 
Ich kann es gar nicht oft genug betonen. Im Zeitalter der Digitalisierung und der damit einhergehenden globalen Vernetzung ist der Erfolgsfaktor Nummer eins mit weitem Abstand die Qualität ihres Inner Circle, also den Menschen, mit denen Sie regelmäßig und intensiv Kontakt haben. Und genau aus dem Grund hat das gute alte Zitat von Speakerlegende Jim Rohn auch heute immer noch Bestand: „Du wirst so wie der Durchschnitt der fünf Menschen, mit denen Du Deine meiste Zeit verbringst.“

Erfolgsfaktor Inner Circle

Das gilt im Großen, aber auch im Kleinen, denn wir adaptieren sowohl die Strategien, Einstellungen und Denkmuster unserer wichtigsten Bezugspersonen, als auch ihre Lieblingswörter und Gewohnheiten. Das bedeutet konkret, dass es einfach einen riesigen Unterschied macht, mit welchen Menschen Sie sich umgeben. Ob ihre besten Freunde frustrierte Zyniker sind, die den ganzen Tag auf der heimischen Couch RTL 2 Sendungen schauen, und sich in einer Spirale aus Negativität, Gleichgültigkeit und Mittelmaß gegenseitig herunterziehen. Oder ob Sie sich mit erfolgreichen Menschen umgeben, die produktive Werte für die Gesellschaft schaffen und dabei ihre Mitmenschen mit Positivität, Leidenschaft und visionärem Denken anstecken.
 
Egal, wie ihre konkreten Ziele aussehen, umgeben Sie sich mit Menschen, die sich bereits dort befinden, wo Sie hinwollen. Ich orientiere mich dabei gerne an dem alten Wahlspruch „Wenn Du der klügste Mensch im Raum bist, dann such Dir einen neuen Raum“. Und ich gehe sogar noch weiter, denn ich habe festgestellt, dass es immer zwei Kategorien von Mitmenschen gibt. Da sind diejenigen, die Sie bremsen, ihnen ihre Träume ausreden wollen, und denen Sie es niemals recht machen können. 
 

Inner Circle Bedeutung

Von denen Sie Sätze wie die folgenden hören: „Schmink Dir das lieber ab“, „Lass es lieber bleiben“ oder „Das mag ja bei anderen klappen, aber doch nicht bei Dir“. Die Begründung wird dann meist gleich mitgeliefert und sie lautet meist wie folgt: „Du bist zu alt, zu jung, zu dick, zu dünn, zu groß, zu klein, zu arm, zu unerfahren, zu laut, zu bunt, zu anders oder zu was auch immer.“ Ich würde mir daher wünschen, dass Sie den folgenden Satz nie mehr vergessen: Sie sind immer zu irgendwas für irgendwen.
 
Je eher Sie verstehen, dass Sie es sowieso niemals allen recht machen können, und dass es immer Menschen geben wird, die auch am sonnigsten Himmel nach einer dunklen Wolke suchen, desto förderlicher wird es für ihr persönliches Wohlbefinden sein. Ignorieren Sie die Miesepeter, Nörgler und Besserwisser also am besten gleich und konzentrieren sich stattdessen auf die zweite Kategorie. Das sind die Menschen, die Sie in Ihrer persönlichen Einzigartigkeit unterstützen. Die Sie so akzeptieren wie Sie sind. Mit allen Stärken und Schwächen. 
 
Die ihnen zwar auch kritisches Feedback geben, Sie aber grundsätzlich bei all ihren Vorhaben unterstützen und Sie bedingungslos ermutigen. An denen Sie sich reiben und mit denen Sie gemeinsam wachsen können. Oder auf den Punkt gebracht: Menschen, die ihnen einfach gut tun. Ich selber habe dieses Konzept in den letzten Jahren sehr konsequent, ja fast schon radikal angewendet. Weil ich weiß, wie kostbar unsere Lebenszeit ist, möchte ich sie nur mit positiven, lebensbejahenden und wertschätzenden Menschen verbringen. Mein Inner Circle ist daher handverlesen, und ich bin extrem dankbar, dass ich so tolle Freunde, Kollegen und Partner an meiner Seite habe.
 

Teamwork makes the Dream Work

Wie ist es um ihren Inner Circle bestellt? Was, darüber haben Sie sich noch niemals bewusst Gedanken gemacht? Dann wird es aber Zeit, sich ein Team aufzubauen, mit dem Sie gemeinsam die Zukunft bei den Hörnern packen können. Starten Sie am besten mit einer sorgfältigen Bestandsaufnahme. Umgeben Sie sich hauptsächlich mit positiven Menschen, die Sie so akzeptieren wie Sie sind und Sie auf dem Weg zu Ihren Zielen, Träumen und Visionen unterstützen? 
 
Wenn ihre Antwort ja lautet, dann ist dies mehr als großartig. Die Wahrscheinlichkeit ist jedoch recht hoch, dass Sie in ihrem direkten Umfeld auch so einige Exemplare der bereits beschriebenen Energievampire finden werden. Menschen, die sich akribisch auf die Suche nach dem einzelnen Haar in der schmackhaften Suppe machen, ihnen vorschreiben wollen, wie Sie zu leben haben und ihnen Kraft, Mut und Energie absaugen, wie es ein ganzer Schwarm hungriger Moskitos nicht besser könnte.
 

Feuern Sie die Nörgler und Energievampire

Wie es für jeden Fußballtrainer eine Selbstverständlichkeit ist, seine Elf vor der Saison so perfekt zusammenzustellen, dass die Saisonziele bestmöglich erreicht werden können, so sollten auch Sie Ihr Team, die Menschen in ihrem Umfeld und ihren inneren Zirkel ganz bewusst auswählen. Ihre Motivation, Leidenschaft und Denkweise wird es ihnen danken. Feuern Sie die Zyniker, Besserwisser und Energievampire möglichst noch heute. Umgeben Sie sich stattdessen mit positiven Menschen, Weltenbewegern und Möglichkeitsdenkern, die Sie so nehmen wie Sie sind und Sie beim Erreichen ihrer Ziele unterstützen. 
 
Und nur, dass wir nichts schönreden, dieser psychische Hygieneprozess kann durchaus schmerzhaft sein, denn viele der besonders toxischen Zeitgenossen tummeln sich schon lange in unseren Leben. Aber erstens ist dieser Schritt unbedingt notwendig, wenn Sie ein glückliches und zufriedenes Leben führen wollen, und zweitens gibt es so viele tolle Menschen da draußen, die nichts lieber tun würden, als den Platz an ihrer Seite einzunehmen.
 

Das perfekte Team zusammenstellen

Aber wie gelingt es nun am besten, die Menschen in ihr Leben zu ziehen, die perfekt in ihren Inner Circle passen würden. Grundsätzlich geschieht dies auf zwei verschiedene Arten. Zum einen können Sie diese Auswahl sehr bewusst treffen. Wer inspiriert Sie, ist ein Vorbild oder ist bereits dort, wo Sie noch hinmöchten? Suchen Sie nach Wegen, mit diesen Menschen in Kontakt zu kommen, aber tun Sie das bitte niemals mit einer Anspruchshaltung. Erfolgreiche Menschen geben zwar in der Regel sehr gerne, haben aber meist wenig Zeit und noch weniger Lust, dass ihre Gehirne und Herzen von Unbekannten angezapft werden. Entscheidend ist dabei die Reihenfolge. Erst einmal geben, ohne etwas dafür zu erwarten. So entsteht eine Beziehung, die dann wachsen und sich sogar zu tiefen Freundschaften entwickeln kann. Doch dazu gleich noch mehr.
 
Der zweite Weg, eine Vielzahl von positiven, lebensbejahenden und wertschätzenden Menschen in ihren inneren Zirkel zu ziehen ist das stete persönliche Wachstum. In jeder einzelnen Entwicklungsstufe wird sich ihr Umfeld entsprechend anpassen. Sie werden neue Freunde, Kollegen und Geschäftspartner anziehen, während alte sich verabschieden (Und ganz wenige werden Sie ihr gesamtes Leben begleiten. Seien Sie für diese Menschen besonders dankbar). Das ist der Lauf der Dinge, und ich bin immer wieder fasziniert, wie stark das innere Wachstum und das äußere Umfeld korrelieren. 
 

Mensch gegen Maschine: Der wichtigste Tipp von allen

Doch ob Sie sich nun aktiv auf die Suche nach einem Inner Circle machen, der Sie in ihrer Einzigartigkeit und ihrem ganz individuellen Weg unterstützt, oder ob dies als Resultat ihrer Persönlichkeitsentwicklung geschieht, ich empfehle ihnen, den Blick nicht nur in der Einbahnstraße von innen nach außen zu richten und sich nur mit Menschen zu umgeben, die ihnen vermeintlich nutzen können. Machen Sie einen Unterschied. Behandeln Sie ihr Umfeld wertschätzend und achtsam. Seien Sie für Ihre Freunde, Kollegen und Geschäftspartner da. Und vor allem: Machen Sie die Menschen groß. Fungieren Sie als Mutmacher und seien Sie das Licht in einem häufig doch eher dunklen Alltag. Menschen, die andere klein machen, runterziehen und entmutigen, gibt es leider viel zu viele.
 
Machen Sie andere Menschen groß und Sie werden selber größer.
 
Nicht nur werden Sie durch diese Haltung viele spannende Persönlichkeiten in ihren Inner Circle ziehen, sondern zusätzlich auch noch einen dramatischen Anstieg an Glück, Erfüllung und Zufriedenheit erfahren. Beenden möchte ich den Abschnitt daher mit den Worten des amerikanischen Schriftstellers William Arthur Ward: „Wenn wir uns auf den Weg machen das Beste in anderen zu entdecken, werden wir unweigerlich das Beste in uns selbst hervorbringen.“ Wie wahr, denn niemand gewinnt alleine, und Erfolg ist immer das Ergebnis eines Teams, das voller Leidenschaft einer gemeinsamen Vision folgt.
 

Ich hoffe sehr, dass meine Ausführungen zum Thema „Mensch gegen Maschine“ für Sie wertvoll waren. Wie sehen Ihre Erfahrungen und Gedanken aus? Ich freue mich auf Ihren Kommentar.

Herzlichst, Ihr Ilja Grzeskowitz

Trag Dich für die Change Monday Impulse ein.

Als Willkommensgeschenk bekommst du mein Buch „Mach es einfach“ als Hörbuch-Download. Gratis, direkt in Dein E-Mail Postfach.

Ilja Grzeskowitz Buch "Mach es einfach" vor weißer Wand.