Wir sind Change Leader – Eine Anstiftung zur Veränderung

Wir sind Change Leader. Diese Antwort gebe ich häufig, wenn ich gefragt werde, was das Wesen meiner Community ausmacht. Doch häufig folgt direkt die nächste Frage: „Aber Ilja, was ist überhaupt ein Change Leader?“ Mit diesem Artikel möchte ich diese Frage gerne umfassend beantworten. Und weil ich gerne noch einen Schritt weitergehen möchte, handelt es sich mehr um ein Manifest. Mein großes Ziel ist es nämlich, den Hashtag #WirSindChangeLeader um die Welt gehen zu lassen, und die Change Leaders Community wachsen, und zu einer Bewegung werden zu lassen, die eine riesige Delle ins Universum haut

Die Definition von Change Leader auf Deutsch

Die Definition des Begriffs ist recht einfach, schließlich setzt er sich aus zwei Wörtern zusammen: Change und Leader. Also Veränderung und Macher. Daraus ergibt sich folgende Definition:

„Change Leader sind Menschen, die offen gegenüber neuen Ideen sind, innovativ denken und mutige Entscheidungen treffen. Vor allem aber legen sie ihren Fokus auf die Umsetzung, das Ausprobieren und die aktive Gestaltung der Zukunft.“

Natürlich bin ich mir bewusst, dass aktuell viele ähnliche Begriffe kursieren. Ein kurzes Überfliegen verschiedenster Social Media Profilbeschreibungen führt zur Erkenntnis, dass mit Buzzwords wie „Change Agent“, „Change Manager“ oder „Change Enthusiast“ aktuell herumgeschmissen wird, wie Kamellen auf dem Kölner Karnevalsumzug.

Was ist ein Change Leader?

Was macht uns Change Leader also anders? Warum verbirgt sich hinter diesem Begriff mehr als nur ein weiterer gehypter Titel? Für mich ist es die Intention hinter dem Hashtag #WirSindChangeLeader. Die Attitüde, die zu einem ganz besonderen Umgang mit Change jeglicher Art führt. Im Kleinen wie im Großen. Im persönlichen Alltag wie im Job. Und sowohl bei selbst initiierten Veränderungen, als auch bei externen Krisen, Problemen und Herausforderungen.

Diese besondere innere Haltung lässt sich am besten mit dem UnChange Mindset beschreiben (zu diesem Thema schreibe ich übrigens gerade ein neues Buch). Und weil das Mindset immer auf den Faktoren Identität, Werten und Beliefs basiert, kommt hier die DNA unserer Change Leader Bewegung.

Was ist ein Change Leader: Die Identität

  • Wir hinterfragen den Status Quo
  • Wir gestalten statt zu verwalten
  • Wir ermutigen die Menschen um uns herum
  • Wir lassen Taten statt Worte sprechen
  • Wir leben unsere Werte
  • Wir entwickeln innovative Ideen
  • Wir treffen mutige Entscheidungen
  • Wir gestalten die Zukunft aktiv
  • Wir wissen: Niemand gewinnt alleine
  • Wir übernehmen Verantwortung
  • Wir jammern nicht, wir machen
  • Wir führen mit Vertrauen, Transparenz und Empathie
  • Wir sind Surfertypen für andere
  • Wir fördern Diversität
  • Wir erschaffen eine Kultur, von der andere ein Teil sein wollen
  • Wir wissen, dass Klarheit, Fokus und Hartnäckigkeit zu außergewöhnlichen Ergebnissen führen
  • Wir hören niemals auf, zu lernen
  • Wir haben große Träume und eine starke Vision
  • Wir machen einen Unterschied
  • Wir sagen AuJa zur Veränderung
  • Wir sind leidenschaftlich, mutig und ein klein wenig verrückt

Was ist ein Change Leader: Werte

  • Verantwortung: Niemand gewinnt alleine! Aber nur wenn jeder an seinem Platz persönliche Verantwortung übernimmt, können wir gemeinsam erfolgreich sein.
  • Dankbarkeit: Wir gehen mit einer Attitude of Gratitude durchs Leben. Wir geben stets, bevor wir nehmen.
  • Diversity: Wir respektieren jeden Menschen so wie er ist, und behandeln jede Person individuell.
  • Integrität: We walk our talk. Wir lassen Taten statt Worte sprechen und tun das, was wir angekündigt haben.
  • Unterstützung: Das Team ist uns heilig und wir machen die Menschen in unserem Umfeld groß und erfolgreich.
  • Familie: Erfolg hat bei uns eine klare Reihenfolge: Family First, dann kommt das Business.
  • Bedeutung: Für uns ist unser Job nicht nur ein Job. Unser gesamtes Wirken beruht auf Sinnhaftigkeit und wir tun unser Bestes, die Welt jeden einzelnen Tag ein Stückchen besser zu machen.
  • Humor: Wir lachen gerne und viel, besonders über uns selber. Denn für uns muss Arbeit vor allem eins machen: Spaß!
  • Exzellenz: Wir haben hohe Ansprüche und Standards. An unsere Produkte, unseren Service, besonders aber an uns selber.

Was ist ein Change Leader: No-Go Werte

  • Gleichgültigkeit
  • Beliebigkeit
  • Feigheit
  • Egoismus
  • Rumeierei
  • Zynismus
  • Humorlosigkeit
  • Schwarzmalerei
  • Gewalt
  • Hass
  • Dogmatismus
  • Besserwisserei
  • Opportunismus.
 
Unsere positiven, vor allem aber unsere No-Go-Werte sind unser Leuchtturm und niemals verhandelbar. Solltest Du also einen der No-Go-Werte als entscheidendes Prinzip in Deinem Leben definiert haben, dann heißt es: Sorry, we are DEFINITELY not for you!
 
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Was ist ein Change Leader: Beliefs

  • Wir glauben, dass Unternehmen sich verändern, wenn die Menschen sich verändern.
  • Wir glauben, dass eine Kultur der Veränderung jede noch so ausgetüftelte Strategie schlägt.
  • Wir glauben, dass wir für unsere Ergebnisse verantwortlich sind. Für die guten, wie die schlechten.
  • Wir glauben, dass in jedem Problem eine Chance lauert.
  • Wir glauben, dass Motivation auf Sinn und Werten basiert, und nicht auf externen Faktoren.
  • Wir glauben, dass in jedem Menschen ein großes Feuer lodert, das nur darauf wartet, entzündet zu werden.
  • Wir glauben, dass sich alles verändert, wenn wir uns verändern.
  • Wir glauben, dass innovatives Denken, harte Arbeit, Commitment die Grundlage für Erfolg bilden.
  • Wir glauben an Individualität statt an Gleichmacherei.
  • Wir glauben an einfache Lösungen und nicht an komplizierte Probleme.
  • Wir glauben an Klarheit, Entschiedenheit und Integrität.
  • Wir glauben an Ergebnisse und nicht an Ankündigungen.
  • Wir glauben an Teamwork und nicht an Einzelkämpfertum.
  • Wir glauben, dass ein einzelner Mensch mit seinen Ideen und Taten die Möglichkeit besitzt, die Welt aus ihren Angeln zu heben

Das Change Leader Manifest

Die Kombination dieser Identität, Werte und Überzeugungen macht einen Changemaker aus. Und meine große Vision ist es, dass immer mehr Menschen voller Inbrunst und Leidenschaft unseren Battle-Cry in die Welt herausschreien: Wir sind Change Leader!

Das heißt übrigens nicht, dass wir nur mit der rosaroten Brille durchs Leben gehen, Probleme konsequent ignorieren und Veränderungen ausschließlich um der Veränderung wegen initiieren. Ganz im Gegenteil. Wir wissen, dass Change hart sein kann, zu schlaflosen Nächten führt und oft von einem Gefühl der Frustration begleitet wird. Und das ist ja noch nicht alles. Kommen Dir folgende Emotionen bekannt vor? Zweifel, Sorge, Angst, Überforderung, Einsamkeit, Verzweiflung oder Hoffnungslosigkeit.

All diese Gefühle sind normale Begleitumstände von Veränderungen. Wir alle haben sie. Du, ich und auch die erfolgreichsten Menschen dieser Welt. Entscheidend ist einzig und alleine, wie wir damit umgehen, welche Perspektive wir einnehmen und worauf wir unseren Fokus richten.

Der Unterschied, der einen Unterschied macht

Wir Change Leader wissen, dass die emotionale Achterbahnfahrt zu Veränderungsprozessen dazu gehört, richten unsere Aufmerksamkeit aber immer auf Chancen, Möglichkeiten und Lösungen. Es gibt so viele unglückliche, frustrierte und verzweifelte Menschen auf dieser Welt, weil die große Masse auf der einen Seite Fortschritt will, nicht aber bereit ist, die dafür notwendigen Veränderungen zu initiieren. Erst wenn man akzeptiert, dass es dafür eines persönlichen Changes bedarf, kommt es zu nie dagewesenen Durchbrüchen.

Wir Change Leader haben verstanden, dass Veränderungen der Weg sind, um unsere Ziele zu erreichen und unsere Träume zu leben. Aus diesem Grund, umarmen wir jeden Change, weil wir wissen, dass es eine großartige Möglichkeit ist, uns weiterzuentwickeln, besser zu werden und persönlich zu wachsen.

Werde Teil der Change Leader Bewegung

Hast Du Dich in den Beschreibungen dieses Artikels wiedergefunden? Dann würde es mein Herz mit Freude erfüllen, wenn Du die Entscheidung treffen würdest, ein Teil der #WirSindChangeLeader Bewegung zu werden und die Philosophie, die Ideen und die Botschaften in die Welt zu tragen, damit sie sich dort multiplizieren können. Du bist dabei? Wunderbar, dann kommen hier vier Ideen, wie Du Teil der Change Leaders Community werden kannst:

  1. Hinterlasse einen Kommentar unter diesem Artikel mit weiteren Ideen und Vorschlägen.
  2. Lade Dir das Change Leader Manifest in Posterform herunter und hänge es an Deine Bürowand oder nutze es als Smartphone-Wallpaper (rechte Maustaste > Speichern Unter).
  3. Nutze bei Deinen Posts auf Social Media den Hashtag #WirSindChangeLeader
  4. Werde Teil der Change Leaders Community auf Discord und tausche Dich mit anderen Change Leadern aus: https://www.skool.com/change-leaders-community/about

Ich danke Dir von Herzen für Deinen Support. Die Welt hat genug von Mittelmaß und Menschen, die angepasst und frustriert ein Leben im seelischen Niemandsland führen. Sie lechzt nach mutigen Change Leadern, die gemeinsam eine riesige Delle ins Universum hauen. Ich mache es einfach. Du auch?

Change Leader Manifest

Veränderung gestalten – Mit Ownership und Verantwortung

Wenn Sie Veränderung gestalten wollen, dann kommen Sie um einen entscheidenden Faktor nicht herum. Ich spreche von Ownership. Früher hat man dazu noch ganz altmodisch Verantwortung gesagt, aber am Ende des Tages haben beide Begriffe die gleiche Bedeutung. Es geht darum, die eigenen Umstände zu akzeptieren, sich auf das zu konzentrieren, was man selber beeinflussen kann, das loslassen, was außerhalb dieses Einflussbereichs liegt und dann alles dafür zu tun, die bestmöglichen Ergebnisse zu erzielen. 

Doch was sich theoretisch so einfach anhört, kann wie so häufig im Alltag ganz schön herausfordernd sein. In diesem Artikel wollen wir uns daher dem Erfolgsfaktor Ownership (bzw. Verantwortung) widmen, mit dem Sie sowohl in Ihrem eigenen Leben als auch in Ihrer Firma in der Lage sein werden, Veränderung gestalten zu können.

Ownership? Nein Danke. Schuld sind immer die anderen

Während meiner Schulzeit hatte ich einen Mitschüler, der dafür bekannt war, regelmäßig zu spät zu kommen. Manchmal waren es nur 5 Minuten, viel häufiger jedoch eher eine halbe Stunde. Nur pünktlich war er eigentlich nie. Viel zuverlässiger war er hingegen im Präsentieren von plausiblen Ausreden. Mal war es der Wecker, der nicht geklingelt hatte. Zu anderer Gelegenheit musste er im Auftrag seines Vaters den Schnee schippen, der über Nacht gefallen war. Und auch heute, fast 40 Jahre später, werde ich wohl nie vergessen, wie er nach einer erneuten Verspätung verkündete, dass der Hamster seiner Schwester krank geworden war. Seine Kreativität im Finden von Ausreden kannte keine Grenzen.

Eines Tages, als er mal wieder 45 Minuten zu spät erschien, platze unserer Klassenlehrerin der Kragen und sie fragte nach: „Tom, warum schaffst Du es denn nicht mal zur wichtigsten Klausur des Jahres, rechtzeitig in der Schule zu erscheinen?“ „Ich konnte nichts dafür“, lautete seine Antwort, „ich komme doch aus Zarpen und muss jeden Tag mit dem Bus fahren. Der Zug um 08:00 Uhr hatte heute einen Motorschaden, deshalb bin ich erst jetzt hier.“ Ich weiß nicht, ob es an seiner überzeugenden Art oder seinem herzzerreißenden Hundeblick lag, aber unsere Lehrerin gab sich wie immer mit der Ausrede zufrieden. Doch ich weiß noch genau, was meine Sitznachbarin damals zu mir sagte: „Komisch, ich wohne auch in Zarpen und ich war pünktlich hier. Denn ich habe bereits den Bus um 07:00 Uhr genommen.“

Ownership statt mit dem Finger auf andere zu zeigen

Auch heute muss ich noch häufig an diesen Moment denken. Denn er steht für mich symbolisch für die fortschreitend abnehmende Bereitschaft vieler Menschen, Verantwortung für Ihr Verhalten zu übernehmen. Finden Sie es nicht auch erstaunlich, wie gut manche Zeitgenossen darin geworden sind, die äußeren Umstände für ihre Resultate in sämtlichen Lebensbereichen verantwortlich zu machen? Wie selbstverständlich sie beginnen, aktiv Gründe zu suchen, warum etwas nicht geht? Und wie kreativ die Ausreden sind, die immer dann präsentiert werden, wenn etwas nicht geklappt hat? 

Die Rolle des Schuldigen wird dabei extrem großzügig verteilt. An die bösen Vorgesetzten, die undankbaren Mitarbeiter, die faulen Kollegen, die unprofessionellen Geschäftspartner bis hin zu den eigenen Eltern und Geschwistern. Und wenn das noch nicht reichen sollte, dann greift man direkt zu schwereren Kalibern und schiebt den schwarzen Peter auf die aktuelle Wirtschaftslage, die Politik, das Wetter oder die Tatsache, dass der Merkur gerade rückläufig ist. Alles und jeder ist für die eigenen Ergebnisse verantwortlich, nur man selber nicht. Und diese Entwicklung ist einer der Hauptgründe, warum so viele Menschen unzufrieden mit ihrem Leben sind.

Veränderung braucht Verantwortung

Denn was im Kleinen gilt, findet natürlich auch im Großen seine Anwendung. Man lebt ein Leben, dass im Grunde von anderen Menschen, dem Staat oder dem Arbeitgeber bestimmt, kontrolliert und gesteuert wird. Man verfolgt die Ziele anderer, erfüllt die Erwartungen anderer und verlässt sich darauf, dass sich andere schon um einen kümmern werden. Doch je mehr man sich in diese Abhängigkeit begibt, desto mehr entfernt man sich von den eigenen Träumen, Zielen und Erwartungen an das eigene Leben. Und das ist tragisch. 

Denn wie will man glücklich und zufrieden sein, wenn einem von Klein an andere Menschen sagen, wie man zu leben, was man zu tun und was man zu lassen hat? Wenn einen die eigenen Helikoptereltern schon als kleines Kind in Watte packen, einem jede schwierige Entscheidung abnehmen und den Alltag komplett mikromanagen? Wenn einem in der Schule jegliche Individualität und Kreativität abtrainiert wird, damit man als funktionierendes Rädchen seinen Part in der Gesellschaft übernehmen kann? Wenn der eigene Job nur aus dem stupiden Abarbeiten von Anweisungen besteht und der Staat mittlerweile bis in die privatesten Ecken des Lebens vorgedrungen ist und uns detailliert vorschreibt, wie wir leben sollen, was wir essen dürfen und wie wir uns generell zu verhalten haben?

Sicherheit ist nur eine Illusion 

Und hier kommt das Kuriose: Viele Menschen geben sich dieser vermeintlichen Sicherheit nur allzu gerne hin, denn wenn andere für einen das eigene Leben bestimmen, dann muss man eben auch keine schwierigen Entscheidungen treffen, keine Risiken eingehen oder Lösungen für auftretende Probleme finden. Doch dieser Zustand der Bequemlichkeit ist trügerisch, denn je mehr man sich in eine solche Form der Abhängigkeit begibt, desto mehr entfernt man sich von den eigenen Bedürfnissen, Zielen und Träumen. 

Und ehe man sich versieht, hat man komplett resigniert und arrangiert sich damit, dass ein erfülltes Leben nur für eine privilegierte Minderheit möglich ist, während man selbst nur noch funktioniert, sich von Urlaub zu Urlaub rettet und die Abende damit verbringt, sich erschöpft von Soap Operas in der Glotze berieseln zu lassen.

Klingt diese Vorstellung für Sie genau so abschreckend wie für mich? Dann möchte ich Sie gerne für die einzig mögliche Alternative begeistern, nämlich die volle und umfängliche Verantwortung für Ihr Leben zu übernehmen. Für die guten Dinge, wie auch die schlechten. Für Ihre Erfolge, aber auch die Niederlagen. Für die Ereignisse, die Sie selber herbeigeführt haben, aber auch für diejenigen, für die Sie nicht wirklich etwas konnten. 

Ownership als generelles Prinzip im Leben

Je eher Sie die Karten akzeptieren, die Ihnen das Schicksal zugeteilt hat, desto eher können Sie sich auf die Strategie konzentrieren, mit denen Sie Ihr Blatt spielen wollen. Die bewusste und unumstößliche Entscheidung, die volle Verantwortung für Ihre Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zu übernehmen ist die absolute Grundvoraussetzung für ein Leben, das von Bedeutung, Sinn und Erfüllung geprägt wird. Ist es ein einfach? Natürlich nicht. Je nachdem, vom welchem Ausgangspunkt Sie starten, werden Sie mit kleineren oder größeren Rückschlägen rechnen müssen. 

Alte Gewohnheiten und unbewusste Prägungen können nun mal extrem hartnäckig sein. Sie werden zweifeln, unsicher sein und oftmals in Versuchung geraten, lieber doch mit dem Finger auf jemand anderen zu zeigen, dem Sie die Schuld für Ihre Situation zuschieben können. Aber es lohnt sich ungemein, durchzuhalten. Denn schon nach kurzer Zeit werden Sie eine dramatische Zunahme an persönlicher Freiheit, beruflicher Erfüllung und einer generellen Unabhängigkeit erleben. Und es gibt wahrscheinlich nichts Schöneres als das intensive Gefühl, das sich automatisch einstellt, wenn Sie Ihre innere Mitte gefunden haben und ein Leben im Einklang mit Ihren Träumen, Werten und Bedürfnissen führen.

Doch genug der Worte. Es ist Zeit, in die Umsetzung zu kommen. Sind Sie bereit, die Entscheidung zu treffen, die volle Verantwortung für Ihr Leben zu übernehmen? Und sind Sie bereit, auf dem nachfolgenden Weg einmal mehr aufzustehen als hinzufallen? Wunderbar, denn diese Wahl kann ich Ihnen nicht abnehmen. Was ich aber kann, ist Sie auf Ihrem individuellen Weg zu mehr Balance und Erfüllung bestmöglich zu begleiten. Und als Startpunkt für diese Reise schlage ich meine norddeutsche Heimat vor.

Rüm Hart – Klaar Kiming – Die perfekte Metapher für Ownership

Das perfekte Motto für das Thema Verantwortung kommt nämlich aus Schleswig-Holstein. Der Region zwischen Nord- und Ostsee, wo man mit dem Nachbarn einen Klönschnack hält, das Wort „Moin“ als universelle Grußformel verwendet wird und man erst von einem echten Sturm spricht, wenn die Schafe keine Locken mehr haben. Das Motto, von dem ich spreche, heißt „Rüm Hart – Klaar Kiming“ und wird den nordfriesischen Kapitänen zugesprochen, die vor hunderten von Jahren ihre Schiffe durch raue Meere, hohe Wellen und schwere Unwetter steuern mussten. Übersetzt bedeutet es so viel wie „Weites Herz – Klarer Horizont“. Das Wort Kiming leitet sich dabei von der Kimme ab, welche die Linie zwischen Meer und Himmel bezeichnet und seit jeher als magischer Ort gesehen wurde, der für Fernweh, Offenheit und Entdeckergeist steht.

Und ist es nicht genau das, was wir aktuell im persönlichen Alltag, im Business, ja im ganzen Leben am meisten brauchen? Auf der einen Seite Vertrauen, Transparenz und Empathie im Umgang mit den Menschen um uns herum. Und auf der anderen Seite eine klare Vision, der Blick über den Tellerrand und die permanente Offenheit, neue Erfahrungen zu machen. Würden Sie mir zustimmen, dass die Welt keine weiteren Besitzstandswahrer benötigt, die ihr Ego in den Mittelpunkt stellen, sich an der Vergangenheit festklammern und versuchen, mit einer bequemen „Weiter So“-Strategie ihren persönlichen Vorteil zu maximieren? 

Ich habe dazu eine klare Meinung und behaupte, dass wir in der aktuellen Zeit vor allem Menschen brauchen, welche die Sehnsucht auf neue Horizonte in sich tragen, aber niemals vergessen, wo sie herkommen. Die sich nicht auf den Erfolgen der Vergangenheit ausruhen, sondern rechtzeitig die Segel zu neuen Ufern setzen. Die neue Denkweisen, Ideen und Wege nicht als Bedrohung ansehen, sondern als großartige Chance, noch besser zu werden, zu wachsen und die eigenen Ziele zu erreichen. Die Verantwortung nicht nur für sich selber, sondern für ihre gesamte Crew übernehmen. 

Die Voraussetzung, um das Motto „Rüm Hart – Klaar Kiming“ jeden einzelnen Tag leben zu können, ist die Klarheit. Darüber, wo Sie herkommen, wo Sie warum und aus welchen Gründen hinwollen, und natürlich auch, wie mögliche Wege dorthin aussehen könnten. Die wertvollsten Antworten erhalten Sie, wenn Sie ein weites, warmes Herz mit einem scharfen Verstand kombinieren. Wenn Sie offen für neue Ideen, Meinungen und Ansätze sind und gleichzeitig auf kraftvolle Werte, positive Überzeugungen und ein positives Mindset zurückgreifen können. Ich möchte Sie daher an dieser Stelle einladen, ein wenig über Ihre innersten Bedürfnisse, Ihre mutigsten Ziele und über Ihre verrücktesten Träume zu reflektieren. Je größer Ihre Klarheit, desto leichter wird Ihnen der nächste Schritt fallen, nämlich bewusste und vollumfänglich Ownership für die folgenden Bereiche zu übernehmen:

Ihre aktuelle Lebenssituation

Egal, wo Sie heute stehen, wie zufrieden Sie sind und wie hart Ihnen das Leben eventuell mitgespielt hat. Sobald Sie sich entscheiden, sich nicht länger als Opfer der äußeren Umstände zu definieren, sondern Verantwortung für den Status Quo zu übernehmen, eröffnen sich Ihnen plötzlich ganz neue Gestaltungsmöglichkeiten. 

Ihren Erfolg

Die vielleicht wichtigste Frage, die Sie sich stellen sollten, lautet: „Was bedeutet Erfolg für mich?“ Die große Masse folgt nämlich den Suggestionen der Medien, der Influencer auf Social Media oder den Botschaften der Werbeindustrie, dass Erfolg automatisch mit Schneller-Höher-Weiter, mit Luxusklamotten, teuren Autos und dem permanenten Streben nach Geld, Status und Macht gleichzusetzen sei. Wenn Sie genau davon träumen, ist das ganz wunderbar. 

Sollten Sie jedoch feststellen, dass Sie von Ihrem Leben etwas ganz anderes erwarten, dann lösen Sie sich so schnell wie möglich von diesen Definitionen. Nicht jeder muss eine Millionärin, ein Superstar oder eine erfolgreiche Unternehmerin werden. Denken Sie immer dran: Es ist Ihr Leben und nur Sie stellen die Regeln auf. Insbesondere, wenn es um Ihre ganz persönliche Definition von Erfolg geht. Der einzige Gradmesser, den ich Ihnen empfehle, ab sofort anzuwenden, ist folgende Frage: „Bin ich glücklich?“ Nichts anderes zählt nämlich.

Ihre Werte

Werte sind mein absolutes Lieblingsthema. Weil ich um ihre Kraft weiß. Weil sie die Bemessungsgrundlage für sämtliche Entscheidungen sind. Und weil unser tägliches Verhalten immer ein direkter Spiegel unserer wichtigsten Werte ist. Es lohnt sich also, die eigenen Kernwerte sehr bewusst festzulegen und zu definieren. Und zwar nicht, weil diese gerade „in“ sind, gesellschaftliche Akzeptanz besitzen oder für ein bestimmtes soziales Umfeld wünschenswert wären. 

Dies führt auf Dauer nur zu Frustration, Unzufriedenheit und dem nagenden Gefühl, sich immer weiter von sich selbst zu entfernen. Wenn Sie hingegen die volle Verantwortung für die für Sie wirklich wichtigen Werte übernehmen, dann kommunizieren Sie nicht nur kongruent, sondern haben einen unfehlbaren Kompass an Ihrer Seite, der Ihnen stets treue Dienste leisten wird.

Ihre Ziele und Träume

Wie viele Menschen in ihrem Umfeld kennen Sie, die ihren Beruf nur ergriffen haben, weil ihre Eltern es so wollten? Die ihre Karriere als Rechtsanwalt, Zahnarzt oder Industriekauffrau nur eingeschlagen haben, weil es in der Familie schon immer Tradition war? Und die zutiefst unglücklich sind, weil sie viel lieber Koch, Künstlerin oder Schauspielerin wären? Doch die eigenen Ziele und Träume in der Schublade zu verstauen, nur um die Erwartungen anderer zu erfüllen, führt zwangsläufig zu einem Leben im seelischen Niemandsland. 

Man ist nicht wirklich unglücklich, aber eben auch nicht glücklich. Das ehemals lodernde innere Feuer ist erloschen und statt leidenschaftlich zu leben, funktioniert und existiert man nur noch. Doch zum Glück ist es niemals zu spät, und Sie können jederzeit die Entscheidung treffen, ab sofort die volle Verantwortung für Ihre Ziele und Träume zu übernehmen. 

Veränderung gestalten – Ohne Ownership wird’s nichts

Und es gibt noch weitere Bereiche, für die Sie genau das Gleiche tun sollten. Für Ihre Überzeugungen, Ihre Strategien, Ihre Entscheidungen, Ihre Gedanken, Ihre Gesundheit, Ihre Finanzen, Ihre Beziehungen, Ihre Kommunikation, Ihre Karriere und natürlich für Ihre Zukunft. Und ja, ich bin mir bewusst, dass dies eine ganze Menge auf einmal ist. Lassen Sie mich Ihnen den möglicherweise entstehenden Druck daher am besten gleich nehmen. Sobald Sie nämlich die Verantwortung für Ihr Leben übernehmen, geschieht etwas Faszinierendes, ja fast schon magisches. Sie werden nämlich ein ungeahntes Gefühl von persönlicher Freiheit spüren. Weil Ihre inneren Werte plötzlich im Einklang mit Ihrem äußeren Verhalten sind. Weil Sie sich von externen Erwartungen lösen und auf Ihre eigenen Bedürfnisse hören. Weil Sie auf einmal, ein Leben führen, dass diesen Namen auch wirklich verdient. Und ist es nicht genau das, worum es jeden einzelnen Tag geht?

Never Normal statt New Normal: Warum die Zukunft riesige Chancen bietet

Haben Sie schon mal vom Never Normal gehört? Nein, dann lesen Sie jetzt unbedingt weiter. Wir leben in Zeiten, in denen permanente Veränderung das New Normal – das neue Normal – geworden ist. Diese Aussage hört man immer wieder. Kein Wunder, denn der Wandel sowohl in der Arbeitswelt, als auch in der Gesellschaft wird immer schneller, unberechenbarer und insbesondere intensiver. Und auch wenn an der Vorstellung des New Normal eine Menge dran ist, so greift die Beschreibung der neuen Normalität doch zu kurz. Warum das so ist, und wie ich die aktuellen Zeiten der Veränderung stattdessen beschreiben würde, erfahren Sie in diesem Artikel.

New Normal – Der Wunsch nach Stabilität im Chaos

Wenn Sie schon einmal einen Roadtrip durch den Norden Amerikas gemacht haben, dann sind Sie südlich von Chicago möglicherweise durch meine absolute Lieblingsstadt gefahren. Diesen Status hat der 52.736 Einwohner zählende Ort nicht etwa durch seine Architektur, sein kulturelles Angebot oder eine erfolgreiche Baseballmannschaft erhalten. Vielmehr ist es der Name, der mich fasziniert, denn die Stadt heißt Normal.

Wie überall in den USA üblich steht am Ortsausgang ein Schild, dass die Gäste verabschieden soll. Der Text lautet: Leaving Normal. Kann es eine bessere Metapher für das Leben geben? Denn spätestens seit die COVID-19 Pandemie unsere gewohnten Regeln und Abläufe komplett durchgeschüttelt hat, sollte auch der Letzte verstanden haben, dass es so etwas wie eine Normalität nicht mehr gibt. Dafür sind die Krisen zu unberechenbar, die Veränderungen zu intensiv und die Notwendigkeit zur Anpassung zu dringend geworden. Eine Schlussfolgerung, die dann gerne gezogen wird, lautet dementsprechend auch: Welcome to the New Normal. Willkommen in der neuen Normalität.

Never Normal statt New Normal

Und ich kann das dahinterstehende Mindset durchaus verstehen, denn wir Menschen sehnen uns nun mal nach Beständigkeit, Routinen und gewohnten Abläufen. Nach all den Unsicherheiten der letzten Jahre lechzen wir danach, dass die Welt endlich wieder normal wird. Und wenn es schon nicht mehr ganz so wie früher sein kann, dann doch wenigstens in einer neuen Form, also einem neuen Normal.

Aber was wäre, wenn es nie wieder so wird wie früher? Was wäre, wenn 2019 nur noch eine Erinnerung an die gute, alte Zeit wäre? Was wäre, wenn die intensiven Veränderungen bleiben und zu einem Dauerzustand würden? Hier kommt eine große Idee: Vergessen Sie das Konzept des New Normal. Stattdessen möchte ich Ihnen eine alternative Botschaft vorschlagen:

Welcome to the Never Normal. Willkommen im Zeitalter, in dem nichts mehr normal ist.

Die Welt wird einfach nicht mehr so sein, wie wir es gewohnt waren. Was wir alle instinktiv spüren, belegen auch die aktuellen Studien. Laut einer McKinsey Umfrage unter 200 Organisationen in verschiedenen Branchen sagen 90% der Entscheider, dass die Art und Weise, wie das Business funktioniert, sich fundamental verändern wird. Auch unser Alltag lässt sich mit vielen Worten Beschreiben. Normal ist keines davon. Macht Ihnen der Gedanke daran Angst? Keine Sorge, Sie sind damit nicht alleine. Denn wenn Veränderungsvorhaben scheitern, egal ob im persönlichen Alltag oder im Job, dann selten, weil Menschen nicht bereit wären, neue Ideen zu akzeptieren. Es liegt vielmehr an der Angst davor, die alten loszulassen.

Das Zeitalter des Never Normal: Eine riesige Chance wartet

Ein guter erster Schritt, um das Zeitalter des Never Normal zu begrüßen wäre, den Glaubenssatz zu verlernen, dass Krisen immer gleichbedeutend mit Entbehrungen, Niedergang und riesigen Problemen wären. Denn in Zeiten der Veränderung gab es in der Geschichte schon immer Menschen, die erfolgreiche Unternehmen gegründet, bahnbrechende Erfindungen gemacht und außergewöhnliche Ideen entwickelt haben.

Jeff Bezos erkannte in den 1990er Jahren, dass die Welt durch die Verbreitung des Internets nie mehr so sein würde, wie vorher. Also kündigte er seinen gut bezahlten Job bei D.E. Shaw, zog nach Seattle und gründete einen virtuellen Buchladen, der heute als Amazon bekannt ist. Der Unternehmer Bodo Janssen traute sich während einer großen Krise seiner Hotelkette Upstalsboom entgegen allen Gepflogenheiten die Mitarbeitenden und den Faktor Sinn in den Mittelpunkt zu stellen und sorgte mit dem Paradigmenwechsel der stillen Revolution für einen Turnaround. Bekannte Marken wie Uber, Airbnb, WhatsApp oder Slack wurden während der Finanzkrise 2008 gegründet, und auch während der Corona Pandemie erblickten mehr Technologie-Start-ups das Licht der Welt als in den Jahren davor.

Die schlechteste Strategie in der Ära des Never Normal ist es, abzuwarten, zu zögern und zu hoffen, dass sich die Vergangenheit durch Zufall irgendwie in die Zukunft übertragen ließe. Obwohl Kodak der absolute Marktführer im Bereich der Fotografie war, setzte man lieber auf die Verbesserung des Farbfilms und überließ der Firma Logitech die Massenverbreitung der Digitalkamera.

Das Automobil wurde nicht von Kutschenbauern, der Personal Computer nicht von Schreibmaschinenherstellern und digitale Bezahlsysteme nicht etwa von Banken, sondern von den Handyproduzenten Telenor Mobil und Ericsson erfunden. Woran das liegt? Weil das Prinzip Hoffnung und das Festhalten an den Erfolgen früherer Jahre noch nie ein guter Berater waren. Weil man in Zeiten, die von intensiven Veränderungen geprägt sind, mit einem bequemen weiter so einfach keinen Blumentopf gewinnen kann.

Tschüss, New Normal. Moin Never Normal

Je eher Sie daher das Konzept des Never Normal nicht nur akzeptieren, sondern als Ihren größten Verbündeten umarmen, desto größer können Ihre Durchbrüche sein. Insbesondere in Krisen trennt die bewusste Anwendung des UnChange Mindsets die Spreu vom Weizen. Denn je stabiler und fester Ihre Wurzeln sind, desto flexibler können Sie im Denken und Handeln sein. Und je häufiger Sie den Fokus auf Chancen und Möglichkeiten richten, desto eher können Sie lernen, die bekannten Wege zu verlassen, und Dinge auszuprobieren, die sich vorher noch niemand getraut hat.

Einer meiner Lieblingsautoren ist James Patterson, dessen Bücher sich bis heute über 100 Millionen Mal verkauften. Doch sein Start ins Leben eines Schriftstellers lief eher suboptimal. Nachdem er seinen Job als Werbetexter in einer Agentur aufgab, um sich voll und ganz dem Schreiben zu widmen, verkauften sich nur knapp 10.000 Exemplare seines Debutromans The Thomas Berryman Number.

Eine mehr als dürftige Zahl. Also beschloss er, für sein nächstes Werk – den Thriller Along Came a Spider – mit den Konventionen der Buchbranche zu brechen und etwas vollkommen Neues zu probieren. Er wollte das Buch mit TV-Werbung einem breiten Publikum vorstellen. Die Antwort seines Verlags: „Auf keinen Fall. Zu teuer. Die Leser wollen keine Buchwerbung im Fernsehen erhalten.“

Doch Patterson gab nicht auf und produzierte die Werbespots mit seinem eigenen Geld. Die Qualität überzeugte auch den Verlag, der sich bereit erklärte, die die Hälfte der Kosten für die Kampagne zu übernehmen. War es ein mutiger Schritt? Definitiv. Noch nie wurde ein Buch im nationalen Fernsehen mit Anzeigen beworben. Es war eine Aktion jenseits der Normalität. Hat es sich gelohnt? Und wie. Das Buch kletterte zum Erscheinungstermin direkt auf Platz neun der New York Times Bestsellerliste, es wurden bis heute über fünf Millionen Exemplare verkauft und Along Came a Spider ist bis heute Pattersons erfolgreichstes Werk. Gleichzeitig war es der Startschuss für eine der bemerkenswertesten Karrieren in der Literaturgeschichte. Das Vermögen von James Patterson wird heute auf knappe 100 Millionen Dollar geschätzt und er veröffentlich jedes Jahr mehrere neue Bücher.

Embrace the Change – Umarmen Sie die Veränderung

Liebe Leserinnen und Leser dieses Blogs, in welchen Bereichen Ihres Lebens ist es an der Zeit, die bequemen Pfade zu verlassen, und jenseits der Normalität Spuren zu hinterlassen? Denn genau dort, in den unerforschten Gebieten des Never Normal liegen die größten Chancen. Wenn Sie sich entscheiden, Ihre unbewussten und limitierenden Glaubenssätze zu identifizieren und die Segel zu neuen Ufern zu setzen. Natürlich wird Ihnen der Wind dabei häufig direkt von Vorne ins Gesicht blasen.

Je mutiger Ihre Ideen sind, desto mehr wird man sie bekämpfen, belächeln oder sogar versuchen in die Ecke von realitätsfernen Spinnern zu drängen. Mein Lieblingsbeispiel ist ein Tweet des ehemaligen Siemens Chefs Joe Käser vom 8.11.2019, in dem er Elon Musk als „kiffenden Kollegen aus den USA bezeichnet, der von Peterchens Mondfahrt spricht“. Aber wenn es jemanden gibt, der das Konzept des Never Normal mit Haut und Haaren verinnerlicht hat, dann ist es der Visionär aus Südafrika.

Heute, vier Jahre nach dem Tweet ist das Tesla Modell Y der meistverkaufte PKW in Deutschland, Starlink versorgt viele Teile der Welt mit Highspeed Internet und Musks Raumfahrtfirma SpaceX hat nicht nur die NASA in Sachen Innovationsfähigkeit überholt, sondern führt auch längst kommerzielle Flüge ins Weltall durch.

Der größte Erfolgsfaktor des Never Normal Zeitalters

Denken Sie immer dran. Es ist Ihr Leben. Und nur Sie bestimmen, wie Sie es leben, welche Ziele Sie erreichen und welche Träume Sie in die Tat umsetzen wollen. Wichtig dabei ist, dass Sie die richtige Balance finden. Denn natürlich ist nicht alles Neue automatisch gut. Und nicht alles ist per se schlecht. Aus diesem Grund ist jedes Veränderungsvorhaben auch immer ein wenig wie der berühmte Ritt auf der Rasierklinge.

Auf der einen Seite sollten wir uns immer wieder fragen, was gut funktioniert, sich bewährt hat und wir es daher bewahren wollen. Und gleichsam sollten wir nie die Bereitschaft verlieren, Prozesse, Ziele, Strategien und insbesondere uns selber radikal auf den Prüfstand zu stellen und einer bewussten Disruption zu unterziehen. Das Zauberwort ist dabei das Wort bewusst. Denn dies ist der entscheidende Erfolgsfaktor, der in unsicheren und stürmischen Zeiten dafür sorgt dass Dinge geschehen werden, von denen andere Menschen nicht einmal zu träumen wagen.

Denn wenn Bewusstheit in Ihr Leben Einzug erhält, dann sind Sie nicht nur in der Lage, Ihre unbewussten Eisberge zu durchbrechen, sondern Ihre Lebensqualität dramatisch zu erhöhen. Weil Sie der Beliebigkeit Lebewohl sagen. Weil Sie Ihrem Umfeld Orientierung bieten. Und weil Sie nur noch mit Intention (also bewusst) kommunizieren und wirken. Hier kommt eine weitere große Idee in diesem Artikel: Bewusstheit schlägt alles.

Bewusstheit sorgt für Orientierung im Never Normal

Bewusstheit schlägt alles. Ja, wirklich alles. Andere mögen schlauer, schneller oder talentierter sein. Wenn Sie mit der richtigen Intention an Ihre Aufgaben gehen, werden Sie immer den berühmten Schritt vorne sein. Weil nichts eine derart große Kraft besitzt, wie die richtige Intention. Weil Sie nicht länger zufällig, beliebig und belanglos agieren, sondern jedem einzelnen Moment Ihres Lebens eine konkrete Bedeutung geben. Das gilt für die kleinen Situationen des Alltags, besonders aber für die großen Herausforderungen in Zeiten des Never Normal. Warum?

· Bewusstheit sorgt für Klarheit
· Bewusstheit stärkt Ihr Selbstbewusstsein
· Bewusstheit eliminiert Zweifel
· Bewusstheit knüpft ein unsichtbares Band zwischen zwei Menschen
· Bewusstheit schafft Gewissheit
· Bewusstheit erzeugt positive Gefühle
· Bewusstheit ersetzt Belanglosigkeit durch Bedeutung
· Bewusstheit sorgt für den richtigen Fokus
· Bewusstheit motiviert
· Bewusstheit ist wichtiger als alle Techniken, Methoden und Prozesse zusammen
· Bewusstheit durchbricht Ihre ganz persönlichen Eisberge

Je nachdem, von welchem Ausgangspunkt Sie starten, bedeutet es natürlich ein wenig Arbeit, die Wurzel der Bewusstheit in den Mutterboden Ihres Mindsets wachsen zu lassen. Aber je häufiger Sie bewusst denken, entscheiden, kommunizieren und handeln, desto eher durchbrechen Sie die unbewusste Selbstsabotage und entwickeln positive Automatismen. Und dann geschieht etwas Spannendes, ja fast schon Magisches.

Sie werden all das mit einer großen Portion Gelassenheit und Leichtigkeit angehen. Sie werden nicht nur außergewöhnliche Ergebnisse erzielen, ein Leben mit Bedeutung führen und Spuren auf den Wegen jenseits der Normalität hinterlassen. Ich könnte es nie so gut formulieren wie der Lyriker Walt Whitman, der es mit folgendem Satz auf den Punkt brachte: „Im Walde zwei Wege boten sich mir dar und ich ging den, der weniger betreten war – und das veränderte mein Leben.“ Dem ist nichts hinzuzufügen.

Niemand gewinnt alleine: Erfolgsfaktor Teamspirit 

Niemand gewinnt alleine. Seit vielen Jahren weise ich immer wieder auf den Erfolgsfaktor Teamspirit hin, wenn es um die aktive Gestaltung der Zukunft und die dafür notwendige Umsetzung von Change Management geht. Doch was in der Theorie regelmäßig zu nickender Zustimmung führt, sieht in der Praxis dann doch ganz anders aus. Es ist also an der Zeit, dass ich mich in einem Artikel dem Erfolgsfaktor Teamspirit widme, und diesen von verschiedensten Seiten beleuchte. Dabei wünsche ich Ihnen viel Freude und Inspiration.
 

Alles verändert sich, nichts bleibt gleich

Als Keynote Speaker habe ich das große Vergnügen, regelmäßig auf spannende Konferenzen und Kongresse eingeladen zu werden. Da ich häufig am Ende eines solchen Events spreche, ergibt sich ab und zu die Gelegenheit, dass ich auch meinen Vorrednern noch lauschen kann. Dies ist für mich Trendscouting pur, und ich fülle zu diesen Gelegenheiten ganze Notizbücher mit meinen Gedanken, Ideen und Plänen. Alleine in den letzten sechs Monaten habe ich faszinierende Vorträge über künstliche Intelligenz, Augmented Reality, Elektromobilität, den Einsatz von Drohnen, die Abwehr von Drohnen, Cyberkriminalität, Cybersecurity, Sprachsteuerung und die Zukunft der Robotertechnik erleben dürfen. 
 
Obwohl die Meinungen dabei sehr unterschiedlich sind, zieht sich ein roter Faden durch die Prognosen sämtlicher Experten: Wir stehen gerade erst am Anfang von technischen Entwicklungen, die unser Leben dramatisch verändern werden. Schon längst gibt es für alles eine App, der Alltag wird über unsere Smartphones gesteuert, und immer mehr Prozesse werden von künstlicher Intelligenz übernommen. Es fasziniert mich, was heute bereits möglich ist, und ich denke mit einer fast schon kindlichen Freude an all die Chancen und Möglichkeiten, die sich in der näheren Zukunft bieten werden.
 
Doch wo Licht ist, da ist immer auch Schatten, und bei vielen Menschen habe ich den begründeten Verdacht, dass ihnen die Technik das Leben nicht mehr erleichtert, sondern dass Sie zu Sklaven ihrer diversen Maschinen geworden sind. Sie sind vierundzwanzig Stunden am Tag, sieben Tage die Woche und zweiundfünfzig Wochen im Jahr erreichbar und checken selbst im Familienurlaub alle zehn Minuten ihre Mails. Und haben Sie nicht auch schon eine Szene erlebt, in der zwei Menschen über eine Stunde gemeinsam im Café sitzen und nicht ein Wort miteinander sprechen, sich aber permanent WhatsApps oder SMS (Okay, SMS eher weniger, denn dieses Medium nutzt heute niemand mehr, oder?)  per Smartphone schicken? 
 

Mensch gegen Maschine: Wer gewinnt den Kampf?

Für die Zukunft stellt sich daher eine entscheidende Frage: Wird der Mensch in seiner Wichtigkeit von Maschinen abgelöst werden? Meine Prognose lautet wie folgt (Die ausführliche Antwort finden Sie in meinem Artikel Mensch gegen Maschine – Der wichtigste Erfolgsfaktor im Change Management): Auf keinen Fall. Wir werden zwar in einer Welt leben, die von Technik und Maschinen erleichtert, nicht aber dominiert wird. Was meine ich damit? Keinesfalls, dass der digitale Fortschritt nicht genau so rasant voranschreitet wie bisher. 
 
Ganz im Gegenteil, ich erwarte sogar noch eine Zunahme der Schlagzahl. Doch der entscheidende Faktor, den viele Zukunftsexperten gerne vergessen, ist der Mensch mit seinen einmaligen Potenzialen und Fähigkeiten. Bei aller Digitalisierung, Disruption und technischem Fortschritt behaupte ich, dass es in der Zukunft vor allem auf die Menschen ankommen wird. Sicherlich, Roboter, künstliche Intelligenz und technische Innovationen werden die Art wie wir leben, lieben und arbeiten in den kommenden Jahren heftig durchschütteln. 
 

Erfolgsfaktor Teamspirit: Der Mensch im Mittelpunkt 

Aber bei aller Wichtigkeit dieser Entwicklung sind wir alle menschliche Wesen und sehnen uns nach Nähe, Austausch und persönlicher Kommunikation. Lassen Sie mich den Satz daher noch einmal wiederholen:
 
In der von Digitalisierung, Disruption und technischem Fortschritt geprägten Zukunft wird der Mensch der wichtigste Erfolgsfaktor sein.
 
Das hat gleich mehrere Auswirkungen. Die Qualität ihres Teams wird maßgeblich darüber entscheiden, wie es um Ihr generelles Glück und Ihre Zufriedenheit bestellt ist. Und im beruflichen Rahmen sind Ihre Mitarbeiter, Kollegen und Teammitglieder nicht nur der Garant für exzellente Qualität und herausragende Ergebnisse, sondern vor allem der größte Differenzierungsfaktor im immer härter werdenden Wettbewerb. Es menschelt also endlich wieder. Und das finde ich so richtig gut. Lassen Sie uns daher in diesem Artikel die Perspektive auf den Erfolgsfaktor Teamspirit richten. Weg von persönlichen Motiven, hin zu gemeinsamen Erfolgen. Weg von harten Anstrengungen als Einzelkämpfer hin zu erfolgreichem Teamwork. Weg vom Ich und hin zum Wir. Haben Sie Lust? Dann lassen Sie uns loslegen. Und zwar gemeinsam, denn wie sagte schon der brasilianische Fußballstar Pele: „Der einzige Weg, um zu gewinnen, ist als Team!“ Oder wie die Überschrift dieses Artikels lautet: Niemand gewinnt alleine.
 

Niemand gewinnt alleine, oder: das Team ist heilig

Lappland. Minus zwölf Grad. Die gleißende Sonne blendet und ich spüre, wie ein unvergesslicher Glückshormoncocktail durch meinen Körper fließt. Vor mir ziehen acht wunderschöne Huskys meinen Schlitten, der scheinbar schwerelos durch die majestätische Tundra gleitet. Noch mehr als die atemberaubende Landschaft fasziniert mich der Teamspirit der Schlittenhunde. Weil es zwar eine ganz eindeutige Hierarchie im Rudel gibt, jeder einzelne Husky jedoch weiß, dass sie nur gemeinsam als Team erfolgreich sein können. 
 
Jedes Tier bringt seine individuellen Stärken ein, lernt von seinen Teamkollegen und springt bedingungslos in die Bresche, falls einer der anderen mal eine kurze Schwächephase hat. Wir Menschen können uns da eine Menge abgucken, insbesondere welche kraftvolle Energie entsteht, wenn individuelle Persönlichkeiten an ihrem Platz Verantwortung übernehmen, aber gleichzeitig zusammenarbeiten, sich gegenseitig unterstützen und gemeinsam wirken.
 
Wenn ich in den letzten Jahren eines gelernt habe, dann ist es die Kraft eines motivierten, kompetenten und zuverlässigen Teams. So sehr ich an die Wichtigkeit des Individuums glaube, ohne die richtigen Menschen um uns herum, sind wir alle nur halb so erfolgreich. Es spielt keine Rolle, wie gut Sie oder ich sind, einen Satz sollten Sie niemals vergessen, und ihn sich am besten gut sichtbar an ihrem Schreibtisch aufhängen:
 
Niemand gewinnt alleine!
 

Definition Teamspirit: Gemeinsam erfolgreich sein

Niemand gewinnt alleine. Niemand, und wirklich niemand ist dauerhaft in der Lage, als Einzelkämpfer Erfolg zu haben. Befinden sich hingegen die richtigen Menschen in unserem Team, dann lernen wir voneinander, wachsen gemeinsam und unterstützen uns gegenseitig. Und nur, dass wir uns hier richtig verstehen, man ist noch lange kein Team, nur weil man sich ein Büro teilt, an einem gemeinsamen Projekt arbeitet, oder im gleichen Unternehmen tätig ist (Möglicherweise kennen Sie ja auch die typische Übersetzung von Team: Toll. Ein. Anderer. Macht´s.). 
 
Nein, ein Team ist etwas ganz Anderes. Es ist mehr als die Summe der einzelnen Teile. In einem echten Team ist jeder für die anderen Teammitglieder bedingungslos da, weil man sich einer gemeinsamen Vision verschrieben hat und gleichzeitig jeder an seinem individuellen Platz Verantwortung übernimmt.
 
Nur ein Team gibt gewöhnlichen Menschen die Möglichkeit, außergewöhnliche Ergebnisse zu erzielen.
 
Und selbst die vermeintlichen Superstars sind ohne ihr Team vollkommen aufgeschmissen. Der von mir sehr geschätzte Michael Schumacher brauchte in seiner Blütezeit als Formel-1-Weltmeister sein Mechanikerteam wie die Luft zum Atmen. Leo Messi kann in der argentinischen Nationalmannschaft nur deshalb glänzen, weil ihm Kollegen den Rücken freihalten. Und selbst der große Richard Branson ist mit seinen über 260 Unternehmen nur deshalb so erfolgreich, weil er die Mitarbeiter in den Mittelpunkt seiner Anstrengungen stellt. Und diese zahlen es ihm mit Einsatz, Leistung und Leidenschaft doppelt und dreifach zurück.
 

Ohne Team geht es einfach nicht

Auf den Punkt gebracht: Die Menschen mit denen Sie sich jeden Tag umgeben sind Ihr größtes Faustpfand und gleichsam Ihr größter Erfolgsfaktor auf dem Weg in eine von Veränderung und Unsicherheit geprägte Zukunft. Das Team ist heilig. Sowohl im Business, als auch im Leben. Es sind ihre Freunde, Kollegen, Geschäftspartner und Familienmitglieder. Denn Sie können als individuelle Persönlichkeit nur dann wachsen, erfolgreich sein und ein selbstbestimmtes Leben führen, wenn Sie sich in einem Umfeld bewegen, das von gegenseitigem Lernen, Wertschätzung und Vertrauen geprägt ist. Für die Unternehmen gilt übrigens exakt das gleiche.
 
Ich kann es gar nicht oft genug betonen. Im Zeitalter der Digitalisierung und der damit einhergehenden globalen Vernetzung ist der Erfolgsfaktor Nummer eins mit weitem Abstand die Qualität ihres Inner Circle, also den Menschen, mit denen Sie regelmäßig und intensiv Kontakt haben. Und genau aus dem Grund hat das gute alte Zitat von Speakerlegende Jim Rohn auch heute immer noch Bestand: „Du wirst so wie der Durchschnitt der fünf Menschen, mit denen Du Deine meiste Zeit verbringst.“
 
Das gilt im Großen, aber auch im Kleinen, denn wir adaptieren sowohl die Strategien, Einstellungen und Denkmuster unserer wichtigsten Bezugspersonen, als auch ihr Mindset, ihre Lieblingswörter und ihre Gewohnheiten. Das bedeutet konkret, dass es einfach einen riesigen Unterschied macht, mit welchen Menschen Sie sich umgeben. Ob ihre besten Freunde frustrierte Zyniker sind, die den ganzen Tag auf der heimischen Couch RTL 2 Sendungen schauen, und sich in einer Spirale aus Negativität, Gleichgültigkeit und Mittelmaß gegenseitig herunterziehen. Oder ob Sie sich mit erfolgreichen Menschen umgeben, die produktive Werte für die Gesellschaft schaffen und dabei ihre Mitmenschen mit Positivität, Leidenschaft und visionärem Denken anstecken.
 

Umgeben Sie sich mit positiven Menschen

Egal, wie ihre konkreten Ziele aussehen, umgeben Sie sich mit Menschen, die sich bereits dort befinden, wo Sie hinwollen. Ich orientiere mich dabei gerne an dem alten Wahlspruch „Wenn Du der klügste Mensch im Raum bist, dann such Dir einen neuen Raum“. Und ich gehe sogar noch weiter, denn ich habe festgestellt, dass es immer zwei Kategorien von Mitmenschen gibt. Da sind diejenigen, die Sie bremsen, ihnen ihre Träume ausreden wollen, und denen Sie es niemals recht machen können. 
 
Von denen Sie Sätze wie die folgenden hören: „Schmink Dir das lieber ab“, „Lass es lieber bleiben“ oder „Das mag ja bei anderen klappen, aber doch nicht bei Dir“. Die Begründung wird dann meist gleich mitgeliefert und sie lautet meist wie folgt: „Du bist zu alt, zu jung, zu dick, zu dünn, zu groß, zu klein, zu arm, zu unerfahren, zu laut, zu bunt, zu anders oder zu was auch immer.“ Ich würde mir daher wünschen, dass Sie den folgenden Satz nie mehr vergessen: Sie sind immer zu irgendwas für irgendwen.
 
Je eher Sie verstehen, dass Sie es sowieso niemals allen recht machen können, und dass es immer Menschen geben wird, die auch am sonnigsten Himmel nach einer dunklen Wolke suchen, desto förderlicher wird es für ihr persönliches Wohlbefinden sein. Ignorieren Sie die Miesepeter, Nörgler und Besserwisser also am besten gleich und konzentrieren sich stattdessen auf die zweite Kategorie. Das sind die Menschen, die Sie in Ihrer persönlichen Einzigartigkeit unterstützen. 
 
Die Sie so akzeptieren wie Sie sind. Mit allen Stärken und Schwächen. Die ihnen zwar auch kritisches Feedback geben, Sie aber grundsätzlich bei all ihren Vorhaben unterstützen und Sie bedingungslos ermutigen. An denen Sie sich reiben und mit denen Sie gemeinsam wachsen können. Oder auf den Punkt gebracht: Menschen, die ihnen einfach gut tun. Ich selber habe dieses Konzept in den letzten Jahren sehr konsequent, ja fast schon radikal angewendet. 
 
Weil ich weiß, wie kostbar unsere Lebenszeit ist, möchte ich sie nur mit positiven, lebensbejahenden und wertschätzenden Menschen verbringen. Mein Inner Circle (a.k.a. Team) ist daher handverlesen, und ich bin extrem dankbar, dass ich so tolle Freunde, Kollegen und Partner an meiner Seite habe.
 

Erfolgsfaktor Teamspirit: Wie sieht Ihr Inner Circle aus?

Wie ist es um Ihr Team bestellt? Was, darüber haben Sie sich noch niemals bewusst Gedanken gemacht? Dann wird es aber Zeit, sich einen Inner Circle aufzubauen, mit dem Sie gemeinsam die Zukunft bei den Hörnern packen können. Starten Sie am besten mit einer sorgfältigen Bestandsaufnahme. Umgeben Sie sich hauptsächlich mit positiven Menschen, die Sie so akzeptieren wie Sie sind und Sie auf dem Weg zu Ihren Zielen, Träumen und Visionen unterstützen? 
 
Wenn ihre Antwort ja lautet, dann ist dies mehr als großartig. Die Wahrscheinlichkeit ist jedoch recht hoch, dass Sie in ihrem direkten Umfeld auch so einige Exemplare der bereits beschriebenen Energievampire finden werden. Menschen, die sich akribisch auf die Suche nach dem einzelnen Haar in der schmackhaften Suppe machen, ihnen vorschreiben wollen, wie Sie zu leben haben und ihnen Kraft, Mut und Energie absaugen, wie es ein ganzer Schwarm hungriger Moskitos nicht besser könnte.
 
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Feuern Sie die Energievampire, Zyniker und negativen Menschen

Wie es für jeden Fußballtrainer eine Selbstverständlichkeit ist, seine Elf vor der Saison so perfekt zusammenzustellen, dass die Saisonziele bestmöglich erreicht werden können, so sollten auch Sie Ihr Team, die Menschen in ihrem Umfeld und ihren inneren Zirkel ganz bewusst auswählen. Ihre Motivation, Leidenschaft und Denkweise wird es ihnen danken. Feuern Sie die Zyniker, Besserwisser und Energievampire möglichst noch heute. Umgeben Sie sich stattdessen mit positiven Menschen, Weltenbewegern und Möglichkeitsdenkern, die Sie so nehmen wie Sie sind und Sie beim Erreichen ihrer Ziele unterstützen. 
 
Und nur, dass wir nichts schönreden, dieser psychische Hygieneprozess kann durchaus schmerzhaft sein, denn viele der besonders toxischen Zeitgenossen tummeln sich schon lange in unseren Leben. Aber erstens ist dieser Schritt unbedingt notwendig, wenn Sie ein glückliches und zufriedenes Leben führen wollen, und zweitens gibt es so viele tolle Menschen da draußen, die nichts lieber tun würden, als den Platz an ihrer Seite einzunehmen.
 

Zwei Wege, um ein erfolgreiches Team zusammenzustellen

Aber wie gelingt es nun am besten, die Menschen in ihr Leben zu ziehen, die perfekt in Ihr Team passen würden. Grundsätzlich geschieht dies auf zwei verschiedene Arten. Zum einen können Sie diese Auswahl sehr bewusst treffen. Wer inspiriert Sie, ist ein Vorbild oder ist bereits dort, wo Sie noch hinmöchten? Suchen Sie nach Wegen, mit diesen Menschen in Kontakt zu kommen, aber tun Sie das bitte niemals mit einer Anspruchshaltung. Erfolgreiche Menschen geben zwar in der Regel sehr gerne, haben aber meist wenig Zeit und noch weniger Lust, dass ihre Gehirne und Herzen von Unbekannten angezapft werden. Fragen Sie sich stattdessen: „Was kann ich für diese Menschen tun, wie kann ich ihnen behilflich sein oder wie kann ich sie unterstützen?“  Entscheidend ist dabei die Reihenfolge. Erst einmal geben, ohne etwas dafür zu erwarten. So entsteht eine Beziehung, die dann wachsen und sich sogar zu tiefen Freundschaften entwickeln kann.
 
Der zweite Weg, eine Vielzahl von positiven, lebensbejahenden und wertschätzenden Menschen in ihren inneren Zirkel zu ziehen ist das stete persönliche Wachstum. In jeder einzelnen Entwicklungsstufe wird sich ihr Umfeld entsprechend anpassen. Sie werden neue Freunde, Kollegen und Geschäftspartner anziehen, während alte sich verabschieden.Das ist der Lauf der Dinge, und ich bin immer wieder fasziniert, wie stark das innere Wachstum und das äußere Umfeld korrelieren. 
 

Gelebter Teamspirit: Andere Menschen groß machen

Doch ob Sie sich nun aktiv auf die Suche nach einem Team machen, der Sie in ihrer Einzigartigkeit und ihrem ganz individuellen Weg unterstützt, oder ob dies als Resultat ihrer Persönlichkeitsentwicklung geschieht, ich empfehle ihnen, den Blick nicht nur in der Einbahnstraße von innen nach außen zu richten und sich nur mit Menschen zu umgeben, die ihnen vermeintlich nutzen können. 
 
Machen Sie einen Unterschied. Behandeln Sie ihr Umfeld wertschätzend und achtsam. Seien Sie für Ihre Freunde, Kollegen und Geschäftspartner da. Und vor allem: Machen Sie die Menschen groß. Fungieren Sie als Mutmacher und seien Sie das Licht in einem häufig doch eher dunklen Alltag. Oder auf den Punkt gebracht: Machen Sie andere Menschen groß und Sie werden selber größer.
 
Nicht nur werden Sie durch diese Haltung viele spannende Persönlichkeiten in ihren Inner Circle ziehen, sondern zusätzlich auch noch einen dramatischen Anstieg an Glück, Erfüllung und Zufriedenheit erfahren. Der amerikanische Schriftstellers William Arthur Ward hat dies wunderschön zusammengefasst: „Wenn wir uns auf den Weg machen das Beste in anderen zu entdecken, werden wir unweigerlich das Beste in uns selbst hervorbringen.“ Wie wahr, denn niemand gewinnt alleine, und Erfolg ist immer das Ergebnis eines Teams, das voller Leidenschaft einer gemeinsamen Vision folgt.
 

Erfolgsfaktor Teamspirit in Unternehmen und Organisationen

„Ilja, es ist so: Ich bin wirklich sehr offen für neue Ideen und würde am liebsten mehrere Ziele auf einmal angehen. Aber meine Kollegen sind einfach veränderungsresistent und blocken jeden meiner Vorschläge immer sofort ab. Es ist einfach frustrierend, was soll ich nur tun?“ Egal, ob ich von meinen Kunden für eine Keynote, einen Change-Workshop oder ein Business Coaching gebucht werde, diesen oftmals von großer Frustration geprägten Hilferuf höre ich häufiger als mir lieb ist. 
 
Dabei spielt die Größe der jeweiligen Organisation keine Rolle, denn ich höre Sätze wie diesen sowohl in Kleinbetrieben, mittelständischen Unternehmen als auch in internationalen Konzernen. Und zwar von Menschen aller Hierarchieebenen. So klagen Mitarbeiter über ihre Chefs, die Chefs über ihre Mitarbeiter und die Kollegen aus dem Marketing über den Verkauf und die Verwaltung.
 
Das Ergebnis: Es entsteht eine Unternehmenskultur, die von gegenseitigem Misstrauen, Schuldzuweisungen und Innovationsfeindlichkeit geprägt ist. Ein Teufelskreis entsteht, denn wenn Menschen mehr gegeneinander als miteinander arbeiten, dann führt das unweigerlich zu mangelnder Leistungsbereitschaft, fehlender Kundenorientierung und damit schlussendlich zu sinkenden Umsätzen.
 
Tja, und wenn eine Firma dauerhaft mit fehlenden Gewinnen zu kämpfen hat, dann wird man schnell nervös und versucht entsprechend gegenzusteuern. Das sieht dann meist so aus: Die Chefetage, das HR Department oder eine externe Berateragentur erinnern sich an die alte Weisheit von Management Vordenker Peter Drucker, der so treffend feststellte, „dass die richtige Kultur die Strategie zum Frühstück isst.“ Und dann wird beschlossen, dass die Unternehmens-DNA dringend einer Renovierung oder gleich einer ganzen Neuausrichtung bedarf. 
 

Der Mensch im Mittelpunkt von Change Management

Grundsätzlich ist dieser Fokus auch vollkommen richtig, denn eine Kultur der Innovation, der Offenheit und des Muts zu neuen Wegen schlägt jede noch so ausgetüftelte Business Strategie um Längen. Denn eines ist so sicher, wie das Amen in der Kirche. Wenn Sie gut sind, dann werden Ihre Konkurrenten alles kopieren. Ihre Produkte. Ihre Preise. Möglicherweise sogar ganze Marketingideen. Doch sie werden niemals in der Lage sein, Ihre Kultur zu kopieren. Weil diese einzigartig ist. 
 
Es lohnt sich also, eine Veränderungskultur zu etablieren, die von jedem einzelnen Mitarbeiter im Unternehmen geteilt und gelebt wird. Auf diese Weise wird der Umgang mit Veränderung nicht zu einem notwendigen Übel, sondern zu einer selbstverständlichen Haltung, die sich am Ende des Tages positiv auf Ihre Umsätze, Kundenzufriedenheit und Profitabilität auswirken wird.
 

Niemand gewinnt alleine: Kultur isst Strategie zum Frühstück

Ja, es sind immer die Menschen, die den entscheidenden Unterschied machen. Im positiven, wie im Negativen. Doch die Umsetzung dieser Erkenntnis sieht dann in der Praxis meist so aus, dass man die Entwicklung einer modernen Unternehmenskultur als oberste Priorität festlegt, große Plakate mit den neuen Werten der Firma an die Wände hängt und entsprechende Schulungsmaßnahmen in der gesamten Organisation ausrollt. Und dann wird trainiert. Das Verhalten gegenüber Kunden, die interne Art und Weise der Kommunikation oder auch die Veränderung der eigenen Einstellung zum Job. Das Ergebnis ist allerdings meist ernüchternd, denn bis auf wenige Ausnahmen bleibt auch nach einem abgeschlossenen Rollout solcher Schulungsmaßnahmen alles beim Alten.
 
Der gute, alte Menschenverstand sagt uns auch sehr deutlich, woran das liegt. Motivation, Begeisterung oder Leidenschaft für den eigenen Beruf sind alles Eigenschaften, die von innen nach außen wirken. Sie sind mit unserem Charakter und unserer Persönlichkeit untrennbar verknüpft. Aus diesem Grund lassen sie sich weder durch einen externen Trainer überstülpen, noch durch entsprechende Seminare schulen. Und so bleibt ein frustrierter und unmotivierter Mitarbeiter auch nach dem besten Verhaltenstraining immer noch ein frustrierter und unmotivierter Mitarbeiter. 
 
So sehr wir es uns manchmal auch wünschen würden, es ist schlichtweg unmöglich andere Menschen zu verändern. Ein bestehendes Team zu motivieren und für anstehende Veränderungen zu begeistern ist daher ein schwerer und meist auch kostspieliger Weg. Viel einfacher ist es, von Anfang an gleich die richtigen Menschen auszuwählen, die sich mit den eigenen Werten, Zielen und Zukunftsvisionen identifizieren. Dies setzt natürlich voraus, dass man sich der Unternehmens-DNA, den wichtigsten Werten und der eigenen Identität bewusst ist, denn nur dann kann man diese prägenden Eigenschaften auch nach Innen und Außen kommunizieren.
 

Mitarbeiterorientierung kommt vor Kundenorientierung

Immer mehr Unternehmen begreifen die Wichtigkeit der Unternehmenskultur und behandeln ihre Mitarbeiter als das, was sie sind: Als Erfolgsfaktor Nummer eins auf dem Weg in eine von Veränderung und Wandel geprägte Zukunft. Was auf den ersten Blick etwas exotisch anmuten mag, ist bei genauerer Betrachtung alternativlos. Um das zu begründen, möchte ich Ihnen eine These vorstellen:
 
In den Märkten von Morgen wird die Mitarbeiterorientierung wichtiger sein als die Kundenorientierung.
 
„Moment mal Ilja, habe ich das gerade richtig verstanden?“ Okay, ich bin mir bewusst, dass dieser Satz mit hoher Wahrscheinlichkeit das genaue Gegenteil von dem ist, was Sie bisher gehört, gelesen und möglicherweise sogar umgesetzt haben. Denn der Konsens im Business ist nach wie vor: Der Kunde ist König. Und da ist auch eine Menge dran, denn der Kunde sollte immer im Mittelpunkt sämtlicher unternehmerischer Anstrengungen stehen, schließlich sorgt er mit seinem Geld dafür, dass wir auch morgen noch etwas zu Essen auf dem Tisch und ein Dach über dem Kopf haben. 
 
Trotzdem sollten Sie immer Ihre Mitarbeiter an die erste Stelle setzen. Erst dann kommen Ihre Kunden, Geschäftspartner und Aktionäre. Je klarer Sie Ihre Erwartungen, Werte und Ansprüche formulieren, desto besser kann sich ihr Team mit der Unternehmenskultur identifizieren. Das ist entscheidend, denn heutzutage muss ein Job einfach mehr bieten als nur das monatliche Gehalt und sechs Wochen Urlaub im Jahr. Menschen lechzen heute nach Bedeutung, einem tieferen Sinn und dem Gefühl, einen Unterschied machen zu können. 
 
Denken Sie immer dran: Das Team ist heilig. Und genau so sollten Sie ihre Mannschaft auch behandeln. Sorgen Sie für eine hohe Wertschätzung, für eine Atmosphäre, in der Ihre Mitarbeiter wachsen können und geben Sie jedem einzelnen Menschen die Chance, seine Talente, Stärken und Ideen einbringen zu können.
 

Ein echtes Team erfordert Zeit, Commitment und modernes Leadership

Der letzte Satz ist besonders wichtig, denn ein guter Chef ist in der Lage, ein Team für eine größere Vision zu begeistern, und es gleichzeitig jedem einzelnen Menschen auf dem Weg dorthin zu ermöglichen, als Persönlichkeit zu wachsen, und seine eigenen Träume zu verwirklichen. Ja, das bedeutet selbstverständlich, dass Sie Veränderung vorleben, als Vorbild vorangehen und bereit sind, bedingungslos zu geben. Sie finden das ungerecht? Mag sein, aber was wäre die Alternative? 
 
Nehmen Sie sich einfach ein Beispiel an der Sonne. Sie setzt ihre ganze Kraft dafür ein, sämtliche Sonnenstrahlen nach außen zu schicken, ohne jemals einen einzigen davon selber abzubekommen. Doch sie erhält etwas viel Größeres zurück. Sämtliche Pflanzen auf der Erde wenden sich ihr zu und orientieren sich an ihr. So funktioniert modernes Leadership, das sich an den Bedürfnissen der Zukunft ausrichtet. Denn eines sollte mittlerweile auch die letzte Führungskraft verinnerlicht haben. Die Zeit der Bosse ist endgültig vorbei ist. 
 
Heutzutage ist das oberste Gebot, jeden einzelnen Menschen bei seinen individuellen Bedürfnissen abzuholen, ihn gleichzeitig zu fordern und zu fördern. Auf diese Art und Weise entstehen die berühmten verschworenen Teams, die gemeinsam durch dick und dünn gehen und vermeintliche Wunderdinge vollbringen. Dabei ist es nichts anderes als das natürliche Resultat, wenn Menschen in einer wertschätzenden Atmosphäre ein gemeinsames Ziel verfolgen, und ihr persönlicher Beitrag dazu eine tiefe Bedeutung hat.
 
Tja, und so führt eine solche Philosophie am Ende des Tages eben doch zur denkbar besten Kundenorientierung, denn wenn Ihre Mitarbeiter gerne, mit einer hohen Motivation und viel Spaß zur Arbeit kommen, dann steigt die Zufriedenheit und damit die Leistung. Dies sorgt dafür, dass auch Ihre Kunden und Geschäftspartner mit einer ganz anderen Einstellung behandelt werden. 
 
Und all das gilt nicht nur fürs Business, sondern immer, wenn eine Gruppe von Menschen zusammenkommt. Für den Sportverein, die Arbeitsgruppe an der Uni und natürlich auch für das wichtigste Team der Welt, die Familie. Lassen Sie es wieder menscheln. Und zwar so radikal wie möglich. Denn in den Märkten von Morgen werden diejenigen zu den Gewinnern gehören, die begriffen haben, dass ein gelebter Teamspirit der wichtigste Erfolgsfaktor von allen sein wird.
 
Wie stehen Sie zum Erfolgsfaktor Teamspirit, liebe Leserinnen und Leser? Ich freue mich auf Ihren Kommentar.
 
Herzlichst, Ihr Ilja Grzeskowitz

Zukunft gestalten – Warum die Welt mehr Change Leader braucht

Aktuell stehen wir alle vor einer fundamentalen Entscheidung: Die Zukunft gestalten oder den Status Quo passiv zu erdulden und zu hoffen, dass schon alles irgendwie gut gehen wird. Doch in Zeiten, in denen die Veränderungen immer intensiver, schneller und komplexer werden, scheint die zweite Strategie nicht wirklich erfolgsversprechend zu sein. In diesem Artikel wollen wir uns daher lieber der ersten Variante widmen. Einem Mindset, mit dem es gelingt, Veränderungen aktiv zu gestalten, anstatt permanent das Gefühl haben zu müssen, den Launen des Schicksals passiv ausgeliefert zu sein. Haben Sie Lust? Dann lassen Sie uns direkt loslegen.

Zukunftsgestalter vs Status Quo Verwalter

Es ist Montagmorgen. Ich sitze an der Panke, einem kleinen Fluss im Norden von Berlin, und genieße den Tag. Nicht eine Wolke steht am Himmel, und das Thermometer ist bereits um elf Uhr morgens auf 25 Grad geklettert. Nachdem ich die letzte Zeit fast durchgehend für Vorträge auf Reisen war, nutze ich den ersten freien Tag seit Wochen, um meine Seele ein wenig baumeln zu lassen.

Und während ich die vergangenen Erlebnisse an meinem geistigen Auge vorüberziehen lasse, bleibt mein Blick auf einem Stück Holz kleben, das mit der Strömung auf dem Wasser treibt. Die Beobachtung fasziniert mich. Jede Bewegung ist mehr oder weniger zufällig und der Kurs wird von den äußeren Gegebenheiten bestimmt. So manches Mal bleibt das Holzstück an einem Stein oder einer Pflanze hängen, bis es dann irgendwann mit einer schnelleren Stromschnelle aus meinem Blickfeld verschwindet.

Und ich weiß nicht mehr genau, woran es lag, aber in diesem Moment musste ich daran denken, wie viele Menschen ein Leben nach genau diesem Muster führen. Man treibt mehr oder weniger zufällig dahin, ohne dass man ein klares Ziel oder eine konkrete Aufgabe hätte. Man wartet lieber ab und passt sich an. Zukunft gestalten? Bloß nicht. Lieber hofft man darauf, dass schon alles so weiter gehen wird, wie bisher. 
 
Diese Form der passiven Lebensführung hat gravierende Auswirkungen. Jeder verlässt sich darauf, dass andere schon Verantwortung übernehmen werden. Niemand traut sich mehr zu entscheiden. Keiner will einen Fehler machen. Kurs, Richtung und Geschwindigkeit des eigenen Lebens unterliegen einer fatalen Beliebigkeit, und irgendwann arrangiert man sich mit der zweifellos auftretenden Unzufriedenheit. Lieber wird der Stillstand verwaltet, als das Schicksal selbst in die Hände zu nehmen und Veränderungen eigenständig anzustoßen.
 

Zukunft gestalten und Entscheidungen treffen gehen Hand in Hand

Ich möchte Ihnen ein typisches Beispiel geben. Vor Kurzem leitete ich einen Workshop mit Managern der mittleren Führungsebene, die für die Niederlassung eines großen Konzerns mit Umsätzen in zweistelliger Millionenhöhe verantwortlich waren. Ich kenne viele Führungskräfte, die sich nach diesem Job alle zehn Finger geleckt hätten. Aber die handelnden Personen empfanden ihre eigene Situation eher als eine große Belastung. Mehr noch, hätte es noch keine Definition von Stillstand gegeben, so hätte man sie dort live und in Farbe vorfinden können. 
 
Dies lag vor allem daran, dass der ehemalige Niederlassungsleiter vor einigen Jahren verstorben war, der bis dahin sämtliche Entscheidungen herzlich, aber schlussendlich doch patriarchisch getroffen hatte. Alle Beteiligten hatten sich mit der Situation angefreundet, schließlich lief alles mehr oder weniger reibungslos. Doch obwohl die Verantwortung nach dem Tod des ehemaligen Chefs zumindest theoretisch auf mehrere Schultern verteilt wurde, entstand auf einmal ein tückisches Vakuum. 
 
Das Ergebnis war fatal. Projekte blieben liegen, wichtige Kunden gingen verloren und es herrschte insgesamt eine Atmosphäre der Unsicherheit, die sämtliche Mitarbeiter lähmte. Und die Reaktion der versammelten Führungsriege zeigte mir einmal wieder sehr deutlich, wie groß der Bedarf an Menschen ist, die mit einer hohen inneren Motivation als Vorbild vorangehen. Denn auf meine Frage, wer denn in den letzten Monaten für die großen und kleinen Veränderungen des Unternehmens zuständig war erhielt ich von einem der anwesenden Führungskräfte wie selbstverständlich die Antwort: „Na, keiner. Es war ja niemand da, der es hätte entscheiden können!“
 

Zögerst du noch oder setzt du schon um?

Wie sieht Ihr Umgang mit dem Thema “Zukunft gestalten” aus, liebe Leserinnen und Leser, wie häufig waren Sie schon in Situationen, in denen Sie gedacht haben: „Da müsste jetzt dringend jemand etwas machen“? Wie häufig hätten Sie etwas gerne geändert, haben sich aber darauf verlassen, dass sich jemand anders schon kümmern wird? Wie häufig waren Sie mit einem bestimmten Bereich Ihres Lebens unzufrieden, haben aber so lange gezögert, bis dann schlussendlich alles beim Alten geblieben ist? 
 
Ich kenne dieses Verhalten aus meiner eigenen Vergangenheit nur zu gut. Ich war ein wahrer Experte darin, die Verantwortung abzugeben und darauf zu hoffen, dass andere schon die richtigen Entscheidungen für mich treffen werden. Doch eines Tages habe ich begriffen, wohin mich diese Haltung geführt hatte, nämlich in ein fremdbestimmtes und von Unzufriedenheit geprägtes Leben. Und es war beileibe nicht leicht, mich aus diesem Verhaltensmuster zu befreien und die volle Verantwortung für sämtliche meiner Ideen, Entscheidungen und Taten zu übernehmen.
 
Weil ich weiß, wovon ich spreche, ist mir die Botschaft dieses Artikels auch ein absolutes Herzensbedürfnis. Durch meinen heutigen Beruf als Keynote Speaker, Autor und Gründer der Change Leaders Academy habe ich das große Glück, mit den unterschiedlichsten Menschen in Kontakt treten und arbeiten zu dürfen. Und unabhängig vom sozialen, wirtschaftlichen oder hierarchischen Status beobachte ich täglich, wie der Großteil dieser Menschen sich mit einer fatalistischen Sicherheit darauf verlässt, dass andere schon für sie entscheiden und die Richtung vorgeben werden. 
 
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Zukunft gemeinsam gestalten

Weil der weitverbreitete Irrglaube vorherrscht, dass man einen Titel, Geld oder die Erlaubnis anderer bräuchte, um erfolgreich Veränderungen anzustoßen. Doch diese Attitüde hat gravierende Auswirkungen, denn schleichend verlernt man dabei, Verantwortung zu übernehmen, sich aktiv zu verändern und das eigene Potenzial in seiner vollen Gänze auszuschöpfen. Es bricht mir immer wieder das Herz, wenn ich Menschen begegne, die mit einzigartigen Talenten, wundervollen Fähigkeiten und einer großartigen Kreativität gesegnet sind und diese Gaben einfach verkümmern lassen.
 
Und nur falls Sie jetzt denken, dass es nur ein paar Auserwählte sind, die über diese Art von inneren Schätzen verfügen, dann möchte ich Ihnen eine meiner tiefsten Überzeugungen mitteilen: In jedem einzelnen Menschen schlummert ein riesiges Potenzial, das nur darauf wartet, an die Oberfläche befördert und dort genutzt zu werden. Und es spielt keine Rolle, welchen Job Sie gerade ausüben, welchen Titel Sie haben, oder von welcher Ausgangsposition Sie starten. 
 
Es ist auch nicht von Bedeutung, ob Sie ein erfolgreicher Unternehmer, ein Angestellter im öffentlichen Dienst oder Hausfrau und Mutter sind. Entscheidend ist einzig und allein, ob Sie bereit sind, sich weiterzuentwickeln. Die Welt wartet darauf, bewegt zu werden. Und zwar von Ihnen. „Aber Ilja“, werden Sie jetzt möglicherweise einwenden, „ich soll mein Unternehmen, mein Umfeld oder sogar die Welt verändern? Ich komme ja kaum dazu, meinen Alltag vernünftig zu organisieren. Und außerdem habe ich weder Beziehungen noch genügend Macht oder Geld.“
 

Zukunft gestalten beginnt mit einer Entscheidung

Glauben Sie mir, ich habe Verständnis für diese Einwände, denn schließlich höre ich sie so gut wie jeden Tag. Allerdings habe ich schon vor langer Zeit beschlossen, diese Art von Ausreden nicht mehr gelten zu lassen. Denn auch wenn man Ihnen regelmäßig einreden will, dass die Changemaker der heutigen Zeit über besonders außergewöhnliche Fähigkeiten verfügen würden, könnte dies falscher nicht sein. 
 
Ganz im Gegenteil, es sind immer Menschen wie Sie, die regelmäßig die größten Dellen ins Universum schlagen. Es sind Menschen wie Sie, die mit Ihren Ideen und Innovationen einen Unterschied machen. Es sind Menschen wie Sie, die mit Ihren Entscheidungen und Taten dafür sorgen, dass die Welt jeden Tag ein kleines Stückchen besser wird. Und Sie benötigen dafür weder Titel noch Geld und auch nicht die Erlaubnis von Anderen. Nicht von Ihrem Chef, nicht von Ihren Kollegen und auch nicht von Ihrem sozialen Umfeld.
 
Alles, was Sie brauchen, um Ihre ganz persönliche Motivation zur Veränderung zu wecken, tragen Sie bereits in sich. Sie zweifeln an dieser Aussage? Dann lassen Sie uns gemeinsam die folgenden Faktoren anschauen, die außer Ihnen niemand sonst beeinflussen kann.
 

Zukunft gestalten: Zehn Dinge, die Sie auch unter schwierigen Rahmenbedingungen jederzeit beeinflussen können 

1.     Sie können jeden Tag mit einer positiven Attitüde durchs Leben gehen.
2.     Sie können jeden Tag mit Ihren Gedanken, Entscheidungen und Taten für andere Menschen ein Vorbild sein.
3.     Sie können jeden Tag Ihre Arbeit mit Leidenschaft, Ehrgeiz und Motivation erledigen.
4.     Sie können jeden Tag an Ihrer persönlichen Entwicklung arbeiten.
5.     Sie können jeden Tag dafür nutzen, groß zu träumen und mutig zu handeln.
6.     Sie können jeden Tag einem anderen Menschen eine Freude machen.
7.     Sie können jeden Tag mit hohen Standards und Erwartungen dafür sorgen, dass Ihre Kollegen, Kunden und Mitarbeiter sich an Ihnen orientieren können.
8.     Sie können jeden Tag alles dafür geben, heute etwas besser zu sein, als Sie es gestern waren.
9.     Sie können jeden Tag einen weiteren Schritt auf dem Weg zur Großartigkeit machen.
10.  Sie können jeden Tag Ihre Talente, Ihre Fähigkeiten und Ihre Erfahrungen dafür einsetzen, zur besten Version von sich selbst zu werden.
 

Change Leader sein kann jeder

Sehen Sie, was ich meine? Für all diese Dinge brauchen Sie keine Titel, kein Geld, auch nicht die Erlaubnis anderer Menschen. Es liegt alles an Ihnen. Es liegt alles in Ihnen. Und niemand verlangt, dass Sie sofort die gesamte Welt retten sollen (das überlassen Sie am besten Tim Bendzko). Nein, fangen Sie bei sich an. An Ihrem Arbeitsplatz, in Ihrer Familie und in Ihrem Umfeld. Eines meiner Lieblingszitate stammt von Mutter Teresa, die einmal gesagt hat: „Wenn jeder einzelne Mensch vor seiner eigenen Tür kehren würde, dann wäre die Welt ein sehr sauberer Ort.“ Recht hatte sie, diese bemerkenswerte Dame. Veränderung beginnt immer im Innen und wird dann über unsere Taten im Außen sichtbar.
 
Wenn Sie diese Grundregel verinnerlicht haben, wird sich Ihnen eine vollkommen neue Welt eröffnen. Nicht äußere Umstände, externe Ereignisse oder andere Menschen sind der Ausgangspunkt von Veränderungen in Ihrem Leben. Wenn Sie etwas Anderes sein, tun oder haben möchten, liegt der Ursprung immer in Ihnen. Sie müssen der Funke sein, der am Ende das große Feuer der Veränderung entzündet. Eines meiner erfolgreichsten Bücher trägt den Titel “Mach es einfach!”. Und ist dies nicht ein wunderbares Mantra?
 
Egal, was genau Sie verändern möchten, warten Sie nicht auf andere, sondern gehen Sie immer mit gutem Beispiel voran. Denn Ihre persönliche Entwicklung und Ihre äußeren Ergebnisse sind untrennbar miteinander verzahnt. Sie folgen einer klaren Reihenfolge, die ich Ihnen wieder in zehn Punkten zusammengefasst habe.
 

Zukunft gestalten: 10 äußerliche Erfolge, die ihren Ursprung im Inneren haben

1.     Wenn Sie als Person wachsen, kann auch Ihre Lebensqualität wachsen.
2.     Wenn Sie sich selbst helfen, können Sie auch anderen helfen.
3.     Wenn Sie für sich sorgen, können Sie auch für andere sorgen.
4.     Wenn Sie motiviert sind, können Sie auch andere motivieren.
5.     Wenn Sie zu besten Version von sich selbst werden, können Sie auch das Potenzial von anderen entfalten.
6.     Wenn Sie begeistert sind, können Sie auch andere begeistern.
7.     Wenn Sie Ihren Fokus auf Chancen und Möglichkeiten richten, kann Ihr Umfeld positiver werden.
8.     Wenn Sie sich selbst wertschätzen, können Sie auch Ihre Mitmenschen wertschätzen.
9.     Wenn Sie sich selbst aufbauen, können Sie auch ein erfolgreiches Unternehmen aufbauen.
10.  Wenn Sie sich verändern, können Sie auch die Welt verändern.
 

Die Zukunft selbst gestalten statt sich dem Schicksal ausgeliefert zu fühlen

In Ihnen schlummern so viele wundervolle Schätze, die darauf warten, gehoben und genutzt zu werden. Wenn Sie wollen, können Sie sofort damit beginnen. Alles, was es dafür bedarf, ist eine Entscheidung. Das unbedingte Bekenntnis dazu, ab sofort Verantwortung für Ihre Ergebnisse, Ihre Karriere und Ihr Leben zu übernehmen. Und ehe Sie sich versehen, werden Sie damit eine gigantische Domino-Rallye auslösen, die sich auf Ihre Mitarbeiter, Kollegen und Kunden übertragen wird. 
 
Genau das passiert nämlich, wenn Sie aufhören zu warten und stattdessen mutig vorangehen und Ihre Mitarbeiter, Kunden und Kollegen auf Ihrem Weg mitnehmen. Wenn Sie nichts von anderen erwarten, wozu nicht auch Sie bereit wären. Wenn Sie Taten statt Worte sprechen lassen. Wenn Sie zuerst sich selbst verändern und dann beobachten, wie sich um Sie herum alles ändert.
 
Und nun interessiert mit Ihre Meinung und insbesondere Ihre Erfahrung mit dem Thema “Zukunft gestalten”. Ich freue mich auf Ihren Kommentar.
 
Herzlichst, Ihr Ilja Grzeskowitz

Was macht einen guten Leader aus? Die 7 wichtigsten Eigenschaften

Was macht einen guten Leader aus? Diese Frage ist in Zeiten von Veränderung, Transformation und permanentem Wandel immer relevanter. In der Kurzform kommt hier die Zusammenfassung. Es ist ein ganz besonderes Mindset, dass sich aus 7 Leadership Eigenschaften zusammensetzt: Klarheit. Vertrauen. Transparenz. Empathie. Reflexion. Entscheidungsfähigkeit. Und Positivität.
 

Leadership vs. Management

Doch nun zur ausführlichen Antwort auf die Frage “Was macht einen guten Leader aus?”. Dieser unterscheidet sich schon qua Definition vom klassischen Manager. Denn während dieser sich um die Organisation von Prozessen, die Verwaltung bestehender Strukturen und die Optimierung vorhandener Ressourcen kümmert, dreht sich beim Thema Leadership alles um das Führen von Menschen. Um das Vermitteln einer Vision, die Kommunikation gemeinsamer Ziele und die Fähigkeit, diverse Persönlichkeiten zu einem verschworenen Team zusammenzuführen. Den genauen Unterschied zwischen Leadern und Managern können Sie sich in diesem Artikel ausführlich durchlesen.  An dieser Stelle wollen wir uns jetzt die sieben Eigenschaften anschauen, die einen guten Leader ausmachen. 
 

Leadership Eigenschaft #1: Klarheit

Nur wer Klarheit über die eigenen Werte, die gemeinsamen Ziele und die geplante Strategie hat, kann diese auch klar nach Außen kommunizieren. Gutes Leadership beginnt daher immer mit Klarheit. Über die eigene Wirkung. Die eigene Kommunikation. Den eigenen Umgang mit Veränderung. Und natürlich das eigene Mindset. Nicht umsonst beginnt gute Führung immer mit exzellenter Selbstführung. Ist diese jedoch gegeben, dann folgen einem die Menschen um einen herum fast schon von selbst.
 

Leadership Eigenschaft #2: Vertrauen

Vertrauen ist die Basis von allem. Und eine unabdingbare Eigenschaft guter Führungskräfte. Ohne Vertrauen keine Weiterentwicklung, keine Offenheit und insbesondere keine konstruktive Fehlerkultur. Je mehr Sie Ihrem Team vertrauen, desto mehr werden diese Ihnen dies mit Einsatz, Commitment und Zusammenhalt zurückzahlen. Und das ist der versteckte Bonus: Nichts motiviert Menschen nämlich so sehr, wie das Gefühl zu haben, dass man ihnen vertraut. 
 
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Leadership Eigenschaft #3: Transparenz

Gute Leader kommunizieren immer transparent. Behalten keine Infos für sich und teilen ihr Wissen, ihre Ziele und Gedanken mit dem Team. Auf diese Weise gibt es keine geheimen Grüppchen, alle befinden sich auf Augenhöhe und jeder fühlt sich abgeholt. Zwei Dinge möchte ich jedoch besonders herausstellen, wenn es um transparente Kommunikation geht: Die eigenen Zweifel und Erwartungen. Kein Leader kann alles wissen. Ganz im Gegenteil. In Zeiten, die von Unsicherheit und Komplexität geprägt sind, ist das ein Ding der Unmöglichkeit. Hier offen auch die eigenen Schwächen zu zeigen, ist tatsächlich eine große Stärke, die alle guten Leader vereint.
 
Zum anderen sollten Erwartungen immer ausgesprochen werden. Schlechte Leader zeichnen sich dadurch aus, dass diese sich nur in ihrem eigenen Kopf befinden. Und dann wundern sie sich, warum sie nicht erfüllt werden.
 

Leadership Eigenschaft #4: Empathie

Für mich die wohl wichtigste Leadership Eigenschaft der Zukunft. Und ja, ich bin mir bewusst, dass Empathie von vielen Oldschool Führungskräften (think: Boss!) immer noch als Zeichen von Schwäche definiert wird. Doch das könnte falscher nicht sein. Empathie bedeutet nichts anderes, als die Werte, Erwartungen, Hoffnungen und Gefühle der individuellen Persönlichkeiten zu kennen und auf eine Art und Weise zu kombinieren, dass jeder auf seine Art glücklich wird und gleichsam unbändige Lust hat, Teil des Teams zu sein.
 

Leadership Eigenschaft #5: Reflexion

Das eigene Ego ist der größte Feind guter Leader. Daher ist persönliche Reflexion so unwahrscheinlich wichtig. Denn die regelmäßige Auseinandersetzung mit dem eigenen Mindset, den wichtigsten Werten und dem Soll- bzw. Ist-Zustand führt zu der so wichtigen Klarheit, die dann im nächsten Schritt wieder zu außergewöhnlich guter Kommunikation führt.
 

Leadership Eigenschaft #6: Verbindlichkeit

Hiermit sind zwei Dinge gemeint. Zum einen das zu tun, was man angekündigt hat zu tun. Und zwar immer. Ohne Ausnahme. Denn gute Leader lassen immer Taten statt Worte sprechen. Dies bedingt aber den zweiten Faktor, nämlich die Fähigkeit, gute Entscheidungen treffen zu können. Je verbindlicher eine gute Führungskraft nämlich in der Lage ist, faire, zeitnahe und verständliche Entscheidungen zu treffen, desto mehr gibt sie den Menschen um sich herum Orientierung. Und die ist nun mal eine unbedingte Voraussetzung für gutes Leadership.
 

Leadership Eigenschaft #7: Positivität

Kennen Sie einen guten Leader, der mit Negativität die Köpfe und Herzen der Menschen gewonnen hat? Sehen Sie, ich auch nicht. Gute Leader sind positiv. Und zwar immer. Das bedeutet nicht, dass sie den kompletten Tag mit einem Grinsen durchs Leben gehen. Nein, auch Leader zweifeln, haben Sorgen und regen sich über Missstände auf. Hier ist eher die grundlegende Attitüde gemeint, die auf einem unumstößlichen Optimismus, auf Hoffnung und dem positiven Blick auf die Zukunft beruht. Und diese Positivität ist wie ein kleiner Funke, der sich immer weiterverbreitet. 

 

Was macht einen guten Leader aus: Ein Fazit

Zusammenfassend können wir feststellen, dass gutes Leadership keine Sache ist, die man theoretisch lernen kann. Gute Leader wachsen oftmals erst in ihre Aufgabe hinein, weil nämlich gleichsam ihre Persönlichkeit wächst. Aber wenn Sie sich auf die sieben Eigenschaften des Leadership Mindsets in diesem Artikel konzentrieren, dann haben Sie eine sehr gute Grundlage, auf der Sie Ihren ganz persönlichen Führungsstil aufbauen können. 
 
Bleiben noch zwei Fragen: Was macht für einen guten Leader aus, für Sie ganz persönlich? Und welche Eigenschaften würden Sie ergänzen? Ich freue mich auf Ihren Kommentar…

Leadership Deutsch: Moderne Führung in Zeiten der Veränderung

Leadership vs Management

Leadership ist in aller Munde. Kein Wunder, denn wir leben in Zeiten, die von massiven Veränderungen, zunehmenden Krisen und immer komplexer werdenden Herausforderungen geprägt sind. Sowohl im Alltag, als auch im Business lechzen die Menschen nach Orientierung, klarer Kommunikation und transparenten Entscheidungen. Dies sind nur drei Erfolgsfaktoren von Leadership, zu Deutsch Führung. Bevor wir etwas tiefer in das Thema einsteigen, wollen wir uns zunächst einmal anschauen, was genau sich hinter dem Begriff verbirgt. Denn Führung und Management werden oftmals synonym verwendet, dabei handelt es sich um zwei vollkommen unterschiedliche Disziplinen.

Leadership Definition

Laut der Onlinebibliothek Wikipedia ist Leadership als „[…] sowohl ein Forschungsbereich als auch eine praktische Fähigkeit, die die Fähigkeit eines Einzelnen, einer Gruppe oder Organisation umfasst, andere Einzelpersonen, Teams oder ganze Organisationen zu führen, zu beeinflussen oder zu führen.

So weit, so gut. Doch mir geht diese Definition weder weit genug, noch ist sie an die Bedürfnisse einer modernen Gesellschaft und zukunftsorientierter Organisationen ausgerichtet. Leadership ist nämlich die Kunst des Führens, des Inspirierens und des Empowerns. Trotzdem werden auch heute noch die Begriffe Leadership und Management miteinander vermischt. Ein fataler Fehler, denn nicht jeder Manager (m/w/d) ist auch ein Leader und nicht jeder Leader ist auch ein Manager. Meine Definition von Leadership lautet daher wie folgt:

Leadership ist die Fähigkeit, einer Gruppe von Menschen eine (neue) Vision und Richtung zu geben, so dass diese sich mit dem Ziel und der Haltung aktivierend identifizieren können. Ein guter Leader (m/w/d) ist in der Lage, diese Vision, nicht nur sprachlich attraktiv zu formulieren, sondern sie auch mit Werten und Überzeugungen zu füllen und – die wichtigste Voraussetzung von allen – sie durch das eigene Handeln vorzuleben.

An dieser Definition können Sie erkennen, dass Leadership sowohl eine Haltung, als auch eine ganz praktische Fähigkeit ist.

Management Definition

Management hingegen kann wie folgt definiert werden:

Management ist die Fähigkeit, innerhalb einer Gruppe, eines Teams oder einer Organisation die beteiligten Personen, Prozesse und Ressourcen anhand von bereits etablierten Werten, Überzeugungen und Regeln zu steuern, zu kontrollieren und optimal einzusetzen.

Erkennen Sie den Unterschied? Während Management sich vor allem auf die effiziente Verwaltung und Steuerung des Status Quo konzentriert, geht es beim Thema Leadership insbesondere um das Vermitteln von Visionen, Zielen und Werten, sowie die Begeisterung der beteiligten Menschen für die gemeinsame Umsetzung. Und jetzt kommt ein entscheidender Satz: Sowohl Management als auch Leadership sind extrem wichtige Fähigkeiten, und die eine ist ohne die andere in der Regel vollkommen wirkungslos. Doch erst in der Kombination können beide Eigenschaften ihre magische Wirkung entfalten. Besitzt eine Führungskraft sowohl ausgeprägte Leadership- als auch Managementqualitäten, ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass sie mit ihrem Team überdurchschnittliche Erfolge erzielen kann.

Was ist Leadership: Führung im Wandel

In Zeiten der Veränderung hat sich auch das Thema Leadership im Laufe der letzten Jahre extrem verändert. Vorbei sind die Zeiten eines hierarchisch-patriarchischen Führungsstils, der vor allem auf Druck, Status und Position basierte. Niemand folgt heute freiwillig mehr Menschen, die nicht kommunizieren, Infos für sich behalten und sich in riesigen Büros distanziert hinter ihren Schreibtischen verschanzen. Moderne Leader hingegen stellen Vertrauen, Empowerment und eine ausgeprägte Kommunikation in den Mittelpunkt sämtlichen Handelns. Oder Zusammengefasst: Der traditionelle Boss ist out, der moderne Leader ist in. Was diese beiden Typen voneinander unterscheidet, habe ich versucht, in der folgenden Grafik zusammenzufassen.

leadership deutsch

Beachten Sie bitte, dass ich mich für die jeweils extremen Positionen entschieden habe, und es sich in der Realität meist um Zwischentöne handelt, aber ich denke, dass die Hauptidee klar geworden sein sollte, nicht wahr? Daraus ergeben sich jetzt drei Schlussfolgerungen für modernes Leadership.

Leadership Deutsch: Eine wichtige Dienstleistung

Ja, Sie haben richtig gelesen. Leadership ist eine Dienstleistung. Für ihr Team. Für ihre Mitarbeitenden. Für die Menschen in ihrem Verantwortungsbereich. Und ich bin mir bewusst, dass es sich um ein sehr kontroverses Statement handelt. Kein anderer Satz löst in meinen Vorträgen so häufig Widerstand aus wie dieser. Und doch lässt es sich nicht leugnen: Leadership hat heute vor allem eine Hauptaufgabe. Eine (Arbeits-)Atmosphäre zu erschaffen, die von Vertrauen, Respekt und Wertschätzung geprägt ist, so dass jedes einzelne Teammitglied Spaß an der Arbeit hat und die bestmögliche Performance abliefern kann.

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Leadership ist Co-Creation

Schon lange sind die Zeiten vorbei, als Führung ausschließlich Top-Down funktionierte. Sie wissen schon, jemand (meist ein älterer Herr) traf eine Entscheidung und bestimmte, was ab sofort zu tun oder zu lassen sei. Und der Rest der Organisation setzte diese Entscheidung dann mehr oder weniger begeistert um. Wobei es in der Regel eher weniger als mehr war. Das Ergebnis: Frustration, eine Kultur der Angst und eine generell schlechte Stimmung.

Ist die Lösung also eine konsequente Bottom-Up Kommunikation, also das Initiieren von Veränderungen von Unten nach Oben? Nein, natürlich auch nicht. Denn Hierarchien sind natürlich auch heute noch wichtig. Daher ist Leadership heute von Co-Creation geprägt. Jeder einzelne Mensch muss – unabhängig von seiner hierarchischen Position – im individuellen Verantwortungsbereich Ownership praktizieren und Veränderungen im Kleinen vorantreiben. Warum? Weil man nur so als Team insgesamt Erfolg haben kann.

Leadership ist eine Haltung

Und last but not least ist Leadership vor allem ein Mindset, eine besondere Mentalität. Dies heißt dann auch, dass es weder Titeln, Positionen oder fancy klingender Berufsbezeichnungen bedarf, um ein Leader zu sein. Wenn Sie etwas davon haben, hilft das natürlich, aber die dahinter stehende Haltung ist viel entscheidender. Damit meine ich vor allem eine generelle Offenheit für neue Ideen, Begeisterungsfähigkeit, Klarheit und die Bereitschaft, Entscheidungen treffen zu wollen.

Leadership Skills moderner Führung

Ja, Führung ist mehr als nur Anweisungen erteilen und recht zu haben, nur weil man einen Stern mehr auf seiner Schulter trägt. Leadership ist vor allem eine ganz besondere innere Haltung. Und wenn Sie dieses Leader-Mindset noch mit den entsprechenden Skills kombinieren, dann werden die Menschen ihnen folgen. Und zwar nicht aufgrund von Zwang oder weil sie müssen, sondern weil sie es wirklich wollen. Lassen Sie mich daher die aus meiner Sicht drei wichtigsten Eigenschaften moderner Leader noch einmal gesondert hervorheben.

Vertrauen

Die wohl wichtigste Eigenschaft von allen ist Vertrauen. Denn Vertrauen ist das Fundament für alles. Ohne Vertrauen keine Führung, keine Transformation, keine positive Unternehmenskultur und kein Teamspirit. Und noch viel wichtiger: Nichts motiviert Menschen so sehr, wie das Gefühl, dass man ihnen vertraut.

Transparenz

Wenn Sie radikal transparent kommunizieren und ihre Ideen, Ihr Wissen und die KPI’s teilen, dann sorgen Sie dafür, dass ein Team eins wird. Weil jeder das Gefühl hat, dazuzugehören, es keine „geheimen“ Infos und besondere Gruppen gibt.

Empathie

Ich bin mir bewusst, dass viele Menschen immer noch denken, dass es sich bei Empathie um ein Zeichen von Schwäche handeln würde. Aber das könnte falscher nicht sein. Empathie bedeutet, die Menschen um einen herum zu empowern. Ihre Werte, Erfahrungen und individuellen Ziele zu verstehen und gleichzeitig sicherzustellen, dass Sie Lust darauf haben, Teil des Teams zu sein.

Leadership und Veränderung gehen Hand in Hand

Wenn diese 3 Faktoren zur DNA Ihrer Führungs-Kultur werden, dann ist Veränderung auf einmal keine Bedrohung mehr, sondern eine wunderbare Gelegenheit, um besser zu werden und die Zukunft aktiv bei den Hörnern zu packen. Weil die Menschen auf einmal nicht mehr müssen, sondern wollen. Denn Change und Leadership gehen nun einmal Hand in Hand. Nicht umsonst lautet eine Binsenweisheit: „Der Fisch stinkt immer vom Kopf zuerst.“ Und dies gilt natürlich auch in die entgegengesetzte Richtung. Wenn modernes Leadership nicht nur eine hohle Phrase, sondern eine gelebte Philosophie ist, dann gelingt auch nachhaltige Veränderung auf einmal wesentlich leichter.

Würden Sie mir zustimmen? Dann freue ich mich auf Ihren Kommentar.

Ach ja, natürlich gibt es auch den passenden Vortrag zum Thema „Leading Change„. 

TRANSFORMATIONAL LEADERSHIP IN DER VUKA WELT

Moderne Führung in Zeiten von Transformation und Veränderung

Transformational Leadership ist ein Begriff, der die neuen Anforderungen an Führung in unserer von Wandel und Transformation geprägten Zeit definiert. Und diese haben sich in den letzten Jahren massiv verändert. Denn die klassische Führung, wie wir sie aus der Vergangenheit kennen, war vor allem hierarchisch geprägt und auf das Erzielen von Resultaten ausgerichtet. Aber was verbirgt sich überhaupt hinter dem Begriff Leadership? In meinem Artikel „Was ist Leadership?“ habe ich ihn wie folgt definiert:

Leadership ist die Fähigkeit, einer Gruppe von Menschen eine (neue) Vision und Richtung zu geben, so dass diese sich mit dem Ziel und der Haltung aktivierend identifizieren können. Ein guter Leader ist in der Lage, diese Vision, nicht nur sprachlich attraktiv zu formulieren, sondern sie auch mit Werten und Überzeugungen zu füllen und – die wichtigste Voraussetzung von allen – sie durch das eigene Handeln vorzuleben.

Management hingegen kann wie folgt definiert werden:

Management ist die Fähigkeit, innerhalb einer Gruppe die beteiligten Personen, Prozesse und Ressourcen anhand von bereits etablierten Werten, Überzeugungen und Regeln zu steuern, zu kontrollieren und optimal einzusetzen.

Beides Definitionen sind nach wie vor gültig, allerdings haben sich die notwendigen Skills und Fähigkeiten massiv gewandelt, denn Transformational Leadership muss sich mit zwei Arten von Veränderung auseinandersetzen: Der Externen, die auch als VUKA Welt beschrieben werden kann. Und der internen, die insbesondere durch den Generationenwandel und die damit verbundene Transformation ausgelöst wurde.

Die VUKA Welt als externer Treiber von Veränderung

Wir leben in einer Zeit, die von exponentieller Veränderung geprägt ist. Mit entsprechenden Auswirkungen. Märkte wandeln sich. Geschäftsmodelle wandeln sich. Die Anforderungen an jeden einzelnen Arbeitsplatz wandeln sich. Die daraus entstehenden Folgen lassen sich am besten mit dem Akronym VUKA beschreiben. Dies ist ein Begriff, der ursprünglich aus dem amerikanischen Militär entstammt, welcher die Situation nach dem Ende des kalten Krieges beschreiben sollte. Dabei stehen die einzelnen Buchstaben des Akronyms für:

V wie VOLATILITÄT: Die Veränderungen der heutigen Zeit sind unsicherer, intensiver und wesentlich dynamischer als noch vor wenigen Jahren.

U wie UNSICHERHEIT: Alles kann sich von heute auf morgen disruptiv verändern, nichts lässt sich sicher prognostizieren. Berechenbarkeit und Kontrolle entgleiten den handelnden Personen.

K wie KOMPLEXITÄT: Die globale Vernetzung sorgt für eine Vielzahl von nicht kontrollierbaren Variablen, die sich dynamisch gegenseitig beeinflussen.

A wie AMBIGUITÄT: Bekannte und liebgewonnene Ursache-Wirkung-Zusammenhänge sind überholt. Die Realität ist durch die Vielschichtigkeit von Rollen, Informationen und Variablen kaum noch planbar geworden.

Die Welt um uns herum dreht sich also immer schneller, der Wandel wird intensiver. Doch das ist noch nicht alles, denn zum externen Wandel kommt zusätzlich noch die nicht minder disruptive interne Veränderung.

Der Generationenwandel sorgt für eine kulturelle Transformation

Vielleicht noch intensiver als der wirtschaftliche und technologische Wandel ist die kulturelle Transformation der Art und Weise wie wir Arbeiten, die vor allem durch den Generationenwandel und die damit einhergehende Veränderung von Ansprüchen, Werten und Prioritäten hervorgerufen wird. Denn die Zukunft wird sehr intensiv von der Generation Z geprägt sein (alle Menschen, die nach 2001 geboren sind), die bereits im Jahr 2019 1/3 der Weltbevölkerung ausmacht, und bis 2022 das größte Segment auf dem Konsumenten- und Arbeitsmarkt stellen wird.

Die Gen Z ist die erste, die komplett digital aufgewachsen ist, was radikale Auswirkungen auf die Kommunikation, den Konsum und auch die Ansprüche an Job, Business und die Gestaltung des eigenen Arbeitslebenshat. Als Stichworte für die veränderten Werte seien hier exemplarisch „Vereinbarkeit von Familie und Beruf“, „Work-Life-Blending“, „Remote Working“ oder „sinnbasiertes Arbeiten“ genannt. Dies hat natürlich entsprechende Auswirkungen auf den Bereich Führung und Transformational Leadership.

Transformational Leadership als Voraussetzung für Co-Creation

Aufgrund der massiven Veränderungen unterliegt der gesamte Bereich der Führung ebenfalls einem massiven Wandel. Hierarchien brechen immer mehr auf, Unternehmenskulturen verändern sich und auch die Art und Weise der Kommunikation ist heute eine komplett andere als noch vor zehn Jahren.

Das bedeutet übrigens nicht, dass man auf Leadership komplett verzichten könnte, denn nach wie vor ist Führung der wichtigste Treiber organisationaler Transformation. Allerdings ist der klassische Top-Down-Ansatz schon lange überholt. Stattdessen steht heute Co-Creation im Vordergrund. Jeder einzelne Mitarbeiter eines Unternehmens kann und muss an seinem Platz Verantwortung übernehmen, um die Dinge voranzutreiben, die in seinem Einflussbereich liegen. Für die Führung bedeutet dies, dass ein vollkommen neues Skillset notwendig ist, das sich an den Anforderungen der VUKA Welt orientiert. Und die drei wichtigsten Eigenschaften einer guten Führungskraft im Transformational Leadership sind Klarheit, Transparenz und Empathie. Und genau diese drei Eigenschaften wollen wir uns nun etwas genauer anschauen.

Klarheit

Klarheit ist der Schlüssel für nachhaltigen Führungs- und Unternehmenserfolg. Denn Klarheit sorgt für Verbindlichkeit. Verbindlichkeit sorgt wiederum für Orientierung. Und Orientierung ist unabdingbar für erfolgreiches Transformational Leadership. Um das eigene Team und die Mitarbeiter durch den Transformationsprozess zu führen, braucht es insbesondere Klarheit in den folgenden Bereichen:

  • Klarheit über die eigene Persönlichkeit, den eigenen Kommunikationsstil und die eigene Wirkung
  • Klarheit über die Unternehmensvision und die damit einhergehende Strategie
  • Klarheit über die eigenen Erwartungen
  • Klarheit über die Werte und Prinzipien, die als Bemessungsgrundlage für Entscheidungen dienen
  • Klarheit über den Sinn (das Warum und Wofür) der geplanten Transformation

Transparenz

Wenn transformational Leadership durch Co-Creation gekennzeichnet ist, kommt man an Transparenz, ja sogar radikaler Transparenz nicht länger vorbei. Nichts sollte geheim sein, weder wichtige Kennzahlen, noch Informationen oder konkrete Ziele, die in der Vergangenheit oftmals wie ein Staatsgeheimnis ausschließlich in den gläsernen Eckbüros der Teppichetage im Elfenbeinturm diskutiert wurden.

Nachhaltige Veränderung erfordert eine maximale Offenheit aller Beteiligten. Und diese erreicht man nur durch Transparenz. In der Kommunikation. Im Handeln. Im Planen. Und insbesondere in der Führung. Auf dieser Weise entsteht das berühmte Empowerment, das Menschen aus der Rolle der bloßen Empfängers von Anweisungen zu einem aktiven Gestalter der Co-Creation macht.

Empathie

Der Faktor Empathie wurde im Oldschool Leadership oftmals mit Schwäche gleichgesetzt, die man sich als Führungskraft auf keinen Fall leisten wollte. Doch diese Einschätzung könnte falscher nicht sein. Mehr noch, Empathie ist in den Zeiten von VUKA, Wandel und Change zu einem unabdingbaren Erfolgsfaktor geworden. Jeder Mensch ist individuell und geht mit Veränderung anders und in seinem ganz anderen Tempo um.

Eine der Hauptaufgaben des transformational Leadership ist es, den einzelnen Persönlichkeiten mit viel Empathie zu begegnen, und sie dort abzuholen, wo sie sich befinden. Ihre Sorgen und Ängste ernst nehmen, und sie gleichsam in die Lage zu versetzen, ein wichtiger und aktiver Teil des Teams zu sein. Im Jahr 2019 gilt: Je ausgeprägter die Empathie, desto wirkungsvoller die Führung.

Diversity als Schlüssel

Mit diesen drei Eigenschaften hält man als Führungskraft den Schlüssel für eine erfolgreiche Transformation in der Hand. Und dieser wirkt umso mehr, je besser man als Organisation in der Lage ist, diverse Teams zusammenzustellen. Die Erfahrung der Älteren mit der Dynamik der Jungen zu mixen. Verschiedene Gender, Kulturen und Spezialisierungen zusammenzubringen, so dass eine Diskussionskultur entsteht, die Reibung erzeugen kann. Und wenn man diese Reibung dafür nutzt, innovative Ideen, Strategien und Wege zu entwickeln, dann muss einem auch in VUKA Zeiten nicht bange vor der Zukunft sein.

Und nun interessiert mich Ihre Meinung zum Thema Transformational Leadership. Schreiben Sie am besten direkt unten einen Kommentar, ich freue mich auf eine spannende Diskussion 🙂

Herzlichst, Ihr Ilja Grzeskowitz

KULTUR SCHLÄGT STRATEGIE: 7 TIPPS FÜR DIE ZUKUNFT

Weil eine Kultur der Veränderung in disruptiven Märkten der größte Wettbewerbsfaktor der Zukunft ist

Kultur schlägt Strategie. Dieser Ausspruch stammt von Management Vordenker Peter Drucker. Okay, im Orginal heißt es dort „Culture eats Strategy for Breakfast“. Aber wir wollen uns nicht an Formulierungen festhalten, sondern uns auf die Kernaussage konzentrieren. Denn die Welt wandelt sich. Immer schneller. Nichts bleibt gleich. Besonders disruptive Technologien, die demografische Entwicklung und die digitale Revolution haben dafür gesorgt, dass die Märkte sich teilweise dramatisch wandeln und die Kunden sich heute komplett anders verhalten als noch vor ein paar Jahren.

Ein paar Beispiele gefällig? Amazon beginnt mit der Paketauslieferung via Drohnen, die ersten 3-D-Drucker sind in der Lage, nahrhafte Nahrung herzustellen und Roboter mit künstlicher Intelligenz erledigen bereits heute einfach Aufgaben in Lägern, an Fließbändern und sogar in Operationssälen. Dies hat Auswirkungen auf Hunderttausende, wenn nicht Millionen von Jobs, die in der Zukunft schlicht und einfach obsolet werden.

Und auch komplette Branchen werden kräftig durchgeschüttelt. So haben Facebook, Uber und Airbnb in nur wenigen Jahren den Big Playern in den jeweiligen Märkten den Rang abgelaufen und sind zum neuen Benchmark geworden.

Kultur schlägt Strategie. Und zwar um Längen!

Ob wir es nun gut finden, oder nicht. In den letzten zehn Jahren hat sich die Gesellschaft und auch die Art und Weise, wie das Business funktioniert, mehr verändert als in den hundert Jahren zuvor. Und der Wandel wird intensiver, denn die Veränderung verläuft schon lange nicht mehr statisch, sondern ist ein dynamisches Phänomen. Wir stehen gerade erst am Anfang von Entwicklungen, die unseren Alltag wieder und wieder auf den Kopf stellen werden. Der Umgang mit diesen Veränderungen ist also schon lange nicht mehr nur “nice to have“, sondern schon lange zum wichtigste Wettbewerbsvorteil in den Märkten der Zukunft geworden.

Doch wie reagieren die Unternehmen? Viele denken immer noch, dass sie zu erfolgreich sind, und dass ihnen daher nichts passieren könne. Welch ein Irrtum. Denken Sie nur mal an den Sony Walkman, den Kodak Farbfilm oder die Yahoo Suchmaschine. Alle drei Produkte waren einst die absolute Nummer eins Weltweit und sind dann Opfer genau dieser Denkweise geworden.

Der Großteil der Firmenlenker hat aber durchaus begriffen, dass man sich heute verändern muss, um auch in fünf bis zehn Jahren noch erfolgreich sein zu können. Doch leider konzentriert man sich dabei vor allem auf klassisches Change Management, temporäre Projekte oder Methoden aus der Personalentwicklung. Dies ist grundsätzlich auch nicht verkehrt, doch da Unternehmen sich immer nur verändern, wenn die Menschen sich verändern, entscheidet am Ende des Tages immer die Einstellung, das Mindset und die Haltung jedes einzelnen Mitarbeiters.

7 Tipps, um eine Kultur der Veränderung zu etablieren

Kultur schlägt Strategie. Oder genauer: Eine Kultur der Innovation, der Offenheit und des Muts zu neuen Wegen schlägt jede noch so ausgetüftelte Business Strategie um Längen. Weil diese einzigartig ist. Denn eines ist so sicher, wie das Amen in der Kirche. Wenn Sie gut sind, dann werden Ihre Konkurrenten alles kopieren. Ihre Produkte. Ihre Preise. Möglicherweise sogar ganze Marketingideen. Doch sie werden niemals in der Lage sein, Ihre Kultur zu kopieren. Weil diese einzigartig ist.

Es lohnt sich also, eine Veränderungskultur zu etablieren, die von jedem einzelnen Mitarbeiter im Unternehmen geteilt und gelebt wird. Auf diese Weise wird der Umgang mit Change nicht zu einem notwendigen Übel, sondern zu einer selbstverständlichen Haltung, die sich am Ende des Tages positiv auf Ihre Umsätze, Kundenzufriedenheit und Profitabilität auswirken wird.

Im Folgenden möchte ich Ihnen daher sieben Schritte vorstellen, um auch in Ihrem Unternehmen eine Culture of Change zu etablieren, die Sie als Unique Selling Proposition (USP) in den Märkten der Zukunft in die Waagschale werfen können.

Tipp 1: Kultur ist Chefsache

Veränderungen scheitern nie aufgrund mangelnden Wissens, falscher Methoden oder ungenügender Strategien. Natürlich gibt es auch hier hohe qualitative Unterschiede, aber der Hauptgrund, warum notwendige Innovationen nicht umgesetzt werden, ist schlicht und einfach die fehlende Bereitschaft der handelnden Personen.

Wenn nicht jeder einzelne Mitarbeiter in einem Unternehmen mit der richtigen Einstellung an die Arbeit geht, dann wird die Umsetzung von Change und fortschrittlichen Ideen extrem schwer. Überlassen Sie die Kultur Ihres Unternehmens daher nicht dem Zufall, irgendwelchen Projektgruppen oder gar einer externen Agentur. Die Change Kultur hat eine so entscheidende Bedeutung, dass Sie die allerhöchste Priorität besitzen sollte. Und das heißt eben ab sofort: Kultur ist Chefsache!

Tipp 2: Wie ist es um Ihre jetzige Kultur bestellt?

Schauen Sie genau hin und bewerten Sie die Ausgangslage. Wie ist die Stimmung, welche Kommunikationsstandards gibt es und welches Selbstverständnis gibt es in Ihrem Unternehmen? Je besser Sie den Ist-Zustand analysieren, desto leichter wird es Ihnen fallen, die notwendigen Maßnahmen, Nachjustierungen oder Kursänderungen festzulegen. Stellen Sie hierzu viele Fragen und binden Sie Ihre Mitarbeiter, Kunden und Geschäftspartner mit ein. Je offener Sie dies tun, desto besser. Je mehr Sie an dieser Stelle schon ein Wir-Gefühl schaffen, desto stärker wird es auch später sein.

Tipp 3: Schauen Sie nur auf sich

So verlockend es auch ist, sich an Unternehmen mit einer einzigartigen Change Kultur zu orientieren, lassen Sie es lieber von Anfang an bleiben. Natürlich können Sie sich von IKEA, Vaude oder Trigema grundlegend inspirieren lassen, aber die Kultur Ihres Unternehmens sollte sich an Ihrer Vision, Ihren Werten und Ihren Vorstellungen vom Business orientieren. Ich gehe sogar noch einen Schritt weiter. Je persönlicher Sie Ihre Kultur ausrichten, desto universeller wird die Wirkung nach Innen und Außen sein.

Tipp 4: Definieren Sie Ihr Mission Statement

Warum tun Sie, was Sie tun? Was ist der Sinn Ihres Unternehmens? Welche Vision teilen Sie mit Ihrem Team? Die Antwort auf all diese Fragen fließt in Ihr Mission Statement ein. Wann immer Sie einmal unsicher in Ihrer grundlegenden Ausrichtung sind, können Sie sich an diesem Warum orientieren. Es gibt Ihnen, Ihrem Team und Ihren Kunden Klarheit und Orientierung. Und in Zeiten, in denen sich um uns herum alles immer schneller verändert, ist dies eine wohltuende Ausnahme. ​

Tipp 5: Legen Sie Ihre Werte fest

Wenn es einen Faktor gibt, für den Sie viel Zeit aufwenden sollten, dann sind es Ihre Unternehmenswerte. Was ist Ihnen wichtig? Welche Prinzipien stehen im Vordergrund? Was ist für Sie unabdingbar und was ein absolutes “No Go”? Je genauer Sie diese Werte definieren, desto schärfer wird Ihr Markenprofil und damit Ihr Ansehen in der Öffentlichkeit.

Und nur, damit wir uns richtig verstehen, nur eine Liste zu machen und diese per Memo an alle Mitarbeiter zu versenden ist nicht genug. Jeder einzelne Unternehmenswert muss täglich gelebt werden. Und zwar von allen. Ohne Ausnahme. Das bedeutet, dass Ihr Team sich mit den Werten identifizieren können muss. Ist dies der Fall, ist das der wichtigste Baustein einer kraftvollen Change Kultur.

Tipp 6: Leben Sie die Change Kultur vor

Auch wenn ich mich wiederhole, dieser Punkt ist so entscheidend, dass ich es gerne tue. Eine Kultur der Offenheit, Flexibilität und Innovation zu etablieren ist nichts, was Sie theoretisch am Reißbrett festlegen. Noch weniger ist es etwas, was Sie delegieren, kaufen oder in einer einmaligen Hauruckaktion implementieren können.

Nein, wenn Sie sich entscheiden, Ihre Unternehmenskultur zur Chefsache zu machen, dann bedeutet das, dass Sie von heute an jeden einzelnen Tag daran arbeiten müssen. Persönlich. Denn eine starke Kultur will vorgelebt, intensiviert und feinjustiert werden. Wie der stete Tropfen den Stein aushält, so implementiert Ihr individueller Einsatz die Kultur in die Köpfe und ganz besonders die Herzen der Menschen in Ihrem Unternehmen.

Tipp 7: Ihre Mitarbeiter kommen IMMER an erster Stelle

Und zum Schluss ein Schritt, der mit hoher Wahrscheinlichkeit das genaue Gegenteil von dem ist, was Sie bisher gehört, gelesen und möglicherweise sogar umgesetzt haben. Denn der Konsens im Business ist nach wie vor: Der Kunde ist König. Und da ist auch eine Menge dran, denn der Kunde sollte immer im Mittelpunkt sämtlicher unternehmerischer Anstrengungen stehen, schließlich sorgt er mit seinem Geld dafür, dass wir auch morgen noch etwas zu Essen auf dem Tisch haben.

Trotzdem sollten Sie IMMER Ihre Mitarbeiter an die erste Stelle setzen. Erst dann kommen Ihre Kunden, Geschäftspartner und Aktionäre. Haben Sie unbedingt hohe Erwartungen, kommunizieren Sie klar und treffen Sie verbindliche Entscheidungen. Aber sorgen Sie gleichzeitig für eine hohe Wertschätzung, für eine Atmosphäre, in der Ihre Mitarbeiter wachsen können und geben Sie jedem einzelnen Menschen die Möglichkeit, seine Talente, Stärken und Ideen einbringen zu können.

Denn wenn Ihre Mitarbeiter gerne, mit einer hohen Motivation und viel Spaß zur Arbeit kommen, dann steigt die Zufriedenheit und damit die Leistung. Und dies sorgt dafür, dass auch Ihre Kunden, Geschäftspartner und Aktionäre mit einer ganz anderen Einstellung behandelt werden.

Haben Sie eine Entscheidung getroffen? Werden Sie die Etablierung einer innovativen Change Kultur in Ihrem Unternehmen zur Chefsache erklären? Ich wünsche Ihnen viel Spaß, Freude und Erfolg bei der Umsetzung. Und schreiben Sie mir gerne Ihre Erfahrungen, Fragen oder Meinungen ins Kommentarfeld. Ich freue mich auf eine spannende Diskussion zum Thema Kultur schlägt Strategie.

Herzlichst, Ihr Ilja Grzeskowitz

RUHE AUF DEM BALKON! EIN RANT GEGEN NEGATIVITÄT.

Ruhe auf dem Balkon! Das möchte ich mit diesem Artikel laut in die Welt hinausrufen. Denn es scheint mir, dass die Besserwisser immer mehr und insbesondere lauter werden. Und sich die Negativität dadurch weiter auszubreiten beginnt. Und genau dieser Negativspirale habe ich den Kampf angesagt. Doch lassen Sie uns zuerst eine kurze Reise in die Vergangenheit unternehmen.

Warum wir mehr Batteriewechsler und weniger Besserwisser, Nörgler und anonyme Kritiker brauchen

Es war ein gewöhnlicher Dienstag Nachmittag im November. Wie so häufig saß die komplette Abteilungsleiter-Riege im Besprechungsraum des Warenhauses zum wöchentlichen Jour-Fix zusammen. Als Geschäftsführer nutzte ich diese Termine u.a. dazu, um die Führungskräfte über alle aktuellen Themen zu informieren. An jenem Tag sollten die einzelnen Abteilungen ihre Maßnahmen für das kommende Weihnachtsgeschäft vorstellen.

Den Start machte Frau Müller (was nicht ihr echter Name ist) aus der DOB (was für Damenoberbekleidung steht). Doch als sie mit dem Präsenter zur ersten Power Point Folie klicken wollte, geschah etwas. Nämlich nichts. Hektisch klickte sie auf der Fernbedienung herum und starrte voller Hoffnung auf die Leinwand. Doch auch der zehnte Klick auf den Präsenter brachte keine Veränderung: Immer noch war der Startbildschirm zu sehen, die Technik wollte einfach nicht funktionieren.

Es dauerte nicht lange, bis das Gemurmel im Raum losging. “Es müsste dringend jemand etwas tun” sagte einer. “Typisch IT-Abteilung, nicht mal das bekommen sie hin” sagte jemand anders. Und eine dritte Person beklagte sich: “Kein Wunder, bei der uralten Ausstattung, mit der wir hier arbeiten müssen kann das ja nicht klappen”.

Fast alle Abteilungsleiter stimmten in das Wegklagen und die Schuldzuweisungen ein. Und es wurde heftigste Kritik geübt: An den Technikern, der Verwaltung, der Zentrale, an der unfähigen (weil technisch völlig unbegabten) Kollegin und sogar am Vorstand. Die Stimmung kochte.

Und das nur, weil ein Präsenter nicht funktionierte. Wahrscheinlich wäre es noch länger so weitergegangen, wenn nicht die junge Abteilungsleiterin aus der Parfümerie etwas getan hätte, womit keiner rechnete. Sie kramte in ihrer Tasche, erhob sich von ihrem Platz und ging wortlos nach Vorne. Dann ließ sie sich von der verdutzten Frau Müller den Präsenter geben, öffnete die Verschlussklappe und wechselte die Batterien. “So”, ließ sie ihre Kollegen wissen, “jetzt geht´s wieder. Wir können weitermachen!”

Aus der sicheren Entfernung kritisiert es sich leicht

An dieses Erlebnis musste ich in letzter Zeit häufig denken. Denn mich beschleicht das Gefühl, dass immer weniger Menschen selber etwas wagen, erschaffen oder umsetzen. Und die Mutigen, die sich trauen, müssen sich dann mit Kritikern auseinandersetzen, die meist ungefragt, sowie mit sicherem Abstand aus der Ferne ihre Meinung kundtun, unter der Gürtellinie attackieren und grundsätzlich der Meinung sind, alles besser zu wissen.

Natürlich würden diese Besserwisser ihnen das nie ins Gesicht sagen. Stattdessen versteckt man sich in der Anonymität des Internets und kann endlich mal das sagen, was man schon immer mal sagen wollte. Es kommt mir ein wenig so vor wie bei der Muppet Show. Können Sie sich noch erinnern? Dort saßen die beiden Senioren Waldorf & Statler auf ihrem gemütlichen Balkon und haben alles kommentiert, zerrissen und in den Kakao gezogen, was sich unten auf der Showbühne abspielte.

Und gibt es nicht auch im wahren Leben genau diese zwei Sorten von Menschen? Die einen, die Handeln, Bewegen und Verantwortung übernehmen. Die Unternehmer, Feuerwehrleute, Krankenschwestern, Schiedsrichter, Schriftsteller, Selbständigen, Gründer, Polizisten und alle anderen Menschen wie Sie und ich, die machen, tun und produktiv tätig sind. Und wer handelt, der macht zwangsläufig Fehler. Wird dadurch angreifbar. Bietet sich als perfekte Zielscheibe an.

Und dann gibt es da noch die anderen. Diejenigen, sich weit entfernt vom tatsächlichen Geschehen aufhalten. Die umgehend in Deckung gehen, wenn es heiß wird, wenn es weh tut, wenn es ans Eingemachte geht. Sich aber natürlich trotzdem das Recht herausnehmen, die Taten der handelnden Menschen auf der weit entfernten Showbühne des Lebens zu kritisieren, zu beurteilen und zu zerreißen.

Konstruktive Kritik vs. anonyme Beschimpfungen

Und nur damit wir uns richtig verstehen, ich spreche hier nicht von konstruktiver Kritik. Diese ist nicht nur hilfreich, sondern für Veränderung absolut notwendig. Nein, ich spreche vor allem von dem zunehmenden anonymen Bashing, das teilweise absurde Formen annimmt.

Doch woran liegt das? Ist es mangelndes Selbstbewusstsein, Neid oder eine generelle Unzufriedenheit mit dem eigenen Leben? Ich weiß es nicht. Aber eines weiß ich: Es nervt! Gerade gestern habe ich wieder zwei Bewertungen für meine Bücher auf Amazon gelesen. Beides waren 1 Sterne Rezensionen. Beide gingen nicht mit einem Wort auf den Inhalt ein, sondern strotzten nur so vor persönlichen Anfeindungen.

Und selbstverständlich hat sich keiner der beiden „Kritiker“ getraut, unter seinem echten Namen zu schreiben. Hinter der sicheren Maske von Pseudonymen kommen einem verbale Tiefschläge eben viel leichter über die Lippen, bzw. Tasten. Natürlich weiß ich, dass meine Meinungen, meine Inhalte und meine Persönlichkeit durchaus polarisieren. Trotzdem habe ich mit diesen anonymen Beschimpfungen vom Balkon grundsätzlich ein Problem.

Warum? Ich persönlich habe diesbezüglich ein dickes Fell und bin gut in der Lage, dem entgegenzutreten. Das kostet zwar Kraft, ist für mich aber auch der Preis, den ich dafür zahle, exponiert auf der Showbühne zu stehen.

Doch für viele andere Menschen kann so etwas durchaus existenzbedrohend sein. Denken Sie an das inhabergeführte Restaurant (da fallen auf einschlägigen Bewertungsportalen Worte wie „ekelhaft“ „widerlich, „unzumutbar“), den kleinen Laden um die Ecke („furchtbarer Service“, „unfreundlich“, „furchtbar“) oder die Tagesmutter aus dem Nachbarort („kann nicht mit Kindern“, „wird schnell wütend“, „ungeeignet“).

Es reicht! Eine Aufforderung an alle Besserwisser und anonymen Nörgler

Ich für mich habe beschlossen, diese Entwicklung nicht mehr nur schweigend hinzunehmen. Im Namen aller produktiven, mutigen und handelnden Menschen möchte ich den besserwisserischen Kritikern daher zurufen:

„Wir freuen uns über jede konstruktive Kritik, weil wir wissen, dass wir uns nur so weiterentwickeln, besser werden und wachsen können. Wir können auch mit direkten Worten, harten Argumenten und Klartext leben, wenn diese Form der Kritik wertschätzend und mit offenem Visier kommuniziert wird. 

Ansonsten gilt: Ruhe auf dem Balkon! Wir haben keine Lust auf Besserwisser, Nörgler und Miesepeter, die uns ungefragt als Projektionsfläche ihrer eigenen Ängste benutzen. Wir brauchen Eure Kommentare aus der sicheren Entfernung nicht. Wir brauchen auch keine Belehrungen, Beschimpfungen oder Miesmacherei. 

Wenn ihr mitreden wollt, dann verlasst den bequemen Balkon und kommt zu uns auf die Showbühne. Dahin, wo es weh tut. In die Hitze des Gefechts. Dorthin, wo Blut, Schweiß und Tränen fließen. Die Welt braucht keine weiteren Menschen, die ganz genau wissen, was die anderen alles falsch machen. Stattdessen braucht die Welt dringend mehr Menschen wie meine junge Abteilungsleiterin. Sie braucht mehr Batteriewechsler. Sie braucht Menschen, die mutig handeln, Fehler machen und Verantwortung übernehmen.“

Ruhe auf dem Balkon! Die Welt braucht mehr Batteriewechsler

Es ist Zeit, eine Entscheidung zu treffen.

Wollen wir Verantwortung übernehmen, oder die Leistungen anderer zerreden?

Gehen wir dahin, wo es weh tut, oder kritisieren wir das Geschehen vom bequemen Balkon aus?

Wollen wir Batteriewechsel oder Besserwisser sein?

Wir alle haben jeden Tag die Wahl!

Wofür entscheiden Sie sich?

Herzliche Grüße Ihr Ilja Grzeskowitz

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