RAUS AUS DER PERFEKTIONSFALLE – REIN IN DIE VERÄNDERUNG

Die Botschaft des Artikels ist einfach: Raus aus der Perfektionsfalle. Denn nichts verhindert den Erfolg von Veränderungen im Business und im Leben so sehr wie der Dran nach Perfektion. Der Anspruch, 100 Prozent erreichen zu müssen. Denn dieser Zustand wird niemals erreicht werden. Ich möchte Ihnen daher Mut machen, sich zu trauen, einfach mit dem Umsetzen Ihrer Ziele anzufangen. Auch wenn Sie von Perfektion noch weit entfernt sein sollten. Und dann auf dem Weg zu lernen, besser zu werden und sich als Persönlichkeit weiterzuentwickeln.

Raus aus der Perfektionsfalle: Der perfekte Moment wird NIEMALS kommen

So viele Menschen träumen vom eigenen Unternehmen, finanzieller Freiheit, einem durchtrainierten Körper, steilen Karrieren, erfüllten Beziehungen und generell einem glücklichen Leben. Doch statt die eigenen Träume in die Tat umzusetzen, zögern sie. Warten ab. Und scheitern schlussendlich am größten Erfolgsverhinderer, den ich kenne: Der Perfektionsfalle. Dem Anspruch, perfekt vorbereitet sein zu müssen. Dem Glauben, dass noch etwas fehlen könnte. Dem fatalen Irrtum, nicht gut genug zu sein. Kommt Ihnen das bekannt vor?

In der Praxis ist die Perfektionsfalle an einem eindeutigen Symptom erkennbar. Anstatt eine echte Entscheidung (nicht zu verwechseln mit Absichtserklärungen, Wünschen oder vagen Behauptungen. Echte Entscheidungen beinhalten immer das Commitment, die volle Verantwortung für sämtliche eventuelle Konsequenzen zu akzeptieren und zu übernehmen) zu treffen, ein klares Ziel zu formulieren und dann sämtliche Kraft in die Umsetzung zu stecken, verschwendet man die vorhandene Energie lieber für die Vorbereitung. Man plant und plant und plant.

Perfektionismus ablegen

Und während andere schon lange im Machen sind, plant man lieber noch ein wenig weiter. Man bereitet sich mental vor, kauft unzählige Bücher (die man dann doch niemals liest, man spricht dann auch von “Shelf-Help-Büchern”), besucht Weiterbildungen, redet sich ein, noch nicht so weit zu sein, nimmt sich vor, im nächsten Monat ganz bestimmt anzufangen und plant dann weiter. Man wartet so lange auf den perfekten Moment, dass man es verpasst, in die so wichtige Phase der Umsetzung zu kommen.

Doch ich will Ihnen das große Geheimnis der Veränderung verraten. Den wichtigsten Baustein, um vom Planungsweltmeister zum Macher zu werden. Sind Sie bereit? Okay, hier ist er. So etwas wie einen perfekten Moment zum Anfangen gibt es einfach nicht. Es wird immer etwas geben, was Sie nicht wissen, was Sie nicht können, oder das Sie nicht bedacht haben. Sobald Sie gestartet sind, werden Herausforderungen, Probleme und Ablenkungen auf Sie warten. Das Leben wird Sie prüfen, ob Sie es wirklich ernst meinen. 

Na und? Erfolg ist niemals eine gerade Linie, sondern immer eine emotionale Achterbahnfahrt mit vielen Höhen und Tiefen. Unsere Aufgabe ist es, auf diesem Weg zu lernen, zu wachsen und uns weiterzuentwickeln. 

Lieber unperfekt starten als perfekt zu zögern

Womit auch immer Sie persönlich oder beruflich unzufrieden sind, die notwendigen Veränderungen werden Ihnen nur gelingen, wenn Sie sich aus der Perfektionsfalle befreien. Machen Sie sich immer wieder klar, dass Sie gut genug sind. Und irgendwann kommt der Zeitpunkt, an dem Sie einfach anfangen müssen. Die perfekte Faustformel lautet: Lieber unperfekt begonnen, als perfekt gezögert. Natürlich, auf dem Weg werden Sie viele Fehler machen, unvorhergesehene Probleme lösen und Hindernisse aus dem Weg räumen müssen.

Aber erstens ist das nun mal das Leben, und zweitens ist dies die einzige Möglichkeit, um zu lernen, zu wachsen und sich weiterzuentwickeln. Folgendes gilt es dabei immer zu beachten: Bereiten Sie sich so viel vor wie nötig, aber so wenig wie möglich. Und dann legen Sie los. Geben Sie sich mit achtzig Prozent zufrieden, denn hundert werden Sie sowieso niemals erreichen. Kommen Sie ins Handeln und lernen Sie auf dem Weg. Und je mehr Sie sich trauen, unperfekt anzufangen, desto erfolgreicher werden Sie sein. Das Motto lautet: Raus aus der Perfektionsfalle – Rein in die Umsetzung. Oder wie es der koreanische Künstler Nam June Paik einmal so treffend ausdrückte: „Wenn zu perfekt, lieber Gott böse!“

VERÄNDERUNG IST EINSTELLUNGSSACHE

Warum Change eine Frage der inneren Haltung ist

Veränderung ist Einstellungssache. Und der Umgang mit Change ist im heutigen Alltag omnipräsent. Und sie fällt so vielen Menschen schwer. Lassen Sie mich Ihnen ein Beispiel geben. Ein Spaziergänger ging eines Abends eine Straße entlang, als er unter einer Straßenlaterne einen Mann knien sah, der irgendetwas zu suchen schien.

Als er näher kam, fragte er: „Guten Abend, darf ich fragen, was genau sie dort unten machen?“ „Ich suche meinen Haustürschlüssel“, kam die prompte Antwort. Da der Spaziergänger ein hilfsbereiter Mensch war, bot er sofort seine Unterstützung an. „Lassen Sie mich Ihnen helfen, wo haben Sie denn Ihren Schlüssel zum letzten mal gesehen?“ „Hm, also das war bei mir in der Garageneinfahrt, ein paar Meter die Straße hinunter“. „Aber guter Mann, warum suchen Sie dann nicht dort nach Ihrem Schlüssel?“ Die verblüffende Antwort ließ nicht lange auf sich warten: „Wie soll das denn bittschön gehen, dort ist es doch vollkommen dunkel und man kann überhaupt nichts sehen.“

Veränderung ist Einstellungssache: Der größte Aha-Effekt

Seit zwanzig Jahren beschäftige ich mich nun mit dem Thema Veränderung. Dabei habe ich vor allem eines festgestellt. Viele Menschen stehen neuen Ideen oder alternativen Wegen skeptisch, kritisch oder sogar offen ablehnend gegenüber. Manche haben sogar richtig Angst vor Neuem. Dies führt dann dazu, dass sie ganz genau wissen, was und wer sich um sie herum alles ändern müsste, damit sie so bleiben können, wie sie sind.

Kommt Ihnen bekannt vor, nicht wahr? Aber warum ist das überhaupt so? Warum sehen so wenige Menschen die riesigen Chancen und Möglichkeiten, die ihnen eine Veränderung bieten würde, sondern verharren stattdessen lieber in der bequem ausgebauten Komfortzone?

Die Antwort ist so einfach, wie verblüffend: Es herrscht ein weit verbreiteter Irrglaube, dass Veränderung schwer sein müsse. Diese Überzeugung hat sich tief in das gesellschaftliche Bewusstsein eingebrannt und ist über viele Jahrhunderte kultiviert und im Laufe der Zeit zu einer sich selbst erfüllenden Prophezeiung geworden. Unter dem Strich läuft es immer wieder auf den Fokus hinaus, und ob wir diesen auf das Problem oder die Lösung richten. Aber schauen Sie sich um, worum kümmern sich die meisten Menschen? Richtig, sie sind komplett auf das Problem fixiert.

Die Idee dahinter ist folgende: Wenn wir nur genau verstehen, warum wir ein Problem haben und tief genug darin herumwühlen, dann können wir es irgendwann auch lösen. Aber kennen Sie nicht auch jemanden, der schon seit fünf Jahren zur Therapie geht, jede Woche dreimal über sein Problem redet, es aber immer noch hat? So funktioniert Veränderung einfach nicht, denn unser Gehirn lernt schnell. Schneller, als die meisten Menschen es sich je vorstellen können. Denn am Ende des Tages heißt es: Veränderung ist Einstellungssache.

Das Mindset macht den Unterschied

Doch dafür müssen Sie Ihre Einstellung ändern. Nachhaltige Veränderungen findet immer außerhalb unserer Komfortzone statt. Dann, wenn wir etwas Neues denken oder tun müssen. Dabei gehen persönliches Wachstum und äußere Ergebnisse Hand in Hand. Und wenn wir wachsen wollen, dann müssen wir den Mut haben, die Sicherheit des Bekannten gegen die Unsicherheit des Neuen einzutauschen. Und genau das fällt vielen so schwer.

Schon Paul Watzlawick wusste: Wenn Sie nur einen Hammer haben, sieht jedes Problem irgendwann aus wie ein Nagel. Je mehr Wahlmöglichkeiten Sie dagegen haben, desto flexibler können Sie reagieren und desto leichter wird Veränderung. Viele meiner Kunden wählen jedoch lieber die genau entgegengesetzte Strategie: Sie wollen Veränderung erreichen, indem sie „mehr desselben“ tun.

Sie arbeiten härter, länger, kürzer schneller, langsamer, lauter oder intensiver. Aber Sie tun trotzdem immer noch das gleiche und wundern sich am Ende, warum auch die Ergebnisse gleich bleiben. Dabei ist die Erfolgsformel ganz einfach: Wenn das, was Sie tun, nicht funktioniert, dann tun Sie so lange etwas anderes, bis Sie mit dem Resultat zufrieden sind. Das ist Flexibilität.

Veränderung ist Einstellungssache. Und findet außerhalb der bequemen Komfortzone statt

Aber wie sieht es eigentlich mit Ihrer Komfortzone aus? Es gibt einen einfachen Test. Stellen Sie sich bitte vor, Sie fahren mit Ihrem Auto durch die Stadt. Im Radio läuft Ihr absoluter Lieblingssong. Sie schmettern aus voller Kehle mit und gehen so richtig in der Melodie und dem Text auf. Sie sind voll und ganz im Moment gefangen, als Sie an einer Ampel halten müssen.

Während Sie immer noch so richtig laut mitsingen, schauen nehmen Sie rechts im Augenwinkel wahr, dass ein Auto neben Ihnen gehalten hat. Und blicken in die weit geöffneten Augen einer Dame, die Sie leicht verstört anblickt. Wie sie jetzt reagieren, sagt ihnen viel über Ihre Komfortzone. Lächeln Sie Ihr zu und singen dann einfach weiter, oder schauen Sie verschämt zur Seite und möchten am liebsten im Boden versinken?

Ob an der Ampel oder im täglichen Job, wenn wir unsere Flexibilität erweitern wollen, dann gibt es nur einen Weg: Wir müssen das Mittelmaß, die “Weiter-so”-Mentalität und das “Mehr desselben” verlassen. Veränderung ist sowieso überall. Veränderung ist Einstellungssache. Und je flexibler wir darauf reagieren können, desto einfacher wird es. Klingt einleuchtend, oder? Aber wann haben Sie eigentlich das letzte Mal etwas zum ersten Mal getan?

Das Leben ist Veränderung

Es nützt einfach alles nichts, wenn Sie andere Ergebnisse erzielen wollen, dann müssen Sie raus aus der Komfortzone. Neue Wege gehen. Über den Tellerrand hinaus blicken. Und alte Denkmuster verlassen. Dies lässt sich sogar relativ einfach trainieren. Tun Sie jeden Tag etwas, was Sie vorher noch nie gemacht haben. Und trauen Sie sich, ein wenig verrückt zu denken und setzen Sie sich große und mutige Ziele. Denn außerhalb der Komfortzone geht die Post so richtig ab.

Veränderung ist Einstellungssache. Ob Sie einfach oder schwer wird, entscheidet sich immer im Kopf. Und bedenken Sie bitte, dass einfach auf keinen Fall „leicht“ bedeutet. Ganz im Gegenteil, Veränderungen können viel Mut und Energie von uns fordern. Doch mit dem richtigen Fokus, maximaler Flexibilität und einer generellen Offenheit gegenüber neuen Ideen gelingt es, nachhaltige Veränderung zu meistern. Ich möchte daher zur Ausgangsfrage dieses Artikels zurückkommen:

Wer sagt, dass Veränderung schwer sein muss? Und hier ist die Antwort: Niemand. Es ist immer nur diese kleine Stimme in unserem Kopf, die von unseren Kernüberzeugungen geprägt und gesteuert wird. Diese kleine, fiese Stimme, die uns so gerne überzeugt, dass es in der Komfortzone so richtig schön gemütlich ist. Und zum Glück ist diese Stimme ja ein Teil von Ihnen, Sie können Sie also verändern und zu Ihrem Vorteil nutzen. Denn Veränderung ist Einstellungssache. Beim Ausrichten Ihres Mindsets wünsche ich Ihnen ganz viel Erfolg.

Herzlichst, Ihr Ilja Grzeskowitz

Freiheit ist die neue Sicherheit – 4 entscheidende Fragen

In Zeiten, die von massiven Veränderungen gekennzeichnet sind, gilt eines mehr denn je: Freiheit ist die neue Sicherheit. Warum das so ist, wie man am besten damit umgeht, und welche konkreten Schritte empfehlenswert sind, erfahren Sie in diesem Artikel. Beginnen wollen wir allerdings mit einer wichtigen Erkenntnis. Dass die Sicherheit, nach der so viele Menschen streben, tatsächlich nur eine vermeintliche Sicherheit ist.

Sicherheit ist nur eine Illusion

Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Er fühlt sich besonders wohl, wenn er auf sicherem Terrain unterwegs ist und auf vertraute Verhaltensweisen zurückgreifen kann. Aus diesem Grund wählen viele Menschen jeden Tag den gleichen Weg zur Arbeit, gehen immer wieder in den gleichen Restaurants essen, unterhalten sich über die immer gleichen Themen und verbringen den Urlaub schon seit fünfzehn Jahren im gleichen Hotel auf Mallorca.

Diese gewohnten Abläufe und Umgebungen geben uns einfach ein Gefühl der Sicherheit. Wir brauchen das, damit es uns gut geht. Doch wie so häufig macht auch hier die Dosis das Gift. Während es sehr ratsam ist, sich möglichst viele kraftvolle und effektive Routinen anzueignen, führen die schlechten und bremsenden Gewohnheiten direkt in die berühmt-berüchtigte Komfortzone. Diese ist vor allem von Bequemlichkeit und in der extremen Ausprägung sogar von Phlegma und Lethargie gekennzeichnet.

Wer Freiheit für Sicherheit aufgibt

Zudem kann der Preis für die vermeintliche Sicherheit innerhalb des Status quo sehr schnell in die Höhe schießen. Je bequemer Sie sich einrichten und je öfter Sie immer wieder die gleichen Dinge tun, desto weniger lernen Sie dazu und nutzen das riesige Potenzial, das in Ihnen schlummert.

Wenn Sie immer nur das tun, was Sie immer tun, immer auf die gleichen Fähigkeiten und das gleiche Wissen zurückgreifen, und immer das denken, was Sie bisher gedacht haben, dann werden Sie auch immer nur die gleichen Ergebnisse erzielen, die Sie bisher erzielt haben. Und das bedeutet eben auch, dass Sie bleiben, wer Sie heute sind.

Lassen Sie uns also gar nicht erst drum herumreden. Im besten Fall bedeutet das für Sie Stillstand, in den meisten Fällen aber einen Rückschritt. Oder wie Benjamin Franklin es auf den Punkt gebracht hat: „Wer Freiheit für Sicherheit aufgibt, der wird am Ende beides verlieren.“

Freiheit versus Sicherheit: Ein ewiger Kampf

Um diese Aussage zu überprüfen, brauchen Sie sich einfach nur ein wenig umzuhören. Denn nicht umsonst wird Sprache auch als die Kleidung der Gedanken bezeichnet. Floskeln wie »Wo kämen wir denn da hin?«, »Das funktioniert so nicht«, »Das kann ich nicht« oder natürlich das berühmt-berüchtigte »Warum sollte ich etwas ändern? Das habe ich schon immer so gemacht« bilden die perfekte Grundlage für ein gepflegtes »Weiter so«, um ja nicht den ersten Schritt der Veränderung gehen zu müssen.

Wie so häufig, steckt auch im Falle der Komfortzone der Teufel im Detail. Gewohnheit und Gleichgültigkeit tauchen nämlich nicht mit einem Paukenschlag aus heiterem Himmel im Leben auf, sondern beanspruchen schleichend und fast unbemerkt immer mehr Platz in Ihrem Alltag. Es fühlt sich ja gut an, deshalb bemerken Sie es meistens gar nicht, dass Sie gerade dabei sind, es sich immer konsequenter in der eigenen Komfortzone bequem zu machen.

Freiheit oder Sicherheit: Was ist Ihnen wichtiger?

Wenn Sie es dann irgendwann mitbekommen, ist es zu spät. Dann bedarf es eines großen Kraftaufwands, um aus der Lethargie des Mittelmaßes auszubrechen und neue Wege zugehen. Nicht gerade eine besonders zielführende Strategie, oder?

Der Grund, warum es manchmal so schwer ist, die mentalen Barrieren zu durchbrechen und außerhalb der bequemen Meinungen, Entscheidungen und Verhaltensweisen zu wachsen, liegt in einem weiteren wichtigen Faktor der Veränderung: Unbewusst wägen Sie nämlich immer zwei Werte gegeneinander ab, die sich diametral gegenüberstehen.

Ich spreche von Sicherheit auf der einen, und Freiheit auf der anderen Seite. Weil diese beiden Werte nun mal nicht unter einen Hut zu bringen sind, läuft unbewusst ein Prozess ab, der Sie im Endeffekt dazu veranlasst, entweder die Sicherheit oder eben die Freiheit zu wählen. Und jetzt sind wir wieder beim Thema der Grauzone, die es in diesem Fall leider nicht gibt. Es gibt nur Schwarz oder Weiß. Sie können entweder Sicherheit haben oder Freiheit. Beides gleichzeitig geht nicht. Ein klein wenig Freiheit mit einer großen Portion Sicherheit ist bedauerlicherweise nicht möglich.

Freiheit ist die neue Sicherheit: Die berühmte Komfortzone

Ein echtes Dilemma. Sicherheit ist nämlich eines der wichtigsten menschlichen Grundbedürfnisse. Oder besser gesagt: das Gefühl der Sicherheit. Denn tatsächlich handelt es sich meistens nur um eine vermeintliche Sicherheit. Aber unbewusst tun Menschen alles dafür, um permanent dieses Gefühl von Sicherheit zu haben. Und dann geben sie sich einer Illusion hin, vor der sie tief in ihrem Innersten spüren, dass sie nur ein wackeliges Konstrukt ist, das bei der erstbesten Erschütterung in sich zusammenfällt.

Dahinter steht eine relativ einfache Denkweise: Was Sie haben, das kennen Sie. Möglicherweise sind Sie nicht hundertprozentig zufrieden, aber Sie haben sich mit den Gegebenheiten eben arrangiert. Und dann kommen Gedanken wie: »Wer weiß, ob es nicht noch schlimmer kommt.« Jetzt sind wir wieder bei den Garantien. Niemand weiß, was die Zukunft bringt. Jedes Vorhaben kann scheitern.

Jedes Luftschloss kann sich in selbiger auflösen. Und auch jeder Traum kann platzen. Um dieses mögliche Scheitern zu vermeiden, bleibt man lieber bei dem, was man hat. Man entscheidet sich für das Gefühl der Sicherheit und gegen die Möglichkeiten der Freiheit. Und genau mit dieser Art von Denken richtet man sich dauerhaft in der Komfortzone ein.

Freiheit ist die neue Sicherheit: Wenn Sie sich trauen

Ich möchte Sie daher einladen, über diese Dinge einmal aus einer ganz anderen Perspektive zu betrachten. Ich bin als Keynote Speaker und Business Coach viel unterwegs und übernachte daher oft in Hotels. Und diese Zeit nutze ich dann für eine meiner Lieblingsbeschäftigungen: Ich liege quer ausgestreckt auf dem Bett und zappe durch die TV-Kanäle. Es gibt ein paar Sendungen, die ich besonders gerne sehe, zum Beispiel “Rach, der Restauranttester”. In diesem preisgekrönten Format rettet Sternekoch Christian Rach kränkelnde Restaurants vor der drohenden Pleite, indem er den Inhabern hilft, mittelmäßige Konzepte loszulassen und sich selbst zu verändern.

Einmal arbeitete er in der Nähe von Berlin mit einem Restaurantbesitzer, dem es nicht besonders gut, aber auch noch nicht wirklich schlecht ging. Die Qualität von Essen und Service waren mittelmäßig, die Zahl der Besucher und die Umsätze ebenfalls. Und jetzt kommt das Kuriose: Der Mann hatte zwar einen großen Traum im Kopf, aber nicht den Mut, ihn in die Tat umzusetzen. Seine Standardausrede war: »Wer kann mir denn sagen, dass es auch wirklich funktioniert?«

Die Antwort von Christian Rach hat mich sehr beeindruckt. Er sagte nämlich: »Niemand gibt dir eine Garantie, und keiner weiß, ob du mit dem neuen Konzept am Ende erfolgreich bist. Aber ein Traum kann nur dann platzen, wenn man einen hat. Du hast einen. Und das unterscheidet dich von 99 Prozent der Menschen da draußen. Glaub an dich und gib dein Bestes. Den Rest lernst du auf dem Weg von ganz allein.« Das ist die Philosophie des „Freiheit ist die neue Sicherheit“ in Reinkultur.

Neue Wege erfordern mutige Entscheidungen

Neue Wege zu gehen, erfordert Mut. Sämtliche Erfindungen der Geschichte, die großen Ideen, die tollkühnen Träume und epochalen Entwicklungen lagen außerhalb der Komfortzonen derjenigen, die sie verwirklichten. Sie waren immer das Resultat von verrückten Plänen, unbequemen Entscheidungen und konsequentem Umsetzen. Sie können heute den Eiffelturm in Paris bewundern, weil Gustave Eiffel den Mut hatte, seine bequemen Pfade zu verlassen. Schwarze haben mittlerweile die gleichen Rechte wie Weiße, weil Menschen wie Martin Luther King oder Rosa Parks den Mut zu unbequemen Handlungen hatten. Und die digitale Revolution findet heute nur deshalb so rasant statt, weil Konrad Zuse (der als Erfinder des modernen Computers gilt) im Jahr 1941 die Chance ergriff, die Freiheit seiner tollkühnen Idee der Sicherheit des Gewohnten vorzuziehen.

Menschen wie ihm sollten wir dankbar sein, denn ansonsten würden wir unsere Briefe heute immer noch mit einer Feder schreiben, per Pferdekutsche in zwei Wochen von Berlin nach Frankfurt reisen oder unser Essen sogar noch über offenem Feuer zubereiten. Jeder Fortschritt, jedes Wachstum und jede Veränderung kann immer nur außerhalb der eigenen bequemen Komfortzone stattfinden.

Die persönliche Freiheit wird zur neuen Sicherheit

Viel größer als das Risiko der Freiheit ist das blinde Vertrauen auf eine Sicherheit, die es sowieso niemals gibt. Sie existiert nur in Ihrem Kopf. Sie ist eine Illusion, die sich jederzeit in Luft auflösen kann. Vor allem aber ist sie von äußeren Faktoren abhängig, die Sie niemals vollständig beeinflussen können. Die Welt befindet sich in einem rasanten Wandel. Die Konstanten der Vergangenheit verlieren schnell Ihre Gültigkeit. Den sicheren Arbeitsplatz gibt es schon lange nicht mehr. Die unterschiedlichsten Währungen, das Klima und die Weltwirtschaft sind ebenso instabil. Unter diesen unsicheren Rahmenbedingungen gibt es nur eine einzige Konstante. Und das sind Sie.

Nehmen Sie Ihr Schicksal in die eigenen Hände. Je mehr Sie Ihre eigene Freiheit ausbauen, desto mehr Sicherheit werden Sie verspüren. Ich behaupte sogar, dass es Ihre einzige Chance sein wird, sich aktiv zu verändern und den äußeren Umständen immer einen Schritt voraus zu sein. Im Wandel der nächsten Jahre gilt eines mehr denn je: Freiheit ist die neue Sicherheit. Und damit zur einzigen Konstante, auf die Sie sich verlassen können. Doch dafür ist es notwendig, zuallererst Ihr Denken zu ändern und im nächsten Schritt Ihre Komfortzone zu verlassen.

Freiheit ist die neue Sicherheit: Die 4 wichtigsten Fragen der Zukunft

Um Ihnen dies zu erleichtern, möchte ich Ihnen ein einfaches Frühwarnsystem an die Hand geben, das Ihnen die möglichen Risiken von verschiedenen Handlungsoptionen sehr anschaulich vor Augen führt. Es besteht aus vier kurzen, aber wirkungsvollen Fragen:

  1. Was passiert, wenn ich mich verändere?
  2. Was passiert, wenn ich mich nicht verändere?
  3. Was passiert nicht, wenn ich mich verändere?
  4. Was passiert nicht, wenn ich mich nicht verändere?

 

Mit diesen vier Fragen erhalten Sie sehr schnell Klarheit über die wichtigsten Eckpfeiler einer jeden Veränderung. Sie werden sich der Chancen und Möglichkeiten bewusst, ohne dabei die Risiken zu übersehen. Sie erhalten ebenfalls einen schnellen Überblick, welche Auswirkungen mögliche Entscheidungen auf die verschiedensten Netze in Ihrem Leben haben. Vor allem aber halten Sie sich selbst den Spiegel vor, der Ihnen dabei hilft, Ihre Komfortzone zu verlassen und dadurch wachsen zu können. Denn vergessen Sie eines niemals. Im immer schneller werdenden Wandel gilt: Freiheit ist die neue Sicherheit.

Welche Erfahrungen haben Sie gemacht? Ich freue mich auf Ihren Kommentar.

Herzliche Grüße

Ihr Ilja Grzeskowitz

10 Geniale Präsentationstipps für Deinen nächsten Vortrag

„Ilja, was sind denn Deine besten Präsentationstipps, damit ich bei meinem nächsten Vortrag oder Referat mein Publikum begeistern kann?“ Diese Frage habe ich in letzter Zeit so häufig gehört, dass ich beschlossen habe, einen Artikel mit meinen besten Präsentationstipps zu verfassen. Ich hoffe sehr, dass sie wertvoll für Dich sein werden, denn wenn Du in der Lage bist, gut zu präsentieren, dann bedeutet dies eigentlich etwas anderes. Was genau? Ganz einfach: Deine Ideen, Vorschläge und Botschaften erhalten ein ganz anderes Gewicht und Du wirst Deine Ziele wesentlich einfacher erreichen können.

Gut präsentieren zu können ist eine extrem wichtige Fähigkeit

Für wen lohnt es sich nun, in der Kunst guter Präsentationen besser zu werden? Die Antwort mag Dich erstaunen, aber andere Menschen mit der Kraft des Wortes zu überzeugen hilft so gut wie jedem weiter. Es spielt keine Rolle, ob Du professioneller Vortragsredner, Trainer oder in einer anderen beruflichen Position bist, in der Du ab und an Deine Ideen präsentieren darfst, ob Du Studentin, Schüler, Auszubildender oder Essay Writer bist. Je wirkungsvoller Deine Präsentationen sind, desto größer Dein Erfolg im jeweiligen Bereich.

Um Dir dabei zu helfen, möchte ich Dir daher meine 10 besten Präsentationstipps vorstellen, die ich mir im Laufe der Jahre angeeignet habe. Sie sind universell anwendbar, egal in welchem Kontext Dein Vortrag, Dein Referat oder Deine Präsentation stattfinden wird. 

Präsentationstipps: Die absoluten No-Gos

Starten möchte ich jedoch mit einigen No-Gos, die Du unbedingt vermeiden solltest. Denn insbesondere in der Konzernwelt scheint es, dass sich die Präsentationsmethoden in den letzten Jahrzehnten nicht ein Stück geändert haben. Vielleicht kommen Dir ja einige Punkte bekannt vor. Hier sind die häufigsten Fehler, die ich immer wieder beobachte:

  1. Ausschließliche ICH-Fixierung
    Der Präsentierende ist ausschließlich auf sich fixiert und das Publikum, um das es eigentlich geht, bleibt völlig außen vor.
  2. Powerpoint ist kein Skript
    Präsentatoren packen leider häufig immer noch ALLES, was sie sagen wollen, stichpunktartig auf die Folien. Eine Power-Point-Präsentation (oder alternativ auch Keynote oder Prezi) sollten immer nur zur Unterstützung des Gesagten dienen. Ansonsten könnten sich die Leute die Präsentation auch einfach nur als PDF durchlesen, oder?
  3. Immer nur nach hinten blicken
    Dem Publikum wird der Rücken gezeigt, anstatt in die Kommunikation mit ihm zu gehen.
    So kann niemals die Verbindung zum Publikum aufgebaut werden.
  4. Keine eigenen Inhalte haben
    Bitte, bitte nichts von Kollegen, Walt Disney, Steve Jobs klauen. Niemand will dies mehr hören.
    Es geht stattdessen darum, eigene Inhalte zu haben, die originär sind. Je authentischer DEINE Inhalte sind, desto besser wirst Du beim Publikum ankommen.
  5. Nicht vorbereitet sein
    Jeder kann auf der Bühne scheitern, keiner soll perfekt sein. Aber was niemals passieren sollte, dass man nicht vorbereitet ist.
  6. Laserpointer
    Bitte nicht mehr benutzen. Punkt. Wenn Du nur eine Sache mitnimmst, dann diese 😊

10 geniale Präsentationstipps für eine wirkliche gelungene Präsentation

Nachdem wir uns die größten Fehlerquellen angeschaut haben, wollen wir nun zu den 10 Präsentationstipps kommen, die Deinen nächste Vortrag richtig voranbringen werden. Here we go.

  1. Egal, was Du machst. Mach es mit Intention.
    Frage Dich bei jeder Folie, jedem Beispiel, das Du benutzt, welcher Zweck damit erfüllt werden soll. Wozu ist das gut und notwendig? Dies sind wunderbare Fragen, um auf den Kern einer Präsentation zu kommen.
  2. Gute Vorbereitung ist alles
    Alles, was auf der Bühne einfach aussieht, ist immer das Ergebnis von harter Arbeit, unzähligen Stunden des Probens und intensiver Vorbereitung. Deshalb kann ich immer wieder nur empfehlen, Deine Präsentationen zu üben. Je häufiger Du das tust, desto besser wirst Du werden.
  3. Informiere Dich über Deine Zuhörer
    Wer genau sitzt im Publikum? Welchen Background haben die Menschen? Was wissen sie schon? Je besser Du all diese Dinge weißt, desto leichter wird es Dir fallen, die Inhalte maßgeschneidert anzupasssen.
  4. Das Ende schon am Anfang im Auge haben
    Was ist das Ziel Deiner Präsentation? Was sollen Deine Zuhörer am Ende anders denken, wie sollen sie anders handeln und wie sollen sie sich am Ende fühlen? Wenn Du diese Fragen für Dich beantworten kannst, dann bist Du in der Lage, von Beginn an, alles darauf auszurichten.
  5. Always go first
    … and the people will follow you! Das bedeutet in Vorträgen vor allem eins: Gehe in die Zustände, in denen Deine Zuhörer sich befinden sollen. Willst Du sie motivieren, sei selber motiviert. Sollen Sie Neugier verspüren, dann sei selber neugierig. Und wenn Du Leidenschaft wecken willst, dann sei selber zuerst leidenschaftlich.
  6. Die Sprache der Zuhörer sprechen
    Gibt es bestimmte Worte, die für Dein Publikum typisch sind? Gibt es Abkürzungen, Fachbegriffe oder lokale Besonderheiten? Je besser Du sprachlich auf Dein Publikum eingehst, desto besser.
  7. Erzähl Geschichten
    Storytelling ist die wohl wichtigste Fähigkeiten eines guten Vortragsredners. Menschen hören nämlich gerne Geschichten. Hinzukommt, dass Du in Geschichten unheimlich gut die harten Fakten verpacken kannst. Aber: Erzähle Deine eigenen Geschichten und nicht die Geschichten anderer.
  8. Streiche unnötige Informationen
    Gute Präsentationen bestechen durch Klarheit und Kompaktheit. Frage Dich immer: Ist diese Information wirklich, wirklich wichtig, um meine Kernbotschaft rüberzubringen? Wenn die Antwort „nein“ lautet, kannst Du den Inhalt bedenkenlos streichen.
  9. Bleib Dir selber treu
    Vergiss das ganze Rhetorik-Training. Natürlich kann man an seiner Technik feilen, aber bleib Dir selber treu. Im Endeffekt mögen Menschen einfach Unperfektheit.
  10. Genieß die Präsentation
    Wenn Du die Gelegenheit hast, mit Deinen Worten, Ideen und Inhalten das Leben bei einem anderen Menschen ein bisschen zu verändern, dann solltest Du dies genießen. Dieses Privileg sollte Dich nicht unter Druck setzen, sondern genieße jeden einzelnen Moment.

 

Ich hoffe, dass diese 10 kurzen und knackigen Präsentationstipps wertvoll für Dich waren. Probiere doch bei Deiner nächsten Präsentation einfach einmal einen oder mehrere Tipps aus. Du wirst feststellen, dass Dir Deine Präsentation mehr Spaß macht und Du eine größere Wirkung beim Publikum hast. Lass mich gerne wissen, welcher Tipp für Dich am besten funktioniert hat und welcher vielleicht auch gar nicht. Und wenn Du tiefer in das Thema einsteigen willst, dann empfehle ich Dir die folgende Podcastepisode, in der ich sämtlich Tipps wesentlich detaillierter erkläre.

Podcast-Episode #116: „Meine 10 besten Präsentationstipps“

Was sind Werte – Definition, Bedeutung und Wichtigkeit

Werte sind mein absolutes Lieblingsthema. Aus diesem Grund wollen wir uns in diesem Artikel einer wichtigen Frage widmen: Was sind Werte? Sie fragen sich, warum? Weil kraftvolle Werte und nachhaltige Veränderungen einander bedingen. Weil der bewusste Umgang mit Werten darüber bestimmt, ob wir glücklich oder unglücklich sind. Weil der Fokus auf Werte über unseren beruflichen Erfolg bestimmt.

Ich möchte das Thema Werte in diesem Artikel daher etwas genauer unter die Lupe nehmen. Wir wollen uns anschauen, was Werte genau sind, warum sie so extrem wichtig sind und wie genau man sie definieren und ggf. verändern kann. Haben Sie Lust?

Warum sind Werte wichtig?

Wunderbar, dann lassen Sie uns direkt loslegen. Und zwar mit ein paar harmlos klingenden Fragen, die ich Ihnen gleich zu Beginn stellen möchte.

  • Warum führen Sie das Leben, das Sie führen?
  • Weshalb haben Sie sich für Ihren Beruf entschieden?
  • Was ist Ihr Antrieb, wenn es einmal nicht so gut läuft

 

Die Antwort auf alle drei Fragen lautet: Es sind Ihre Werte. Nichts hat einen so großen Einfluss auf unsere Entscheidungen, Verhaltensweisen und Ergebnisse wie unser inneres Wertesystem. Sie sind der Kompass, an dem wir alles ausrichten. Die Dinge, die wir tun, aber auch diejenigen, die wir nicht tun. Doch schon einmal ein wichtiger Hinweis: Ich spreche in diesem Artikel nicht von diesen fluffigen, wohlklingenden und trendigen Werten, die man auf ein Blatt Papier schreibt (oder in Unternehmen auf Plakate druckt und die Wände damit pflastert).

Nein, ich spreche von den Werten, die tief in unserem Unterbewusstsein verankert sind, unsere Persönlichkeit definieren und die wir jeden einzelnen Tag leben. Um das besser zu verstehen, wollen wir uns im ersten Schritt einmal die Definition von Werten anschauen.

Werte Definition Deutsch

Was sind Werte eigentlich genau? Je mehr Sie sich mit dem Thema beschäftigen, desto mehr werden Sie eines feststellen: So gut wie jeder hat eine grobe Ahnung und denkt, bereits alles darüber zu wissen. Aber dieses Wissen ist lediglich oberflächlich (ich weiß, wovon ich spreche, ich war auch einmal an diesem Punkt), denn die Beschäftigung und die Definition der eigenen Werte ist ein wenig wie bei Alice im Wunderland. Sobald sie einmal begonnen haben, kennt die Tiefe des Kaninchenbaus keine Grenzen mehr. Was sind Werte denn nun?

Wie immer in solchen Fällen schauen wir bei Wikipedia nach, die folgende Werte-Definition für uns bereitstellt:

„Werte sind erstrebenswert oder moralisch gut betrachtete Eigenschaften, bzw. Qualitäten, die Objekten, Ideen, praktischen, bzw. sittlichen Idealen, Sachverhalten, Handlungsmustern, Charaktereigenschaften beigelegt werden.“

Wenn Sie schon ein paar meiner Artikel oder sogar Bücher gelesen haben, dann wissen Sie, dass ich komplizierte Definitionen überhaupt nicht mag, sondern dass ich kurze, prägnante und insbesondere verständliche Formulierungen bevorzuge. Meine persönliche Werte Definition lautet daher wie folgt:

„Werte sind erstrebenswerte oder ablehnunsgwürdige Eigenschaften, die uns in Entscheidungssituationen als Bewertungsmaßstab dienen.“

„Erm, Ilja, ist das schon alles?“ Ja. Ein einziger Satz, in dem der komplette Kern von Werten beschrieben wird. Damit Sie ein noch besseres Verständnis von dieser Aussage bekommen, möchte ich Ihnen eine kurze (und unvollständige) Auswahl an Werten vorstellen. Dabei stelle ich Ihnen zuerst eine Liste von Werten vor, nach denen wir streben und die für uns positiv belegt sind. Direkt danach folgt eine Übersicht von Werten, die wir gerne vermeiden wollen und die wir als negativ betrachten.

Was sind Werte Beispiele: Positiver Fokus

Positive Werte

Was sind Werte Beispiele: Negativer Fokus

Negative Werte

Was sind meine Werte?

Haben Sie die beiden Listen ein wenig auf sich wirken lassen? Dann möchte ich Ihnen jetzt gerne zwei Fragen stellen:

  1. Was sind Ihre zehn wichtigsten positiven Werte?
  2. Welches sind die zehn Werte, die Sie in Ihrem Leben unbedingt vermeiden wollen?

 

Ich empfehle Ihnen sehr, sich für diese Überlegung ausreichend Zeit zu nehmen. Und seien Sie bitte bei einer Sache mehr als vorsichtig. Es gibt nämlich einen riesigen Unterschied zwischen den Werten, die wir intellektuell als erstrebenswert erachten und denen, nach denen wir tatsächlich leben und handeln.

Sie können da gerne die Probe aufs Exempel machen. Fragen Sie 100 Personen nach ihren wichtigsten Werten, dann werden Sie in mindestens 90 % aller Fälle Ehrlichkeit als Antwort erhalten. Aber schon in der nächstbesten Konfliktsituation ist es damit dann nicht mehr so weit her und man greift zu Notlügen, verschweigt wichtige Informationen oder traut sich aus Gründen der Political Correctness nicht, seine ehrliche Meinung zu sagen.

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Persönliche Werte als Spiegel unseres Verhaltens

Ausschließlich Handlungen sind immer ein direkter Spiegel unserer Werte. Ist uns Pünktlichkeit wichtig, würden wir nie zu spät kommen. Ist Ehrlichkeit ein wichtiger Wert, dann würden wir lieber negative Konsequenzen in Kauf nehmen, anstatt zu lügen. Oder wenn wir Sparsamkeit als erstrebenswert erachten, dann würden wir niemals wahllos mit Geld um uns schmeißen. Generell lässt sich sagen, dass Sie an Ihren Werten exakt erkennen können, was für Sie wichtig ist, und was Sie lieber vermeiden wollen.

Doch zurück zum Spiegel. Ich habe den Zusammenhang zwischen unseren Werten und dem entsprechenden Verhalten vor vielen Jahren auf die harte Tour gelernt. Dazu müssen Sie wissen, dass ich in meinen Listen schon immer den Wert Familie ganz oben stehen hatte. Es kam mir intellektuell immer ganz logisch vor, denn nichts war mir so wichtig wie meine Partnerin und meine damals noch kleine Tochter (die heute bereits eine wunderbare Teenagerin ist).

So wichtig, dass ich es auch regelmäßig all meinen Kollegen, Mitarbeitern und Freunden erzählte. Und ich weiß es noch wie heute, wie mich eines Abends der Schlag der Erkenntnis traf, als mich ein befreundeter Kollege mit folgender Aussage konfrontierte: „Sag mal Ilja, wenn Dir die Familie so wichtig ist, warum sitzt Du dann eigentlich zum vierten Mal in dieser Woche noch um 21 Uhr Abends im Büro?“

Rumms. Das saß. Aus einem ersten Impuls heraus wollte ich meine Gründe darlegen, wollte argumentieren, warum es nur eine Ausnahme war. Aber ich stellte schnell fest, dass alles was ich sagen würde, am Ende nur eine Ausrede sein würde. Zwar eine sehr logisch und plausibel klingende Ausrede, aber so sehr ich auch gerne anders gehabt hätte, es war und blieb eine Ausrede. Und es kostete mich eine Menge Mut, um mir selber den eigentlichen Grund einzugestehen, warum das so war: Mir war zum damaligen Zeitpunkt meine Karriere einfach wichtiger als meine Familie.

Werte sind mehr als nur ein paar wohlklingende Worte auf Papier

Ich gebe zu, dass ich an dieser Erkenntnis ganz schön zu knabbern hatte. Denn meine Familie war in meiner Vorstellung tatsächlich das wichtigste überhaupt für mich. Doch mein Verhalten sagte etwas komplett anderes. Oder wie es ein altes Bonmot sagt: „Ich kann Deine Worte nicht hören, Deine Taten schreien so laut!

Doch ich wollte mich mit diesem Zustand nicht abfinden und wusste, dass ich etwas ändern musste. Grundsätzlich hatte ich zwei Möglichkeiten. Entweder ich änderte meine Wertehierarchie und akzeptierte es, dass für den Moment meine Karriere die höchste Priorität genoss. Oder aber ich passte mein Verhalten an meine Werte an. Und genau dafür habe ich mich entschieden, indem ich meinen Fokus nicht länger auf Anwesenheit im Büro, sondern auf Effizienz und Ergebnisse gelegt habe. Die Folge war, dass ich nicht nur generell wieder zufriedener war, sondern auch im Job wieder mit mehr Elan und Spaß zu Werke gegangen bin.

Bedeutung Werte für das menschliche Verhalten

Ich hoffe, dass aus diesem Beispiel eine Sache sehr deutlich geworden ist. Die Beschäftigung mit den eigenen Werten klingt theoretisch ziemlich leicht und einfach. Man schreibt ein paar wünschenswerte Begriffe auf, die man gut findet und gerne in seinem Leben hätte. Das Problem ist, dass überhaupt keinen Unterschied macht, was wir auf ein Blatt Papier schreiben. Entscheidend ist nämlich immer, nach welchen Werten wir handeln. Und die sind nicht immer identisch mit denjenigen, die wir gerne hätten. Das liegt an einer einfachen, aber oft übersehenen Kausalität.

Wir bewerten unser eigenes Verhalten, unsere Vorstellungen und Werte immer nach unserer Intention, die von unseren Mitmenschen aber ausschließlich nach deren Ergebnissen.

Würden wir den gleichen Maßstab bei uns selber anwenden, dann würde für viele von uns ein komplettes Weltbild wie ein Kartenhaus zusammenstürzen.

Wie entscheiden Sie sich, wenn es hart auf hart kommt?

Ich möchte Ihnen ein weiteres Beispiel geben. Stellen Sie sich bitte vor, dass Sie auf Ihre Liste die beiden Werte Frieden und Integrität ganz nach Oben gesetzt hätten. Sie sind davon fest überzeugt und würden selbstverständlich niemals gegen Ihre pazifistischen Überzeugungen handeln.

Doch eines Tages befinden Sie sich in einer Notsituation. Sie haben Ihren Job verloren, müssen mehrere Kredite abbezahlen und haben vier hungrige Kinder zu Hause, die sie jeden Abend mit hungrigen Mägen hoffnungsvoll anschauen. Leider ist es nicht so leicht, eine neue Arbeit zu finden, und Ihre Schulden drohen Ihnen langsam über den Kopf zu wachsen.

Bis Sie eines Tages ein phänomenales Jobangebot erhalten. Eine Geschäftsführerposition mit Dienstwagen, großzügiger Altersvorsorge und einem Gehalt, dass Ihre kühnsten Vorstellungen bei weitem übertrifft. Sie wissen: Sie müssen nur Ja sagen und schon wären alle Ihre Probleme gelöst. Sie hätten einen tollen, anspruchsvollen Job.

Ihre Schulden wären auf einen Schlag verschwunden und Ihre Familie hätte wieder genug zu essen. Doch es gibt bedauerlicherweise einen Haken. Das Jobangebot stammt von einer Rüstungsfirma, die Waffen in verschiedene Krisengebiete dieser Welt liefert. Wie entscheiden Sie unter diesen Voraussetzungen? Sind Ihnen Ihre Werte so wichtig, dass Sie ohne mit der Wimper zu zucken auf die finanzielle Absicherung Ihrer Familie verzichten, oder waren der Frieden und die Integrität doch eher eine theoretische Wunschvorstellung?

Wir entscheiden uns IMMER anhand unseres Wertesystems

Auch wenn das jetzt nur eine hypothetische Überlegung war, ist so eine Entscheidung gar nicht so einfach, oder? Und doch agieren wir tagtäglich nach genau diesem Prinzip. Wir entscheiden uns anhand unseres individuellen Wertesystems. Im Kleinen wie im Großen. Im Job, in unseren Beziehungen und in unserem Alltag.

Je gefestigter Ihre Werte sind, desto leichter fällt es Ihnen, eine klare und unumstößliche Entscheidung zu treffen.

Und wie wir später noch sehen werden, beginnt jede nachhaltige Veränderung genau damit. Ich möchte Sie daher gerne dafür begeistern, sich intensiv und ausführlich mit Ihren persönlichen und tiefsten Werten auseinander zu setzen. Denn immer dann, wenn Werte und Verhalten miteinander im Konflikt stehen, dann spüren wir eine gewisse Unzufriedenheit, haben das Gefühl, auf der Stelle zu treten oder erhalten nicht die gewünschten Ergebnisse. Hier deshalb meine Checkliste für eine optimale Ausrichtung Ihres individuellen Wertesystems.

Zehn Schritte zur optimalen Ausrichtung Ihres individuellen Wertesystems

  1. Schreiben Sie sämtliche Werte auf, die Ihnen wichtig sind. Seien Sie kreativ. Brainstormen Sie. Und wie immer: Am besten funktioniert es, wenn Sie das Ganze mit einem Füller und Ihrem Veränderungs-Journal machen.
  2. Wählen Sie aus Ihrer Liste die zehn wichtigsten Werte aus.
  3. Bringen Sie diese Werte in eine hierarchische Reihenfolge, in der Ihr wichtigster Wert auf Platz Eins steht, der zweitwichtigste auf Platz Zwei usw.
  4. Wiederholen Sie das Ganze für Ihre negativen Werte, die Sie auf jeden Fall vermeiden wollen.
  5. Prüfen Sie beide Listen auf Werte, die miteinander in Konflikt stehen (bspw. Freiheit und Sicherheit oder Anerkennung und Zurückweisung). Sollten Sie auf einen Wertekonflikt stoßen, ersetzen Sie den weniger wichtigen durch eine motivierende Alternative.
  6. Prüfen Sie, ob sich tägliches Ihr Verhalten mit Ihren wichtigsten Werten im Einklang befindet. Sollten Sie auf einen Konflikt stoßen, haben Sie zwei Möglichkeiten. Erstens: Sie tauschen den Wert gegen einen neuen, der zu Ihrem Verhalten passt. Zweitens: Sie passen Ihr Verhalten ganz bewusst dem Wert an.
  7. Adaptieren Sie Ihre Listen so lange, bis Sie insgesamt 20 Werte haben, die Ihre tiefsten Wünsche, Ansichten und Eigenschaften widerspiegeln und zu Ihrem zukünftigen (Traum-) Leben passen.
  8. Integrieren Sie Ihre (neuen) Werte in den Alltag und achten Sie bei so vielen Entscheidungen wie möglich ganz bewusst darauf, nach Ihren wichtigsten Werten zu handeln.
  9. Machen Sie dies so lange, bis Ihr bewusst gewähltes Wertesystem zu einer automatischen und gewohnheitsmäßigen Grundlage für Ihre Entscheidungen und Verhaltensweisen geworden ist.
  10. Wiederholen Sie diesen Prozess anfangs alle vier Monate, später ein mal im Jahr.

Die wichtigsten Werte aller Changemaker

Je mehr Sie sich mit Ihren ganz individuellen Werten auseinandersetzen, desto mehr werden Sie feststellen, wie wichtig dieses Puzzleteil für den Ausdruck Ihrer einzigartigen Persönlichkeit ist. Je mehr Sie auf kraftvolle und tief verankerte Werte zurückgreifen können, desto mehr werden Sie als Changemaker wahrgenommen, der anderen Menschen als Vorbild gilt. Und wenn auch jeder einzelne Mensch auf dieser Welt ein ganz individuelles Wertesystem hat, so gibt es dennoch einige universelle Werte, die alle Changemaker miteinander verbinden. Die wichtigsten hiervon sind:

Changemaker Wert #1: Eigenverantwortung

Dieses Wort ist das in meinen Büchern vermutlich am häufigsten verwendete. Und das hat einen guten Grund. Nichts ist so wichtig wie die Verantwortung für die eigenen Ideen, Entscheidungen und Handlungen zu übernehmen. Ohne Ausnahme. Ohne Kompromisse. Ohne Ausreden.

Changemaker Wert #2: Mut

Wer es wagt, die ausgetretenen Pfade zu verlassen und auch ohne Titel, Geld oder Erlaubnis Veränderungen umzusetzen, benötigt zwangsläufig eine Menge Mut. Warum? Ganz einfach, neue Ideen werden anfangs häufig belächelt und oftmals sogar bekämpft.

Changemaker Wert #3: Verantwortung für andere

Echte Changemaker sind zwar immer individuelle Persönlichkeiten, aber übernehmen auch ohne jede Diskussion Verantwortung für Ihre Mitarbeiter, Ihre Kollegen, Ihre Freunde und Familienmitglieder. Warum? Weil Sie wissen, dass Erfolg nur im Team funktioniert!

Changemaker Wert #4: Entscheidungsfähigkeit

Entscheiden Sie sich immer zeitnah, klar und eindeutig. Nichts gibt Ihrem Umfeld (und Ihnen selber auch) eine so klare Orientierung, wie die Gewissheit, dass Sie in der Lage sind, eine Entscheidung zu treffen. Und wie genau das am besten funktioniert, dass schauen wir uns später noch genau an.

Changemaker Wert #5: Klarheit

Eiern Sie nicht rum, sondern stehen Sie zu Ihrem Wort, Ihren Entscheidungen und Ihrer Meinung. Je klarer Sie kommunizieren, desto verlässlicher werden Sie als Chef, Mitarbeiter, Freund oder Partner.

Changemaker Wert #6: Disziplin

Seien Sie sich niemals zu schade für harte Arbeit und tun Sie alles dafür, Ihre gesetzten Ziele auch zu erreichen. Dafür bedarf es vor allem einer Menge Disziplin. Der rumänische Bildhauer Constantin Brancusi hat es wundervoll auf den Punkt gebracht: „Erschaffe wie ein Gott. Befehle wie ein König. Arbeite wie ein Sklave.“ Und das ist wieder einmal eines der Zitate, bei denen es sich lohnt, ein wenig länger darüber nachzudenken.

Welche Werte treiben Sie an?

Habe ich Sie mit diesem Artikel ein wenig für das Thema Werte begeistern können? Ich bin immer wieder erstaunt, wie wenige Menschen sich wirklich intensiv mit ihrem innersten Antrieb auseinandersetzen. Ich hoffe, dass es mir mit meinen Ausführungen gelungen ist, Ihnen zu verdeutlichen, wie sehr unsere täglichen Handlungen durch unser Wertesystem gesteuert sind.

Gerade in einer Welt, die mehr und mehr in die Beliebigkeit abzudriften droht, sind kraftvolle und eindeutige Werte eine seltene Ausnahme, die Unternehmen, Organisationen und Personen eindeutig und klar von Ihrem Umfeld abgrenzen. Ich werde deshalb auch nicht müde, zu jeder möglichen Gelegenheit eine Renaissance der Werte auszurufen. Es wäre mir eine große Ehre, wenn Sie meinem Ruf folgen würden.

Herzlichst, Ihr Ilja Grzeskowitz

TRANSFORMATIONAL LEADERSHIP IN DER VUKA WELT

Moderne Führung in Zeiten von Transformation und Veränderung

Transformational Leadership ist ein Begriff, der die neuen Anforderungen an Führung in unserer von Wandel und Transformation geprägten Zeit definiert. Und diese haben sich in den letzten Jahren massiv verändert. Denn die klassische Führung, wie wir sie aus der Vergangenheit kennen, war vor allem hierarchisch geprägt und auf das Erzielen von Resultaten ausgerichtet. Aber was verbirgt sich überhaupt hinter dem Begriff Leadership? In meinem Artikel „Was ist Leadership?“ habe ich ihn wie folgt definiert:

Leadership ist die Fähigkeit, einer Gruppe von Menschen eine (neue) Vision und Richtung zu geben, so dass diese sich mit dem Ziel und der Haltung aktivierend identifizieren können. Ein guter Leader ist in der Lage, diese Vision, nicht nur sprachlich attraktiv zu formulieren, sondern sie auch mit Werten und Überzeugungen zu füllen und – die wichtigste Voraussetzung von allen – sie durch das eigene Handeln vorzuleben.

Management hingegen kann wie folgt definiert werden:

Management ist die Fähigkeit, innerhalb einer Gruppe die beteiligten Personen, Prozesse und Ressourcen anhand von bereits etablierten Werten, Überzeugungen und Regeln zu steuern, zu kontrollieren und optimal einzusetzen.

Beides Definitionen sind nach wie vor gültig, allerdings haben sich die notwendigen Skills und Fähigkeiten massiv gewandelt, denn Transformational Leadership muss sich mit zwei Arten von Veränderung auseinandersetzen: Der Externen, die auch als VUKA Welt beschrieben werden kann. Und der internen, die insbesondere durch den Generationenwandel und die damit verbundene Transformation ausgelöst wurde.

Die VUKA Welt als externer Treiber von Veränderung

Wir leben in einer Zeit, die von exponentieller Veränderung geprägt ist. Mit entsprechenden Auswirkungen. Märkte wandeln sich. Geschäftsmodelle wandeln sich. Die Anforderungen an jeden einzelnen Arbeitsplatz wandeln sich. Die daraus entstehenden Folgen lassen sich am besten mit dem Akronym VUKA beschreiben. Dies ist ein Begriff, der ursprünglich aus dem amerikanischen Militär entstammt, welcher die Situation nach dem Ende des kalten Krieges beschreiben sollte. Dabei stehen die einzelnen Buchstaben des Akronyms für:

V wie VOLATILITÄT: Die Veränderungen der heutigen Zeit sind unsicherer, intensiver und wesentlich dynamischer als noch vor wenigen Jahren.

U wie UNSICHERHEIT: Alles kann sich von heute auf morgen disruptiv verändern, nichts lässt sich sicher prognostizieren. Berechenbarkeit und Kontrolle entgleiten den handelnden Personen.

K wie KOMPLEXITÄT: Die globale Vernetzung sorgt für eine Vielzahl von nicht kontrollierbaren Variablen, die sich dynamisch gegenseitig beeinflussen.

A wie AMBIGUITÄT: Bekannte und liebgewonnene Ursache-Wirkung-Zusammenhänge sind überholt. Die Realität ist durch die Vielschichtigkeit von Rollen, Informationen und Variablen kaum noch planbar geworden.

Die Welt um uns herum dreht sich also immer schneller, der Wandel wird intensiver. Doch das ist noch nicht alles, denn zum externen Wandel kommt zusätzlich noch die nicht minder disruptive interne Veränderung.

Der Generationenwandel sorgt für eine kulturelle Transformation

Vielleicht noch intensiver als der wirtschaftliche und technologische Wandel ist die kulturelle Transformation der Art und Weise wie wir Arbeiten, die vor allem durch den Generationenwandel und die damit einhergehende Veränderung von Ansprüchen, Werten und Prioritäten hervorgerufen wird. Denn die Zukunft wird sehr intensiv von der Generation Z geprägt sein (alle Menschen, die nach 2001 geboren sind), die bereits im Jahr 2019 1/3 der Weltbevölkerung ausmacht, und bis 2022 das größte Segment auf dem Konsumenten- und Arbeitsmarkt stellen wird.

Die Gen Z ist die erste, die komplett digital aufgewachsen ist, was radikale Auswirkungen auf die Kommunikation, den Konsum und auch die Ansprüche an Job, Business und die Gestaltung des eigenen Arbeitslebenshat. Als Stichworte für die veränderten Werte seien hier exemplarisch „Vereinbarkeit von Familie und Beruf“, „Work-Life-Blending“, „Remote Working“ oder „sinnbasiertes Arbeiten“ genannt. Dies hat natürlich entsprechende Auswirkungen auf den Bereich Führung und Transformational Leadership.

Transformational Leadership als Voraussetzung für Co-Creation

Aufgrund der massiven Veränderungen unterliegt der gesamte Bereich der Führung ebenfalls einem massiven Wandel. Hierarchien brechen immer mehr auf, Unternehmenskulturen verändern sich und auch die Art und Weise der Kommunikation ist heute eine komplett andere als noch vor zehn Jahren.

Das bedeutet übrigens nicht, dass man auf Leadership komplett verzichten könnte, denn nach wie vor ist Führung der wichtigste Treiber organisationaler Transformation. Allerdings ist der klassische Top-Down-Ansatz schon lange überholt. Stattdessen steht heute Co-Creation im Vordergrund. Jeder einzelne Mitarbeiter eines Unternehmens kann und muss an seinem Platz Verantwortung übernehmen, um die Dinge voranzutreiben, die in seinem Einflussbereich liegen. Für die Führung bedeutet dies, dass ein vollkommen neues Skillset notwendig ist, das sich an den Anforderungen der VUKA Welt orientiert. Und die drei wichtigsten Eigenschaften einer guten Führungskraft im Transformational Leadership sind Klarheit, Transparenz und Empathie. Und genau diese drei Eigenschaften wollen wir uns nun etwas genauer anschauen.

Klarheit

Klarheit ist der Schlüssel für nachhaltigen Führungs- und Unternehmenserfolg. Denn Klarheit sorgt für Verbindlichkeit. Verbindlichkeit sorgt wiederum für Orientierung. Und Orientierung ist unabdingbar für erfolgreiches Transformational Leadership. Um das eigene Team und die Mitarbeiter durch den Transformationsprozess zu führen, braucht es insbesondere Klarheit in den folgenden Bereichen:

  • Klarheit über die eigene Persönlichkeit, den eigenen Kommunikationsstil und die eigene Wirkung
  • Klarheit über die Unternehmensvision und die damit einhergehende Strategie
  • Klarheit über die eigenen Erwartungen
  • Klarheit über die Werte und Prinzipien, die als Bemessungsgrundlage für Entscheidungen dienen
  • Klarheit über den Sinn (das Warum und Wofür) der geplanten Transformation

Transparenz

Wenn transformational Leadership durch Co-Creation gekennzeichnet ist, kommt man an Transparenz, ja sogar radikaler Transparenz nicht länger vorbei. Nichts sollte geheim sein, weder wichtige Kennzahlen, noch Informationen oder konkrete Ziele, die in der Vergangenheit oftmals wie ein Staatsgeheimnis ausschließlich in den gläsernen Eckbüros der Teppichetage im Elfenbeinturm diskutiert wurden.

Nachhaltige Veränderung erfordert eine maximale Offenheit aller Beteiligten. Und diese erreicht man nur durch Transparenz. In der Kommunikation. Im Handeln. Im Planen. Und insbesondere in der Führung. Auf dieser Weise entsteht das berühmte Empowerment, das Menschen aus der Rolle der bloßen Empfängers von Anweisungen zu einem aktiven Gestalter der Co-Creation macht.

Empathie

Der Faktor Empathie wurde im Oldschool Leadership oftmals mit Schwäche gleichgesetzt, die man sich als Führungskraft auf keinen Fall leisten wollte. Doch diese Einschätzung könnte falscher nicht sein. Mehr noch, Empathie ist in den Zeiten von VUKA, Wandel und Change zu einem unabdingbaren Erfolgsfaktor geworden. Jeder Mensch ist individuell und geht mit Veränderung anders und in seinem ganz anderen Tempo um.

Eine der Hauptaufgaben des transformational Leadership ist es, den einzelnen Persönlichkeiten mit viel Empathie zu begegnen, und sie dort abzuholen, wo sie sich befinden. Ihre Sorgen und Ängste ernst nehmen, und sie gleichsam in die Lage zu versetzen, ein wichtiger und aktiver Teil des Teams zu sein. Im Jahr 2019 gilt: Je ausgeprägter die Empathie, desto wirkungsvoller die Führung.

Diversity als Schlüssel

Mit diesen drei Eigenschaften hält man als Führungskraft den Schlüssel für eine erfolgreiche Transformation in der Hand. Und dieser wirkt umso mehr, je besser man als Organisation in der Lage ist, diverse Teams zusammenzustellen. Die Erfahrung der Älteren mit der Dynamik der Jungen zu mixen. Verschiedene Gender, Kulturen und Spezialisierungen zusammenzubringen, so dass eine Diskussionskultur entsteht, die Reibung erzeugen kann. Und wenn man diese Reibung dafür nutzt, innovative Ideen, Strategien und Wege zu entwickeln, dann muss einem auch in VUKA Zeiten nicht bange vor der Zukunft sein.

Und nun interessiert mich Ihre Meinung zum Thema Transformational Leadership. Schreiben Sie am besten direkt unten einen Kommentar, ich freue mich auf eine spannende Diskussion 🙂

Herzlichst, Ihr Ilja Grzeskowitz

Veränderungen im Leben gestalten – Der psychologische Hintergrund

Veränderungen im Leben gehören dazu wie Robin zu Batman, die Spree zu Berlin oder Asterix zu Obelix. Denn sie sorgen dafür, dass Sie als Mensch wachsen und sich persönlich weiterentwickeln. Und dies führt auf Dauer zu mehr Zufriedenheit, Glück und Erfüllung sowohl im Job als auch im Alltag. Wenn Veränderungen im Leben aber nun mal essenziell sind, warum fallen sie so vielen Menschen dann so ungeheuer schwer? Weil oftmals an der falschen Stelle angesetzt wird. Doch das muss nicht sein. Wenn Sie die Hintergründe nachhaltiger Veränderungen verstanden und verinnerlicht haben. Und diesen wollen wir uns nun widmen.

Wie verändere ich mein Leben?

Um die Antwort auf genau diese Frage zu verstehen, möchte ich Ihnen gerne ein Modell vorstellen, das die psychologischen Hintergründe von Veränderungen im Leben aus meiner Sicht perfekt erklärt. Es verdeutlicht nämlich, warum manchen Menschen Veränderungen anscheinend immer und ohne große Anstrengung gelingen, während andere schon bei der kleinsten Herausforderung scheitern. Es basiert auf der Idee der Veränderungsebenen, die von Sozialwissenschaftler Gregory Bateson, sowie dem Therapeuten Robert Dilts entwickelt wurden.

Im Laufe der Jahre habe ich die Arbeit mit diesem Modell immer weiter verfeinert, ergänzt und ausgebaut. Herausgekommen ist mein Change Diamant, der auch für Sie einen entscheidenden Unterschied machen kann, wenn Sie Ihre Persönlichkeit als wichtigsten Erfolgsfaktor der Zukunft nutzen wollen.

Veränderungen im Leben mit dem Modell des Change Diamanten

Die folgende Abbildung zeigt das Veränderungsmodell im Überblick und beschreibt damit, wie nachhaltige Veränderung funktioniert. Oder eben auch nicht.

wie verändere ich mein leben

Die Idee hinter dem Modell ist schnell erläutert. Es gibt unterschiedliche psychologische Ebenen, auf denen Veränderungen herbeigeführt werden können, und die sich gegenseitig beeinflussen. Die oberen drei Ebenen sind eng miteinander verknüpft, und das zentrale Element ist die Identität, die als Form einen Diamanten hat. Wir werden gleich sehen, warum dieses Symbol geradezu perfekt passt. Lassen Sie uns aber zuerst einen Blick auf die einzelnen Ebenen werfen.

Umgebung: Unser räumliches Umfeld, die Menschen, mit denen wir interagieren und sämtliche anderen äußeren Bedingungen.

Verhalten und Entscheidungen: Unsere konkreten Handlungen, also alles, was wir tun, machen und entscheiden.

Fähigkeiten, Wissen und Skills: Die Summe unseres Wissens, unseres Könnens und unserer Erfahrungen, die dann zu inneren Prozessen, Strategien und Programmen führen.

Glaubenssätze: Das, wovon wir tief und fest überzeugt sind, dass es wahr ist. Überzeugungen wirken auf unbewusster Ebene, kommen immer von außen und verstärken sich mit der Zeit. Sie können sowohl förderlich als auch limitierend sein.

Werte: Die moralischen Grundsätze unseres Seins und gleichsam der Kompass unseres Handelns. Werte bilden sich im Laufe des Lebens immer fester heraus und wirken ebenfalls auf unbewusster Ebene. Es gibt sogenannte Motivations-Werte (Hin-zu) und Aversions-Werte (Weg-von).

Identität: Stellen Sie sich vor, Sie würden Ihr gesamtes Wissen, Ihre Fähigkeiten, Talente, Erfahrungen, Träume, Werte, Überzeugungen, Stärken, Schwächen und sämtliche anderen Aspekte Ihrer einzigartigen Persönlichkeit in einen großen Trichter werfen. Dann durchläuft diese große Masse einen speziellen Prozess, und ganz unten kommt nur ein einziger Tropfen heraus, der das Konzentrat dessen enthält, was Sie als Individuum ausmacht: Ihr Selbstbild.

Vision, Mission und Sinn: Die Vision, die uns persönlich antreibt und die Mission, die über die eigene Persönlichkeit hinausgeht und einen höheren Zweck (für andere Menschen) anstrebt. In Kombination mit dem Sinn sorgen Sie für ein Leben mit Bedeutung.

Veränderungen im Leben und wie sie psychologisch ablaufen

So weit, so gut. Zwischen den einzelnen Ebenen gibt es nun folgenden Zusammenhang. Immer, wenn es auf einer Ebene zu einer Veränderung kommt, hat dies auch automatisch Veränderungen auf den Ebenen darunter zur Folge. Top-Down handelt es sich also um eine Ist-Verbindung. Bottom-Up kann es zu Veränderungen auf den Ebenen darüber kommen, muss es aber nicht.

Hierbei handelt es sich um eine Kann-Verbindung. Verändern wir bspw. unsere Werte, so hat dies automatisch auch Veränderungen auf den Ebenen der Fähigkeiten, des Verhaltens und der Umgebung zur Folge. Verändern wir hingegen unser Verhalten, dann kann dies zu einer Veränderung auf den höher liegenden Ebenen führen, es kann jedoch auch alles beim Alten bleiben. Über dem kompletten Modell schwebt dann noch die Ellipse mit einer ggf. vorhandenen Vision und Mission.

Diese Faktoren geben unserem Leben einen echten Sinn, und haben damit auch wieder eine direkte Auswirkung auf die darunterliegenden Veränderungsebenen.

Positive Veränderungen im Leben gestalten

Ich hoffe sehr, dass Sie durch dieses Modell einen deutlichen Zuwachs an Klarheit erhalten haben, nun ein wenig besser verstehen, warum Veränderung manchmal funktioniert, und so häufig eben auch nicht. Im Modell des Change Diamanten gibt es von oben nach unten immer eine Soll-, von unten nach oben hingegen eine Kann-Beziehung. Und der wichtigste Fixpunkt ist die Identität.

Diese steht in einer ganz engen Wechselwirkung zu unseren Werten und Glaubenssätzen, und definiert unsere Persönlichkeit, unser Verhalten und damit unsere Ergebnisse im Leben. „Aber Moment mal Ilja, das würde ja bedeuten, dass Veränderungen auf der Umgebungs-, Verhaltens- und Wissensebene oftmals gar nichts bringen?“ Genau so ist es. Natürlich führt auch das regelmäßige Wiederholen einer Verhaltensweise irgendwann zu einer Veränderung der Identität, aber das ist eher selten der Fall. Im Normalfall wird der Veränderungsdiamant immer der dominierende Faktor sein.

Warum Veränderungen im Leben so häufig scheitern

Ein gutes Beispiel hierfür sind die populären Auswanderserien auf Vox oder RTL2. Hier ist das Muster fast immer das gleiche. Ein unzufriedener und erfolgloser Mensch beschließt, auf Mallorca oder Gran Canaria einen Neuanfang zu wagen. Er verändert also seine Umgebung und meist auch sein Verhalten. Doch eine wichtige Sache vergessen diese Menschen dabei: Sie nehmen sich selber mit in die neue Wahlheimat. Und da die Identität und die damit verbundenen Werte und Überzeugungen gleichgeblieben sind, sehen eben auch die Ergebnisse schon nach kurzer Zeit wieder gleich aus. Man ist frustriert, erfolglos und kehrt der gerade noch als Paradies erkorenen Insel wieder den Rücken.

Ein weiteres Beispiel ist der Raucher, der Veränderungen im Leben auf der Verhaltensebene vorzunehmen versucht. Solange er nichts an seiner Identität („Ich bin Raucher“) und den damit einhergehenden Überzeugungen („Es ist schwer, mit dem Rauchen aufzuhören“ oder „Wenn ich aufhöre zu rauchen, dann nehme ich zwangsläufig zu“) verändert, mag es zwar kurzfristig zu Erfolgen kommen, langfristig enden solche Vorhaben aber immer in einem Rückfall. Erst wenn der Change Diamant transformiert wird („Ich bin ein glücklicher und zufriedener Nichtraucher“) kommt es auch zu nachhaltigen Ergebnissen.

Wir können es also drehen und wenden, wie wir wollen. Wenn wir tiefe und nachhaltige Veränderungen bewirken wollen, dann müssen wir am Kern unserer Persönlichkeit beginnen. Beenden möchte ich diesen Artikel daher mit einer wichtigen Schlussfolgerung: „Jede Veränderung im außen beginnt immer mit einer inneren Transformation.“

Und nun interessiert mich ihre Meinung, bzw. ihre Erfahrung mit Veränderungen im Leben, aber natürlich auch mit den einzelnen Komponenten des Change Diamant Modells. Schreiben Sie mir einen Kommentar und lassen Sie uns in die Diskussion gehen 🙂

Herzlichst, Ihr Ilja Grzeskowitz

Mit Problemen umgehen lernen mit diesen 10 Tipps

Wer mit Problemen umgehen lernen möchte, der benötigt vor allem drei Dinge: Einen klaren Fokus, positives Denken und den richtigen Riecher für Chancen. Doch natürlich ist das leichter gesagt, als getan. Denn wie sagte schon John Lennon: „Leben ist das, was passiert, während wir dabei sind, andere Pläne zu schmieden.“ Ja, der Alltag ist voller Probleme. Manche davon sind klein, andere richtig groß. Und mit diesen Problemen umgehen lernen gehört daher zu einer der wichtigsten Skills, die man im Leben entwickeln kann.

Welche Probleme gibt es? 

Vor Kurzem saß mir eine Führungskraft in einem Business Coaching gegenüber, der mit seiner aktuellen Situation im Job überfordert war. „Was ist denn Ihr Problem?“, fragte ich ihn zu Beginn. „Oh“, antwortete er, „bei uns im Unternehmen ist das Wort Problem verboten. In einer Schulung der Personalabteilung haben wir gelernt, nur noch von Herausforderungen, Geschenken und tollen Gelegenheiten zu sprechen.“ Kommt Ihnen bekannt vor, oder? Die Welt ist voller Menschen, die mit einer rosaroten Brille durchs Leben laufen, sich sämtliche Misserfolge schönreden und auch die größten Schwierigkeiten einfach wegzulächeln versuchen.

Doch ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, aber ich habe Probleme in meiner täglichen Arbeit, meinem Unternehmen und in meinem Leben. Es gibt Zeiten, da läuft manches schief und der Wind bläst mir so richtig von vorne ins Gesicht. Und eines habe ich schon vor langer Zeit verstanden. In diesen Situationen präsentiert mir das Leben weder ein Geschenk, noch stehe ich vor einer tollen Gelegenheit. Nein, ich habe schlicht und einfach ein Problem. Manchmal nur ein kleines, oft aber auch ein richtig großes.

Ohne Probleme ist auch keine Lösung

Und was ist daran schlimm? Jeder von uns erlebt Höhen und Tiefen. Jeder von uns macht Fehler. Jeder von uns hat Probleme. Sie zu ignorieren wäre töricht, denn sie sind der beste Indikator, dass es an der Zeit ist, eine Veränderung vorzunehmen. Eine Vogel-Strauß-Mentalität und die Taktik des Aussitzens mag bei Helmut Kohl noch funktioniert haben, aber ich kenne nicht einen einzigen Fall, in dem Schönfärberei und das Ausblenden von Schwierigkeiten zum Erfolg geführt haben. Nur mit aktiver Veränderung können wir wachsen, besser werden und uns weiterentwickeln.

Je eher Sie daher akzeptieren, dass Probleme nicht nur zum Leben dazugehören, sondern der perfekte Ausgangspunkt für persönliche Entwicklung und berufliches Wachstum sind, desto besser. Und der erste Schritt ist nun mal, das Kind auch beim Namen zu nennen: Ein Problem ist ein Problem.

Mit Problemen umgehen lernen: Wundermittel Positives Denken?

Nun mögen Sie möglicherweise einwenden: „Okay, Ilja, aber betonst Du nicht immer die Wichtigkeit des positiven Denkens? Hier ist die Antwort ein klares „Jein“. Denn das allseits bekannte positive Denken, wie man es vor allem aus Esoterik- und Tschakka-Kreisen kennt, ist vor allem gleichzusetzen mit dem permanenten Tragen einer rosaroten Brille, und dem Ausblenden von Fakten. Diese Form der Realitätsverweigerung halte ich für extrem kontraproduktiv und niemals für zielführend.

Wofür ich hingegen plädiere, ist eine radikal positive Grundhaltung. Denn Negativität hat noch niemals, ich wiederhole, noch niemals zu positiven Ergebnissen gefühlt. Entscheidend ist das Mindset, mit dem Sie durchs Leben gehen, mit der Sie Ihr Business betreiben und mit der Sie Ihre Entscheidungen treffen. Wenn Sie hierfür einen Leitfaden benötigen, möchte ich Ihnen gerne meine drei Top-Tipps für nachhaltigen Erfolg im Business und im Leben vorstellen. Here we go:

  1. Seien Sie immer positiv.
  2. Seien Sie immer positiv.
  3. Seien Sie immer positiv.

 

Mit dieser Attitüde sind Sie auch dann gut gewappnet, wenn Sie mal durch schwere Zeiten gehen. Denn bei gleichen Rahmenbedingungen macht immer ihre Attitüde den Unterschied.

Auf Probleme Fokussieren, in Lösungen denken

Entscheidend ist also einzig und alleine, wie wir mit Problemen umgehen. Ob wir uns von ihnen erdrücken lassen, oder ob wir in den Angriffsmodus schalten und an einer möglichen Lösung arbeiten. Tatsächlich ist es so, dass Innovation immer aus Unzufriedenheit entsteht. Auf diese Weise entstehen neue Produkte, Dienstleistungen und sogar ganze Unternehmen. Als praktisches Werkzeug für Ihren (beruflichen) Alltag kommt hier daher mein Leitfaden mit zehn knackigen Impulsen, um jede Art von Problemen in entsprechende Chancen zu transformieren. 

Bei konsequenter Anwendung werden Sie feststellen, dass es Ihnen schon bald wesentlich leichter fallen wird, mit Problemen umzugehen und diese produktiv zu nutzen.

Mit Problemen umgehen lernen: 10 Tipps

  1. Seien Sie immer positiv (okay, das hatten wir schon einmal, aber es ist ebenso wichtig)
  2. Gehen Sie mit offenen Augen durchs Leben
  3. Hinterfragen Sie Abläufe, Prozesse und vermeintliche Standards
  4. Werden Sie stutzig bei Sätzen wie „Das geht nicht“, „Das haben wir schon immer so gemacht“ oder „Dafür bin ich nicht zuständig“.
  5. Fragen Sie sich regelmäßig: „Was frustriert mich so richtig?“
  6. Identifizieren Sie die dahinter stehenden Probleme
  7. Analysieren Sie das Problem und richten gleichzeitig Ihren Fokus auf mögliche Lösungen.
  8. Stellen Sie die folgenden W Fragen: „Wie könnte es gehen?“ „Wer könnte mich unterstützen?“, „Was müsste getan werden, um die Situation zu verbessern?“, „Warum gibt es diesen Prozess/Ablauf/etc. überhaupt?“
  9. Entwickeln Sie alternative Ideen, Handlungsmöglichkeiten oder Lösungen.
  10. Handeln Sie nach dem Muster „Love it. Change it. Or leave it.

Problem erkennen. Problem lösen. Mund abputzen und weitermachen.

Auf diese Weise gelingt es Ihnen, das Vorhaben „Mit Problemen umgehen lernen“ schnell in Ihren Alltag zu integrieren und ab sofort Probleme als motivierende Quelle für Innovation, Fortschritt und notwendige Veränderungen zu etablieren. Denn so kontraindikativ es auch klingen mag. Je besser Sie in der Lage sind, Probleme zu identifizieren, desto schärfer wird gleichsam Ihr Riecher für lohnenswerte Chancen. Wir wollen daher den Bogen spannen, und zum Abschluss dieses Artikel noch einmal folgendes klarstellen: Ein Problem ist ein Problem. Punkt. Je eher Sie das akzeptieren, desto besser können Sie nämlich damit umgehen.

Oder wie es der amerikanische Erfinder Charles Kettering so schön formuliert hat: „Ein Problem, das gut formuliert ist, ist ein Problem, das halb gelöst ist.“ Mit Problemen umgehen lernen. Es kann so einfach sein, nicht wahr? Wenn Sie folgendes beachten. Das Problem als solches zu erkennen und gleichzeitig den Fokus auf mögliche Lösungen zu richten. In drei knackigen Schritten zusammengefasst:

1) Legen Sie die rosarote Brille ab, und akzeptieren Sie, dass Sie ein Problem haben.

2) Lösen Sie das Problem.

3) Putzen Sie sich den Mund ab, und machen Sie weiter.

Dabei wünsche ich Ihnen ganz viel Freude und Erfolg dabei, wie Sie aus Problemen Chancen machen. Und natürlich interessiert mich, wie Sie mit dem Thema „Mit Problemen umgehen lernen“ betrachten. Schreiben Sie mir Ihre Gedanken gerne unten ins Kommentarfeld.

Herzlichst, Ihr Ilja Grzeskowitz

AKTIVE VERÄNDERUNG: 3 GENIALE FACEBOOK CHANGE HACKS

Change Management und die Facebook Hacking Culture

Wie gelingt aktive Veränderung? Lassen Sie uns dazu eine Reise in die Vergangenheit unternehmen. Wissen Sie noch, was Sie am 4. Februar 2004 gemacht haben? Wenn es Ihnen wie mir geht, dann können Sie sich wahrscheinlich nicht mehr daran erinnern. Dies ist erstaunlich, denn an diesem Mittwoch vor fünfzehn Jahren wurde Weltgeschichte geschrieben.

Nur wusste dies damals niemand. Schon gar nicht ein gewisser Mark Zuckerberg, der gemeinsam mit zwei Freunden die kleine Webseite facebook.com ins Internet stellte. Alles begann mit einer Idee. Und der Rest ist, wie man so schön sagt, Geschichte. Heute ist Facebook mit über einer Milliarde Nutzern das weltweit größte soziale Netzwerk und in Deutschland hinter Google die Webseite, die täglich am häufigsten angeklickt wird. Vor allem aber ist Facebook aus dem Leben der meisten Menschen nicht mehr wegzudenken und hat einen festen Platz im Tagesablauf eingenommen.

Und Hand auf´s Herz, lieber Leser, wie häufig öffnen Sie am Tag Ihren Facebook Account und schauen nach, was sich in Ihrem Netzwerk von Freunden, Bekannten und Kollegen so tut?

Aktive Veränderung: Alte Zöpfe abschneiden und neue Besen schwingen

Wie aber kam es dazu, dass aus der simplen Idee, die gedruckten Jahrbücher der amerikanischen Universitäten in digitaler Form nachzubilden, nur wenige Jahre später ein milliardenschwerer und an der Börse notierter Global Player werden konnte? Zum einen war es natürlich die Fähigkeit von Mark Zuckerberg, bereits im Jahr 2004 zu antizipieren, welche wichtige Rolle das Internet im Leben der Menschen einmal spielen würde.

Vor allem aber erkannte er die menschliche Sehnsucht nach sozialer Vernetzung und bot dafür eine passende Lösung an. Natürlich, auch andere hatten eine ähnliche Idee. Aber während Plattformen wie MySpace, StudiVZ oder Yahoo auf dem heutigen Markt keine oder nur noch eine minimale Rolle spielen, ist aus dem Facebook Projekt ein weltweites Imperium geworden (Das mittlerweile andere Größen wie Instagram oder WhatsApp aufgekauft hat).

Und dies hängt hauptsächlich damit zusammen, dass Mark Zuckerberg verstanden hatte, dass Veränderung Einstellungssache, ein bestimmtes Mindset und eine besondere innere Haltung ist, und aus jenem Grund seine gesamte Firmenphilosophie auf diesem Fundament aufbaute. Denn wie bei allen anderen wichtigen Entscheidungen auch überließ der unkonventionelle Unternehmer auch das Thema Change Management nicht dem Zufall. Von Anfang an implementierte er im Unternehmen Facebook eine so genannte „Hacking Culture“.

Dabei bezieht sich das Wort „Hack“ vor allem auf ein paar ganz spezielle Grundwerte, nämlich einfache, schnelle und effiziente Lösungen für aktuelle und potenzielle Probleme zu finden. Besonderen Wert legte der Facebook-Boss seit jeher darauf, unkonventionelle Wege zu suchen und sämtliche Möglichkeiten auszuloten, um die gesetzten Ziele zu erreichen.

Facebook Hacking Culture: Die 3 Wahlsprüche des Mr.Zuckerberg

Sein großes Geheimnis bei der Umsetzung dieser Philosophie waren drei Wahlsprüche. Und auch hier ging Zuckerberg neue Wege. Während die große Masse der Unternehmen Weltmeister darin ist, viel Geld für hippe Werbeagenturen auszugeben, die dann wohlklingende Leitsätze entwickeln, die zwar auf dem Papier schön aussehen, aber selten Akzeptanz bei den Kunden und Mitarbeitern finden, lebte der Facebook-Gründer seine drei Wahlsprüche jeden Tag aufs Neue selber vor. Und die Ideen verbreiteten sich wie ein Virus. Sie beeinflussten die Kultur eines ganzen Unternehmens, und mit der Zeit auch immer mehr die einer ganzen Generation. Wie diese drei Wahlsprüche lauten? Hier sind sie:

Aktive Veränderung #1: What would you do, if you weren´t afraid?

Was würden Sie tun, wenn Sie keine Angst hätten? Diese Frage beschreibt wunderbar, welche Kräfte es freisetzen kann, wenn man nicht in Problemen, sondern ausschließlich in Möglichkeiten denkt. Mark Zuckerberg motivierte seine Mitarbeiter von Anfang an, mutig zu sein und groß zu denken. Auf diese Weise trauten sich die Leute, Fehler zu machen und konnten aus diesen lernen und somit langfristig wachsen. Sie richteten ihren Fokus aus und stellten das Glas ab.

Aktive Veränderung #2: Done is better than perfect

Etwas umzusetzen ist immer besser, als auf ein perfektes Ergebnis zu warten. Zuckerberg war schon immer ein Macher. Und er schaffte es, diese Mentalität auch in seinem Unternehmen zu implementieren. Natürlich, wer handelt, der macht Fehler. Aber gerade aus diesen Fehlern sind bei Facebook oft die besten Ideen entstanden. Das Erfolgsrezept ist einfach: Lieber unperfekt anfangen und auf dem Weg Erfahrungen sammeln, als die Zeit mit Planungen zu verschwenden, die im Endeffekt nichts bringen, nur bremsen und viel Geld kosten.

Aktive Veränderung #3: Move fast and break things

Beweg Dich schnell und mach Dinge kaputt. Dieser Satz fasst den gesamten Erfolg von Facebook in fünf einfachen Wörtern zusammen. Die Philosophie dahinter ist eindeutig: Wenn man gewinnen will, muss man schneller sein, als die große Masse. Vor allem aber muss man sich trauen, den Status Quo permanent zu hinterfragen und in neuen Wegen zu denken. Es darf keine heiligen Kühe geben, nur weil man etwas „schon immer so gemacht“ hat. Ganz im Gegenteil, man muss sich auch trauen, Dinge kaputt zu machen, an traditionellen Denkweisen zu rütteln und so manches Porzellan zu zerbrechen.

Wie gehen Sie mit Veränderung um?

Und nun Butter bei die Fische, wie man in in meiner Heimat Norddeutschland zu sagen pflegt: Wie gefallen Ihnen diese drei Wahlsprüche der „Facebook Hacking Philosophie“ um aktive Veränderung voranzutreiben? Können Sie sich damit identifizieren oder ist Ihnen doch ein wenig mulmig zumute, weil Ihnen die Ansätze so radikal und neu erscheinen?

Aber genau das ist das Wesen der Veränderung. Alles, was neu ist, fühlt sich anfänglich etwas ungewohnt an, eben weil man bisher immer in den gewohnten Bahnen und Verhaltensweisen unterwegs war. Aber die Herausforderungen der nächsten Jahre werden mit den Mitteln, Ideen und Konzepten der Vergangenheit nicht zu lösen sein. Ein fröhliches „weiter so“ und das Vertrauen, dass bisher schließlich noch immer alles gut gegangen sei, wird nicht genügen.

Das Aussitzen von Problemen mag bei Altkanzler Helmut Kohl noch funktioniert haben. Sie sollten sich bei der Wahl Ihrer Veränderungsstrategie aber lieber nicht darauf verlassen. Es bedarf einer gehörigen Portion Mut, die liebgewonnenen alten Zöpfe abzuschneiden und stattdessen neue Besen zu schwingen. Aber wenn die Regeln sich ändern, sollten Sie sich so schnell wie möglich auf diese einstellen.

Vor welchen Herausforderungen Sie auch immer stehen, fragen Sie sich regelmäßig: „What would Zuckerberg do?“ Und dann beherzigen Sie die drei Wahlsprüche und umarmen die anstehenden Veränderungen. Was würden Sie tun, wenn Sie keine Angst hätten? Fangen Sie an und kommen Sie ins Handeln. Lernen Sie, während Sie auf dem Weg sind und trauen Sie sich, Fehler zu machen. Und dann bewegen Sie sich schnell und haben den Mut, Dinge kaputt zu machen.

Schreiben Sie mir gerne ins Kommentarfeld, wie Sie das aktive Veränderung vorantreiben, und welche Erfahrungen Sie mit dem Thema Veränderung gemacht haben. Ich freue mich auf eine spannende Diskussion.

Herzlichst, Ihr Ilja Grzeskowitz

10 Tipps für Autoren: Mit dem eigenen Buch zum Expertenstatus

Im Internet findet man mittlerweile überall Tipps für Autoren. Und wenn Du gerade planst, Dein erstes Buch zu veröffentlichen, dann können all die unterschiedlichen Ratschläge durchaus verwirrend sein. Mit diesem Artikel möchte ich etwas Licht ins Dunkel bringen und Dir meine Meinung, Erfahrung und Einschätzung aus mittlerweile 12 veröffentlichten Büchern zu den wichtigsten Punkten mitteilen. Ich hoffe sehr, dass Du wertvolle Ideen gewinnst, die Dir dabei helfen können, Dein Buchprojekt zu einem vollen Erfolg zu machen.

Als Redner, Trainer oder Coach erfolgreich ein Buch veröffentlichen

Hast Du jemals darüber nachgedacht, ein Buch zu veröffentlichen? Möglicherweise bist Du Keynote Speaker, Trainer oder Coach und möchtest Dein Wissen und Deine Expertise in gedruckter Form Deinen Kunden zugänglich machen. Wenn es Dir wie mir vor über 10 Jahren geht, dann stehst Du vor einem Wirrwarr an Zahlen, Daten und Fakten und weißt nicht so ganz genau, wo Du anfangen sollst. Aber keine Angst, so schwer ist es gar nicht. Wenn Du einige wichtige Punkte beachtest.

Vor einiger Zeit habe ich in einem Interview einige Fragen genau zu diesem Thema beantwortet und möchte Dir meine Antworten gerne zur Verfügung stellen. Hier kommen also meine 10 Tipps für Autoren, von denen ich hoffe, dass sie wertvoll für Dich sind.

Tipps für Autoren – Eigenverlag oder Fremdverlag?

Frage: Ilja, weshalb hast du dein erstes Buch im Eigenverlag herausgebracht? Wie waren deine Erfahrungen damit?

Hauptsächlich aufgrund mangelnden Wissens. Ich hatte damals vom Buchmarkt überhaupt keine Ahnung, und hörte, dass man über eine Webseite ein Buch recht einfach herausbringen könne. Das gesamte Prozedere klang einfach und war auch noch bezahlbar, so dass ich mich mehr oder weniger spontan entschied, bei Books on Demand zu veröffentlichen. Die Erfahrungen waren durch die Bank weg positiv. Besonders gefallen hat mir die professionelle Unterstützung und das qualitativ hochwertige Endprodukt.

Frage: Das Buch wurde dann ja in einem renommierten Verlag neu aufgelegt. Wie ist dieser darauf aufmerksam geworden und was waren die Gründe, weshalb du es mit einem Verlag relaunched hast?

Das Buch hat sich trotz seines Nischenthemas unglaublich gut verkauft, und stand in der internen Bestsellerliste von BoD über einen langen Zeitraum auf den ersten Plätzen. Auch auf Amazon waren die Erfolge gut sichtbar, so dass ich irgendwann das Angebot des mvg Verlages erhielt.

Dies war für mich auch der erste Kontakt mit der „echten“ Verlagswelt, und nach ein wenig Recherche gab es für mich überhaupt keine Zweifel, dass ich als Autor in einem renommierten Verlag genau richtig aufgehoben bin. Die Hauptgründe waren für mich vor allem das Know-how in der Bucherstellung, die Vertriebspower und die um ein Vielfaches besseren Möglichkeiten in der PR- und Marketingarbeit.

Frage: Was ist der Vorteil, wenn man mit einem etablierten Verlag arbeitet?

Wie bei allem im Leben: Wenn man mit Profis zusammenarbeitet, werden auch die Ergebnisse entsprechend. In einem Verlag arbeiten ausschließlich Experten, die das Medium Buch jeden einzelnen Tag leben. Kombiniert mit der entsprechenden Erfahrung ist ein etablierter Verlag der beste Partner, den man sich als Autor vorstellen kann. Und zwar in sämtlichen Phasen eines Buchprojekts, beginnend mit der Konzeption, über die generelle Strategie, den Schreibprozess bis hin zur Vermarktung.

Frage: Kann man einen Expertenstatus über Eigenverlagsveröffentlichungen erreichen?

Selbstverständlich. Allerdings gibt es einige wichtige Dinge zu beachten. Zum einen sollte das Buch natürlich inhaltlich glänzen. Genauso wichtig ist aber auch die Verpackung. Der Großteil aller Bücher, die im Self-Publishing erscheinen, sind nämlich handwerklich extrem schlecht gemacht. Sie strotzen vor Rechtschreibfehlern, das Layout macht das Lesen zu einer wahren Tortur, und Cover, Papier und die generelle Optik sind von einem hochwertigen Ergebnis weit entfernt.

Diese Mängel kann man ausschließen, wenn man auch als Autor im Eigenverlag mit sehr bewusst mit Profis zusammenarbeitet. Hierzu gehören unbedingt ein erfahrener Lektor, ein professioneller Designer (nein, Onkel Otto, der immer die Flyer für den Kegelclub gestaltet, gehört nicht in diese Kategorie) und ein gutes Satzbüro. Die Basics müssen ganz einfach stimmen, denn ansonsten nützt der beste Inhalt nichts.

Tipps für Autoren – Ziel des Buchprojekts

Frage: Derzeit wird jedem geraten, ein Buch auf den Markt zu bringen, um einen Expertenstatus aufzubauen, was hältst du davon?

Naja…dieser Rat stammt ja meisten von Menschen, die auf irgendeine Art und Weise daran verdienen, wenn neue und unerfahrene Autoren ein Buch schreiben. Und natürlich stimmt es, ein Buch untermauert die eigene Expertise wie wohl kein anderes Medium. Allerdings halte ich es für extrem fragwürdig, wenn man ein Buch rein aus marketingtechnischen Gesichtspunkten schreibt, und die Erfahrung zeigt auch, dass diese Strategie so gut wie nie erfolgreich ist.

Wenn ich anderseits in einem Bereich über eine große Erfahrung verfüge, und mich dem Thema in Buchform auseinandersetze, dann werde ich am Markt zwangsläufig als Experte wahrgenommen. Für mich stellt sich da eher eine Grundsatzfrage: Habe ich wirklich etwas zu sagen, weil ich ein Experte auf einem Gebiet bin?

Dann gibt es nichts Besseres als ein Buch, um die Expertise massiv zu steigern. Oder geht es mir ausschließlich um die öffentliche Wahrnehmung, obwohl ich keine große Lust auf die viele Arbeit habe, die hinter dem Entstehungsprozess? In diesem Fall rate ich dringend davon ab, ein Buch zu veröffentlichen, denn der Leser spürt die Intention schon nach den ersten Seiten und die Wahrscheinlichkeit eines Flops ist recht hoch.

Tipps für Autoren – Der richtige Zeitpunkt

Frage: Wann sollten Menschen ein Sachbuch schreiben? Zu Beginn, wenn eine Community aufgebaut werden soll oder wenn schon eine Community vorhanden ist?

Eine Frage, die ich sehr häufig höre, die aber schon von der Grundhaltung in die vollkommen falsche Richtung geht, weil Sie nämlich ausschließlich das Marketing in den Mittelpunkt stellt. Und natürlich ist dies für den Erfolg eines Buchs essenziell, allerdings erst im zweiten Schritt.

Es macht mich immer wieder wütend, wie häufig schlampig geschriebene, inhaltlich dünne und optisch gruselige Bücher auf den Markt kommen, weil die Möchtegernautoren sich erhoffen, eine hohe Reichweite mit dem Produkt aufzubauen. Ich habe da eine sehr einfache Meinung: Man sollte ein Sachbuch schreiben, wenn man etwas zu sagen hat, und es einen Markt für das Thema gibt, mit dem ich mich auf ca. 200 Seiten intensiv auseinandersetzen will und auch kann (Viele Bücher wären besser nach den ersten 80 Seiten beendet worden, weil die Autoren danach einfach kein Material mehr hatten).

Mache ich das auf eine besondere, außergewöhnliche und qualitativ hochwertige Art und Weise, dann kommt der Erfolg und auch die Community von ganz alleine. Es wird m.E. Zeit, dass wir uns wieder über neue Inhalte, mutige Themen und Autoren mit Persönlichkeit unterhalten, und weniger über Second-Hand-Ideen, Möchtegern-Experten und Pseudo-Bestsellerautoren, die ausschließlich aus Marketinggründen auf dem Buchmarkt in Erscheinung treten.

Tipps für Autoren – Marketing und PR

Frage: Wie stehst du zu Marketingstrategien, die Bücher verschenken oder sehr günstig verkaufen?

Da schlagen tatsächlich zwei Herzen in meiner Brust. Als Autor tut es mir natürlich in der Seele weh, wenn ich sehe, dass Bücher verschenkt werden. Schließlich weiß ich, wie viel Zeit, Herzblut und einsame Stunden harter Arbeit am Schreibtisch in so einem Werk stecken.

Als Marketer hingegen finde ich die Idee genial, denn ein Buch eignet sich perfekt als unglaublich wertvolles Einstiegsprodukt in einen Verkaufsfunnel. Ist das Buch nicht nur dahingeschludert, sondern qualitativ hochwertig gestaltet, kann eine solche Strategie für Autor und Leser zu einer echten Win-Win-Geschichte werden.

Tipps für Autoren – Generelles

Frage: Wem würdest du abraten, ein Buch zu schreiben?

Da gibt es für mich genau zwei Kategorien: 1)  Menschen, die nichts zu sagen haben. Und 2) Menschen, die ein Buch ausschließlich aus dem Grund schreiben, weil Sie sich davon einen wirtschaftlichen, bzw. marketingtechnischen Vorteil versprechen.

Frage: Was sind deine drei wichtigsten Tipps für Erstlingsautoren?

Erstens. Betreibe eine intensive Recherche im Vorfeld. Insbesondere sind folgende Fragen wichtig: Gibt es schon ein ähnliches Buch am Markt (gibt es so gut wie immer)? Ist mein Ansatz einzigartig? In welchem Verlag will ich veröffentlichen (weil er zu mir und meinem Thema passt)?

Zweitens. Schreibe ein wirklich gutes Buchexposé und schicke es an mindestens drei potenzielle Verlage (selbst wenn Du vorhast, das Buch im Eigenverlag herauszubringen). Zum einen bekommst Du dadurch für Dich einen dramatischen Anstieg an Klarheit, zum anderen auch ein erstes Feedback von Profis. Der größte Fehler, den ich Erstautoren immer wieder machen sehe, ist das Buch komplett fertig zuschreiben, und sich erst dann um die Verlagsstrategie zu kümmern.

Und last but not least. Hol´ Dir von Anfang an Unterstützung von Profis. Dies können erfahrene Literaturagenten sein, aber auch Ghostwriter oder Spezialisten aus der Buchbranche. Denn auch wenn das Schreiben eines Buchs absolute Chefsache ist, gilt: Niemand gewinnt alleine, und mit dem richtigen Team an der Seite kann man sich eine Menge Lehrgeld sparen.

Frage: Welches sind die wichtigsten Erfolgsfaktoren, wenn man ein sehr gutes Sachbuch auf den Markt bringen möchte?

1. Klarheit im Kopf des Autors. Sowohl thematisch, als auch strukturell und vor allem in der Vermarktungsstrategie.

2. Ein spannendes und mutiges Thema. Es gibt zu so gut wie allem bereits ein Buch, daher lieben Leser inspirierende Blickwinkel, neue Herangehensweisen oder unkonventionelle Meinungen.

3. Ein persönlicher Schreibstil. Auch als Autor gilt: Sei ein Original und keine Kopie.

4. Fleiß. Ja, ein Buch zu schreiben bedeutet eine Menge Arbeit. Und zwar nicht nur während des eigentlichen Schreibprozesses. Der eigentlich arbeitsreiche Teil beginnt sogar erst nach der Abgabe des Manuskripts, denn ein Buch will vermarktet und promotet werden. Ich kenne so viele wunderbare Bücher, die niemand kennt, weil die Autoren sich bequem zurückgelehnt haben, weil sie darauf gehofft hatten, der Verlag würde sich schon drum kümmern. Nein, der Erfolg eines Buches steht und fällt mit der Bereitschaft des Autors, von der ersten Idee bis zur PR nach Veröffentlichung Vollgas zu geben.

Bonusfrage: Schreibst Du Deine Bücher eigentlich alle selber?

Ja. Und zwar alle. Denn ich liebe das Schreiben und die intensive schriftliche Auseinandersetzung mit einem Thema hat mir wohl schon die eine oder andere Therapiestunde erspart. Allerdings zeigt alleine, dass dies die Frage ist, die mir häufiger gestellt wird als alle anderen zeigt, wie ungewöhnlich das heutzutage zu sein scheint.

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Ilja Grzeskowitz Buch "Mach es einfach" vor weißer Wand.