10 Tipps für Autoren: Mit dem eigenen Buch zum Expertenstatus

Im Internet findet man mittlerweile überall Tipps für Autoren. Und wenn Du gerade planst, Dein erstes Buch zu veröffentlichen, dann können all die unterschiedlichen Ratschläge durchaus verwirrend sein. Mit diesem Artikel möchte ich etwas Licht ins Dunkel bringen und Dir meine Meinung, Erfahrung und Einschätzung aus mittlerweile 12 veröffentlichten Büchern zu den wichtigsten Punkten mitteilen. Ich hoffe sehr, dass Du wertvolle Ideen gewinnst, die Dir dabei helfen können, Dein Buchprojekt zu einem vollen Erfolg zu machen.

Als Redner, Trainer oder Coach erfolgreich ein Buch veröffentlichen

Hast Du jemals darüber nachgedacht, ein Buch zu veröffentlichen? Möglicherweise bist Du Keynote Speaker, Trainer oder Coach und möchtest Dein Wissen und Deine Expertise in gedruckter Form Deinen Kunden zugänglich machen. Wenn es Dir wie mir vor über 10 Jahren geht, dann stehst Du vor einem Wirrwarr an Zahlen, Daten und Fakten und weißt nicht so ganz genau, wo Du anfangen sollst. Aber keine Angst, so schwer ist es gar nicht. Wenn Du einige wichtige Punkte beachtest.

Vor einiger Zeit habe ich in einem Interview einige Fragen genau zu diesem Thema beantwortet und möchte Dir meine Antworten gerne zur Verfügung stellen. Hier kommen also meine 10 Tipps für Autoren, von denen ich hoffe, dass sie wertvoll für Dich sind.

Tipps für Autoren – Eigenverlag oder Fremdverlag?

Frage: Ilja, weshalb hast du dein erstes Buch im Eigenverlag herausgebracht? Wie waren deine Erfahrungen damit?

Hauptsächlich aufgrund mangelnden Wissens. Ich hatte damals vom Buchmarkt überhaupt keine Ahnung, und hörte, dass man über eine Webseite ein Buch recht einfach herausbringen könne. Das gesamte Prozedere klang einfach und war auch noch bezahlbar, so dass ich mich mehr oder weniger spontan entschied, bei Books on Demand zu veröffentlichen. Die Erfahrungen waren durch die Bank weg positiv. Besonders gefallen hat mir die professionelle Unterstützung und das qualitativ hochwertige Endprodukt.

Frage: Das Buch wurde dann ja in einem renommierten Verlag neu aufgelegt. Wie ist dieser darauf aufmerksam geworden und was waren die Gründe, weshalb du es mit einem Verlag relaunched hast?

Das Buch hat sich trotz seines Nischenthemas unglaublich gut verkauft, und stand in der internen Bestsellerliste von BoD über einen langen Zeitraum auf den ersten Plätzen. Auch auf Amazon waren die Erfolge gut sichtbar, so dass ich irgendwann das Angebot des mvg Verlages erhielt.

Dies war für mich auch der erste Kontakt mit der „echten“ Verlagswelt, und nach ein wenig Recherche gab es für mich überhaupt keine Zweifel, dass ich als Autor in einem renommierten Verlag genau richtig aufgehoben bin. Die Hauptgründe waren für mich vor allem das Know-how in der Bucherstellung, die Vertriebspower und die um ein Vielfaches besseren Möglichkeiten in der PR- und Marketingarbeit.

Frage: Was ist der Vorteil, wenn man mit einem etablierten Verlag arbeitet?

Wie bei allem im Leben: Wenn man mit Profis zusammenarbeitet, werden auch die Ergebnisse entsprechend. In einem Verlag arbeiten ausschließlich Experten, die das Medium Buch jeden einzelnen Tag leben. Kombiniert mit der entsprechenden Erfahrung ist ein etablierter Verlag der beste Partner, den man sich als Autor vorstellen kann. Und zwar in sämtlichen Phasen eines Buchprojekts, beginnend mit der Konzeption, über die generelle Strategie, den Schreibprozess bis hin zur Vermarktung.

Frage: Kann man einen Expertenstatus über Eigenverlagsveröffentlichungen erreichen?

Selbstverständlich. Allerdings gibt es einige wichtige Dinge zu beachten. Zum einen sollte das Buch natürlich inhaltlich glänzen. Genauso wichtig ist aber auch die Verpackung. Der Großteil aller Bücher, die im Self-Publishing erscheinen, sind nämlich handwerklich extrem schlecht gemacht. Sie strotzen vor Rechtschreibfehlern, das Layout macht das Lesen zu einer wahren Tortur, und Cover, Papier und die generelle Optik sind von einem hochwertigen Ergebnis weit entfernt.

Diese Mängel kann man ausschließen, wenn man auch als Autor im Eigenverlag mit sehr bewusst mit Profis zusammenarbeitet. Hierzu gehören unbedingt ein erfahrener Lektor, ein professioneller Designer (nein, Onkel Otto, der immer die Flyer für den Kegelclub gestaltet, gehört nicht in diese Kategorie) und ein gutes Satzbüro. Die Basics müssen ganz einfach stimmen, denn ansonsten nützt der beste Inhalt nichts.

Tipps für Autoren – Ziel des Buchprojekts

Frage: Derzeit wird jedem geraten, ein Buch auf den Markt zu bringen, um einen Expertenstatus aufzubauen, was hältst du davon?

Naja…dieser Rat stammt ja meisten von Menschen, die auf irgendeine Art und Weise daran verdienen, wenn neue und unerfahrene Autoren ein Buch schreiben. Und natürlich stimmt es, ein Buch untermauert die eigene Expertise wie wohl kein anderes Medium. Allerdings halte ich es für extrem fragwürdig, wenn man ein Buch rein aus marketingtechnischen Gesichtspunkten schreibt, und die Erfahrung zeigt auch, dass diese Strategie so gut wie nie erfolgreich ist.

Wenn ich anderseits in einem Bereich über eine große Erfahrung verfüge, und mich dem Thema in Buchform auseinandersetze, dann werde ich am Markt zwangsläufig als Experte wahrgenommen. Für mich stellt sich da eher eine Grundsatzfrage: Habe ich wirklich etwas zu sagen, weil ich ein Experte auf einem Gebiet bin?

Dann gibt es nichts Besseres als ein Buch, um die Expertise massiv zu steigern. Oder geht es mir ausschließlich um die öffentliche Wahrnehmung, obwohl ich keine große Lust auf die viele Arbeit habe, die hinter dem Entstehungsprozess? In diesem Fall rate ich dringend davon ab, ein Buch zu veröffentlichen, denn der Leser spürt die Intention schon nach den ersten Seiten und die Wahrscheinlichkeit eines Flops ist recht hoch.

Tipps für Autoren – Der richtige Zeitpunkt

Frage: Wann sollten Menschen ein Sachbuch schreiben? Zu Beginn, wenn eine Community aufgebaut werden soll oder wenn schon eine Community vorhanden ist?

Eine Frage, die ich sehr häufig höre, die aber schon von der Grundhaltung in die vollkommen falsche Richtung geht, weil Sie nämlich ausschließlich das Marketing in den Mittelpunkt stellt. Und natürlich ist dies für den Erfolg eines Buchs essenziell, allerdings erst im zweiten Schritt.

Es macht mich immer wieder wütend, wie häufig schlampig geschriebene, inhaltlich dünne und optisch gruselige Bücher auf den Markt kommen, weil die Möchtegernautoren sich erhoffen, eine hohe Reichweite mit dem Produkt aufzubauen. Ich habe da eine sehr einfache Meinung: Man sollte ein Sachbuch schreiben, wenn man etwas zu sagen hat, und es einen Markt für das Thema gibt, mit dem ich mich auf ca. 200 Seiten intensiv auseinandersetzen will und auch kann (Viele Bücher wären besser nach den ersten 80 Seiten beendet worden, weil die Autoren danach einfach kein Material mehr hatten).

Mache ich das auf eine besondere, außergewöhnliche und qualitativ hochwertige Art und Weise, dann kommt der Erfolg und auch die Community von ganz alleine. Es wird m.E. Zeit, dass wir uns wieder über neue Inhalte, mutige Themen und Autoren mit Persönlichkeit unterhalten, und weniger über Second-Hand-Ideen, Möchtegern-Experten und Pseudo-Bestsellerautoren, die ausschließlich aus Marketinggründen auf dem Buchmarkt in Erscheinung treten.

Tipps für Autoren – Marketing und PR

Frage: Wie stehst du zu Marketingstrategien, die Bücher verschenken oder sehr günstig verkaufen?

Da schlagen tatsächlich zwei Herzen in meiner Brust. Als Autor tut es mir natürlich in der Seele weh, wenn ich sehe, dass Bücher verschenkt werden. Schließlich weiß ich, wie viel Zeit, Herzblut und einsame Stunden harter Arbeit am Schreibtisch in so einem Werk stecken.

Als Marketer hingegen finde ich die Idee genial, denn ein Buch eignet sich perfekt als unglaublich wertvolles Einstiegsprodukt in einen Verkaufsfunnel. Ist das Buch nicht nur dahingeschludert, sondern qualitativ hochwertig gestaltet, kann eine solche Strategie für Autor und Leser zu einer echten Win-Win-Geschichte werden.

Tipps für Autoren – Generelles

Frage: Wem würdest du abraten, ein Buch zu schreiben?

Da gibt es für mich genau zwei Kategorien: 1)  Menschen, die nichts zu sagen haben. Und 2) Menschen, die ein Buch ausschließlich aus dem Grund schreiben, weil Sie sich davon einen wirtschaftlichen, bzw. marketingtechnischen Vorteil versprechen.

Frage: Was sind deine drei wichtigsten Tipps für Erstlingsautoren?

Erstens. Betreibe eine intensive Recherche im Vorfeld. Insbesondere sind folgende Fragen wichtig: Gibt es schon ein ähnliches Buch am Markt (gibt es so gut wie immer)? Ist mein Ansatz einzigartig? In welchem Verlag will ich veröffentlichen (weil er zu mir und meinem Thema passt)?

Zweitens. Schreibe ein wirklich gutes Buchexposé und schicke es an mindestens drei potenzielle Verlage (selbst wenn Du vorhast, das Buch im Eigenverlag herauszubringen). Zum einen bekommst Du dadurch für Dich einen dramatischen Anstieg an Klarheit, zum anderen auch ein erstes Feedback von Profis. Der größte Fehler, den ich Erstautoren immer wieder machen sehe, ist das Buch komplett fertig zuschreiben, und sich erst dann um die Verlagsstrategie zu kümmern.

Und last but not least. Hol´ Dir von Anfang an Unterstützung von Profis. Dies können erfahrene Literaturagenten sein, aber auch Ghostwriter oder Spezialisten aus der Buchbranche. Denn auch wenn das Schreiben eines Buchs absolute Chefsache ist, gilt: Niemand gewinnt alleine, und mit dem richtigen Team an der Seite kann man sich eine Menge Lehrgeld sparen.

Frage: Welches sind die wichtigsten Erfolgsfaktoren, wenn man ein sehr gutes Sachbuch auf den Markt bringen möchte?

1. Klarheit im Kopf des Autors. Sowohl thematisch, als auch strukturell und vor allem in der Vermarktungsstrategie.

2. Ein spannendes und mutiges Thema. Es gibt zu so gut wie allem bereits ein Buch, daher lieben Leser inspirierende Blickwinkel, neue Herangehensweisen oder unkonventionelle Meinungen.

3. Ein persönlicher Schreibstil. Auch als Autor gilt: Sei ein Original und keine Kopie.

4. Fleiß. Ja, ein Buch zu schreiben bedeutet eine Menge Arbeit. Und zwar nicht nur während des eigentlichen Schreibprozesses. Der eigentlich arbeitsreiche Teil beginnt sogar erst nach der Abgabe des Manuskripts, denn ein Buch will vermarktet und promotet werden. Ich kenne so viele wunderbare Bücher, die niemand kennt, weil die Autoren sich bequem zurückgelehnt haben, weil sie darauf gehofft hatten, der Verlag würde sich schon drum kümmern. Nein, der Erfolg eines Buches steht und fällt mit der Bereitschaft des Autors, von der ersten Idee bis zur PR nach Veröffentlichung Vollgas zu geben.

Bonusfrage: Schreibst Du Deine Bücher eigentlich alle selber?

Ja. Und zwar alle. Denn ich liebe das Schreiben und die intensive schriftliche Auseinandersetzung mit einem Thema hat mir wohl schon die eine oder andere Therapiestunde erspart. Allerdings zeigt alleine, dass dies die Frage ist, die mir häufiger gestellt wird als alle anderen zeigt, wie ungewöhnlich das heutzutage zu sein scheint.

Veränderungskompetenz ist das Change Management der Zukunft

Wie Unternehmen in Zeiten von VUKA, Wandel und Unsicherheit Veränderung erfolgreich gestalten

Die persönliche Veränderungskompetenz wird zum wichtigsten Erfolgsfaktor der Zukunft. Dies ist die Hauptthese dieses Artikels. Doch lassen Sie uns zu Beginn über die Hintergründe sprechen. „Wie sieht das Change Management der Zukunft aus?“ Diese Frage bekomme ich in den letzten Wochen und Monaten so häufig wie keine andere gestellt. Kein Wunder, denn mittlerweile ist es kein großes Geheimnis mehr, dass wir uns in einer der größten Transformationsphasen der Menschheit befinden. Auf der einen Seite bewegen wir uns weg von der Informations- hin zur Sinngesellschaft, was die Art wie wir leben dramatisch verändert. Auf der anderen Seite sorgen Entwicklungen wie künstliche Intelligenz, Robotiks, Quantencomputer, 3-D-Drucker und natürlich die Digitalisierung dafür, dass sich auch die Wirtschaft in einem massiven Wandel befindet. Man muss kein Prophet sein, um vorauszusagen, dass sich die Art und Weise, wie wir in zehn Jahren arbeiten und lernen, dramatisch vom derzeitigen Status Quo unterscheiden wird. Dies bleibt selbstverständlich nicht ohne Folgen. Insbesondere für den Umgang mit der Veränderung selber.

Exponentielle Veränderung statt linearem Wandel: Change is the new Normal

Die größte Veränderung im Umgang mit Change ist der Verlauf des Wandels an sich. Dieser geht nämlich schon lange nicht mehr linear vonstatten, sondern verläuft längst exponentiell. Dies gilt sowohl für die gesamtgesellschaftliche Betrachtung, aber natürlich auch für jede einzelne Branche.

Exponentielle Veränderung

Die Folge: Veränderung hat heute keinen Anfang und kein Ende mehr, sondern ist ein permanenter Dauerzustand geworden. Veränderung ist die neue Normalität. Sie ist heute schneller, komplexer und unberechenbarer als noch vor wenigen Jahren. Und dies hat entsprechende Auswirkungen auf den Einsatz von Change Management. Vorbei sind die Zeiten, in denen es einen sicheren Status Quo gab, dann alle paar Jahre einen Veränderungsprozess (den man dann mehr oder weniger erfolgreich managte), bevor man dann den Change irgendwann für beendet erklärte und wieder zur gemütlichen Tagesordnung überging.

Veränderungskompetenz führt zu erfolgreichem Change Management

Lassen Sie uns daher eine unbequeme Wahrheit gleich zu Beginn dieses Artikels aussprechen: Klassisches Change Management ist tot. Stattdessen benötigen wir für die Herausforderungen der Zukunft eine vollkommen neue Fähigkeit: Veränderungskompetenz. Dies ist eine besondere Kombination aus Mindset und Skillset. Eine besondere Art und Weise, mit den komplexer werdenden Rahmenbedingungen umzugehen, die Zukunft aktiv zu gestalten und sich selber und die Menschen im eigenen Umfeld mit Empowerment, Mut und Flexibilität auszustatten. Das WAS wir tun, sieht dabei zwangsläufig anders aus, vor allem aber sind es das WIE und das WARUM bzw. WOFÜR, die einem radikalen Paradigmenwechsel unterliegen. In der folgenden Abbildung sehen Sie mein Modell der Veränderungskompetenz in der Übersicht.

Veränderungskompetenz modell

Das Modell der Veränderungskompetenz

Eines sollte aus den ersten Sätzen deutlich geworden sein: Der wichtigste Erfolgsfaktor der Zukunft wird der Mensch sein. Und genau aus diesem Grund erhält die Veränderungskompetenz eine so wichtige Bedeutung. Diese so wichtige Eigenschaft basiert auf vier starken Säulen: Leadership, Kultur, Kommunikation und Performance. Der gemeinsame Nenner aller vier Komponenten ist dabei ist Kombination eines kraftvollen Motivs und starker Werte. Diese Grundlage wollen wir zunächst betrachten, bevor wir uns dann den vier Faktoren der Veränderungskompetenz detailliert widmen. Diese sind jeder für sich betrachtet wichtig, beeinflussen sich aber auch gegenseitig, und können daher nur in der Gesamtbetrachtung genutzt werden.

Motiv: Veränderung sollte immer einen Sinn haben, und niemals nur um der Veränderung selber geschehen. Alles beginnt daher mit der entscheidenden Frage:

Warum wollen wir uns überhaupt verändern?

In dieser Antwort liegt Ihr emotionaler Antrieb. In Kombination mit der Frage

Wofür wollen wir uns verändern?

haben Sie ein Motiv, das sowohl einen inneren, als auch einen äußeren Grund beinhaltet, und die unbedingte Grundlage für nachhaltige Ergebnisse ist.

Werte: Starke, gemeinsame und geteilte Werte sind in der heutigen Zeit wichtiger als Geld, hierarchische Positionen oder Status. Sie sorgen auf der einen Seite dafür, dass Menschen persönliche Verantwortung übernehmen, sind andererseits aber auch das verbindende Element eines erfolgreichen Teams.


Welche Veränderungen Sie auch immer vorhaben, arbeiten Sie zuerst an Ihrem Motiv und Ihren Werten. Diese bilden die Grundlage für alle vier Elemente der Veränderungskompetenz. Behandeln Sie diese Faktoren stiefmütterlich oder lassen Sie gar vollkommen außen vor, dann ist jedes Change Vorhaben von vorneherein zum Scheitern verurteilt.

Veränderungskompetenz Faktor #1: Leadership

Führung, bzw. Leadership und erfolgreiche Veränderung gehen Hand in Hand. Die große Kunst ist es, persönliche Verantwortung (unabhängig der hierarchischen Position) zu übernehmen, aber gleichzeitig als Team erfolgreich zu sein. Dies bedeutet, dass es natürlich im ersten Schritt auf Self-Leadership ankommt, denn nur, wer in der Lage ist, sich selber zu führen, der kann auch andere führen und für neue Ideen und Wege begeistern. Erfolgreiches Change Leadership basiert dabei (neben dem Motiv und gemeinsamen Werten) auf folgenden Faktoren:

Klarheit: Mit der Klarheit steht und fällt alles. Und ich meine in diesem Fall wirklich alles. Je größer die eigene Klarheit, desto wirkungsvoller die Entscheidungen, die Kommunikation und die Veränderungs-Strategie.

Fehler: Wer sich auf den Weg macht und den Status Quo radikal hinterfragt, neue Ideen generiert und mutig neue Wege geht, der macht zwangsläufig auch Fehler. Viele Fehler. Und das ist gut so. Erlauben Sie es sich und insbesondere den Menschen in Ihrem Umfeld Fehler machen zu dürfen, ja machen zu müssen. Jeder Fehler bietet eine großartige Möglichkeit, daraus zu lernen und neue Alternativen auszuprobieren.

Entscheidungen: Für mich die wichtigste Eigenschaft eines modernen Leaders. Besonders in unsicheren Zeiten, in denen wir mit entsprechenden Herausforderungen konfrontiert sind, ist es von imminenter Bedeutung, Entscheidungen zu treffen. Zeitnah, transparent und vor allem konsequent. Je besser Sie in der Lage sind, auf diese Art und Weise Entscheidungen zu treffen, desto mehr geben Sie Ihrem Umfeld Orientierung.

Veränderungskompetenz Faktor #2: Kultur

Eine von Flexibilität, Offenheit und Mut zu neuen Wegen gekennzeichnete Unternehmenskultur ist ein entscheidender Wettbewerbsfaktor in Zeiten der Veränderung. Ihre Produkte, Ihre Marketingstrategie und Ihre Preise können (und werden) vom Wettbewerb (dem aktuellen und dem zukünftigen) kopiert werden. Aber Kultur kann niemals kopiert werden. Sie ist es, was die Seele eines Unternehmens bzw. einer Organisation ausmacht und am Ende des Tages die Spreu vom Weizen trennt.

Vision: Sämtliche erfolgreiche Unternehmen besitzen eine Gemeinsamkeit: Eine klare, emotionale und eindeutige Vision, die sämtliche Strategien, Ziele und Prozesse prägt und den beteiligten Menschen einen Orientierungspunkt vermittelt. Nicht nur gibt eine Vision dem eigenen Tun und Schaffen eine Bedeutung, sie ist auch der verbindende Faktor, der aus einer Ansammlung einzelner Menschen ein echtes Team formt.

Bewusstheit: Wir können nur das verändern, was uns auch bewusst ist. Je höher der Bewusstheitsgrad der einzelnen Menschen ist, desto höher auch die Veränderungskompetenz. Wichtige Fragen, die Sie sich regelmäßig stellen sollten: Wie wirke ich? Wie kommuniziere ich? Wo liegt mein Fokus? Wie ausgeprägt ist meine Veränderungsbereitschaft? Wie verhalte ich mich? Dieser mutige Blick in den Spiegel ist nicht immer ganz einfach, ohne ihn wird es allerdings wesentlich schwieriger, bzw. sogar gänzlich unmöglich, Veränderungen aktiv und erfolgreich zu gestalten.

Mindset: Dieser Begriff lässt sich schwer ins Deutsche übersetzen. Oftmals fallen dann Definitionen wie Haltung, Denkweise, Einstellung, Lebensanschauung oder Mentalität. Tatsächlich ist das Mindset aber mehr als die Summe der einzelnen Teile. Es ist die Art und Weise, wie wir Denken, Handeln, Entscheiden und Informationen verarbeiten. Zusätzlich ist es aber auch der Grund, warum wir das genau so tun. Da der Großteil der Menschen immer noch in veralteten Denk- und Verhaltensmustern feststeckt, bedarf es für die Herausforderungen der Zukunft eines radikalen Mindset Shifts.

Veränderungskompetenz Faktor #3: Kommunikation

Wenn ich eines in den letzten Jahren in Unternehmen unterschiedlichster Größenordnung, Kultur und Herkunft lernen durfte, dann ist es dies: Sehr viele wichtige und notwendige Veränderungen scheitern aufgrund mangelhafter Kommunikation. Dies liegt meistens daran, dass Erwartungen nicht ausgesprochen, entscheidende Informationen nicht weitergegeben oder Ziele nicht mitgeteilt werden. Der Faktor Kommunikation ist daher für eine ausgeprägte Veränderungskompetenz nicht nur außerordentlich wichtig, sondern wird mit zunehmender Unsicherheit und Komplexität immer entscheidender.

Transparenz: Wenn Sie Change erfolgreich gestalten wollen, kommen Sie um radikale Transparenz nicht herum. Keine Zahlen, Informationen oder Fakten sollten geheim, oder nur einem elitären Kreis zugänglich sein. Dies hat zwei Gründe: 1) Menschen benötigen immer einen rationalen Grund, warum Sie sich verändern sollen (die Emotionen führen dann im zweiten Schritt zum Wollen). Je mehr Informationen, Zahlen, Daten und Fakten Sie kommunizieren, desto besser. 2) Transparenz führt dazu, Betroffene zu Beteiligten zu machen. Wenn alle Menschen in einem Team auf dem gleichen Wissens- und Informationsstand sind, dann fördert das nicht nur die Motivation, sondern auch die Eigeninitiative.

Fokus: Eines meiner Lieblingszitate lautet: “Sprache ist die Kleidung der Gedanken.” Und Ihre Sprache kann entweder Problem- oder Lösungsorientiert sein (um dies zu evaluieren, helfen Ihnen die Faktoren Klarheit und Bewusstheit). Wagen Sie an dieser Stelle wieder den mutigen Blick in den Spiegel und dann kommunizieren Sie lösungsorientiert und richten Ihren (semantischen) Fokus auf Chancen und Möglichkeiten. Denn genau diese gilt es in der Zukunft zu nutzen.

Fähigkeiten: Hier kommt das (kommunikative) Skillset der an einer Veränderung beteiligten Menschen ins Spiel. Wie gut trainiert sind Ihre Mitarbeiter? Wie ist es um Ihr Wissen bestellt? In meinem Buch “Radikal Menschlich” habe ich die These aufgestellt, dass Mitarbeiterorientierung in den nächsten Jahren wichtiger als Kundenorientierung sein wird. Stellen Sie also die Menschen Ihres Teams in den Mittelpunkt und investieren Sie in die Entwicklung ihrer Fähigkeiten. Die Ergebnisse werden es Ihnen danken.

Veränderungskompetenze Faktor #4: Performance

Auch wenn ich im letzten Abschnitt noch einmal deutlich auf den Erfolgsfaktor Mensch hingewiesen habe, bedeutet dies natürlich nicht, dass unternehmerische Businessaspekte weniger wichtig sind. Denn nur, wenn Change mit der Intention durchgeführt wird, eine Organisation langfristig erfolgreich am Markt zu positionieren, führt das entsprechende Vorhaben auch zu den gewünschten Ergebnissen. Folgende Elemente sind daher ebenso entscheidend für eine ausgeprägte Change Competence.

Strategie: Die Vision ist der emotionale Antrieb, aber die Strategie sorgt dafür, dass eine Veränderung nicht zufällig geschieht, sondern strukturiert und mit nachvollziehbaren Meilensteinen abgearbeitet werden kann. Grundsätzlich gilt: Ohne Strategie keine nachhaltige Veränderung.

Ziele: Aus der übergeordneten Strategie ergeben sich die einzelnen Ziele. Diese sorgen dafür, dass ein großes Vorhaben greif- und umsetzbar wird. Hier gilt: Groß und mutig denken, aber den Weg der kleinen Schritte gehen. Detaillierte und transparente Ziele helfen hierbei.

Prozesse: Aus den jeweiligen Zielen lassen sich dann die notwendigen Prozesse ableiten, die dann von den einzelnen Abteilungen bzw. Menschen abgearbeitet werden. Versuchen Sie möglichst viele automatisierte Systeme zu etablieren, ohne dabei die Flexibilität und Spontaneität zu beschneiden.

Veränderungskompetenz als Schlüsselqualifikation

Niemand weiß exakt, wie die Zukunft aussehen wird (sorry liebe Zukunftsforscher), aber eines lässt sich mit großer Sicherheit prognostizieren: Business as usual ist längst vorbei und die nächsten Jahre werden es so richtig in sich haben. Egal, was auch passieren wird – und glauben Sie mir, es wird einiges passieren –, Sie werden sich immer auf Ihre Fähigkeiten, Ihre Erfahrungen und Ihr Wissen verlassen können. Je mehr die Zukunft von technischen Veränderungen, disruptiven Entwicklungen und digitaler Komplexität geprägt sein wird, desto entscheidender wird der Erfolgsfaktor Mensch. Im Business, in der Gesellschaft und auch im ganz privaten Umfeld. Klassisches Change Management ist daher obsolet geworden, stattdessen kommt es auf die persönliche Veränderungskompetenz an. Dieser Schlüsselskill wird darüber entscheiden, ob Sie auf den Zug Richtung Zukunft mit aufspringen, oder ob Sie alleine am Bahnsteig stehengelassen werden. Investieren Sie in Ihre eigene Veränderungskompetenz und die Ihrer Mitarbeiter. Sie wird der entscheidende Wettbewerbsfaktor der nächsten Jahre sein.

DIE MACHER MENTALITÄT

Verändere Dein Leben heute: „Ich mach das jetzt einfach!“

Wenn es um das Thema Macher Mentalität geht, muss ich unweigerlich an eine meiner Lieblingsanekdoten denken.

Es war einmal ein Junggeselle, der mit Anfang 40 immer noch zu Hause bei seinem Vater wohnte. Eines Abends sagte dieser beim Essen: »Sohn, ich bin krank, mir geht es nicht gut und es geht langsam dem Ende entgegen. Ich habe nur Dich. Wenn ich in drei bis vier Jahren nicht mehr bin, dann wirst Du die Firma und mein gesamtes Vermögen in Höhe von 100 Millionen Euro erben.«

Also beschloss der Sohn, sich eine Frau zu suchen, mit der er seinen zukünftigen Reichtum teilen könnte. Und tatsächlich, während einer Dienstreise traf er auf dem Flughafen die schönste Frau, die er jemals gesehen hatte. Sie war so umwerfend, dass es ihm fast den Atem verschlug. Trotzdem sprach er sie an und sagte: »Ich mag zwar nur wie ein gewöhnlicher Mann aussehen, aber mein Vater wird in drei bis vier Jahren sterben. Dann erbe ich sowohl die Firma als auch ein Vermögen in Höhe von 100 Millionen Euro. Hier ist meine Visitenkarte.«

Mit einem mysteriösen Lächeln nahm die Dame die Karte entgegen und ging. Doch sie drehte sich noch einmal um und sagte nur einen Satz: »Wir werden uns wiedersehen.« Und sie sollte Wort halten. Noch am selben Abend wurde sie seine Stiefmutter.

Wie ausgeprägt ist Deine Macher Mentalität?

Ich weiß nicht, wie es Dir geht, aber ich muss über diese kleine Anekdote immer wieder schmunzeln. Trotzdem steckt auch ein sehr ernster Kern in der Geschichte. Die Botschaft ist eindeutig. Bei allen Krisen, Problemen und Herausforderungen bietet die Zukunft doch riesige Chancen. Und wenn wir diese nicht ergreifen, dann kommt irgendwann jemand anders, und schnappt sie uns weg.

Lass dies bitte nicht zu. Warte nicht, bis es zu spät ist, sondern ergreife die Gelegenheiten dann, wenn sie sich bieten. Doch leider wird dieses Vorhaben sehr häufig von der sich rasant ausbreitenden Volkskrankheit Nummer Eins torpediert. Was ich damit meine? Ich spreche von der berühmten Aufschieberitis und der Prokrastination.

Macher Mentalität statt Aufschieberitis

Die Symptome sind immer gleich. Statt eine Veränderung umzusetzen, wartet man lieber ab und begründet das eigene Zögern mit den unterschiedlichsten Ausreden. Und dann wartet man. Und wartet und wartet. Bis irgendwann der Sankt-Nimmerleins-Tag gekommen ist und jemand anders die Chance genutzt und die Gelegenheit beim Schopf gepackt hat.

Löse Dich von alten Mustern und Konditionierungen!

Der zögernden Abwartehaltung Lebewohl zu sagen und das Ende der Ausreden einzuläuten, ist daher ein wichtiger Schritt. Aber er reicht bei Weitem noch nicht aus. Es bedarf einer Alternative zu den ehemaligen Verhaltensmustern. Einer Macher Mentalität, die Deinen Fokus auf das Erkennen von Chancen, das Ergreifen von Gelegenheiten und die Umsetzung von Veränderungen richtet. Möglicherweise braucht es einige Zeit, bis Du Dich von alten Mustern und Konditionierungen gelöst hast. Aber es lohnt sich.

Das Training ist denkbar einfach.

Ersetze den alten Reflex durch einen neuen. Wo Du früher gezögert, gezweifelt und zur guten alten Ausrede gegriffen hast, halte kurz inne und denke dann ganz bewusst: »Ich mach das jetzt einfach!« Ein paar Anregungen gefällig?

  • Warte nicht, bis Dein Chef Dich dazu auffordert, sondern gehe jetzt die Extra-Meile für Deine Kunden!
  • Warte nicht darauf, dass Dein Kollege sich schon kümmern wird, sondern übernehme Du die Aufgabe!
  • Warte nicht, dass Deine Kunden Dich schon finden werden, sondern greife jetzt zum Telefonhörer!
  • Warte nicht bis Silvester, um Deine Gewohnheiten umzustellen, sondern fange heute damit an!
  • Warte nicht darauf, dass in Konfliktsituationen andere Menschen auf Dich zukommen, sondern ergreife Du die Initiative!
  • Warte nicht auf den perfekten Moment, sondern handele jetzt!
  • Warte nicht, bis Du einen Titel, genügend Geld oder die Erlaubnis anderer hast, sondern verändere Dein Leben heute!
  • Warte nicht bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag, sondern sage Dir aus voller Brust: “ICH MACH DAS JETZT EINFACH!

Bei Ausbau Deiner Macher Mentalität wünsche ich Dir ganz viel Erfolg. Und übrigens, es gibt auch die passende Keynote Speech zu dem Thema.

KULTUR SCHLÄGT STRATEGIE: 7 TIPPS FÜR DIE ZUKUNFT

Weil eine Kultur der Veränderung in disruptiven Märkten der größte Wettbewerbsfaktor der Zukunft ist

Kultur schlägt Strategie. Dieser Ausspruch stammt von Management Vordenker Peter Drucker. Okay, im Orginal heißt es dort „Culture eats Strategy for Breakfast“. Aber wir wollen uns nicht an Formulierungen festhalten, sondern uns auf die Kernaussage konzentrieren. Denn die Welt wandelt sich. Immer schneller. Nichts bleibt gleich. Besonders disruptive Technologien, die demografische Entwicklung und die digitale Revolution haben dafür gesorgt, dass die Märkte sich teilweise dramatisch wandeln und die Kunden sich heute komplett anders verhalten als noch vor ein paar Jahren.

Ein paar Beispiele gefällig? Amazon beginnt mit der Paketauslieferung via Drohnen, die ersten 3-D-Drucker sind in der Lage, nahrhafte Nahrung herzustellen und Roboter mit künstlicher Intelligenz erledigen bereits heute einfach Aufgaben in Lägern, an Fließbändern und sogar in Operationssälen. Dies hat Auswirkungen auf Hunderttausende, wenn nicht Millionen von Jobs, die in der Zukunft schlicht und einfach obsolet werden.

Und auch komplette Branchen werden kräftig durchgeschüttelt. So haben Facebook, Uber und Airbnb in nur wenigen Jahren den Big Playern in den jeweiligen Märkten den Rang abgelaufen und sind zum neuen Benchmark geworden.

Kultur schlägt Strategie. Und zwar um Längen!

Ob wir es nun gut finden, oder nicht. In den letzten zehn Jahren hat sich die Gesellschaft und auch die Art und Weise, wie das Business funktioniert, mehr verändert als in den hundert Jahren zuvor. Und der Wandel wird intensiver, denn die Veränderung verläuft schon lange nicht mehr statisch, sondern ist ein dynamisches Phänomen. Wir stehen gerade erst am Anfang von Entwicklungen, die unseren Alltag wieder und wieder auf den Kopf stellen werden. Der Umgang mit diesen Veränderungen ist also schon lange nicht mehr nur “nice to have“, sondern schon lange zum wichtigste Wettbewerbsvorteil in den Märkten der Zukunft geworden.

Doch wie reagieren die Unternehmen? Viele denken immer noch, dass sie zu erfolgreich sind, und dass ihnen daher nichts passieren könne. Welch ein Irrtum. Denken Sie nur mal an den Sony Walkman, den Kodak Farbfilm oder die Yahoo Suchmaschine. Alle drei Produkte waren einst die absolute Nummer eins Weltweit und sind dann Opfer genau dieser Denkweise geworden.

Der Großteil der Firmenlenker hat aber durchaus begriffen, dass man sich heute verändern muss, um auch in fünf bis zehn Jahren noch erfolgreich sein zu können. Doch leider konzentriert man sich dabei vor allem auf klassisches Change Management, temporäre Projekte oder Methoden aus der Personalentwicklung. Dies ist grundsätzlich auch nicht verkehrt, doch da Unternehmen sich immer nur verändern, wenn die Menschen sich verändern, entscheidet am Ende des Tages immer die Einstellung, das Mindset und die Haltung jedes einzelnen Mitarbeiters.

7 Tipps, um eine Kultur der Veränderung zu etablieren

Kultur schlägt Strategie. Oder genauer: Eine Kultur der Innovation, der Offenheit und des Muts zu neuen Wegen schlägt jede noch so ausgetüftelte Business Strategie um Längen. Weil diese einzigartig ist. Denn eines ist so sicher, wie das Amen in der Kirche. Wenn Sie gut sind, dann werden Ihre Konkurrenten alles kopieren. Ihre Produkte. Ihre Preise. Möglicherweise sogar ganze Marketingideen. Doch sie werden niemals in der Lage sein, Ihre Kultur zu kopieren. Weil diese einzigartig ist.

Es lohnt sich also, eine Veränderungskultur zu etablieren, die von jedem einzelnen Mitarbeiter im Unternehmen geteilt und gelebt wird. Auf diese Weise wird der Umgang mit Change nicht zu einem notwendigen Übel, sondern zu einer selbstverständlichen Haltung, die sich am Ende des Tages positiv auf Ihre Umsätze, Kundenzufriedenheit und Profitabilität auswirken wird.

Im Folgenden möchte ich Ihnen daher sieben Schritte vorstellen, um auch in Ihrem Unternehmen eine Culture of Change zu etablieren, die Sie als Unique Selling Proposition (USP) in den Märkten der Zukunft in die Waagschale werfen können.

Tipp 1: Kultur ist Chefsache

Veränderungen scheitern nie aufgrund mangelnden Wissens, falscher Methoden oder ungenügender Strategien. Natürlich gibt es auch hier hohe qualitative Unterschiede, aber der Hauptgrund, warum notwendige Innovationen nicht umgesetzt werden, ist schlicht und einfach die fehlende Bereitschaft der handelnden Personen.

Wenn nicht jeder einzelne Mitarbeiter in einem Unternehmen mit der richtigen Einstellung an die Arbeit geht, dann wird die Umsetzung von Change und fortschrittlichen Ideen extrem schwer. Überlassen Sie die Kultur Ihres Unternehmens daher nicht dem Zufall, irgendwelchen Projektgruppen oder gar einer externen Agentur. Die Change Kultur hat eine so entscheidende Bedeutung, dass Sie die allerhöchste Priorität besitzen sollte. Und das heißt eben ab sofort: Kultur ist Chefsache!

Tipp 2: Wie ist es um Ihre jetzige Kultur bestellt?

Schauen Sie genau hin und bewerten Sie die Ausgangslage. Wie ist die Stimmung, welche Kommunikationsstandards gibt es und welches Selbstverständnis gibt es in Ihrem Unternehmen? Je besser Sie den Ist-Zustand analysieren, desto leichter wird es Ihnen fallen, die notwendigen Maßnahmen, Nachjustierungen oder Kursänderungen festzulegen. Stellen Sie hierzu viele Fragen und binden Sie Ihre Mitarbeiter, Kunden und Geschäftspartner mit ein. Je offener Sie dies tun, desto besser. Je mehr Sie an dieser Stelle schon ein Wir-Gefühl schaffen, desto stärker wird es auch später sein.

Tipp 3: Schauen Sie nur auf sich

So verlockend es auch ist, sich an Unternehmen mit einer einzigartigen Change Kultur zu orientieren, lassen Sie es lieber von Anfang an bleiben. Natürlich können Sie sich von IKEA, Vaude oder Trigema grundlegend inspirieren lassen, aber die Kultur Ihres Unternehmens sollte sich an Ihrer Vision, Ihren Werten und Ihren Vorstellungen vom Business orientieren. Ich gehe sogar noch einen Schritt weiter. Je persönlicher Sie Ihre Kultur ausrichten, desto universeller wird die Wirkung nach Innen und Außen sein.

Tipp 4: Definieren Sie Ihr Mission Statement

Warum tun Sie, was Sie tun? Was ist der Sinn Ihres Unternehmens? Welche Vision teilen Sie mit Ihrem Team? Die Antwort auf all diese Fragen fließt in Ihr Mission Statement ein. Wann immer Sie einmal unsicher in Ihrer grundlegenden Ausrichtung sind, können Sie sich an diesem Warum orientieren. Es gibt Ihnen, Ihrem Team und Ihren Kunden Klarheit und Orientierung. Und in Zeiten, in denen sich um uns herum alles immer schneller verändert, ist dies eine wohltuende Ausnahme. ​

Tipp 5: Legen Sie Ihre Werte fest

Wenn es einen Faktor gibt, für den Sie viel Zeit aufwenden sollten, dann sind es Ihre Unternehmenswerte. Was ist Ihnen wichtig? Welche Prinzipien stehen im Vordergrund? Was ist für Sie unabdingbar und was ein absolutes “No Go”? Je genauer Sie diese Werte definieren, desto schärfer wird Ihr Markenprofil und damit Ihr Ansehen in der Öffentlichkeit.

Und nur, damit wir uns richtig verstehen, nur eine Liste zu machen und diese per Memo an alle Mitarbeiter zu versenden ist nicht genug. Jeder einzelne Unternehmenswert muss täglich gelebt werden. Und zwar von allen. Ohne Ausnahme. Das bedeutet, dass Ihr Team sich mit den Werten identifizieren können muss. Ist dies der Fall, ist das der wichtigste Baustein einer kraftvollen Change Kultur.

Tipp 6: Leben Sie die Change Kultur vor

Auch wenn ich mich wiederhole, dieser Punkt ist so entscheidend, dass ich es gerne tue. Eine Kultur der Offenheit, Flexibilität und Innovation zu etablieren ist nichts, was Sie theoretisch am Reißbrett festlegen. Noch weniger ist es etwas, was Sie delegieren, kaufen oder in einer einmaligen Hauruckaktion implementieren können.

Nein, wenn Sie sich entscheiden, Ihre Unternehmenskultur zur Chefsache zu machen, dann bedeutet das, dass Sie von heute an jeden einzelnen Tag daran arbeiten müssen. Persönlich. Denn eine starke Kultur will vorgelebt, intensiviert und feinjustiert werden. Wie der stete Tropfen den Stein aushält, so implementiert Ihr individueller Einsatz die Kultur in die Köpfe und ganz besonders die Herzen der Menschen in Ihrem Unternehmen.

Tipp 7: Ihre Mitarbeiter kommen IMMER an erster Stelle

Und zum Schluss ein Schritt, der mit hoher Wahrscheinlichkeit das genaue Gegenteil von dem ist, was Sie bisher gehört, gelesen und möglicherweise sogar umgesetzt haben. Denn der Konsens im Business ist nach wie vor: Der Kunde ist König. Und da ist auch eine Menge dran, denn der Kunde sollte immer im Mittelpunkt sämtlicher unternehmerischer Anstrengungen stehen, schließlich sorgt er mit seinem Geld dafür, dass wir auch morgen noch etwas zu Essen auf dem Tisch haben.

Trotzdem sollten Sie IMMER Ihre Mitarbeiter an die erste Stelle setzen. Erst dann kommen Ihre Kunden, Geschäftspartner und Aktionäre. Haben Sie unbedingt hohe Erwartungen, kommunizieren Sie klar und treffen Sie verbindliche Entscheidungen. Aber sorgen Sie gleichzeitig für eine hohe Wertschätzung, für eine Atmosphäre, in der Ihre Mitarbeiter wachsen können und geben Sie jedem einzelnen Menschen die Möglichkeit, seine Talente, Stärken und Ideen einbringen zu können.

Denn wenn Ihre Mitarbeiter gerne, mit einer hohen Motivation und viel Spaß zur Arbeit kommen, dann steigt die Zufriedenheit und damit die Leistung. Und dies sorgt dafür, dass auch Ihre Kunden, Geschäftspartner und Aktionäre mit einer ganz anderen Einstellung behandelt werden.

Haben Sie eine Entscheidung getroffen? Werden Sie die Etablierung einer innovativen Change Kultur in Ihrem Unternehmen zur Chefsache erklären? Ich wünsche Ihnen viel Spaß, Freude und Erfolg bei der Umsetzung. Und schreiben Sie mir gerne Ihre Erfahrungen, Fragen oder Meinungen ins Kommentarfeld. Ich freue mich auf eine spannende Diskussion zum Thema Kultur schlägt Strategie.

Herzlichst, Ihr Ilja Grzeskowitz

LOVE IT CHANGE IT OR LEAVE IT – MEHR SINN IM JOB

3 Wege, wie Sie Ihrem Job wieder einen Sinn geben können ​

Hand auf’s Herz, liebe Leserinnen und Leser: Haben Sie schon einmal den alten Change Spruch „Love it Change it or Leave it“ gehört? Ja? Dann lassen Sie uns die Philosophie dahinter am besten direkt auf Ihre Karriere anwenden. 

Wie sehr mögen Sie Ihren Job? Lieben Sie ihn geradezu abgöttisch, ist es eher ein notwendiges Übel oder bekommen Sie bereits ein Magengeschwür, wenn Sie nur daran denken? Wenn Sie Ihre Arbeit mögen, dann gehören Sie zu einer kleinen und exklusiven Minderheit, denn der Großteil der Menschen ist im besten Fall mit der eigenen beruflichen Tätigkeit unzufrieden. Ich kenne sogar eine Menge, die ihn regelrecht hassen. Würden Sie mir da zustimmen? Aber wenn dies nun so ist, warum handeln dann so wenige Menschen entsprechend und verändern etwas? Die Antwort ist so einfach wie kompliziert: Es ist die Angst vor der Veränderung. Die Angst vor dem Unbekannten.

Love it Change it or Leave it: Übersetzung auf Deutsch

Denn „Love it Change it or Leave it“ lässt sich auf Deutsch am besten wie folgt übersetzen: „Liebe es. Verändere es. Oder verlasse es.“ Und insbesondere vor dem zweiten und dritten Punkt haben so viele Menschen einfach eine riesige Angst. Und auch wenn dies für so gut wie alle Lebensbereiche gilt, so ist die Furcht vor Veränderung im Business am intensivsten.

Denn ist es nicht so? In kaum einem Lebensbereich dominiert die Angst unser Handeln so sehr wie im Job. Das hat einen einfachen Grund, denn nirgendwo prallen zwei der für uns Menschen wichtigsten Werte auf eine derart heftige Art und Weise aufeinander. Ich spreche von Sicherheit auf der einen und dem Drang nach Freiheit auf der anderen Seite.

Vor einiger Zeit habe ich von einer Studie gelesen, dass neue Mitarbeiter spätestens nach zwei Wochen wissen, ob sie langfristig im Unternehmen bleiben werden. Trotzdem gehen die meisten dieser Menschen, die unzufrieden sind, erst nach zwei Jahren. Umgekehrt ist es ähnlich: Die Firmen wissen in der Regel bereits nach drei bis sechs Monaten, ob sie einen neuen Mitarbeiter langfristig behalten wollen. Sollte dies nicht der Fall sein, kündigen sie ihm allerdings durchschnittlich erst nach drei Jahren.

Der Grund für diese Art von scheinbar widersinnigem Verhalten? Schlicht und einfach Angst. Angst, keinen neuen Job zu bekommen. Angst, keinen besseren Mitarbeiter zu finden. Angst vor dem möglichen Konflikt. Und so nimmt man lieber die Alternative in Kauf, die unter dem Strich auf einen einzigen Zustand hinausläuft: Unzufriedenheit.

Love it Change it or Leave it: Das Leben ist zu kurz für Unzufriedenheit

Sowohl auf Seiten der Angestellten als auch auf Seiten der Unternehmen werden viel zu viele Kompromisse geschlossen. Wahrscheinlich haben Sie auch schon von der berühmten Gallup-Studie gehört. Diese wird mittlerweile fast schon inflationär von Speakern, Buchautoren und Vortragenden jeglicher Couleur verwendet und besagt: In deutschen Unternehmen hatten im Jahr 2014 nur 14 Prozent aller Angestellten eine hohe Bindung zu ihrem Unternehmen. 61 Prozent verspürten dagegen nur eine geringe Verbundenheit und ganze 23 Prozent hatten innerlich längst gekündigt und waren nur noch körperlich anwesend (und auch das nicht immer, der gelbe Schein lässt grüßen).

Diese Zustände brechen mir immer wieder das Herz, denn eine solche, von Angst getriebene Unzufriedenheit müsste überhaupt nicht sein. Und da wir den Großteil unseres Wachbewusstseins nun mal im Job verbringen, sollte nichts eine so hohe Priorität genießen, wie einer beruflichen Tätigkeit nachzugehen, die uns fordert, erfüllt und dankbar macht. Und auch die Unternehmen jeglicher Größenordnung sollten eine Menge Aufwand betreiben, damit ihre Mitarbeiter sich bei ihnen wohlfühlen und ihr volles Potenzial entfalten können.

Verantwortung als Grundlage für Veränderung mit Sinn

Zukunftsorientierte Unternehmen haben eine Tatsache schon lange begriffen: Wenn Menschen in einer passenden Arbeitsumgebung ihre Fähigkeiten, Talente und Stärken einbringen können, dann sind sie zu außergewöhnlichen Leistungen fähig. Richard Branson – Multimillionär, Inhaber von über 260 Firmen und Gründer der Virgin Group – hat das auf seinem Blog mit folgendem Satz sehr passend zusammengefasst: „Geben Sie Ihren Angestellten eine Mission, die zu ihren Ansprüchen passt. Wenn Sie Menschen herausfordern, werden Sie überrascht sein, zu was sie fähig sind.“

Und natürlich weiß ich, dass nicht alle Unternehmer so eine tolle Einstellung haben, wie Richard Branson. Es gibt eine hohe Anzahl an Firmen, die nicht so viel Wert darauf legen, der Mitarbeiterbindung eine hohe Priorität einzuräumen. Möglicherweise arbeiten Sie sogar in einem solchen Unternehmen. Natürlich wäre es jetzt das Leichteste auf der Welt, in den Chor der Jammerer einzustimmen und sich darüber zu beschweren, wie furchtbar der eigene Job doch ist. Allerdings möchte ich Sie an dieser Stelle gerne daran erinnern, wie viel Kraft die Eigenverantwortung haben kann.

Sollten Sie auch nur den geringsten Anflug von beruflicher Unzufriedenheit verspüren, dann möchte ich Sie gerne einladen, sich hier und jetzt das Versprechen zu geben, aktiv etwas daran zu ändern. Was ich damit meine? Ich spreche von der Verpflichtung Ihnen selbst gegenüber, aus einem langweiligen und frustrierenden Beruf eine sinnvolle Tätigkeit zu machen, der Sie täglich mit einer hohen Motivation nachgehen. Nicht nur einmal, sondern jeden einzelnen Tag. Denken Sie immer dran: Love it Change it or Leave it. Oder anders ausgedrückt: Ein Job ist nur dann ein gewöhnlicher Job, wenn Sie sich dafür entscheiden, ihn genau so zu bewerten.

Love it Change it or Leave it: 3 wirkungsvolle Tipps

Stattdessen gibt Ihnen wirklich jede nur denkbare Tätigkeit die Gelegenheit, Ihre einzigartigen Talente und Fähigkeiten zu entfalten. Möglich ist das allerdings nur, wenn das, was Sie acht (und in vielen Fällen wesentlich mehr) Stunden am Tag tun, einen tieferen Sinn hat, und Sie morgens mit Zufriedenheit und abends mit Dankbarkeit erfüllt.

Lassen Sie uns also drei Möglichkeiten anschauen, wie Sie die Kraft einer sinnvollen Tätigkeit dazu nutzen können, den Grad an Eigenverantwortung, Erfolg und Erfüllung in Ihrem Leben deutlich zu erhöhen. Denn nichts verhindert das Gefühl der Angst so elementar wie ein von Sinn getriebenes Denken und Handeln. Weil Sie auf einmal aus einem Zustand der Gewissheit agieren, der Sie mit einer enormen Portion Mut und Entschiedenheit ausstatten wird.

Love it Change it or Leave it Faktor #1: Nehmen Sie den vorhandenen Sinn wahr

Immer wieder stelle ich fest, wie reflexartig sich Menschen auf all die Dinge in ihrem Job konzentrieren, die sie sowieso nicht ändern können. Sie stören sich an den ungerechten Vorgesetzten, den faulen Kollegen und den viel zu anspruchsvollen Kunden. Sie schimpfen über die Rahmenbedingungen, die Unternehmenspolitik und beschwören die gute alte Zeit herbei. Und vergessen dabei häufig, den Blick auf die schönen Dinge zu richten, auf all das, was gut funktioniert und was den eigenen Arbeitsplatz zu etwas Besonderem macht.

Ich bin der Überzeugung, dass wirklich jeder Job seine guten Seiten und einen tieferen Sinn haben kann. Ja, wirklich jeder. Aber nur, wenn wir bereit sind, ihn auch wahrzunehmen. Schauen Sie also genau hin. Achten Sie auf die Werte in Ihrem Unternehmen, die Dinge, die Sie an Ihrem Job lieben und all die vielen Kleinigkeiten, die Ihr Herz mit Freude erfüllen, sobald Sie daran denken. Schnell wird auf diese Weise aus einem einfachen Arbeitsplatz eine von Sinn und Zufriedenheit geprägte Tätigkeit, die Ihnen die Chance gibt, Ihre eigene Großartigkeit auszudrücken.

Love it Change it or Leave it Faktor #2: Erschaffen Sie einen Sinn

Sollte Ihnen trotz intensiver Suche partout nichts Sinnvolles an Ihrem aktuellen Job auffallen, dann widerstehen Sie bitte dem Impuls, sich in die Opferhaltung zu flüchten. Werden Sie stattdessen selbst aktiv. Vor Kurzem habe ich auf Instagram einen schönen Spruch gelesen: „Die Welt ist voller wunderbarer Menschen. Solltest du keinen finden, dann sei selber einer.“ Da ist eine Menge dran, oder?

Und das Gleiche gilt für die Frage nach dem Sinn unserer Jobs. Auch Ihr Arbeitsplatz ist voller sinnvoller Aspekte. Und wenn Sie keine finden können, dann kreieren Sie eben selbst welche. Es gibt unzählige Möglichkeiten, auch den scheinbar unwichtigen Dingen einen Sinn zu geben. Der Buchhaltung, den Routinetätigkeiten, den Kundentelefonaten, den Mitarbeitergesprächen oder dem Weg zum Arbeitsplatz. „Aber Ilja, welchen Sinn könnten denn all diese Dinge schon haben?“ Mir fallen da einige Möglichkeiten ein. Beispielsweise weil es für einen bestimmten Kunden wichtig ist, weil Sie einen Beitrag für Ihr Team leisten, weil Ihre Branche einen wichtigen gesellschaftlichen Zweck erfüllt oder weil Sie ein gutes Beispiel für Ihre Kollegen sein wollen.

Und manchmal liegt der größte Sinn schlicht und einfach darin, dass es das Richtige ist, etwas Bestimmtes zu tun. Weil Sie einen Vertrag unterschrieben haben, weil Sie es zugesagt haben oder weil man sich auf Sie verlässt.

Love it Change it or Leave it Faktor #3: Machen Sie nichts Sinnloses mehr

Ich garantiere Ihnen, dass Sie mit den ersten der beiden Möglichkeiten in über 95 Prozent aller Fälle aus einem gewöhnlichen Job eine sinnvolle Tätigkeit machen können. Was aber, wenn es Ihnen trotz aller Bemühungen nicht gelingt, auch nur ein kleines Fünkchen Sinn in Ihrem Job zu finden oder zu kreieren?

Dann sollten Sie sich so schnell es geht nach einer sinnvollen Alternative umsehen und der altbekannten Veränderungsweisheit „Love it change it or leave it“ nachkommen. Ihnen macht alleine der Gedanke Angst? Aber was wäre die Alternative? Dass Sie acht Stunden am Tag Dinge tun, die Sie frustrieren, einengen und unglücklich machen? Das sind in einer Woche schon 40, in einem Monat 160 und in einem Jahr 1.920 Stunden, die Sie in einem Job verbringen, den Sie nicht mögen, verabscheuen oder sogar hassen.

Sollte Ihnen diese Tatsache nicht viel mehr Angst machen? Stellen Sie sich dieser Angst, reißen Sie die gedanklichen Mauern ein und kreieren Sie sich Lebens- und Arbeitsumstände, die einen Sinn haben. Sie werden es nicht bereuen.

RUHE AUF DEM BALKON! EIN RANT GEGEN NEGATIVITÄT.

Ruhe auf dem Balkon! Das möchte ich mit diesem Artikel laut in die Welt hinausrufen. Denn es scheint mir, dass die Besserwisser immer mehr und insbesondere lauter werden. Und sich die Negativität dadurch weiter auszubreiten beginnt. Und genau dieser Negativspirale habe ich den Kampf angesagt. Doch lassen Sie uns zuerst eine kurze Reise in die Vergangenheit unternehmen.

Warum wir mehr Batteriewechsler und weniger Besserwisser, Nörgler und anonyme Kritiker brauchen

Es war ein gewöhnlicher Dienstag Nachmittag im November. Wie so häufig saß die komplette Abteilungsleiter-Riege im Besprechungsraum des Warenhauses zum wöchentlichen Jour-Fix zusammen. Als Geschäftsführer nutzte ich diese Termine u.a. dazu, um die Führungskräfte über alle aktuellen Themen zu informieren. An jenem Tag sollten die einzelnen Abteilungen ihre Maßnahmen für das kommende Weihnachtsgeschäft vorstellen.

Den Start machte Frau Müller (was nicht ihr echter Name ist) aus der DOB (was für Damenoberbekleidung steht). Doch als sie mit dem Präsenter zur ersten Power Point Folie klicken wollte, geschah etwas. Nämlich nichts. Hektisch klickte sie auf der Fernbedienung herum und starrte voller Hoffnung auf die Leinwand. Doch auch der zehnte Klick auf den Präsenter brachte keine Veränderung: Immer noch war der Startbildschirm zu sehen, die Technik wollte einfach nicht funktionieren.

Es dauerte nicht lange, bis das Gemurmel im Raum losging. “Es müsste dringend jemand etwas tun” sagte einer. “Typisch IT-Abteilung, nicht mal das bekommen sie hin” sagte jemand anders. Und eine dritte Person beklagte sich: “Kein Wunder, bei der uralten Ausstattung, mit der wir hier arbeiten müssen kann das ja nicht klappen”.

Fast alle Abteilungsleiter stimmten in das Wegklagen und die Schuldzuweisungen ein. Und es wurde heftigste Kritik geübt: An den Technikern, der Verwaltung, der Zentrale, an der unfähigen (weil technisch völlig unbegabten) Kollegin und sogar am Vorstand. Die Stimmung kochte.

Und das nur, weil ein Präsenter nicht funktionierte. Wahrscheinlich wäre es noch länger so weitergegangen, wenn nicht die junge Abteilungsleiterin aus der Parfümerie etwas getan hätte, womit keiner rechnete. Sie kramte in ihrer Tasche, erhob sich von ihrem Platz und ging wortlos nach Vorne. Dann ließ sie sich von der verdutzten Frau Müller den Präsenter geben, öffnete die Verschlussklappe und wechselte die Batterien. “So”, ließ sie ihre Kollegen wissen, “jetzt geht´s wieder. Wir können weitermachen!”

Aus der sicheren Entfernung kritisiert es sich leicht

An dieses Erlebnis musste ich in letzter Zeit häufig denken. Denn mich beschleicht das Gefühl, dass immer weniger Menschen selber etwas wagen, erschaffen oder umsetzen. Und die Mutigen, die sich trauen, müssen sich dann mit Kritikern auseinandersetzen, die meist ungefragt, sowie mit sicherem Abstand aus der Ferne ihre Meinung kundtun, unter der Gürtellinie attackieren und grundsätzlich der Meinung sind, alles besser zu wissen.

Natürlich würden diese Besserwisser ihnen das nie ins Gesicht sagen. Stattdessen versteckt man sich in der Anonymität des Internets und kann endlich mal das sagen, was man schon immer mal sagen wollte. Es kommt mir ein wenig so vor wie bei der Muppet Show. Können Sie sich noch erinnern? Dort saßen die beiden Senioren Waldorf & Statler auf ihrem gemütlichen Balkon und haben alles kommentiert, zerrissen und in den Kakao gezogen, was sich unten auf der Showbühne abspielte.

Und gibt es nicht auch im wahren Leben genau diese zwei Sorten von Menschen? Die einen, die Handeln, Bewegen und Verantwortung übernehmen. Die Unternehmer, Feuerwehrleute, Krankenschwestern, Schiedsrichter, Schriftsteller, Selbständigen, Gründer, Polizisten und alle anderen Menschen wie Sie und ich, die machen, tun und produktiv tätig sind. Und wer handelt, der macht zwangsläufig Fehler. Wird dadurch angreifbar. Bietet sich als perfekte Zielscheibe an.

Und dann gibt es da noch die anderen. Diejenigen, sich weit entfernt vom tatsächlichen Geschehen aufhalten. Die umgehend in Deckung gehen, wenn es heiß wird, wenn es weh tut, wenn es ans Eingemachte geht. Sich aber natürlich trotzdem das Recht herausnehmen, die Taten der handelnden Menschen auf der weit entfernten Showbühne des Lebens zu kritisieren, zu beurteilen und zu zerreißen.

Konstruktive Kritik vs. anonyme Beschimpfungen

Und nur damit wir uns richtig verstehen, ich spreche hier nicht von konstruktiver Kritik. Diese ist nicht nur hilfreich, sondern für Veränderung absolut notwendig. Nein, ich spreche vor allem von dem zunehmenden anonymen Bashing, das teilweise absurde Formen annimmt.

Doch woran liegt das? Ist es mangelndes Selbstbewusstsein, Neid oder eine generelle Unzufriedenheit mit dem eigenen Leben? Ich weiß es nicht. Aber eines weiß ich: Es nervt! Gerade gestern habe ich wieder zwei Bewertungen für meine Bücher auf Amazon gelesen. Beides waren 1 Sterne Rezensionen. Beide gingen nicht mit einem Wort auf den Inhalt ein, sondern strotzten nur so vor persönlichen Anfeindungen.

Und selbstverständlich hat sich keiner der beiden „Kritiker“ getraut, unter seinem echten Namen zu schreiben. Hinter der sicheren Maske von Pseudonymen kommen einem verbale Tiefschläge eben viel leichter über die Lippen, bzw. Tasten. Natürlich weiß ich, dass meine Meinungen, meine Inhalte und meine Persönlichkeit durchaus polarisieren. Trotzdem habe ich mit diesen anonymen Beschimpfungen vom Balkon grundsätzlich ein Problem.

Warum? Ich persönlich habe diesbezüglich ein dickes Fell und bin gut in der Lage, dem entgegenzutreten. Das kostet zwar Kraft, ist für mich aber auch der Preis, den ich dafür zahle, exponiert auf der Showbühne zu stehen.

Doch für viele andere Menschen kann so etwas durchaus existenzbedrohend sein. Denken Sie an das inhabergeführte Restaurant (da fallen auf einschlägigen Bewertungsportalen Worte wie „ekelhaft“ „widerlich, „unzumutbar“), den kleinen Laden um die Ecke („furchtbarer Service“, „unfreundlich“, „furchtbar“) oder die Tagesmutter aus dem Nachbarort („kann nicht mit Kindern“, „wird schnell wütend“, „ungeeignet“).

Es reicht! Eine Aufforderung an alle Besserwisser und anonymen Nörgler

Ich für mich habe beschlossen, diese Entwicklung nicht mehr nur schweigend hinzunehmen. Im Namen aller produktiven, mutigen und handelnden Menschen möchte ich den besserwisserischen Kritikern daher zurufen:

„Wir freuen uns über jede konstruktive Kritik, weil wir wissen, dass wir uns nur so weiterentwickeln, besser werden und wachsen können. Wir können auch mit direkten Worten, harten Argumenten und Klartext leben, wenn diese Form der Kritik wertschätzend und mit offenem Visier kommuniziert wird. 

Ansonsten gilt: Ruhe auf dem Balkon! Wir haben keine Lust auf Besserwisser, Nörgler und Miesepeter, die uns ungefragt als Projektionsfläche ihrer eigenen Ängste benutzen. Wir brauchen Eure Kommentare aus der sicheren Entfernung nicht. Wir brauchen auch keine Belehrungen, Beschimpfungen oder Miesmacherei. 

Wenn ihr mitreden wollt, dann verlasst den bequemen Balkon und kommt zu uns auf die Showbühne. Dahin, wo es weh tut. In die Hitze des Gefechts. Dorthin, wo Blut, Schweiß und Tränen fließen. Die Welt braucht keine weiteren Menschen, die ganz genau wissen, was die anderen alles falsch machen. Stattdessen braucht die Welt dringend mehr Menschen wie meine junge Abteilungsleiterin. Sie braucht mehr Batteriewechsler. Sie braucht Menschen, die mutig handeln, Fehler machen und Verantwortung übernehmen.“

Ruhe auf dem Balkon! Die Welt braucht mehr Batteriewechsler

Es ist Zeit, eine Entscheidung zu treffen.

Wollen wir Verantwortung übernehmen, oder die Leistungen anderer zerreden?

Gehen wir dahin, wo es weh tut, oder kritisieren wir das Geschehen vom bequemen Balkon aus?

Wollen wir Batteriewechsel oder Besserwisser sein?

Wir alle haben jeden Tag die Wahl!

Wofür entscheiden Sie sich?

Herzliche Grüße Ihr Ilja Grzeskowitz

Intention Bedeutung – Warum Sinn und Purpose so wichtig sind

Intention ist alles – Die Kunst der erfolgreichen Kommunikation

Haben Sie sich auch schon einmal gefragt, ob es so etwas wie eine einzige Eigenschaft gibt, die darüber bestimmt, ob jede Art von Kommunikation positiv oder negativ verläuft? Die gibt es tatsächlich. Und möglicherweise wird es Sie erstaunen, denn ich spreche nicht von einer Technik, nicht von einer Methode und auch nicht von einem bestimmten Prozess. Der Schlüssel, der Ihnen die Tür zu Erfolgen in allen Lebenslagen öffnen kann, ist Ihre Intention. 

Es spielt keine Rolle, ob mit Ihren Mitarbeitern kommunizieren, vor einer schweren Verhandlung stehen, oder Ihren Kindern etwas beibringen wollen. Ihre Resultate stehen und fallen mit der Erwartungshaltung, mit der Sie die kleinen und großen Aufgaben des Alltags angehen.

Intention Definition Deutsch: Mit Sinn kommunizieren

Ich möchte eine meiner tiefsten Überzeugungen mit Ihnen teilen: Intention schlägt alles. Ja, wirklich alles. Andere mögen schlauer, schneller oder talentierter sein. Wenn Sie mit der richtigen Intention an Ihre Aufgaben gehen, werden Sie immer den berühmten Schritt vorne sein. Lassen Sie uns also einmal genau schauen, was ich überhaupt unter Intention verstehe. 

Zum einen ist es für mich die Mentalität, mit der Sie die Dinge tun, die Sie tun. Eine eindeutige Erwartung an das Endergebnis der anstehenden Kommunikationen. Es ist die Abwesenheit von Zweifeln, und die tiefe Gewissheit, dass Sie genau das erreichen werden, was Sie sich vorgenommen haben. Das gilt für Verkaufsgespräche, Konflikte und Verhandlungen, genau so aber auch für Flirts, die Unterhaltungen mit Ihren Verwandten und die Erziehung Ihrer Kinder.

Intention: Bedeutung von Kommunikation mit Sinn

Kommen wir zum zweiten Faktor, nämlich der Frage, warum und weshalb Sie überhaupt mit anderen Menschen kommunizieren. Was, das wissen Sie meistens gar nicht, weil Sie eher der spontane Typ sind? Manchmal tauschen Sie einfach nur ein paar belanglose Floskeln aus, weil man das eben zu bestimmten Anlässen so macht?

Dann möchte ich Ihnen gerne folgende Idee schmackhaft machen. Gehen Sie nie mehr ohne ein konkretes Ziel in Ihre Gespräche, Unterhaltungen und jede andere Art von Kommunikation. Überlegen Sie sich vorher so genau wie möglich, was Ihr Gesprächspartner hinterher denken, tun und ganz besonders wie er sich fühlen soll. Je klarer Sie wissen, welches Ziel Sie verfolgen, desto eindeutiger können Sie handeln. Sie werden erstaunt sein, wie schnell Menschen spüren, wenn Sie mit der richtigen Intention handeln.

Je mehr Sie Ihren Fokus nach Außen auf Ihre Kunden, Mitarbeiter oder Familienmitglieder richten, desto mehr werden Sie auch Ihre eigenen Ziele erreichen. Weil sich wirklich alles im Leben um Beziehungen zu anderen Menschen dreht.

Was Sie von einem Kellner über Kommunikation lernen können

Ein Beispiel. Im vergangenen Jahr haben wir unseren Familienurlaub in Florida verbracht, wo wir eines Morgens in Fort Lauderdale bei Denny´s frühstücken waren. Kaum saßen wir in unserer Nische, stellte sich auch schon unser Kellner vor. Er hieß Bobby und machte gleich zur Begrüßung einen Scherz. Danach brachte er uns die Speisekarten, und fragte: „Hey, seid ihr bereit für die besten French Toast Eures Lebens?“

Meine Aufmerksamkeit war definitiv geweckt. Und Bobby machte auf dem hohen Niveau weiter. In seiner Hosentasche hatte er zwei kleine Geschenke für unsere Kinder und meiner Frau und mir legte er einen Rabattcoupon auf den Tisch, mit dem wir an diesem Tag ein Essen sparen konnten. Dann fragte er, was wir denn in seiner Heimatstadt machen würden, erzählte uns von seiner Armeezeit in Deutschland und brachte uns immer wieder zum Lachen. Schnell hatten wir eine gemeinsame Leidenschaft gefunden und unterhielten uns über Golf, Tennis und die vielen Freizeitmöglichkeiten in der Gegend. Bobby war niemals aufdringlich, schaffte es aber, dass wir uns innerhalb kürzester Zeit pudelwohl fühlten.

Und nachdem wir gegessen hatten, bot er uns an, dass er für uns am nächsten Tag den besten Tisch im Restaurant reservieren. Was glauben Sie, wo wir 24 Stunden später gesessen haben? Und weil mich seine Intention so faszinierte, habe ich Bobby bei unserer Verabschiedung gefragt, wie er es macht, trotz der immer gleichen Abläufe in der Arbeit als Kellner so freundlich und zuvorkommend zu sein. Er lachte nur kurz und dann sagte er: „Well, that´s simple, I just like people.“

11 Gründe, warum Sie ab sofort nur noch mit Intention kommunizieren sollten

„Ich mag einfach Menschen.“ Dieser eine Satz fasst die Wirkung von einer mit Intention geführten Kommunikation perfekt zusammen. Es geht immer um die Menschen. Wenn Sie es schaffen, zu Ihren Mitarbeitern, Kollegen und Kunden einen persönlichen Draht aufzubauen, dann passieren die tollsten Dinge. Weil sie sich dann wohlfühlen.

Und wer sich wohlfühlt, der handelt entsprechend. Ihre Umsätze, Verhandlungserfolge und sämtliche Kommunikationsergebnisse stehen in direktem Zusammenhang mit der Intensität der Beziehungen, die Sie zu anderen Menschen aufbauen. Weil nichts eine derart große Kraft besitzt, wie die richtige Intention. Weil Sie nicht länger zufällig, beliebig und belanglos agieren, sondern jedem einzelnen Moment Ihres Lebens eine konkrete Bedeutung geben. Das gilt für die kleinen Probleme des Alltags, besonders aber für die großen Herausforderungen. Warum? Ganz einfach, denn Intention…

  1. …sorgt für Klarheit
  2. …stärkt Ihr Selbstbewusstsein
  3. …eliminiert Zweifel
  4. …knüpft ein unsichtbares Band zwischen zwei Menschen
  5. …schafft Gewissheit
  6. …erzeugt positive Gefühle
  7. …ersetzt Belanglosigkeit durch Bedeutung
  8. …sorgt für den richtigen Fokus
  9. …motiviert
  10. …ist wichtiger als alle Techniken, Methoden und Prozesse zusammen
  11. …schlägt alles

Ihre Erwartungshaltung kann in wichtigen Momenten das entscheidende Zünglein an der Waage sein, das über Erfolg und Misserfolg bestimmt. Das Beste dabei ist, dass Sie komplett unabhängig von äußeren Faktoren werden, denn Ihre Intention steuern von Vorne bis Hinten ausschließlich Sie. Je besser Sie das tun, desto selbstsicherer, überzeugter und erfolgreicher werden Sie in diesen Momenten sein und die zwangsläufig folgende Achterbahnfahrt genießen können.

Und jetzt bin ich gespannt: Wie gehen Sie mit dem Thema Intention um, welche Erfahrungen haben Sie gemacht? Ich freue mich auf Ihren Kommentar 🙂

Herzlichst, Ihr

Ilja Grzeskowitz

ENDLICH CHEF. 10 TIPPS FÜR DIE ERSTEN 100 TAGE IM NEUEN JOB

Endlich Chef. Aber was nun? Sie haben es geschafft. Sie sind befördert, versetzt oder ganz neu eingestellt worden. Ihr neues Team wartet bereits voller Neugier auf Ihren neuen Chef und hinter vorgehaltener Hand fragt man sich bereits, was für ein Typ Sie wohl sind. Und Sie wissen: Die nächsten 100 Tage sind entscheidend, denn in dieser Zeitspanne, werden Ihre neuen Mitarbeiter Sie beurteilen, Ihre Grenzen austesten und sich in der Teamhierarchie positionieren. Aus meiner eigenen Vergangenheit weiß ich, wie herausfordernd diese Phase sein kann. In meiner Zeit als Geschäftsführer für Karstadt, Hertie, Wertheim und IKEA habe ich in nur sieben Jahren deutschlandweit zehn Standorte geleitet. Meine wichtigsten Erkenntnisse möchte ich in diesem Artikel gerne mit Ihnen teilen.

Endlich Chef: Was nun?

Wie so oft im Leben kommt es auch bei der Übernahme einer neuen Führungsposition auf die richtige Balance an. Zum einen ist es vollkommen normal, wenn Sie Ihre eigenen Vorstellungen haben, und diese direkt umsetzen wollen. Dafür bedarf es natürlich gewisser Veränderungen, die notwendig und auch wichtig sind. Doch die Kunst ist es, es mit den neuen Ideen nicht direkt zu übertreiben und darauf zu achten, die bestehenden Strukturen, Wege und Prozesse erst einmal wertzuschätzen. Dies ist notwendig, um das Vertrauen der Menschen zu gewinnen, für die Sie hoffentlich ein guter Leader sein werden.

Seien Sie konsequent, klar und menschlich

Gleich vorweg, es gibt nicht DEN Weg, mit dem Sie die ersten 100 Tage im neuen Job bestmöglich meistern können. Aber es gibt einige wichtige Grundlagen, die aus meiner Sicht unumgänglich sind, wenn Sie mit Ihrem neuen Unternehmen, Ihrer Abteilung oder Ihrem Team gemeinsame Erfolge feiern wollen. Hierzu gehören für mich vor allem eine offene, klare und zeitnahe Kommunikation. Gerade in der Anfangszeit ist die Unsicherheit der Menschen am größten. Wen Sie also endlich Chef geworden sind, kommunizieren Sie lieber etwas zu viel als zu wenig. Und dann beherzigen Sie die folgenden 10 Tipps, die mir und meinen Kunden schon häufig treue Dienste geleistet haben.

Die 10 wichtigsten Tipps für die ersten 100 Tage als Chef

  1. Schätzen Sie alte Strukturen, Abläufe und Erfahrungen unbedingt wert. Verändern Sie nicht alles auf einmal und gehen Sie behutsam vor
  2. Sprechen Sie klare Erwartungen aus, formulieren Sie Ziele und Visionen, mit denen sich Ihr Team identifizieren kann
  3. Zeigen Sie so oft wie möglich Ihre Kompetenz und ermutigen Sie Ihre Mitarbeiter dazu, Fehler zu machen
  4. Zeigen Sie sich auch mal von der „menschlichen Seite“. Niemand mag einen Roboter-Chef
  5. Kommunizieren Sie klar, konsequent und glaubwürdig
  6. Führen Sie viele Einzelgespräche und geben Sie regelmäßiges Feedback. Stichwort: Hart in der Sache, aber gleichzeitig fair auf der Beziehungsebene
  7. Hören Sie zu und seien Sie sich nicht zu schade, Ihre Mitarbeiter bei wichtigen Entscheidungen mit ins Boot zu holen
  8. Gehen Sie als Leader voran und sorgen Sie dadurch für Begeisterung und Loyalität
  9. Fördern Sie eine Kultur der Veränderung und etablieren Sie wichtige Werte
  10. Und vielleicht der wichtigste Tipp von allen: Haben Sie nicht den Anspruch, von jedem gemocht zu werden. Seien Sie authentisch, das reicht vollkommen aus

Endlich Chef: Genießen Sie die erste Zeit

Mit diesen 10 Tipps ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass Sie die erste Zeit in einem neuen Job gut meistern werden. Seien Sie aber auch darauf vorbereitet, dass Ihnen nicht immer alle Mitarbeiter folgen werden. Es gibt in jedem Team Stinkstiefel, Nörgler und ewig Gestrige. In solchen Fällen kann es dann auch einmal notwendig sein, diese Teammitglieder zu ersetzen. Trotzdem sollten Sie die ersten 100 Tage als Chef unbedingt genießen. In keiner anderen Phase haben Sie die Gelegenheit, so gestalterisch Einfluss auf die strategische Ausrichtung Ihres Unternehmens zu nehmen. Haben Sie Spaß, nehmen Sie die Menschen mit und Sie werden zwangsläufig Erfolg haben.

Was sind Ihre besten Tipps für die ersten 100 Tage im neuen Job? Schreiben Sie mir Ihre Erfahrung aus der Zeit, als Sie endlich Chef wurden, ich freue mich drauf 🙂

Herzlichst, Ihr Ilja Grzeskowitz

New Leadership: 10 Tipps für die Führung der Zukunft

Über Leadership wird viel geschrieben. Aber was ist New Leadership? Für mich ist es ein vollkommen neuer Ansatz guter Leader, der die Chancen der Zukunft in den Mittelpunkt stellt, und sich auf die Menschen und weniger auf Prozesse und Kennzahlen konzentriert. Was genau meine ich damit?

Es gibt die verschiedensten Ansätze und Theorien, was eine erfolgreiche und nachhaltig agierende Führungskraft ausmachen sollte. Alle diese Ansätze haben in einem bestimmten Kontext ihre Bedeutung. Jedoch gibt es bestimmte Grundsätze, die heutzutage jede Führungskraft beherrschen sollte.

Im Folgenden finden Sie daher 10 kurze und knackige Tipps, mit denen Sie als Führungskraft erfolgreicher in ihrem Unternehmen agieren können. Sie können die einzelnen Punkte als so genannte “Quick Wins” verstehen, mit denen es Ihnen gelingen wird, authentisch zu führen und eine New Leadership -Philosophie zu etablieren, der man gerne folgt und die Sie als Leader zu jemandem machen werden, für den man bereit ist, die Extra-Meile zu gehen.10 Tipps für Leadership und Führung mit Persönlichkeit und Attitude

1. Wer andere führen will, muss sich selbst managen können

New Leadership beginnt immer mit guter Selbstführung. Der Entwicklung einer ausgeprägten intrinsischen Motivation und Klarheit über Ihre wichtigsten Werte, Ziele und Erwartungen. Dies bedeutet auch, dass Sie bereit sein sollten, die komplette Verantwortung für ihre Handlungen, Gefühle und Entscheidungen zu übernehmen.

2. New Leadership: Die intuitive Führungskraft

Die Führungskräfte der Zukunft verfügen über die richtige Balance zwischen Logischen Denken und der Fähigkeit, in wichtigen Momenten auf den eigenen Bauch zu hören. Die große Kunst ist es, die richtige Kombination aus rationalen Analysen und intuitiven Bauchentscheidungen zu finden. Denn New Leadership ist sowohl rational als auch emotional

3. Create A Company People Love To Work For

Entwickeln Sie gemeinsam mit Ihrem Team eine Vision und eine Leadership Philosophie, der Menschen gerne folgen. Auf diese Weise gelingt es ihnen, ihre Mitarbeiter auf einer persönlichen Ebene abzuholen und mitzunehmen. Denn auf der einen Seite können die individuellen Menschen Ihre Persönlichkeit einbringen, haben gleichsam aber richtig Lust, Teil des Teams zu sein.

4. Die Peitsche ist Out

Führen Sie niemals, wirklich niemals mit Angst. Das ist nicht nur ein Leadership Ansatz aus dem vorletzten Jahrhundert, sondern auch der Anfang vom Ende. Schaffen Sie stattdessen eine Atmosphäre, in der man gerne arbeitet und in der man sich traut, Fehler zu machen. Und die Grundlage dafür sind die drei wichtigsten Eigenschaften guter Leader: Vertrauen, Transparenz und Empathie.

5. Falsche Entscheidungen sind besser als gar keine

Es gibt nichts Schlimmeres, als Führungskräfte, die sich nicht trauen, Entscheidungen zu treffen. Denn dadurch kommt es zum Stillstand und einer sich immer weiteren Ausbreitung von Unsicherheit in Ihrem Umfeld. Treffen Sie stattdessen klare und nachvollziehbare Entscheidungen, sobald Sie mit ihnen konfrontiert sind. Auch wenn nicht jede Entscheidung von allen bejubelt werden wird, nichts ist schlimmer, als nicht zu entscheiden.

6. Nach Außen immer wie eine Einheit

Kennen Sie auch die sogenannten Leader, die Ihre Mitarbeiter vor einem Kunden so richtig zur Schnecke machen? Werden Sie bitte NIEMALS so! Der umgekehrte Weg ist der richtige. Und das bedeutet:  Sprechen Sie Fehler und Probleme intern klar und direkt an. Doch stehen Sie in der Kommunikation zum Markt (Kunden, Lieferanten, etc.) immer voll und ganz hinter ihrer Mannschaft. Das ist New Leadership in Reinkultur.

7. Ihr größtes Potenzial – Die Ressourcen ihrer Mitarbeiter

So wichtig Prozesse, Kennzahlen und effizientes Arbeiten auch sein mögen. In Zeiten massiver Veränderungen ist der Mensch mit seiner individuellen Persönlichkeit der wichtigste Erfolgsfaktor. Und dementsprechend sollte Ihr Führungsstil aussehen. Fördern Sie die Kreativität und die Einzigartigkeit ihrer Mitarbeiter, und setzen Sie sie ihren Qualifikationen entsprechend ein.

8. Walk your Talk

Moderne Leader verzichten auf Ankündigungen, sondern lassen stattdessen Taten sprechen. Weil Integrität und gute Führung immer Hand in Hand gehen. Tun Sie also immer das, was Sie angekündigt haben. Und noch viel wichtiger: Fordern Sie nur solche Dinge, die Sie auch bereit sind, selber zu tun. Leben Sie ihre New Leadership Philosophie jeden Tag mit Haut und Haar.

9. Lernen Sie, “Nein” zu sagen

So hart es klingen mag, aber als Führungskraft kann man es nicht allen recht machen. Egal, wie modern und menschlich Ihr Leadership Stil auch sein mag. Es gehört daher dazu, dass Sie in der Lage sind, klar und konsequent zu kommunizieren. Dies beinhaltet auch, dass Sie Ihre Konfliktfähigkeit trainieren. Je authentischer Sie “Nein” sagen können, desto mehr steigt ihr Profil als Führungskraft.

10. Loben Sie ihre Mitarbeiter!

Der letzte Punkt wird in der Praxis häufig vernachlässigt. Dabei ist er so wichtig. Denn insbesondere für die Generation XYZ ist die Wertschätzung durch die Führungskräfte fast noch wichtiger als das monatliche Gehalt. Loben Sie Ihre Mitarbeiter daher. So oft es geht. Wenn diese Art des Feedbacks für Sie zum täglich Brot wird, ist ihr Team bereit, für Sie die “Extra Meile” zu gehen

Und jetzt interessiert mich Ihre Meinung. Welche Erfahrungen haben Sie gemacht? Schreiben Sie mir Ihre Meinung. Ich freue mich… 🙂

Herzlichst, Ihr Ilja Grzeskowitz

JOB SHARING ALS ERFOLGSFAKTOR

Mut zur Veränderung: Warum die Unternehmen die Zeichen der Zeit nicht verschlafen dürfen

Job Sharing? Bei uns auf keinen Fall! Diesen Satz hört man häufig. Dabei ist wichtigste Ressource unserer heutigen (Arbeits)-welt Zeit. Und das ist kein Wunder, denn der rasante Wandel der letzten Jahre hat dafür gesorgt, dass sich die Prioritäten der meisten Menschen dramatisch gewandelt haben. Die Bedürfnisse, Ansprüche und ganz besonders die Lebensentwürfe sehen heute vollkommen anders aus, als sie es noch in den 1990ern waren. Die klassische Familie, in der es einen Haupternährer (meistens der Mann) und eine Verantwortliche für Haushalt und Kinder (meistens die Frau) gab, ist längst eine Ausnahme geworden, an deren Stelle Patchwork-Lebensgemeinschaften, Single Haushalte und Doppelverdiener-Ehen getreten sind.

Und wenn Sie diese Menschen fragen, welche Faktoren für eine hohe Zufriedenheit im Job am wichtigsten sind, dann werden Sie sehr selten Antworten wie „ein hohes Gehalt“, „üppige Bonuszahlungen“ oder „ein schicker Dienstwagen“ hören. Ganz im Gegenteil. Viel wichtiger sind flexible Arbeitszeiten, die optionale Verlagerung von Routinetätigkeiten ins Homeoffice oder die Möglichkeit, genügend Freiräume für die Entfaltung der eigenen Persönlichkeit zu erhalten. Die Werte haben sich verschoben und wir leben in Zeiten, in denen für den Großteil der Gesellschaft die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben den größtmöglichen Stellenwert hat.

Job Sharing – Die Werte haben sich verändert

Doch anstatt diese Entwicklung als großartige Chance zu sehen, haben viele Personalverantwortliche immer noch Angst, die inneren Firmenstrukturen den äußeren Veränderungen anzupassen. Und diese Reaktion ist fatal, denn mit den Methoden der Vergangenheit wird man für die Herausforderungen der Zukunft sehr schnell ins Hintertreffen geraten. Was bedeutet das?

Die Unternehmen, die ihre Arbeitsabläufe an die sich rasant verändernden Werte Ihrer Mitarbeiter anpassen (und dazu gehört Job Sharing), werden zu den Gewinnern der nächsten Jahre gehören. Ich behaupte sogar, dass es keine Alternative zu dieser Strategie gibt. Leider vermeiden es immer noch viel zu viele Unternehmen, die alten Zöpfe abzuschneiden, und wählen lieber den leichten Weg. Sie jammern und klagen, wie schwer es doch geworden ist, gut ausgebildetes und vor allem motiviertes Personal zu finden.

Dabei wäre es so einfach. Sie können sich gar nicht vorstellen, wie viele hoch qualifizierte Mütter ich kenne, die voller Motivation und Tatendrang zu Hause sitzen und nichts lieber tun würden, als ihre vorhandenen Fähigkeiten produktiv einzubringen. Und das ist nur ein Beispiel von vielen, wie häufig Kompetenz und Leistungsbereitschaft schlicht und einfach verschwendet wird. Genau so gibt es moderne Väter, die gerne einen Teil der Kindererziehung übernehmen, junge Menschen, die sich nebenberuflich ein eigenes Unternehmen aufbauen oder Arbeitnehmer, die einfach nur mehr Zeit für sich und ihre Hobbys haben wollen. Doch was ist die Antwort der meisten Personalabteilungen? „Wenn wir Dich einstellen, dann nur ganz oder gar nicht.“

Neue Ansätze für die Herausforderungen der Zukunft

Ich bin der festen Überzeugung, dass es hier dringend zu einem Paradigmenwechsel kommen muss. Meine Formel lautet: Mehr Erfolg durch Job Sharing. Strategische Veränderung durch eine drastische Erhöhung der Teilzeitquote. Warum soll es im Jahr 2015 nicht vollkommen normal sein, dass zwei Frauen sich die Geschäftsführungs-Position eines Unternehmens teilen? Warum sollte ein junger Vater nicht die Möglichkeit haben, seine Arbeitszeiten flexibel an die Schul- und KiTa-Termine seiner Kinder anzupassen?

Warum sollte ein pfiffiger Informatiker seine Arbeit nicht von seinem Laptop am Strand von Travemünde erledigen können? Alles, was es dafür bedarf, ist ein wenig Mut und die Bereitschaft, neue Wege zu gehen. Und es lohnt sich, denn in Zeiten, in denen die Work-Life-Balance um ein vielfaches wichtiger ist, als ein gefülltes Bankkonto, werden die Mitarbeiter auf diese dem individuellen Lebensentwurf angepassten Rahmenbedingungen mit erhöhter Leistungsbereitschaft, einer tiefen intrinsischen Motivation und einer insgesamt größeren Produktivität antworten.

Welche Erfahrungen haben Sie mit dem Thema Job Sharing gemacht? Ich freue mich auf Ihre Meinung… 🙂

Herzlichst, Ihr Ilja Grzeskowitz