Wir sind Change Leader – Eine Anstiftung zur Veränderung

Wir sind Change Leader. Diese Antwort gebe ich häufig, wenn ich gefragt werde, was das Wesen meiner Community ausmacht. Doch häufig folgt direkt die nächste Frage: „Aber Ilja, was ist überhaupt ein Change Leader?“ Mit diesem Artikel möchte ich diese Frage gerne umfassend beantworten. Und weil ich gerne noch einen Schritt weitergehen möchte, handelt es sich mehr um ein Manifest. Mein großes Ziel ist es nämlich, den Hashtag #WirSindChangeLeader um die Welt gehen zu lassen, und die Change Leaders Community wachsen, und zu einer Bewegung werden zu lassen, die eine riesige Delle ins Universum haut

Die Definition von Change Leader auf Deutsch

Die Definition des Begriffs ist recht einfach, schließlich setzt er sich aus zwei Wörtern zusammen: Change und Leader. Also Veränderung und Macher. Daraus ergibt sich folgende Definition:

„Change Leader sind Menschen, die offen gegenüber neuen Ideen sind, innovativ denken und mutige Entscheidungen treffen. Vor allem aber legen sie ihren Fokus auf die Umsetzung, das Ausprobieren und die aktive Gestaltung der Zukunft.“

Natürlich bin ich mir bewusst, dass aktuell viele ähnliche Begriffe kursieren. Ein kurzes Überfliegen verschiedenster Social Media Profilbeschreibungen führt zur Erkenntnis, dass mit Buzzwords wie „Change Agent“, „Change Manager“ oder „Change Enthusiast“ aktuell herumgeschmissen wird, wie Kamellen auf dem Kölner Karnevalsumzug.

Was ist ein Change Leader?

Was macht uns Change Leader also anders? Warum verbirgt sich hinter diesem Begriff mehr als nur ein weiterer gehypter Titel? Für mich ist es die Intention hinter dem Hashtag #WirSindChangeLeader. Die Attitüde, die zu einem ganz besonderen Umgang mit Change jeglicher Art führt. Im Kleinen wie im Großen. Im persönlichen Alltag wie im Job. Und sowohl bei selbst initiierten Veränderungen, als auch bei externen Krisen, Problemen und Herausforderungen.

Diese besondere innere Haltung lässt sich am besten mit dem UnChange Mindset beschreiben (zu diesem Thema schreibe ich übrigens gerade ein neues Buch). Und weil das Mindset immer auf den Faktoren Identität, Werten und Beliefs basiert, kommt hier die DNA unserer Change Leader Bewegung.

Was ist ein Change Leader: Die Identität

  • Wir hinterfragen den Status Quo
  • Wir gestalten statt zu verwalten
  • Wir ermutigen die Menschen um uns herum
  • Wir lassen Taten statt Worte sprechen
  • Wir leben unsere Werte
  • Wir entwickeln innovative Ideen
  • Wir treffen mutige Entscheidungen
  • Wir gestalten die Zukunft aktiv
  • Wir wissen: Niemand gewinnt alleine
  • Wir übernehmen Verantwortung
  • Wir jammern nicht, wir machen
  • Wir führen mit Vertrauen, Transparenz und Empathie
  • Wir sind Surfertypen für andere
  • Wir fördern Diversität
  • Wir erschaffen eine Kultur, von der andere ein Teil sein wollen
  • Wir wissen, dass Klarheit, Fokus und Hartnäckigkeit zu außergewöhnlichen Ergebnissen führen
  • Wir hören niemals auf, zu lernen
  • Wir haben große Träume und eine starke Vision
  • Wir machen einen Unterschied
  • Wir sagen AuJa zur Veränderung
  • Wir sind leidenschaftlich, mutig und ein klein wenig verrückt

Was ist ein Change Leader: Werte

  • Verantwortung: Niemand gewinnt alleine! Aber nur wenn jeder an seinem Platz persönliche Verantwortung übernimmt, können wir gemeinsam erfolgreich sein.
  • Dankbarkeit: Wir gehen mit einer Attitude of Gratitude durchs Leben. Wir geben stets, bevor wir nehmen.
  • Diversity: Wir respektieren jeden Menschen so wie er ist, und behandeln jede Person individuell.
  • Integrität: We walk our talk. Wir lassen Taten statt Worte sprechen und tun das, was wir angekündigt haben.
  • Unterstützung: Das Team ist uns heilig und wir machen die Menschen in unserem Umfeld groß und erfolgreich.
  • Familie: Erfolg hat bei uns eine klare Reihenfolge: Family First, dann kommt das Business.
  • Bedeutung: Für uns ist unser Job nicht nur ein Job. Unser gesamtes Wirken beruht auf Sinnhaftigkeit und wir tun unser Bestes, die Welt jeden einzelnen Tag ein Stückchen besser zu machen.
  • Humor: Wir lachen gerne und viel, besonders über uns selber. Denn für uns muss Arbeit vor allem eins machen: Spaß!
  • Exzellenz: Wir haben hohe Ansprüche und Standards. An unsere Produkte, unseren Service, besonders aber an uns selber.

Was ist ein Change Leader: No-Go Werte

  • Gleichgültigkeit
  • Beliebigkeit
  • Feigheit
  • Egoismus
  • Rumeierei
  • Zynismus
  • Humorlosigkeit
  • Schwarzmalerei
  • Gewalt
  • Hass
  • Dogmatismus
  • Besserwisserei
  • Opportunismus.
 
Unsere positiven, vor allem aber unsere No-Go-Werte sind unser Leuchtturm und niemals verhandelbar. Solltest Du also einen der No-Go-Werte als entscheidendes Prinzip in Deinem Leben definiert haben, dann heißt es: Sorry, we are DEFINITELY not for you!
 
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Was ist ein Change Leader: Beliefs

  • Wir glauben, dass Unternehmen sich verändern, wenn die Menschen sich verändern.
  • Wir glauben, dass eine Kultur der Veränderung jede noch so ausgetüftelte Strategie schlägt.
  • Wir glauben, dass wir für unsere Ergebnisse verantwortlich sind. Für die guten, wie die schlechten.
  • Wir glauben, dass in jedem Problem eine Chance lauert.
  • Wir glauben, dass Motivation auf Sinn und Werten basiert, und nicht auf externen Faktoren.
  • Wir glauben, dass in jedem Menschen ein großes Feuer lodert, das nur darauf wartet, entzündet zu werden.
  • Wir glauben, dass sich alles verändert, wenn wir uns verändern.
  • Wir glauben, dass innovatives Denken, harte Arbeit, Commitment die Grundlage für Erfolg bilden.
  • Wir glauben an Individualität statt an Gleichmacherei.
  • Wir glauben an einfache Lösungen und nicht an komplizierte Probleme.
  • Wir glauben an Klarheit, Entschiedenheit und Integrität.
  • Wir glauben an Ergebnisse und nicht an Ankündigungen.
  • Wir glauben an Teamwork und nicht an Einzelkämpfertum.
  • Wir glauben, dass ein einzelner Mensch mit seinen Ideen und Taten die Möglichkeit besitzt, die Welt aus ihren Angeln zu heben

Das Change Leader Manifest

Die Kombination dieser Identität, Werte und Überzeugungen macht einen Changemaker aus. Und meine große Vision ist es, dass immer mehr Menschen voller Inbrunst und Leidenschaft unseren Battle-Cry in die Welt herausschreien: Wir sind Change Leader!

Das heißt übrigens nicht, dass wir nur mit der rosaroten Brille durchs Leben gehen, Probleme konsequent ignorieren und Veränderungen ausschließlich um der Veränderung wegen initiieren. Ganz im Gegenteil. Wir wissen, dass Change hart sein kann, zu schlaflosen Nächten führt und oft von einem Gefühl der Frustration begleitet wird. Und das ist ja noch nicht alles. Kommen Dir folgende Emotionen bekannt vor? Zweifel, Sorge, Angst, Überforderung, Einsamkeit, Verzweiflung oder Hoffnungslosigkeit.

All diese Gefühle sind normale Begleitumstände von Veränderungen. Wir alle haben sie. Du, ich und auch die erfolgreichsten Menschen dieser Welt. Entscheidend ist einzig und alleine, wie wir damit umgehen, welche Perspektive wir einnehmen und worauf wir unseren Fokus richten.

Der Unterschied, der einen Unterschied macht

Wir Change Leader wissen, dass die emotionale Achterbahnfahrt zu Veränderungsprozessen dazu gehört, richten unsere Aufmerksamkeit aber immer auf Chancen, Möglichkeiten und Lösungen. Es gibt so viele unglückliche, frustrierte und verzweifelte Menschen auf dieser Welt, weil die große Masse auf der einen Seite Fortschritt will, nicht aber bereit ist, die dafür notwendigen Veränderungen zu initiieren. Erst wenn man akzeptiert, dass es dafür eines persönlichen Changes bedarf, kommt es zu nie dagewesenen Durchbrüchen.

Wir Change Leader haben verstanden, dass Veränderungen der Weg sind, um unsere Ziele zu erreichen und unsere Träume zu leben. Aus diesem Grund, umarmen wir jeden Change, weil wir wissen, dass es eine großartige Möglichkeit ist, uns weiterzuentwickeln, besser zu werden und persönlich zu wachsen.

Werde Teil der Change Leader Bewegung

Hast Du Dich in den Beschreibungen dieses Artikels wiedergefunden? Dann würde es mein Herz mit Freude erfüllen, wenn Du die Entscheidung treffen würdest, ein Teil der #WirSindChangeLeader Bewegung zu werden und die Philosophie, die Ideen und die Botschaften in die Welt zu tragen, damit sie sich dort multiplizieren können. Du bist dabei? Wunderbar, dann kommen hier vier Ideen, wie Du Teil der Change Leaders Community werden kannst:

  1. Hinterlasse einen Kommentar unter diesem Artikel mit weiteren Ideen und Vorschlägen.
  2. Lade Dir das Change Leader Manifest in Posterform herunter und hänge es an Deine Bürowand oder nutze es als Smartphone-Wallpaper (rechte Maustaste > Speichern Unter).
  3. Nutze bei Deinen Posts auf Social Media den Hashtag #WirSindChangeLeader
  4. Werde Teil der Change Leaders Community auf Discord und tausche Dich mit anderen Change Leadern aus: https://www.skool.com/change-leaders-community/about

Ich danke Dir von Herzen für Deinen Support. Die Welt hat genug von Mittelmaß und Menschen, die angepasst und frustriert ein Leben im seelischen Niemandsland führen. Sie lechzt nach mutigen Change Leadern, die gemeinsam eine riesige Delle ins Universum hauen. Ich mache es einfach. Du auch?

Change Leader Manifest

Was sind Glaubenssätze? Der ultimative Leitfaden

Was sind Glaubenssätze? Dies ist eine Frage, die mir immer wieder gestellt wird. Kein Wunder, denn Glaubenssätze (stattdessen können Sie auch Überzeugungen oder Beliefs sagen) bestimmen unser Denkmuster, unsere Entscheidungsstrategien und insbesondere unser konkretes Verhalten in jeder einzelnen Sekunde des Lebens. Und zwar unbewusst auf Autopilotmodus. Dies hat natürlich riesige Auswirkungen auf unsere Erfolge im Job und die generelle Lebensqualität.

Sie glauben ja gar nicht, wie viele Menschen es gibt, die wirklich Erfolg haben wollen, die sich nichts sehnlicher wünschen, als Karriere zu machen, oder die nichts lieber wären als wohlhabend. Aber egal, was sie auch anpacken, probieren oder versuchen, immer, wenn es mal einen Schritt vorangeht, geht es direkt danach zwei wieder zurück. Es kommt zu einer sich selbst verstärkenden Spirale aus Selbstsabotage, Misserfolgen und Rückschlägen. Aber woran liegt das, wenn sich diese Menschen doch so sehr wünschen, etwas zu sein, zu tun oder zu haben?

Hier kommt die Antwort, die ihren Ursprung im Unterbewusstsein hat: Es ist schlichtweg egal, was sich jemand wünscht, vornimmt oder welche Vorhaben er ankündigt. Das einzige, was zählt, ist das, was Sie tun. Es kommt auf Ihr Verhalten an. Und das ist nunmal ein direkter Spiegel ihrer wichtigsten Glaubenssätze. Sie denken und tun das, wovon sie tief und fest überzeugt sind.

Doch genug der Vorrede. Lassen Sie uns am besten direkt einsteigen. Ich wünsche Ihnen viele Insights beim Lesen des ultimativen Guides zum Thema Glaubenssätze. Und wenn Ihnen noch eine bestimmte Information fehlen oder eine Frage offen sein sollte, dann freue ich mich über Ihren Kommentar.

Definition Glaubenssätze: Was sie sind und wie sie wirken

Auch wenn ich im ersten Absatz bereits erwähnt habe, was Glaubenssätze sind und wie sie wirken, möchte ich diese Gedanken an dieser Stelle trotzdem noch um eine offizielle Definition ergänzen:

Glaubenssätze sind tief im Unterbewusstsein verwurzelte Ansichten, die wir im Laufe unseres Lebens entwickeln und von denen wir tief und fest überzeugt sind. Diese Überzeugungen dienen als Grundlage für unser Denken, Handeln und unsere Entscheidungen. Glaubenssätze stammen aus verschiedenen Quellen, wie beispielsweise unseren Erfahrungen, Erziehung, Kultur, Medien oder dem sozialen Umfeld, in dem wir aufgewachsen sind. Sie bilden die Filter, durch die wir die Welt betrachten, beeinflussen unsere Wahrnehmung und Interpretation von Situationen und somit die Ergebnisse unseres Verhaltens.

Der Unterschied von Glaubenssätzen und Glaubenssystemen

Glaubenssätze sind also die Dinge im Leben, von denen Sie tief und fest glauben, dass Sie wahr sind. Sie liegen tief in Ihrem Unterbewusstsein und beeinflussen Ihre Handlungen und damit Ihre Ergebnisse im Leben. Diese Beeinflussung ist natürlich umso stärker, je fester und länger ein Glaubenssatz in Ihnen verankert ist.

Stellen Sie sich doch für einen Moment einen Tisch vor, der nur drei Beine hat. Das wäre eine ganz schön wacklige Angelegenheit, nicht wahr? Würden Sie da Ihr bestes Porzellan aufdecken? Eher nicht, oder? Aber wenn dieser Tisch nun auf ganz vielen und vor allem dicken Beinen stehen würde, dann könnten Sie so gut wie jeden Gegenstand darauf abstellen, einfach weil Sie um die Stabilität und Kraft des Möbelstücks wissen. Jeder Glaubenssatz ist wie solch ein Tisch. Anfänglich ist er noch etwas wackelig, doch schon bald kommen die ersten Tischbeine hinzu und beginnen, den Tisch stabiler und kraftvoller zu machen. Im wahren Leben sind dies (emotionale) Referenzerlebnisse, die Ihre Überzeugungen bestätigen und damit verstärken.

Lassen Sie mich Ihnen ein Beispiel geben. Wenn Sie glauben, dass es gesund ist, als Vegetarier zu leben, dann werden Ihnen überall im Leben „Beweise“ für genau diese Überzeugung begegnen. Im Fernsehen, im Internet, in Gesprächen mit Freunden und Kollegen. Und jeder dieser „Beweise“ verstärkt dann wieder Ihren Glaubenssatz, woraufhin Sie wiederum noch mehr Beweise für die Richtigkeit Ihres Glaubenssatzes finden werden. Es handelt sich dabei um eine sich selbst verstärkende Spirale. Der Philosoph Robert Anton Wilson fasste dies in seinem Buch „Der neue Prometheus – Die Evolution unserer Intelligenz“ einem treffenden Satz zusammen: „Was der Denker denkt, wird der Beweisführer beweisen.“

Der Denker und der Beweisführer

Wilson nutzt zur Argumentation eine geniale Methapher. Stellen Sie sich dafür vor, dass Ihr Gehirn aus zwei Teilen besteht. Einem, der für das Denken zuständig ist, und einem weiteren Teil, dessen einzige Aufgabe darin besteht, die Gedanken des Denkers zu beweisen. Wenn Sie also auf einmal der festen Überzeugung wären, dass es absolut gesundheitsgefährdend wäre, als Vegetarier zu leben, dann würden Sie auch für diese These viele Referenzen und Beweise finden.

Die folgende Anektote verdeutlicht die Metapher vom Denker und Beweisführer: Eines Tages kam ein Mann zu einem Psychiater, weil er dringend Hilfe benötigte. Er glaubte nämlich fest daran, dass er eine Leiche sei (Ja, es gibt nichts, was es nicht gibt). Der Mediziner dachte kurz nach und versuchte dann, seinen neuen Patienten mit Logik zu überlisten. Er stellte ihm eine Frage:

„Sagen Sie mal, eine Leiche ist doch bereits tot, nicht wahr?“

„Ja, selbstverständlich“, kam die umgehende Antwort.

Der Psychiater fragte weiter: „Und wenn man einer Leiche in die Haut schneiden würde, dann bedeutet dies ja, dass kein Blut herauslaufen kann, oder?“

„Ja, ganz genau, eine Leiche kann auf keinen Fall bluten“.

„Dann habe ich eine Idee«, sagte der Arzt, „würden Sie mir gestatten, Sie mit einem scharfen Messer ganz leicht am Arm einzuritzen, um zu beobachten, was genau passieren wird?“

Der Patient war sofort einverstanden: „Geht klar, Doc. Überhaupt kein Problem“.

Der Psychiater nahm also sein Skalpell und ritzte vorsichtig über den linken Arm des Mannes, der daraufhin auch gleich zu bluten anfing. In der sicheren Gewissheit, seinen Patienten mit diesem Beweis überzeugt zu haben, dass er auf keinen Fall eine Leiche sein könne, stellte er die Abschlussfrage: „Und, was genau sagt uns dieses Ergebnis?“

Der Patient sah leicht verwirrt aus, als er antwortete: „Das ist echt krass. Leichen bluten ja doch!“

Glaubenssätze verstärken sich zu Glaubenssystemen

Dies ist die Kraft von Glaubenssätzen. Und wenn Sie in einem Bereich Ihres Lebens eine ganze Reihe von ähnlichen Glaubenssätzen haben, dann wird ein ganzes Cluster von Überzeugungen daraus, also ein Glaubenssystem, welches dann noch stärker wirkt als ein einzelner Glaubenssatz. Nun ist es aber so, dass es zwei Arten von Überzeugungen gibt: zum einen sind da die lösungsorientierten und aktivierenden Glaubenssätze. Diese bringen Sie Ihren Zielen und Träumen näher und lassen Sie an Ihren Erfolg glauben.

Leider gibt es aber genauso viele limitierende und einschränkende Überzeugungen, die Sie von Ihren Zielen abhalten und Sie glauben lassen, dass Sie nicht gut genug wären oder den Erfolg nicht verdient hätten. Und bei den meisten Menschen überwiegen diese negativen Überzeugungen – natürlich mit den entsprechenden Ergebnissen. Doch was halten Sie davon, wenn wir uns ein paar konkrete Beispiele anschauen?

Beispiele für limitierende Glaubenssätze

Negative Glaubenssätze tauchen in den unterschiedlichsten Lebensbereichen auf und beeinflussen dort unser Denken und Handeln. Hier einige Klassiker-Beispiele für limitierende Überzeugungen, die dafür sorgen, dass wir nicht den Erfolg bekommen, den wir uns wünschen.

  1. “Ich bin nicht gut genug.”

  2. “Ich verdiene kein Glück.”

  3. “Ich bin es nicht wert, geliebt zu werden.”

  4. “Geld ist schwer zu verdienen.”

  5. “Ich kann mich nie ändern.”

  6. „Veränderung muss schwer sein.“

  7. „Geld verdirbt den Charakter.“

  8. „Reiche Menschen sind böse.“

  9. „Wenn ich es nicht selber tue, dann wird es nichts.“

  10. „Über Geld spricht man nicht.“

Beispiele für förderliche Glaubenssätze

Im Gegensatz zu ihren limitierenden Geschwisterm, können positive Glaubenssätze uns dabei unterstützen, unser volles Potenzial zu entfalten und ein erfülltes Leben zu führen. Hier sind einige Beispiele für positive Glaubenssätze:

  1. “Ich habe die Fähigkeit, alles zu erreichen, was ich mir vornehme.”

  2. “Ich bin es wert, Liebe und Erfolg zu erfahren.”

  3. “Ich bin einzigartig und wertvoll.”

  4. “Ich bin finanziell erfolgreich und habe genug für meine Bedürfnisse.”

  5. “Ich habe die Kraft, mich selbst zu verändern und zu wachsen.”

  6. „Ich ziehe das Geld an, wie ein Magnet“.

  7. „Commitment, Fleiß und Durchhaltevermögen zahlen sich am Ende immer aus.“

  8. „Wenn ich viel und gerne gebe, bekomme ich auf lange Sicht doppelt und dreifach zurück.“

  9. „Wenn ich regelmäßig mutige Entscheidungen treffe, wird mich das Leben reich beschenken.“

  10. „Ein positives Mindset wird mir sämtliche Türen im Leben öffnen.“

Diese förderlichen Glaubenssätze habe ich mir ganz bewusst gewählt und zur Grundlage meines täglichen Wirkens werden lassen. Und sie helfen mir mittlerweile unbewusst dabei, meine Ziele zu erreichen und meine Träume zu leben.

Glaubenssätze eine Übersicht

Wie wäre es zusätzlich zu den beiden Top-10-Listen noch mit einer Übersichtsgrafik? Hier finden Sie eine Zusammenfassung von Glaubenssätzen, die mir in meiner Arbeit als Change Coach und Keynote Speaker immer wieder begegnen.

Negative Glaubenssätze Beispiele

Die Aufzählung ist natürlich nicht vollständig, und wenn ich aus platzgründen nicht limitiert gewesen wäre, hätte ich sie noch um viele weitere Beispiele ergänzen können.

Arten von Glaubenssätzen

Unabhängig davon, ob sie nun positiv oder limitierend sind, können Glaubenssätze grob in vier verschiedene Kategorien unterteilt werden, die alle eines gemeinsam haben: Sie sind emotional aufgeladen.

  1. Selbstwert und Selbstbild: Diese Glaubenssätze betreffen unsere Überzeugungen darüber, wer wir sind und was wir wert sind. Positive Selbstwert-Glaubenssätze stärken unser Selbstvertrauen und unser Selbstbewusstsein, während negative Selbstwert-Glaubenssätze uns dazu bringen können, uns minderwertig oder unwürdig zu fühlen.

  2. Erfolg und Leistung: Diese Glaubenssätze beziehen sich darauf, was wir über unsere Fähigkeiten und unser Potenzial denken. Positive Erfolgs-Glaubenssätze ermutigen uns, hart zu arbeiten und Herausforderungen zu meistern, während negative Glaubenssätze uns davon überzeugen können, dass wir nicht gut genug sind oder dass Erfolg für uns unerreichbar ist.

  3. Zwischenmenschliche Beziehungen: Diese Glaubenssätze betreffen unsere Überzeugungen über andere Menschen und die Natur zwischenmenschlicher Beziehungen. Positive zwischenmenschliche Glaubenssätze fördern Vertrauen, Mitgefühl und Harmonie, während negative Glaubenssätze zu Misstrauen, Konflikten und Isolation führen können.

  4. Geld und Wohlstand: Diese Glaubenssätze beeinflussen unsere Einstellung zum Geld und zum Erfolg im finanziellen Bereich. Positive Geld-Glaubenssätze unterstützen den Glauben an Fülle und finanzielle Freiheit, während negative Glaubenssätze zu Knappheit, Angst vor Geld oder finanzieller Abhängigkeit führen können.

Eigenschaften von Glaubenssätzen

Wir wollen nun einen Schritt weiter gehen, und uns gemeinsam wir sieben fundamentale Eigenschaften anschauen, die alle Überzeugungen gemeinsam haben.

  1. Glaubenssätze kommen immer von außen: Kein Baby wird als Rassist, Zyniker oder Optimist geboren. Sämtliche Glaubenssätze entwickeln Menschen erst im Laufe der Kindheit und Jugend, insbesondere von wichtigen Bezugspersonen wie Eltern, Verwandte, Lehrern oder Personen, zu denen eine emotionale Beziehung besteht.
  2. Glaubenssätze wirken unbewusst: Unsere Überzeugungen sind tief in unserem Unterbewusstsein verankert und leisten uns dort auf Autopilotmodus treue Dienste. Unabhängig davon, was wir uns bewusst vornehmen.
  3. Glaubenssätze bestimmen unser Verhalten: Glaubenssätze wirken als Wahrnehmungsfilter und bestimmen daher sowohl unser Denken, vorwiegend aber unsere Entscheidungen. Je nachdem, wie sie die Welt sehen, verhalten Sie sich anders.
  4. Glaubenssätze verstärken sich mit der Zeit: Je überzeugter Sie von etwas sind, desto mehr werden Sie entsprechende Beweise dafür im Alltag finden. Und je mehr Beweise Sie für die Richtigkeit der Überzeugung finden, desto mehr verfestigt diese sich.
  5. Glaubenssätze können förderlich sein: Positive Überzeugungen wirken aktivierend, richten den Fokus auf Chancen im Leben aus und sorgen dafür, dass Sie in der Lage sind, Ihr volles Potenzial zu entfalten.
  6. Glaubenssätze können limitierend sein: Negative Überzeugungen wirken limitierend, richten den Fokus auf Probleme im Leben und sorgen (unbewusst) dafür, dass Sie sich selber sabotieren und nicht den Erfolg erhalten, den Sie sich (bewusst) so sehr wünschen.
  7. Glaubenssätze können verändert werden: Dies ist vielleicht die wichtigste Eigenschaft von allen. Denn auch wenn Glaubenssätze immer unbewusst wirken, so können Sie doch verändert werden. 

Wie entstehen Glaubenssätze?

Nachdem wir nun wissen, was genau Glaubenssätze sind und über welche Eigenschaften sie verfügen, wollen wir uns der Frage widmen, wie sie denn überhaupt entstehen. Es dürfte mittlerweile nicht mehr überraschen, dass dies auf keinen Fall zufällig geschieht. Stattdessen sind Überzeugungen das direkte Ergebnis der unterschiedlichsten Prägungen durch Ihr Umfeld. Sie entwickeln sich aus den Einflüssen, denen Sie sich permanent aussetzen. Den Informationen, die Sie konsumieren, den Menschen, mit denen Sie sich umgeben, den Orten, in denen Sie sich bewegen und die Art, wie Sie mit sich selber reden.

  • Erfahrungen: Frühe Erfahrungen, insbesondere in der Kindheit, prägen unsere Glaubenssysteme maßgeblich. Positive Erfahrungen können zu positiven Glaubenssätzen führen, während negative Erfahrungen zu einschränkenden Überzeugungen führen können.

  • Erziehung und Umfeld: Die Menschen in unserem Umfeld, wie Eltern, Lehrer, Freunde und Kollegen, sowie gesellschaftliche Normen und Werte beeinflussen unsere Glaubenssätze stark. Das, was wir von anderen über uns selbst und die Welt lernen, prägt unsere Überzeugungen und Annahmen.

  • Selbstgespräche: Unsere inneren Dialoge und Gedankenmuster spielen eine wichtige Rolle bei der Formulierung unserer Glaubenssätze. Indem wir uns immer wieder bestimmte Dinge sagen, verstärken wir bestimmte Überzeugungen und festigen sie in unserem Unterbewusstsein.

Sie können sich das vereinfacht so vorstellen: Sie nehmen einen Glaubenssatz in Form einer Meinung, einer Idee oder eines Vorurteils auf und übernehmen diesen unkritisch. Und schon geht es los. Auf einmal finden Sie im Alltag überall die bereits erwähnten „Beweise“, welche die neue Überzeugung bestätigen. Und je mehr „Beweise“ Sie finden, desto tiefer nistet sich der Glaubenssatz im Unterbewusstsein ein.

Unsere Kernüberzeugungen werden vor allem in der Kindheit und Jugend gebildet, doch auch noch im Erwachsenenalter läuft dieser Prozess nach genau dem gleichen Schema ab. Und ehe man sich versieht, glaubt man tief und fest daran, dass Erfolg schwer ist, Geld den Charakter verdirbt und die anderen Menschen nur darauf warten, einen übers Ohr zu hauen. Je fester die Überzeugung, desto mehr werden einem diese Dinge im Alltag auffallen. Und dadurch wird dann die Überzeugung wieder fester. Eine klassische Spirale, die Sie entweder Ihren Zielen näher bringen kann, oder dafür sorgt, dass Sie sich permanent selbst sabotieren. Denn Glaubenssätze vermehren und verstärken sich im Laufe der Zeit.

Mind Viruses – So vermehren sich Glaubenssätze

An dieser Stelle kommt der Name Richard Brodie ins Spiel. Was, den haben Sie noch nie gehört? Zuerst einmal sollten Sie ihm mehr oder weniger dankbar sein. In seinem früheren Leben war Brodie nämlich Softwareprogrammierer bei Microsoft und in dieser Eigenschaft der Entwickler des Schreibprogramms Word. Irgendwann entschied er sich jedoch, seiner Berufung zu folgen und wurde Redner und Autor (komisch, das kommt mir irgendwie bekannt vor). In seiner neuen Rolle widmete er sich fortan dem Studium der Frage, wie äußere Programmierungen die inneren Überzeugungen beeinflussen.

Als Ergebnis seiner Forschungen schrieb er ein Buch, welches ich Ihnen wärmstens ans Herz legen kann. Es trägt den spannenden Titel „Virus of the Mind – The New Science of the Meme. Basierend auf den Untersuchungen zum „selbstsüchtigen Gen“ von Richard Dawkins beschreibt Brodie, wie sich Ideen im Gehirn einnisten und sich dort genauso verbreiten, wie es beispielsweise ein Grippevirus tut.

Zwei Faktoren bestimmen dabei, wie stark sich die von ihm als „Geistesviren“ bezeichneten Informationen im Gehirn festsetzen. Zum einen sind es regelmäßige Wiederholungen. Klar, je häufiger Sie eine Idee im Kopf haben, desto vertrauter und realer wird sie irgendwann. Hinzu kommt die emotionale Intensität. Wenn eine Idee in Verbindung mit Liebe, Sex, Angst, Kindern oder Essen präsentiert wird, potenziert sich die Wirkung der Suggestion um ein Vielfaches.

Ideen vermehren sich wie Viren im Gehirn

Um das zu überprüfen, brauchen Sie nur zum nächsten Kiosk zu gehen, und sich die aktuelle Ausgabe der Bildzeitung kaufen. Sie ist voller Beispiele für beide der genannten Phänomene. Die Kombination aus Intensität und Wiederholung sorgt dann dafür, dass sich ein Gedankenvirus genauso schnell verbreitet, wie es eine typische Grippewelle tut. Das Schlimme daran ist, dass die meisten Ideen und Meinungen mittlerweile ohne einen einzigen Funken eigener Denkleistung übernommen und weitergegeben werden. Zeitungen schreiben voneinander ab. Freunde erzählen sich die neuste Entdeckung, die im Fernsehen kam, und auf WhatsApp werden moderne Kettenbriefe wahllos geteilt und verbreitet. Und was erst einmal als Meinung oder Vorurteil im Kopf ist, will so schnell nicht mehr heraus.

Nie war es deshalb wichtiger, zum kritischen Denker zu werden. Ansonsten sind Sie den äußeren Programmierungen der Werbefachleute, Fernsehproduzenten und Radiomoderatoren hilflos ausgeliefert. Nicht immer werden Sie direkt programmiert. Häufig sind es auch einfach nur stereotype, aber hoch emotionale Bilder. Stellen Sie sich vor, Sie schlagen die Zeitung auf und erblicken eine harmlos ausschauende Karikatur, in der eine arme Frau von einem dicken, gierigen Industriekapitän übers Ohr gehauen wird. Welche Botschaft wird dort unbewusst übermittelt? Richtig, die Reichen sind dick, gierig und beuten die armen (und selbstverständlich ehrlichen) Menschen bei jeder sich bietenden Gelegenheit aus.

Je häufiger Sie solche Botschaften unkritisch akzeptieren, desto stärker wirken Sie und bilden sich dann zu Kernüberzeugungen aus, auf denen Ihre Sicht auf die Welt und vor allem auf sich selbst basiert. Diese Glaubenssätze sitzen tief im Unterbewusstsein und verbreiten sich dort wie der berühmte Gedankenvirus aus dem Film Inception mit Leonardo DiCaprio, in dem es möglich ist, die Träume anderer Menschen zu infiltrieren und dort Ideen zu platzieren. Die ehemals externe Idee ist zu Ihrer internen Realität geworden.

Die Summe der Kernüberzeugungen führt dann unweigerlich dazu, dass Ihr unbewusster Autopilot eben nicht auf Erfolg und Überfluss ausgerichtet ist, sondern auf Mangel und Mittelmäßigkeit. Und dann können Sie auf bewusster Ebene noch so sehr davon überzeugt sein, dass Sie erfolgreich sein wollen. Wenn Ihr Autopilot auf das genaue Gegenteil programmiert ist, werden Sie Ihr Ziel nicht erreichen. Bereits Einstein wusste: Wenn der logische Verstand und das Unterbewusstsein in Konflikt stehen, setzt sich immer die unbewusste Vorstellung durch. Und bitte, nutzen Sie diese Feststellung auf keinen Fall dazu, es der großen Masse gleich zu tun und den Verstand komplett aufzugeben. Die Fähigkeit, kritisch zu denken, bewusste Entscheidungen zu treffen, und die gigantische Kapazität des Gehirns zu nutzen, ist die größte Gabe, mit der die Natur Sie ausgestattet hat.

Auswirkungen von Glaubenssätzen

Glaubenssätze haben eine enorme Auswirkung auf unser Leben. Sie können uns motivieren und inspirieren oder uns zurückhalten und einschränken. Einige der Auswirkungen von Glaubenssätzen sind:

  • Verhalten und Handlungen: Unsere Glaubenssätze beeinflussen, wie wir handeln und reagieren. Positive Glaubenssätze können uns dazu ermutigen, Risiken einzugehen, neue Herausforderungen anzunehmen und hart für unsere Ziele zu arbeiten, während negative Glaubenssätze uns dazu bringen können, uns zurückzuziehen, unsicher zu sein und Chancen zu verpassen.

  • Emotionen und Gefühle: Unsere Glaubenssätze beeinflussen auch unsere emotionalen Reaktionen auf verschiedene Situationen. Positive Glaubenssätze können ein Gefühl von Freude, Dankbarkeit und Erfüllung fördern, während negative Glaubenssätze zu Angst, Frustration und Depression führen können.

  • Beziehungen: Unsere Überzeugungen über uns selbst und andere Menschen prägen auch unsere zwischenmenschlichen Beziehungen. Positive Glaubenssätze fördern Vertrauen, Nähe und Respekt in Beziehungen, während negative Glaubenssätze zu Misstrauen, Konflikten und Trennungen führen können.

  • Erfolg und Leistung: Unsere Glaubenssätze über unsere Fähigkeiten und unser Potenzial beeinflussen maßgeblich unseren Erfolg und unsere Leistung. Positive Glaubenssätze können uns dazu ermutigen, hart zu arbeiten, Hindernisse zu überwinden und unsere Ziele zu erreichen, während negative Glaubenssätze uns davon abhalten können, unser volles Potenzial auszuschöpfen und unsere Träume zu verwirklichen.

Glaubenssätze im Alltag

Je kritischer Sie denken und je bewusster Sie auf Ihre Denkmuster, Entscheidungsstrategien und Ihre typischen Verhaltensweisen im Alltag achten, desto häufiger werden Sie feststellen, dass ein negativer Glaubenssatz gerade dabei ist, Ihren Erfolg zu sabotieren. Limitierende Überzeugungen lauern nämlich überall, und spiegeln sich gerne in den folgenden Mustern wider:

  • Ausreden

  • Emotionale Reaktionen

  • Negative Gedanken

  • Negative Denkmuster

  • Vorannahmen

  • Zweifel

  • Wiederkehrende Muster

  • Kulturelle Mythen

  • Drang nach Perfektionismus

  • Rechtfertigungen

  • Sorgen

  • Selbstbetrug

  • Stereotypen

  • Selbstoptimierungswahn

  • Innerer Kritiker

  • All die Storys, die wir uns jeden Tag selber erzählen

In all diesen Verhaltensweisen und Mustern lauern tief sitzende Überzeugungen, die durch das Filtern der Realität entscheiden, was Sie konkret tun und wie Sie auf bestimme Dinge reagieren.

Veränderung von Glaubenssätzen

Kommen wir nun zum vielleicht wichtigsten Abschnitt dieses Artikels. Er widmet sich der Frage: „Wie können Glaubenssätze verändert werden?“ Da Überzeugungen auf unbewusster Ebene wirken, können Sie langfristig auch nur dort verändert werden. Diese Veränderung beginnt mit einer klaren und bewussten Entscheidung und endet mit der Integration eines alternativen Glaubenssatzes, der dann an Stelle der ehemals limitierenden Überzeugung seinen automatisierten Dienst tun kann. Um so konkret wie möglich zu werden, möchte ich diese kurze Erläuterung gerne so detailliert wie möglich beschreiben, indem ich Ihnen den 7-stufigen Prozess zum Auflösen und verändern von limitierenden Glaubenssätzen vorstelle.

Limitierende Glaubenssätze verändern: Der 7-Stufen-Prozess

  1. Identifizieren Sie einen negativen Glaubenssatz und stellen Sie sich folgende Frage: “Woher genau weiß ich das?”

  2. Analysieren Sie so bewusst wie möglich, wie genau sich der Glaubenssatz in Ihrem Alltag bemerkbar macht. Wann taucht er auf, durch welche Trigger wird er ausgelöst und welche Verhaltensweisen sind eine typische Folgeerscheinung?

  3. Fragen Sie sich: “Was würde passieren, wenn ich den Glaubenssatz behalte?”

  4. Orientieren Sie sich bei der Analyse der Überzeugung an folgender Idee: “Argumentieren Sie nur für die Limitationen, die Sie behalten wollen.”

  5. Formulieren Sie eine positive Alternative, die an die Stelle des negativen Glaubenssatzes treten soll.

  6. Integrieren Sie den neuen, positiven Glaubenssatz bewusst und konsistent in Ihren Alltag.

  7. Geben Sie sich mindestens 66 Tage Zeit und machen Sie eine Gewohnheit draus.

Diese sieben Schritte folgen einem immer wiederkehrenden Muster der Veränderung:  Ein unbewusstes Verhalten an die Oberfläche holen. Dort verändern. Solange bewusst anwenden, bis es zu einer neuen unbewussten Gewohnheit wird.

Was sind Glaubenssätze – Ein letzter Gedanke

Puh, ich gebe zu, dass die Beschäftigung mit der Frage „Was sind Glaubenssätze?“ am Ende zu einem richtig langen Artikel geführt hat. Ich hoffe aber sehr, dass Sie sich nun umfassend informiert fühlen, und all Ihre offenen Fragen rund ums Thema Glaubenssätze beantwortet sind. Sollte dies nicht der Fall sein, dann freue ich mich über Ihren Kommentar und werde den Artikel dann sukzessive ergänzen.

Bessere Entscheidungen treffen

Die Kunst, sich gut zu fühlen, ohne Grund

Bessere Entscheidungen treffen. Wer würde sich nicht wünschen, genau das in den unterschiedlichsten Kontexten zu können? Denn jeden einzelnen Tag müssen wir Entscheidungen treffen. Im Job, in der Familie und beim Sport. Mal sind es kleine, und dann wiederum richtig große. Und es gibt tatsächlich einen riesigen Erfolgsfaktor, der dafür sorgt, dass Sie dauerhaft in der Lage sind, bessere Entscheidungen treffen zu können. Und genau diesen Erfolgsfaktor möchte ich Ihnen in diesem Artikel gerne vorstellen.

Ich spreche von der Fähigkeit, sich ohne Grund gut zu fühlen. Einfach so. Nicht, weil ihnen etwas Schönes passiert. Nicht, weil Sie sich über das Verhalten eines anderen Menschen freuen. Und auch nicht, weil Sie ein besonderes Erfolgserlebnis haben. Die große Masse ist nämlich so darauf konditioniert, sich grundsätzlich schlecht zu fühlen, dass sie im Laufe der Zeit vergessen hat, dass sich gut zu fühlen nicht nur der Normalzustand sein sollte, sondern dass man diesen auch aktiv herbeiführen kann. Haben Sie Lust, dass wir uns anschauen, wie das geht?

Bessere Entscheidungen treffen – Der rote Faden

Dann möchte ich Sie gerne zu einem kleinen Gedankenexperiment einladen. Denken Sie doch einmal an die drei besten und die drei schlechtesten Entscheidungen des letzten Jahres zurück. Haben Sie die jeweiligen Situationen vor Ihrem geistigen Auge? Sehr schön. Was war der Unterschied zwischen den beiden Kategorien? Obwohl natürlich verschiedene Faktoren eine Rolle spielen, ist der wichtigste immer Ihr emotionaler Zustand, aus dem heraus Sie Ihre Entscheidungen treffen.

Denn obwohl wir uns so gerne einreden, dass wir Menschen rational handelnde Wesen wären, die ohne jede Ausnahme logisch und berechenbar handeln würden, ist das exakte Gegenteil der Fall. Weil wir eine hochemotionale Spezies sind, die sämtliche kleinen und großen Entscheidungen des Alltags ausschließlich auf Basis von Gefühlen, impulsiven Launen und inneren Bedürfnissen trifft.

Welchen Grund gäbe es sonst, dass sich manche Frauen ein Birkin Bag für mehrere zehntausend Euro kaufen, obwohl sie bereits dutzende Handtaschen im Schrank haben? Warum brauchen moderne Großstadtcowboys unbedingt einen riesigen SUV, nur um damit ihre Kinder in die 300 m entfernte KiTa fahren zu können? Und was bringt erwachsene Menschen dazu, sich einer Body-Modifikation unterziehen, die darin besteht, einen Gegenstand unter die Stirn pflanzen zu lassen, der die Form eines Bagels hat (ja, diesen Trend gab es wirklich)?

Unsere Emotionen bestimmen die Qualität unserer Entscheidungen

Die Ursache ist in allen drei Beispielen identisch: Intensive Emotionen. Weil diese dazu führen, dass man sich einzigartig fühlt, einen hohen Status erlangt oder Anerkennung von Außen erhält. Natürlich würden diese Menschen dies niemals zugeben, und würde man sie nach ihrem Antrieb fragen, so würden Sie den Einfluss von Gefühlen entschieden verneinen und Ihnen stattdessen eine auf Zahlen, Daten und Fakten basierende Begründung präsentieren. Man spricht in diesem Fall auch von Postrationalisierung.

Und wenn Sie jetzt denken, dass Ihnen so etwas auf keinen Fall passieren könnte, dann irren Sie leider. So unterschiedlich wir Menschen auch sein mögen, so eint uns doch die Eigenschaft, dass wir durch die Bank weg auf der Basis von Gefühlen entscheiden. Und zwar immer. So sehr unser Charakter auch logisch geprägt sein mag, schlussendlich sind es immer die Emotionen, die uns etwas tun bzw. nicht tun lassen.

Lassen Sie uns gerne die Probe aufs Exempel machen. Haben Sie schon einmal etwas aus einer Laune heraus gekauft, was Sie gar nicht brauchten? Haben Sie jemals eine vermeintlich gute Gelegenheit verstreichen lassen, weil Ihr Bauchgefühl dagegensprach? Oder können Sie sich an eine Situation erinnern, in der Sie einem geliebten Menschen etwas verbal an den Kopf geworfen haben, was Sie direkt hinterher bereut haben?

Mixen Sie ihren Brainjuice selber – und treffen Sie bessere Entscheidungen

Sie wissen wovon ich spreche, nicht wahr? Ich gehe sogar noch weiter und behaupte, dass Sie noch niemals in Ihrem Leben eine gute Entscheidung aus einem negativen Zustand heraus getroffen haben. Doch zum Glück gilt auch das genaue Gegenteil. Je ausgeprägter der Faktor Herzblut, desto hochwertiger ist auch die Qualität Ihrer Entscheidungen. Was liegt da näher, als die Verantwortung für Ihre emotionalen Zustände zu übernehmen und diese nicht länger dem Zufall zu überlassen.

Wie das am besten geht? In dem wir einen kurzen Blick auf das limbische System des Gehirns werfen.  Dieses ist ausschließlich emotional gesteuert und verantwortlich für Ihre Gefühle, Ihre Zustände und damit auch für die Entscheidungsfindung. Eine geniale Metapher hierfür stammt von John LaValle (ich habe ihn 2008 auf dem NLP Trainers Training kennengelernt und einige Jahre mit ihm zusammengearbeitet. Heute sehe ich die Methode des Neuro Linguistischen Programmierens durchaus kritisch. Aber erstens war ich jung und brauchte das Geld, und zweitens nutze ich einige Techniken auch heute noch gerne), der den dort entstehenden biochemischen Cocktail als „Brain Juice“ bezeichnet, was sich etwas holprig mit „Gehirn Saft“ übersetzen lässt.

Dieser umgibt zusammen mit Wasser die tausenden von Synapsen, zwischen denen sekündlich Signale über die berühmten Datenautobahnen gesendet werden. Je mehr Verbindungen Sie zwischen den einzelnen Speicherplätzen haben, desto leichter fällt es Ihnen, Zugang zu den unterschiedlichsten Informationen zu erhalten. Und je häufiger eine solche Datenautobahn verwendet wird, desto breiter wird diese und es kommt im Laufe der Zeit zu Konditionierungen und damit zur Bildung von unbewussten Automatismen. So weit, so gut? Wunderbar.

Die Quelle guter Entscheidungen liegt im Gehirn

Die Qualität des Brain Juice wird von den Neurotransmittern bestimmt, deren bekannteste Vertreter Adrenalin, Dopamin, Serotonin und das berühmte Glückshormon Endorphin sind. Und jetzt schließt sich der Kreis langsam, denn je besser Ihre Zustände sind, desto mehr werden diese Botenstoffe ausgeschüttet, die dann wiederum zu noch besseren Gefühlen führen. Je häufiger dies geschieht, desto schneller erweitern sich die entsprechenden Datenautobahnen und neue Synapsen werden gebildet. Und das limbische Gehirn trifft dann auf Basis der verschiedenen Glückshormone qualitativ hochwertige Entscheidungen, die sich im Äußeren in Herzblut und entsprechenden Ergebnissen widerspiegeln.

Es lohnt sich also, Ihre Zustände nicht dem Zufall zu überlassen, und Ihren ganz persönlichen Brain Juice ganz bewusst und regelmäßig nur mit den besten Botenstoffen zu versorgen. Dafür sollten Sie allerdings nicht auf die seltenen Momente warten, wo dies von alleine passiert. Ich empfehle Ihnen stattdessen zu lernen, wie Sie sich jederzeit gut fühlen können. Einfach so. Und ohne jeglichen Grund. Je besser Sie dazu in der Lage sind, desto erfolgreicher werden Sie sein, wenn es richtig drauf ankommt.

Je nach Situation benötigen Sie dafür natürlich unterschiedliche Zustände. In einem Verkaufsgespräch müssen Sie leidenschaftlich und überzeugend sein. In einer Prüfung konzentriert und fokussiert. Beim Sport motiviert und voller Energie. In einer Verhandlung klar und verbindlich. In Gesprächen mit Freunden empathisch und verständnisvoll. Beim Lernen neugierig und offen. In einer Präsentation leidenschaftlich und mitreißend.

Unterschiedliche Situationen erfordern unterschiedliche Zustände

So unterschiedlich diese einzelnen Zustände auch sein mögen, so verbindet sie doch eine Gemeinsamkeit. Je intensiver die jeweilige Emotion ist, desto besser fühlen Sie sich. Und je besser Sie sich fühlen, desto qualitativ hochwertigere Entscheidungen treffen Sie. Doch leider gibt es einen kleinen Haken. Da Sie keine Maschine sind, befinden Sie sich nicht immer im optimalen Zustand. Vor dem Verkaufsgespräch fühlen Sie sich unter Druck. Vor der Prüfung werden Sie von Nervosität geplagt. Vor dem wichtigen Wettkampf fehlt Ihnen die Energie. Vor der Verhandlung sind sie unsicher. Im Gespräch mit Ihrer besten Freundin reagieren Sie ungeduldig und vor der so wichtigen Vorstandpräsentation leiden Sie unter starkem Lampenfieber.

Wäre es da nicht wünschenswert, wenn Sie in diesen Situationen Ihren Zustand mit einfachen Mitteln in die gewünschte Richtung lenken könnten? Dann möchte ich Ihnen nun eine meiner Lieblingsmentaltechniken vorstellen, die mir und vielen meiner Kunden seit Jahren treue Dienste leistet. Sie besteht aus sieben Schritten, deren regelmäßige Anwendung Sie in die Lage versetzen werden, sich in herausfordernden Situationen in einem optimalen Zustand zu befinden.

Bessere Entscheidungen treffen: Das Mixen Ihres Brain Juice in 7 Schritten

  1. Fragen Sie sich, welcher Zustand für die anstehende Situation optimal wäre. In welchen Momenten in Ihrem Leben haben Sie diesen Zustand besonders intensiv erlebt? Lassen Sie die Erinnerungen so lebendig wie möglich werden, so dass Sie das dazugehörige Gefühl intensiv spüren.
  2. Tauchen Sie in die Situation hinein und betrachten Sie alles aus Ihren eigenen Augen heraus heraus. Was können Sie sehen? Was hören? Welche Gerüche und Geschmäcker nehmen Sie wahr? Und am wichtigsten von allen: Wie gut fühlen Sie sich? Je detaillierter Ihre Wahrnehmung, desto besser.
  3. Konzentrieren Sie sich nun auf das gute Gefühl. Welche Form und Farbe hat es? (Ja, Gefühle haben tatsächlich eine Form und eine Farbe, machen Sie gerne die Probe aufs Exempel) Lokalisieren Sie als nächstes, wo genau dieses Gefühl seinen Ursprung hat. In welche Richtung bewegt es sich von dort und auf welche Art und Weise? Dreht es sich im Kreis, pulsiert es oder strahlt es in Wellen aus?
  4. Intensivieren Sie nun die Bewegung und damit das gute Gefühl. Dabei werden Sie folgendes feststellen. Je schneller sich ein Gefühl bewegt, desto intensiver wird es. Erhöhen Sie die Geschwindigkeit, bis Sie das Maximum an Intensität erreicht haben. Und dann? Tja, dann verdoppeln Sie das gute Gefühl noch einmal. Und noch einmal. So lange, bis Ihr gesamter Körper von einer riesigen Gefühlswelle ausgefüllt ist.
  5. Wenn diese Welle an ihrem Höhepunkt angekommen ist, verknüpfen Sie dieses Gefühl mit einer bestimmten Bewegung (Ballen Sie die Faust, strecken Sie die Arme nach oben, imitieren Sie die berühmte „Jürgen-Klopp-Säge etc.) oder denken Sie sich ein persönliches Kennwort aus, das Sie mit dieser Emotion verbinden und das Sie mehrfach laut aussprechen. Das Ausführen der Bewegung und das Aussprechen des Kennworts kann zu Trainingszwecken live geschehen, aber auch komplett in Ihrer Vorstellung stattfinden. Nehmen Sie bewusst wahr, wie mit jeder Bewegung und jedem Kennwort das gute Gefühl noch intensiver wird.
  6. Testen Sie nun den Erfolg, indem Sie an etwas vollkommen anderes denken, beispielsweise das Ausfüllen einer Excel Tabelle oder das Sortieren von Belegen für Ihre jährliche Steuererklärung. Wenn Sie nicht zufällig ein Buchhaltungs-Fetischist sind, dann sollte das gute Gefühl nun komplett verschwunden sein. Machen Sie nun Ihre Bewegung und sagen Sie Ihr Kennwort. Die Gefühlswelle und der damit verbundene Zustand werden automatisch wieder Ihren gesamten Körper ausfüllen.
  7. Zum Abschluss wollen wir den Zustand generalisieren. Denken Sie dazu an 2-3 Situationen in Ihrer Zukunft, in denen Sie das Gefühl und den Zustand besonders gut gebrauchen könnten. Machen Sie die Bewegung, sagen Sie Ihr Kennwort und lassen Sie sich überraschen, was sich alles verändert hat.

Je häufiger Sie trainieren, sich gut zu fühlen, desto besser werden Sie Ihre Zustände kontrollieren können. In Situationen, in denen es um etwas geht, aber eben auch sonst. Und sobald Sie in der Lage sind, sich ohne jeglichen Grund gut zu fühlen, werden drei Dinge geschehen.

  1. Die Qualität Ihrer Entscheidungen steigt dramatisch an.
  2. Ihr Wirken als Change Maker wird von Leidenschaft und Hingabe geprägt sein.
  3. Sie verbannen das Mittelmaß aus Ihrem Alltag und genießen ein in allen Belangen intensives Leben, dass diesen Namen auch wirklich verdient.

Könnte es etwas Schöneres geben? Wohl kaum. Und gleichsam werden Sie in der Lage sein, bessere Entscheidungen treffen zu können.

Veränderungskompetenz entwickeln mit den 4 W’s der Veränderung

Lassen Sie mich direkt mit der Kernaussage dieses Artikels starten: Der Auf- und Ausbau Ihrer Veränderungskompetenz wird die entscheidende Fähigkeit der Zukunft werden. Aber was genau verbirgt sich hinter dem Begriff „Veränderungskompetenz“, auf welchen Erfolgsfaktoren basiert der Skill und was haben die 4 W’s der Veränderung damit zu tun? All diesen Fragen wollen wir uns nun ausführlich widmen.

Warum scheitern Veränderungen?

Im Jahr 1995 hat Professor John P. Kotter in einer großen Studie hunderte von Unternehmen jeglicher Größenordnung untersucht, die aktiv Changemanagement betrieben haben. Dabei ist er zu folgendem Ergebnis gekommen: 70 % aller Veränderungsvorhaben sind gescheitert und haben nicht die gewünschten Ergebnisse erreicht. Seitdem sind fast dreißig Jahre vergangen, der Wandel hat massiv zugenommen und Veränderung ist zu einem täglichen Begleiter geworden.

Da könnte man doch meinen, dass unsere Veränderungskompetenz mittlerweile gestiegen sein sollte, nicht wahr? Doch auch im Jahr 2024 sagen die Studien, dass immer noch 70 % aller Veränderungsvorhaben scheitern. Manche gehen sogar noch von einer höheren Zahl aus. Weil die alten Regeln schon längst nicht mehr gelten. Was gestern noch Standard war, kann heute bereits überholt sein. Die Taktung von Veränderungen steigt nicht mehr linear, sondern exponentiell. Eric Schmidt, der ehemalige CEO von Google hat das bereits im Jahr 2011 in einem Interview auf den Punkt gebracht: „Die Menschheit produziert heute in 48 Stunden genau so viele Informationen, Daten und Ideen wie von der Steinzeit bis ins Jahr 2003 zusammen.“ Was glauben Sie, wie hoch diese Zahl heute ist?

Veränderungskompetenz als entscheidende Fähigkeit der Zukunft

Diese Entwicklung bleibt natürlich nicht ohne Folgen und beeinflusst unseren Alltag in hohem Maße. Großen Risiken und Unabwägbarkeiten stehen enorme Chancen gegenüber. Noch nie war es so leicht, Erfolg zu haben, und noch nie war es so schwer, sich dem immer schneller werdenden Wandel anzupassen. Und dieser Wandel wird immer komplexer, intensiver und unberechenbarer (siehe auch die VUKA Welt). Ein paar Beispiele gefällig?

  • Globalisierung
  • Generationenwandel
  • Demografische Entwicklung
  • Klimawandel
  • Digitalisierung
  • Verändertes Konsumentenverhalten
  • Weltweite Krisen
  • Künstliche Intelligenz
  • New Work
  • Inflation

Ich hätte diese Liste noch beliebig weiterführen können, und es ist nur ein Ausschnitt all der Faktoren, die dafür sorgen, dass die Märkte sich dramatisch wandeln und die Kunden immer anspruchsvoller werden. Wir werden mit immer mehr Veränderungen in immer kürzerer Zeit konfrontiert. Tendenz steigend. Und das bedeutet, dass Ihre Veränderungskompetenz darüber entscheidet, ob Sie zu einem Spielball der äußeren Umstände werden, oder in der Lage sind, die Zukunft aktiv zu gestalten.

Aus Problemen Chancen machen

Die große Kunst besteht darin, zukünftige Entwicklungen zu antizipieren und dann passende Lösungen dafür anzubieten. Doch welche Veränderungen werden uns in den kommenden Jahren besonders beschäftigen? Die Antwort hat der dänische Wissenschaftler und Nobelpreisträger Niels Bohr in einem sehr bekannten Bonmot zusammengefasst: „Prognosen sind schwierig, besonders wenn sie die Zukunft betreffen.“

Welche konkreten Ideen, Produkte und Technologien den größten Einfluss haben werden, lässt sich schwer voraussagen. Nur eines scheint sicher, der Wandel wird immer schneller und die Digitalisierung unserer Gesellschaft nimmt immer mehr zu. Während Sie diesen Beitrag lesen, arbeiten Forscher an der Entwicklung von virtuellen Holodecks, Apple hat vor Kurzem seine bahnbrechende Cyberbrille Vision Pro veröffentlich und mit hoher Wahrscheinlichkeit werden Sie zur ersten Generation gehören, die mal schnell übers Wochenende zum Mond fliegen kann.

Und das Ende der Entwicklung ist noch lange nicht erreicht. Wenn Sie sich mit Zukunftsforschern unterhalten, deren Bücher lesen oder sich auf Zukunftskongressen umhören, dann ist sich die Fachwelt in einem Punkt einig. Wir befinden uns erst am Anfang von Veränderungen, die unsere Jobs, unsere Gewohnheiten und unseren gesamten Alltag revolutionieren werden.

Veränderungskompetenz bedeutet, die Zukunft aktiv zu gestalten

Und nun Hand auf‘s Herz: Finden Sie diese möglichen Veränderungen faszinierend oder haben Sie eher ein mulmiges Gefühl, weil Ihnen das alles dann doch etwas zu schnell geht? Vielleicht sind Sie genau so erstaunt wie ich, aber technisch ist bereits heute viel mehr möglich, als wir uns das alle vorstellen können.

Im Jahr 2021 schickte charterte der Milliardär Jared Issacman gemeinsam mit drei Mitstreitern für schlappe 200 Millionen Dollar ein Raumschiff der Firma SpaceX, um die Aussicht im Weltall zu genießen. Künstler wie Frank Zappa, Roy Orbison oder Amy Winehouse gaben vor Kurzem ihr Comeback auf Hologramkonzerten. Und auf künstlicher Intelligenz basierende Tools wie ChatGPT, Midjourney und Co. haben längst ihren festen Platz in unserem Alltag erobert (Bei Ihnen nicht? Dann wird es aber Zeit).

Auch in der Wirtschaft dreht sich das Rad der Veränderung immer schneller, und viele liebgewonnene Bequemlichkeiten wurden längst von der aktuellen Entwicklung und den Anforderungen der Zukunft eingeholt. Das Konsumverhalten der Menschen hat sich dramatisch gewandelt und so gut wie jedes Produkt kann heute via Smartphone von der heimischen Couch verglichen, bewertet und natürlich zum günstigsten Preis gekauft werden.

Die Folgen dieser Entwicklung erleben wir täglich. Der Online Handel wächst seit Jahren mit konstant zweistelligen Raten, während der stationäre Handel immer noch nach den richtigen Erfolgsrezepten sucht. Selbst um ein neues Auto zu konfigurieren, zu besichtigen und zu kaufen, müssen Sie schon lange nicht mehr das Haus verlassen. Und apropos, die meisten Autos können mittlerweile alleine einparken und theoretisch sogar von Berlin nach Lübeck fahren, ohne dass ein Mensch am Steuer sitzt.

Firmen wie Tesla, Mercedes oder Waymo arbeiten seit Jahren mit Hochdruck daran, mit autonom fahrenden Autos den Massenmarkt zu erobern. Wie würden Sie sich darauf vorbereiten, wenn Sie Taxifahrer, Busunternehmer oder Automobilhersteller wären? Ohne die eigene Veränderungskompetenz zu entwickeln wird es definitiv schwer.

Veränderungskompetenz richtet den Fokus auf Chancen und Möglichkeiten 

Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, aber je häufiger ich er über all diese Entwicklungen nachdenke, desto mehr fällt mir auf, wie riesig die Möglichkeiten sein werden. Wenn wir uns darauf einlassen, sie auch wahrzunehmen. Durch das Internet ist die Welt mittlerweile komplett vernetzt, so dass es kaum noch die klassischen lokalen Märkte gibt. Ein Schüler aus Flensburg kann heute seine Produkte oder Dienstleistungen mühelos mit nur wenigen Mausklicks an über sieben Milliarden potenzielle Kunden in Los Angeles, Buenos Aires oder Johannesburg verkaufen.

Und ich könnte wetten, dass es mindestens einen solchen Jungen (und wahrscheinlich drei Mädchen) gibt, der gerade jetzt genau dies tut. Und während dieser pfiffige Kerl die Grundlage für seine erste Million legt, trauert die Masse der traditionellen Unternehmen der guten alten Zeit hinterher und beklagt die immer weiter voranschreitende Digitalisierung des Handels.

Change. Adapt. Or Die.

Der letzte Absatz lässt sich relativ leicht zusammenfassen: Change. Adapt. Or Die. Wir können uns entweder verändern. Oder wir werden in der Zukunft irrelevant werden. Diese Aussage ist Ihnen zu hart? Dann lassen Sie uns einmal anschauen, was passiert, wenn man diesen Rat ignoriert.

Könen Sie sich noch an den Sony Walkman, den Kodak Farbfilm oder die Yahoo Suchmaschine erinnern? Alle drei Produkte waren einst der absolute Marktführer in ihrem Segment. Vielleicht sogar mehr.

  • Die Erfindung des Walkmans im Jahr 1979 sorgte für eine kulturelle Revolution und eine ganze Generation war plötzlich mit Kopfhörern in der U-Bahn, auf dem Weg zur Arbeit oder beim Joggen anzutreffen.
  • Familien auf der ganzen Welt hielten ihre Urlaubserinnerungen auf einem Kodak Filmrolle fest. Dies sorgte dafür, dass Kodak im Jahr 1991 einen Rekordumsatz von 19,4 Mrd. Dollar generieren konnte.
  • Und es gab wohl nicht einen einzigen User, der in den Anfangsjahren des Internets seine Suchanfragen nicht über das Eingabefeld von Altavista laufen ließ. Heute ist das alles längst Geschichte. Sony spielt auf dem Markt für portable Musik schon lange keine Rolle mehr. Kodak wurde von der Entwicklung der digitalen Fotografie nahezu überrollt und musste im Jahr 2012 sogar Insolvenz anmelden. Und wann haben Sie das letzte Mal die Seite yahoo.com dazu genutzt, um nach etwas im Internet zu suchen? Eben.

Hier kommt die tragische Note dieser Beispiele: Alle drei Unternehmen sind einzig und alleine daran gescheitert, dass sie sich nicht rechtzeitig dem Wandel angepasst haben. Die notwendige Technik, das Knowhow und auch die finanzielle Stärke, all das war vorhanden. Doch statt diese Ressourcen in eine innovative Zukunftsstrategie und die Entwicklung der eigenen Veränderungskompetenz zu investieren, entschied man sich lieber für ein bequemes „Weiter so“.

Vom Markt vor die Alternative „Change. Adapt. Or Die“ gestellt, wählte man die zweite Variante und starb einen Tod auf Raten, der schlussendlich darin mündete, dass man komplett vom Markt verschwand.

Und es sind ja nur drei von einer riesigen Anzahl an vergleichbaren Fällen. Denken Sie mal an Karstadt, Loewe, Adler, Holzmann, Quelle, Kunert, Märklin, AirBerlin, Schlecker oder Praktiker.

All diese deutschen Erfolgsmarken haben entweder Insolvenz angemeldet oder sind komplett von der Bildfläche verschwunden. Weil es in Zeiten des immer schneller werdenden Wandels nur zwei Möglichkeiten gibt:

  • Entweder, wir verändern uns.
  • Oder wir werden sterben und vom Markt verschwinden.

Die 4 W’s der Veränderung: Wandel gestalten anstatt den Status Quo zu verwalten

Wir können es drehen und wenden wie wir wollen, wir stehen erst ganz am Anfang einer digitalen Revolution, durch die sich unser Leben und vor allem der Alltag in den nächsten Jahren weiterhin dramatisch verändern wird. Die Regeln haben sich geändert und werden sich weiterhin ändern, vollkommen unabhängig davon, ob wir das gut finden oder nicht. Die wichtigste Schlüsselqualifikation der Zukunft wird daher der persönliche Umgang mit dem Wandel sein. Die Entwicklung unserer Veränderungskompetenz. Oder um es mit einem Wahlspruch der Surfer aus Hawaii zu formulieren: „Du kannst die Welle nicht verhindern. Aber Du kannst lernen, sie zu reiten.“

Das ist die Einstellung, mit der Veränderung auf einmal keine Bedrohung mehr ist, sondern eine einmalige Gelegenheit, als Persönlichkeit zu wachsen und besser zu werden. Eine ausgeprägte Veränderungskompetenz basiert dabei immer auf vier starke Säulen, den 4 W’s der Veränderung. Diese stehen für:

Das 1 W der Veränderung: Wählen

Always Go First! Mahatma Gandhi hat einst gesagt: „Sei Du selbst die Veränderung, die Du Dir für die Welt wünscht.“ Übersetzt ins Moderne heißt das so viel wie: Leben Sie Veränderung vor und verändern Sie zu allererst sich selber. Denn wenn Sie sich verändern, verändert sich auf einmal alles um Sie herum. Und dies bedeutet, dass Sie ihr Mindset jeden einzelnen Tag ganz bewusst wählen und auf die vielen Chancen der Zukunft ausrichten müssen. Wohin Ihr Fokus gerichtet ist, dahin fließen Ihre Zeit, Ihre Energie und Ihre Geld. Und wohin diese Ressourcen fließen, davon bekommen Sie mehr. Sind wir also sehr problemorientiert, was bekommen wir? Richtig, mehr Probleme. Wenn Sie sich hingegen auf die riesigen Chancen der Digitalisierung fokussieren, dann werden Sie auch in Zukunft noch erfolgreich sein, weil sich Ihnen viele Türen öffnen werden.

Das 2 W der Veränderung: Wollen

Wer sich nicht verändern will, der verändert sich nicht. So einfach ist das. Übernehmen Sie daher Verantwortung. Immer. Überall. Besonders wenn es schwer fällt. Für die guten Ergebnisse, aber auch für das, was nicht so gut gelaufen ist. Gestalten Sie den Wandel aktiv und warten Sie nicht, bis Sie von den äußeren Umständen dazu gezwungen werden. Denn wenn Sie sich nicht verändern, dann werden Sie irgendwann verändert. Ohne Verantwortung kann Veränderung nicht stattfinden. Und das bedeutet, dass Sie neben einer generellen Offenheit für neue Ideen insbesondere einen starken intrinsischen Antrieb benötigen. Und je besser Sie Ihre wichtigsten Werte, Ihre Motive und Ihren Purpose im Leben kennen, desto besser wird es Ihnen gelingen, diesen sukzessive auf- und auszubauen.

Das 3 W der Veränderung: Wagen

Mut ist die entscheidende Komponente in Zeiten der Veränderung. Denn in komplexen und unsicheren Zeiten müssen wir regelmäßig Wagnisse eingehen. Alte und vielleicht sogar erfolgreiche Muster hinterfragen, Gewohntes loslassen und dann mutig neue Wege gehen. Das falscheste, was Sie tun können, ist auf Nummer sicher zu gehen, zu zögern und passiv abzuwarten und zu hoffen, dass alles so bleiben wird, wie bisher. Wenn Sie die Zukunft aktiv gestalten wollen, dann benötigen Sie die unbedingte Bereitschaft, alte Zöpfe abschneiden zu wollen und Ihre den Status Quo, Ihre Ziele, Ihre Strategien und insbesondere sich selber immer wieder zu hinterfragen. Um dann im nächsten Schritt mutige Entscheidungen zu treffen.

Das 4 W der Veränderung: Wiederholen

Jede Veränderung beginnt mit Commitment. Doch es ist die Konsistenz, die langfristig den entscheidenden Unterschied macht. Neue Verhaltensweisen benötigen ganz einfach Zeit, bis sie zu einer unbewussten Gewohnheit geworden sind. Aus diesem Grund ist Change Management niemals eine einmalige Sache. Erst die tägliche Wiederholung und Einbindung in den Alltag führt dazu, dass aus einem Vorhaben nachhaltige Ergebnisse werden.

Veränderungskompetenz entwickeln und trainieren

Am Ende des Tages ist Ihre Veränderungskompetenz der einzige Faktor, den Sie von vorne bis hinten selber bestimmen können. Sie können nicht beeinflussen, ob die Märkte sich wandeln, welche Technologien Ihre Branche in Zukunft verändern oder wie Ihre Wettbewerber sich verhalten. Aber Sie haben immer die Wahl, wie Sie damit umgehen. Ich behaupte sogar: In Zeiten des immer schneller werdenden Wandels ist der Umgang mit Change Management der entscheidende Faktor, ob Sie die Zukunft passiv wie ein Blatt im Wind ertragen müssen, oder ob Sie die Zukunft bei den Hörnern packen und aktiv gestalten.

Jeder einzelne von uns hat täglich die Wahl, ob er auf den Zug der Veränderung aufspringt, oder am Bahngleis stehen gelassen wird. „Business as usual“ ist schon lange vorbei und wir leben in den spannendsten Zeiten, die man sich überhaupt vorstellen kann. Wenn Sie den Wandel nicht als Bedrohung ansehen, sondern Ihren Fokus auf die vielen Chancen und Möglichkeiten richten, dann wartet eine erfolgreiche und erfüllte Zukunft auf Sie.

Doch zum Abschluss noch ein wichtiger Hinweis: Von alleine wird all dies nicht passieren. Ich bin immer wieder erstaunt, wie viel Zeit, Herzblut und Geld Menschen in das Erlernen einer neuen Sprache, einer Sportart oder eines Musikinstruments stecken. Nur, wenn es um den aktiven Umgang mit Veränderung geht, dann denkt man sich: „Ach, wird schon irgendwie klappen.“ 

Doch das tut es natürlich niemals. Von nichts kommt nichts, und die eigene Veränderungskompetenz zu entwickeln erfordert eine Menge Commitment, Zeit und die Bereitschaft, jeden einzelnen Tag dazuzulernen. Doch wenn Sie diesen Skill erst einmal erlent haben, dann haben Sie sich automatisch von 99% Ihres Umfelds abgesetzt. 

Change. Adapt. Or Die. Veränderungskompetenz durch den Change Loop

Change. Adapt. Or Die. (Auf Deutsch: Verändern. Anpassen. Oder sterben) Mit dieser Ausssage lässt sich die aktuelle Zeit wohl am besten beschreiben. Denn die Regeln haben sich massiv verändert, und der aktive Umgang mit Veränderungen jeglicher Art ist schon lange nichts mehr, was nur „nice to have“ ist. Statdessen ist er ein messbarer Wettbewerbsvorteil geworden, der darüber bestimmt, ob wir auch in der Zukunft noch erfolgreich sein, oder in der Irrelevanz versinken werden.

Change. Adapt. Or Die. Verändern oder verändert werden

Die wohl schwerste Situation meiner beruflichen Karriere hatte ich im Jahr 2004 zu meistern. Viele meiner Kollegen sprachen damals von einem Himmelfahrtskommando, meine Vorgesetzten von einer super Chance, mir meine Sporen zu verdienen. Die Aufgabe war so einfach, wie herausfordernd. Ich sollte als Projektleiter das ehemals erfolgreichste Kaufhaus Berlins, das altehrwürdige Hertie in der Neuköllner Karl-Marx-Straße, zu einem Schnäppchen-Center umwandeln, in dem das Unternehmen die Altware aus dem gesamten Bundesgebiet vermarkten wollte. Es war der allerletzte Versuch, den Standort noch zu retten.

Anfang der neunziger Jahre arbeiteten in dem über 40.000 Quadratmeter großen Kaufhaus noch 1200 Mitarbeiter und die Umsätze gingen direkt nach der Maueröffnung durch die Decke. Doch im Laufe der Jahre erlebte nicht nur Neukölln einen wirtschaftlichen Niedergang, sondern auch das Hertie Kaufhaus.

So kam es, dass an meinem ersten Tag gerade noch 120 Mitarbeiter verzweifelt versuchten, die Umsatzeinbrüche aufzuhalten, die seit langem bei über zwanzig Prozent pro Jahr lagen. Es war allerdings ein hoffnungsloser Kampf, denn der Niedergang war bereits zu weit fortgeschritten. Ganze Abteilungen waren seit längerem geschlossen und es verirrten sich immer weniger Kunden in das Warenhaus, welches von der Atmosphäre manchmal an eine Geisterstadt erinnerte.

Der Umgang mit Veränderung als Schlüsselkompetenz der Zukunft

Und nun stehe ich in einem muffigen Besprechungsraum und vor mir sitzen die verbliebenen sechs Abteilungsleiter, die mich mit ängstlichen Augen anblicken. Der amtierende Geschäftsführer steht nur wenige Wochen vor seiner Pensionierung und macht bei meiner Vorstellung keinen Hehl aus seiner Meinung: „Meine Damen und Herren, darf ich ihnen Herrn Grzeskowitz vorstellen. Er ist hier, um unserem Kaufhaus den Todesstoß zu versetzen und es zu einem Schnäppchencenter zu machen. Ich halte diese Entscheidung für völlig falsch, aber die jungen Leute denken ja immer, sie wissen alles besser.“

Rumms. Können Sie sich vorstellen, wie ich mich gefühlt habe? Obwohl ich nur der Überbringer des neuen Konzepts war, bekam ich die gesamte Wut und aufgestaute Hoffnungslosigkeit der versammelten Menschen zu spüren. So gut es ging lenkte ich den Fokus auf die sich bietenden Chancen, stellte meine Ideen zur Rettung des Standorts vor und versuchte, die Herzen meiner zukünftigen Mitarbeiter zu erreichen.

Es folgte eine hitzige Diskussion, die von vielen Fragen und Zwischenrufen geprägt wurde. Doch es war ein einzelner Satz, der sich mir bis heute ins Gedächtnis eingebrannt hat. Herr Leopold (nicht sein richtiger Name), der Abteilungsleiter aus der zweiten Etage (Zuständigkeiten für einzelne Abteilungen wie in anderen Häusern gab es schon lange nicht mehr) stand auf, blickte mir direkt in die Augen und sagte dann: „Aber verstehen Sie es denn nicht, Herr Grzeskowitz? Wir können diese neuen Ideen hier nicht gebrauchen, weil dann unser Kaufhaus stirbt. Aber wir wollen nicht sterben. Wir wollen leben!“

Veränderungskompetenz zu entwickeln ist schon lange nicht mehr „nice to have“

Es war ein Satz, der mich traf wie ein Donnerhall. Und er zeigt das große Dilemma, welches Veränderungen mit sich bringen. Herr Leopold traf diese Aussage nämlich zum einem Zeitpunkt, als der Patient Hertie Neukölln seit Jahren auf der Intensivstation lag, und de facto bereits klinisch tot war. Und dennoch sträubten sich die beteiligten Menschen gegen sämtliche Alternativen wie der Teufel gegen das Weihwasser. Man wollte, dass alles so blieb, wie es einmal war, nur die Resultate sollten besser werden.

Und dieses Mindset war tragisch, denn auch wenn niemand damals sagen konnte, ob der Kurswechsel den Standort noch retten konnte, so sprachen die aktuellen Umsätze, Deckungsbeiträge und Prognosen doch eine sehr eindeutige Sprache: Mit den Strategien der Vergangenheit zögerte man den Untergang maximal noch um ein paar Monate heraus.  Es gab also nur zwei Möglichkeiten: Sich auf die Veränderung einzulassen. Oder zu sterben. Change. Adapt. Or Die.

Chancen erkennen, nutzen und Wandel gestalten

Und genau dort liegt das große Dilemma. Mich beschleicht nämlich immer häufiger das Gefühl, dass viele Menschen veränderungsmüde geworden sind. Weil die Taktung der Neuerungen so stark zugenommen hat und sich mancher damit einfach überfordert fühlt. Weil das Wort „neu“ gerade im Unternehmenskontext häufig mit schlankeren Strukturen, Personalabbau und Einschränkungen des persönlichen Arbeitsplatzes verbunden wird. Weil alles, was „neu“ ist, gerne als eine Bedrohung der eigenen Komfortzone betrachtet wird.

Weil „neu“ sehr häufig eine Emotion erzeugt, die der größte Feind der Innovation ist: Angst. Und das ist schade, denn Angst lähmt, verlangsamt die eigene Entwicklung und führt über kurz oder lang zum Stillstand. Ich habe mir es daher seit Jahren auf die Fahne geschrieben, dieser Neo-Phobie den Kampf anzusagen. Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, Lust auf Veränderung zu machen und den Fokus auf die riesigen Chancen zu lenken, die sich im Wandel verbergen. Denn wenn Sie ihre Träume leben, Ziele erreichen und auch morgen noch erfolgreich sein wollen, dann ist es unumgänglich, bereits heute die notwendigen Veränderungen vorzunehmen.

Die Veränderungskurve nach Kübler-Ross

Dafür gilt es, einen radikalen Paradigmenwechsel vorzunehmen. Was ich damit meine? Werfen Sie bitte einen Blick auf die folgende Grafik:

Die Veränderungskurve nach Kübler-Ross

Sie haben es sicher gleich erkannt, es handelt sich um die klassische Veränderungskurve, die in den 1960er Jahren von Elisabeth Kübler-Ross entwickelt wurde. Wie Sie an der Jahreszahl erkennen können, handelt es sich um ein Modell, das seit vielen Jahren in Seminaren, Personalschulungen und Trainings gelehrt, und auch heute noch als eines der Standardtools im Changemanagement verwendet wird.

Selbst hochrangige Unternehmensberatungen setzen die Changekurve immer noch als ein Modell ein, welches Führungskräfte dabei unterstützen soll, Veränderungsprozesse gemeinsam mit ihren Teams zu managen.

Das große Problem der Veränderungskurve

Doch die Changekurve hat ein großes Problem. Sie ist ganz einfach nicht mehr zeitgemäß, denn das Modell wurde in zwei wichtigen Punkten von der Realität überholt.

  • Zum einen basiert es auf der Vorannahme, dass Veränderung immer eine Reaktion auf externe Ereignisse wäre, was heute einfach nicht mehr stimmt. Wir können es uns im Jahre 2024 schlicht und einfach nicht mehr erlauben, nur noch reaktiv zu handeln, sondern müssen die Zukunft aktiv gestalten.
  • Die zweite obsolete Annahme ist diejenige, das Veränderungen immer einen Anfang und ein Ende haben würden. Dies mag in der Vergangenheit sogar noch gestimmt haben. Da gab es einen Normalzustand, alle paar Jahre eine Veränderung, und dann hatte man mit der neuen Normalität wieder für eine gewisse Zeit seine Ruhe. Doch diese Zeiten sind längst vorbei, denn wir haben es mit Rahmenbedingungen zu tun, die es schon lange nicht mehr zulassen, einen Veränderungsprozess über mehrere Jahre laufen zu lassen. Stattdessen ist Change ein permanenter Dauerzustand geworden, der immer schneller und intensiver Einzug in unseren Alltag hält.

Das Modell des Change Loops

Aus diesem Grund habe ich ein eigenes Modell entwickelt, welches diese Faktoren einbezieht, und den Herausforderungen der nächsten Jahre gerecht wird. Ich nenne es den Change Loop, und ich setze es sowohl in der Einzelarbeit mit Unternehmern, Managern und Führungskräften, aber auch in der Begleitung von Teams und Organisationen ein. Es funktioniert nämlich sowohl auf der individuellen Ebene der Persönlichkeit, als auch im Vorantreiben von unternehmerischen Veränderungen.

Wie bei jedem Loop gibt es weder einen Anfang, noch ein Ende, und jeder Teil spielt eine gleichwichtige Rolle. Lassen Sie uns daher einen Blick auf die einzelnen Faktoren des Change Loops werfen, bevor ich ihnen meine drei wichtigsten Prognosen für die Zukunft vorstellen möchte.

Der Change Loop

 

Change Loop Faktor #1: Bewusstheit

Ein bewusster Umgang mit dem eigenen Denken, Handeln und Wirken ist unumgänglich für erfolgreiche Veränderung. Aber Hand auf´s Herz, wie bewusst sind Sie sich der zunehmenden Komplexität um Sie herum, ihrer Kommunikation, ihrer Wirkung auf andere Menschen, über ihre Rolle in ihrem Unternehmen, über den Zufriedenheitsgrad im Alltag und über den Grad an Verantwortung, den Sie bereit sind, zu übernehmen? Und das ist so ein Fragenkomplex, über den es sich lohnt, ein wenig länger nachzudenken.

Change Loop Faktor #2: Antrieb

Der Wandel ist heute intensiver, schneller und unberechenbarer, als noch vor wenigen Jahren. Die führt bei vielen Menschen zu einer gewissen Resignation, weil sie einfach keine Lust mehr haben, immer wieder von vorne beginnen und sich tagein tagaus an die neuen Rahmenbedingungen anzupassen. Wenn Sie hier über keine nachhaltige und intrinsische Motivation verfügen, werden Sie auf Dauer nicht erfolgreich sein. 

Change Loop Faktor #3: Strategie

Ohne konkrete Ziele, Meilensteine und schlussendlich eine von allen Beteiligten getragene Strategie wird jede Art von Veränderung schwer. Weil Sie dann auf die Alternative vertrauen, und die ist nun mal der Zufall. Je besser Sie wissen, was Sie wollen, mit welchen Methoden Sie dahinkommen wollen, und warum Sie das überhaupt vorhaben, desto erfolgreicher werden ihre Change Projekte.

Change Loop Faktor #4: Handeln

Es mag ihnen etwas komisch vorkommen, dass ich den Schritt des Umsetzens mit in den Change Loop aufgenommen habe, schließlich sollte das doch etwas Selbstverständliches sein, nicht wahr? Ist es aber in der Praxis nicht. Wenn ich für jede Ankündigung, die nicht umgesetzt wurde, nur einen Cent erhalten hätte, dann wäre ich heute ein extrem vermögender Mann.

Nein, eine ausgeprägte Umsetzungskompetenz ist beileibe kein Selbstgänger. Und weil Sie für erfolgreiche Veränderung einfach unabdingbar ist, hat sie einen prominenten Teil in meinem Modell erhalten.

Drei Thesen für die Zukunft durch die Change Brille

Ein hoher Grad an Bewusstheit, ein kraftvoller Antrieb, eine nachhaltige Strategie und eine ausgeprägte Umsetzungskompetenz, das sind die vier entscheidenden Faktoren für erfolgreiche Veränderungen in Zeiten zunehmender Unsicherheit. Sie verstärken einander, und Sie können leider keinen Schritt auslassen, weil er ihnen möglicherweise zu mühsam ist.

Auch ist die Nutzung des Change Loops keine einmalige Sache. Es ist wie bei einer sich selbst verstärkenden Spirale, die immer wieder von neuem beginnt. Und der entscheidende Punkt bei diesem Modell ist ihnen wahrscheinlich schon längst aufgefallen. Sämtliche vier Faktoren sind weder von der Konjunktur, noch von den äußeren Umständen, noch von anderen Menschen abhängig. Sie alleine haben zu hundert Prozent Einfluss auf ihre Bewusstheit, ihren Antrieb, ihre Strategie und ihr Handeln. Basierend auf dieser Erkenntnis möchte ich ihnen daher meine drei wichtigsten Change Thesen für die kommenden Jahre vorstellen:

Change These Nummer 1:

Wir stehen erst am Anfang von Veränderungen, welche die Art wie wir leben, arbeiten, lieben, essen oder wohnen dramatisch verändern werden.

Change These Nummer 2:

Die demographische Entwicklung, disruptive Technologien wie künstliche Intelligenz oder Robotik, sowie die Digitalisierung sämtlicher Lebensbereiche werden nicht nur die Arbeitswelt, sondern unsere gesamte Gesellschaft kräftig durchschütteln.

Change These Nummer 3:

Der wichtigste Erfolgsfaktor der Zukunft wird der Mensch sein. Weil keine künstliche Intelligenz, kein Roboter und auch keine Software jemals Dinge wie persönliche Beziehungen, Empathie oder Teamspirit ersetzen können. Dies hat natürlich Auswirkungen für jeden von uns. Es bedarf einer maximalen Verantwortungs- und Veränderungsbereitschaft, einer Neuausrichtung der Prioritäten, sowie eines ganz neuen und wertschätzenden Miteinanders.

Diese Sätze sind ihnen zu lang? Dann habe ich hier die komprimierte Version für Sie. 

Der persönliche Umgang mit Change und Wandel wird die Schlüsselkompetenz der Zukunft sein.

Und ich finde, das ist ein wunderbarer Abschlusssatz für diesen Artikel. Nicht wahr?

Veränderung gestalten – Mit Ownership und Verantwortung

Wenn Sie Veränderung gestalten wollen, dann kommen Sie um einen entscheidenden Faktor nicht herum. Ich spreche von Ownership. Früher hat man dazu noch ganz altmodisch Verantwortung gesagt, aber am Ende des Tages haben beide Begriffe die gleiche Bedeutung. Es geht darum, die eigenen Umstände zu akzeptieren, sich auf das zu konzentrieren, was man selber beeinflussen kann, das loslassen, was außerhalb dieses Einflussbereichs liegt und dann alles dafür zu tun, die bestmöglichen Ergebnisse zu erzielen. 

Doch was sich theoretisch so einfach anhört, kann wie so häufig im Alltag ganz schön herausfordernd sein. In diesem Artikel wollen wir uns daher dem Erfolgsfaktor Ownership (bzw. Verantwortung) widmen, mit dem Sie sowohl in Ihrem eigenen Leben als auch in Ihrer Firma in der Lage sein werden, Veränderung gestalten zu können.

Ownership? Nein Danke. Schuld sind immer die anderen

Während meiner Schulzeit hatte ich einen Mitschüler, der dafür bekannt war, regelmäßig zu spät zu kommen. Manchmal waren es nur 5 Minuten, viel häufiger jedoch eher eine halbe Stunde. Nur pünktlich war er eigentlich nie. Viel zuverlässiger war er hingegen im Präsentieren von plausiblen Ausreden. Mal war es der Wecker, der nicht geklingelt hatte. Zu anderer Gelegenheit musste er im Auftrag seines Vaters den Schnee schippen, der über Nacht gefallen war. Und auch heute, fast 40 Jahre später, werde ich wohl nie vergessen, wie er nach einer erneuten Verspätung verkündete, dass der Hamster seiner Schwester krank geworden war. Seine Kreativität im Finden von Ausreden kannte keine Grenzen.

Eines Tages, als er mal wieder 45 Minuten zu spät erschien, platze unserer Klassenlehrerin der Kragen und sie fragte nach: „Tom, warum schaffst Du es denn nicht mal zur wichtigsten Klausur des Jahres, rechtzeitig in der Schule zu erscheinen?“ „Ich konnte nichts dafür“, lautete seine Antwort, „ich komme doch aus Zarpen und muss jeden Tag mit dem Bus fahren. Der Zug um 08:00 Uhr hatte heute einen Motorschaden, deshalb bin ich erst jetzt hier.“ Ich weiß nicht, ob es an seiner überzeugenden Art oder seinem herzzerreißenden Hundeblick lag, aber unsere Lehrerin gab sich wie immer mit der Ausrede zufrieden. Doch ich weiß noch genau, was meine Sitznachbarin damals zu mir sagte: „Komisch, ich wohne auch in Zarpen und ich war pünktlich hier. Denn ich habe bereits den Bus um 07:00 Uhr genommen.“

Ownership statt mit dem Finger auf andere zu zeigen

Auch heute muss ich noch häufig an diesen Moment denken. Denn er steht für mich symbolisch für die fortschreitend abnehmende Bereitschaft vieler Menschen, Verantwortung für Ihr Verhalten zu übernehmen. Finden Sie es nicht auch erstaunlich, wie gut manche Zeitgenossen darin geworden sind, die äußeren Umstände für ihre Resultate in sämtlichen Lebensbereichen verantwortlich zu machen? Wie selbstverständlich sie beginnen, aktiv Gründe zu suchen, warum etwas nicht geht? Und wie kreativ die Ausreden sind, die immer dann präsentiert werden, wenn etwas nicht geklappt hat? 

Die Rolle des Schuldigen wird dabei extrem großzügig verteilt. An die bösen Vorgesetzten, die undankbaren Mitarbeiter, die faulen Kollegen, die unprofessionellen Geschäftspartner bis hin zu den eigenen Eltern und Geschwistern. Und wenn das noch nicht reichen sollte, dann greift man direkt zu schwereren Kalibern und schiebt den schwarzen Peter auf die aktuelle Wirtschaftslage, die Politik, das Wetter oder die Tatsache, dass der Merkur gerade rückläufig ist. Alles und jeder ist für die eigenen Ergebnisse verantwortlich, nur man selber nicht. Und diese Entwicklung ist einer der Hauptgründe, warum so viele Menschen unzufrieden mit ihrem Leben sind.

Veränderung braucht Verantwortung

Denn was im Kleinen gilt, findet natürlich auch im Großen seine Anwendung. Man lebt ein Leben, dass im Grunde von anderen Menschen, dem Staat oder dem Arbeitgeber bestimmt, kontrolliert und gesteuert wird. Man verfolgt die Ziele anderer, erfüllt die Erwartungen anderer und verlässt sich darauf, dass sich andere schon um einen kümmern werden. Doch je mehr man sich in diese Abhängigkeit begibt, desto mehr entfernt man sich von den eigenen Träumen, Zielen und Erwartungen an das eigene Leben. Und das ist tragisch. 

Denn wie will man glücklich und zufrieden sein, wenn einem von Klein an andere Menschen sagen, wie man zu leben, was man zu tun und was man zu lassen hat? Wenn einen die eigenen Helikoptereltern schon als kleines Kind in Watte packen, einem jede schwierige Entscheidung abnehmen und den Alltag komplett mikromanagen? Wenn einem in der Schule jegliche Individualität und Kreativität abtrainiert wird, damit man als funktionierendes Rädchen seinen Part in der Gesellschaft übernehmen kann? Wenn der eigene Job nur aus dem stupiden Abarbeiten von Anweisungen besteht und der Staat mittlerweile bis in die privatesten Ecken des Lebens vorgedrungen ist und uns detailliert vorschreibt, wie wir leben sollen, was wir essen dürfen und wie wir uns generell zu verhalten haben?

Sicherheit ist nur eine Illusion 

Und hier kommt das Kuriose: Viele Menschen geben sich dieser vermeintlichen Sicherheit nur allzu gerne hin, denn wenn andere für einen das eigene Leben bestimmen, dann muss man eben auch keine schwierigen Entscheidungen treffen, keine Risiken eingehen oder Lösungen für auftretende Probleme finden. Doch dieser Zustand der Bequemlichkeit ist trügerisch, denn je mehr man sich in eine solche Form der Abhängigkeit begibt, desto mehr entfernt man sich von den eigenen Bedürfnissen, Zielen und Träumen. 

Und ehe man sich versieht, hat man komplett resigniert und arrangiert sich damit, dass ein erfülltes Leben nur für eine privilegierte Minderheit möglich ist, während man selbst nur noch funktioniert, sich von Urlaub zu Urlaub rettet und die Abende damit verbringt, sich erschöpft von Soap Operas in der Glotze berieseln zu lassen.

Klingt diese Vorstellung für Sie genau so abschreckend wie für mich? Dann möchte ich Sie gerne für die einzig mögliche Alternative begeistern, nämlich die volle und umfängliche Verantwortung für Ihr Leben zu übernehmen. Für die guten Dinge, wie auch die schlechten. Für Ihre Erfolge, aber auch die Niederlagen. Für die Ereignisse, die Sie selber herbeigeführt haben, aber auch für diejenigen, für die Sie nicht wirklich etwas konnten. 

Ownership als generelles Prinzip im Leben

Je eher Sie die Karten akzeptieren, die Ihnen das Schicksal zugeteilt hat, desto eher können Sie sich auf die Strategie konzentrieren, mit denen Sie Ihr Blatt spielen wollen. Die bewusste und unumstößliche Entscheidung, die volle Verantwortung für Ihre Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zu übernehmen ist die absolute Grundvoraussetzung für ein Leben, das von Bedeutung, Sinn und Erfüllung geprägt wird. Ist es ein einfach? Natürlich nicht. Je nachdem, vom welchem Ausgangspunkt Sie starten, werden Sie mit kleineren oder größeren Rückschlägen rechnen müssen. 

Alte Gewohnheiten und unbewusste Prägungen können nun mal extrem hartnäckig sein. Sie werden zweifeln, unsicher sein und oftmals in Versuchung geraten, lieber doch mit dem Finger auf jemand anderen zu zeigen, dem Sie die Schuld für Ihre Situation zuschieben können. Aber es lohnt sich ungemein, durchzuhalten. Denn schon nach kurzer Zeit werden Sie eine dramatische Zunahme an persönlicher Freiheit, beruflicher Erfüllung und einer generellen Unabhängigkeit erleben. Und es gibt wahrscheinlich nichts Schöneres als das intensive Gefühl, das sich automatisch einstellt, wenn Sie Ihre innere Mitte gefunden haben und ein Leben im Einklang mit Ihren Träumen, Werten und Bedürfnissen führen.

Doch genug der Worte. Es ist Zeit, in die Umsetzung zu kommen. Sind Sie bereit, die Entscheidung zu treffen, die volle Verantwortung für Ihr Leben zu übernehmen? Und sind Sie bereit, auf dem nachfolgenden Weg einmal mehr aufzustehen als hinzufallen? Wunderbar, denn diese Wahl kann ich Ihnen nicht abnehmen. Was ich aber kann, ist Sie auf Ihrem individuellen Weg zu mehr Balance und Erfüllung bestmöglich zu begleiten. Und als Startpunkt für diese Reise schlage ich meine norddeutsche Heimat vor.

Rüm Hart – Klaar Kiming – Die perfekte Metapher für Ownership

Das perfekte Motto für das Thema Verantwortung kommt nämlich aus Schleswig-Holstein. Der Region zwischen Nord- und Ostsee, wo man mit dem Nachbarn einen Klönschnack hält, das Wort „Moin“ als universelle Grußformel verwendet wird und man erst von einem echten Sturm spricht, wenn die Schafe keine Locken mehr haben. Das Motto, von dem ich spreche, heißt „Rüm Hart – Klaar Kiming“ und wird den nordfriesischen Kapitänen zugesprochen, die vor hunderten von Jahren ihre Schiffe durch raue Meere, hohe Wellen und schwere Unwetter steuern mussten. Übersetzt bedeutet es so viel wie „Weites Herz – Klarer Horizont“. Das Wort Kiming leitet sich dabei von der Kimme ab, welche die Linie zwischen Meer und Himmel bezeichnet und seit jeher als magischer Ort gesehen wurde, der für Fernweh, Offenheit und Entdeckergeist steht.

Und ist es nicht genau das, was wir aktuell im persönlichen Alltag, im Business, ja im ganzen Leben am meisten brauchen? Auf der einen Seite Vertrauen, Transparenz und Empathie im Umgang mit den Menschen um uns herum. Und auf der anderen Seite eine klare Vision, der Blick über den Tellerrand und die permanente Offenheit, neue Erfahrungen zu machen. Würden Sie mir zustimmen, dass die Welt keine weiteren Besitzstandswahrer benötigt, die ihr Ego in den Mittelpunkt stellen, sich an der Vergangenheit festklammern und versuchen, mit einer bequemen „Weiter So“-Strategie ihren persönlichen Vorteil zu maximieren? 

Ich habe dazu eine klare Meinung und behaupte, dass wir in der aktuellen Zeit vor allem Menschen brauchen, welche die Sehnsucht auf neue Horizonte in sich tragen, aber niemals vergessen, wo sie herkommen. Die sich nicht auf den Erfolgen der Vergangenheit ausruhen, sondern rechtzeitig die Segel zu neuen Ufern setzen. Die neue Denkweisen, Ideen und Wege nicht als Bedrohung ansehen, sondern als großartige Chance, noch besser zu werden, zu wachsen und die eigenen Ziele zu erreichen. Die Verantwortung nicht nur für sich selber, sondern für ihre gesamte Crew übernehmen. 

Die Voraussetzung, um das Motto „Rüm Hart – Klaar Kiming“ jeden einzelnen Tag leben zu können, ist die Klarheit. Darüber, wo Sie herkommen, wo Sie warum und aus welchen Gründen hinwollen, und natürlich auch, wie mögliche Wege dorthin aussehen könnten. Die wertvollsten Antworten erhalten Sie, wenn Sie ein weites, warmes Herz mit einem scharfen Verstand kombinieren. Wenn Sie offen für neue Ideen, Meinungen und Ansätze sind und gleichzeitig auf kraftvolle Werte, positive Überzeugungen und ein positives Mindset zurückgreifen können. Ich möchte Sie daher an dieser Stelle einladen, ein wenig über Ihre innersten Bedürfnisse, Ihre mutigsten Ziele und über Ihre verrücktesten Träume zu reflektieren. Je größer Ihre Klarheit, desto leichter wird Ihnen der nächste Schritt fallen, nämlich bewusste und vollumfänglich Ownership für die folgenden Bereiche zu übernehmen:

Ihre aktuelle Lebenssituation

Egal, wo Sie heute stehen, wie zufrieden Sie sind und wie hart Ihnen das Leben eventuell mitgespielt hat. Sobald Sie sich entscheiden, sich nicht länger als Opfer der äußeren Umstände zu definieren, sondern Verantwortung für den Status Quo zu übernehmen, eröffnen sich Ihnen plötzlich ganz neue Gestaltungsmöglichkeiten. 

Ihren Erfolg

Die vielleicht wichtigste Frage, die Sie sich stellen sollten, lautet: „Was bedeutet Erfolg für mich?“ Die große Masse folgt nämlich den Suggestionen der Medien, der Influencer auf Social Media oder den Botschaften der Werbeindustrie, dass Erfolg automatisch mit Schneller-Höher-Weiter, mit Luxusklamotten, teuren Autos und dem permanenten Streben nach Geld, Status und Macht gleichzusetzen sei. Wenn Sie genau davon träumen, ist das ganz wunderbar. 

Sollten Sie jedoch feststellen, dass Sie von Ihrem Leben etwas ganz anderes erwarten, dann lösen Sie sich so schnell wie möglich von diesen Definitionen. Nicht jeder muss eine Millionärin, ein Superstar oder eine erfolgreiche Unternehmerin werden. Denken Sie immer dran: Es ist Ihr Leben und nur Sie stellen die Regeln auf. Insbesondere, wenn es um Ihre ganz persönliche Definition von Erfolg geht. Der einzige Gradmesser, den ich Ihnen empfehle, ab sofort anzuwenden, ist folgende Frage: „Bin ich glücklich?“ Nichts anderes zählt nämlich.

Ihre Werte

Werte sind mein absolutes Lieblingsthema. Weil ich um ihre Kraft weiß. Weil sie die Bemessungsgrundlage für sämtliche Entscheidungen sind. Und weil unser tägliches Verhalten immer ein direkter Spiegel unserer wichtigsten Werte ist. Es lohnt sich also, die eigenen Kernwerte sehr bewusst festzulegen und zu definieren. Und zwar nicht, weil diese gerade „in“ sind, gesellschaftliche Akzeptanz besitzen oder für ein bestimmtes soziales Umfeld wünschenswert wären. 

Dies führt auf Dauer nur zu Frustration, Unzufriedenheit und dem nagenden Gefühl, sich immer weiter von sich selbst zu entfernen. Wenn Sie hingegen die volle Verantwortung für die für Sie wirklich wichtigen Werte übernehmen, dann kommunizieren Sie nicht nur kongruent, sondern haben einen unfehlbaren Kompass an Ihrer Seite, der Ihnen stets treue Dienste leisten wird.

Ihre Ziele und Träume

Wie viele Menschen in ihrem Umfeld kennen Sie, die ihren Beruf nur ergriffen haben, weil ihre Eltern es so wollten? Die ihre Karriere als Rechtsanwalt, Zahnarzt oder Industriekauffrau nur eingeschlagen haben, weil es in der Familie schon immer Tradition war? Und die zutiefst unglücklich sind, weil sie viel lieber Koch, Künstlerin oder Schauspielerin wären? Doch die eigenen Ziele und Träume in der Schublade zu verstauen, nur um die Erwartungen anderer zu erfüllen, führt zwangsläufig zu einem Leben im seelischen Niemandsland. 

Man ist nicht wirklich unglücklich, aber eben auch nicht glücklich. Das ehemals lodernde innere Feuer ist erloschen und statt leidenschaftlich zu leben, funktioniert und existiert man nur noch. Doch zum Glück ist es niemals zu spät, und Sie können jederzeit die Entscheidung treffen, ab sofort die volle Verantwortung für Ihre Ziele und Träume zu übernehmen. 

Veränderung gestalten – Ohne Ownership wird’s nichts

Und es gibt noch weitere Bereiche, für die Sie genau das Gleiche tun sollten. Für Ihre Überzeugungen, Ihre Strategien, Ihre Entscheidungen, Ihre Gedanken, Ihre Gesundheit, Ihre Finanzen, Ihre Beziehungen, Ihre Kommunikation, Ihre Karriere und natürlich für Ihre Zukunft. Und ja, ich bin mir bewusst, dass dies eine ganze Menge auf einmal ist. Lassen Sie mich Ihnen den möglicherweise entstehenden Druck daher am besten gleich nehmen. Sobald Sie nämlich die Verantwortung für Ihr Leben übernehmen, geschieht etwas Faszinierendes, ja fast schon magisches. Sie werden nämlich ein ungeahntes Gefühl von persönlicher Freiheit spüren. Weil Ihre inneren Werte plötzlich im Einklang mit Ihrem äußeren Verhalten sind. Weil Sie sich von externen Erwartungen lösen und auf Ihre eigenen Bedürfnisse hören. Weil Sie auf einmal, ein Leben führen, dass diesen Namen auch wirklich verdient. Und ist es nicht genau das, worum es jeden einzelnen Tag geht?

Nachhaltige Veränderung meistern – Das Zufriedenheitsparadox

Wenn Sie nachhaltige Veränderung meistern wollen, dann müssen Sie in der Lage sein, sich permanent in zwei widersprüchlichen Zuständen zu befinden. Auf der einen Seite ist es von essenzieller Bedeutung, dass Sie sich niemals mit dem Erreichten zufriedengeben, sondern sich den Hunger auf bessere Ergebnisse, auf persönliches Wachstum und auf eine kontinuierliche Entwicklung des UnChange Mindsets bewahren. Und gleichzeitig ist es genauso wichtig, zufrieden zu sein. Mit den kleinen und großen Erfolgserlebnissen des Alltags. Mit den persönlichen Errungenschaften. Und natürlich mit all dem, was Sie in Ihrem Leben bereits erreicht haben.
 

Zufrieden und gleichzeitig unzufrieden? 

Klingt paradox? Stimmt, und das ist auch ziemlich gut so. Denn wie hat es der Psychiater C.G. Jung so schön formuliert: „Die Paradoxie gehört sonderbarerweise zum höchsten geistigen Gut; […], denn nur das Paradoxe vermag die Fülle des Lebens annähernd zu fassen.“ Fällt Ihnen die Parallele zum UnChange Mindset auf? 
 
Das Leben mit all seinen Facetten, Unabwägbarkeiten und Überraschungen ist einfach viel zu komplex, um es mit reinem Schwarz-Weiß-Denken bewältigen zu können. Vielmehr kommt es darauf an, die Klaviatur der unterschiedlichsten Grautöne virtuos zu beherrschen, die unterschiedlichsten Herausforderungen differenziert zu analysieren und Situationen immer individuell zu betrachten.
 
Das gilt ganz besonders beim Thema Zufriedenheit, wo die richtige Balance von entscheidender Bedeutung ist. Je zufriedener Sie nämlich sind, je mehr Sie in sich ruhen und je mehr Sie dankbar für all Ihr kleinen und großen Erfolge sind, desto mehr wird Ihr gesamtes Leben von Sinn, Bedeutung und Erfüllung geprägt sein. 
 

Erfolgsfaktor Bewusstheit

Nehmen Sie sich also regelmäßig Zeit, einen Schritt zur Seite zu treten, um ganz bewusst aus der Vogelperspektive auf Ihre Erfolge zu blicken und voller Stolz wahrzunehmen, was Sie alles erreicht, geschafft und umgesetzt haben. Wie so oft gilt auch hier: Wenn Sie diese Momente dem Zufall überlassen, dann ist das Vorhaben von vornherein zum Scheitern verurteilt. Wenn Sie hingegen den Erfolgsfaktor Bewusstheit ganz gezielt einsetzen, dann kann die Zufriedenheit zu einem starken Motivator für Sie werden. Und damit die generelle Positivität noch einmal verstärken.
 
Dabei bin ich mir übrigens sehr bewusst, dass all dies in der Theorie sehr einfach klingt, während die tatsächliche Umsetzung im Alltag ziemlich herausfordernd sein kann. Lassen Sie mich Ihnen erklären, was ich damit meine. Ich würde mich als extrem positiven Menschen bezeichnen. Und doch gab es eine Phase in meinem Leben, wo mein Fokus sich temporär verschoben hatte. Ohne, dass ich es bewusst mitbekam, triggerten mich immer mehr externe Ereignisse und ließen mich schrittweise zu einem dieser Nörgler werden, die sich ständig über irgendetwas empören. 
 

Loslassen, was man nicht kontrollieren kann

Ob es die grandiose Ungerechtigkeit auf der Welt, die unseriösen Machenschaften in meiner Branche, die Unehrlichkeit von Menschen, die Doppelmoral in der Politik oder die zunehmende Gleichgültigkeit in der Gesellschaft war, all diese Dinge lösten in mir eine Kombination aus Wut, Betroffenheit und Ärger aus. Und diese Emotionen kanalisierten sich dann in den unterschiedlichsten Versuchen, diese Zustände nicht länger hinzunehmen und auf irgendeine Art und Weise wieder in die aus meiner Sicht richtigen Bahnen zu lenken.
 
Eine Tatsache übersah ich dabei allerdings. All die Dinge, über die ich mich so sehr aufregte, lagen durch die Bank weg außerhalb meines Einflussbereichs. Und da Sie weder andere Menschen noch die äußeren Umstände verändern können, blieb eben auch alles beim Alten. Na ja, nicht ganz. Denn während sich das Universum einen feuchten Kehricht für meine dauerhafte Entrüstung interessierte, schlitterte ich immer mehr in Richtung Desillusionierung, Negativität und Unzufriedenheit. 
 
Und all das, obwohl ich grundsätzlich einen positiven Unterschied für die Welt bewirken wollte. Doch wir alle haben unsere blinden Flecken und sehen oftmals das Brett nicht, das sich direkt vor unserem Kopf befindet. Zum Glück hatte ich Menschen in meinem Umfeld, die mich darauf aufmerksam machten, dass ich zu einem dieser negativen Profi-Empörer wurde, vor denen ich sie jahrelang immer gewarnt hatten. 
 

4 Schritte, um nachhaltige Veränderung meistern zu können

Die Erkenntnis war anfangs ziemlich hart, aber die radikale Ehrlichkeit mir selbst gegenüber half mir, schnell den Schalter umzulegen. Allerdings war dies gar nicht so einfach, denn auf der einen Seite wollte ich mich zu hundert Prozent auf ein positives Mindset konzentrieren, andererseits war ich aber auch nicht bereit, die vielen Probleme und Ungerechtigkeiten auf dieser Welt einfach so hinzunehmen. Folgende Erkenntnisse halfen mir schlussendlich beim nachhaltigen Turnaround:
 
Nachhaltige Veränderung meistern – Schritt 1: Machen Sie sich immer wieder bewusst, dass Sie andere Menschen und die äußeren Umstände niemals ändern können. So frustrierend dies manchmal auch sein mag, ohne diese Akzeptanz geht es einfach nicht.
 
Nachhaltige Veränderung meistern – Schritt 2: Nutzen Sie die Technik des Fünf Minuten Jammern sind okay, und dann fokussieren Sie sich ausschließlich auf positive und konstruktive Lösungen
 
Nachhaltige Veränderung meistern – Schritt 3: Lassen Sie los, was Sie nicht kontrollieren können und widerstehen Sie der Versuchung, die Welt verändern zu müssen.
 
Nachhaltige Veränderung meistern – Schritt 4: Verändern Sie stattdessen sich selber, und stecken Sie die Menschen in Ihrem Umfeld mit Ihrer Positivität an.
 

Was Veränderung mit Dominos zu tun hat

Und wer weiß, je mehr Sie die Dinge im Kleinen positiv beeinflussen, desto größer wird die Wahrscheinlichkeit, dass sich daraus irgendwann eine Dominorallye entwickeln kann, die das Potenzial besitzt, auch die ganz großen Probleme und Ungerechtigkeiten zu lösen. „Okay Ilja, das klingt ja sehr schön, aber was kann ein einzelner Mensch denn schon bewirken?“ Mehr als sie denken. Viel mehr sogar. Am letztmalig stattfindenden Dominoday im Jahr 2009 führte das Anstoßen eines einzelnen Steins dazu, dass insgesamt 4.491.863 weitere Steine umfielen. Ein bis heute bestehender Weltrekord. 
 
Doch damit nicht genug. Der Physiker Lorne Whitehead veröffentlichte bereits 1983 einen Artikel im American Journal of Physics, in dem er die faszinierenden Erkenntnisse seiner Forschungen teilte. Demnach ist ein einzelner Dominostein in der Lage, einen 50 % größeren Dominostein umzuwerfen. In seinem Experiment startete er mit einem Stein, der 10 mm hoch war. Die entstehende Kettenreaktion endete mit einem umfallenden 13. Dominostein, der 64-mal so hoch war, wie der Auslöser (Auch hier wurde im Jahr 2009 ein Weltrekord aufgestellt, als in den Niederlanden der größte Dominostein der Geschichte fiel). 
 
Würden Sie diese Kette hypothetisch weiterführen, dann hätte der 18. Stein bereits die Höhe des Schiefen Turms von Pisa, der 31. wäre höher als der Mount Everest und der 57. würde die Entfernung zwischen der Erde und dem Mond überbrücken. Faszinierend, oder?
 

Nachhaltige Veränderung meistern: Mach es einfach!

Glauben Sie jetzt, dass ein einzelner Mensch einen riesigen Unterschied machen kann? Eine einzige mutige Entscheidung, eine verrückte Idee oder eine positive Perspektive auf eine scheinbar hoffnungslose Situation kann eine ungeahnte Kettenreaktion auslösen. Je mehr persönliche Dominos Sie also in Ihrem Alltag anstoßen, desto größer wird auch die Wahrscheinlichkeit, dass Sie irgendwann Ihren ganz persönlichen Dominoday erleben werden. 
 
Auch in diesem Fall hilft es, sich weniger auf ein eventuelles Ergebnis, sondern vor allem auf den Prozess zu konzentrieren. Die Welt lechzt einfach nach Changemakern, die mit Ihrer Positivität als Vorbild vorangehen, den Blick voller Optimismus auf mögliche Chancen richten und auch bei den kniffligsten Problemen stets in Lösungen denken. Ich habe für mich beschlossen, dass ich genau so eine Person sein möchte. 
 
Wie sieht es bei Ihnen aus? Wenn Sie es nicht sowieso schon getan haben, dann wäre doch genau jetzt eine perfekte Gelegenheit, eine ausgeprägte Positivität zu einer absoluten Priorität in Ihrem Leben zu definieren, nicht wahr? Mir hilft dabei seit vielen Jahren ein Leitspruch, den ich gerne mit Ihnen teilen möchte.
 
Seien Sie so positiv, dass es negative Menschen nicht in Ihrer Nähe aushalten.
 

Klingt Ihnen das zu sehr nach Ausgrenzung? Ist es aber überhaupt nicht. Natürlich, einige Menschen haben sich an die eigene negative Attitüde so sehr gewöhnt, dass diese zu einem zentralen Lebensinhalt geworden ist. So traurig es auch ist, in diesen Fällen ist bereits Hopfen und Malz verloren. Viel wahrscheinlicher ist es aber, dass Sie die Nörgler, Miesepeter und Grantler in Ihrem Umfeld mit Ihrem positiven Mindset so sehr inspirieren, dass es bei ihnen zu einem Umdenken kommt. 

Und dieser Perspektivwechsel führt dann eben dazu, dass die Menschen sich von Ihnen magisch angezogen fühlen, und sich nichts sehnlicher wünschen, als Teil Ihres Umfelds werden zu können. Und genau das ist die beste Voraussetzung überhaupt, um nachhaltige Veränderung meistern zu können.

Never Normal statt New Normal: Warum die Zukunft riesige Chancen bietet

Haben Sie schon mal vom Never Normal gehört? Nein, dann lesen Sie jetzt unbedingt weiter. Wir leben in Zeiten, in denen permanente Veränderung das New Normal – das neue Normal – geworden ist. Diese Aussage hört man immer wieder. Kein Wunder, denn der Wandel sowohl in der Arbeitswelt, als auch in der Gesellschaft wird immer schneller, unberechenbarer und insbesondere intensiver. Und auch wenn an der Vorstellung des New Normal eine Menge dran ist, so greift die Beschreibung der neuen Normalität doch zu kurz. Warum das so ist, und wie ich die aktuellen Zeiten der Veränderung stattdessen beschreiben würde, erfahren Sie in diesem Artikel.

New Normal – Der Wunsch nach Stabilität im Chaos

Wenn Sie schon einmal einen Roadtrip durch den Norden Amerikas gemacht haben, dann sind Sie südlich von Chicago möglicherweise durch meine absolute Lieblingsstadt gefahren. Diesen Status hat der 52.736 Einwohner zählende Ort nicht etwa durch seine Architektur, sein kulturelles Angebot oder eine erfolgreiche Baseballmannschaft erhalten. Vielmehr ist es der Name, der mich fasziniert, denn die Stadt heißt Normal.

Wie überall in den USA üblich steht am Ortsausgang ein Schild, dass die Gäste verabschieden soll. Der Text lautet: Leaving Normal. Kann es eine bessere Metapher für das Leben geben? Denn spätestens seit die COVID-19 Pandemie unsere gewohnten Regeln und Abläufe komplett durchgeschüttelt hat, sollte auch der Letzte verstanden haben, dass es so etwas wie eine Normalität nicht mehr gibt. Dafür sind die Krisen zu unberechenbar, die Veränderungen zu intensiv und die Notwendigkeit zur Anpassung zu dringend geworden. Eine Schlussfolgerung, die dann gerne gezogen wird, lautet dementsprechend auch: Welcome to the New Normal. Willkommen in der neuen Normalität.

Never Normal statt New Normal

Und ich kann das dahinterstehende Mindset durchaus verstehen, denn wir Menschen sehnen uns nun mal nach Beständigkeit, Routinen und gewohnten Abläufen. Nach all den Unsicherheiten der letzten Jahre lechzen wir danach, dass die Welt endlich wieder normal wird. Und wenn es schon nicht mehr ganz so wie früher sein kann, dann doch wenigstens in einer neuen Form, also einem neuen Normal.

Aber was wäre, wenn es nie wieder so wird wie früher? Was wäre, wenn 2019 nur noch eine Erinnerung an die gute, alte Zeit wäre? Was wäre, wenn die intensiven Veränderungen bleiben und zu einem Dauerzustand würden? Hier kommt eine große Idee: Vergessen Sie das Konzept des New Normal. Stattdessen möchte ich Ihnen eine alternative Botschaft vorschlagen:

Welcome to the Never Normal. Willkommen im Zeitalter, in dem nichts mehr normal ist.

Die Welt wird einfach nicht mehr so sein, wie wir es gewohnt waren. Was wir alle instinktiv spüren, belegen auch die aktuellen Studien. Laut einer McKinsey Umfrage unter 200 Organisationen in verschiedenen Branchen sagen 90% der Entscheider, dass die Art und Weise, wie das Business funktioniert, sich fundamental verändern wird. Auch unser Alltag lässt sich mit vielen Worten Beschreiben. Normal ist keines davon. Macht Ihnen der Gedanke daran Angst? Keine Sorge, Sie sind damit nicht alleine. Denn wenn Veränderungsvorhaben scheitern, egal ob im persönlichen Alltag oder im Job, dann selten, weil Menschen nicht bereit wären, neue Ideen zu akzeptieren. Es liegt vielmehr an der Angst davor, die alten loszulassen.

Das Zeitalter des Never Normal: Eine riesige Chance wartet

Ein guter erster Schritt, um das Zeitalter des Never Normal zu begrüßen wäre, den Glaubenssatz zu verlernen, dass Krisen immer gleichbedeutend mit Entbehrungen, Niedergang und riesigen Problemen wären. Denn in Zeiten der Veränderung gab es in der Geschichte schon immer Menschen, die erfolgreiche Unternehmen gegründet, bahnbrechende Erfindungen gemacht und außergewöhnliche Ideen entwickelt haben.

Jeff Bezos erkannte in den 1990er Jahren, dass die Welt durch die Verbreitung des Internets nie mehr so sein würde, wie vorher. Also kündigte er seinen gut bezahlten Job bei D.E. Shaw, zog nach Seattle und gründete einen virtuellen Buchladen, der heute als Amazon bekannt ist. Der Unternehmer Bodo Janssen traute sich während einer großen Krise seiner Hotelkette Upstalsboom entgegen allen Gepflogenheiten die Mitarbeitenden und den Faktor Sinn in den Mittelpunkt zu stellen und sorgte mit dem Paradigmenwechsel der stillen Revolution für einen Turnaround. Bekannte Marken wie Uber, Airbnb, WhatsApp oder Slack wurden während der Finanzkrise 2008 gegründet, und auch während der Corona Pandemie erblickten mehr Technologie-Start-ups das Licht der Welt als in den Jahren davor.

Die schlechteste Strategie in der Ära des Never Normal ist es, abzuwarten, zu zögern und zu hoffen, dass sich die Vergangenheit durch Zufall irgendwie in die Zukunft übertragen ließe. Obwohl Kodak der absolute Marktführer im Bereich der Fotografie war, setzte man lieber auf die Verbesserung des Farbfilms und überließ der Firma Logitech die Massenverbreitung der Digitalkamera.

Das Automobil wurde nicht von Kutschenbauern, der Personal Computer nicht von Schreibmaschinenherstellern und digitale Bezahlsysteme nicht etwa von Banken, sondern von den Handyproduzenten Telenor Mobil und Ericsson erfunden. Woran das liegt? Weil das Prinzip Hoffnung und das Festhalten an den Erfolgen früherer Jahre noch nie ein guter Berater waren. Weil man in Zeiten, die von intensiven Veränderungen geprägt sind, mit einem bequemen weiter so einfach keinen Blumentopf gewinnen kann.

Tschüss, New Normal. Moin Never Normal

Je eher Sie daher das Konzept des Never Normal nicht nur akzeptieren, sondern als Ihren größten Verbündeten umarmen, desto größer können Ihre Durchbrüche sein. Insbesondere in Krisen trennt die bewusste Anwendung des UnChange Mindsets die Spreu vom Weizen. Denn je stabiler und fester Ihre Wurzeln sind, desto flexibler können Sie im Denken und Handeln sein. Und je häufiger Sie den Fokus auf Chancen und Möglichkeiten richten, desto eher können Sie lernen, die bekannten Wege zu verlassen, und Dinge auszuprobieren, die sich vorher noch niemand getraut hat.

Einer meiner Lieblingsautoren ist James Patterson, dessen Bücher sich bis heute über 100 Millionen Mal verkauften. Doch sein Start ins Leben eines Schriftstellers lief eher suboptimal. Nachdem er seinen Job als Werbetexter in einer Agentur aufgab, um sich voll und ganz dem Schreiben zu widmen, verkauften sich nur knapp 10.000 Exemplare seines Debutromans The Thomas Berryman Number.

Eine mehr als dürftige Zahl. Also beschloss er, für sein nächstes Werk – den Thriller Along Came a Spider – mit den Konventionen der Buchbranche zu brechen und etwas vollkommen Neues zu probieren. Er wollte das Buch mit TV-Werbung einem breiten Publikum vorstellen. Die Antwort seines Verlags: „Auf keinen Fall. Zu teuer. Die Leser wollen keine Buchwerbung im Fernsehen erhalten.“

Doch Patterson gab nicht auf und produzierte die Werbespots mit seinem eigenen Geld. Die Qualität überzeugte auch den Verlag, der sich bereit erklärte, die die Hälfte der Kosten für die Kampagne zu übernehmen. War es ein mutiger Schritt? Definitiv. Noch nie wurde ein Buch im nationalen Fernsehen mit Anzeigen beworben. Es war eine Aktion jenseits der Normalität. Hat es sich gelohnt? Und wie. Das Buch kletterte zum Erscheinungstermin direkt auf Platz neun der New York Times Bestsellerliste, es wurden bis heute über fünf Millionen Exemplare verkauft und Along Came a Spider ist bis heute Pattersons erfolgreichstes Werk. Gleichzeitig war es der Startschuss für eine der bemerkenswertesten Karrieren in der Literaturgeschichte. Das Vermögen von James Patterson wird heute auf knappe 100 Millionen Dollar geschätzt und er veröffentlich jedes Jahr mehrere neue Bücher.

Embrace the Change – Umarmen Sie die Veränderung

Liebe Leserinnen und Leser dieses Blogs, in welchen Bereichen Ihres Lebens ist es an der Zeit, die bequemen Pfade zu verlassen, und jenseits der Normalität Spuren zu hinterlassen? Denn genau dort, in den unerforschten Gebieten des Never Normal liegen die größten Chancen. Wenn Sie sich entscheiden, Ihre unbewussten und limitierenden Glaubenssätze zu identifizieren und die Segel zu neuen Ufern zu setzen. Natürlich wird Ihnen der Wind dabei häufig direkt von Vorne ins Gesicht blasen.

Je mutiger Ihre Ideen sind, desto mehr wird man sie bekämpfen, belächeln oder sogar versuchen in die Ecke von realitätsfernen Spinnern zu drängen. Mein Lieblingsbeispiel ist ein Tweet des ehemaligen Siemens Chefs Joe Käser vom 8.11.2019, in dem er Elon Musk als „kiffenden Kollegen aus den USA bezeichnet, der von Peterchens Mondfahrt spricht“. Aber wenn es jemanden gibt, der das Konzept des Never Normal mit Haut und Haaren verinnerlicht hat, dann ist es der Visionär aus Südafrika.

Heute, vier Jahre nach dem Tweet ist das Tesla Modell Y der meistverkaufte PKW in Deutschland, Starlink versorgt viele Teile der Welt mit Highspeed Internet und Musks Raumfahrtfirma SpaceX hat nicht nur die NASA in Sachen Innovationsfähigkeit überholt, sondern führt auch längst kommerzielle Flüge ins Weltall durch.

Der größte Erfolgsfaktor des Never Normal Zeitalters

Denken Sie immer dran. Es ist Ihr Leben. Und nur Sie bestimmen, wie Sie es leben, welche Ziele Sie erreichen und welche Träume Sie in die Tat umsetzen wollen. Wichtig dabei ist, dass Sie die richtige Balance finden. Denn natürlich ist nicht alles Neue automatisch gut. Und nicht alles ist per se schlecht. Aus diesem Grund ist jedes Veränderungsvorhaben auch immer ein wenig wie der berühmte Ritt auf der Rasierklinge.

Auf der einen Seite sollten wir uns immer wieder fragen, was gut funktioniert, sich bewährt hat und wir es daher bewahren wollen. Und gleichsam sollten wir nie die Bereitschaft verlieren, Prozesse, Ziele, Strategien und insbesondere uns selber radikal auf den Prüfstand zu stellen und einer bewussten Disruption zu unterziehen. Das Zauberwort ist dabei das Wort bewusst. Denn dies ist der entscheidende Erfolgsfaktor, der in unsicheren und stürmischen Zeiten dafür sorgt dass Dinge geschehen werden, von denen andere Menschen nicht einmal zu träumen wagen.

Denn wenn Bewusstheit in Ihr Leben Einzug erhält, dann sind Sie nicht nur in der Lage, Ihre unbewussten Eisberge zu durchbrechen, sondern Ihre Lebensqualität dramatisch zu erhöhen. Weil Sie der Beliebigkeit Lebewohl sagen. Weil Sie Ihrem Umfeld Orientierung bieten. Und weil Sie nur noch mit Intention (also bewusst) kommunizieren und wirken. Hier kommt eine weitere große Idee in diesem Artikel: Bewusstheit schlägt alles.

Bewusstheit sorgt für Orientierung im Never Normal

Bewusstheit schlägt alles. Ja, wirklich alles. Andere mögen schlauer, schneller oder talentierter sein. Wenn Sie mit der richtigen Intention an Ihre Aufgaben gehen, werden Sie immer den berühmten Schritt vorne sein. Weil nichts eine derart große Kraft besitzt, wie die richtige Intention. Weil Sie nicht länger zufällig, beliebig und belanglos agieren, sondern jedem einzelnen Moment Ihres Lebens eine konkrete Bedeutung geben. Das gilt für die kleinen Situationen des Alltags, besonders aber für die großen Herausforderungen in Zeiten des Never Normal. Warum?

· Bewusstheit sorgt für Klarheit
· Bewusstheit stärkt Ihr Selbstbewusstsein
· Bewusstheit eliminiert Zweifel
· Bewusstheit knüpft ein unsichtbares Band zwischen zwei Menschen
· Bewusstheit schafft Gewissheit
· Bewusstheit erzeugt positive Gefühle
· Bewusstheit ersetzt Belanglosigkeit durch Bedeutung
· Bewusstheit sorgt für den richtigen Fokus
· Bewusstheit motiviert
· Bewusstheit ist wichtiger als alle Techniken, Methoden und Prozesse zusammen
· Bewusstheit durchbricht Ihre ganz persönlichen Eisberge

Je nachdem, von welchem Ausgangspunkt Sie starten, bedeutet es natürlich ein wenig Arbeit, die Wurzel der Bewusstheit in den Mutterboden Ihres Mindsets wachsen zu lassen. Aber je häufiger Sie bewusst denken, entscheiden, kommunizieren und handeln, desto eher durchbrechen Sie die unbewusste Selbstsabotage und entwickeln positive Automatismen. Und dann geschieht etwas Spannendes, ja fast schon Magisches.

Sie werden all das mit einer großen Portion Gelassenheit und Leichtigkeit angehen. Sie werden nicht nur außergewöhnliche Ergebnisse erzielen, ein Leben mit Bedeutung führen und Spuren auf den Wegen jenseits der Normalität hinterlassen. Ich könnte es nie so gut formulieren wie der Lyriker Walt Whitman, der es mit folgendem Satz auf den Punkt brachte: „Im Walde zwei Wege boten sich mir dar und ich ging den, der weniger betreten war – und das veränderte mein Leben.“ Dem ist nichts hinzuzufügen.

Die 99 fiesesten Killerphrasen, um Veränderung zu verhindern

Der größte Feind von Veränderungsvorhaben sind Killerphrasen, in der Umgangssprache auch als Totschlagargument bekannt. Wann immer eine neue Idee, ein guter Vorschlag oder eine vielversprechende Initiative geäußert wird, es dauert meist nicht lange, bis die ersten Killerphrasen die zarte Pflanze der Veränderung direkt im Keim erstickt haben.

Aber was genau sind überhaupt Killerphrasen und wie entgegnet man ihnen am besten? Diesem Thema wollen wir uns in diesem Artikel widmen. Und als Bonbon gibt es am Ende noch die ultimative Liste der 99 „besten“ Killerphrasen, um Veränderung zu verhindern

Was sind Killerphrasen?

Wikipedia definiert eine Killerphrase als […] in einer Diskussion verwendete, keinen Widerspruch duldende Phrase[…]. Es handelt sich also um gut klingende, aber inhaltlich vollkommen leere Aussagen, die einen einzigen Zweck verfolgen: Diskussionen zu beenden und neue Ideen, Vorschläge und Initiativen abzuschmettern. Wer kennt es nicht, im Meeting traut sich der schüchterne Kollege, einen Vorschlag zur Verbesserung eines wichtigen Prozesses zu machen. Doch er hat seine Idee noch nicht mal zu Ende ausgesprochen, schon passiert es. Ein lautes „Haben wir denn nicht Wichtigeres zu tun? Das klappt sowieso nicht!“ schallt durch den Raum.

An diesem Beispiel wird noch einmal das Wesen von Killerphrasen deutlich. Es handelt sich um inhaltsleere Behauptungen, die dazu dienen, den Gesprächspartner zu diskreditieren, Ideen abzuwürgen und mögliche Veränderungen zu verhindern. Valide Argumente, fundierte Begründungen oder gar nachweisbare Zahlen, Daten und Fakten? Leider komplette Fehlanzeige. Und genau das bringt uns zu den typischen Merkmalen von Killerphrasen.

Typische Merkmale von Killerphrasen

Killerphrasen erkennen Sie relativ einfach, denn sie folgen so gut wie immer einem ganz bestimmten Muster. Achten Sie vor allem auf die folgenden Merkmale:

  • Es handelt sich um inhaltsleere Behauptungen
  • Nachweisbare Zahlen, Daten und Fakten fehlen komplett
  • Das Fehlen von Argumenten wird mit Inbrunst und Überzeugung ausgeglichen
  • Statt detaillierte Aussagen wird auf pauschale Verallgemeinerungen zurückgegriffen
  • Es wird versucht, andere Menschen verbal zu attackieren und deren Kompetenz infrage zu stellen
  • Scheinargumente führen eine mögliche Diskussion in eine kommunikative Sackgasse
  • Statt objektiver Evaluation verschiedener Szenarien wird das auf Vorurteilen und subjektiven Bewertungen basierende Ergebnis als alternativlos dargestellt

Killerphrasen kontern: Eleganter Umgang mit Totschlagargumenten

Ja, der Einsatz von Killerphrasen und Totschlagargumenten verhindert nicht nur effektiv Veränderungen, sondern sorgt auch für eine Vergiftung der Kommunikationskultur in Teams, Abteilungen und ganzen Unternehmen. Doch zum Glück gibt es Mittel und Wege, um den Nutzern von Killerphrasen bestimmt und effektiv entgegenzutreten und sie auf eine Art und Weise zu entlarven, die dazu führt, dass wieder konstruktiv und sachlich diskutiert werden kann. Dies kann auf unterschiedlichen Wegen erreicht werden. Die besten sind:

  • Konkret nachfragen, um vom Pauschalen zurück auf das Spezifische zu kommen (Was genau?, Wie genau meinen Sie das? Wer genau sagt das? etc.)
  • Auf der Sachebene argumentieren, und die subjektiven Behauptungen anhand von nachweisbaren Zahlen, Daten und Fakten widerlegen
  • Kontern und selbstbewusst antworten. Hierzu benötigt es etwas Selbstbewusstsein. Aber wer verbal deutlich macht, dass man sich nicht einschüchtern lässt, der nimmt einer Killerphrase direkt den Wind aus den Segeln
  • Die Killerphrase als solche deutlich benennen und entlarven („Das ist ja nun wirklich eine Killerphrase, können wir bitte zurück zur Sachebene kommen?“)

Für welche Variante Sie sich auch entscheiden, eine Killerphrase sollte niemals unwidersprochen bleiben. Je besser Sie also mit pauschalen Totschlagargumenten umgehen können, desto besser. Und um Ihnen das Ganze etwas einfacher zu machen, habe ich Ihnen noch eine Liste mit den gängigsten Killerphrasen im Business zusammengestellt. 

Kennen Sie weitere Killerphrasen, die in der Liste fehlen? Dann freue ich mich auf Ihren Kommentar am Ende des Artikels, damit wir die Sammlung kontinuierlich wachsen lassen können.

Die ultimative Liste der 99 fiesesten Killerphrasen im Business

  1. Das haben wir schon immer so gemacht
  2. Dafür fehlt uns das Budget
  3. Wenn es so einfach wäre, dann hätte es ja schon längst jemand anders probiert
  4. Unsere Situation ist besonders
  5. Das mag bei anderen funktionieren, bei uns jedoch nicht
  6. Dazu fehlt uns die Zeit
  7. Klingt theoretisch gut, aber die Praxis sieht nun mal anders aus
  8. Daran sind schon ganz andere gescheitert
  9. Klingt gut, wird aber nicht funktionieren
  10. Warum sollten wir etwas verändern? Es läuft doch alles gut.
  11. Da haben wir nun wirklich Wichtigeres zu tun
  12. Ich fühle mich gerade nicht danach
  13. Das gibt Ärger mit der IT
  14. Das haben wir in der Vergangenheit schon mal probiert
  15. Um das umzusetzen, fehlt uns das Personal
  16. Ich warte erst einmal ab
  17. Wieso eigentlich immer ich?
  18. Oh, mal wieder eine typische Idee der XYZ-Abteilung
  19. Da machen unsere Leute niemals mit
  20. Von mir aus, aber ich kann Ihnen jetzt schon sagen, wie das endet
  21. Damit sollten wir bis nächstes Jahr warten
  22. Wissen Sie, was für ein Aufwand das wäre?
  23. Das bringt doch sowieso nichts
  24. Da habe ich zurzeit wirklich Wichtigeres zu tun
  25. Wer sagt denn, dass es dadurch besser wird?
  26. Das ist ja nun wirklich bekannt, dass es so nicht funktionieren wird
  27. Da macht der Betriebsrat garantiert nicht mit
  28. Wenn die Politik ihre Arbeit vernünftig machen würde, dann hätten wir vielleicht eine Chance
  29. Das geht jetzt viel zu schnell
  30. Man wird uns für verrückt erklären
  31. Das machen unsere Kunden niemals mit
  32. Diese Idee kriegen wir im Vorstand niemals genehmigt
  33. Aus Erfahrung kann ich Ihnen sagen, dass das nichts wird
  1. Das haben wir ja noch nie so gemacht
  2. Das wird niemals funktionieren
  3. Gute Idee, ABER…
  4. Das haben wir vor Jahren schon mal ausprobiert
  5. Dafür bin ich nicht zuständig
  6. Was sollen wir denn noch alles machen?
  7. Das haben wir ja noch nie so gemacht
  8. Sollen „Die da Oben“ doch erstmal anfangen
  9. Was sollen wir denn machen, wenn die Mitarbeiter nicht mitziehen?
  10. Als ich jung war, hatte ich auch noch so naive Ideen
  11. Dafür haben wir einfach nicht die richtige Kultur
  12. Stellen Sie sich mal den ganzen Papierkram vor
  13. Dafür ist unsere Belegschaft viel zu alt
  14. Ich finde es ja gut, aber meine Kollegen machen da niemals mit
  15. Sie stellen sich das viel zu einfach vor
  16. Wer hat Ihnen denn diese Flausen in den Kopf gesetzt?
  17. Klingt ja nett, ist aber völlig unrealistisch
  18. Mit solchen Vorschlägen verunsichern Sie die Mitarbeiter nur
  19. Wir machen das jetzt seit zwanzig Jahren so. Und auf einmal soll es nicht mehr gut genug sein?
  20. Das schaffen wir auf keinen Fall
  21. Dafür fehlen uns die nötigen Spezialisten
  22. Wie soll das denn gehen, bei unserem hohen Krankenstand?
  23. Das kann ich Ihnen jetzt schon sagen, dass dies eine Schnapsidee ist
  24. Ist das Ihr Ernst?
  25. Das ist doch rein organisatorisch überhaupt nicht zu bewältigen?
  26. Wie soll das mit unserer alten Technik denn klappen?
  27. Das kenne ich schon
  28. Das kann ich schon
  29. Das weiß ich schon
  30. In der jetzigen Lage wäre das vollkommen unverantwortlich
  31. Jetzt ist es eh schon zu spät, etwas zu verändern
  32. In der Praxis funktioniert das niemals
  33. Soll jetzt alles schlecht gewesen sein, was wir in der Vergangenheit gemacht haben?
  1. Das haben wir ja noch nie so gemacht
  2. Dafür fehlt Dir die Erfahrung
  3. Haben wir denn keine anderen Sorgen?
  4. Das schaffen wir im stressigen Tagesgeschäft doch gar nicht
  5. Die Zeit ist noch nicht reif für diese Art von Ideen
  6. Sie sind viel zu unerfahren, um das beurteilen zu können
  7. Bei aller Wichtigkeit von Veränderungen, wir müssen die Kirche auch mal im Dorf lassen
  8. Wie soll das denn bitteschön gehen?
  9. Wir sollten das nicht überstürzen
  10. Da reden wir nach dem Sommer noch mal drüber
  11. Das ist ja nun wirklich eine Idee aus der Mottenkiste
  12. Ich weiß, wie der Hase läuft, das klappt niemals
  13. Das Problem wird sich schon von ganz alleine lösen
  14. Das weiß doch jeder, wie so etwas endet
  15. Da können Sie doch überhaupt nicht mitreden
  16. Daran sind schon ganz andere gescheitert
  17. Das ist doch alles graue Theorie
  18. Dafür ist der Markt noch nicht reif
  19. Warum sollten wir etwas verändern? Der Erfolg gibt uns doch recht
  20. Da könnte ja jeder kommen
  21. Wir haben aktuell einfach andere Prioritäten
  22. Da sollten wir erst die Entwicklung abwarten
  23. Sie sind ja größenwahnsinnig
  24. Das mag in den USA funktionieren, die Deutsche Mentalität ist einfach anders
  25. Die gesamte Abteilung ist sich einig, dass es nicht klappen wird
  26. Diese Art von Idee ist doch längst überholt
  27. Dafür ist unsere Personaldecke viel zu dünn
  28. Mit der Idee ist schon Unternehmen XYZ gescheitert
  29. Ein typischer Akademiker-Vorschlag
  30. Die wirtschaftliche Lage lässt so eine Idee aktuell gar nicht zu
  31. Dafür ist die Stimmung bei uns viel zu schlecht
  32. Wissen Sie, wie oft das schon probiert wurde?
  33. Da macht sowieso niemand mit

Raus aus der Komfortzone – Mit dem 4-Zonen-Modell klappt es garantiert

Raus aus der Komfortzone. Haben Sie diesen Satz schon mal gehört? Vielleicht selber schon das eine oder andere mal gesagt? Ich gebe es zu, in meinen Keynotes und Büchern habe ich auch schon häufig dazu aufgerufen, nachhaltige Veränderungen zu initiieren, indem man dem Motto “Raus aus der Komfortzone” folgt. Aber was sich in der Theorie so einfach anhört, ist im Alltag wie so häufig durchaus schwierig umzusetzen. Daher möchte ich Ihnen in diesem Artikel gerne das 4-Zonen-Modell  der Veränderung vorstellen, mit dem es Ihnen ab sofort leichter fallen wird, Ihre Komfortzone zu verlassen, unbekanntes Terrain zu betreten, und dadurch nachhaltig als Persönlichkeit wachsen können. 
 

Raus aus der Komfortzone – Was Sie von (Ihren) Kindern lernen können

Die perfekten Vorbilder, um regelmäßig die Komfortzone verlassen zu können, sind (Ihre) Kinder. Mit ansteckender Neugier probieren Sie regelmäßig die unterschiedlichsten Dinge aus. Testen ihre eigenen Grenzen. Verlassen ihre Komfortzone. Und wenn Sie dabei mit den unweigerlich auftretenden Misserfolgen konfrontiert werden, dann lamentieren sie nicht etwa, sondern probieren es direkt auf eine andere Art und Weise. 
 
Ja, man könnte fast meinen, dass Kinder den Ratschlag “Raus aus der Komfortzone” erfunden haben. Weil sie wahre Meister im Umgang mit jeglicher Art von Veränderung sind. Finden Sie es nicht auch faszinierend, mit wie viel Freude sich junge Menschen auf neue Erfahrungen stürzen und sich vom Unbekannten fast schon magisch angezogen fühlen? Von Kindern würden Sie niemals Sätze wie „Das haben wir ja noch nie so gemacht„, „Das klappt niemals“ oder „Ich versuche es lieber nicht, es könnte ja schiefgehen“ hören. Stattdessen können sie sich wie menschliche Chamäleons an so gut wie jede neue Situation anpassen, lassen sich von ihrer Fantasie und Kreativität leiten und lernen so gut wie jede Sportart, jedes Musikinstrument oder sogar neue Sprachen innerhalb weniger Wochen.
 

Verliebt in das Unbekannte – Lust auf Wachstum und Entwicklung

Leider werden die meisten Kinder spätestens im Teenageralter von den unterschiedlichsten Bezugspersonen immer wieder mit den gleichen Botschaften bombardiert: „Pass Dich an„, „Du musst endlich vernünftig werden„, „Schluss mit der ewigen Träumerei“ oder „Jetzt beginnt der Ernst des Lebens“ sind nur einige davon. Und ehe man sich versieht, geht die ehemals im Überfluss vorhandene Leichtigkeit verloren und wird von vermeintlicher Vernunft, Skepsis und dem krampfhaften Festhalten am Status Quo ersetzt. 
 
Ohne, dass man es jemals wollte, ist man zu einem angepassten, mittelmäßigen und vor allem funktionierenden Mitglied der Gesellschaft geworden, dem jegliche Form von Spaß, Freude oder Zufriedenheit abhandengekommen ist. Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, aber ich finde das tragisch. Doch zum Glück muss es gar nicht erst so weit kommen. Wenn der Satz “Raus aus der Komfortzone” nicht bloß ein Lippenbekenntnis für Sie ist, sondern eine Philosophie, an der Sie Ihr gesamtes Denken und Handeln ausrichten. Wenn Sie sich jeden einzelnen Tag aufs Neue mit Haut und Haaren in das Unbekannte verlieben. 
 
Wenn Sie die Schmetterlinge im Bauch genießen, wenn Sie an die Möglichkeiten der Zukunft denken. Wenn Sie aufhören, auf der bequemen Couch sitzend darauf zu hoffen, dass sich Ihre Situation schon irgendwie verbessern wird, sondern stattdessen aktiv werden. Wenn Sie raus ins Leben gehen und beginnen, Ihre Ziele und Träume voller Leidenschaft zu verfolgen. Woody Allen hat einmal treffend festgestellt, das 80% des Erfolgs darin besteht, einfach nur aufzutauchen. Tauchen Sie daher so oft auf wie möglich. Je mehr Sie Ihrer Sehnsucht nach neuen Eindrücken, Erfahrungen und Reizen in Ihrem Leben nachgeben, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass Sie außergewöhnliche Dinge erreichen werden.
 

Sehnsucht nach neuen Horizonten als Schlüssel für Change

Stellen Sie sich nur vor, was passiert wäre, wenn Menschen wie Marco Polo, Roald Amundsen oder Christoph Kolumbus nicht Ihrem Entdeckergeist gefolgt, sondern im sicheren Hafen darauf gewartet hätten, dass man Ihnen eine Garantie gibt, dass sie ihre Ziele auf jeden Fall erreichen würden. Sie wären niemals in China, am Südpol oder in Amerika angekommen. Das gleiche gilt für die Erfindung der Glühbirne, des Buchdrucks oder des iPhones, welche allesamt die Welt verändert haben. Weil Thomas Edison, Johannes Gutenberg und Steve Jobs die Sehnsucht nach Innovation, nach neuen Wegen und dem permanenten Hinterfragen der bestehenden Konventionen teilten. Und sich dann nicht etwa auf ihren Lorbeeren ausruhten, sondern sich die Bereitschaft bewahrten, den eigenen Errungenschaften immer wieder zu hinterfragen.
 
Die Sehnsucht nach neuen Horizonten als Erfolgsfaktor ist daher so essenziell, weil das Außergewöhnliche von heute das Gute von morgen und das mittelmäßige von Übermorgen ist.  Ich weiß noch genau, wie ich im Jahr 2008 dachte, mit dem iPhone 3G ein so geniales Produkt in den Händen zu halten, dass es nicht mehr besser gehen würde. Wie man sich doch irren kann, denn wenn ich es mit dem aktuellen Modell, dem iPhone 15 Pro Max, vergleiche, dann wirkt es auf mich wie ein Smartphone aus der Steinzeit. Mit uns Menschen verhält es sich ähnlich, denn wir sind diesbezüglich wie Pflanzen. Wenn wir nicht wachsen können, dann bleiben wir nicht etwa auf der aktuellen Entwicklungsstufe stehen, sondern wir gehen ein. Natürlich nicht von heute auf morgen, sondern schleichend. 
 
Und dieser Prozess ist viel heimtückischer. Es ist wie in der berühmten Parabel vom Frosch. Versucht man diesen nämlich in einen Topf mit kochendem Wasser zu setzen, dann springt er sofort wieder heraus. Setzt man ihn hingegen in kaltes Wasser und erhitzt dieses nur schrittweise, so bemerkt er die Erhöhung der Temperatur nicht. Bis es irgendwann zu spät ist. Auch wenn es sich bei dieser Metapher um einen Mythos handelt, so sehr trifft die dahinterstehende Aussage doch die Wirklichkeit viele Menschen. Denn wenn Sie sich nicht regelmäßig neuen Reizen, herausfordernden Erfahrungen und unbekannten Situationen aussetzen, dann wird Ihre persönliche Komfortzone im Laufe der Zeit immer gemütlicher und Tristesse, Mittelmaß und Beliebigkeit breiten sich aus.

Jenseits der Komfortzone: Das 4-Zonen-Modell der Veränderung

Aber was geschieht eigentlich, sobald Sie der Sehnsucht nach Veränderung nachgeben und es wagen, die Unsicherheit zu umarmen? Nach und nach bewegen Sie sich durch einen Prozess, der Sie durch vier verschiedene Zonen führt, und Sie am Ende mit persönlichem Wachstum reich beschenkt. Die folgende Abbildung gibt einen Überblick.
 
Das 4-Zonen-Modell der Veränderung

 

Raus aus der Komfortzone: Phase 1 – Die Komfortzone

Diese Zone kennen wir alle. Hier ist alles bekannt, gewohnt und vor allem sehr bequem. Sie tun das, was Sie immer tun, vermeiden jegliche Risiken und haben zu jeder Zeit alles im Griff. Routinen und Standardabläufe prägen den Alltag und die meisten Verhaltensweisen laufen auf Autopilotmodus. Durch die Abwesenheit jeglicher Herausforderungen ergibt sich jedoch ein großes Problem. In der Komfortzone findet kein Wachstum statt, da Sie ausschließlich auf bekannte und bewährte Methoden zurückgreifen. 
 
Das Leben in der Komfortzone ist zwar nicht besonders aufregend, dafür wird der Mangel an Abwechslung durch einen ausgeprägten Wohlfühlfaktor ausgeglichen. Kurzfristig ist daran auch überhaupt nichts auszusetzen. Aber wenn Sie nicht einfach nur funktionieren und beliebig vor sich hinleben wollen, dann müssen Sie nun mal langfristig wachsen. Weil Wachstum ein menschliches Grundbedürfnis und gleichsam die Grundlage für ein von Sinn, Zufriedenheit und Erfüllung geprägtes Leben ist. Hier kommt eine große Idee, von der ich mir wünschen würde, dass Sie sie nie wieder vergessen würden:
 
Ihre Lebensqualität hängt von dem Ausmaß an Wachstum ab, mit dem Sie dauerhaft komfortabel leben können.
 
Wahres Leben beginnt immer außerhalb Ihrer Komfortzone. Sobald Sie es wagen, Ihre Grenzen zu überwinden, neue Horizonte anzusteuern und die Segel für eine stürmische Reise setzen. Doch bevor Sie die Früchte dieses mutigen Schritts ernten können, wartet leider noch eine Zone auf Sie, an der die meisten Menschen scheitern.
 

Raus aus der Komfortzone: Phase 2 – Die Angstzone

Jenseits der Komfortzone lauert das Unbekannte auf uns. Die Angstzone beginnt, und das Krokodilhirn (was genau sich dahinter verbirgt, können Sie in meinem Buch “Die Mindset Revolution” detailliert nachlesen) versucht Sie mit aller Macht zur Umkehr zu bewegen. Dadurch dass Sie auf einmal neuen und noch nie erlebten Situationen ausgeliefert sind, beginnen Sie zu zweifeln, nach Ausreden zu suchen und würden am liebsten sofort wieder aufgeben. 
 
Kein Wunder, denn so vieles kann schiefgehen, wird nicht beim ersten Mal klappen und eine bekannte innere Stimme wird Sie permanent daran erinnern, wie wenig Selbstvertrauen Sie in dieser Zone doch haben. Nicht selten werden Sie sich überfordert fühlen, weil so viele neue Eindrücke auf Sie einprasseln. Ihre wichtigste Aufgabe ist es daher, den Versuchungen des vom Krokodilhirn ausgelösten Widerstands zu widerstehen und stattdessen bewusst den Weg der kleinen Schritte zu gehen. Die Unsicherheit zu umarmen und in persönliches Wachstum zu transformieren. Und dies so häufig zu wiederholen, bis sich die ersten Erfolgserlebnisse einstellen.
 

Raus aus der Komfortzone: Phase 3 – Die Lernzone

Sobald dies geschieht, befinden Sie sich in der Lernzone. Auch hier sind die meisten Dinge noch neu, während die alten Regeln nicht mehr gelten. Allerdings ist Ihre Neugier bereits so weit ausgeprägt, dass Ihre Problemlösungskompetenz sukzessive ansteigt, was wiederum eine Steigerung Ihres Selbstvertrauens bewirkt. Durch die Summe der vielen kleinen Erfolgserlebnisse haben Sie eine sich selbst verstärkende Positivspirale in Gang gesetzt, die Sie in die Lage versetzt, sich neues Wissen, neue Skills und neue Fähigkeiten anzueignen. 
 
Wie von selbst scheinen plötzlich neue Chancen und Möglichkeiten aufzutauchen, die Ihnen weitere Gelegenheiten eröffnen, die frisch erworbenen Eigenschaften direkt auszuprobieren. Natürlich klappt in der Lernzone nicht immer alles sofort und Sie müssen die meisten Schritte sehr bewusst gehen, aber je häufiger Sie sich den Herausforderungen stellen, desto eher schaffen Sie den Übergang in die entscheidende letzte Phase.
 

Raus aus der Komfortzone: Phase 4 – Die Wachstumszone

Veränderung macht dann am meisten Spaß, wenn Sie mit Purpose, Erfüllung und insbesondere Balance einhergeht. Und genau das geschieht in der Wachstumszone. Mittlerweile ist Ihr Selbstvertrauen enorm gestiegen, so dass Sie sich Dinge zutrauen, von denen Sie früher noch nicht einmal zu träumen gewagt hätten. Voller Freude und Leichtigkeit stürzen Sie sich auf das Lösen von Problemen, probieren neue Ideen umgehend aus und entwickeln sich zu einem Vorbild für Ihr Umfeld. Ihre neuen Fähigkeiten, Skills und Eigenschaften sind Ihnen mittlerweile in Fleisch und Blut übergegangen und helfen Ihnen als unbewusste Automatismen dabei, Ihre Ziele und Träume zu erreichen.
 
Aber noch etwas anderes, viel Wichtigeres geschieht, sobald Sie beginnen, einen Großteil Ihrer Zeit in der Wachstumszone zu verbringen. Fast wie von selbst verschieben sich nämlich die Grenzen sowohl Ihrer Komfort- als auch Ihrer Angstzone. Auf der einen Seite erweitert sich die Komfortzone. Kein Wunder, denn was vor einiger Zeit noch vollkommen undenkbar und jenseits bekannter Regeln und Standards erschien, ist mittlerweile zur gelebten Realität geworden. 
 
Gleichsam verkleinert sich aber auch die Angstzone, denn viele Situationen, in denen Sie in der Vergangenheit noch mit zitternden Knien und pochendem Herzen reagiert hätten, sind mittlerweile für Sie zu einer perfekten Gelegenheit geworden, als Mensch zu wachsen und neue Erfahrungen zu machen. Werden die Zweifel, die Unsicherheit und die Angst jemals komplett verschwinden? Natürlich nicht. Und das ist auch gut so, sind sie doch der perfekte Indikator, dass Sie gerade dabei sind, etwas Außergewöhnliches zu tun. Oder anders:
 
Die Veränderungen, vor denen Sie am meisten Angst haben, sind diejenigen, welche die größten Durchbrüche für Sie bringen.
 

Raus aus der Komfortzone – Rein in die Veränderung

 
Liebe Leserinnen und Leser, ich hoffe sehr, dass es mir gelungen ist, mit diesem Artikel gelungen ist, Ihre Sehnsucht nach neuen Ideen, neuen Wegen und neuen Verhaltensweisen zu triggern. Dass ich Ihnen Lust machen konnte, der Bequemlichkeit des Status Quos zu entsagen und sich in das Unbekannte zu verlieben. Dass es für Sie selbstverständlich geworden ist, Ihre Komfortzone regelmäßig zu verlassen. Es lohnt sich sehr, das 4-Zonen-Modell der Veränderung nicht nur zu verstehen, sondern zu verinnerlichen.
 
Denn je mehr Sie als Persönlichkeit wachsen, desto größer wird das Ausmaß an Erfüllung, Bedeutung und Zufriedenheit. Denken Sie immer dran: Ihre Lebensqualität hängt von dem Ausmaß an Wachstum ab, mit dem Sie dauerhaft komfortabel leben können. Doch bevor Sie jetzt direkt losstürmen wollen, noch ein kurzer Hinweis, denn natürlich kommt es auch hier auf die richtige Balance an.
 
Warum? Nicht alles, was neu ist, ist auch automatisch gut. Und nicht alles, was alt ist, ist automatisch schlecht. Der ausgeglichene Umgang mit notwendigen Veränderungen ist daher ein wenig wie der berühmte Ritt auf der Rasierklinge oder der Drahtseilakt im Zirkus. Nur, wenn Sie die richtige Balance aus alt und neu finden, werden Sie auch die wundervollen Effekte der Wachstumszone genießen können. 
 
Dies bedeutet auf der einen Seite wertzuschätzen, was sich bewährt hat. Was gut ist. Was Sie ganz bewusst bewahren wollen. Und andererseits sollten Sie stets bereit sein, Prozesse, Zustände und insbesondere sich selber regelmäßig zu hinterfragen. Und dann radikal zu verändern. Auf diese Weise erhalten Sie diesen magischen Cocktail aus Tradition und Moderne, aus Bewahren und Wagen und aus festen und stabilen Werten und flexiblen Verhalten.