Das UnChange Mindset Modell – Veränderung jenseits des Selbstoptimierungswahns

Das UnChange Mindset ist ein Modell, dass die traditionelle Mindset Definition erweitert, und den Umgang mit Change Management, Transformationsprozessen und jeglicher Form von Veränderung auf eine gesunde und balancierte Basis stellt. In diesem Artikel möchte ich Ihnen das UnChange Mindset ausführlich vorstellen.
 

Mindset – Die traditionelle Definition

Ich gebe es offen zu: Ich bin ein riesiger Mindset Fan. Ich benutze den Begriff so häufig, dass meine Fokussierung auf den Erfolgsfaktor innere Haltung mittlerweile sogar schon auf meine Familie abfärbt. So teilte mir meine zehnjährige Tochter vor ihrer letzten Mathearbeit mit: „Das Lernen der Formeln ist gar nicht so wichtig, Papa. Das Mindset ist viel entscheidender.“ Aber was genau verbirgt sich eigentlich hinter diesem Begriff, der sich immer mehr verbreitet und mittlerweile sogar an den Grundschulen dieser Republik angekommen zu sein scheint?
 
Die wohl bekannteste Forschungsarbeit zum Thema Mindset geht auf die amerikanische Verhaltensforscherin Dr. Carol Dweck zurück, die in ihrem Buch Mindset – Changing the way you think to fulfil your Potential von einem Fixed Mindset und einem Growth Mindset spricht. Beim Fixed Mindset (starr, unflexibel) gehen Menschen laut Dweck davon aus, dass ihre Talente, Fähigkeiten und Denkweisen fixe Eigenschaften sind, die entweder vorhanden oder auch nicht vorhanden, auf keinen Fall jedoch veränderbar sind. Beim Growth Mindset (Wachstum, Entwicklung) hingegen sind die Menschen überzeugt, dass die beschriebenen Faktoren veränderbar und ausbaufähig sind, wenn man ausreichend trainiert, lernt und an sich arbeitet.
 
Auf Deutsch ist der aus dem Englischen stammende Begriff Mindset schwer zu übersetzen, denn für das englische Wort „Mind“ gibt es leider kein entsprechendes Synonym. Im allgemeinen Sprachgebrauch wird es daher oft mit Einstellung, Haltung, Mentalität oder Denkweise verwendet, während das Onlinelexikon Wikipedia das Mindset als „[…] eine vorherrschende psychische Persönlichkeitseigenschaft (Prädisposition) im Sinne eines Denk- und Verhaltensmusters einer Person oder sozialen Gruppe“ definiert.
 

Warum Iron Man seinen Erfolg dem Mindset zu verdanken hat

Für mich geht diese Definition allerdings noch nicht weit genug, und ich möchte Ihnen daher gerne meine traditionelle Mindset Definition verraten: 
 
Das Mindset basiert auf unserer Identität und ist die Summe unserer Werte, Überzeugungen, Erfahrungen, Fähigkeiten, Persönlichkeitseigenschaften, Gewohnheiten, Entscheidungsstrategien und unserer generellen Attitüde dem Leben gegenüber. Es ist weniger das, was wir tagtäglich tun, sondern vor allem die Art und Weise, wie wir es machen und der Purpose (emotionaler Grund), also das warum und wofür.
 
Dieser Satz klingt Ihnen zu kompliziert? Wie wäre es dann mit folgender Metapher:
 
Ihr Mindset ist für Sie, was die künstliche Intelligenz Jarvis für Iron Man ist.
 
Können Sie sich noch erinnern? In den erfolgreichen Marvel Filmen hatte der von Robert Downey Jr. gespielte Milliardär Tony Stark eine von ihm programmierte künstliche Intelligenz als Assistenten, mit dem er mittels Sprachbefehlen kommunizieren konnte. Wann immer er eine Information benötigte, verschiedene Handlungsoptionen abwägen musste oder vor einer schwierigen Entscheidung stand, startete Jarvis einige Rechenoperationen, durchforstete seine Datenbank und versorgte Tony Stark nach wenigen Millisekunden mit dem gewünschten Wissen, bestimmten Zahlen, Daten und Fakten oder einem auf Erfolgswahrscheinlichkeiten basierenden Ratschlag.
 

Das Mindset beeinflusst Ihr Leben in jeder einzelnen Sekunde

Mit Ihrem Mindset verhält es sich sehr ähnlich. Nur dass Sie Ihre mentale Software nicht bewusst programmiert haben, sondern dass sich Ihre innere Datenbank im Laufe der Jahre durch die Anhäufung und Vertiefung von Wissen, Fähigkeiten, Werten, Gewohnheiten, Erfahrungen und den verschiedensten Überzeugungen von ganz alleine immer mehr vergrößert hat. Vor jeder Entscheidung, vor jeder Handlung und auch vor jedem einzelnen Gedanken kommt es zu einem Abgleich mit den Daten der Vergangenheit, bevor das Programm dann unbewusst und zuverlässig abgespult wird.
 
Ihr Mindset ist wie eine von Ihnen programmierte Software, die automatisiert im Hintergrund abläuft, Sie unterstützt, berät und Sie immer wieder an das erinnert, was wirklich wichtig ist.
 
Das Mindset bestimmt Ihre generelle Sicht auf die Welt, beeinflusst sämtliche Ihrer Verhaltensstrategien und wirkt wie ein stets funktionierendes inneres GPS-System, das Sie sicher durch die verschiedensten Abenteuer des Alltags navigiert. Die Qualität Ihres Mindsets bestimmt also Ihre generelle Lebensqualität. Bedeutet dies nun, dass Sie einfach nur Ihr aktuelles Mindset etwas aufpeppen und in eine positive Richtung shiften müssen, und schon klappt es mit dem Erfolg? Wenn Sie meinen bisherigen Ausführungen gefolgt sind, dann ahnen Sie die Antwort sicher schon, oder?
 
Denn natürlich ist dies nicht der Fall. Ich möchte Sie an etwas wichtiges erinnern: Sie sind okay so, wie Sie sind. Und auch ihr aktuelles Mindset ist zu diesem Zeitpunkt im Leben genau richtig. Das Einzige, was es zu tun gibt, ist die nächste Entwicklungsstufe einzuläuten. Und das tun Sie, indem Sie die Vorsilbe „Un“ zu Ihrer inneren Haltung hinzufügen.
 

Veränderung mal „Un“ders

Es war ein wunderschöner Tag im Sommer 2015. Die Sonne brennt mir ins Gesicht, und nachdem ich mir gerade die verschiedensten Sehenswürdigkeiten in Washington D.C. angesehen hatte, befinde ich mich auf dem Rückweg zu meinem Hotel in Georgetown. Während ich die Atmosphäre dieses beeindruckenden Stadtteils auf mich wirken lasse, drehen sich meine Gedanken nur um ein Thema.
 
Wenige Stunden zuvor hatte ich auf einer Konferenz den Worten meines Kollegen Scott Stratten gelauscht, und stolperte in seinem Vortag über den Begriff UnMarketing. Die dahinterstehende Philosophie war so genial, dass sie mir nicht mehr aus dem Kopf gehen wollte: Marketing zu betreiben, ohne Marketing zu betreiben.
 
Und ich kann Ihre gedankliche Verwirrung beim Lesen dieser Aussage fast schon spüren. Tatsächlich steckt dahinter eine sehr sinnvolle Logik. Denn warum scheitert Marketing so häufig? Weil Kunden von den üblichen Werkzeugen wie künstlicher Verknappung (nur noch heute), unglaubwürdiger Angebote (nur 29 € statt 1.999 €) oder lebensfremder Versprechungen (schreiben Sie Ihren Bestseller mit nur acht Stunden Arbeit) schlicht und einfach genervt sind.
 
Sobald man aber auf diesen Ansatz verzichtet und sich auf den nachhaltigen Aufbau von Beziehungen zu seiner Zielgruppe konzentriert, dann kaufen die Menschen irgendwann von ganz alleine und vor allem gerne. Weil man zu einer starken Marke geworden ist, der man vertraut, und die sich über eine Pull-Strategie zur Nummer 1 in den Köpfen ihrer Kunden etabliert hat.
 
Das gleiche Prinzip kennen Sie möglicherweise auch von sogenannten UnConferences. Anders als bei klassischen Konferenzen gibt es hier keine dauerhafte Frontalbeschallung, sondern nur einen groben Rahmen, der dann von den Teilnehmerinnen aktiv gefüllt werden kann. Ein wirklich geniales Format.  ⁠ 
 

Das Prinzip des UnChange Mindsets

Und als ich gerade die berühmte Georgetown University passierte, hatte ich einen ganz persönlichen Heureka-Moment, aus dem ein Gedanke entsprang, der mich seitdem nicht mehr loslassen sollte: Wenn dieses Prinzip beim Marketing und bei Konferenzen nachweislich funktioniert, muss es sich doch auch auf das Thema Veränderung übertragen lassen. Daraus resultierte eine alles entscheidende Frage: Wie könnte erfolgreiche Veränderung ohne die typischen Nebenwirkungen wie Druck, Überforderung und den Drang zum Selbstoptimierungswahn gelingen? Das UnChange Mindset Modell war geboren.
 
Denn wäre es nicht wundervoll, wenn Change nicht automatisch mit negativen Emotionen, sondern einem Gefühl von Leichtigkeit einhergehen könnte? Wäre es nicht schön, wenn man die positiven Auswirkungen wie persönliches Wachstum, eine erfolgreiche Karriere und ein generell erfülltes Leben erreichen könnte, ohne permanent den Status Quo bekämpfen zu müssen? Wäre es nicht viel besser, wenn man sich nicht auf das unbedingte Erreichen konkreter Resultate verkrampfen müsste, sondern stattdessen den Weg dorthin genießen könnte?
 
Auf der Suche nach möglichen Antworten recherchierte ich wissenschaftliche Artikel, analysierte die einschlägige Literatur und studierte insbesondere die Mindsets meiner erfolgreichen Kunden. Als Keynote Speaker und Change Berater habe ich das große Privileg, mit Unternehmen jeglicher Größenordnungen auf der ganzen Welt zusammenarbeiten zu dürfen. Und es hat mich schon immer fasziniert, warum manche Menschen, Teams oder ganze Organisationen Veränderungen scheinbar mühelos meistern, während andere sich mit aller Gewalt an der Vergangenheit festklammern, weil alles Neue unmittelbar als Bedrohung wahrgenommen wird.
 
Eines ist mir während meiner Forschungen schnell klar geworden. Die bewährten Change Modelle und Methoden aus der Persönlichkeitsentwicklung klingen zwar durch die Bank weg gut, führen aber selten zu den gewünschten Ergebnissen. Und dies hat einen wichtigen Grund. Sie fokussieren sich ausschließlich auf das Verhalten und blenden gleichzeitig die mentalen Prozesse, die inneren Motive und die psychologischen Faktoren weitestgehend aus.
 
Egal, ob es sich um Veränderungen im persönlichen Alltag oder im beruflichen Kontext handelt, nicht irgendwelche Werkzeuge, Prozesse oder Skills bestimmen darüber, ob man erfolgreich ist oder scheitert. Natürlich sind diese wichtig und bilden immer die Grundlage, aber wenn wir uns das große Bild anschauen, dann ist der entscheidende Faktor immer das Mindset. Die Statistiken bestätigen diese Einschätzung.
 
In der vom World Economic Forum regelmäßig durchgeführten Studie der Top 15 Future Skills befinden sich unter den zehn wichtigsten Fähigkeiten mit Programmieren und der Nutzung neuer Technologien nur zwei sogenannte Hardskills. Die restlichen acht (darunter die Top 3 Innovatives Denken, lebenslanges Lernen und Problemlösungskompetenz) sind alle den mentalen Faktoren zuzuordnen. Es kommt nicht so sehr darauf an, was, sondern insbesondere wie und warum wir etwas tun oder nicht tun.
 

Das UnChange Mindset Modell

Und genau an dieser Stelle kommt das UnChange Mindset Modell ins Spiel, das Ihnen einen erfolgreichen Umgang mit Veränderungen ermöglicht, während es gleichsam die üblichen Nebenwirkungen eliminiert. Dabei handelt es sich um eine besondere Form von Attitüde, bei der die Vorsilbe „Un“ genau wie beim UnMarketing oder den UnConferences für einen radikal anderen Ansatz eines bekannten Formats steht. 
 
„Das UnChange Mindset ist eine besondere Form der inneren Haltung, die auf sieben Erfolgsfaktoren basiert, und mit der richtigen Balance aus Stabilität und Flexibilität dafür sorgt, dass Veränderungen erfolgreich gemeistert werden können, indem die Faktoren Druck, Überforderung und Stress eliminiert und durch Leichtigkeit und Selbstvertrauen ersetzt werden.
 
Das Upgrade zum UnChange Mindset gelingt Ihnen, sobald Sie sich an die Prämisse erinnern, dass es nichts zu optimieren gibt. Wenn Sie diese Tatsache ein und für alle Mal verinnerlichen, dann sorgt die daraus resultierende Überzeugung dafür, dass Sie sich voll und ganz auf Ihre Ziele und Träume im Leben konzentrieren können. Und damit über die so wichtige Balance zwischen Neu und Alt, zwischen Erfolgshunger und Durchschnaufen, sowie zwischen Wagen und Bewahren verfügen.  
 

Der UnChange Mindset Baum

Die perfekte Metapher hierfür ist ein Baum. Dieser soll sinnbildlich für Ihr UnChange Mindset stehen. Damit aus der jungen Pflanze einmal ein majestätisches Exemplar werden kann, bedarf es vor allem eines nähr- und mineralstoffreichen Mutterbodens, um bestmögliches Wachstum zu ermöglichen. Je älter der Baum dann wird, desto größer werden die einzelnen Wurzeln, die sich immer tiefer im Boden verankern.
 
Dies sind die sieben UnChange Mindset Erfolgsfaktoren, die dem Stamm den notwendigen Halt verleihen, damit die einzelnen Äste maximal flexibel und biegsam agieren können. In unserer Metapher handelt es sich dabei um Ihr tägliches Verhalten, Ihre Gedanken, Ihre Entscheidungen und Ihre Gewohnheiten. 
 
Genau so entsteht nachhaltige Veränderung. Nur wenn die Wurzeln Ihrem Mindset-Baum die notwendige Kraft geben, können die Äste bei Sonnenschein wachsen, sich aber auch in heftigen Stürmen, Regengüssen oder Gewittern biegen, anpassen und im Wind neigen. Die Balance aus Stabilität und Flexibilität lässt Ihr UnChange Mindset sich immer weiterentwickeln, wodurch ein inneres Feuer entfacht wird, das sich im Außen in einer unbändigen Gestaltungslust widerspiegelt.
 
Und last but not least können Sie gar nicht anders, als hierauf die entsprechenden Taten folgen zu lassen. Und zwar in genau der richtigen Mischung aus Einsatz und Entspannung, aus Wagen und Bewahren, sowie aus Vollgas geben und Durchatmen. Genau diese Menschlichkeit unterscheidet Sie von den kalten Maschinen, und wird in den kommenden Jahren zu Ihrem größten Faustpfand werden.
 
In der folgenden Abbildung finden Sie eine grafische Zusammenfassung des UnChange Mindset Modells:
 
unchange mindset baum
 
Die sieben Erfolgsfaktoren des UnChange Mindset Modells geben Ihnen als Wurzeln Stabilität, Orientierung und Kraft. Und gleichzeitig besitzen Ihr Verhalten, Ihre Entscheidungen und Ihre Denkmuster als Äste über die notwendige Flexibilität, um mit den unterschiedlichsten Herausforderungen in Form von Stürmen oder Gewittern umgehen zu können.
 
Diese besondere Kombination eliminiert den üblichen Druck, das Gefühl der Überforderung und die häufig im Selbstoptimierungswahn mündende Tendenz zu viel auf einmal verändern zu wollen. Wenn sich das UnChange Mindset in Balance befindet, dann bekämpfen Sie nämlich nicht länger den Status Quo, sondern machen sich voller Leichtigkeit auf den Weg in die Richtung Ihrer Ziele. Und spüren dabei ein tiefsitzendes Urvertrauen, dass Sie diese irgendwann auch erreichen werden. Und sollten Sie unterwegs feststellen, dass ein Ziel nicht mehr aktuell bzw. ein anderes attraktiver geworden ist, dann sind Sie jederzeit in der Lage, eine Kurskorrektur vorzunehmen.
 

Das UnChange Mindset: Veränderung mit Leichtigkeit

Gestatten Sie mir an dieser Stelle bitte noch zwei Anmerkungen zum UnChange Mindset. Wenn ich fortlaufend von Leichtigkeit spreche, dann ist damit keinesfalls gemeint, dass Sie sich bequem auf Ihrem Sofa oder in der Hängematte zurücklehnen können. Ganz im Gegenteil. Erfolg in sämtlichen Lebensbereichen fällt niemals vom Himmel und erfordert immer auch eine Portion der guten alten harten Arbeit. Ich meine mit Leichtigkeit vor allem das Gegenteil von verkrampft sein. 
 
Diesen einmaligen Zustand, wenn Sie geistig und körperlich vollkommen locker, entspannt und insgesamt im Flow sind. Weiterhin führt die Anwendung des UnChange Mindset Modells auch nicht dazu, dass ab sofort nur noch eitel Sonnenschein herrscht. Sie werden auch weiterhin mit den unterschiedlichsten Problemen zu kämpfen haben. Der Wind wird Ihnen mit voller Kraft von vorne ins Gesicht wehen, unvorhergesehene Hindernisse werden auftauchen und einschneidende Krisen müssen gemeistert werden. Der entscheidende Unterschied wird aber darin liegen, wie Sie damit umgehen und wie selbstverständlich Sie entsprechende Lösungen finden werden. Der Unterschied liegt in der Nutzung und Anwendung des UnChange Mindset Modells. 

Unbewusste Selbstsabotage verhindern und durchbrechen

Kennen Sie den größten Feind des Erfolgs? Es ist die unbewusste Selbstsabotage, mit der wir alle mehr oder weniger intensiv zu kämpfen haben. Sie tritt immer dann auf, wenn unsere unbewussten Muster im Gegensatz zu den bewussten Zielen und Vorhaben stehen. In diesem Artikel wollen wir uns anschauen, wie die unbewusste Selbstsabotage entsteht und natürlich auch, wie man sie duchbricht.
 

Unbewusste Botschaften prägen das Mindset

Ich war nie ein guter Schüler. Spätestens ab der 8. Klasse habe ich mich mehr oder weniger durgewurschtelt. Und hätte ich nicht einige Paradefächer gehabt, so hätte mir mein komplettes Desinteresse an Mathe, Physik und Chemie wohl notentechnisch das Genick gebrochen. Aber erst heute, viele Jahre und eine große Portion Lebenserfahrung später weiß ich, warum die Schule und ich nie beste Freunde wurden. Es lag an der Struktur, den Zielen und den Botschaften, die mir bewusst oder unbewusst über meine gesamte Kindheit eingetrichtert wurden. 
 
Vielleicht kommen Ihnen einige davon ja bekannt vor: Sitz still. Bereite Dich gut auf die nächste Prüfung vor. Pass Dich an. Mach Deine Hausaufgaben. Hinterfrage nicht. Befolge die Anweisungen der Lehrer. Lerne auswendig. Schreib in Deinem Heft nicht über den Rand. Mach nicht mehr als nötig. Regeln sind wichtiger als Kreativität. Halte Dich im Hintergrund. Das Kollektiv ist wichtiger als der Einzelne. Vermeide Risiken. Tue das, was alle tun. Schlag Dir die Träumereien aus dem Kopf. Tu das, was alle tun. Und last but not least natürlich der bekannte Klassiker Gute Noten sind wichtiger als etwas zu verstehen.
 

Wertschätzung versus Versagerbotschaften

Das Ergebnis? Das Schulsystem hat meine Kreativität und meinen Entdeckergeist gekillt. Und weil auch heute immer noch die Methoden aus den 1980er Jahren Bestand haben, sind Millionen von Kindern zwar echte Experten im Auswendiglernen und Bestehen von Klausuren, verfügen jedoch über so gut wie keine Problemlösungskompetenz. Natürlich ist dies nicht die Schuld der Lehrer, denn viele Lehrkräfte sind super engagiert und richtig toll. Leider haben sie mit genau den gleichen Hindernissen zu kämpfen, denn die Institution Schule mag keine kreativen Pädagogen. 
 
Stattdessen mag sie starre Lehrpläne. Fixe Strukturen. Und auf keinen Fall eine Abweichung von der Norm. Der Status Quo des Bildungssystems führt dann dazu, dass die einzige Fähigkeit, die unsere Kinder nach ihrem Abschluss perfekt beherrschen, „gut in der Schule sein“ ist. Doch welche Relevanz hat das Auswendiglernen von Fakten, die man innerhalb von wenigen Sekunden googeln könnte? Wie wichtig ist das Wiederkäuen von Antworten, welche die fragenden Lehrkräfte schon längst kennen? 
 
Richtig, im wahren Leben sind vollkommen andere Kompetenzen gefragt. Weder Astrid Lindgren, Elon Musk, Arianna Huffington oder irgendeine andere außergewöhnliche Persönlichkeit hat ihren Erfolg der Ausbildung an einer Schule zu verdanken. Denn wir leben schon lange nicht mehr in der Industriegesellschaft, wo Schulen vor allem konforme Arbeiter hervorbringen sollten, die dann fleißig und zuverlässig ihren Dienst an den Fließbändern der Fabriken absolvieren sollten. Gut in der Schule zu sein ist beim Aufbau eines StartUps, in der Führung eines Unternehmens oder der Entwicklung von zukunftsorientierten Ideen leider genau so irrelevant wie wenn Sie eine absolute Expertin im Bowling wären.
 

Unbewusste Selbstsabotage verhindern: Das Mindset ist der Schlüssel

Auch im Studium wird es nicht etwa besser. Die Themen und Inhalte mögen zwar komplexer sein, aber trotzdem geht es in erster Linie immer noch um das Auswendiglernen von prüfungsrelevanten Informationen. Die praktische Anwendung des Wissens in unterschiedlichen Kontexten spielt hingegen so gut wie keine Rolle. Es war ein prägender Moment in meinem Leben, als ich direkt nach meinem Uni-Abschluss zum ersten Mal eine neue Perspektive eingenommen habe. Weil ich begriff, dass mir die Prägungen, Botschaften und Suggestionen des Bildungssystems für meine Zukunft nur im Wege stehen würden. 
 
Und ehe ich mich versah, stand ich vor der wohl schwierigsten Veränderung meines bisherigen Lebens. Ich musste lernen, all das wieder zu verlernen, womit ich aufgewachsen war. Was man mir über Jahre in der Schule eingetrichtert hatte. Ich musste die Botschaften aus der Vergangenheit ablegen und neu definieren, wer ich sein wollte. Woran ich glaube. Und welches Mindset mich antreiben sollte. Zwischen den Ergebnissen in unserem Leben und unserem aktuellen Mindset gibt es nämlich einen direkten Zusammenhang, den Sie sich wie folgt vorstellen können.
 
Mindset Modell deutsch
 
Wie auch immer das Mindset aussieht, mit dem Sie zurzeit durchs Leben gehen, es ist die einzigartige Kombination Ihrer Identität, Ihren wichtigsten Werten und Ihren tiefsten Glaubenssätzen. Diese besondere Mischung bestimmt nicht nur Ihre generelle Weltsicht, sondern auch Ihre Fähigkeiten, Ihr Verhalten, Ihre Entscheidungsstrategien und am Ende des Tages eben auch Ihre Ergebnisse. Oder kurz und knackig auf den Punkt gebracht:
 
Ihr Verhalten ist immer ein direkter Spiegel Ihres Mindsets.
 

Ihr Mindset beeinflusst das gesamte Leben. Immer. Überall.

Sie können sich auf intellektueller Ebene noch so sehr wünschen, eine erfolgreiche Unternehmerin zu sein, finanzielle Freiheit zu erlangen oder endlich den Partner fürs Leben zu finden. Wenn Ihr Mindset auf einer diesen Träumen entgegengesetzten Identität und damit einhergehenden Glaubenssätzen basiert, dann werden Sie alles dafür tun, dass die Realität sich Ihren Überzeugungen angleicht. Dies liegt an einem universellen Zusammenhang, wenn es um Veränderungen im Leben geht.
 
Je mehr ein Verhalten unser aktuelles Mindset angreift, desto mehr werden wir unbewusst alles dafür tun, dieses Verhalten aufzuschieben oder gar ganz zu verhindern.
 
Beachten Sie bitte, dass dieser Prozess komplett unbewusst abläuft, selbst wenn Sie rational von Ihren Zielen überzeugt sind. Trotzdem sind Menschen wahre Künstler darin, all diese bewusst geäußerten Intentionen unbewusst zu sabotieren, damit die eigene Identität und die damit einhergehenden Überzeugungen bewahrt werden können.
 

Glaubenssätze als Quelle für unbewusste Selbstsabotage

Statt Überzeugungen können Sie gerne auch Glaubenssätze oder Beliefs sagen. Gemeint sind damit die vermeintlichen Fakten und Zusammenhänge, von denen Sie glauben, dass sie wahr sind, sowie die generellen Prinzipien, wie das Leben funktioniert, was alles möglich ist oder wer Sie als Persönlichkeit sind bzw. sein könnten. Ein paar Beispiele gefällig? 
 
Hier kommt eine unvollständige Auswahl von ein paar Klassikern:
 
  • Schuster bleib bei Deinen Leisten.
  • Ich bin nicht gut genug.
  • Geld verdirbt den Charakter.
  • Rechne lieber mit dem Schlechtesten, dann wirst Du nicht enttäuscht.
  • Erst die Arbeit, dann das Vergnügen.
  • Das Leben ist kein Zuckerschlecken.
  • Die Menschheit wird immer schlechter.
  • Ich ziehe den Misserfolg magisch an.
  • Das geht nicht so einfach.
  • Um Erfolg zu haben, muss man die Ellenbogen ausfahren.
  • Ich bin an allem schuld.
  • Dafür fehlt mir die Zeit.
  • Das mag bei anderen klappen, bei mir ist das anders.
  • Oder mein absoluter Favorit: Veränderung muss hart sein, damit sie funktioniert.
 
Ich bin mir sicher, dass Sie beim Lesen direkt noch weitere Beispiele im Kopf hatten, nicht wahr? Dann lassen Sie uns jetzt zum wohl wichtigsten Charakteristikum von Glaubenssätzen kommen. Diese entstehen nämlich nicht aus dem Nichts und sind auf einmal da. Ganz im Gegenteil. Glaubenssätze kommen immer von Außen. Kennen Sie ein Baby, das als Rassist geboren wurde? Kennen Sie einen kleinen Jungen, der mit diskriminierenden Vorurteilen durchs Leben geht? Oder kennen Sie ein Mädchen, dass ihre ausländische Freundin im Kindergarten ausgrenzt, weil sie davon überzeugt ist, dass diese ihr später mal den Job wegnehmen wird? 
 
Sehen Sie, ich auch nicht. Sämtliche Überzeugungen (die positiven wie die negativen) lernen wir erst im Laufe der Zeit von wichtigen Bezugspersonen aus unserem sozialen Umfeld. Ob wir es wollen oder nicht, wir übernehmen die Weltsicht unserer Eltern, Verwandten und später unserer Lehrer. Anfangs sind diese Glaubenssätze noch ganz klein und zart. Aber je mehr wir diese bestätigt sehen, desto mehr verfestigen sich diese. Bis sie irgendwann tief in unserem Unterbewusstsein verankert sind, und dort zuverlässig ihre Wirkung entfalten.
 

Die Summe der Glaubenssätze beeinflusst das Mindset

Spätestens als Teenager haben wir dann ein entsprechendes Mindset entwickelt, welches uns als Kompass für unser Leben dient. Wir haben gelernt, was gut ist und was schlecht. Was man zu tun und was zu lassen hat. Welchen Platz uns das Schicksal zugeteilt hat und wie unsere Zukunft aussehen wird. Und da die Masse der auf uns eingeprasselten Botschaften tendenziell eher negativ war, ist eben auch die Masse unserer Glaubenssätze entsprechend limitierend. Das Ergebnis: Trotz bester Intentionen sabotieren wir uns selber und haben mit dem permanenten Gefühl zu kämpfen, dass wir gegen eine gläserne Wand anrennen würden. Weil unser Verhalten immer ein Spiegel unserer Mindsets ist. Und was noch viel heimtückischer ist, weil wir von all dem überhaupt nichts mitbekommen.
 
„Okay Ilja, wenn mein Mindset ganz automatisch meine Fähigkeiten, mein Verhalten und meine Entscheidungen beeinflusst, dann muss ich ja eigentlich nur mein Mindset positiv verändern und schon führen mich meine unbewussten Programme wie von selbst näher an meine Ziele und Träume, oder?“ Gut, dass Sie fragen. Meine Antwort kommt im Radio Eriwan Stil und lautet: Im Prinzip ja. Denn die große Herausforderung lauert im unscheinbaren Wort eigentlich. Es funktioniert nicht per Fingerschnipp und braucht eine gewisse Zeit. Wie Sie in der Abbildung erkennen können, ist die einzige Möglichkeit, Ihr Mindset dauerhaft durch Ihre Gedanken, Ihre Entscheidungen und Ihr Verhalten zu verändern nämlich bewusstes Lernen. 
 

Unbewusste Selbstsabotage verhindern

Der grundsätzliche Prozess, um unbewusste Selbstsabotage zu verhindern, ist überraschend einfach. Es gilt, ein limitierendes Muster zu identifizieren und aus dem Unterbewusstsein an die bewusste Oberfläche zu befördern. Dort können wir es dann mit einer förderlichen Alternative ersetzen, und es wieder zu einem unbewussten Automatismus werden lassen, der dann seinen positiven Dienst für uns erledigt. Klingt erst einmal einfach, nicht wahr? Ist es auch. Wie so häufig steht das Wort einfach aber vor allem für nicht kompliziert und nicht für leicht. Denn unbewusste Muster können extrem hartnäckig sein und es braucht eine große Portion Disziplin, Commitment und Durchhaltevermögen, um eine negative Gewohnheit in eine positive zu transformieren.
 
Natürlich weiß ich, dass diese Werte in Zeiten, wo alle nur noch im Moment leben und sämtliche Bedürfnisse am liebsten sofort erfüllt haben möchten, nicht besonders sexy klingen. Aber es lohnt sich nicht nur, sondern kann sogar eine Menge Spaß machen. Wenn Sie sich die Abbildung anschauen, dann sehen Sie den 4-stufigen Prozess im Überblick.
 
glaubenssätze auflösen
 
 

Unbewusste Selbstsabotage: Das Wenn-Dann-Schema

Bevor wir uns die einzelnen Stufen anschauen, ist es wichtig, dass wir uns noch einmal detailliert das Prinzip von unbewussten Automatismen anschauen. Diese funktionieren nämlich immer gleich. Stellen Sie sich dazu vor, dass Sie ein Computerprogramm schreiben, dem folgender Algorithmus zugrunde liegt: Immer, wenn X passiert, dann reagiere mit Y. Ein klassisches Reiz-Reaktions-Schema. Im Kontext menschlichen Verhaltens ist X ein bestimmter Trigger, der eine emotionale Reaktion hervorruft, uns an eine bestimmte Erfahrung erinnert oder einen Zustand auslöst. Als Trigger können dabei Bilder, Wörter, Geräusche, Gerüche, Geschmäcker oder Tonfälle dienen. Wird ein solcher Trigger ausgelöst, spult unser Unterbewusstsein automatisch das gelernte Programm ab. Hier einige konkrete Beispiele:
 
  • Sie nehmen den Duft von frischem Kuchen wahr, und erinnern sich sofort an eine schöne Situation aus Ihrer Kindheit.
  • Ihr Lebenspartner reagiert auf einen Vorschlag mit einem typischen Gesichtsausdruck, und Sie fühlen sich automatisch unsicher.
  • Sie hören Ihr Lieblingslied im Auto und sind wie von selbst motiviert.
  • Sie blicken auf Ihr überfülltes Emailpostfach und beginnen sofort damit, sich mit sinnlosem Surfen auf Social Media abzulenken.
  • Ihr Chef gibt benutzt einen bestimmen Tonfall und Sie fühlen sich unsicher.
  • Vor einer Präsentation blicken Sie in die Gesichter Ihrer Zuhörer und Ihr Herz fängt an, schneller zu schlagen.
  • Sie fahren hungrig über die Autobahn und entdecken das leuchtende M einer großen Fastfoodkette. Obwohl Sie sich gesund ernähren wollen, fahren Sie an der Ausfahrt ab und bestellen sich einen Doppelcheeseburger mit Pommes und Milchshake (Sie wissen schon, dieses Beispiel habe ich von einem Freund)
 

Lernen, zu verlernen in vier Stufen

In jedem dieser Beispiele sorgt der jeweilige Trigger dafür, dass ein automatisches Programm abgespult wird. Dabei ist es Ihrem Unterbewusstsein egal, ob es sich um etwas Positives oder Negatives handelt. Wichtig ist nur eins: Wenn X passiert, dann reagiert es mit Y. Daraus folgt eine entscheidende Erkenntnis. Wenn wir mit dem Y unzufrieden sind, dann müssen wir am X ansetzen.
 

Stufe 1: Bewusstheit

Jeden Tag läuft Ihr Unterbewusstsein auf Hochtouren. Sie denken, entscheiden und handeln. Das Problem dabei: Das Ganze läuft so automatisiert ab, dass es für Sie so normal geworden ist, dass Sie es gar nicht mehr mitbekommen. Das Ziel dieses Schritts ist es, diesen unbewussten Loop zu durchtrennen, und unbewusste Muster an die bewusste Oberfläche zu holen. Gehen Sie hierfür mit einem hohen Grad an Achtsamkeit durchs Leben. Nehmen Sie wahr, welche Trigger bei Ihnen welches Verhalten auslösen. Welche Gedanken Sie in welchen Situationen denken. Welche Strategie Ihre Entscheidungen bestimmt. Und welche Muster Sie in Ihrem Verhalten erkennen können. Anfangs wird Ihnen dies wie eine fast unmögliche Aufgabe erscheinen. Kein Wunder, denn wo Ihr Alltag vor kurzem noch per Autopilot abgespult wurde, nehmen Sie das Steuer nun selbst in die Hand. Aber auch Achtsamkeit kann trainiert werden. Und je bewusster Sie die vielen Prozesse wahrnehmen, die bisher komplett unbewusst abgelaufen waren, desto leichter wird Ihnen Schritt zwei fallen.
 

Stufe 2: Verlernen

Je achtsamer Sie durchs Leben gehen, desto mehr unbewusste Muster werden Sie wahrnehmen, die für Sie eher limitierend als förderlich sind. Wählen Sie sich nun eines dieser Muster aus, das Sie gerne verändern möchten. Achten Sie für einige Tage ganz genau drauf, welche Strategien hinter dem Verhalten stecken. Wie genau läuft das Muster ab? Was genau tun Sie und in welcher Reihenfolge tun Sie es? Welche Sinne sind involviert? Und am allerwichtigsten: Durch welchen Trigger wird das Verhalten ausgelöst? Denn es gilt das gelernte Programm „Wenn X passiert, dann reagiere mit Y“ so bewusst wie möglich zu unterbrechen und im nächsten Schritt umzuprogrammieren.
 

Stufe 3: Lernen

Nun ist es Zeit für eine Entscheidung. Welches alternative Verhalten möchten Sie anstelle des alten als unbewussten Automatismus etablieren? Es reicht leider nicht, wenn Sie sich nur von einer negativen Gewohnheit verabschieden. Ohne positive Alternative ist dieser Versuch zum Scheitern verurteilt. Warum? Weil nach der Verbannung des Verhaltens zunächst ein Vakuum entsteht. Immer wenn der Trigger X ausgelöst wird, sucht das „Programm“ verzweifelt nach der gewohnten Reaktion Y. Bieten Sie an dieser Stelle keine Alternative an, so wird nach kurzer Zeit wieder auf das alte Verhalten zurückgegriffen. Es ist nicht ausreichend, nur zu entscheiden, dass Sie bspw. kein Fastfood mehr essen wollen, Sie benötigen auch die entsprechende neue Wahlmöglichkeit. Der Algorithmus könnte dann so aussehen: „Immer, wenn ich das leuchtende M an der Autobahn entdecke, atme ich tief durch, trinke einen Schluck Wasser und genieße einen Proteinriegel.
 

Stufe 4: Gewohnheit

Abschließend gilt es nun, aus der gewählten Veränderung einen neuen – und förderlichen – Automatismus zu machen. Je bewusster Sie den Trigger mit dem neuen Verhalten verbinden, desto erfolgreicher wird die Transformation verlaufen. Wie James Clear in seinem Bestseller Atomic Habits beschreibt, dauert es im Schnitt 66 Tage, um eine neue Gewohnheit zu etablieren. Warum also nicht ein Projekt starten, dass genau so lange dauert? Wichtig sind dabei zwei Faktoren. Erstens, das bewusste Einbauen des neuen Verhaltens in Ihren Alltag. Und zweitens die Regelmäßigkeit. Denn je häufiger das neue Programm abgespult wird, desto eher hat es die Chance, wieder ins Unterbewusstsein zu sinken, und von dann an dort als Automatismus seine positive Wirkung zu erzielen.
 

In diesen Bereichen lauert die unbewusste Selbstsabotage

Auf diese Weise haben Sie eine wundervolle Methode an der Hand, limitierende Muster zu verlernen, neue Gewohnheiten zu etablieren und so schrittweise Ihre persönlichen Eisberge zu durchbrechen. Sie benötigen noch etwas Inspiration, in welchen Bereichen es sich lohnt, zu lernen, wie man unbewusste Automatismen verlernt? Here we go:
 
  • Limitierende Glaubenssätze
  • Schlechte Entscheidungsstrategien
  • Negative Denkmuster
  • Unnötige Vorannahmen
  • Impulsives Verhalten
  • Emotionale Reaktionen
  • Unbegründete Vorurteile
  • Die Tendenz, Ausreden zu suchen, warum etwas nicht geht
  • Der Fokus auf Probleme
  • Übermäßiges Zweifeln
  • Die Tendenz, sich zu rechtfertigen
  • Der Drang zum Perfektionismus
  • Die Storys, die Sie sich jeden Tag erzählen
 
Ich wünsche Ihnen gleichsam Freude und Erfolg beim Entdecken und Durchbrechen Ihrer unbewussten Selbstsabotage Muster. Doch achten Sie darauf, dass Sie nicht zu viel auf einmal wollen. Ein Automatismus zurzeit ist nicht nur mehr als ausreichend, sondern Sie erhöhen auch die Wahrscheinlichkeit einer nachhaltigen Veränderung.
 

Selbstoptimierungswahn – Der größte Feind nachhaltiger Veränderung

Der größte Verhinderer von Glück, Erfolg und Zufriedenheit im Leben ist der Selbstoptimierungswahn. Dieses Phänomen ist der Grund, warum auch eine Menge offene, innovative und positive Menschen große Schwierigkeiten mit der aktiven Gestaltung ihrer Zukunft haben. Und das, obwohl sie verstanden haben, dass Veränderungen nunmal zum Leben dazu gehören wie die Luft zum Atmen, und dass fehlendes mentales Wachstum unweigerlich in Tristesse, Unzufriedenheit und Frustration mündet. 
 
Gehören Sie auch zu dieser Kategorie? Dann haben Sie möglicherweise mit einem weitgehend unbeachteten Problem zu kämpfen. Ich spreche von der Tendenz, zu viel verändern zu wollen. Ja, Sie haben richtig gelesen. Auch wenn Change eine ganz wundervolle Sache ist, kommt es wie immer im Leben darauf an, die richtige Balance zu finden. Oder wie es der Arzt Paracelsus bereits im 15. Jahrhundert formulierte: Alle Dinge sind Gift, und nichts ist ohne Gift. Allein die Dosis macht, dass ein Ding kein Gift ist.“
 

Schluss mit dem Selbstoptimierungswahn

Übertreibt man es nämlich mit den Veränderungen, dann führt dies mit an ein Schweizer Uhrwerk erinnernder Präzision zu einem Phänomen, das als Selbstoptimierungswahn bekannt ist. Dem immer größer werdenden Druck, den Status Quo mit aller Macht zu bekämpfen. Und damit einhergehend einem fast zwanghaften Drang nach vermeintlicher Verbesserung, neuen Stimuli und permanenter Rastlosigkeit. 
 
Die Resultate dieses Zustands sind noch gefährlicher als die altbekannte Veränderungsresistenz. Von einer inneren Unzufriedenheit angetrieben, wird man zu seinem größten Kritiker, probiert wahllos neue Wege aus und übertreibt es mit der Optimierung der vermeintlichen Schwachstellen. Bis der ehemals positive Ansatz zu einer sich selbst verstärkenden Negativspirale wird, die von Angst, Druck und einer Tendenz zu Aktionismus geprägt wird. Egal, ob etwas sinnvoll ist oder nicht, Hauptsache man hat etwas verändert.
 

Warum der Drang nach Selbstoptimierung so tückisch ist

Doch damit nicht genug. Denn dieser sowohl schleichend, insbesondere aber unbewusst stattfindende Prozess mündet unweigerlich in Energielosigkeit, permanentem Stress und Überforderung. Und führt in letzter Konsequenz dazu, dass man noch viel unglücklicher ist, als all die Besitzstandswahrer, Status-Quo-Verteidiger und Vergangenheitsfestklammerer zusammen. Und dass, obwohl man auf der bewussten Ebene alles dafür tut, das genaue Gegenteil zu erreichen. 
 
Diverse empirische Studien belegen die negativen Auswirkungen des dauerhaften Veränderungsdrucks auf unsere Psyche und generelle Gesundheit, aber auch der gesunde Menschenverstand legt die gleiche Schlussfolgerung nahe. Kennen Sie nicht auch Menschen, die es mit dem Change im Laufe der Zeit einfach übertrieben haben? Die ihr Verhalten, ihre Kommunikation, ihre Glaubenssätze, ihre Arbeitsabläufe und ihr vermeintlichen Schwächen so lange optimiert haben, dass sie überhaupt keine Ecken und Kanten mehr besitzen, weil sie komplett glattgeschliffen sind? Vor lauter Selbstoptimierungswahn haben diese Menschen überhaupt nicht wahrgenommen, dass der Kipppunkt längst überschritten wurde, durch den sich ihre ursprünglich positiven Veränderungen verselbstständigt haben.
 

Der Kipppunkt von Veränderung

Was ich damit meine? Dass grundsätzlich gute Eigenschaften ab einem bestimmten Punkt kontraproduktiv oder sogar destruktiv werden können. Lassen Sie mich Ihnen einige Beispiele geben. Würden Sie mir zustimmen, dass Liebe etwas Wunderschönes ist? Gut, dass war jetzt eine rhetorische Frage. Aber was passiert, wenn man es übertreibt, wenn man obsessiv liebt? Dann führt diese eigentlich positive Eigenschaft irgendwann zu Besessenheit und belastender Klammerei. Aus wünschenswerter Sparsamkeit wird bei dauerhafter Übertreibung Geiz. Aus Skepsis wird Paranoia. Und Offenheit kann irgendwann leicht in Richtung Beliebigkeit kippen. Ich könnte die Liste noch weiterführen, aber ich denke, dass deutlich geworden ist, worauf ich hinauswill, nicht wahr?
 
Um den Kipppunkt im Kontext von Veränderungen zu veranschaulichen, wollen wir uns den typischen Tagesablauf eines fiktiven Menschen anschauen, der sich nichts sehnlicher wünscht, als ein erfolgreiches und glückliches Leben zu führen. Um es etwas plastischer zu machen, wollen wir diese Person Uwe nennen, der vor kurzem seinen gut bezahlten Job als IT-Administrator in einem großen Konzern hingeschmissen hat, um seiner Leidenschaft zu folgen und sich selbstständig zu machen. Wie genau sein Geschäftsmodell aussieht, kann Uwe noch nicht genau formulieren, aber er spürt genau, dass es sich um sein absolutes Herzensbusiness handelt.
 

Eine (fast) wahre Geschichte über den Selbstoptimierungswahn

Angetrieben von den gängigen Botschaften auf Social Media, den Ratschlägen in Büchern und den Kalendersprüchen einschlägiger YouTube Videos hat Uwe es sich auf die Fahne geschrieben, seine persönliche Entwicklung nicht dem Zufall zu überlassen. Aus diesem Grund steht er auch bereits um 5 Uhr morgens auf. Warum? Ganz einfach. Uwe ist Mitglied im berühmten 5am Club. Während andere noch schlafen, arbeitet Uwe bereits am Thema Persönlichkeitsentwicklung. Und dass, obwohl er eigentlich ein Nachtmensch ist. 
 
Unausgeschlafen und müde startet er mit einer Stunde im Gym, um sich dort mit einem intensiven EMS-Workout und einer neuartigen Yogatechnik optimal auf den Tag einzustellen. Nach einer kalten Dusche steht zunächst eine Meditation auf dem Terminplan, gefolgt vom Ausfüllen des Erfolgsjournals. Um 7 Uhr frühstückt Uwe dann. Da er allerdings seine Kalorien genauestens mit einer App trackt, gibt es statt Brötchen mit Nutella nur einen Bullet Proof Coffee, denn jemand hat Uwe einst erzählt, dass dies das wahre Breakfast for Champions sei.
 
Hungrig, aber entschlossen visualisiert er dann seine Ziele für den Tag, die er mit der SMART-Formel schriftlich festgehalten hat. Da dies alleine aber noch nicht ausreichend ist, unterstützt er den Prozess mit entsprechenden Affirmationen, die er vor dem Spiegel aufsagt und mit seiner persönlichen Power Pose abschließt. Die ToDo-Liste für den Vormittag hat er mit der Eisenhower-Matrix festgelegt, und damit er maximal produktiv ist, nutzt er die Pomodoro-Technik für eine optimale Nutzung seiner knappen Zeit. In den wenigen Pausen holt er sich immer wieder Inspiration auf Instagram, wo er der Créme de la Créme der Motivationsbranche folgt, die ihn regelmäßig mit Zitaten versorgen, die ihn daran erinnern, wie wichtig es ist, ein Adler zu sein und auf keinen Fall ein Huhn.
 
So langsam knurrt Uwe der Magen richtig laut, denn weil er der Philosophie des Intermittent Fasting folgt, darf er nur zwischen 12 Uhr und 20 Uhr feste Nahrung zu sich nehmen. Da Gewinner aber wissen, dass Kohlenhydrate müde machen, genießt er einen Green Smoothie aus seiner dreiwöchigen Saftkur, die er sich gerade für mehrere hundert Euro gekauft hat. 
 
Auf dem Weg zu einem Networkingtermin (er ist immer offen für Synergien) vertrödelt Uwe nicht etwa seine Zeit, sondern hört stattdessen den Podcast eines von ihm bewunderten Gurus (natürlich in 2,7-facher Geschwindigkeit), der ihn auditiv immer wieder daran erinnert, dass man es nur zu etwas bringen würde, wenn man bereit ist, die Extra-Meile zu gehen. Da er vor dem Termin noch etwas Zeit hat, übt er sich in der Wim Hof Atemtechnik, die ihn in die Lage versetzt, noch effizienter mit seinem stressigen Alltag als Entrepreneur in Spe umzugehen.
 
Nach einem gleichsam anstrengenden wie ergebnislosen Nachmittag macht Uwe nicht etwa Feierabend, denn er ist ja schließlich ein Adler. Stattdessen loggt er sich in den wöchentlich stattfindenden Inner Circle Call seiner exklusiven Gewinnermastermindgruppe ein, die von seinem Guru angeboten wird, und dessen Mitglied er seit kurzem für einen Jahresbeitrag von nur 35 Tausend Euro geworden ist. 
 
Uwe hat jetzt zwar Probleme, seine Miete pünktlich zu bezahlen, aber der Guru hat ihm versichert, dass er es nie zu etwas bringen würde, wenn er nicht in seine persönliche Entwicklung investieren würde. Nach dem Meeting hat er zwar immer noch keine Idee, wie er zu mehr Geld kommen könnte, dafür hat er aber den brandneuen Onlinekurs des Coaches gekauft, den es nur an diesem Abend zum Sonderpreis für 2.999 € gab.
 
Zum Ausklang des Tages gönnt sich Uwe eine Session mit seiner brandneuen Mind-Spa App, bevor er um kurz nach Mitternacht noch schnell zu seinem Erfolgstagebuch greift, um den Tag schriftlich zusammenzufassen. Doch er muss sich beeilen, denn schon in wenigen Stunden ist es wieder 5 Uhr, und der ganze Stress geht von Vorne los.
 

Der Druck zur Selbstoptimierung ist omnipräsent

Ja, ich gebe zu, dass ich zur Verdeutlichung manche Dinge etwas übertrieben dargestellt habe. Aber kommt Ihnen all das nicht auch ein wenig bekannt vor? So wie Uwe geht es mittlerweile vielen Menschen. Und zwar unabhängig davon, in welcher Lebenssituation sich diese aktuell befinden. Es betrifft die Studentin genauso wie den Solopreneur, die Managerin, die Außendienstlerin oder den alleinerziehenden Vater. Kein Wunder, denn die Welt dreht sich immer schneller, und die Taktung, die Intensität und die Unberechenbarkeit von externen Veränderungen und globalen Krisen hat im Laufe der letzten Jahre massiv zugenommen. 
 
Algorithmen bestimmen unseren Alltag, für jedes Problem gibt es heute eine passende Software und eine nicht gerade kleine Anzahl an Jobs wird in der Zukunft von künstlicher Intelligenz oder Maschinen übernommen werden. Immer mehr Menschen spüren instinktiv, dass wir uns an einem entscheidenden Wendepunkt in der Geschichte befinden. Und diese Entwicklung hat dazu geführt, dass Schlagworte wie Change Management, Transformation und Persönlichkeitsentwicklung mittlerweile omnipräsent geworden sind. Weil sich die Erkenntnis durchgesetzt hat, dass man entweder auf den Zug der Veränderung aufspringen kann, oder sich irgendwann einsam und verlassen am Bahnsteig wiederfindet.
 

Ich bin doch keine Maschine: Übertriebene Selbstoptimierung

An dieser Stelle kommt die übertriebene Selbstoptimierung ins Spiel. So erfreulich es auf den ersten Blick auch erscheinen mag, dass der aktive Umgang mit dem Wandel eine immer größere Priorität genießt, so fatal sind häufig die konkreten Resultate der Anstrengungen. Denn die traditionellen Seminare, Programme, Schulungen und Bücher, die sich dem Thema widmen, basieren alle auf einer grundlegenden Prämisse: So wie man es bisher gemacht hat, ist es leider nicht mehr ausreichend. Es brauche neue Ideen, neue Wege und vor allem eines: Die Entwicklung der eigenen Persönlichkeit durch kontinuierliche Veränderungen.
 
Doch wie sehen die darauffolgenden Bemühungen in der Regel aus? Schlagen Sie ein beliebiges Buch aus der Self-Help Szene auf, und Sie werden die immer gleichen Botschaften finden, die mehr oder weniger subtil kommuniziert werden:
 
Dir fehlt etwas.
Du bist nicht gut genug.
Du hast dringenden Optimierungsbedarf.
 
Als Lösungen werden dann Modelle, Techniken und Werkzeuge vorgeschlagen, die alle in einer makellosen, außergewöhnlichen und vor allem perfekten Zukunft münden. Und die Versprechen klingen ja durchaus verlockend. Jeder könne seinen Traum leben, einen gut bezahlten Job haben, fit und gesund sein, glückliche Beziehungen führen, finanziell ausgesorgt haben und frei von Sorgen sein. Wenn, ja wenn man die Anweisungen der Experten nur perfekt und bis ins letzte Detail ausführen würde. 
 

Die tückischen Botschaften der Self-Help-Bücher

Natürlich springt einem der Haken an dieser Herangehensweise sofort ins Auge. Wir Menschen sind einfach nicht perfekt. Wir haben unsere Schwächen, sind nicht immer so diszipliniert, wie wir es gerne wären und auch unsere Motivation ist von Zeit zu Zeit im Keller. Und wenn unperfekte Menschen nach einem perfekten Zustand streben, dann ist das Desaster zwangsläufig vorprogrammiert.
 
Getriggert von den Suggestionen des „Dir fehlt etwas, du bist nicht gut genug und du hast dringenden Optimierungsbedarf“ verfängt man sich im Selbstoptimierungswahn. Man versucht verzweifelt, die eigenen Schwachstellen abzubauen. Den Status Quo mit aller Macht zu bekämpfen. Die eigene Persönlichkeit neu aufzustellen. Nichts dem Zufall zu überlassen und jedes einzelne Detail des Lebens zu steuern, zu kontrollieren und zu optimieren. Angetrieben von Tools, Methoden und der regelmäßigen Erinnerung an den notwendigen Optimierungsbedarf entwickelt man sich sukzessive zu einer menschlichen Laborratte, die so sehr damit beschäftigt ist, den vermeintlichen Mangel zu beseitigen, dass man irgendwann den eigentlichen Grund aus den Augen verliert, warum man ursprünglich mit all den Mühen begonnen hat: Ein erfülltes und zufriedenes Leben zu führen, dass diesen Namen auch verdient hat.
 

Raus aus dem Selbstoptimierungswahn – Rein in die Balance

Hand aufs Herz, haben Sie bei all den Veränderungen im persönlichen Alltag, dem dreiundzwanzigsten beruflichen Changeprozess innerhalb von fünf Jahren und den zahlreichen Krisen, mit denen wir uns immer häufiger auseinandersetzen müssen, nicht auch schon gedacht: „Mir reicht es jetzt, ich bin doch keine Maschine“? Dann möchte ich Sie gerne einladen, dem Selbstoptimierungswahn Lebewohl zu sagen, sich der Mindset Revolution anzuschließen und als Change Rebell einen vollkommen neuen Weg einzuschlagen. 

 
Ich habe es mir nämlich zum Ziel gesetzt, diese Negativspirale zu durchbrechen, und die immense Kraft von Veränderungen wieder in eine gesunde und erfüllende Richtung zu kanalisieren.  Einen modernen Ansatz von Change zu vermitteln, der den Herausforderungen der Gegenwart gerecht wird und mit dem es gelingt, die Zukunft bei den Hörnern zu packen. Ohne Zwang. Ohne Druck. Dafür mit der richtigen Balance aus Leichtigkeit, Erfüllung und Lust auf die Gestaltung des eigenen Lebens. Wie genau das geht, habe ich in meinem brandneuen Buch “Die Mindset-Revolution” beschrieben.

Veränderung einfach machen – So gelingt Change Management

Seit vielen Jahren lautet der Claim meines Unternehmens: Veränderung einfach machen. Ich liebe die Ambiguität des Satzes einfach, denn je nachdem, ob Ihre Betonung auf dem Wort einfach oder machen liegt, hat er eine vollkommen andere Bedeutung. Aber was versteckt sich eigentlich genau hinter der Philosophie des Veränderung einfach machen? Genau dieser Frage wollen wir uns in diesem Artikel ausführlich widmen. Haben Sie Lust, dass wir direkt loslegen?

Veränderung ist das, was Sie daraus machen


Stellen Sie sich bitte einmal vor, Sie würden in einem meiner Vorträge im Publikum sitzen. Sie haben hoffentlich schon viel gelacht und hören mich ein Experiment ankündigen, in dem ein Glas Wasser die Hauptrolle spielt, welches ich gut sichtbar mit ausgestrecktem Arm in die Luft halte. Möglicherweise geht Ihnen sofort folgender Gedanke durch den Kopf: „Ach, jetzt kommt der alte Hut, ob das Glas nun halbvoll oder halbleer ist.“ 

Aber darum geht es überhaupt nicht. Ich bin ergebnisorientiert und mich interessiert nur, ob das Wasser meinen Durst stillt. Stattdessen stelle ich Ihnen eine andere Frage: „Wenn ich das Glas auf diese Art und Weise halte, was glauben Sie, wie schwer es dann ist?“ Nachdem ich Ihre Antwort gehört habe, komme ich zum eigentlichen Punkt. „Wissen Sie was, das absolute Gewicht spielt überhaupt keine Rolle. Es kommt ausschließlich darauf an, wie lange ich in dieser Position bleibe. Wenn ich das Glas nur kurz halte, ist es kein Problem. Wenn ich es für eine Stunde halte, dann würde irgendwann mein Arm anfangen zu zittern, und ich hätte morgen einen schlimmen Muskelkater. Und wenn ich es den ganzen Tag so halten würde, dann könnte ich an nichts anderes mehr denken, ich hätte starke Schmerzen und der Arm wäre wie gelähmt. In jedem der Fälle verändert sich das Gewicht des Glases nicht. Aber je länger ich es halte, desto schwerer wird es.“

Veränderung einfach machen: Der Fokus ist entscheidend


Jeden Tag befinden wir uns in dutzenden Situationen, in denen wir mit verschiedensten Veränderungen konfrontiert sind. Und es macht einen riesigen Unterschied, wie Sie damit umgehen. Ob Sie denken: „Och nö, das wird bestimmt nichts.“ Oder ob Sie sich für die Alternative entscheiden: „Au ja, packen wir es an.“ Ob Sie das Glas mit aller Macht festhalten oder rechtzeitig wieder abstellen. Doch immer dann, wenn die Entscheidung besonders herausfordernd ist, tritt sie mit schöner Regelmäßigkeit in Aktion. 

Diese kleine, fiese Stimme im Kopf, die in Gestalt eines kleinen Teufelchens auf Ihrer Schulter auftaucht, und Ihnen sehr ausführlich und verführerisch erklärt, warum Ihr Vorhaben keine besonders gute Idee ist, was alles schiefgehen kann und weshalb Sie es am besten gar nicht erst probieren sollten. Kennen Sie diese Zweifel, Sorgen und Ängste, die mit Veränderungen einhergehen? Das war natürlich eine rhetorische Frage, denn jeder von uns hat sie. Und es ist auch gut, dass sie da sind, weil sie eine wichtige Funktion haben. Sie schützen uns davor, allzu großen Blödsinn zu machen. 

Doch wie auch beim Wasserglas kommt es vor allem darauf an, wie Sie damit umgehen. Wenn Sie nur ein wenig zweifeln, dann ist das vollkommen okay. Wenn Sie die Zweifel aber länger mit sich herumtragen, dann werden irgendwann Sorgen draus. Und wenn Sie sich den ganzen Tag Sorgen machen, dann bekommen Sie Angst. Und Angst lähmt. Die Botschaft der Metapher ist also einfach. Erfolgreiche Veränderung hängt nicht davon ab, mit welchen Problemen Sie konfrontiert sind, sondern einzig und alleine, wie Sie darauf reagieren. 

Denn vor welcher Herausforderung Sie auch immer stehen, Sie alleine bestimmen, wie lange Sie Ihr Glas festhalten und wann Sie es wieder abstellen. Ich würde mir wünschen, dass Sie diese Erkenntnis von Anfang an verinnerlichen: Veränderung ist nicht, was um Sie herum geschieht. Es ist die Art und Weise, wie Sie damit umgehen. Es ist Ihre Attitüde.

In den Momenten des Zweifels kommt es sogar ganz besonders darauf an. Wenn alles perfekt läuft, kann jeder glänzen. Schönwetter Kapitäne kennen wir alle zur Genüge. Aber wie gut sind Sie, wenn die Dinge einmal nicht so laufen, wie sie sollen? Jammern Sie, wie schwer Sie es haben und wie ungerecht die Welt ist? Oder beschließen Sie, das Beste daraus zu machen, Au ja zu sagen und sich aktiv zu verändern? Auch wenn die Situation schwer erscheint, Sie können die äußeren Umstände meist nicht ändern. 

Warum Ausreden nachhaltige Veränderungen verhindern


Das einzige, was Sie beeinflussen können, ist die Art und Weise, wie Sie darauf reagieren und zu welchem Zeitpunkt Sie Ihr metaphorisches Glas wieder abstellen. Damit Ihnen das erfolgreich gelingt, erhalten Sie von mir in diesem Artikel einige Ideen und Impulse, mit denen Sie sich ein Mindset aneignen, mit dem Sie auch unter schweren Rahmenbedingungen  Veränderung einfach machen können. 

Natürlich bin ich mir sehr bewusst, dass ich bei diesem Vorhaben ebenfalls mit unterschiedlichsten Varianten der kleinen, fiesen Stimme in Ihrem Kopf zu kämpfen haben werde. Denn immer dann, wenn es sich um einfache Lösungen handelt, sagt das kleine Teufelchen auf der Schulter gerne Sätze wie „kenne ich schon“, „hab ich schon ausprobiert“, oder „das mag bei anderen funktionieren, bei mir aber auf keinen Fall.“ Wenn Sie sich im Laufe der Lektüre bei einem solchen oder ähnlichen Gedanken ertappen sollten, dann erinnern Sie sich bitte daran, das Glas wieder rechtzeitig abzustellen. Ich weiß, was Sie jetzt denken: „Aber Ilja, so häufig kommt das bei mir gar nicht vor.“ Doch diese als unschuldige innere Stimme getarnte Suche nach Ausreden und Gründen, warum etwas nicht geht, taucht in den verschiedensten Gesichtern auf. Und viele haben sich die eigenen Ausreden so häufig selber erzählt, dass sie es gar nicht mehr mitbekommen, wie sehr die eigene Veränderungsresistenz bereits ausgeprägt ist.

Zu viel Change auf einmal: Das Phänomen der Veränderungsmüdigkeit


Hinzu kommt eine sich vermehrt ausbreitende Veränderungsmüdigkeit. Als ich vor kurzem einem befreundeten Unternehmer davon berichtete, dass ich ein weiteres Buch über erfolgreiche Veränderung in Planung habe, runzelte er die Stirn und bemerkte kritisch: „Ach komm, zum Thema Veränderung ist doch nun wirklich alles gesagt, was es zu sagen gibt.“ Und wissen Sie, was? Ganz Unrecht hatte er nicht. 

Wohl jeder von uns hat dutzende Bücher zu diesem Thema gelesen, hat Metaphern über Mäuse, Pinguine oder Eisberge verinnerlicht, Strategien für Zeitmanagement, Glück oder Motivation entwickelt, und beim Lesen heftig mit dem Kopf genickt. Aber welche dieser vielen Informationen haben Sie dann auch  umgesetzt? In Seminaren, Vorträgen und Teambuildingmaßnahmen haben Sie gelernt, wie Veränderung theoretisch funktioniert. Sie haben Ihre Hand ans Kinn geführt und herzlich gelacht, als Sie der Seminarleiter darauf hingewiesen hat, dass er doch laut und deutlich Nase gesagt hatte (Wenn Sie jetzt nicht wissen, wovon ich rede, hatten Sie Glück und saßen wahrscheinlich noch nicht in einem der typischen, aber meist austauschbaren Veränderungstrainings). 

Sie haben gespürt, wie es sich anfühlt, wenn Sie Ihre Hände falten, und dabei den oben liegenden Daumen wechseln. Und wahrscheinlich kennen Sie noch viele weitere theoretische Übungen, die Sie gemacht haben, um sich dem Thema Veränderung zu nähern. Aber wie sagte ein Teilnehmer in einem meiner eigenen Seminare kürzlich zu mir: „Veränderung? Das habe ich schon ausprobiert. War mir viel zu kompliziert.“

Das große Dilemma erfolgreicher Veränderung


Und genau da liegt der Hase im Pfeffer. Denn es gibt nun mal einen entscheidenden Unterschied zwischen kennen und können. Zwischen kompliziert denken und einfach machen. Und dieser Unterschied führt zu einem großen Dilemma. Auf der einen Seite nimmt die Schlagzahl an Veränderung rasant zu. Im Job, zu Hause, unterwegs, einfach überall. Manchmal sind wir von so vielen unerwarteten Herausforderungen umgeben, dass wir gar nicht genau wissen, welche wir davon zuerst angehen sollen. 

Gleichzeitig explodiert das theoretische Wissen, wie man mit Veränderung umgehen könnte. Die Menge an verfügbaren Informationen steigt exponentiell an. Egal, welches Know-how Sie heute benötigen, im Normalfall ist das Wissen nur einen Mausklick entfernt. Und es spielt keine Rolle, worum es sich handelt, es gibt zu wirklich jedem Themengebiet ausführliche Erfahrungsberichte und Sie können auf die gesamte Schwarmintelligenz der Menschheit zurückgreifen. Probieren Sie es aus. Wenn Sie bei Google den Suchbegriff „Wie kann man…?“ eingeben, dann erhalten Sie 1,7 Milliarden Treffer. Es gibt nichts, was Sie im Internet nicht lernen könnten. Dann müsste doch eigentlich alles perfekt sein, oder? Situation erkannt, Problem gelöst, Haken dran.

Doch das zunehmende Wissen ist keinesfalls eine Erleichterung, sondern für viele mittlerweile zu einer großen Hürde geworden. Denn bevor es überhaupt zu einer möglichen Umsetzung kommen kann, wird die gesamte Energie dafür eingesetzt, die Informationsflut zu sortieren und die Nadel im Heuhaufen zu finden, mit der die Philosophie des “Veränderung einfach machen” umgesetzt werden soll. Das Ergebnis: Die berühmt-berüchtigte Prokrastination, auf Deutsch auch Aufschieberitis genannt. 

Einfach bedeutet nicht leicht, sondern „nicht komplex“


Man schiebt eine geplante Veränderung so lange hinaus, bis man sich damit abgefunden hat, dass „es eben kompliziert ist“, und man ja doch nichts ändern kann. Kennen Sie das nicht auch von Menschen aus Ihrem persönlichen Umfeld? Möglicherweise sogar von sich selbst? Ich bin immer wieder erstaunt, wie kompliziert manche Menschen den Umgang mit Veränderung machen. Sie analysieren das Problem bis ins letzte Detail, entwickeln mehrstufige Umsetzungspläne oder studieren sämtliche Forschungsergebnisse der letzten zwanzig Jahre. 

Doch je komplizierter ein Weg ist, desto geringer ist die Chance, dass er auch wirklich gegangen wird. Und weil Sie so häufig gehört haben, wie schwer und komplex Veränderung doch ist, glauben Sie es irgendwann selber und haben eine wunderbar plausible Ausrede gefunden, warum Sie sich eben doch nicht verändern können. Wenn Sie den Umgang mit den eigenen Herausforderungen allerdings zu einer komplizierten Sache machen, ist ein Scheitern geradezu vorprogrammiert. 

Zu meiner Zeit als Warenhausgeschäftsführer wurde so gut wie bei jeder Führungskräftetagung ein neues Changeprogramm vorgestellt. Die hatten eines gemeinsam: Tolle Titel, meist über 200 PowerPoint Folien und 7 Veränderungsstufen, die jede wiederum 9 Unterschritte hatten, die wir in 3 Phasen abarbeiten sollten. Während einer dieser Tagungen saß ich mal neben einem Kollegen aus dem Ruhrgebiet. Während alle anderen in ihren Sitzen zusammengesunken waren, sah er auch bei Folie 175 immer noch richtig begeistert aus. Also hab ich ihn gefragt: „Du nickst immer so wissend, weißt Du, wie Du das umsetzen kannst?“ Und er sagte: „Nee, viel zu kompliziert, aber es sieht so gut aus“. Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, aber ich finde, es ist schwer, sich für eine Veränderung zu begeistern, die kompliziert ist. Und es ist unmöglich, andere Menschen für etwas zu begeistern, für das Sie sich selber nicht begeistern können.

Die Grundlagen erfolgreicher Veränderung


Aber wenn es so nicht geht, wie funktioniert erfolgreiche Veränderung denn nun? Unter dem Strich sind es immer die gleichen, einfachen Prinzipien und eine große Portion gesunder Menschenverstand. Doch kennen Sie nicht auch Menschen, welche die Lösung für ihr Problem nicht finden, weil sie so damit beschäftigt sind, nach komplizierten Ausreden zu suchen, warum sie sich nicht verändern können? Ich wünschte, Sie wären dabei gewesen, als eines Tages Frau T. bei mir im Büro für ein Coaching saß. Ich schaute ihr lange in die Augen und sagte dann: „Frau T., sie sind achtunddreißig Jahre alt, eine erfolgreiche Businessfrau und haben laut eigener Aussage schon 152 Therapiestunden hinter sich. Trotzdem fühlen Sie sich immer noch nicht in der Lage, in Ihrer Firma eine Präsentation zu halten?“

Sie errötete leicht und antwortete: „Ach, Herr Grzeskowitz, es ist halt kompliziert. Ich habe schon so viel ausprobiert, aber ich bekomme jedes Mal große, rote Flecken am Hals, kriege einen trockenen Mund und fange dann an, zu stottern.“ Ich nickte und stellte dann die Frage aller Fragen: „Ich verstehe, Frau T. sind Sie denn bereit, etwas zu verändern?“ Ihre Antwort sagte schon alles: „Wissen Sie, Herr Grzeskowitz, ich würde mich ja eigentlich gerne verändern. Aber das geht ja nicht so einfach. Wenn Sie wollen, dann können wir es ja mal versuchen.“ 

Also ich wollte. Aber ich spürte, dass sie nicht wirklich wollte. Trotzdem arbeiteten wir intensiv miteinander und es gelang uns, in nur einer Session ihr Problem zu lösen. Nach nur neunzig Minuten war sie in der Lage, frei vor einer Gruppe zu sprechen. Ohne rote Flecken. Ohne trockenen Mund. Und ohne Stottern. Aber wenn Sie jetzt denken, dass Frau T. deswegen in Jubelstürme ausgebrochen ist, dann haben Sie sich getäuscht. Stattdessen sagte sie immer wieder: „Das kann ja nicht so einfach sein. Nein, das kann auf keinen Fall so einfach sein. Das hält bestimmt nicht lange an.“ 
Und sie sollte recht behalten. Denn genau drei Wochen später klingelt das Telefon. Frau T. ist dran. Und mit einer gewissen Genugtuung in der Stimme verkündet sie: „Tja, Herr Grzeskowitz, wissen Sie was? Ich musste heute vor dem Außendienst die Quartalszahlen präsentieren. Ich habe kaum ein Wort herausbekommen und die roten Flecken sind jetzt wieder da. Ha, ich habe Ihnen ja gleich gesagt, dass Veränderung nicht so einfach ist!“

Veränderung ist immer so einfach, wie Sie es machen


Warum das so war? Ich habe keine Ahnung, vielleicht genoss sie die Aufmerksamkeit, oder liebte es, anderen von ihrem Problem erzählen zu können (Das ist nämlich ein großes Hobby von sehr vielen Menschen). Aber so sehr ich mir gewünscht hätte, dass Frau T. sich ändert, sie wollte es einfach nicht und blieb lieber in ihrer gemütlichen Komfortzone. Sie war so auf die Notwendigkeit einer komplexen Lösung fixiert, dass sie die naheliegende Einfachheit überhaupt nicht in Betracht gezogen hatte. Doch erinnern Sie sich einmal an Ihre eigenen Veränderungen, die Sie in der Vergangenheit nachhaltig gemeistert haben. Was war der gemeinsame Nenner? Richtig, es waren immer einfache Lösungen und Wege, welche die besten Ergebnisse nach sich gezogen haben.

Wie einfach es sein kann, können Sie an einer Form von Veränderung sehen, die wohl jeder von uns kennt. Ich spreche vom Rauchen. Genauer gesagt vom Aufhören. Dort sind es immer die gleichen Muster. Während die einen mit einfachen Mitteln erfolgreich sind, kämpfen die anderen jeden Tag aufs Neue mit einem vermeintlich komplizierten Problem. Haben Sie schon mal erfolgreich mit dem Rauchen aufgehört? Kennen Sie jemanden, der es geschafft hat? 

Ich selber habe früher geraucht. Auch habe ich als Coach viele Raucherentwöhnungen durchgeführt und dutzende Seminare zu diesem Thema gegeben. Meine Erfahrungen lassen sich einfach zusammenfassen. Unterm Strich gibt es immer nur zwei Kategorien von Rauchern. Da sind diejenigen, die von vorneherein Zweifel haben, ob sie es auch wirklich schaffen. Die sich Sorgen über Entzugserscheinungen, Gewichtszunahme und Nebenwirkungen machen. Die dann für ein paar Tage aufhören, aber bei der ersten Gelegenheit wieder anfangen. Die sich selber so häufig einreden, wie kompliziert es doch ist, bis sie es irgendwann selber glauben. Und sich dann eben nicht verändern, sondern weiterrauchen. Und natürlich jammern, wie gerne sie aufhören würden, wenn es nicht so kompliziert wäre.

Aber wie machen es dann die Millionen von Ex-Rauchern, die es erfolgreich geschafft haben, sich zu verändern? Sind Sie bereit für die harte Wahrheit? Hier ist Sie. Sie haben eine Entscheidung getroffen, und aufgehört zu rauchen. Einfach so. Von heute auf morgen. Von einem Augenblick auf den anderen. Manche brauchen dazu eine kleine Anschubhilfe in Form eines Coachings, eines Seminars oder eines Buches. Aber trotzdem hören Sie dann einfach auf und sind von einem Augenblick auf den anderen Nichtraucher. 

Ich höre schon die Einwände des kleinen Teufelchens auf Ihrer Schulter: „Aber Ilja, das mag ja vielleicht so einfach sein, wenn man nur wenig raucht. Ich rauche schließlich eine ganze Schachtel am Tag.“ Es tut mir leid, aber es spielt keine Rolle, wie viel Sie rauchen. Auch starke Raucher hören dadurch auf zu rauchen, indem sie einfach aufhören zu rauchen. Es dauert zwar länger, bis der Körper sich entgiftet hat, aber das Prinzip ist das gleiche. Doch vielen Menschen hat man so häufig eingeredet, wie schwer und kompliziert Veränderung doch ist, dass sie überhaupt nicht mehr auf die Idee kommen, dass die beste Lösung immer noch die einfache ist.

Treffen Sie eine echte Entscheidung für die Veränderung


Mir ist das sehr bewusst geworden, als ich während eines Sommers meine damals vierjährige Tochter Emma dabei beobachtete, wie sie im obersten Fach unseres Kühlschranks eine große Packung Wassereis entdeckte. Falls Sie jetzt nicht wissen, wovon ich spreche, das sind diese künstlichen Wasserstangen mit Waldmeister-, Cola- oder Zitronengeschmack, die man in den Kühlschrank legt, und die dann dort zu Eis werden. 

Auf jeden Fall war meine Tochter völlig verrückt nach diesen Dingern. Sie hatte jedoch ein Problem. Sie war nicht groß genug und kam nicht heran. Was denken Sie, was sie jetzt getan hat? Richtig, sie hat Himmel und Hölle in Bewegung gesetzt, um an das Eis zu kommen. Zum Schluss stand sie auf einer wackligen Konstruktion aus einem Stuhl, zwei Kissen und einem Kochtopf. Und als sie voller Stolz ihre Trophäe in die Luft streckte, spürte ich, dass sich die Mühe gelohnt hatte. Sie hatte die Veränderung herbeigeführt, weil sie das Eis unbedingt haben wollte. Sie hätte einfach alles dafür getan, es zu bekommen. Und es ging einfach so. Ich musste ihr vorher nicht sagen: „Pass auf Emma, das ist ein ganz schön kompliziertes Problem, da solltest Du Dich gut vorbereiten. Es gibt da so ein revolutionäres Veränderungsmodell, dass ein Professor der Universität Tübingen entwickelt hat. Aber führe vorher unbedingt einen Persönlichkeitstest durch, damit Du herausfindest, was für ein Veränderungstyp Du bist. Und besuche  auf jeden Fall ein Verhaltenstraining, in dem Du lernst, in welchem Winkel man am besten den Kühlschrank öffnet.“ 

Das brauchte sie alles nicht. Sie hat es einfach getan. Weil sie motiviert war und einen einfachen Weg gefunden hatte, wie sie ihr Ziel erreicht. Und daraus folgt eine wichtige Erkenntnis: Ob Sie nun ein Eis aus dem obersten Fach des Kühlschranks holen, mit dem Rauchen aufhören oder vor einer ganz anderen Herausforderung stehen. Veränderung einfach machen eben.

Veränderung wird einfach, wenn Sie Veränderung einfach machen.


Albert Einstein hat einmal gesagt: „Mach´ die Dinge so einfach wie möglich. Aber nicht einfacher.“ Ich möchte Sie mit diesem Artikel daran erinnern, dass erfolgreiche Veränderung immer auf einfachen Ideen und Lösungen basiert. Doch gestatten Sie mir einen entscheidenden Hinweis. Auch wenn ich so häufig das Wort einfach betone, ich meine damit keinesfalls leicht, mühelos oder ohne jeglichen Aufwand. Ganz im Gegenteil. Das Schicksal kann ganz schön hart sein und fordert Sie täglich aufs Neue heraus, ob Sie es auch wirklich ernst meinen. 

Das Leben ist nun mal kein Ponyhof. Es ist häufig unfair, oft verletzend und auch nicht immer gerecht. Wenn Sie sich unter diesen Umständen verändern wollen, dann geht es nicht, ohne etwas dafür zu tun. Erfolg geschieht nicht von alleine. Und ich weiß, dass es Hunderte von Büchern und auch viele Seminarleiter gibt, die Ihnen versprechen, man müsse sich die Veränderung nur fest genug wünschen, und schon fällt sie vom Himmel. Aber wenn das so wäre, warum sitzen dann so viele Menschen zu Hause in ihrer Jogginghose auf der Couch, haben schon acht Mal „The Secret“ gesehen, schicken pro Stunde zehn Wünsche ans Universum, und wundern sich, warum sie immer noch einen mittelmäßigen Job haben, warum sie seit Jahren Single sind, und warum der bei Universum bestellte Ferrari in der Garage immer noch ein klappriger Opel Corsa ist?

Weil Erfolg eben immer die Kombination aus harter Arbeit und erstklassiger Qualität ist. Weil es ohne Handeln und Umsetzen nicht geht. Weil Veränderung zwar einfach ist, aber auf keinen Fall leicht. Wichtig ist mir daher vor allem eines: Dass Sie Ihr Leben in die eigenen Hände nehmen und sich aktiv verändern. Denn wenn Sie wie der berühmte Vogel Strauß mit dem Kopf im Sand darauf vertrauen, dass schon alles gut gehen wird, dann könnten Sie irgendwann vor der Situation stehen, dass Sie von den äußeren Umständen verändert werden. Und diese Veränderungen stehen dann mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht im Einklang mit Ihren Werten, Zielen und Träumen, sondern mit denen von anderen Menschen. Und das ist vielleicht nicht die beste Zukunftsaussicht, oder?

Mensch gegen Maschine – Der wichtigste Erfolgsfaktor im Change Management

Mensch gegen Maschine: Der wichtigste Erfolgsfaktor im Change Management 

Mensch gegen Maschine. Glaubt man den Berichten in den Medien, dann bestimmt dieser Kampf die Zukunft. Oftmals werden sogar richtige Schreckensszenarien á la Terminator an die Wand gemalt, in denen die Roboter die komplette Weltherrschaft übernehmen werden. Doch wenn wir die Fantasien von Hollywoodfilmen mal außer Acht lassen, ist die Frage durchaus relevant. 
 
Denn in Zeiten, die von künstlicher Intelligenz, immer schlauer werdenden Maschinen und rasant schneller Software geprägt sind, stellt sich immer mehr die Frage: Wo bleibt bei all diesen Entwicklungen eigentlich der Mensch? Mit diesem Artikel möchte ich gerne meine Perspektive teilen und natürlich auch eine Antwort geben.
 

Mensch und Maschine: Gemeinsam die Zukunft gestalten

Als Keynote Speaker habe ich das große Vergnügen, regelmäßig auf spannende Konferenzen und Kongresse eingeladen zu werden. Da ich häufig am Ende eines solchen Events spreche, ergibt sich ab und zu die Gelegenheit, dass ich auch meinen Vorrednern noch lauschen kann. Dies ist für mich Trendscouting pur, und ich fülle zu diesen Gelegenheiten ganze Notizbücher mit meinen Gedanken, Ideen und Plänen. Alleine in den letzten sechs Monaten habe ich faszinierende Vorträge über künstliche Intelligenz, Augmented Reality, Elektromobilität, den Einsatz von Drohnen, die Abwehr von Drohnen, Cyberkriminalität, Cybersecurity, Sprachsteuerung und die Zukunft der Robotertechnik erleben dürfen. 
 

Die Kehrseite der Digitalisierung

Obwohl die Meinungen dabei sehr unterschiedlich sind, zieht sich ein roter Faden durch die Prognosen sämtlicher Experten: Wir stehen gerade erst am Anfang von technischen Entwicklungen, die unser Leben dramatisch verändern werden. Schon längst gibt es für alles eine App, der Alltag wird über unsere Smartphones gesteuert, und immer mehr Prozesse werden von künstlicher Intelligenz übernommen. Es fasziniert mich, was heute bereits möglich ist, und ich denke mit einer fast schon kindlichen Freude an all die Chancen und Möglichkeiten, die sich in der näheren Zukunft bieten werden.
 
Doch wo Licht ist, da ist immer auch Schatten, und bei vielen Menschen habe ich den begründeten Verdacht, dass ihnen die Technik das Leben nicht mehr erleichtert, sondern dass Sie zu Sklaven ihrer diversen Maschinen geworden sind. Sie sind vierundzwanzig Stunden am Tag, sieben Tage die Woche und zweiundfünfzig Wochen im Jahr erreichbar und checken selbst im Familienurlaub alle zehn Minuten ihre Mails. Und haben Sie nicht auch schon eine Szene erlebt, in der zwei Menschen über eine Stunde gemeinsam im Café sitzen und nicht ein Wort miteinander sprechen, sich aber permanent WhatsApps, SMS oder Messages per Smartphone schicken (Okay, SMS eher weniger, denn dieses Medium nutzt heute niemand mehr, oder?)? 
 

Mensch oder Maschine: Wer ist in Zukunft wichtiger?

Für die Zukunft stellt sich daher eine entscheidende Frage: Wer gewinnt den Kampf Mensch gegen Maschine? Oder etwas differenzierter ausgedrückt: Wird der Mensch in seiner Wichtigkeit von Maschinen abgelöst werden? Meine Prognose lautet wie folgt: Auf keinen Fall. Wir werden zwar in einer Welt leben, die von Technik und Maschinen erleichtert, nicht aber dominiert wird. Was meine ich damit? Keinesfalls, dass der digitale Fortschritt nicht genau so rasant voranschreitet wie bisher. Ganz im Gegenteil, ich erwarte sogar noch eine Zunahme der Schlagzahl. Doch der entscheidende Faktor, den viele Zukunftsexperten gerne vergessen, ist der Mensch mit seinen einmaligen Potenzialen und Fähigkeiten. 
 
Bei aller Digitalisierung, Disruption und technischem Fortschritt behaupte ich, dass es in der Zukunft vor allem auf die Menschen ankommen wird. Sicherlich, Roboter, künstliche Intelligenz und technische Innovationen werden die Art wie wir leben, lieben und arbeiten in den kommenden Jahren heftig durchschütteln. Aber bei aller Wichtigkeit dieser Entwicklung sind wir alle menschliche Wesen und sehnen uns nach Nähe, Austausch und persönlicher Kommunikation. Lassen Sie mich den Satz daher noch einmal wiederholen:
 
In der von Digitalisierung, Disruption und technischem Fortschritt geprägten Zukunft wird der Mensch der wichtigste Erfolgsfaktor sein.
 

Erfolgsfaktor Mensch in Zeiten der Veränderung

Das hat gleich mehrere Auswirkungen. Die Qualität ihres Inner Circle wird maßgeblich darüber entscheiden, wie es um Ihr generelles Glück und Ihre Zufriedenheit bestellt ist. Und im beruflichen Rahmen sind Ihre Mitarbeiter, Kollegen und Teammitglieder nicht nur der Garant für exzellente Qualität und herausragende Ergebnisse, sondern vor allem der größte Differenzierungsfaktor im immer härter werdenden Wettbewerb. Es menschelt also endlich wieder. Und das finde ich so richtig gut. Weil das Team heilig ist, und es nur gemeinsam gelingen wird, die Herausforderungen der Zukunft zu meistern. 
 
Lassen Sie uns daher die Perspektive wechseln. Weg von persönlichen Motiven, hin zu gemeinsamen Erfolgen. Weg von harten Anstrengungen als Einzelkämpfer hin zu erfolgreichem Teamwork. Weg vom Ich und hin zum Wir. Haben Sie Lust? Dann lassen Sie uns loslegen. Und zwar gemeinsam, denn wie sagte schon der brasilianische Fußballstar Pele: „Der einzige Weg, um zu gewinnen, ist als Team!“
 
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Wir sind Change, oder: Das Team ist heilig

Lappland. Minus zwölf Grad. Die gleißende Sonne blendet und ich spüre, wie ein unvergesslicher Glückshormoncocktail durch meinen Körper fließt. Vor mir ziehen acht wunderschöne Huskys meinen Schlitten, der scheinbar schwerelos durch die majestätische Tundra gleitet. Noch mehr als die atemberaubende Landschaft fasziniert mich die Zusammenarbeit der Schlittenhunde. Weil es zwar eine ganz eindeutige Hierarchie im Rudel gibt, jeder einzelne Husky jedoch weiß, dass sie nur gemeinsam als Team erfolgreich sein können. Jedes Tier bringt seine individuellen Stärken ein, lernt von seinen Teamkollegen und springt bedingungslos in die Bresche, falls einer der anderen mal eine kurze Schwächephase hat. 
 
Wir Menschen können uns da eine Menge abgucken, insbesondere welche kraftvolle Energie entsteht, wenn individuelle Persönlichkeiten an ihrem Platz Verantwortung übernehmen, aber gleichzeitig zusammenarbeiten, sich gegenseitig unterstützen und gemeinsam wirken. Wenn ich in den letzten Jahren eines gelernt habe, dann ist es die Kraft eines motivierten, kompetenten und zuverlässigen Teams. So sehr ich an die Wichtigkeit des Individuums glaube, ohne die richtigen Menschen um uns herum, sind wir alle nur halb so erfolgreich. Es spielt keine Rolle, wie gut Sie oder ich sind, einen Satz sollten Sie niemals vergessen, und ihn sich am besten gut sichtbar an ihrem Schreibtisch aufhängen: Niemand gewinnt alleine!
 

Niemand gewinnt alleine!

Niemand, und wirklich niemand ist dauerhaft in der Lage, als Einzelkämpfer Erfolg zu haben. Okay, vielleicht Clint Eastwood, der als einsamer Rächer durch die Italo Western reitet, aber das ist eben nur im Film möglich. Befinden sich hingegen die richtigen Menschen in unserem Team, dann lernen wir voneinander, wachsen gemeinsam und unterstützen uns gegenseitig. Und nur, dass wir uns hier richtig verstehen, man ist noch lange kein Team, nur weil man sich ein Büro teilt, an einem gemeinsamen Projekt arbeitet, oder im gleichen Unternehmen tätig ist (Möglicherweise kennen Sie ja auch die typische Übersetzung von Team: Toll. Ein. Anderer. Macht´s.). Nein, ein Team ist etwas ganz Anderes. Es ist mehr als die Summe der einzelnen Teile. 
 
In einem echten Team ist jeder für die anderen Teammitglieder bedingungslos da, weil man sich einer gemeinsamen Vision verschrieben hat und gleichzeitig jeder an seinem individuellen Platz Verantwortung übernimmt. Ich gehe sogar so weit, die folgende Behauptung aufzustellen: Nur ein Team gibt gewöhnlichen Menschendie Möglichkeit, außergewöhnliche Ergebnisse zu erzielen. Machen Sie gerne die Probe aufs Exempel. 
 
Selbst die vermeintlichen Superstars sind ohne ihr Team vollkommen aufgeschmissen. Sebastian Vettel braucht sein Mechanikerteam wie die Luft zum Atmen. Christiano Ronaldo konnte bei Real Madrid nur deshalb glänzen, weil ihm Sergio Ramos und seine Abwehrkollegen den Rücken freihielten. Und selbst der große Richard Branson ist mit seinen über 260 Unternehmen nur deshalb so erfolgreich, weil er die Mitarbeiter in den Mittelpunkt seiner Anstrengungen stellt. Und diese zahlen es ihm mit Einsatz, Leistung und Leidenschaft doppelt und dreifach zurück.
 

Mensch vs Maschine: Die Antwort ist eindeutig

Auf den Punkt gebracht: Die Menschen mit denen Sie sich jeden Tag umgeben sind Ihr größtes Faustpfand und gleichsam Ihr größter Erfolgsfaktor auf dem Weg in eine von Veränderung und Unsicherheit geprägte Zukunft. Das Team ist heilig. Sowohl im Business, als auch im Leben. Es sind ihre Freunde, Kollegen, Geschäftspartner und Familienmitglieder. Denn Sie können als individuelle Persönlichkeit nur dann wachsen, erfolgreich sein und ein selbstbestimmtes Leben führen, wenn Sie sich in einem Umfeld bewegen, das von gegenseitigem Lernen, Wertschätzung und Vertrauen geprägt ist. Für die Unternehmen gilt übrigens exakt das gleiche.
 
Ich kann es gar nicht oft genug betonen. Im Zeitalter der Digitalisierung und der damit einhergehenden globalen Vernetzung ist der Erfolgsfaktor Nummer eins mit weitem Abstand die Qualität ihres Inner Circle, also den Menschen, mit denen Sie regelmäßig und intensiv Kontakt haben. Und genau aus dem Grund hat das gute alte Zitat von Speakerlegende Jim Rohn auch heute immer noch Bestand: „Du wirst so wie der Durchschnitt der fünf Menschen, mit denen Du Deine meiste Zeit verbringst.“

Erfolgsfaktor Inner Circle

Das gilt im Großen, aber auch im Kleinen, denn wir adaptieren sowohl die Strategien, Einstellungen und Denkmuster unserer wichtigsten Bezugspersonen, als auch ihre Lieblingswörter und Gewohnheiten. Das bedeutet konkret, dass es einfach einen riesigen Unterschied macht, mit welchen Menschen Sie sich umgeben. Ob ihre besten Freunde frustrierte Zyniker sind, die den ganzen Tag auf der heimischen Couch RTL 2 Sendungen schauen, und sich in einer Spirale aus Negativität, Gleichgültigkeit und Mittelmaß gegenseitig herunterziehen. Oder ob Sie sich mit erfolgreichen Menschen umgeben, die produktive Werte für die Gesellschaft schaffen und dabei ihre Mitmenschen mit Positivität, Leidenschaft und visionärem Denken anstecken.
 
Egal, wie ihre konkreten Ziele aussehen, umgeben Sie sich mit Menschen, die sich bereits dort befinden, wo Sie hinwollen. Ich orientiere mich dabei gerne an dem alten Wahlspruch „Wenn Du der klügste Mensch im Raum bist, dann such Dir einen neuen Raum“. Und ich gehe sogar noch weiter, denn ich habe festgestellt, dass es immer zwei Kategorien von Mitmenschen gibt. Da sind diejenigen, die Sie bremsen, ihnen ihre Träume ausreden wollen, und denen Sie es niemals recht machen können. 
 

Inner Circle Bedeutung

Von denen Sie Sätze wie die folgenden hören: „Schmink Dir das lieber ab“, „Lass es lieber bleiben“ oder „Das mag ja bei anderen klappen, aber doch nicht bei Dir“. Die Begründung wird dann meist gleich mitgeliefert und sie lautet meist wie folgt: „Du bist zu alt, zu jung, zu dick, zu dünn, zu groß, zu klein, zu arm, zu unerfahren, zu laut, zu bunt, zu anders oder zu was auch immer.“ Ich würde mir daher wünschen, dass Sie den folgenden Satz nie mehr vergessen: Sie sind immer zu irgendwas für irgendwen.
 
Je eher Sie verstehen, dass Sie es sowieso niemals allen recht machen können, und dass es immer Menschen geben wird, die auch am sonnigsten Himmel nach einer dunklen Wolke suchen, desto förderlicher wird es für ihr persönliches Wohlbefinden sein. Ignorieren Sie die Miesepeter, Nörgler und Besserwisser also am besten gleich und konzentrieren sich stattdessen auf die zweite Kategorie. Das sind die Menschen, die Sie in Ihrer persönlichen Einzigartigkeit unterstützen. Die Sie so akzeptieren wie Sie sind. Mit allen Stärken und Schwächen. 
 
Die ihnen zwar auch kritisches Feedback geben, Sie aber grundsätzlich bei all ihren Vorhaben unterstützen und Sie bedingungslos ermutigen. An denen Sie sich reiben und mit denen Sie gemeinsam wachsen können. Oder auf den Punkt gebracht: Menschen, die ihnen einfach gut tun. Ich selber habe dieses Konzept in den letzten Jahren sehr konsequent, ja fast schon radikal angewendet. Weil ich weiß, wie kostbar unsere Lebenszeit ist, möchte ich sie nur mit positiven, lebensbejahenden und wertschätzenden Menschen verbringen. Mein Inner Circle ist daher handverlesen, und ich bin extrem dankbar, dass ich so tolle Freunde, Kollegen und Partner an meiner Seite habe.
 

Teamwork makes the Dream Work

Wie ist es um ihren Inner Circle bestellt? Was, darüber haben Sie sich noch niemals bewusst Gedanken gemacht? Dann wird es aber Zeit, sich ein Team aufzubauen, mit dem Sie gemeinsam die Zukunft bei den Hörnern packen können. Starten Sie am besten mit einer sorgfältigen Bestandsaufnahme. Umgeben Sie sich hauptsächlich mit positiven Menschen, die Sie so akzeptieren wie Sie sind und Sie auf dem Weg zu Ihren Zielen, Träumen und Visionen unterstützen? 
 
Wenn ihre Antwort ja lautet, dann ist dies mehr als großartig. Die Wahrscheinlichkeit ist jedoch recht hoch, dass Sie in ihrem direkten Umfeld auch so einige Exemplare der bereits beschriebenen Energievampire finden werden. Menschen, die sich akribisch auf die Suche nach dem einzelnen Haar in der schmackhaften Suppe machen, ihnen vorschreiben wollen, wie Sie zu leben haben und ihnen Kraft, Mut und Energie absaugen, wie es ein ganzer Schwarm hungriger Moskitos nicht besser könnte.
 

Feuern Sie die Nörgler und Energievampire

Wie es für jeden Fußballtrainer eine Selbstverständlichkeit ist, seine Elf vor der Saison so perfekt zusammenzustellen, dass die Saisonziele bestmöglich erreicht werden können, so sollten auch Sie Ihr Team, die Menschen in ihrem Umfeld und ihren inneren Zirkel ganz bewusst auswählen. Ihre Motivation, Leidenschaft und Denkweise wird es ihnen danken. Feuern Sie die Zyniker, Besserwisser und Energievampire möglichst noch heute. Umgeben Sie sich stattdessen mit positiven Menschen, Weltenbewegern und Möglichkeitsdenkern, die Sie so nehmen wie Sie sind und Sie beim Erreichen ihrer Ziele unterstützen. 
 
Und nur, dass wir nichts schönreden, dieser psychische Hygieneprozess kann durchaus schmerzhaft sein, denn viele der besonders toxischen Zeitgenossen tummeln sich schon lange in unseren Leben. Aber erstens ist dieser Schritt unbedingt notwendig, wenn Sie ein glückliches und zufriedenes Leben führen wollen, und zweitens gibt es so viele tolle Menschen da draußen, die nichts lieber tun würden, als den Platz an ihrer Seite einzunehmen.
 

Das perfekte Team zusammenstellen

Aber wie gelingt es nun am besten, die Menschen in ihr Leben zu ziehen, die perfekt in ihren Inner Circle passen würden. Grundsätzlich geschieht dies auf zwei verschiedene Arten. Zum einen können Sie diese Auswahl sehr bewusst treffen. Wer inspiriert Sie, ist ein Vorbild oder ist bereits dort, wo Sie noch hinmöchten? Suchen Sie nach Wegen, mit diesen Menschen in Kontakt zu kommen, aber tun Sie das bitte niemals mit einer Anspruchshaltung. Erfolgreiche Menschen geben zwar in der Regel sehr gerne, haben aber meist wenig Zeit und noch weniger Lust, dass ihre Gehirne und Herzen von Unbekannten angezapft werden. Entscheidend ist dabei die Reihenfolge. Erst einmal geben, ohne etwas dafür zu erwarten. So entsteht eine Beziehung, die dann wachsen und sich sogar zu tiefen Freundschaften entwickeln kann. Doch dazu gleich noch mehr.
 
Der zweite Weg, eine Vielzahl von positiven, lebensbejahenden und wertschätzenden Menschen in ihren inneren Zirkel zu ziehen ist das stete persönliche Wachstum. In jeder einzelnen Entwicklungsstufe wird sich ihr Umfeld entsprechend anpassen. Sie werden neue Freunde, Kollegen und Geschäftspartner anziehen, während alte sich verabschieden (Und ganz wenige werden Sie ihr gesamtes Leben begleiten. Seien Sie für diese Menschen besonders dankbar). Das ist der Lauf der Dinge, und ich bin immer wieder fasziniert, wie stark das innere Wachstum und das äußere Umfeld korrelieren. 
 

Mensch gegen Maschine: Der wichtigste Tipp von allen

Doch ob Sie sich nun aktiv auf die Suche nach einem Inner Circle machen, der Sie in ihrer Einzigartigkeit und ihrem ganz individuellen Weg unterstützt, oder ob dies als Resultat ihrer Persönlichkeitsentwicklung geschieht, ich empfehle ihnen, den Blick nicht nur in der Einbahnstraße von innen nach außen zu richten und sich nur mit Menschen zu umgeben, die ihnen vermeintlich nutzen können. Machen Sie einen Unterschied. Behandeln Sie ihr Umfeld wertschätzend und achtsam. Seien Sie für Ihre Freunde, Kollegen und Geschäftspartner da. Und vor allem: Machen Sie die Menschen groß. Fungieren Sie als Mutmacher und seien Sie das Licht in einem häufig doch eher dunklen Alltag. Menschen, die andere klein machen, runterziehen und entmutigen, gibt es leider viel zu viele.
 
Machen Sie andere Menschen groß und Sie werden selber größer.
 
Nicht nur werden Sie durch diese Haltung viele spannende Persönlichkeiten in ihren Inner Circle ziehen, sondern zusätzlich auch noch einen dramatischen Anstieg an Glück, Erfüllung und Zufriedenheit erfahren. Beenden möchte ich den Abschnitt daher mit den Worten des amerikanischen Schriftstellers William Arthur Ward: „Wenn wir uns auf den Weg machen das Beste in anderen zu entdecken, werden wir unweigerlich das Beste in uns selbst hervorbringen.“ Wie wahr, denn niemand gewinnt alleine, und Erfolg ist immer das Ergebnis eines Teams, das voller Leidenschaft einer gemeinsamen Vision folgt.
 

Ich hoffe sehr, dass meine Ausführungen zum Thema „Mensch gegen Maschine“ für Sie wertvoll waren. Wie sehen Ihre Erfahrungen und Gedanken aus? Ich freue mich auf Ihren Kommentar.

Herzlichst, Ihr Ilja Grzeskowitz

Loslassen lernen – 7 Ideen für erfolgreiche Veränderungen im Leben

Loslassen lernen ist eine der wichtigsten Grundlagen für erfolgreiche und nachhaltige Veränderung. Jeder weiß es. Und doch ist es so schwer, denn etwas loszulassen gehört zu den Dingen, die sich sehr leicht anhören, aber in der Praxis häufig so ungeheuer schwer sind. 

Die Kunst des Loslassens – So gelingt Veränderung

Apropos, da habe ich eine Frage. Wie geht es Ihnen, werden Sie auch hellhörig, wenn Ihr Lebenspartner in diesem ganz besonderen Tonfall Ihren Kosenamen ruft und dann einen Satz wie diesen säuselt „Du Schatzi, wir sollten dringend einmal unseren Kleiderschrank ausmisten“? Genau das hat nämlich meine Frau vor kurzem zu mir gesagt. Und ich wusste sofort, was das bedeutete. Obwohl sie von „wir“ und „uns“ sprach, spürte ich ganz genau, dass sie damit etwas anderes meinte, nämlich dass ich dringend einmal meinen Kleiderschrank ausmisten sollte. 
 
Und tatsächlich, als ich ins Ankleidezimmer kam, standen da schon mehrere dieser großen blauen Säcke für mich bereit. Und damit ich auch genau wusste, was es damit auf sich hat, klebte ein gelbes Post-it daran: „Nicht vergessen, die Säcke nach dem Ausmisten ins Franziskanerkloster zu bringen!“ Im ersten Moment war ich bedient. Als ich aber einen Blick auf meinen überfüllten Kleiderschrank warf, dachte ich mir: „So ganz unrecht hat sie vielleicht nicht.“ Ich hatte nämlich im Jahr zuvor deutschlandweit Vorträge für eine große Modekette gehalten und in dieser Zeit bestimmt fünfundvierzig nagelneue Hemden mit nach Hause gebracht. 
 
Also traf ich schweren Herzens eine Entscheidung: „Okay, ich sortiere vierzig Hemden aus!“ Ich fing an, die guten Stücke einzeln aus dem Schrank zu holen. Aber schon als ich das erste in den Sack legen wollte, kamen die Erinnerungen hoch: „Hach, in diesem Hemd hast du den letzten Abend im Urlaub verbracht. Das war doch dieses schöne Candlelight-Dinner.“ Also packte ich es zurück in den Schrank. Dann kam das zweite. Ich seufzte: „Hmm, das hatte ich ja bei der Einschulung von Emma an. Viel zu schade.“ Zurück in den Schrank. Bei jedem einzelnen Hemd schwelgte ich in schönen Erinnerungen und brachte es einfach nicht übers Herz, mich davon zu trennen.

Loslassen können ist gar nicht so einfach

So kam es, dass ich statt der geplanten vierzig Hemden am Ende nur sieben Stück aussortierte. Nämlich diejenigen, die ich noch nie getragen hatte. Aber wissen Sie, welcher Gedanke mir kam, als ich das letzte davon in den Sack stecken wollte? „Was ist, wenn ich diese Hemden noch einmal brauche?!“ Kennen Sie solche Gedanken? Sie wissen zwar rational genau, dass Sie etwas loslassen müssten, trauen sich aber nicht richtig? 
 
Das liegt ganz einfach daran, dass in diesen Fällen die Gefühle eine viel größere Rolle spielen als der rationale Verstand. Sie erinnern sich an die schönen Momente, und welche Bedeutung diese Dinge in Ihrem Leben einmal hatten. Doch alles hat seine Zeit. Und während ich vor den Säcken saß, musste ich an den Film Fight Club denken, in dem Edward Norton einen Satz sagt, der mich sehr inspiriert hat: „Wir besitzen die Dinge so lange, bis die Dinge anfangen, uns zu besitzen.“
 
Da ist eine Menge dran, oder? Den Großteil von dem ganzen Zeug, das wir im Laufe der Jahre angehäuft haben, besitzen wir einfach nur, weil es eben da ist. Wir benutzen es weder, noch hat es einen Wert für uns. Wir bewahren es für eine eventuelle Benutzung in der Zukunft auf, zu der es sowieso niemals kommen wird. Trotzdem trauen wir uns nicht, die Dinge loszulassen. Und das gilt noch mehr für Veränderung. 

Erfolg heißt zu wissen, was gestern funktioniert hat

Die meisten Menschen haben gar nicht so große Probleme damit, neue Ideen zu akzeptieren. Vielmehr ist es die Angst davor, die alten loszulassen. Die berühmte Komfortzone lässt grüßen. Aber wie wollen Sie neue Wege gehen, wenn Sie morgen das Gleiche tun, was Sie heute, gestern und vorgestern auch schon getan haben? Mutige Entscheidungen legen sich immer fest. Problem oder Lösung. Zögern oder Machen. Kompliziert oder einfach. Stillstand oder neue Wege gehen. Wagen Sie es so oft wie möglich, die Dinge loszulassen, die Sie daran hindern, die nächste Stufe Ihrer Entwicklung zu nehmen. Denn heute Erfolg zu haben, heißt vor allem eins: zu wissen, was gestern funktioniert hat.
 
Genau das war meine größte Herausforderung in den Anfangstagen meiner Selbständigkeit. Ich dachte, ich könnte einfach so weitermachen wie bisher. Doch nur, weil ich als Manager in einem großen Konzern erfolgreich war, hieß das noch lange nicht, dass ich auch ein erfolgreicher Unternehmer sein konnte. Also habe ich eine Sache auf die harte Tour lernen müssen: Kunden interessiert es niemals, wie toll Sie gestern waren. Die interessiert ausschließlich: Wie gut sind Sie heute? Der Erfolg von gestern verhindert den Erfolg von morgen. 
 
Dieses Muster finden Sie überall. Kennen Sie nicht auch diese Menschen, die jegliche Veränderungsideen mit folgenden Worten direkt abbügeln? „Ick mach den Job hier seit 20 Jahrn. Ick wees janz jenau, wie der Hase läuft.“ Doch dieses Denken ist ausschließlich rückwärts gerichtet. Peter Drucker gilt als der größte Management-Denker des letzten Jahrhunderts. In seinem Standardwerk namens Management hat er einen sehr interessanten Satz niedergeschrieben: „Erfolg macht die Verhaltensweisen überflüssig, durch die er entstanden ist.“ Noch besser hat das vor kurzem Karl Lagerfeld in einem Interview zusammengefasst: „In der Minute, in der Sie glauben, Sie seien toll, Sie hätten es geschafft, ist es aus. Es gibt keinen Kredit auf die Vergangenheit.“ Oder in meinen etwas einfacheren Worten: Der Erfolg von gestern verhindert den Erfolg von morgen. Weil uns nichts so sehr bequem werden lässt wie vergangene Erfolge.
 
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Loslassen Psychologie: Darum ist es so schwer

Wenn Sie den Mut haben und die Dinge loslassen, die Sie daran hindern, zu wachsen und besser zu werden, dann wird Erstaunliches passieren. Denn auf diese Weise können Sie eines der universellen Gesetze der Veränderung nutzen. Haben Sie nämlich Ihre generelle Lebensphilosophie auf Überflussdenken aufgebaut, dann besitzen Sie das notwendige Vertrauen, dass jedes entstehende Vakuum durch etwas Besseres, durch etwas Schöneres ersetzt wird. 
 
Was sich so einfach anhört, fällt allerdings auch mir nicht immer leicht. Sie glauben ja gar nicht, wie viel Zweifel ich manchmal habe, wenn ich einen bestimmten Auftrag ablehne, einen wichtigen Geschäftszweig loslasse oder eine vielversprechende Idee aufgebe. Sofort kommen mir dann Gedanken wie „Ich werde bestimmt verhungern“, oder „So einen guten Kunden finde ich nie wieder“. Doch ich habe im Laufe der Zeit auch etwas anderes losgelassen, nämlich den Gedanken, dass ich frei von Zweifeln wäre. Jeder zweifelt. Sie genauso wie ich. Es ist nicht nur menschlich, sondern hört auch nie auf. 
 
Wenn Sie denken, dass erfolgreiche Menschen niemals zweifeln würden, dann täuschen Sie sich gewaltig. Der einzige Unterschied besteht darin, dass die Erfolgreichen genau wissen, wann sie ihr Glas wieder abstellen müssen. Und trotz aller Zweifel läuft es jedes Mal wieder nach dem gleichen Muster ab. Immer wenn ich eine schwere Entscheidung treffe und im Vertrauen auf den Überfluss loslasse, wird das entstandene Vakuum mit etwas Besserem gefüllt. Ich bekomme zuverlässigere Kunden, erhalte lukrativere Aufträge und mache noch mehr und vor allem nachhaltigeren Umsatz.

Loslassen lernen: Vertrauen Sie dem Universum

Nicht immer kommt das Gute sofort und auch nicht immer aus der Richtung, aus der Sie es erwarten würden. Das Leben geht in diesen Dingen manchmal verworrene und verschlungene Wege. Doch mit einem gewissen Vertrauen in die Kraft eines Vakuums wird eine entstandene Lücke immer durch etwas Besseres ersetzt werden. „Aber, Ilja, was genau soll ich denn jetzt loslassen?“ Das ist eine gute Frage. Und ich kann Sie Ihnen nicht beantworten. Oft ist es nur eine einzige Sache, die Sie loslassen müssen, um damit eine kleine Lawine von positiven Entwicklungen loszutreten. 
 
Das Fiese an der Sache ist allerdings, dass Sie im Vorfeld solcher Entscheidungen eigentlich immer ein ungutes Gefühl haben. Kein Wunder, denn die meisten Dinge, die Sie am dringendsten loslassen sollten, haben einen wichtigen Platz in Ihrem Leben eingenommen. Ihr gesamtes Inneres sträubt sich insolchen Momenten und ruft: „Auf keinen Fall, das ist wichtig. Das brauchen wir noch.“ 
 
Aber die Veränderungen, vor denen Sie am meisten Angst haben, bringen nun mal die größten Durchbrüche. Und so wie mir damals in meinem Ankleidezimmer mein Bauchgefühl sagte, dass die Zeit der Hemden gekommen sei, so spüren Sie ebenfalls, dass ein Teil von Ihnen zwar laut protestiert, Sie aber trotzdem handeln sollten. In solchen Fällen hilft das Training Ihrer Intuition, auf die Sie sich in solchen Fällen fast immer verlassen können.

Loslassen, was nicht glücklich macht

Kommen wir also zur entscheidenden Frage dieses Artikels: Was ist die eine Sache in Ihrem Leben, die Sie loslassen sollten? Wahrscheinlich spüren Sie schon lange, um was es sich dabei handelt, haben bisher aber viele gute Argumente gefunden, warum ein Loslassen hier scheinbar nicht in Frage kommt. Trotzdem kommt diese leise innere Stimme immer wieder und taucht in schöner Regelmäßigkeit an der Oberfläche auf.
 
Habe ich recht? Wenn Sie immer noch zweifeln (und das werden Sie, weil es vollkommen normal ist), dann gehen Sie tief in sich und stellen sich dann folgende Frage: „Was ist die eine Sache in meinem Leben, die ich loslassen sollte?“ Achten Sie nun auf die Antwort, die Ihnen als Allererstes in den Sinn kommt. Egal, wie unrealistisch oder unvernünftig die Idee auch klingen mag, mit großer Wahrscheinlichkeit handelt es sich in diesem Moment genau um die Sache, von der Sie sich trennen sollten.
 
Benötigen Sie noch ein paar Ideen, was Sie alles loslassen können? Ich habe vor langer Zeit einmal eine Liste für mich erstellt, in der ich die Dinge zusammengefasst habe, die sich optimal dafür eignen, regelmäßig kritisch überprüft und hinterfragt zu werden. Denn wenn Sie loslassen lernen wollen, dann ist das große Ziel nichts anderes, als kritisch zu denken, geistig flexibel zu bleiben und alles dafür zu tun, der Bequemlichkeit des seelischen Niemandslands zu entfliehen. Obwohl ich in diesen Dingen mittlerweile geübt sein sollte, ertappe ich mich trotzdem häufig dabei, wie ich vor lauter Vorträgen, Terminen und Alltagsaufgaben den leichten Weg gehe und mir lieber meine eigene Komfortzone ausbaue. 

7 Dinge im Leben, die Sie loslassen können

Deshalb habe ich mir feste Termine im Kalender notiert, an denen ich die vermeintlichen Tatsachen des Lebens kritisch hinterfrage, meine Strategien überprüfe und meine Ziele justiere. Dies mache ich einmal im Monat und zum Jahreswechsel sogar ein ganzes Wochenende lang. Leicht wird das Loslassen übrigens nie, aber je häufiger Sie die faszinierenden Auswirkungen erleben, desto mehr Vertrauen werden Sie in Ihre Entscheidungen bekommen. Wollen wir beginnen? Hier sind meine persönlichen Loslass-Vorschläge.

Perfektion loslassen lernen

Für erfolgreiches Change Management ist es viel wichtiger, ins Handeln zu kommen, als auf Perfektion zu warten. Fehler passieren sowieso, Pläne gehen schief und viele große Steine warten auf dem Weg darauf, von Ihnen aus dem Weg geräumt zu werden. Außerdem habe ich eine Sache in meinem Job als Keynote Speaker gelernt: Perfektion wirkt immer ein wenig suspekt. Kleine Fehler zuzugeben und zu Schwächen offen zu stehen, kann hingegen viele Türen öffnen. Menschen mögen nämlich am liebsten Menschen, und keine Roboter. Lassen Sie die Idee los, perfekt sein zu wollen.

Glaubenssätze und Überzeugungen loslassen lernen

Hier fällt das Loslassen am schwersten, denn nichts auf der Welt verteidigen wir so gerne wie unsere eigenen Meinungen, Glaubenssätze und Überzeugungen. Aus diesem Grund verändern sich Menschen eben auch nur, wenn sie es wollen, und nicht, wenn sie es müssen. Hinterfragen Sie Ihre Überzeugungen also regelmäßig kritisch und ergebnisoffen. Ein guter Start ist immer folgender: „Ist diese Überzeugung wirklich meine eigene oder habe ich sie von meinem Umfeld, anderen Menschen oder den Medien übernommen? 
 
Und wenn es meine eigene ist, bringt sie mich meinen Zielen näher oder bremst sie mich?“ Lassen Sie limitierende Glaubenssätze und von anderen übernommene Überzeugungen los.

Erwartungen loslassen lernen

Ich kann es nicht oft genug wiederholen: Das Leben ist kein Ponyhof und schon gar nicht fair. Die Menschen sind es auch nicht. Und Sie können es nicht allen recht machen. Lassen Sie Ihre Erwartungen los, dass alles gerecht zugeht oder dass man Ihnen die Chancen und Möglichkeiten auf dem Silbertablett serviert. Lösen Sie sich von den Erwartungen anderer Menschen und machen Sie Ihr eigenes Ding. Und dafür sollten Sie Ihre eigenen Standards deutlich erhöhen.

Negative Menschen loslassen lernen

Ihr Inner Circle bestimmt über Erfolg oder Mißerfolg. Das gilt für sämtliche Lebensbereiche. Für Ihre Karriere, Ihre Gesundheit und Ihre Finanzen. Es macht einfach einen Unterschied, ob Sie Ihre Zeit mit positiven und innovativen Menschen verbringen oder ob Sie am Stammtisch mit bierseligen Energievampiren sitzen, deren Leben von Neid, Missgunst und Frust bestimmt wird. 
 
Ich weiß aus eigener Erfahrung, wie schwer es für uns ist, Menschen loszulassen, die einmal eine wichtige Rolle in unserem Leben gespielt haben. Doch auch hier gilt: Alles hat seine Zeit. Und wenn Sie sich als Person weiterentwickeln, aber die Menschen aus Ihrem Umfeld stehenbleiben, sollten Sie in Ihrem Tempo weitergehen. Je erfolgreicher Sie werden, desto häufiger werden Sie nämlich eine schmerzliche Erfahrung machen: Viele Freunde und Bekannte wollen überhaupt nicht, dass Sie erfolgreich werden. 
 
Und wenn Sie es Ihnen doch gönnen, dann aber bitteschön auf keinen Fall erfolgreicher, als sie selbst es sind.  Dies ist nicht mal böse gemeint, sondern nur das äußerlich sichtbare Verhalten, das aus dem Mangeldenken resultiert. Wie können Sie solche Erfahrungen vermeiden? Umgeben Sie sich ausschließlich mit Möglichkeitsdenkern, die Sie auf Ihrem Weg unterstützen und bestärken. Und dazu gehört auch einmal ein kritisches Feedback. Aber lassen Sie bitte alle negativen Menschen in Ihrem Umfeld los und vertrauen Sie darauf, dass spannende Persönlichkeiten die Lücken füllen werden.

Kunden und Aufträge loslassen lernen

Haben Sie auch diesen bestimmten Kunden, der kaum Umsatz bringt, aber dafür permanent eine Sonderbehandlung wünscht? Bei dem nichts sofort funktioniert, der immer noch eine Nachfrage hat, und bei dem Sie jedes Mal einen hohen Zusatzaufwand betreiben müssen? Trauen Sie sich nein zu sagen, und lassen Sie los. Konzentrieren Sie Ihre Kraft und Energie lieber auf die Kunden, die niemals nörgeln, meckern oder reklamieren, dafür aber Ihre Leistungen zu schätzen wissen, Umsatz bringen und Sie gerne als Partner an der Seite haben. 
 
Und eines können Sie mir glauben, für den einen schwierigen Kunden stehen schon fünf andere vor der Tür, die nur darauf warten, mit Ihnen Geschäfte zu machen. Und zwar solche, die von einem Austausch von Werten geprägt sind.

Dinge und Zeug loslassen lernen

Keine Sorge, dies wird nicht der hundertste Aufruf zu einem besitzlosen Leben und auch keine Moralpredigt, dass es verwerflich sei, wenn Sie gerne konsumieren. Viel lieber möchte ich Ihr Bewusstsein dafür schärfen, wie viel von dem Zeug, das Sie angehäuft haben, für Sie entweder keinen Wert mehr hat oder nicht genutzt wird. Es gibt einen interessanten Artikel im Journal of Consumer Psychology aus dem Jahre 2011, der den treffenden Titel trägt: „If Money doesn’t buy you happiness, then you probably aren’t spending it right.“ 
 
Wenn Sie Freude an schönen Dingen, an teuren Uhren, an schnellen Autos oder an luxuriösen Klamotten haben, dann kaufen Sie sie sich und erfreuen sich daran. Wenn Sie von Haus aus glücklich und zufrieden sind, dann machen diese Konsumgüter Ihr Leben nämlich noch schöner. Nur wenn Sie den Konsum dazu brauchen, um glücklich zu sein, dann sollten Sie Ihre grundlegende Philosophie dringend überdenken. Doch wie viele Dinge befinden sich in Ihren Schränken, Ihren Kellern oder Garagen, die seit Jahren einfach da sind, und die Sie schon lange nicht mehr nutzen? 
 
Sortieren Sie hier gnadenlos aus. Was Sie im letzten Jahr nicht benutzt haben, werden Sie auch im nächsten nicht nutzen. Zeug, das nur noch da ist, weil es mal teuer war oder mit einer Erinnerung verknüpft ist, nimmt nur Platz und Energie weg für die Dinge, die wirklich wichtig für Sie sind. Es sagt ja niemand, dass Sie alles in den Müll werfen sollen. Verkaufen Sie Dinge auf Ebay, verschenken Sie Sachen an Freunde oder spenden Sie an wohltätige Einrichtungen. Wichtig ist aber vor allem, dass Sie loslassen und damit Platz und Freiraum für Neues schaffen. Probieren Sie es aus, ich garantiere Ihnen, dass Sie von der Wirkung begeistert sein werden.

Ziele und Träume loslassen lernen

Schleppen Sie auch schon seit Jahren diesen einen Traum mit sich herum? Verfolgen Sie auch ein bestimmtes Ziel, für dessen Umsetzung bisher einfach die Zeit fehlte? Dann sollten Sie einmal darüber nachdenken, ob Sie es nicht loslassen sollten. Manche Ziele und Träume sind wie die alten Hemden, die Ihren Kleiderschrank verstopfen. Sie kosten Kraft, Energie und Zeit. Vor allem aber blockieren Sie den Platz, den Sie für Ihre wichtigen Träume und Ihre aktuellen Ziele brauchen. Denken Sie im Zweifel immer wieder daran: Alles im Leben hat seine Zeit. Und es hat seinen Grund, warum Sie diese Dinge bisher nicht umgesetzt haben. Wagen Sie es, loszulassen, und verfolgen Sie lieber die Vorhaben, die Ihnen heute wichtig sind.

Loslassen bedeutet nicht loswerden

Gut, haben Sie einige Anregungen bekommen können? Ich bin mir bewusst, dass wir die Kunst des Loslassens sehr kurz betrachtet haben. Nicht umsonst gibt es ganze Bücher, die sich nur mit diesem einen Thema befassen. Aber wie so häufig wirken meistens die Dinge am besten, die auf den Punkt formuliert sind, und ich hoffe, Sie haben ein Gespür dafür bekommen, welche Kraft das Loslassen lernen haben kann. Unterm Strich läuft es tatsächlich nur auf eine einzige Handlung hinaus: Lassen Sie los, was Sie festhält. Mehr ist es nicht. 
 
Damit Ihnen das in Zukunft nicht mehr so schwer fällt, kommt nun der entscheidende Hinweis ganz zum Schluss. Ich habe nämlich herausgefunden, warum so viele Menschen zwar Weltmeister im Festhalten sind, ihnen das Loslassen aber so ungeheuer schwerfällt. Wie bei allen anderen Veränderungen auch liegt es auch in diesem Fall an der Bewertung. Hier kommt also ein Impuls, der Ihren Umgang mit der Kunst des Loslassens entscheidend verändern kann. Diesen Satz sollten Sie sich entweder aufschreiben oder so gut verinnerlichen, dass Sie ihn nie wieder vergessen:
 
Loslassen bedeutet nicht loswerden.
 
Diese Erkenntnis hat meinem Leben eine völlig neue Qualität gegeben. Sie kann es auch in Ihrem tun. Wenn Sie etwas loslassen, bedeutet das niemals, dass Sie etwas wegwerfen. Ganz im Gegenteil. Loslassen bedeutet einzig und allein, dass Sie etwas nicht mehr festhalten. 

Loslassen können – Die Perspektive, die alles verändert

Wenn ein Falke in einem Käfig festgehalten wird, drehen sich seine ganzen Gedanken nur darum, wie er fliehen kann. Lässt der Falkner aber los und schenkt dem Tier seine Freiheit, kehrt der Vogel immer wieder zurück zu dem Ort, wo er sich besonders wohlfühlt. Und daraus folgt eine wichtige Erkenntnis: Wenn Sie etwas mit aller Macht festhalten müssen, dann ist diese Handlung vor allem von der Angst vor Verlust getrieben. Das, woran sie sich so krampfhaft klammern, hat Sie eigentlich schon vor langer Zeit verlassen. 
 
Wenn Sie es stattdessen wagen, alte Ideen, Überzeugungen oder auch Menschen loszulassen, werden Sie eine erstaunliche Feststellung machen. Manche dieser Dinge werden für immer verschwinden. Und das ist gut so, denn alles hat seine Zeit. Genauso wird es aber auch manches geben, was von sich aus wieder zu Ihnen zurückkehrt. Diese eine Idee, die einfach nicht lockerlässt. Diese Überzeugung, die Ihnen immer wieder begegnet. Und dieser ganz besondere Mensch, der gemeinsam mit Ihnen einen Neuanfang wagen möchte. 
 
Das ist das Großartige am Loslassen lernen. Sobald Sie nicht mehr krampfhaft festhalten, sondern den Dingen die Freiheit lassen, von sich aus zu Ihnen zurückzukehren, spüren Sie, was wirklich zählt und für Ihr Leben wichtig ist. Wagen Sie es, loszulassen, und schaffen Sie Raum für Ideen, Gedanken und Menschen, die Sie beim Erreichen Ihrer Großartigkeit und beim Leben Ihrer Träume unterstützen.
 
Herzlichst, Ihr Ilja Grzeskowitz

Entscheidungen treffen lernen – 7 geniale Tipps für mehr Klarheit im Leben

Entscheidungen treffen lernen. Es klingt so einfach. Und ist doch so schwer. Management Guru Peter Drucker hat einmal gesagt: „Wenn Sie irgendwo ein erfolgreiches Unternehmen sehen, dann liegt es daran, dass irgendwann irgendjemand eine mutige Entscheidung getroffen hat.“ Wie richtig er doch mit dieser Aussage lag. Und zwischen den Zeilen hören wir noch etwas anderes heraus. Jeder erfolgreiche Unternehmer ist immer auch ein guter Entscheider.

Oder andersherum, wenn Sie nicht die gewünschten Ergebnisse in Ihrem Leben erzielen, dann liegt die Vermutung nahe, dass Sie an Ihrer Entscheidungskompetenz arbeiten sollten. Sie fragen sich warum? Ganz einfach, weil die Fähigkeit, Entscheidungen zu treffen, die wichtigste Eigenschaft eines erfolgreichen Unternehmers, Managers und grundsätzlich jedes einzelnen Menschen ist.

Die richtigen Entscheidungen treffen

Entscheidungen treffen ist also in der Realität wesentlich schwieriger, als in der Theorie. Denn wie viele Menschen kennen Sie, die Weltmeister im Ankündigen, Planen und Vornehmen von Veränderungen sind, aber dann regelmäßig an der Umsetzung scheitern? Wie häufig hatten Sie selbst schon eine grandiose Idee, wollten auch die entsprechenden Entscheidungen treffen, aber konnten diese nicht in die Tat umsetzen? Es mag Sie jetzt überraschen, aber die meisten Menschen haben kein Umsetzungs- sondern ein Entscheidungsproblem. Es ist das Resultat von Wischi-Waschi-Werten und dem damit einhergehenden Mangel an klaren Prioritäten. 

Die Folgen sind fatal: Man gewöhnt sich mit der Zeit daran, dass andere Menschen einem die Entscheidungen schon abnehmen werden. Der Chef, die Kollegen, der Lebenspartner, die Nachbarn, der Kellner, die Verkäuferin oder die allseits beliebte und niemals wirklich definierbare Entität namens “Die da Oben”. 

Entscheidungen treffen Psychologie: Der Spiegel der eigenen Prioritäten

So gut wie jedem traut man zu, für einen selber Entscheidungen treffen zu können. Nur man selbst drückt sich davor wie der Teufel vor dem Weihwasser. Diese unentschlossenen Menschen können Sie auch sehr gut an ihrer Sprache erkennen, denn sie verwenden auffallend häufig ihre Lieblingswörter „eigentlich“, “eventuell”, möglicherweise” und „vielleicht“. Denn wenn man lediglich vielleicht darüber nachdenkt, ob man sich möglicherweise zu einem bestimmten Zeitpunkt eventuell entscheiden könnte, ob man sich eigentlich verändern will, dann muss man sich doch gar nicht festlegen! Und das gefällt den meisten Menschen.
 
Aber warum ist das überhaupt so? Warum will sich niemand mehr festlegen? Warum fällt es vielen Menschen so schwer, sich zu entscheiden? Zum einen spielen da natürlich die eigenen Werte eine zentrale Rolle. Wenn ich nicht weiß, wie meine Prioritäten im Leben aussehen, dann kann ich mich auch nicht danach verhalten. Wenn ich innerlich unsicher bin, dann ist es nicht möglich, im Außen klare Entscheidungen zu treffen. Doch in den allermeisten Fällen ist es gar nicht so, dass sich jemand nicht festlegen kann. Vielmehr liegt es am Wollen. 

Entscheidungen zu treffen bedeutet, sich festzulegen

Denn es gibt ein zentrales Merkmal einer jeden Entscheidung: Immer wenn Sie sich für etwas entscheiden, dann entscheiden Sie sich gleichzeitig auch gegen etwas. Mit allen Konsequenzen, Entbehrungen und Konflikten. Aber eben auch mit den entsprechenden Resultaten. Bei jeder einzelnen Entscheidung wägen Sie innerlich ab, wo Ihre Prioritäten liegen. Es immer eine Frage, was Ihnen wichtiger ist. Es ist immer ein „Entweder oder“. Ein paar Beispiele gefällig?
 
  • Sie können entweder die Freiheit des eigenen Unternehmens haben oder die (vermeintliche) Sicherheit einer Festanstellung.
  • Sie können entweder den wichtigen Kundenanruf tätigen oder zum zehnten Mal am Tag auf LinkedIn die Statusmeldungen checken.
  • Sie können entweder früh morgens für Ihren Traumkörper trainieren oder eine Stunde länger im warmen, gemütlichen Bett verbringen.
  • Sie können entweder Ihre nächsten Karriereschritte planen oder den Abend mit den Kumpels in der Kneipe verbringen.
  • Sie können entweder Überstunden für das wichtige Projekt einlegen oder die wohltuende Wirkung von zehn Stunden Schlaf genießen.
  • Sie können alles dafür tun, um den lange ersehnten Posten als Abteilungsleiterin zu ergattern, oder auf Ihren pünktlichen Feierabend beharren.
  • Sie können einen romantischen Urlaub mit Ihrem Lebenspartner genießen oder mit Ihren Freunden an den Ballermann reisen.
  • Sie können Zeit mit Ihren Kindern verbringen oder bis abends um zehn im Büro sitzen.
  • Sie können daran arbeiten, Ihre Träume in die Tat umzusetzen, oder das Nachtleben Ihrer Stadt unsicher machen.
  • Sie können entweder Entscheidungen treffen lernen oder Sie werden einen dauerhaften Zustand der Unzufriedenheit verspüren.

Entscheidungen fällen ist gar nicht so einfach – Aber man kann es lernen

Beim Entscheidungen treffen lautet die entscheidende Frage immer: „Was ist Ihnen wichtiger?“ Wenn Sie das für sich beantworten können, dann fällt es Ihnen auch nicht schwer, sich festzulegen. Je mehr Sie auf kraftvolle Werte zurückgreifen können und je mehr Sie eine nachhaltige Motivation aufgebaut haben, desto eher werden Sie bereit sein, alles dafür zu tun, Ihre Ziele zu erreichen. Und weil das eben immer auch Arbeit, Disziplin und Commitment bedeutet, sind die wenigsten bereit, diese Konsequenzen zu tragen.
 
Aber woran liegt das? Wir leben mittlerweile in einer Gesellschaft, die von Beliebigkeit gekennzeichnet ist. Mit großer Sorge beobachte ich den Trend der großen Masse, auf möglichst vielen Hochzeiten tanzen und keine Entscheidungen treffen zu wollen. Und so macht man eben von allem ein bisschen, aber eben auch nichts richtig. Man wurschtelt sich durchs eigene Leben, hat keine großen Tiefpunkte, aber auch keine Highlights. Die klassische Definition von Mittelmaß. Und wenn man sich dann doch mal aufrafft, eine Entscheidung zu treffen, dann ist es meist gar keine, weil die meisten Menschen mit diesem Begriff extrem locker umgehen. Bei genauerem Hinsehen entpuppt sich so manche Entscheidung allerdings eher als ein frommer Wunsch, den man sehnsüchtig gen Himmel richtet.
 
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Echte Entscheidungen sind keine frommen Wünsche

Lassen Sie sich davon bitte nicht täuschen, denn eine echte Entscheidung ist etwas vollkommen anderes. Es bedeutet, sich zu commiten, sich mit Haut und Haaren den Konsequenzen dieser Handlung zu verschreiben und sich auch von Rückschlägen nicht vom Weg abbringen zu lassen. Eine echte Entscheidung zu treffen, bedeutet, sich festzulegen. Sich für etwas zu entscheiden. Und gleichzeitig auch gegen die Alternative zu entscheiden. Es bedeutet, eine bewusste Wahl zu treffen. Und diese klare und konsequente Wahl scheuen viele und lassen sich stattdessen lieber von äußeren Umständen leiten. Oder noch schlimmer, von den Entscheidungen anderer Menschen.
 
Und damit meine ich beileibe nicht nur die wirklich richtungsweisenden Entscheidungen im Leben. Nein, meist geht es schon bei den kleinen Dingen des Alltags los. Beim Einkaufen, beim Essen, in der U-Bahn oder am Familientisch. Aber wer sich schon bei den alltäglichsten Dingen von der allgemeinen Beliebigkeit leiten lässt, der wird erst recht an den großen Entscheidungen im Leben scheitern. Denn unter dem Strich beginnt jede einzelne Veränderung immer mit einer klaren und unumstößlichen Wahl. Der Entscheidung, die Veränderung vorzunehmen, sich auf den Weg zu machen und den Ritt auf der Achterbahnfahrt namens Leben mit all seinen Höhen und Tiefen zu genießen.

Entscheidungen im Leben – Wie im Kleinen, so im Großen

Daher Hand aufs Herz, liebe Leserinnen und Leser, wie ist es bei Ihnen, wie gut oder wie schlecht ist es um Ihre Entscheidungskompetenz bestellt? Wenn Sie sich nicht ganz sicher sind, dann können Sie das einfach überprüfen. Denken Sie für einen Moment an Ihre letzten Restaurantbesuche. Wie sieht Ihr typisches Verhalten aus? Fällt es Ihnen leicht, sich für ein Gericht Ihrer Wahl zu entscheiden, oder drucksen Sie eher lange um den heißen Brei herum, studieren die Speisekarte von vorne bis hinten, nur um dann doch dass gleiche zu bestellen wie Ihr Tischpartner oder das Essen, welches Ihnen vom Kellner empfohlen wird?
 
Wie häufig haben Sie schon Auswahlfragen wie „Möchtest Du Kaffee oder Tee?“, „Wollen wir ins Kino oder ins Theater?“ oder „Gehen wir zum Italiener oder zum Thailänder essen?“ mit einem lapidaren: „Ist mir egal“, „Kannst du dir aussuchen“ oder „Ich mag beides“ beantwortet?

Entscheidungen treffen lernen: Mit diesen 7 genialen Tipps

Sollten Sie sich dann und wann bei einem solch ausweichenden Verhalten ertappen, dann ist Vorsicht geboten. Denn wenn Sie schon bei kleinen Entscheidungen Schwierigkeiten haben, dann wird es auch bei den wichtigen Dingen nicht anders sein. Und jede erfolgreiche Veränderung beginnt nun einmal mit einer unumstößlichen Entscheidung. Sie kommen nicht darum herum.
 
Doch es gibt auch gute Nachrichten, denn es ist gar nicht so schwer, die eigene Entscheidungskompetenz zu trainieren. Die Basis sind kraftvolle Werte, über die ich in diesem Artikel sehr ausführlich geschrieben habe. Diese sind immer die Grundlage, an der sich alles andere ausrichtet. Zusätzliche möchte ich Ihnen gerne noch einen kleinen Leitfaden an die Hand geben, der Ihnen bei zukünftigen Entscheidungen eine gute Orientierung sein kann.
 

Tipp #1: Entscheiden Sie sich, auf jeden Fall eine Entscheidung zu treffen

Klingt banal, ist aber der wichtigste Schritt von allen. Ab sofort wird nicht mehr rumgeeiert, sondern entschieden. Immer. Bei den kleinen Entscheidungen des Alltags und auch bei den wichtigen Herausforderungen. Je schneller Sie Ihre neue Entscheidungsfreude zu einer Gewohnheit machen, desto besser.
 

Tipp #2: Analysieren Sie die Ausgangslage und wägen Sie Ihre Optionen ab

Machen Sie eine offene und ehrliche Ist-Analyse. Beschönigen Sie nichts, aber machen Sie es auch nicht schlechter, als es ist. Je besser Sie Ihre Ausgangslage kennen, desto leichter wird es Ihnen fallen, die möglichen Optionen zu finden. Und übrigens, ist Ihnen schon mal aufgefallen, dass Sie in jeder Situation immer mindestens drei Wahlmöglichkeiten haben? Machen Sie gerne die Probe aufs Exempel.

Tipp #3: Akzeptieren Sie die Tatsache, dass Sie niemals genau wissen werden, welche Entscheidung richtig oder falsch ist

Diese Erkenntnis kann Ihnen so manche Grübelei ersparen. Akzeptieren Sie daher, dass Sie vorher nie wissen werden, welche Entscheidung die richtige sein wird. Diese Erkenntnis haben wir leider immer erst hinterher. Aber vielleicht ist das auch ganz gut so, denn schließlich wachsen wir an unseren Erfahrungen.
 

Tipp #4: Kombinieren Sie Ihr Wissen mit Ihrer Intuition und entscheiden Sie sich

Jetzt kommt das unschlagbare Duo „Herz & Verstand“ ins Spiel. Nutzen Sie sowohl Ihre Ratio als auch Ihr Bauchgefühl. Ich selbst habe in den letzten Jahren so gut wie alle wichtigen Entscheidungen aus dem Bauch getroffen, aber dabei auch den Verstand eingeschaltet. Und ich bin mit dieser Strategie so gut gefahren, weil die Intuition immer dann besonders gut wirken kann, wenn Sie auf einer fundierten sachlichen Analyse beruht.
 

Tipp #5: Übernehmen Sie die volle Verantwortung für die Konsequenzen der Entscheidung

Ein besonders wichtiger Schritt, speziell wenn noch weitere Menschen von der Entscheidung betroffen sind. Nichts baut so sehr Vertrauen auf wie Verlässlichkeit und Klarheit. Deshalb: Egal, welche Ergebnisse aus Ihrer Entscheidung resultieren, übernehmen Sie Verantwortung. Für die guten Dinge, aber auch für diejenigen, die nicht so gut gelaufen sind.

 

Schritt #6: Stehen Sie zu Ihrer Entscheidung, auch wenn Sie auf Gegenwind stoßen

Wenn Sie Verantwortung übernehmen, werden Ihnen eine Menge Respekt und teilweise Bewunderung entgegengebracht. Umgekehrt ist nichts so verachtungswürdig wie das permanente Wechseln der eigenen Meinung. Und doch gehen viele Menschen lieber den leichten Weg und hängen ihre Fahne in den Wind und verbiegen und winden sich, wo sie nur können. So entwickeln sie mit der Zeit ein Rückgrat aus Gummi. Machen Sie sich eines klar: Sie werden es sowieso niemals allen recht machen können, und sehr häufig sind die richtigen Entscheidungen leider auch die unpopulären.
 

Tipp #7: Haben Sie den Mut, eine Entscheidung auch einmal zu revidieren

Trotzdem ist es wichtig, immer flexibel mit den Ergebnissen umzugehen. Und es kommt eben auch vor, dass man sich falsch entschieden hat. Dann ist es wichtig, rechtzeitig zu reagieren und sich neu zu entscheiden. Damit zeigen Sie nicht nur, dass Sie offen und ehrlich zu sich selbst sind, sondern beweisen nach außen hin Größe.
 

Entscheidungen treffen lernen – Ein Fazit

 
Ich würde mir wünschen, dass Sie diesen sieben Tipps für gute Entscheidungen eine Chance geben und sie als Gewohnheit in Ihren Alltag einbauen. Trainieren Sie das Entscheiden so oft wie möglich. Vermeiden Sie das so beliebte „Wischi-Waschi-Verhalten“ und legen Sie sich fest. Im Kleinen wie im Großen. Denn jede einzelne Veränderung beginnt immer mit einer unumstößlichen Entscheidung. Und zwar einer richtigen. Mit allen Konsequenzen. Einer Entscheidung, die Commitment, Motivation und Disziplin nach sich zieht. Einer Entscheidung, für die Sie bereit sind, alles notwendige zu tun, um sie in die Tat umzusetzen.
 
Und nun freue ich mich auf Ihren Kommentar und auf Ihr Feedback zum Thema „Entscheidungen treffen lernen“.
Herzlichst, Ihr Ilja Grzeskowitz

Die 50 besten Zitate für Veränderung im Leben

Zitate über Veränderung bringen in einem Satz auf den Punkt, wofür wir sonst lange Erklärungen bräuchten: dass Wandel zum Leben gehört und Mut belohnt wird. Auf dieser Seite findest Du die 50 stärksten Sprüche zu Veränderung, Wandel, Transformazion und Neuanfang: Kurz, einprägsam und sofort teilbar.

Du suchst nach Veränderung Zitaten und Sprüchen über Wandel und Change? Dann bist Du hier genau richtig. Ich habe meine Sammlung durchforstet und als Ergebnis meine 50 Lieblingszitate zusammengestellt. Egal, ob Du gerade dabei bist, Dein Leben zu verändern und etwas Mut und Hoffnung brauchst, oder ob Du einfach auf der Suche nach inspirierenden Worten bist, in diesem Artikel wirst Du fündig.

Und wenn Du auch auf Lieblingszitat zu Veränderung, Change und Wandel hast, dann schreib doch am besten einen Kommentar und teile es mit uns. Und nun ganz viel Freude mit den Sprüchen und Veränderung Zitaten für den Umgang mit Wandel in Deinem Leben. 

Veränderung Zitate 1 – 10

1) „Wenn Du ein Schiff bauen willst, dann trommle nicht Männer zusammen um Holz zu beschaffen, Aufgaben zu vergeben und die Arbeit einzuteilen, sondern lehre die Männer die Sehnsucht nach dem weiten, endlosen Meer.“ – Antoine de Saint-Exupéry

2) Im Walde zwei Wege boten sich mir dar und ich ging den, der weniger betreten war – und das veränderte mein Leben“ – Walt Whitman

3) „Sei du selbst die Veränderung, die du dir wünschst für diese Welt“ – Mahatma Ghandi

4) „Man kann einem Menschen alles nehmen. Alles, außer der letzten menschlichen Freiheit: Der Freiheit, die eigene Einstellung und den eigenen Weg zu wählen, egal wie hart die äußeren Umstände auch sein mögen“ – Viktor Frankl

5) „Veränderung geschieht nicht, indem wir auf andere Menschen oder eine andere Zeit warten. Wir sind diejenigen, auf die wir gewartet haben. Wir sind die Veränderung, nach der wir uns sehnen“ – Barack Obama

6) „Nichts ist so beständig wie der Wandel“ – Heraklit

7) „Wer nichts verändern will, der wird auch das verlieren, was er bewahren möchte“ – Gustav Heinemann

8) „Man sagt immer, dass die Zeit die Dinge verändert. Aber tatsächlich musst Du sie selber verändern“ – Andy Warhol

9) „Es wird eine Zeit kommen, wenn Du denkst, dass alles zu Ende ist. Das wird der Anfang sein.“ Louis L´Amour

10) „Alle wollen die Welt verändern, aber niemand sich selbst“ – Leo Tolstoi

Veränderung Zitate 11 – 20

11) „Wenn der Wind der Veränderung weht, bauen die einen Mauern und die anderen Windmühlen.“ – Chinesisches Sprichwort

12) „In den letzten 33 Jahren habe ich jeden morgen in den Spiegel geblickt und mich gefragt: Wenn heute der letzte Tag meines Lebens wäre, würde ich dann tun wollen, was ich heute tun werde? Und immer, wenn die Antwort für zu viele Tage „Nein“ lautete, wusste ich, dass ich etwas verändern musste.“ – Steve Jobs

13) „Gehe nicht, wohin der Weg führen mag, sondern dorthin, wo kein Weg ist, und hinterlasse eine Spur.“ – Jean Paul

14) „Geld und Erfolg verändern Menschen nicht. Sie verstärken nur, was bereits vorhanden ist.“ – Will Smith

15) „Ich kann freilich nicht sagen, ob es besser werden wird, wenn es anders wird. Aber eines kann ich sagen: Es muss anders werden, wenn es gut werden soll“ – Georg Lichtenberg

16) „Die reinste Form des Wahnsinns ist es, alles beim Alten zu lassen und gleichzeitig zu hoffen, dass sich etwas ändert“ – Albert Einstein

17) „Arbeite wie ein Sklave. Führe wie ein König. Erschaffe wie ein Gott“ – Constantin Brancusi

18) „Wer immer tut, was er schon kann, bleibt immer das, was er schon ist“ – Henry Ford

19) „Das Glück kommt zu denen, die es erwarten. Nur müssen sie die Türen auch offenhalten“ – Thomas Mann

20) „Auch aus Steinen, die einem in den Weg gelegt werden, kann man Schönes bauen“ – Johann Wolfgang von Goethe

Veränderung Zitate 21 – 30

21) „Gott gebe mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden“ – Reinhold Niebuhr

22) „Intelligenz ist die Fähigkeit, sich Veränderungen anpassen zu können“ – Stephen Hawking

23) „Gehe nicht dahin, wo der Puck ist. Gehe dahin, wo der Puck sein wird“ – Wayne Gretzky

24) „Veränderung ist notwendig wie die Erneuerung der Blätter im Frühling“ – Vincent van Gogh

25) „Wege entstehen dadurch, dass man sie geht“ – Franz Kafka

26) „Die meisten Menschen würden die Sicherheit des Elends dem Elend der Unsicherheit vorziehen“ – Virginia Satir

27) „Veränderung ist das Gesetz des Lebens. Diejenigen, die nur auf die Vergangenheit oder die Gegenwart blicken, werden die Zukunft verpassen“ – John F. Kennedy

28) „Am Ende wird alles gut. Wenn es nicht gut wird, ist es noch nicht das Ende“ – Oscar Wilde

29) „Man schafft niemals Veränderung, indem man das Bestehende bekämpft. Um etwas zu verändern, baut man neue Modelle, die das Alte überflüssig machen“ – Buckminster Fuller

30) „Wir können den Wind nicht ändern. Aber wir können die Segel richtig setzen“ – Aristoteles

Veränderung Zitate 31 – 40

31) „Alles, worauf es im Leben ankommt, ist die richtige Intention“ – Andrea Bocelli

32) „Beginne mit dem Notwendigen. Dann erledige das, was möglich ist. Und plötzlich tust Du das Unmögliche“ – Franz von Assisi

33) „Eines Tages wird man offiziell zugeben müssen, dass das, was wir Wirklichkeit getauft haben, eine noch größere Illusion ist als die Welt des Traumes“ – Salvador Dali

34) „Erfahrung ist nicht das, was einem zustößt. Erfahrung ist das, was man aus dem macht, was einem zustößt“ – Aldous Huxley

35) „Jeder Mensch mit einer neuen Idee ist ein Spinner, bis die Idee Erfolg hat“ – Mark Twain

36) „Der Mensch will immer, dass alles anders wird, und gleichzeitig will er, dass alles beim alten bleibt“ – Paulo Coelho

37) „Zwischen Reiz und Reaktion gibt es einen Raum. In diesem Raum haben wir die Freiheit und die Macht, unsere Reaktion zu wählen. In unserer Reaktion liegen unser Wachstum und unsere Freiheit“ – Viktor Frankl

38) „Der Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung ändern kann“ – Francis Picabia

39) „Egal, was andere Menschen Dir erzählen, Worte und Ideen können die Welt verändern“ – Robin Williams

40) „Wachstum ist schmerzhaft. Veränderung ist schmerzhaft. Aber nichts ist so schmerzhaft, wie an einem Ort festzusitzen, an den man nicht gehört“ – Mandy Hale

Veränderung Zitate 41 – 50

41) „Unser größter Ruhm ist nicht, niemals zu fallen, sondern jedes Mal wieder aufzustehen“ – Nelson Mandela

42) „Wer ständig glücklich sein möchte, muss sich oft verändern“ – Konfuzius

43) „Für Wunder muss man beten, für Veränderungen aber arbeiten“ – Thomas von Aquin

44) „Was vor uns liegt und was hinter uns liegt, sind unscheinbare Dinge im Vergleich zu dem, was in uns liegt“ – Ralph Waldo Emerson

45) „Der eine wartet, dass die Zeit sich wandelt. Der andere packt sie kräftig an und handelt“ – Johann Wolfgang von Goethe

46) „Veränderungen begünstigen nur den, der darauf vorbereitet ist“ – Louis Pasteur

47) „Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, der uns beschützt und der uns hilft, zu leben“ – Hermann Hesse

48) „Mut ist die Kraft, das Bekannte loszulassen“ Raymond Lindquist

49) „Verändere Dich, bevor Du gezwungen wirst, Dich zu verändern“ – Jack Welch

50) „Hab keine Angst, das Gute aufzugeben, um das Großartige zu erreichen“ – John D. Rockefeller

Veränderungen im Leben

Ich hoffe sehr, dass die Veränderung Zitate und Sprüche für Dich wertvoll waren. Mögen Sie Dich inspirieren und Dich bei aktuellen und zukünftigen Veränderungen im Leben mit Mut, Hoffnung und Kraft versorgen. Und vergiss nicht, mir Dein Lieblingszitat als Kommentar zu hinterlassen, damit wir die Veränderung Zitate Sammlung gemeinsam wachsen lassen können. Ich freue mich auf Deine Nachricht.

Dein Ilja Grzeskowitz

Zusammenfassung: Zitate über Veränderung

Was ist ein gutes Zitat über Veränderung?

Ein gutes Veränderungs-Zitat ist kurz, konkret und macht Mut. Ein Beispiel ist „Veränderung. Einfach. Machen.“ Es reduziert ein großes Thema auf einen klaren Handlungsimpuls.

Zitate verdichten Erfahrung in einen Satz. In unsicheren Momenten geben sie Orientierung, senken die Angst vor dem Neuen und liefern einen Anstoß, ins Handeln zu kommen.

In Reden, Präsentationen, auf Social Media, in Grußkarten oder als persönliches Motto. Kurze Sprüche wirken besonders als Einstieg oder Abschluss.

Generation XYZ und ihr faszinierender Umgang mit Change

Der Generationwandel als größte Veränderung der Zukunft

Generation XYZ. Die Babyboomer. Millennials. All dies sind Begriffe, die eine der größten Veränderungen unserer Zeit beschreiben: Den Generationenwandel. Und damit seine Auswirkungen auf die Zukunft. Damit meine ich die extreme demografische Transformation, welche die Menschen weltweit zu weiterem Umdenken zwingen wird. Während die Bevölkerung in den Schwellenländern, vor allem in Indien und China, von Jahr zu Jahr explosionsartig anwächst, wird für Europa ein düsteres Szenario heraufbeschworen. Die Experten prognostizieren eine zunehmende Vergreisung der Gesellschaft. Die Auswirkungen auf die weltweiten Märkte, das Rentensystem, die notwendigen Serviceleistungen im Gesundheitssystem sind heute noch nicht mal an Ansatz absehbar. Trotzdem arbeiten Unternehmen mit Weitblick längst an passenden Lösungen für die Probleme der Zukunft.

Welche Generationen gibt es?

Doch nicht nur die demografische Verteilung der Bevölkerung wird sich ändern, sondern auch die Grenzen zwischen den einzelnen Generationen werden sich immer mehr verschieben. Marketingabteilungen auf allen Kontinenten entwickeln schon heute passende Produkte und Dienstleistungen für die neuen Zielgruppen von Generation XYZ und Co. Gerade durch den Fortschritt in Medizin und Technik verlieren die klassischen Zielgruppen, die Schüler, die Arbeitnehmer und die Rentner, an Bedeutung. In diesem Bereich kommt es zu massiven Veränderungen. Früher war die Unterscheidung einfach. Da gab es die Alten und die Jungen. Das war’s. Die einen haben Kuckucksuhren gekauft und die anderen Plattenspieler. Und heute?

Best Ager: Die goldene Generation

Da sind zum einen die Best Ager, die auch als die »goldene Generation« bezeichnet werden. Diese Menschen sind über sechzig Jahre alt und haben nach dem Zweiten Weltkrieg entscheidend dafür gesorgt, dass wir in Deutschland heute voller Ehrfurcht auf die Zeit des Wirtschaftswunders zurückblicken. Die Best Ager haben einen gewissen Wohlstand aufgebaut, den sie heute als Rentner und Pensionäre genießen wollen. Sie erwarten eine optimale medizinische Versorgung, wollen die Früchte ihrer Arbeit genießen und geben sich nur mit dem Besten zufrieden. Was glauben Sie, welche Auswirkungen hat das auf die zukünftigen Produkte und Dienstleistungen?

Generation Baby Boomer

In die Altersspanne von Mitte vierzig bis Ende sechzig fallen die sogenannten Zoomer oder Babyboomer. Diese Generation lehnt es vehement ab, älter zu werden. Sie sind körperlich und gesundheitlich fit, wirtschaftlich gut situiert und denken nicht dran, zum alten Eisen zu gehören. Warum auch? Schließlich sang schon Udo Jürgens darüber, dass das Leben erst mit sechsundsechzig Jahren so richtig anfängt. Und während in der öffentlichen Diskussion noch darüber gestritten wird, ob die Rente nun mit fünfundsechzig oder siebenundsechzig in Kraft treten soll, sehen viele Zoomer überhaupt nicht ein, warum sie nicht auch noch mit siebzig ihrer Arbeit nachgehen sollten. Was glauben Sie, welche Auswirkungen hat das auf den Arbeitsmarkt?

 

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Generation X: Zwischen den Welten

Die Generation X umfasst Menschen im Alter von Mitte zwanzig bis Ende vierzig, die in den 70er- und 80er-Jahren aufgewachsen sind. Sie sind als Kinder auf Bonanzarädern gefahren, mit der Schwarzwaldklinik und Colt Seavers aufgewachsen, ihr erstes Auto war ein Golf und sie wissen noch, dass Macarena ein Tanz ist und kein Cocktail. Sie haben die Einführung des Internets erlebt und waren die ersten Besitzer eines iPhones. Die Mitglieder der Generation X leben daher ein wenig zwischen den Welten. Auf der einen Seite sind sie analog aufgewachsen, waren aber auch die ersten, die Internet, Smartphone und Co. benutzt haben. Aus diesem Grund sind sie zukünftigen Entwicklungen gegenüber sehr aufgeschlossen, legen aber gleichzeitig einen hohen Wert auf Traditionen

Generation Y: Die Millennials

Die Generation Y besteht zum Großteil aus Twens, die nach der deutschen Einheit geboren wurden. In den 90er-Jahren aufgewachsen, verbinden Sie ihre Jugend mit Soap-Operas und Arabella Kiesbauer auf Pro7, haben Michael Jackson noch live gesehen, kümmerten sich liebevoll um ihre Tamagotchis und sind gerade dabei, ihren Platz in der Gesellschaft und im Berufsleben zu finden.

Die jungen Menschen unter zwanzig werden als Millennials bezeichnet. Sie sind kurz vor oder nach der Jahrtausendwende geboren und hatten alle mit spätestens acht Jahren ihr eigenes Handy und ihre Playstation. Sie nutzen ganz selbstverständlich die Möglichkeiten, welche die moderne Technik heutzutage bietet. Diese Generation entwickelt ihre eigene Sprache, ihre eigenen Vorbilder und wird maßgeblich die Zukunft gestalten. Was glauben Sie, welche Auswirkungen hat das auf die Wertvorstellungen von morgen?

Generation Z: Radikal anders

Die Generation Z kennen Sie als die jungen Leute, die mit Onlineplattformen wie TikTok, Instagram und BeReal groß geworden sind. Sie sind zwischen 1995 und 2010 geboren und für viele Mitglieder dieser Gruppe gehörte das Smartphone von Anfang an zum Leben dazu. Aus diesem Grund findet ein großer Teil des Lebens der Generation Z auch online statt. Man lebt, arbeitet, lernt, studiert, liebt und kauft online.

Man sagt ihr nach, dass die Mitglieder maximal unverbindlich wären, 24/7 online sind, Schwierigkeiten mit dem Treffen von Entscheidungen haben, wenig Verantwortung übernehmen wollen, einen hohen Gerechtigkeitssinn besitzen und vollkommen andere Bedürfnisse bezüglich ihres Jobs haben. Und in wenigen Jahren werden diese jungen Menschen Ihre Kunden, Ihre Mitarbeitenden, Ihre Kollegen und möglicherweise sogar Ihre Chefin sein. Sind Sie auf diese Entwicklung vorbereitet?

Generation Wohlfahrtsstaat

Und eine wichtige Gruppierung fehlt noch. Sie kommt in den wenigsten Berichten und Prognosen vor. Und doch wird sie zu einer der größten Herausforderungen der Zukunft werden. Ich spreche von der »Generation Wohlfahrtsstaat«. Hierzu gehören Menschen aller Altersgruppen und sozialer Schichten. Es sind diejenigen, die niemals gelernt haben, produktiv zu arbeiten, und überhaupt nicht den Willen haben, mit ihrem Können eigenes Geld zu verdienen. Stattdessen haben sie sich komplett der Opfer- und Anspruchsmentalität hingegeben und vertrauen darauf, in der Hängematte sozialer Transferzahlungen ein gemütliches Plätzchen zu finden.

Und nur damit wir uns richtig verstehen, ich spreche hier nicht von den Menschen, die ihren Arbeitsplatz verlieren und für eine gewisse Zeit auf die Unterstützung der Gemeinschaft angewiesen sind. Nein, ich spreche von der Art Mensch, die Sie ganz genau kennen. Denjenigen, die überhaupt keine Lust haben, zu arbeiten oder Verantwortung zu übernehmen. Die lieber den ganzen Tag Big Brother im Fernsehen schauen, statt sich ein eigenes Leben zuzulegen. Diese Bevölkerungsschicht wächst von Jahr zu Jahr.

Manche finden das gut. Andere finden es schlecht. Und vielen ist es egal. Aber wie auch immer Ihre persönliche Bewertung aussieht, was glauben Sie, welche Auswirkungen hat diese Entwicklung auf die zukünftige Qualität von Wissen, Fähigkeiten und Problemlösungskompetenz? Und möglicherweise liegt ja auch in diesem Problem wieder eine riesige Chance. Ich bin gespannt, wer Sie erkennen und nutzen wird.

Generation XYZ: Die Chancen der Zukunft

Zurück zu den Generationen XYZ. Haben Sie sich selbst in einer der Beschreibungen wiedergefunden? Haben Sie sich die Zeit genommen, über die einzelnen Fragen ein wenig nachzudenken? Nur wenn Sie in der Lage sind, die zukünftigen Entwicklungen zu antizipieren, werden Sie in der Lage sein, die notwendigen Lösungen anzubieten und die anstehenden Veränderungen zu meistern. All diese individuellen Generationen werden sehr unterschiedlich mit den anstehenden Herausforderungen umgehen.

Doch in welchem Alter Sie, liebe Leserin, lieber Leser, sich auch befinden, am Ende macht die innere Haltung den Unterschied, und Ihre Einstellung wird der entscheidende Faktor sein, wie Ihre ganz persönliche Zukunft aussieht. Vielleicht kommt ja alles auch ganz anders? Denn sämtliche Voraussagen basieren natürlich immer auf der Annahme, dass alles genau so weiterläuft, wie es das bisher getan hat. Und da bin ich mir nun wieder ziemlich sicher: Nichts wird so bleiben, wie es ist. Das Einzige, was sich niemals verändert, ist, dass sich alles verändert.

Nachhaltige Veränderung meistern

Change und Wandel dauerhaft gestalten

Man kennt’s: Nachhaltige Veränderungen stehen an. Es ist aufregend und zu Beginn bist du noch mit voller Motivation dabei. Sobald jedoch der Alltag wieder einkehrt, kann es auch mal passieren, dass du die neue Routine aussetzen lässt. Aus einem Mal wird ein zweites Mal und plötzlich bist du zurück in deinem alten Trott. Wie kannst du es also schaffen, dass du die eingeführte Veränderung – im Alltag oder im Workflow – beibehalten kannst?

Hierzu möchte ich Dir gerne mein Change Journey Framework als Grundlage empfehlen. Es bietet den perfekten Rahmen für jede Art von Veränderungsvorhaben. Dabei führt das Modell dich durch die einzelnen Phasen von Change Management durch und zeigt auf, worauf es wirklich ankommt. Doch natürlich stellt sich bei erfolgreicher Anwendung eine entscheidende Frage: Wie gelingt es, die Ergebnisse dauerhaft zu etablieren? Wie genau gelingen nachhaltige Veränderungen im Business und im Leben?

Damit du eine gutes Fundament schaffen kannst, haben wir drei Bausteine, mit welchen du die nachhaltigen Veränderungen – mit Spaß, Freude und Erfüllung – meistern kannst.

Nachhaltige Veränderungen #1: Priorität

Egal wie groß oder klein die Veränderung ist, ob du allein oder im Team arbeitest: Die geplante Veränderung muss das höchste Maß an Aufmerksamkeit bekommen. Damit der Fokus auf nachhaltigen Veränderungen liegt, solltest du keine anderen Aufgaben nebenher bearbeiten. Es ist wichtig, dass in dem Moment jedes einzelne Teammitglied mit Leidenschaft, Herzblut und Seriosität bei der Sache ist. Je höher die intrinsische Motivation ist, desto besser.

Wie immer gilt: Change ist Chefsache. Es ist keine dieser Aufgaben, um die man sich kümmert, wenn „man mal Zeit“ hat. Denn Zeit haben wir eigentlich nie, oder? Je eher Du dem geplanten Change daher die höchste Priorität einräumst, desto besser. Und auf diese Weise gelingt auch die nachhaltige Integration in deinen Alltag oder in den Workflow.

Nachhaltige Veränderungen #2: Strategie

Die strategische Umsetzung bedarf einer konkreten Planung. Damit das neue Verhalten zu einer Gewohnheit wird, kannst du Schritte festlegen, welche step by step abgearbeitet werden können. Um dazu das Team abzuholen, gilt es Meilensteine und Ziele zu setzen. Plane hierfür regelmäßige Meetings, in denen die geblockte Zeit ausschließlich genutzt wird, um an den verfassten Zielen zu arbeiten.

Es wird am schnellsten zu einer neuen Gewohnheit, wenn du täglich daran arbeitest! Im Schnitt dauert es 66 Tage, um aus einem neuen Verhalten, einem neuen Denkmuster oder einer neuen Entscheidungsstrategie einen unbewussten Automatismus zu machen, der ab dann seinen treuen Dienst für dich leisten wird. 

Aus Prioritäten setzen und einer konkreten Strategie wird somit eine nachhaltige Veränderung.

Nachhaltige Veränderungen #3: Messen

„Was wir verändern wollen, müssen wir messen.“

Mache deinen Fortschritt anhand von Zahlen sichtbar. Es ist wichtig, KPIs (Key-Performance-Indicators) zu definieren. Welche Kennzahlen und Faktoren sollen verändert werden? Misst und trackst du die KPI kontinuierlich und sehr genau, kannst du die Auswertungen optimal nutzen. Befindest du dich auf dem richtigen Kurs? Hast du deine gesetzten Ziele auch eingehalten? Somit hast du automatisch ein internes Warnsystem, um die Strategie und die Prioritäten anzupassen, falls du vom Kurs abkommen solltest. 

Und noch ein kleiner Bonus Tipp. Tracke nicht nur regelmäßig, sondern auch in kurzen Abständen. Solltest du nämlich feststellen, dass du dich von deinem Kurs entfernt hast, dann musst du nur eine kleine Feinjustierung vornehmen, und nicht den kompletten Weg ändern.

Der Schlüssel zu nachhaltigen Veränderungen

Die Kombination aus Prioritäten setzen, strategische Planung, sowie Messen & Tracken bildet den Key, um konsistent an nachhaltigen Veränderungen zu arbeiten. Somit wird die Gewohnheit nachhaltig und die Wirkung der Veränderung bleibt erhalten.

Auch hier gilt: Die Summe von tausenden kleinen Schritten und Bausteinen führen dich zu einer dauerhaften Veränderung, welche nachhaltig wirken kann.

Du hast eine Frage zum Thema oder möchtest Ilja zu Gesicht bekommen, dann findest du hier die passende YouTube-Folge. Hinterlasse gerne deine Fragen oder Anmerkungen in den Kommentaren. Wir freuen uns auf deinen Input und deine Anregungen.