Limitierende Glaubenssätze als Ursache der Selbstsabotage

Die durch limitierende Glaubenssätze ausgelöste Selbstsabotage hindert wohl mehr Menschen daran, ihre persönlichen Ziele und Träume zu erreichen, als sämtliche anderen Faktoren zusammen. Was ich damit meine? Ganz einfach. Vielleicht kennen Sie das ja auch von Freunden, Arbeitskollegen oder gar von sich selbst. Auf bewusster Ebene will man etwas unbedingt schaffen, Erfolge feiern und seine Träume in die Tat umsetzen. Aber unbewusst sorgen negative Programmierungen und Glaubenssätze dafür, dass die bewusst gesetzten Vorhaben torpediert, sabotiert und bekämpft werden.

Die genauen Hintergründe, sowie die Lösung für die unbewusste Selbstsabotage (ich spreche von der Fähigkeit zu verlernen, was wir gelernt haben) wollen wir uns in diesem Blogartikel anschauen. Starten wollen wir mit einer kleinen Zeitreise in die Vergangenheit. Denn genau dort liegen die Ursprünge.

Die unbewusste Selbstsabotage: Die Wurzeln liegen in der Kindheit

Darf ich Ihnen ein Geständnis machen? Ich war nie ein guter Schüler. Spätestens ab der 8. Klasse habe ich mich mehr oder weniger durchgewurschtelt. Und hätte ich nicht einige Paradefächer gehabt, so hätte mir mein komplettes Desinteresse an Mathematik, Physik und Chemie wohl notentechnisch das Genick gebrochen. Aber erst heute, viele Jahre und eine große Portion Lebenserfahrung später weiß ich, warum die Schule und ich nie beste Freunde wurden. Es lag an der Struktur, den Zielen und den Botschaften, die mir bewusst oder unbewusst über meine gesamte Kindheit eingetrichtert wurden.

Vielleicht kommen Ihnen einige davon ja bekannt vor:

  • Sitz still
  • Bereite Dich gut auf die nächste Prüfung vor
  • Pass Dich an
  • Mach Deine Hausaufgaben. Hinterfrage nicht
  • Befolge die Anweisungen der Lehrer
  • Lerne auswendig
  • Schreib in Deinem Heft nicht über den Rand
  • Mach nicht mehr als nötig. Regeln sind wichtiger als Kreativität
  • Halte Dich im Hintergrund
  • Das Kollektiv ist wichtiger als der Einzelne
  • Vermeide Risiken
  • Tue das, was alle tun
  • Schlag Dir die Träumereien aus dem Kopf
  • Tu das, was alle tun
  • Und last but not least natürlich der bekannte Klassiker Gute Noten sind wichtiger als etwas zu verstehen.

Das Ergebnis? Das Schulsystem hat meine Kreativität und meinen Entdeckergeist gekillt. Und weil auch heute immer noch die Methoden aus den 1980er Jahren Bestand haben, sind Millionen von Kindern zwar echte Experten im Auswendiglernen und Bestehen von Klausuren, verfügen jedoch über so gut wie keine Problemlösungskompetenz.

Natürlich ist dies nicht die Schuld der Lehrer, denn viele Lehrkräfte sind super engagiert und richtig toll. Leider haben sie mit genau den gleichen Hindernissen zu kämpfen, denn die Institution Schule mag keine kreativen Pädagogen. Stattdessen mag sie starre Lehrpläne. Fixe Strukturen. Und auf keinen Fall eine Abweichung von der Norm. Der Status Quo des Bildungssystems führt dann dazu, dass die einzige Fähigkeit, die unsere Kinder nach ihrem Abschluss perfekt beherrschen, „gut in der Schule sein“ ist.

Doch welche Relevanz hat das Auswendiglernen von Fakten, die man innerhalb von wenigen Sekunden googeln könnte? Wie wichtig ist das Wiederkäuen von Antworten, welche die fragenden Lehrkräfte schon längst kennen? Richtig, im wahren Leben sind vollkommen andere Kompetenzen gefragt. Weder Astrid Lindgren, noch Elon Musk, Arianna Huffington oder irgendeine andere außergewöhnliche Persönlichkeit hat ihren Erfolg der Ausbildung an einer Schule zu verdanken. Denn wir leben schon lange nicht mehr in der Industriegesellschaft, wo Schulen vor allem konforme Arbeiter hervorbringen sollten, die dann fleißig und zuverlässig ihren Dienst an den Fließbändern der Fabriken absolvieren sollten. Gut in der Schule zu sein ist beim Aufbau eines Start-ups, in der Führung eines Unternehmens oder der Entwicklung von zukunftsorientierten Ideen leider genauso irrelevant wie wenn Sie eine absolute Expertin im Bowling wären.

Versagerbotschaften und Programmierungen setzen sich im Unterbewusstsein fest

Auch im Studium wird es nicht etwa besser. Die Themen und Inhalte mögen zwar komplexer sein, aber trotzdem geht es in erster Linie immer noch um das Auswendiglernen von prüfungsrelevanten Informationen. Die praktische Anwendung des Wissens in unterschiedlichen Kontexten spielt hingegen so gut wie keine Rolle. Es war ein prägender Moment in meinem Leben, als ich als frisch gebackener Diplom-Kaufmann meine Karriere zum Warenhausgeschäftsführer bei Karstadt startete. Werner Zeller, der Abteilungsleiter, der mich einarbeiten sollte, sprach zur Begrüßung direkt Klartext: „Grzeskowitz, schön, dass Sie studiert haben. Das interessiert im wahren Leben allerdings niemanden. In der Praxis sind vollkommen andere Fähigkeiten gefragt. Am besten verlernen Sie so schnell wie möglich alles, was sie an der Uni gelernt haben.“

Rumms. Die Ansage saß. Aber sie hat dazu geführt, dass ich eine neue Perspektive eingenommen habe. Weil ich begriff, dass mir die Prägungen, Botschaften und Suggestionen des Bildungssystems für meine Zukunft nur im Wege stehen würden. Und ehe ich mich versah, stand ich vor der wohl schwierigsten Veränderung meines bisherigen Lebens. Ich musste lernen, all das wieder zu verlernen, womit ich aufgewachsen war. Was man mir über Jahre in der Schule eingetrichtert hatte. Ich musste die Botschaften aus der Vergangenheit ablegen und neu definieren, wer ich sein wollte. Woran ich glaube. Und welches Mindset mich antreiben sollte. Zwischen den Ergebnissen in unserem Leben und unserem aktuellen Mindset gibt es nämlich einen direkten Zusammenhang, den Sie sich wie folgt vorstellen können.

Mindset unbewusste selbstsabotage

Das Mindset als bestimmender Faktor des Denkens und Verhaltens

Wie auch immer das Mindset aussieht, mit dem Sie zurzeit durchs Leben gehen, es ist die einzigartige Kombination Ihrer Identität, Ihren wichtigsten Werten und Ihren tiefsten Überzeugungen. Diese besondere Mischung bestimmt nicht nur Ihre generelle Weltsicht, sondern auch Ihre Fähigkeiten, Ihr Verhalten, Ihre Entscheidungsstrategien und am Ende des Tages eben auch Ihre Ergebnisse. Oder kurz und knackig auf den Punkt gebracht:

Ihr Verhalten ist immer ein direkter Spiegel Ihres Mindsets.

Sie können sich auf intellektueller Ebene noch so sehr wünschen, eine erfolgreiche Unternehmerin zu sein, finanzielle Freiheit zu erlangen oder endlich den Partner fürs Leben zu finden. Wenn Ihr Mindset auf einer diesen Träumen entgegengesetzten Identität und damit einhergehenden Glaubenssätzen basiert, dann werden Sie alles dafür tun, dass die Realität sich Ihren Überzeugungen angleicht. Dies liegt an einem universellen Zusammenhang, wenn es um Veränderungen im Leben geht.

Je mehr ein Verhalten unser aktuelles Mindset angreift, desto mehr werden wir unbewusst alles dafür tun, dieses Verhalten aufzuschieben oder gar ganz zu verhindern.

Beachten Sie bitte, dass dieser Prozess komplett unbewusst abläuft, selbst wenn Sie rational von Ihren Zielen überzeugt sind. Trotzdem sind Menschen wahre Künstler darin, all diese bewusst geäußerten Intentionen unbewusst zu sabotieren, damit die eigene Identität und die damit einhergehenden Überzeugungen bewahrt werden können.

Limitierende Glaubenssätze als Ursprung für unbewusste Selbstsabotage

Statt Überzeugungen können Sie gerne auch Glaubenssätze oder Beliefs sagen. Gemeint sind damit die vermeintlichen Fakten und Zusammenhänge, von denen Sie glauben, dass sie wahr sind, sowie die generellen Prinzipien, wie das Leben funktioniert, was alles möglich ist oder wer Sie als Persönlichkeit sind bzw. sein könnten. Ein paar Beispiele gefällig? Hier kommt eine unvollständige Auswahl von ein paar Klassikern:

  • Schuster bleib bei Deinen Leisten
  • Ich bin nicht gut genug
  • Geld verdirbt den Charakter
  • Rechne lieber mit dem Schlechtesten, dann wirst Du nicht enttäuscht
  • Erst die Arbeit, dann das Vergnügen
  • Das Leben ist kein Zuckerschlecken
  • Die Menschheit wird immer schlechter
  • Ich ziehe den Misserfolg magisch an
  • Das geht nicht so einfach
  • Um Erfolg zu haben, muss man die Ellenbogen ausfahren
  • Ich bin an allem schuld
  • Dafür fehlt mir die Zeit
  • Das mag bei anderen klappen, bei mir ist das anders
  • Oder mein absoluter Favorit: Veränderung muss hart sein, damit sie funktioniert.

Ich bin mir sicher, dass Sie beim Lesen direkt noch weitere Beispiele im Kopf haben, nicht wahr? Dann lassen Sie uns jetzt zum wohl wichtigsten Charakteristikum von Glaubenssätzen kommen. Diese entstehen nämlich nicht aus dem Nichts und sind auf einmal da. Ganz im Gegenteil.

Glaubenssätze kommen immer von außen. Wir übernehmen sie von anderen Menschen.

Kennen Sie ein Baby, das als Rassist geboren wurde? Kennen Sie einen kleinen Jungen, der mit diskriminierenden Vorurteilen durchs Leben geht? Oder ein Mädchen, dass ihre ausländische Freundin im Kindergarten ausgrenzt, weil sie davon überzeugt ist, dass sie ihr später mal den Job wegnehmen wird? Sehen Sie, ich auch nicht. Sämtliche Überzeugungen (die positiven wie die negativen) lernen wir erst im Laufe der Zeit von wichtigen Bezugspersonen aus unserem sozialen Umfeld. Ob wir es wollen oder nicht, wir übernehmen die Weltsicht unserer Eltern, Verwandten und später unserer Lehrer. Anfangs sind diese Glaubenssätze noch ganz klein und zart. Aber je mehr wir diese bestätigt sehen, desto mehr verfestigen sich diese. Bis sie irgendwann tief in unserem Unterbewusstsein verankert sind, und dort zuverlässig ihre Wirkung entfalten.

Glaubenssätze als zentraler Pfeiler des Mindsets

Spätestens als Teenager haben wir dann ein entsprechendes Mindset entwickelt, welches uns als Kompass für unser Leben dient. Wir haben gelernt, was gut ist und was schlecht. Was man zu tun und was zu lassen hat. Welchen Platz uns das Schicksal zugeteilt hat und wie unsere Zukunft aussehen wird. Und da die Masse der auf uns eingeprasselten Botschaften tendenziell eher negativ war, ist eben auch die Masse unserer Glaubenssätze entsprechend limitierend. Das Ergebnis: Trotz bester Intentionen sabotieren wir uns selber und haben mit dem permanenten Gefühl zu kämpfen, dass wir gegen eine gläserne Wand anrennen würden. Weil unser Verhalten immer ein Spiegel unserer Mindsets ist. Und was noch viel heimtückischer ist, weil wir von all dem überhaupt nichts mitbekommen.

„Okay Ilja, wenn mein Mindset ganz automatisch meine Fähigkeiten, mein Verhalten und meine Entscheidungen beeinflusst, dann muss ich ja eigentlich nur mein Mindset positiv verändern und schon führen mich meine unbewussten Programme wie von selbst näher an meine Ziele und Träume, oder?“ Gut, dass Sie fragen. Meine Antwort kommt im Radio Eriwan Stil (In Anlehnung an die Witze, die in meiner Jugend sehr populär waren) und lautet: Im Prinzip ja. Denn die große Herausforderung lauert im unscheinbaren Wort eigentlich. Es funktioniert nicht per Fingerschnipp und braucht eine gewisse Zeit. Wie Sie in der Abbildung erkennen können, ist die einzige Möglichkeit, Ihr Mindset dauerhaft durch Ihre Gedanken, Ihre Entscheidungen und Ihr Verhalten zu verändern, nämlich bewusstes Lernen.

Lernen, zu verlernen: Einer der wichtigsten Zukunfts-Skills

Der grundsätzliche Prozess, um zu lernen, wie man etwas wieder verlernt, ist überraschend einfach. Es gilt, ein limitierendes Muster zu identifizieren und aus dem Unterbewusstsein an die bewusste Oberfläche zu befördern. Dort können wir es dann mit einer förderlichen Alternative ersetzen, und es wieder zu einem unbewussten Automatismus werden lassen, der dann seinen positiven Dienst für uns erledigt. Klingt erst einmal einfach, nicht wahr? Ist es auch. Wie so häufig steht das Wort einfach aber vor allem für nicht kompliziert und nicht für leicht. Denn unbewusste Muster können extrem hartnäckig sein und es braucht eine große Portion Disziplin, Commitment und Durchhaltevermögen, um eine negative Gewohnheit in eine positive zu transformieren.

Natürlich weiß ich, dass diese Werte in Zeiten, wo alle nur noch im Moment leben und sämtliche Bedürfnisse am liebsten sofort erfüllt haben möchten, nicht besonders sexy klingen. Aber es lohnt sich nicht nur, sondern kann sogar eine Menge Spaß machen. Wenn Sie sich die Abbildung anschauen, dann sehen Sie den 4-stufigen Prozess im Überblick.

Lernen, zu verlernen: unbewusste selbstsabotage durchbrechen und überwinden

Bevor wir uns die einzelnen Stufen anschauen, ist es wichtig, dass wir uns noch einmal detailliert das Prinzip von unbewussten Automatismen anschauen. Diese funktionieren nämlich immer gleich. Stellen Sie sich vor, dass Sie ein Computerprogramm schreiben, dem folgender Algorithmus zugrunde liegt: Immer, wenn X passiert, dann reagiere mit Y. Ein klassisches Reiz-Reaktions-Schema. Im Kontext menschlichen Verhaltens ist X ein bestimmter Trigger, der eine emotionale Reaktion hervorruft, uns an eine bestimmte Erfahrung erinnert oder einen Zustand auslöst. Als Trigger können dabei Bilder, Wörter, Geräusche, Gerüche, Geschmäcker oder Tonfälle dienen. Wird ein solcher Trigger ausgelöst, spult unser Unterbewusstsein automatisch das gelernte Programm ab. Hier einige konkrete Beispiele:

  • Sie nehmen den Duft von frischem Kuchen wahr, und erinnern sich sofort an eine schöne Situation aus Ihrer Kindheit
  • Ihr Lebenspartner reagiert auf einen Vorschlag mit einem typischen Gesichtsausdruck, und Sie fühlen sich automatisch unsicher
  • Sie hören Ihr Lieblingslied im Auto und sind wie von selbst motiviert
  • Sie blicken auf Ihr überfülltes Emailpostfach und beginnen sofort damit, sich mit sinnlosem Surfen auf Social Media abzulenken
  • Ihr Chef benutzt einen bestimmten Tonfall und Sie fühlen sich unsicher
  • Vor einer Präsentation blicken Sie in die Gesichter Ihrer Zuhörer und Ihr Herz fängt an, schneller zu schlagen
  • Sie fahren hungrig über die Autobahn und entdecken das leuchtende M einer großen Fastfoodkette. Obwohl Sie sich gesund ernähren wollen, fahren Sie an der Ausfahrt ab und bestellen sich einen Doppelcheeseburger mit Pommes und Milchshake (Sie wissen schon, dieses Beispiel habe ich von einem Freund)

Unbewusste Selbstsabotage überwinden: Der 4 stufige Prozess

In jedem dieser Beispiele sorgt der jeweilige Trigger dafür, dass ein automatisches Programm abgespult wird. Dabei ist es Ihrem Unterbewusstsein egal, ob es sich um etwas Positives oder Negatives handelt. Wichtig ist nur eins: Wenn X passiert, dann reagiert es mit Y. Daraus folgt eine entscheidende Erkenntnis. Wenn wir mit dem Y unzufrieden sind, dann müssen wir am X ansetzen.

Unbewusste Selbstsabotage überwinden Stufe 1: Bewusstheit

Jeden Tag läuft Ihr Unterbewusstsein auf Hochtouren. Sie denken, entscheiden und handeln. Das Problem dabei: Das Ganze läuft so automatisiert ab, dass es für Sie so normal geworden ist, dass Sie es gar nicht mehr mitbekommen. Das Ziel dieses Schritts ist es, diesen unbewussten Loop zu durchtrennen und unbewusste Muster an die bewusste Oberfläche zu holen. Gehen Sie hierfür mit einem hohen Grad an Achtsamkeit durchs Leben.

Nehmen Sie wahr, welche Trigger bei Ihnen welches Verhalten auslösen. Welche Gedanken Sie in welchen Situationen denken. Welche Strategie Ihre Entscheidungen bestimmt. Und welche Muster Sie in Ihrem Verhalten erkennen können. Anfangs wird Ihnen dies wie eine fast unmögliche Aufgabe erscheinen. Kein Wunder, denn wo Ihr Alltag vor kurzem noch per Autopilot abgespult wurde, nehmen Sie das Steuer nun selbst in die Hand. Aber auch Achtsamkeit kann trainiert werden. Und je bewusster Sie die vielen Prozesse wahrnehmen, die bisher komplett unbewusst abgelaufen waren, desto leichter wird Ihnen Schritt zwei fallen.

Unbewusste Selbstsabotage überwinden Stufe 2: Verlernen

Je achtsamer Sie durchs Leben gehen, desto mehr unbewusste Muster werden Sie wahrnehmen, die für Sie eher limitierend als förderlich sind. Wählen Sie nun eines dieser Muster aus, das Sie gerne verändern möchten. Achten Sie für einige Tage ganz genau darauf, welche Strategien hinter dem Verhalten stecken. Wie genau läuft das Muster ab? Was genau tun Sie und in welcher Reihenfolge tun Sie es? Welche Sinne sind involviert? Und am allerwichtigsten: Durch welchen Trigger wird das Verhalten ausgelöst? Denn es gilt das gelernte Programm „Wenn X passiert, dann reagiere mit Y“ so bewusst wie möglich zu unterbrechen und im nächsten Schritt umzuprogrammieren.

Unbewusste Selbstsabotage überwinden Stufe 3: Lernen

Nun ist es Zeit für eine Entscheidung. Welches alternative Verhalten möchten Sie anstelle des alten als unbewussten Automatismus etablieren? Es reicht leider nicht, wenn Sie sich nur von einer negativen Gewohnheit verabschieden. Ohne eine positive Alternative ist dieser Versuch zum Scheitern verurteilt. Warum? Weil nach der Verbannung des Verhaltens zunächst ein Vakuum entsteht. Immer wenn der Trigger X ausgelöst wird, sucht das „Programm“ verzweifelt nach der gewohnten Reaktion Y.

Bieten Sie an dieser Stelle keine Alternative an, so wird nach kurzer Zeit wieder auf das alte Verhalten zurückgegriffen. Es ist nicht ausreichend, nur zu entscheiden, dass Sie bspw. kein Fastfood mehr essen wollen, Sie benötigen auch die entsprechende neue Wahlmöglichkeit. Der Algorithmus könnte dann so aussehen: „Immer, wenn ich das leuchtende M an der Autobahn entdecke, atme ich tief durch, trinke einen Schluck Wasser und genieße einen Proteinriegel.“

Unbewusste Selbstsabotage überwinden Stufe 4: Gewohnheit

Abschließend gilt es nun, aus der gewählten Veränderung einen neuen – und förderlichen – Automatismus zu machen. Je bewusster Sie den Trigger mit dem neuen Verhalten verbinden, desto erfolgreicher wird die Transformation verlaufen. Wie James Clear in seinem Bestseller Atomic Habits beschreibt, dauert es im Schnitt 66 Tage, um eine neue Gewohnheit zu etablieren. Warum also nicht ein Projekt starten, das genau so lange dauert? Wichtig sind dabei zwei Faktoren. Erstens, das bewusste Einbauen des neuen Verhaltens in Ihren Alltag. Und zweitens die Regelmäßigkeit. Denn je häufiger das neue Programm abgespult wird, desto eher hat es die Chance, wieder ins Unterbewusstsein zu sinken und von dann an dort als Automatismus seine positive Wirkung zu erzielen.

Unbewusste Selbstsabotage: Beispiele aus dem Alltag

Auf diese Weise haben Sie eine wundervolle Methode an der Hand, limitierende Muster zu verlernen, neue Gewohnheiten zu etablieren und so schrittweise Ihre unbewusste Selbstsabotage zu überwinden. Sie benötigen noch etwas Inspiration, in welchen Bereichen es sich lohnt, zu lernen, wie man unbewusste Automatismen verlernt? Here we go:

  • Limitierende Glaubenssätze
  • Schlechte Entscheidungsstrategien
  • Negative Denkmuster
  • Unnötige Vorannahmen
  • Impulsives Verhalten
  • Emotionale Reaktionen
  • Unbegründete Vorurteile
  • Die Tendenz, Ausreden zu suchen, warum etwas nicht geht
  • Der Fokus auf Probleme
  • Übermäßiges Zweifeln
  • Die Tendenz, sich zu rechtfertigen
  • Der Drang zum Perfektionismus
  • Die Storys, die Sie sich jeden Tag erzählen

Ich wünsche Ihnen gleichsam Freude und Erfolg beim Entdecken und Durchbrechen Ihrer unbewussten Selbstsabotage. Doch achten Sie darauf, dass Sie nicht zu viel auf einmal wollen. Ein Automatismus zurzeit ist nicht nur mehr als ausreichend, sondern Sie erhöhen auch die Wahrscheinlichkeit einer nachhaltigen Veränderung.

Positives Mindset: Leidenschaft und Herzblut als Erfolgsfaktoren

Wie entsteht eigentlich ein positives Mindset? Wie so häufig ist die Antwort auf eine solch einfache Frage durchaus komplex. Gleichsam gibt es aber zwei Erfolgsfaktoren, die einen sehr großen Hebel haben. Ich spreche von Leidenschaft und Herzblut, also dem wie, warum und wofür wir etwas tun. Ich wage nämlich direkt zu Beginn dieses Artikels eine These: In all den Dingen, die Sie mit Herzblut und Leidenschaft tun, werden Sie langfristig richtig gut. Und starten auf diese Weise eine sich selbst verstärkende Spirale, die von ganz alleine dafür sorgt, ein positives Mindset zu entwickeln. Um das zu erläutern, möchte ich mit einer Geschichte beginnen.
 

Ein positives Mindset beflügelt – Nur Mittelmaß ist anstrengend

Die meisten Erinnerungen an meinen Opa sind im Laufe der Jahre verblasst. Dafür sind andere so präsent, als würde er immer noch leben. Neben dem Stopfen seiner Pfeife und dem täglichen Lösen des Kreuzworträtsels in der lokalen Tageszeitung ist es vor allem ein Satz, den er so häufig wiederholt hat, dass sich die Worte bis heute in mein Gedächtnis eingebrannt haben: „Ilja, was auch immer Du vorhast. Egal, ob es sich um etwas Großes oder Kleines handelt. Ob es wichtig oder unwichtig ist. Ob Du es für Dich oder für andere Menschen tust. Mach es gut oder mach es gar nicht. Alles andere ist nur Wischiwaschi.“ 
 
Bis heute bin ich froh, dass ich mir dieses Mantra nicht nur zu Herzen genommen, sondern es im Laufe der Jahre zu meiner eigenen Version weiterentwickelt habe. Diese möchte ich gerne mit Ihnen teilen:
 
Egal, was Sie im Leben vorhaben. Ob es sich um ein großes Projekt oder eine kleine Alltagstätigkeit handelt. Ob es wichtig oder vermeintlich unwichtig ist. Ob Sie es für sich selber oder für jemand anderen machen. Tun Sie es mit Herzblut. Oder lassen Sie es bleiben.
 
Wenn Sie diesen vermeintlich kleinen Mindset-Shift nicht nur in seiner vollen Gänze verstehen, sondern zum Kompass Ihres täglichen Handelns werden lassen, dann werden Sie nicht nur eine deutliche Zunahme an Leichtigkeit und Selbstvertrauen spüren, sondern auch über eine nachhaltig ausgeprägte Motivation. Dies ist übrigens keine theoretische Überlegung, sondern lässt sich immer wieder in den verschiedensten Kontexten beobachten. Ich wage sogar die Behauptung, dass die generelle Zufriedenheit im Leben immer ein direkter Spiegel unseres inneren Feuers ist. 
 

Ein positives Mindset ist eine bewusste Entscheidung

Eine Aufgabe, das eigene Arbeitsumfeld oder ein ganzer Job ist immer nur dann gewöhnlich, wenn wir uns dazu entscheiden, ihn so zu bewerten. Wenn wir uns hingegen entscheiden, auch die vermeintlich kleinen Tätigkeiten mit Leidenschaft und Hingabe zu erledigen, dann führt dies zwangsläufig zu einem hohen Grad an Bedeutung. Allerdings beschleicht mich das Gefühl, dass Menschen, die sich von einem positiven Mindset antreiben lassen immer mehr zu Exoten werden, während die Nörgler und Miesepeter stellvertretend für die zunehmende Unzufriedenheit vieler Menschen stehen. 
 
Als Changemaker ist es daher entscheidend, dass Sie die bewusste Entscheidung treffen, sich von der immer weiter ausbreitenden Unzufriedenheit, Berufsempörtheit und Negativität in der Gesellschaft nicht anstecken lassen. Ein Leben zu führen, das diesen Namen auch wirklich verdient. Es mit Haut und Haaren zu genießen. Und Ihre Zukunft aktiv und voller Leidenschaft zu gestalten, anstatt die Launen des Schicksals passiv über sich ergehen zu lassen. Die gilt besonders für Ihren Beruf. Würden Sie mir zustimmen, dass das Leben einfach zu kurz ist, um es mit einem Job zu verschwenden, der keinen Spaß macht, langweilt und Sie gleichzeitig eine Menge Kraft kostet? Dann kommt hier eine weitere große Idee:
 
Nur Mittelmaß ist anstrengend und frustriert. Herzblut führt zu mehr Leichtigkeit, Energie und außergewöhnlichen Resultaten.
 
Wann immer Sie etwas nur mit halbem Herzen und voller Gleichgültigkeit tun, werden Sie sich schlapp, ausgelaugt und wenig motiviert fühlen. Sobald Sie sich hingegen trauen, Ihr inneres Feuer lichterloh brennen zu lassen, werden Sie nicht nur Ihre eigene Zufriedenheit dramatisch steigern, sondern auch die Menschen um Sie herum mit Ihrer Begeisterungsfähigkeit anstiften, es Ihnen gleich zu tun. Es ist daher an der Zeit, die Entwicklung von Leidenschaft und Herzblut nicht dem Zufall zu überlassen. 
 
Diese beiden Eigenschaften zu einem roten Faden Ihres Wirkens werden zu lassen. Und sie sowohl bei den großen und wichtigen Aufgaben einzusetzen, aber auch bei den vermeintlich kleinen Tätigkeiten. Denn egal, wo Sie aktuell stehen, wenn Sie Ihr Leben zu einem Meisterwerk machen wollen, dann geht es ohne die emotionale Hingabe für den Moment ganz einfach nicht. Oder wie es die Prinzessin Elisabeth zu Wied, die spätere Königin von Rumänien treffend auf den Punkt brachte: „Das Leben ist eine Kunst, in der man nur zu oft ein Dilettant bleibt. Um Meisterschaft zu erringen, muss man sein Herzblut vergießen.“ Ihr positives Mindset wird es Ihnen danken.
 

Leidenschaft und Herzblut bewusst entwickeln

Geringe Ansprüche, Negativität und Gleichgültigkeit führen zu Frust und Unzufriedenheit, während echte Leidenschaft ungeahnte Kräfte wecken kann. Aber woran erkennen Sie überhaupt, ob Sie gerade dabei sind, ihr ganzes Herzblut in eine Tätigkeit zu legen? Typische Indikatoren sind die folgenden:
 
  • Ihre Augen strahlen von ganz alleine
  • Sie vergessen alles um sich herum
  • Ihr Herz schlägt schneller
  • Sie müssen weder eine Rolle spielen, noch eine unbequeme Maske aufsetzen, sondern können ganz sie selber sein
  • Sie verspüren eine tiefe innere Motivation
  • Sie tun es Dinge, weil sie wichtig sind, nicht um die Erwartungen anderer Menschen zu erfüllen
  • Es kribbelt in Ihrem Bauch
  • Sie spüren ein Gefühl von Dankbarkeit und Demut
 
Ich weiß nicht wie es Ihnen geht, aber mich erinnern all diese Symptome an den Zustand, wenn Sie hoffnungslos verliebt sind. Möglicherweise liegt es auch daran, dass ich mir kaum etwas Schöneres vorstellen kann, als sie so oft es geht und so intensiv zu erleben. Geht es Ihnen ähnlich? Dann lassen Sie uns Ihr inneres Feuer entfachen, indem wir uns die sechs wichtigsten Herzblut Multiplikatoren anschauen.
 

Herzblut Multiplikator 1: Prioritäten setzen

Je häufiger Sie die verschiedensten Tätigkeiten des Alltags mit Herzblut angehen, desto besser werden auch ihre Ergebnisse aussehen. Dies ist keine große Kunst, wenn es sich um die wirklich wichtigen Vorhaben handelt. Entscheidend ist es aber, auch die Dinge mit Leidenschaft zu erledigen, die wir alle am liebsten so schnell wie möglich hinter uns bringen würden. Ich rede vom Ausfüllen von Excel Tabellen, dem Sortieren von Steuerbelegen, Geschirrspülen oder all den Aufgaben, die einfach nur stupide abgearbeitet werden müssen. Klare Prioritäten helfen hier. Lassen Sie sich nicht mehr auf halbe Sachen ein und machen Sie etwas entweder ganz (mit Herzblut) oder gar nicht. Ihre Energie und Motivation wird es Ihnen danken.
 

Herzblut Multiplikator 2: Die Art und Weise

Wie entsteht Bedeutun? Richtig, Sie müssen den Sinn in Tätigkeiten, Dinge und Jobs hineingeben. Es ist also entscheidend, auf welche Art und Weise Sie eine Aufgabe erledigen. Ob Sie dies halbherzig und vielleicht sogar gelangweilt tun, oder mit einer ansteckenden Leidenschaft. Ich bewundere sämtliche Menschen, die Ihren Beruf mit genau diesem Mindset angehen.
 
Lehrerinnen, die Ihre Schüler so behandeln, als wäre jeder einzelne von ihnen ein Genie. Steuerberater, die mit Zahlen jonglieren, als gäbe es auf der Welt nichts Schöneres. Oder Hotelmitarbeiter, die Ihren Gästen an der Rezeption das Gefühl geben, in einem zweiten Zuhause eingecheckt zu haben. Wie auch immer Ihr ganz persönlicher Job aussieht, erledigen Sie sämtliche Aufgaben stets mit maximaler Hingabe, denn dadurch erhalten auch die vermeintlich unwichtigen Dinge eine große Bedeutung.
 

Herzblut Multiplikator 3: Die Menschen in Ihrem Umfeld

Würden Sie mir zustimmen, dass es ein extrem kraftvoller Motivator sein kann, anderen Menschen etwas Gutes zu tun? Dies können Ihre Kunden, Ihre Kollegen, Ihre Geschäftspartner, aber auch Ihre Familie und Freunde sein. Ich könnte es niemals so gut formulieren wie Zig Ziglar, der gesagt hat: „Du kannst alles im Leben haben, was Du willst. Wenn Du nur genug anderen Menschen dabei hilfst, das zu bekommen, was sie wollen.“ Wie wahr.
 
Wenn ich mich mal wieder in einem Zustand befinde, der von wenig Energie und Motivation gekennzeichnet ist, dann muss ich nur einen Blick auf das Bild meiner beiden Töchter auf dem Schreibtisch werfen. Und innerhalb eines einzigen Augenblicks ist mein Herzblut wieder da. Weil ich weiß, für wen ich jeden einzelnen Tag aufstehe und versuche, mein Bestes zu geben.
 

Herzblut Multiplikator 4: Das persönliche New York im Leben

Sobald Sie Ihr persönliches New York im Leben, Ihren Purpose oder Ihr starkes WARUM gefunden haben, fallen sämtliche Dominosteine auf einmal von ganz alleine. Lassen Sie mich erklären, was ich damit meine. In meinem Job als Keynote Speaker gibt es eine Menge Faktoren, die ich nicht so wirklich mag. Das Warten am Flughafen, überfüllte und verspätete Züge, einsame Nächte in anonymen Hotelzimmern, die monatliche Buchhaltung oder diverse andere administrative Tätigkeiten.
 
Dafür liebe ich es, auf der Bühne zu stehen, und Organisationen dabei zu unterstützen, eine positive Kultur der Veränderung zu etablieren. Ich liebe es Menschen dabei zu helfen, Ihre Träume zu leben und Ihre Ziele mutig anzugehen. Und ich liebe es, mit meinen Büchern einen kleinen Beitrag zu leisten, die Welt ein kleines Stückchen besser zu hinterlassen, als ich sie vorgefunden habe. Und dieser kraftvolle Purpose führt ganz automatisch dazu, dass ich das WIE und das WAS voller Leidenschaft angehe. Und zwar nicht nur in den Highlight-Momenten, sondern auch in den Situationen, die mir grundsätzlich nicht besonders viel Freude bereiten.
 

Herzblut Multiplikator 5: Die eigenen Werte leben

Haben Sie sich schon einmal gefragt, woran es liegt, dass Sie unmotiviert, lustlos und ohne jegliche Energie sind? Der Grund ist fast immer der gleiche: Ihr Verhalten und Ihre wichtigsten Werte befinden sich in einem Konflikt. Und das geschieht fast immer dann, wenn Sie die Ziele anderer Menschen verfolgen, versuchen, den Erwartungen Ihres Umfelds gerecht zu werden und eine unbequeme Maske tragen, die mit Ihrer tatsächlichen Persönlichkeit überhaupt nichts zu tun hat.
 
Die Lösung klingt in der Theorie einfach, ist aber durchaus herausfordernd. Machen Sie eine radikal ehrliche Analyse und werden Sie sich Ihrer wichtigsten Werte bewusst. Und ich rede hier nicht, von denjenigen, die gesellschaftlich akzeptiert sind, sich gerade im Trend befinden, oder die andere Menschen von Ihnen erwarten. Ich rede von den Werten, die für Sie essentiell und grundsätzlich nicht verhandelbar sind. Sobald Sie Klarheit haben, gilt es, diese Werte zu leben. Jeden einzelnen Tag. Dies ist nicht immer ganz leicht, aber es lohnt sich sehr. Denn wenn sich Ihr Handeln und Ihre Werte im Einklang befinden, dann müssen Sie sich über Leidenschaft und Herzblut keine Gedanken mehr machen.
 

Herzblut Multiplikator 6: Dankbarkeit

Zu guter Letzt möchte ich Ihnen noch eine Art Geheimwaffe des Herzbluts vorstellen. Sie ist daher so wirkungsvoll, weil sie so selten ist. Denn die meisten Menschen sind zwar Weltmeister darin, sich über all das zu beschweren, was Ihnen vermeintlich fehlt, vergessen dabei aber gleichsam die Dinge, die sich bereits in ihrem Leben befinden. Sobald Sie beginnen, dieses Mangeldenken zu verbannen und durch Dankbarkeit für die unterschiedlichsten Wunder des Alltags zu ersetzen, wird sich nicht nur Ihre Leidenschaft dramatisch erhöhen, sondern Ihre Lebensqualität insgesamt. „Aber Ilja, wofür soll ich schon dankbar sein? Ich muss nämlich jeden einzelnen Tag ganz schön kämpfen.“ Gut, dass Sie fragen. Hier daher einige Beispiele, wofür es sich lohnt, ganz bewusst dankbar zu sein:
 
  • Die Menschen in Ihrem Leben
  • Ihre Gesundheit
  • Dass Sie ein Dach über dem Kopf und einen vollen Kühlschrank haben
  • All das, was Sie in Ihrem Leben schon erreicht haben (machen Sie gerne mal eine Liste, es ist so viel mehr, als Sie denken)
  • Dass Sie Zugang zu Trinkwasser und Elektrizität haben
  • Die Kunden, für die Sie tolle Projekte abwickeln dürfen
  • Die unzähligen Chancen und Möglichkeiten, die nur darauf warten, von Ihnen ergriffen und genutzt zu werden
 

Positives Mindset in einem Satz: Tun Sie das, was Sie erfüllt. So oft wie möglich.

Ich empfehle Ihnen sehr, diese kleine Aufzählung unbedingt noch mit weiteren Beispielen zu ergänzen. Und wann immer Sie in Versuchung geraten, sich mal wieder über irgendeine Kleinigkeit aufzuregen, reicht eine Erinnerung an die Liste, um Sie daran zu erinnern, wie unwichtig das vermeintliche Problem doch ist, und wie dankbar Sie doch können, einen weiteren Tag auf dieser wunderbaren Erde geschenkt zu bekommen.
 
Wenn Sie die einzelnen Multiplikatoren miteinander kombinieren, dann können Sie das Leben in vollen Zügen, insbesondere aber mit maximaler Leidenschaft und einer großen Portion Herzblut genießen.
 
Tun Sie das, was Sie erfüllt. Und zwar so oft wie möglich.
 
Je mehr Sie für eine Sache brennen, desto besser werden Sie darin, und auch Ihre Ergebnisse werden sich entsprechend anpassen. Wird es dadurch leichter? Nein, auch wenn es bei Menschen, die von Herzblut getrieben sind, von Außen immer so mühelos und einfach aussieht, ist dies leider nicht der Fall. So leid es mir tut, das Leben wird niemals leichter. Stattdessen führt ein positives Mindset zu einer persönlichen Entwicklung, die Sie in die Lage versetzt, besser darin zu werden, die harten Aufgaben zu meistern und mit schwierigen Situationen umzugehen. 
 
Alles steht und fällt mit Ihrem inneren Feuer. Wie man dieses regelmäßig einem Checkup unterziehen kann, hat Steve Jobs einst in einem Interview verraten: „In den letzten 33 Jahren habe ich jeden Tag in den Spiegel geschaut und mich gefragt: Wenn heute der letzte Tag meines Lebens wäre, würde ich dann tun wollen, was ich heute tun werde? Und immer, wenn die Antwort für zu viele Tage hintereinander „Nein“ lautete, wusste ich, dass ich etwas verändern muss.“ Dem ist nichts hinzuzufügen

Positives Denken lernen in 6 Schritten

Beginnen wir diesen Artikel mit einer guten Nachricht und einer harten Wahrheit. Zu erst die gute Nachricht: Positives Denken lernen ist gar nicht so schwer. Und direkt im Anschluß der Hinweis, dass Sie ohne Positivität niemals in der Lage sein werden, ein zufriedenes Leben führen. Zum Glück gilt dies auch umgekehrt. Selbst wenn Sie positives Denken nur in Minischritten ausbauen, kann ein positives Mindset dazu führen, dass Sie trotzdem große Entwicklungssprünge machen. Und es gibt 6 Erfolgsfaktoren, mit denen es Ihnen das am besten gelingt.
 

Seien Sie positiv. Immer. 

So schwer und hart bestimmte Situationen auch sein mögen, die große Kunst ist es, den Fokus immer auf die positiven Aspekte zu richten. In seinem Buch Think and Grow Rich hat Napoleon Hill dies perfekt beschrieben, als er feststellte, dass Ihr Gehirn nur einen Gedanken zurzeit denken kann. Und dieser kann entweder positiv oder negativ sein. Eine schöne Metapher hierfür ist eine dieser altmodischen Jukeboxes, die früher fast in jeder Kneipe standen. Nachdem man zehn Pfennig eingeworfen und die Taste „D7“ gedrückt hatte, ging ein Greifarm nach hinten und entnahm die gewählte Platte dem Register . 
 
Und Sekunden später hat es dann Zoom gemacht, weil Sie sich zum wiederholten Male „Tausendmal berührt“ von Klaus Lage ausgesucht hatten. In Ihrem Kopf läuft ein ähnlicher Prozess ab. Wenn Sie sich in einer neuen Situation befinden, dann hat Ihr Gehirn zwei Gedanken zur Auswahl, auf die es zurückgreifen kann. Einen positiven und einen negativen. Die Wahl geschieht in 99% der Fälle unbewusst und wird sowohl von Ihrer grundsätzlichen Attitüde als auch der Summe sämtlicher Ideen und Botschaften bestimmt, denen Sie ich täglich aussetzen. 
 
Und es erstaunt nicht, dass bei vielen Menschen der metaphorische Greifarm vollkommen automatisiert und konditioniert den negativen Gedanken wählt. Und das ist tragisch, denn Sie werden nun mal das, was Sie dauerhaft denken. Sind Sie mutig genug, einmal zu prüfen, zu welcher Kategorie Sie aktuell gehören? Hier sind die zehn größten Unterschiede zwischen einem negativen und einem positiven Mindset. 
 

Menschen mit einem negativen Mindset

  • Sehen das Leben als einen einzigen großen Kampf
  • Fokussieren sich auf Probleme und wissen jederzeit, was alles nicht geht
  • Betrachten sich als Opfer der äußeren Umstände
  • Denken, sie wären „fertig“ und wüssten und könnten schon alles
  • Sind Meister im Ausreden suchen
  • Beschweren sich viel und eben sofort auf, wenn etwas nicht klappt
  • Denken im Mangel und glauben, dass es von allem zu wenig gibt
  • Malen sich in den buntesten Farben aus, was alles schief gehen kann
  • Reagieren passiv auf externe Ereignisse
  • Machen andere Menschen klein 
 

Menschen mit einem positiven Mindset

  • Sehen das Leben als großes Geschenk
  • Fokussieren sich auf Lösungen und denken in Möglichkeiten
  • Betrachten sich als Schöpfer ihrer eigenen Realität
  • Folgen der Philosophie des lebenslangen Lernens
  • Übernehmen Verantwortung. Für die guten und die schlechten Ergebnisse
  • Akzeptieren Dinge, die sich nicht kontrollieren können und machen das Beste aus jeder Situation
  • Denken im Überfluss und dass es von allem für alle genug gibt
  • Träumen groß, setzen sich herausfordernde Ziele und tun alles, um diese zu erreichen
  • Umarmen Veränderungen und gestalten die Zukunft aktiv
  • Machen andere Menschen groß 

 

Der Unterschied zwischen positiven und negativen Menschen

Der Unterschied wird ziemlich schnell deutlich, nicht wahr? Während positive Menschen wie ein Magnet sind, von dem sich ihr Umfeld magisch angezogen fühlt, verfangen sich negative Menschen in einer zerstörerischen Abwärtsspirale, aus der es nur ganz schwer wieder ein Entkommen gibt. Oder kennen Sie auch nur eine einzige Person, die es mit einer negativen Einstellung im Leben zu etwas gebracht hat? 
 
Sehen Sie, ich auch nicht. Lassen Sie uns also anschauen, welches die größten Hebel sind, wenn Sie den achten Erfolgsfaktor Positivität erfolgreich ausbauen und einsetzen wollen.
 

Positives Denken lernen Schritt 1: Verantwortung für die eigenen Gedanken 

Hier kommt eine Frage, die das Potenzial besitzt, Ihr Mindset und Ihr Leben dramatisch zu verändern: Wer denkt eigentlich Ihre Gedanken? Und wenn Sie jetzt spontan antworten „Ähm, natürlich ich, wer denn sonst?“, dann möchte ich Ihnen eine alternative Perspektive anbieten. Die Chancen stehen nämlich gut, dass ein Großteil Ihrer täglichen Gedanken von Außen kommt. Von den Medien, dem Internet, Ihren Kollegen, der Werbung, Ihrer Familie oder dem Fernsehen. Und sie die verschiedensten Ideen ungefiltert übernehmen und als Ihre eigenen einordnen. 
 
Leider hat dies zwei riesige Probleme zur Folge: Erstens ist der Großteil Botschaften, Glaubenssätze und Suggestionen negativ und zweitens passt sich ihre grundsätzliche Haltung schleichend dieser limitierenden Weltsicht an. Echte Freiheit beginnt, sobald Sie Verantwortung für Ihre Gedanken übernehmen. Sich so oft es geht ganz bewusst fragen: „Ist dieser Gedanke meinem eigenen Mindset entsprungen oder stammt er von Außen?“ Schritt für Schritt sind Sie so in der Lage, die Spirale der unbewussten Programmierungen zu unterbrechen und zum Denker Ihrer eigenen Gedanken zu werden. 
 
Dies funktioniert übrigens um so besser, je mehr Sie ganz bewusst darauf achten, nur noch qualitativ hochwertige Informationen aus entsprechenden Medien zu konsumieren. Und diese natürlich trotzdem einer kritischen Prüfung unterziehen. 
 

Positives Denken lernen Schritt 2: Fokus auf Lösungen 

Ein positives Mindset und der Fokus auf Lösungen und Möglichkeiten hängen untrennbar miteinander zusammen. Denn wohin Ihre Aufmerksamkeit gerichtet ist, dahin fließen Ihre Zeit, Ihre Energie und auch sämtliche anderen Ressourcen. Und wohin diese Dinge fließen, davon bekommen Sie mehr. So einfach ist das. Aber bedeutet dies, dass Sie Probleme ab sofort ignorieren sollten, um Sie mit Ihrer Aufmerksamkeit nicht noch zu vergrößern? 
 
Natürlich nicht. Hier empfehle ich Ihnen folgenden Fokus-Hack: Nehmen Sie das Problem wahr, akzeptieren Sie dessen Existenz, aber denken Sie gleichzeitig bereits über mögliche Lösungen nach. Dies bedingt ebenfalls, dass Sie sämtliche Faktoren loslassen, die Sie nicht kontrollieren können. Und sich auf die Dinge konzentrieren, die in Ihrem Einflussbereich liegen. Ein wahrer Gamechanger, wenn dieses Mindset zu einem unbewussten Automatismus geworden ist.

Positives Denken lernen Schritt 3: Positiv sein, wenn es drauf ankommt 

Auch beim Thema Positivität spielt die Balance eine wichtige Rolle. Denn niemand ist durchgehend positiv. Auch die erfolgreichsten Möglichkeitsdenker zweifeln, machen sich sorgen und haben Angst vor den unterschiedlichsten Dingen. Aber wenn es drauf ankommt, dann sind Sie in der Lage, einen Schalter umzulegen und sich für die positive Platte ihrer inneren Jukebox zu entscheiden. Je eher Sie also auch negative Gedanken akzeptieren, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass Sie besser darin werden, diese in den entscheidenden Momenten in eine positive Richtung umzuleiten.
 

Positives Denken lernen Schritt 4: Begeisterungsfähig sein 

Kennen Sie auch diese Zeitgenossen, die bei jeder noch so guten Idee das Haar in der Suppe suchen, Ihnen umgehend mitteilen, was bei Umsetzen einer neuen Idee alles garantiert schiefgehen wird? Okay, das war jetzt eine rhetorische Frage, denn die Welt ist leider voll von ihnen. Aber wer umgibt sich schon gerne mit solchen Miesepetern? Natürlich niemand. Wovon sich Menschen hingegen magisch angezogen fühlen, sind begeisterungsfähige Changemaker, die sich voller Herzblut und Leidenschaft auf neue Ideen und unerwartete Situationen einlassen.
 

Positives Denken lernen Schritt 5: Positive Glaubenssätze definieren

Ich glaube fest daran, dass sich alle Probleme im Leben mit dem richtigen Mindset lösen lassen. Natürlich bin ich mir bewusst, dass es sich hierbei nur um einen Glaubenssatz handelt. Aber er ist dermaßen kraftvoll, dass er mir seit vielen Jahren treue Dienste leistet. Ich möchte Sie daher an einen wichtigen Zusammenhang erinnern:
 
Ob Sie glauben, dass Sie etwas schaffen, oder ob Sie glauben, dass Sie es nicht schaffen: Sie werden auf jeden Fall Recht behalten. Es ist daher eine sehr gute Idee, sich einige Überzeugungen bewusst zu definieren, an dem sich Ihre innere Haltung ausrichten kann. Neben dem bereits erwähnten Beispiel sind es bei mir u.a. folgende:
 
  • Commitment, Fleiß und Durchhaltevermögen zahlen sich am Ende immer aus 
  • Wenn ich viel und gerne gebe, bekomme ich auf lange Sicht doppelt und dreifach zurück
  • Wenn ich regelmäßig mutige Entscheidungen treffe, wird mich das Leben reich beschenken 
  • Ein positives Mindset wird mir sämtliche Türen im Leben öffnen
 
Handelt es sich dabei um universelle Wahrheiten? Höchstwahrscheinlich nicht. Aber seitdem ich diese Glaubenssätze bewusst als Leuchtturmideen in meinem Leben definiert habe, passieren mir Dinge, die auch auf mich immer wieder wie ein kleines Wunder wirken. Wollen Sie ähnliches erleben? Dann definieren Sie am besten noch heute Ihre ganz persönlichen positiven Überzeugungen.
 

Positives Denken lernen Schritt 6: Über sich selber lachen können 

Negative Menschen haben einfach keinen Humor. Weil sie so sehr damit beschäftigt sind, sich um Probleme zu drehen, anderen Menschen davon zu erzählen und sich dann in ihrer Unzufriedenheit zu baden, haben sie auch gar keine Zeit dafür. Positive Changemaker hingegen lachen viel und oft, vor allem über sich selber. Warum das so wichtig ist? Zum einen ist nichts so positiv ansteckend wie Humor. Und zweitens öffnen Sie dadurch sehr häufig einen kleinen Spalt in der Tür zu möglichen Veränderungen, der dann im Laufe der Zeit immer größer wird. 
 
Je mehr Sie daher über die ernsten Situationen des Lebens lachen können und gleichzeitig die vermeintlich kleinen Dinge mit einer großen Ernsthaftigkeit, desto mehr wird dies auf den Erfolgsfaktor Positivität einzahlen. Wenn ich alle sechs Hebel in einer Aussage zusammenfassen müsste, dann wäre es diese:
 
Seien Sie positiv. Und zwar immer.
 

Positive Menschen sind einfach erfolgreicher

Eine positive Attitüde ist nicht nur die geheime Zutat Ihrer Persönlichkeit, sondern auch der Schlüssel zum Erfolg im Business, in zwischenmenschlichen Beziehungen, im Sport und in sämtlichen anderen Lebensbereichen. Natürlich erfordert das eine Menge Commitment und auch Konsistenz. So gut wie jeder kann für einen Tag positiv sein. Viele Menschen schaffen es auch für ein paar Wochen. Wenige halten es mehrere Monate durch. Aber die richtig großen Räder drehen immer die außergewöhnlichen Persönlichkeiten, die sich Ihre Positivität über mehrere Dekaden bewahrt haben. 
 
Und daher fehlt in unserer Aufzählung noch ein weiterer Faktor, wenn Sie positives denken lernen als Ihr Ziel definiert haben. Ich spreche von der Gier nach Siegen, dem unstillbaren Hunger nach Erfolg und dem Drang, sich niemals mit dem Status Quo zufrieden zu geben. Denn am Ende des Tages ist es immer die Konsistenz, die nachhaltige Ergebnisse sicherstellt.

Raus aus der Komfortzone – Mit dem 4-Zonen-Modell klappt es garantiert

Raus aus der Komfortzone. Haben Sie diesen Satz schon mal gehört? Vielleicht selber schon das eine oder andere mal gesagt? Ich gebe es zu, in meinen Keynotes und Büchern habe ich auch schon häufig dazu aufgerufen, nachhaltige Veränderungen zu initiieren, indem man dem Motto “Raus aus der Komfortzone” folgt. Aber was sich in der Theorie so einfach anhört, ist im Alltag wie so häufig durchaus schwierig umzusetzen. Daher möchte ich Ihnen in diesem Artikel gerne das 4-Zonen-Modell  der Veränderung vorstellen, mit dem es Ihnen ab sofort leichter fallen wird, Ihre Komfortzone zu verlassen, unbekanntes Terrain zu betreten, und dadurch nachhaltig als Persönlichkeit wachsen können. 
 

Raus aus der Komfortzone – Was Sie von (Ihren) Kindern lernen können

Die perfekten Vorbilder, um regelmäßig die Komfortzone verlassen zu können, sind (Ihre) Kinder. Mit ansteckender Neugier probieren Sie regelmäßig die unterschiedlichsten Dinge aus. Testen ihre eigenen Grenzen. Verlassen ihre Komfortzone. Und wenn Sie dabei mit den unweigerlich auftretenden Misserfolgen konfrontiert werden, dann lamentieren sie nicht etwa, sondern probieren es direkt auf eine andere Art und Weise. 
 
Ja, man könnte fast meinen, dass Kinder den Ratschlag “Raus aus der Komfortzone” erfunden haben. Weil sie wahre Meister im Umgang mit jeglicher Art von Veränderung sind. Finden Sie es nicht auch faszinierend, mit wie viel Freude sich junge Menschen auf neue Erfahrungen stürzen und sich vom Unbekannten fast schon magisch angezogen fühlen? Von Kindern würden Sie niemals Sätze wie „Das haben wir ja noch nie so gemacht„, „Das klappt niemals“ oder „Ich versuche es lieber nicht, es könnte ja schiefgehen“ hören. Stattdessen können sie sich wie menschliche Chamäleons an so gut wie jede neue Situation anpassen, lassen sich von ihrer Fantasie und Kreativität leiten und lernen so gut wie jede Sportart, jedes Musikinstrument oder sogar neue Sprachen innerhalb weniger Wochen.
 

Verliebt in das Unbekannte – Lust auf Wachstum und Entwicklung

Leider werden die meisten Kinder spätestens im Teenageralter von den unterschiedlichsten Bezugspersonen immer wieder mit den gleichen Botschaften bombardiert: „Pass Dich an„, „Du musst endlich vernünftig werden„, „Schluss mit der ewigen Träumerei“ oder „Jetzt beginnt der Ernst des Lebens“ sind nur einige davon. Und ehe man sich versieht, geht die ehemals im Überfluss vorhandene Leichtigkeit verloren und wird von vermeintlicher Vernunft, Skepsis und dem krampfhaften Festhalten am Status Quo ersetzt. 
 
Ohne, dass man es jemals wollte, ist man zu einem angepassten, mittelmäßigen und vor allem funktionierenden Mitglied der Gesellschaft geworden, dem jegliche Form von Spaß, Freude oder Zufriedenheit abhandengekommen ist. Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, aber ich finde das tragisch. Doch zum Glück muss es gar nicht erst so weit kommen. Wenn der Satz “Raus aus der Komfortzone” nicht bloß ein Lippenbekenntnis für Sie ist, sondern eine Philosophie, an der Sie Ihr gesamtes Denken und Handeln ausrichten. Wenn Sie sich jeden einzelnen Tag aufs Neue mit Haut und Haaren in das Unbekannte verlieben. 
 
Wenn Sie die Schmetterlinge im Bauch genießen, wenn Sie an die Möglichkeiten der Zukunft denken. Wenn Sie aufhören, auf der bequemen Couch sitzend darauf zu hoffen, dass sich Ihre Situation schon irgendwie verbessern wird, sondern stattdessen aktiv werden. Wenn Sie raus ins Leben gehen und beginnen, Ihre Ziele und Träume voller Leidenschaft zu verfolgen. Woody Allen hat einmal treffend festgestellt, das 80% des Erfolgs darin besteht, einfach nur aufzutauchen. Tauchen Sie daher so oft auf wie möglich. Je mehr Sie Ihrer Sehnsucht nach neuen Eindrücken, Erfahrungen und Reizen in Ihrem Leben nachgeben, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass Sie außergewöhnliche Dinge erreichen werden.
 

Sehnsucht nach neuen Horizonten als Schlüssel für Change

Stellen Sie sich nur vor, was passiert wäre, wenn Menschen wie Marco Polo, Roald Amundsen oder Christoph Kolumbus nicht Ihrem Entdeckergeist gefolgt, sondern im sicheren Hafen darauf gewartet hätten, dass man Ihnen eine Garantie gibt, dass sie ihre Ziele auf jeden Fall erreichen würden. Sie wären niemals in China, am Südpol oder in Amerika angekommen. Das gleiche gilt für die Erfindung der Glühbirne, des Buchdrucks oder des iPhones, welche allesamt die Welt verändert haben. Weil Thomas Edison, Johannes Gutenberg und Steve Jobs die Sehnsucht nach Innovation, nach neuen Wegen und dem permanenten Hinterfragen der bestehenden Konventionen teilten. Und sich dann nicht etwa auf ihren Lorbeeren ausruhten, sondern sich die Bereitschaft bewahrten, den eigenen Errungenschaften immer wieder zu hinterfragen.
 
Die Sehnsucht nach neuen Horizonten als Erfolgsfaktor ist daher so essenziell, weil das Außergewöhnliche von heute das Gute von morgen und das mittelmäßige von Übermorgen ist.  Ich weiß noch genau, wie ich im Jahr 2008 dachte, mit dem iPhone 3G ein so geniales Produkt in den Händen zu halten, dass es nicht mehr besser gehen würde. Wie man sich doch irren kann, denn wenn ich es mit dem aktuellen Modell, dem iPhone 15 Pro Max, vergleiche, dann wirkt es auf mich wie ein Smartphone aus der Steinzeit. Mit uns Menschen verhält es sich ähnlich, denn wir sind diesbezüglich wie Pflanzen. Wenn wir nicht wachsen können, dann bleiben wir nicht etwa auf der aktuellen Entwicklungsstufe stehen, sondern wir gehen ein. Natürlich nicht von heute auf morgen, sondern schleichend. 
 
Und dieser Prozess ist viel heimtückischer. Es ist wie in der berühmten Parabel vom Frosch. Versucht man diesen nämlich in einen Topf mit kochendem Wasser zu setzen, dann springt er sofort wieder heraus. Setzt man ihn hingegen in kaltes Wasser und erhitzt dieses nur schrittweise, so bemerkt er die Erhöhung der Temperatur nicht. Bis es irgendwann zu spät ist. Auch wenn es sich bei dieser Metapher um einen Mythos handelt, so sehr trifft die dahinterstehende Aussage doch die Wirklichkeit viele Menschen. Denn wenn Sie sich nicht regelmäßig neuen Reizen, herausfordernden Erfahrungen und unbekannten Situationen aussetzen, dann wird Ihre persönliche Komfortzone im Laufe der Zeit immer gemütlicher und Tristesse, Mittelmaß und Beliebigkeit breiten sich aus.

Jenseits der Komfortzone: Das 4-Zonen-Modell der Veränderung

Aber was geschieht eigentlich, sobald Sie der Sehnsucht nach Veränderung nachgeben und es wagen, die Unsicherheit zu umarmen? Nach und nach bewegen Sie sich durch einen Prozess, der Sie durch vier verschiedene Zonen führt, und Sie am Ende mit persönlichem Wachstum reich beschenkt. Die folgende Abbildung gibt einen Überblick.
 
Das 4-Zonen-Modell der Veränderung

 

Raus aus der Komfortzone: Phase 1 – Die Komfortzone

Diese Zone kennen wir alle. Hier ist alles bekannt, gewohnt und vor allem sehr bequem. Sie tun das, was Sie immer tun, vermeiden jegliche Risiken und haben zu jeder Zeit alles im Griff. Routinen und Standardabläufe prägen den Alltag und die meisten Verhaltensweisen laufen auf Autopilotmodus. Durch die Abwesenheit jeglicher Herausforderungen ergibt sich jedoch ein großes Problem. In der Komfortzone findet kein Wachstum statt, da Sie ausschließlich auf bekannte und bewährte Methoden zurückgreifen. 
 
Das Leben in der Komfortzone ist zwar nicht besonders aufregend, dafür wird der Mangel an Abwechslung durch einen ausgeprägten Wohlfühlfaktor ausgeglichen. Kurzfristig ist daran auch überhaupt nichts auszusetzen. Aber wenn Sie nicht einfach nur funktionieren und beliebig vor sich hinleben wollen, dann müssen Sie nun mal langfristig wachsen. Weil Wachstum ein menschliches Grundbedürfnis und gleichsam die Grundlage für ein von Sinn, Zufriedenheit und Erfüllung geprägtes Leben ist. Hier kommt eine große Idee, von der ich mir wünschen würde, dass Sie sie nie wieder vergessen würden:
 
Ihre Lebensqualität hängt von dem Ausmaß an Wachstum ab, mit dem Sie dauerhaft komfortabel leben können.
 
Wahres Leben beginnt immer außerhalb Ihrer Komfortzone. Sobald Sie es wagen, Ihre Grenzen zu überwinden, neue Horizonte anzusteuern und die Segel für eine stürmische Reise setzen. Doch bevor Sie die Früchte dieses mutigen Schritts ernten können, wartet leider noch eine Zone auf Sie, an der die meisten Menschen scheitern.
 

Raus aus der Komfortzone: Phase 2 – Die Angstzone

Jenseits der Komfortzone lauert das Unbekannte auf uns. Die Angstzone beginnt, und das Krokodilhirn (was genau sich dahinter verbirgt, können Sie in meinem Buch “Die Mindset Revolution” detailliert nachlesen) versucht Sie mit aller Macht zur Umkehr zu bewegen. Dadurch dass Sie auf einmal neuen und noch nie erlebten Situationen ausgeliefert sind, beginnen Sie zu zweifeln, nach Ausreden zu suchen und würden am liebsten sofort wieder aufgeben. 
 
Kein Wunder, denn so vieles kann schiefgehen, wird nicht beim ersten Mal klappen und eine bekannte innere Stimme wird Sie permanent daran erinnern, wie wenig Selbstvertrauen Sie in dieser Zone doch haben. Nicht selten werden Sie sich überfordert fühlen, weil so viele neue Eindrücke auf Sie einprasseln. Ihre wichtigste Aufgabe ist es daher, den Versuchungen des vom Krokodilhirn ausgelösten Widerstands zu widerstehen und stattdessen bewusst den Weg der kleinen Schritte zu gehen. Die Unsicherheit zu umarmen und in persönliches Wachstum zu transformieren. Und dies so häufig zu wiederholen, bis sich die ersten Erfolgserlebnisse einstellen.
 

Raus aus der Komfortzone: Phase 3 – Die Lernzone

Sobald dies geschieht, befinden Sie sich in der Lernzone. Auch hier sind die meisten Dinge noch neu, während die alten Regeln nicht mehr gelten. Allerdings ist Ihre Neugier bereits so weit ausgeprägt, dass Ihre Problemlösungskompetenz sukzessive ansteigt, was wiederum eine Steigerung Ihres Selbstvertrauens bewirkt. Durch die Summe der vielen kleinen Erfolgserlebnisse haben Sie eine sich selbst verstärkende Positivspirale in Gang gesetzt, die Sie in die Lage versetzt, sich neues Wissen, neue Skills und neue Fähigkeiten anzueignen. 
 
Wie von selbst scheinen plötzlich neue Chancen und Möglichkeiten aufzutauchen, die Ihnen weitere Gelegenheiten eröffnen, die frisch erworbenen Eigenschaften direkt auszuprobieren. Natürlich klappt in der Lernzone nicht immer alles sofort und Sie müssen die meisten Schritte sehr bewusst gehen, aber je häufiger Sie sich den Herausforderungen stellen, desto eher schaffen Sie den Übergang in die entscheidende letzte Phase.
 

Raus aus der Komfortzone: Phase 4 – Die Wachstumszone

Veränderung macht dann am meisten Spaß, wenn Sie mit Purpose, Erfüllung und insbesondere Balance einhergeht. Und genau das geschieht in der Wachstumszone. Mittlerweile ist Ihr Selbstvertrauen enorm gestiegen, so dass Sie sich Dinge zutrauen, von denen Sie früher noch nicht einmal zu träumen gewagt hätten. Voller Freude und Leichtigkeit stürzen Sie sich auf das Lösen von Problemen, probieren neue Ideen umgehend aus und entwickeln sich zu einem Vorbild für Ihr Umfeld. Ihre neuen Fähigkeiten, Skills und Eigenschaften sind Ihnen mittlerweile in Fleisch und Blut übergegangen und helfen Ihnen als unbewusste Automatismen dabei, Ihre Ziele und Träume zu erreichen.
 
Aber noch etwas anderes, viel Wichtigeres geschieht, sobald Sie beginnen, einen Großteil Ihrer Zeit in der Wachstumszone zu verbringen. Fast wie von selbst verschieben sich nämlich die Grenzen sowohl Ihrer Komfort- als auch Ihrer Angstzone. Auf der einen Seite erweitert sich die Komfortzone. Kein Wunder, denn was vor einiger Zeit noch vollkommen undenkbar und jenseits bekannter Regeln und Standards erschien, ist mittlerweile zur gelebten Realität geworden. 
 
Gleichsam verkleinert sich aber auch die Angstzone, denn viele Situationen, in denen Sie in der Vergangenheit noch mit zitternden Knien und pochendem Herzen reagiert hätten, sind mittlerweile für Sie zu einer perfekten Gelegenheit geworden, als Mensch zu wachsen und neue Erfahrungen zu machen. Werden die Zweifel, die Unsicherheit und die Angst jemals komplett verschwinden? Natürlich nicht. Und das ist auch gut so, sind sie doch der perfekte Indikator, dass Sie gerade dabei sind, etwas Außergewöhnliches zu tun. Oder anders:
 
Die Veränderungen, vor denen Sie am meisten Angst haben, sind diejenigen, welche die größten Durchbrüche für Sie bringen.
 

Raus aus der Komfortzone – Rein in die Veränderung

 
Liebe Leserinnen und Leser, ich hoffe sehr, dass es mir gelungen ist, mit diesem Artikel gelungen ist, Ihre Sehnsucht nach neuen Ideen, neuen Wegen und neuen Verhaltensweisen zu triggern. Dass ich Ihnen Lust machen konnte, der Bequemlichkeit des Status Quos zu entsagen und sich in das Unbekannte zu verlieben. Dass es für Sie selbstverständlich geworden ist, Ihre Komfortzone regelmäßig zu verlassen. Es lohnt sich sehr, das 4-Zonen-Modell der Veränderung nicht nur zu verstehen, sondern zu verinnerlichen.
 
Denn je mehr Sie als Persönlichkeit wachsen, desto größer wird das Ausmaß an Erfüllung, Bedeutung und Zufriedenheit. Denken Sie immer dran: Ihre Lebensqualität hängt von dem Ausmaß an Wachstum ab, mit dem Sie dauerhaft komfortabel leben können. Doch bevor Sie jetzt direkt losstürmen wollen, noch ein kurzer Hinweis, denn natürlich kommt es auch hier auf die richtige Balance an.
 
Warum? Nicht alles, was neu ist, ist auch automatisch gut. Und nicht alles, was alt ist, ist automatisch schlecht. Der ausgeglichene Umgang mit notwendigen Veränderungen ist daher ein wenig wie der berühmte Ritt auf der Rasierklinge oder der Drahtseilakt im Zirkus. Nur, wenn Sie die richtige Balance aus alt und neu finden, werden Sie auch die wundervollen Effekte der Wachstumszone genießen können. 
 
Dies bedeutet auf der einen Seite wertzuschätzen, was sich bewährt hat. Was gut ist. Was Sie ganz bewusst bewahren wollen. Und andererseits sollten Sie stets bereit sein, Prozesse, Zustände und insbesondere sich selber regelmäßig zu hinterfragen. Und dann radikal zu verändern. Auf diese Weise erhalten Sie diesen magischen Cocktail aus Tradition und Moderne, aus Bewahren und Wagen und aus festen und stabilen Werten und flexiblen Verhalten.

Unbewusste Selbstsabotage verhindern und durchbrechen

Kennen Sie den größten Feind des Erfolgs? Es ist die unbewusste Selbstsabotage, mit der wir alle mehr oder weniger intensiv zu kämpfen haben. Sie tritt immer dann auf, wenn unsere unbewussten Muster im Gegensatz zu den bewussten Zielen und Vorhaben stehen. In diesem Artikel wollen wir uns anschauen, wie die unbewusste Selbstsabotage entsteht und natürlich auch, wie man sie duchbricht.
 

Unbewusste Botschaften prägen das Mindset

Ich war nie ein guter Schüler. Spätestens ab der 8. Klasse habe ich mich mehr oder weniger durgewurschtelt. Und hätte ich nicht einige Paradefächer gehabt, so hätte mir mein komplettes Desinteresse an Mathe, Physik und Chemie wohl notentechnisch das Genick gebrochen. Aber erst heute, viele Jahre und eine große Portion Lebenserfahrung später weiß ich, warum die Schule und ich nie beste Freunde wurden. Es lag an der Struktur, den Zielen und den Botschaften, die mir bewusst oder unbewusst über meine gesamte Kindheit eingetrichtert wurden. 
 
Vielleicht kommen Ihnen einige davon ja bekannt vor: Sitz still. Bereite Dich gut auf die nächste Prüfung vor. Pass Dich an. Mach Deine Hausaufgaben. Hinterfrage nicht. Befolge die Anweisungen der Lehrer. Lerne auswendig. Schreib in Deinem Heft nicht über den Rand. Mach nicht mehr als nötig. Regeln sind wichtiger als Kreativität. Halte Dich im Hintergrund. Das Kollektiv ist wichtiger als der Einzelne. Vermeide Risiken. Tue das, was alle tun. Schlag Dir die Träumereien aus dem Kopf. Tu das, was alle tun. Und last but not least natürlich der bekannte Klassiker Gute Noten sind wichtiger als etwas zu verstehen.
 

Wertschätzung versus Versagerbotschaften

Das Ergebnis? Das Schulsystem hat meine Kreativität und meinen Entdeckergeist gekillt. Und weil auch heute immer noch die Methoden aus den 1980er Jahren Bestand haben, sind Millionen von Kindern zwar echte Experten im Auswendiglernen und Bestehen von Klausuren, verfügen jedoch über so gut wie keine Problemlösungskompetenz. Natürlich ist dies nicht die Schuld der Lehrer, denn viele Lehrkräfte sind super engagiert und richtig toll. Leider haben sie mit genau den gleichen Hindernissen zu kämpfen, denn die Institution Schule mag keine kreativen Pädagogen. 
 
Stattdessen mag sie starre Lehrpläne. Fixe Strukturen. Und auf keinen Fall eine Abweichung von der Norm. Der Status Quo des Bildungssystems führt dann dazu, dass die einzige Fähigkeit, die unsere Kinder nach ihrem Abschluss perfekt beherrschen, „gut in der Schule sein“ ist. Doch welche Relevanz hat das Auswendiglernen von Fakten, die man innerhalb von wenigen Sekunden googeln könnte? Wie wichtig ist das Wiederkäuen von Antworten, welche die fragenden Lehrkräfte schon längst kennen? 
 
Richtig, im wahren Leben sind vollkommen andere Kompetenzen gefragt. Weder Astrid Lindgren, Elon Musk, Arianna Huffington oder irgendeine andere außergewöhnliche Persönlichkeit hat ihren Erfolg der Ausbildung an einer Schule zu verdanken. Denn wir leben schon lange nicht mehr in der Industriegesellschaft, wo Schulen vor allem konforme Arbeiter hervorbringen sollten, die dann fleißig und zuverlässig ihren Dienst an den Fließbändern der Fabriken absolvieren sollten. Gut in der Schule zu sein ist beim Aufbau eines StartUps, in der Führung eines Unternehmens oder der Entwicklung von zukunftsorientierten Ideen leider genau so irrelevant wie wenn Sie eine absolute Expertin im Bowling wären.
 

Unbewusste Selbstsabotage verhindern: Das Mindset ist der Schlüssel

Auch im Studium wird es nicht etwa besser. Die Themen und Inhalte mögen zwar komplexer sein, aber trotzdem geht es in erster Linie immer noch um das Auswendiglernen von prüfungsrelevanten Informationen. Die praktische Anwendung des Wissens in unterschiedlichen Kontexten spielt hingegen so gut wie keine Rolle. Es war ein prägender Moment in meinem Leben, als ich direkt nach meinem Uni-Abschluss zum ersten Mal eine neue Perspektive eingenommen habe. Weil ich begriff, dass mir die Prägungen, Botschaften und Suggestionen des Bildungssystems für meine Zukunft nur im Wege stehen würden. 
 
Und ehe ich mich versah, stand ich vor der wohl schwierigsten Veränderung meines bisherigen Lebens. Ich musste lernen, all das wieder zu verlernen, womit ich aufgewachsen war. Was man mir über Jahre in der Schule eingetrichtert hatte. Ich musste die Botschaften aus der Vergangenheit ablegen und neu definieren, wer ich sein wollte. Woran ich glaube. Und welches Mindset mich antreiben sollte. Zwischen den Ergebnissen in unserem Leben und unserem aktuellen Mindset gibt es nämlich einen direkten Zusammenhang, den Sie sich wie folgt vorstellen können.
 
Mindset Modell deutsch
 
Wie auch immer das Mindset aussieht, mit dem Sie zurzeit durchs Leben gehen, es ist die einzigartige Kombination Ihrer Identität, Ihren wichtigsten Werten und Ihren tiefsten Glaubenssätzen. Diese besondere Mischung bestimmt nicht nur Ihre generelle Weltsicht, sondern auch Ihre Fähigkeiten, Ihr Verhalten, Ihre Entscheidungsstrategien und am Ende des Tages eben auch Ihre Ergebnisse. Oder kurz und knackig auf den Punkt gebracht:
 
Ihr Verhalten ist immer ein direkter Spiegel Ihres Mindsets.
 

Ihr Mindset beeinflusst das gesamte Leben. Immer. Überall.

Sie können sich auf intellektueller Ebene noch so sehr wünschen, eine erfolgreiche Unternehmerin zu sein, finanzielle Freiheit zu erlangen oder endlich den Partner fürs Leben zu finden. Wenn Ihr Mindset auf einer diesen Träumen entgegengesetzten Identität und damit einhergehenden Glaubenssätzen basiert, dann werden Sie alles dafür tun, dass die Realität sich Ihren Überzeugungen angleicht. Dies liegt an einem universellen Zusammenhang, wenn es um Veränderungen im Leben geht.
 
Je mehr ein Verhalten unser aktuelles Mindset angreift, desto mehr werden wir unbewusst alles dafür tun, dieses Verhalten aufzuschieben oder gar ganz zu verhindern.
 
Beachten Sie bitte, dass dieser Prozess komplett unbewusst abläuft, selbst wenn Sie rational von Ihren Zielen überzeugt sind. Trotzdem sind Menschen wahre Künstler darin, all diese bewusst geäußerten Intentionen unbewusst zu sabotieren, damit die eigene Identität und die damit einhergehenden Überzeugungen bewahrt werden können.
 

Glaubenssätze als Quelle für unbewusste Selbstsabotage

Statt Überzeugungen können Sie gerne auch Glaubenssätze oder Beliefs sagen. Gemeint sind damit die vermeintlichen Fakten und Zusammenhänge, von denen Sie glauben, dass sie wahr sind, sowie die generellen Prinzipien, wie das Leben funktioniert, was alles möglich ist oder wer Sie als Persönlichkeit sind bzw. sein könnten. Ein paar Beispiele gefällig? 
 
Hier kommt eine unvollständige Auswahl von ein paar Klassikern:
 
  • Schuster bleib bei Deinen Leisten.
  • Ich bin nicht gut genug.
  • Geld verdirbt den Charakter.
  • Rechne lieber mit dem Schlechtesten, dann wirst Du nicht enttäuscht.
  • Erst die Arbeit, dann das Vergnügen.
  • Das Leben ist kein Zuckerschlecken.
  • Die Menschheit wird immer schlechter.
  • Ich ziehe den Misserfolg magisch an.
  • Das geht nicht so einfach.
  • Um Erfolg zu haben, muss man die Ellenbogen ausfahren.
  • Ich bin an allem schuld.
  • Dafür fehlt mir die Zeit.
  • Das mag bei anderen klappen, bei mir ist das anders.
  • Oder mein absoluter Favorit: Veränderung muss hart sein, damit sie funktioniert.
 
Ich bin mir sicher, dass Sie beim Lesen direkt noch weitere Beispiele im Kopf hatten, nicht wahr? Dann lassen Sie uns jetzt zum wohl wichtigsten Charakteristikum von Glaubenssätzen kommen. Diese entstehen nämlich nicht aus dem Nichts und sind auf einmal da. Ganz im Gegenteil. Glaubenssätze kommen immer von Außen. Kennen Sie ein Baby, das als Rassist geboren wurde? Kennen Sie einen kleinen Jungen, der mit diskriminierenden Vorurteilen durchs Leben geht? Oder kennen Sie ein Mädchen, dass ihre ausländische Freundin im Kindergarten ausgrenzt, weil sie davon überzeugt ist, dass diese ihr später mal den Job wegnehmen wird? 
 
Sehen Sie, ich auch nicht. Sämtliche Überzeugungen (die positiven wie die negativen) lernen wir erst im Laufe der Zeit von wichtigen Bezugspersonen aus unserem sozialen Umfeld. Ob wir es wollen oder nicht, wir übernehmen die Weltsicht unserer Eltern, Verwandten und später unserer Lehrer. Anfangs sind diese Glaubenssätze noch ganz klein und zart. Aber je mehr wir diese bestätigt sehen, desto mehr verfestigen sich diese. Bis sie irgendwann tief in unserem Unterbewusstsein verankert sind, und dort zuverlässig ihre Wirkung entfalten.
 

Die Summe der Glaubenssätze beeinflusst das Mindset

Spätestens als Teenager haben wir dann ein entsprechendes Mindset entwickelt, welches uns als Kompass für unser Leben dient. Wir haben gelernt, was gut ist und was schlecht. Was man zu tun und was zu lassen hat. Welchen Platz uns das Schicksal zugeteilt hat und wie unsere Zukunft aussehen wird. Und da die Masse der auf uns eingeprasselten Botschaften tendenziell eher negativ war, ist eben auch die Masse unserer Glaubenssätze entsprechend limitierend. Das Ergebnis: Trotz bester Intentionen sabotieren wir uns selber und haben mit dem permanenten Gefühl zu kämpfen, dass wir gegen eine gläserne Wand anrennen würden. Weil unser Verhalten immer ein Spiegel unserer Mindsets ist. Und was noch viel heimtückischer ist, weil wir von all dem überhaupt nichts mitbekommen.
 
„Okay Ilja, wenn mein Mindset ganz automatisch meine Fähigkeiten, mein Verhalten und meine Entscheidungen beeinflusst, dann muss ich ja eigentlich nur mein Mindset positiv verändern und schon führen mich meine unbewussten Programme wie von selbst näher an meine Ziele und Träume, oder?“ Gut, dass Sie fragen. Meine Antwort kommt im Radio Eriwan Stil und lautet: Im Prinzip ja. Denn die große Herausforderung lauert im unscheinbaren Wort eigentlich. Es funktioniert nicht per Fingerschnipp und braucht eine gewisse Zeit. Wie Sie in der Abbildung erkennen können, ist die einzige Möglichkeit, Ihr Mindset dauerhaft durch Ihre Gedanken, Ihre Entscheidungen und Ihr Verhalten zu verändern nämlich bewusstes Lernen. 
 

Unbewusste Selbstsabotage verhindern

Der grundsätzliche Prozess, um unbewusste Selbstsabotage zu verhindern, ist überraschend einfach. Es gilt, ein limitierendes Muster zu identifizieren und aus dem Unterbewusstsein an die bewusste Oberfläche zu befördern. Dort können wir es dann mit einer förderlichen Alternative ersetzen, und es wieder zu einem unbewussten Automatismus werden lassen, der dann seinen positiven Dienst für uns erledigt. Klingt erst einmal einfach, nicht wahr? Ist es auch. Wie so häufig steht das Wort einfach aber vor allem für nicht kompliziert und nicht für leicht. Denn unbewusste Muster können extrem hartnäckig sein und es braucht eine große Portion Disziplin, Commitment und Durchhaltevermögen, um eine negative Gewohnheit in eine positive zu transformieren.
 
Natürlich weiß ich, dass diese Werte in Zeiten, wo alle nur noch im Moment leben und sämtliche Bedürfnisse am liebsten sofort erfüllt haben möchten, nicht besonders sexy klingen. Aber es lohnt sich nicht nur, sondern kann sogar eine Menge Spaß machen. Wenn Sie sich die Abbildung anschauen, dann sehen Sie den 4-stufigen Prozess im Überblick.
 
glaubenssätze auflösen
 
 

Unbewusste Selbstsabotage: Das Wenn-Dann-Schema

Bevor wir uns die einzelnen Stufen anschauen, ist es wichtig, dass wir uns noch einmal detailliert das Prinzip von unbewussten Automatismen anschauen. Diese funktionieren nämlich immer gleich. Stellen Sie sich dazu vor, dass Sie ein Computerprogramm schreiben, dem folgender Algorithmus zugrunde liegt: Immer, wenn X passiert, dann reagiere mit Y. Ein klassisches Reiz-Reaktions-Schema. Im Kontext menschlichen Verhaltens ist X ein bestimmter Trigger, der eine emotionale Reaktion hervorruft, uns an eine bestimmte Erfahrung erinnert oder einen Zustand auslöst. Als Trigger können dabei Bilder, Wörter, Geräusche, Gerüche, Geschmäcker oder Tonfälle dienen. Wird ein solcher Trigger ausgelöst, spult unser Unterbewusstsein automatisch das gelernte Programm ab. Hier einige konkrete Beispiele:
 
  • Sie nehmen den Duft von frischem Kuchen wahr, und erinnern sich sofort an eine schöne Situation aus Ihrer Kindheit.
  • Ihr Lebenspartner reagiert auf einen Vorschlag mit einem typischen Gesichtsausdruck, und Sie fühlen sich automatisch unsicher.
  • Sie hören Ihr Lieblingslied im Auto und sind wie von selbst motiviert.
  • Sie blicken auf Ihr überfülltes Emailpostfach und beginnen sofort damit, sich mit sinnlosem Surfen auf Social Media abzulenken.
  • Ihr Chef gibt benutzt einen bestimmen Tonfall und Sie fühlen sich unsicher.
  • Vor einer Präsentation blicken Sie in die Gesichter Ihrer Zuhörer und Ihr Herz fängt an, schneller zu schlagen.
  • Sie fahren hungrig über die Autobahn und entdecken das leuchtende M einer großen Fastfoodkette. Obwohl Sie sich gesund ernähren wollen, fahren Sie an der Ausfahrt ab und bestellen sich einen Doppelcheeseburger mit Pommes und Milchshake (Sie wissen schon, dieses Beispiel habe ich von einem Freund)
 

Lernen, zu verlernen in vier Stufen

In jedem dieser Beispiele sorgt der jeweilige Trigger dafür, dass ein automatisches Programm abgespult wird. Dabei ist es Ihrem Unterbewusstsein egal, ob es sich um etwas Positives oder Negatives handelt. Wichtig ist nur eins: Wenn X passiert, dann reagiert es mit Y. Daraus folgt eine entscheidende Erkenntnis. Wenn wir mit dem Y unzufrieden sind, dann müssen wir am X ansetzen.
 

Stufe 1: Bewusstheit

Jeden Tag läuft Ihr Unterbewusstsein auf Hochtouren. Sie denken, entscheiden und handeln. Das Problem dabei: Das Ganze läuft so automatisiert ab, dass es für Sie so normal geworden ist, dass Sie es gar nicht mehr mitbekommen. Das Ziel dieses Schritts ist es, diesen unbewussten Loop zu durchtrennen, und unbewusste Muster an die bewusste Oberfläche zu holen. Gehen Sie hierfür mit einem hohen Grad an Achtsamkeit durchs Leben. Nehmen Sie wahr, welche Trigger bei Ihnen welches Verhalten auslösen. Welche Gedanken Sie in welchen Situationen denken. Welche Strategie Ihre Entscheidungen bestimmt. Und welche Muster Sie in Ihrem Verhalten erkennen können. Anfangs wird Ihnen dies wie eine fast unmögliche Aufgabe erscheinen. Kein Wunder, denn wo Ihr Alltag vor kurzem noch per Autopilot abgespult wurde, nehmen Sie das Steuer nun selbst in die Hand. Aber auch Achtsamkeit kann trainiert werden. Und je bewusster Sie die vielen Prozesse wahrnehmen, die bisher komplett unbewusst abgelaufen waren, desto leichter wird Ihnen Schritt zwei fallen.
 

Stufe 2: Verlernen

Je achtsamer Sie durchs Leben gehen, desto mehr unbewusste Muster werden Sie wahrnehmen, die für Sie eher limitierend als förderlich sind. Wählen Sie sich nun eines dieser Muster aus, das Sie gerne verändern möchten. Achten Sie für einige Tage ganz genau drauf, welche Strategien hinter dem Verhalten stecken. Wie genau läuft das Muster ab? Was genau tun Sie und in welcher Reihenfolge tun Sie es? Welche Sinne sind involviert? Und am allerwichtigsten: Durch welchen Trigger wird das Verhalten ausgelöst? Denn es gilt das gelernte Programm „Wenn X passiert, dann reagiere mit Y“ so bewusst wie möglich zu unterbrechen und im nächsten Schritt umzuprogrammieren.
 

Stufe 3: Lernen

Nun ist es Zeit für eine Entscheidung. Welches alternative Verhalten möchten Sie anstelle des alten als unbewussten Automatismus etablieren? Es reicht leider nicht, wenn Sie sich nur von einer negativen Gewohnheit verabschieden. Ohne positive Alternative ist dieser Versuch zum Scheitern verurteilt. Warum? Weil nach der Verbannung des Verhaltens zunächst ein Vakuum entsteht. Immer wenn der Trigger X ausgelöst wird, sucht das „Programm“ verzweifelt nach der gewohnten Reaktion Y. Bieten Sie an dieser Stelle keine Alternative an, so wird nach kurzer Zeit wieder auf das alte Verhalten zurückgegriffen. Es ist nicht ausreichend, nur zu entscheiden, dass Sie bspw. kein Fastfood mehr essen wollen, Sie benötigen auch die entsprechende neue Wahlmöglichkeit. Der Algorithmus könnte dann so aussehen: „Immer, wenn ich das leuchtende M an der Autobahn entdecke, atme ich tief durch, trinke einen Schluck Wasser und genieße einen Proteinriegel.
 

Stufe 4: Gewohnheit

Abschließend gilt es nun, aus der gewählten Veränderung einen neuen – und förderlichen – Automatismus zu machen. Je bewusster Sie den Trigger mit dem neuen Verhalten verbinden, desto erfolgreicher wird die Transformation verlaufen. Wie James Clear in seinem Bestseller Atomic Habits beschreibt, dauert es im Schnitt 66 Tage, um eine neue Gewohnheit zu etablieren. Warum also nicht ein Projekt starten, dass genau so lange dauert? Wichtig sind dabei zwei Faktoren. Erstens, das bewusste Einbauen des neuen Verhaltens in Ihren Alltag. Und zweitens die Regelmäßigkeit. Denn je häufiger das neue Programm abgespult wird, desto eher hat es die Chance, wieder ins Unterbewusstsein zu sinken, und von dann an dort als Automatismus seine positive Wirkung zu erzielen.
 

In diesen Bereichen lauert die unbewusste Selbstsabotage

Auf diese Weise haben Sie eine wundervolle Methode an der Hand, limitierende Muster zu verlernen, neue Gewohnheiten zu etablieren und so schrittweise Ihre persönlichen Eisberge zu durchbrechen. Sie benötigen noch etwas Inspiration, in welchen Bereichen es sich lohnt, zu lernen, wie man unbewusste Automatismen verlernt? Here we go:
 
  • Limitierende Glaubenssätze
  • Schlechte Entscheidungsstrategien
  • Negative Denkmuster
  • Unnötige Vorannahmen
  • Impulsives Verhalten
  • Emotionale Reaktionen
  • Unbegründete Vorurteile
  • Die Tendenz, Ausreden zu suchen, warum etwas nicht geht
  • Der Fokus auf Probleme
  • Übermäßiges Zweifeln
  • Die Tendenz, sich zu rechtfertigen
  • Der Drang zum Perfektionismus
  • Die Storys, die Sie sich jeden Tag erzählen
 
Ich wünsche Ihnen gleichsam Freude und Erfolg beim Entdecken und Durchbrechen Ihrer unbewussten Selbstsabotage Muster. Doch achten Sie darauf, dass Sie nicht zu viel auf einmal wollen. Ein Automatismus zurzeit ist nicht nur mehr als ausreichend, sondern Sie erhöhen auch die Wahrscheinlichkeit einer nachhaltigen Veränderung.
 

Selbstbestimmung ist die neue Sicherheit

Selbstbestimmung ist ein Wert, der in der heutigen Zeit nicht mehr als besonders sexy und erstrebenswert gilt. Zu sehr hat sich die große Masse an eine Welt gewöhnt, in der andere Menschen, Organisationen und Behörden das gesamte Leben planen, steuern und kontrollieren. Doch die eigene Zukunft in die Hände anderer zu legen ist in der VUKA Welt der vollkommen falsche Ansatz. Stattdessen wird die Selbstbestimmung zur neuen Sicherheit. Und warum das genau so ist, wollen wir uns nun einmal genau anschauen.
 

Selbstbestimmt leben: Sei wie Wasser, mein Freund

Meiner Erfahrung nach lassen sich Menschen in zwei generelle Kategorien einteilen. Sie sind entweder Team Meer oder Team Berge. Wie ist es bei Ihnen, haben Sie sich die Frage auch schon einmal gestellt, ob Ihr Herz sich auf dem Gipfel eines majestätischen Berges oder am endlosen Strand eines rauen Ozeans am wohlsten fühlt? Ich selber muss bei der Beantwortung nicht eine Sekunde zögern. Ich bin Team Meer. 
 
Möglicherweise liegt es daran, dass ich schon als Kind wie einst Tony Buddenbrook auf den Steinen in meiner Heimatstadt Travemünde (ein Stadtteil der Hansestadt Lübeck) gesessen habe (eine sehr bekannte Szene aus dem Roman „Die Buddenbrooks“ von Thomas Mann (der wie ich ebenfalls in Lübeck geboren wurde), und beeindruckt von der Weite des Horizonts von fernen Ländern und Reisen auf dem Schiff geträumt habe. Auch wenn ich die atemberaubende Landschaft der Berge liebe, fühle ich mich nirgendwo so frei wie am Meer. 
 
Stundenlang könnte ich auf die brechenden Wellen blicken, während der einzigartig salzige Geruch in meine Nase und das Kreischen der Möwen in meine Ohren dringt. Und jedes Mal, wenn ich mich irgendwo auf dieser Welt an einem Ozean befinde, muss ich unweigerlich an das wahrscheinlich bekannteste Zitat des Kampfkünstlers und Schauspieler Bruce Lee denken (Sie können sich das Interview mit Bruce Lee hier als Video anschauen):
 
Empty your mind, be formless, shapeless, like water. Now you put water in a cup, it becomes the cup. You put water into a bottle it becomes the bottle. You put it in a teapot it becomes the teapot. Now water can flow or it can crash. Be water, my friend.” 
 
Meine deutsche Übersetzung lautet wie folgt: “Leere Deinen Geist, sei formlos, gestaltlos – wie Wasser. Wenn Du Wasser in eine Tasse füllst, dann wird es die Tasse. Wenn Du Wasser in eine Flasche füllst, wird es die Flasche. Wenn Du es in eine Teekanne füllst, wird es die Teekanne. Wasser kann fließen oder zerstören. Sei wie Wasser, mein Freund.”
 

Selbstbestimmung als Antwort auf Angst und Unsicherheit

Natürlich war diese Metapher vor allem auf die Anwendung im Kampfsport gemünzt. Wenn man dem Gegner nicht mit einer starren Strategie begegnet, sondern sich flexibel anpassen kann, dann sind die Erfolgsaussichten wesentlich höher. Und Perfektion ist dann erreicht, wenn man wie Wasser ist. Denn dieses Element kann man ganz einfach nicht greifen. Gleichsam ist es aber auch in der Lage, sich seinen Weg durch undurchdringbares Terrain zu bahnen und scheinbar übermächtige Gegner zu besiegen.
 
Während der letzten Monate musste ich fast täglich an Bruce Lee und seine Metapher vom Wasser denken. Denn nicht erst seit der weltweiten Pandemie hat sich die Welt massiv verändert. Der Alltag vieler Menschen ist von einer nagenden Zukunftsangst geprägt, Prioritäten haben sich verschoben, und die große Masse der Bevölkerung teilt das immer intensiver werdende Gefühl, den Launen des Schicksals hoffnungslos ausgeliefert zu sein.
 
Und wie das bei einschneidenden Veränderungen nun mal der Fall ist, versuchen wir diese Unsicherheit damit zu überwinden, in dem wir uns an gewohnten Dingen festklammern, den Alltag an Routinen ausrichten und möglichst wenig Risiken eingehen. So absurd es klingen mag, aber je unsicherer die externen Umstände sind, desto wichtiger wird das Gefühl innerer Sicherheit für uns.
 

Sicherheit ist das Ergebnis von Selbstbestimmung

Doch wo gibt es diese Sicherheit heute überhaupt noch? Ein Job als Beamtin in der Verwaltung? Natürlich, man bekommt bis zum Lebensende jeden Monat pünktlich sein Gehalt aufs Konto überwiesen. Aber zu welchem Preis, wenn die Tage von mangelnder Kreativität, Eintönigkeit und dem oftmals sinnlosen Abarbeiten von Formularen geprägt sind? Auch die vermeintlich sichere Karriere in einem großen Unternehmen existiert nur noch in der Theorie. Durch die Transformation von der Industrie- zur Wissensgesellschaft werden Millionen von Jobs in der Zukunft wegfallen, in so gut wie allen Branchen werden immer mehr Stellen massiv abgebaut und die Coronakrise hat die Insolvenzwelle noch einmal richtig beschleunigt.
 
Und selbst wenn es gelingt, als Angestellter in einer zukunftsorientierten Branche Karriere zu machen, sind die organisatorischen Zwänge, der Stress durch zunehmenden Leistungsdruck und die kaum vorhandene Work-Life-Balance der Hauptgrund, dass sich immer mehr Menschen die Frage stellen:
 
„Soll es das jetzt gewesen sein? Soll ich für die nächsten dreißig Jahre jeden Tag in das graue Großraumbüro fahren, um einen Job zu machen, der mich nicht erfüllt, oft frustriert und schon lange keinen Spaß mehr macht?“
 
Glauben Sie mir, liebe Leserinnen und Leser, ich kenne diese Gedanken nur zu gut, denn sie gingen mir früher in einer Art Dauerschleife durch den Kopf. Und ich wäre wahrscheinlich in der negativen Spirale aus Hoffnungslosigkeit und Frustration ertrunken, hätte ich damals nicht die Biografie eines meiner Jugendidole als Hörbuch im Auto gehört. Ich spreche von John Michael Osbourne, dem Sänger der legendären Hardrock-Band Black Sabbath, den Sie möglicherweise nur unter seinem Rufnamen Ozzy kennen.
 

Was Sie von Ozzy Osbourne über Selbstbestimmung lernen können

Er wuchs in den 1950er Jahren in ärmlichen Verhältnissen in Birmingham auf und beschloss als Teenager, eine Facharbeiterausbildung zu absolvieren. Und zwar zum Autohupenstimmer. Klingt nicht besonders sexy, oder? Ozzy begründete den Schritt wie folgt: „Damals dachten die, du nimmst das bisschen Bildung mit, das du ergattern kannst. Dann lernst du einen Beruf und bekommst eine Scheißarbeit, auf die du gehörig stolz bist, obwohl es eine Scheißarbeit ist. Und diese Scheißarbeit machst du dann für den Rest deines Lebens. Diese Scheißarbeit bedeutet dir einfach alles.“
 
So kam es, dass der spätere Weltstar begann, sich in die Kunst des Autohupenstimmens einweisen ließ. Wenn Sie jetzt denken: „Kunst? Das klingt eher nach einer sehr stupiden Tätigkeit“, dann haben Sie vollkommen recht. Denn der Tagesablauf des jungen Ozzy sah wie folgt aus.
 
Er saß am Fließband und griff sich eine Hupe. Stimmte diese mit dem Schraubendreher. Testete den Klang. Darauf folgte die nächste Hupe. Der gleiche Handgriff mit dem Schraubendreher. Wieder stimmen und den Klang testen. Dann die nächste Hupe. Und die nächste. Wieder und immer wieder. Greifen. Stimmen. Testen. Den kompletten Tag lang. Die Arbeit war so frustrierend, laut und eintönig, dass er fürchtete, wahnsinnig zu werden.
 
Also fragte er den Kollegen neben sich, einen älteren Herrn mit Halbglatze und riesigen Augenringen: „Sag mal Jimmy, wie lange bist Du eigentlich schon hier?“ Worauf dieser antwortete: „Neunundzwanzig Jahre und sieben Monate. Und weißt du, was das Beste daran ist? In fünf Monaten bin ich genau dreißig Jahre hier. Dann werde ich pensioniert und bekomme meine goldene Uhr vom Betrieb.“
 
Dem späteren Multimillionär ging in diesem Moment folgender Gedanke durch den Kopf: „Lieber sollen die Russen eine Bombe auf die Fabrik werfen, bevor ich dreißig Jahre in diesem Raum verbringen muss.“ Und er sagte: „Hör zu, Jimmy, wenn du unbedingt eine goldene Uhr haben willst, dann hättest du beim Juwelier in der Fußgängerzone eine klauen sollen. Selbst wenn sie dich erwischt hätten, hättest du höchstens ein Zehntel der Zeit abgesessen, die du in diesem Loch hier zugebracht hast.
 
Und das wäre zweifellos die bessere Wahl gewesen.“ Dann verließ er wortlos seinen Arbeitsplatz und traf die Entscheidung, die Frustration gegen ein selbstbestimmtes Leben einzutauschen. Das zu tun, was ihn wirklich erfüllte und wovon er seit Jahren träumte. Und dieser Traum war die Musik.
 
Gemeinsam mit seinen Jugendfreunden Tony Iommi, Geezer Butler und Bill Ward gründete er die Band Black Sabbath und prägte die Musikgeschichte mit Hits wie Iron Man, Paranoid oder War Pigs. Wenn man den Superstar heute fragt, was ihn während seiner langen Karriere am meisten angetrieben hat, dann erzählt Ozzy Osbourne gerne, dass ihn die Erinnerung an die goldene Uhr mehr als einmal gerettet hat.
 
Immer wenn er einmal daran zweifelte, ob er noch auf dem richtigen Weg sei, immer wenn es zu Krisen und Rückschlägen kam, tauchte vor seinem geistigen Auge das riesengroße Bild einer goldenen Uhr auf und erinnerte ihn schlagartig an die Zustände in der Autohupenfabrik und wie sein Leben möglicherweise geworden wäre, wenn er nicht die Wahl getroffen hätte, den Weg der Selbstbestimmung zu beschreiten.

Selbstbestimmt leben und Freiheit genießen

Dies ist nur ein Beispiel von unzähligen anderen, wo die Entscheidung gegen traditionell vorgegebene Pfade und für ein eigenverantwortliches Leben mit folgender Erkenntnis begann:
 
„Da muss es doch noch mehr geben als Rechnungen zu zahlen, sich für eine anonyme Organisation aufzureiben und die Tage bis zur Rente zu zählen.“
 
Schon mal gehört? Vielleicht schon häufig selber gedacht? Ich hoffe doch sehr, denn in der Tat hat das Leben so viel mehr zu bieten als einen öden 9 to 5 Job, einen monotonen Büroalltag ertragen zu müssen und sinnlose Anweisungen auszuführen. Wenn man es bei den Hörnern packt und sich nicht darauf verlässt, dass andere schon die richtigen Entscheidungen für einen treffen werden. Es mag auf den ersten Blick kontraindikativ erscheinen, aber die traditionellen Beschäftigungsmodelle werden in Zukunft mit maximaler Unsicherheit verknüpft sein. 
 
Weil Sie bei jeder externen Veränderung von anderen Menschen abhängig sind. Und so hart es klingen mag, diesen sind Sie leider vollkommen egal.
 
Es spielt keine Rolle, ob es sich um Politiker, Manager großer Konzernen, Beamte in den unterschiedlichsten Verwaltungen, Vorgesetzte in der Firma oder Bürokraten des Staates handelt, sie alle sind einzig und alleine darauf bedacht, ihre eigenen Besitzstände, ihre eigene Macht und ihren eigenen Status zu erhalten. Und um das zu erreichen, verfolgen ausschließlich ihre eigenen Ziele. Und diese sind von den ihrigen weiter entfernt als der HSV von der nächsten Deutschen Meisterschaft.
 

Die alten Regeln gelten schon lange nicht mehr

Sollten Sie für das Erreichen dieser fremden Ziele als nicht mehr gut genug abgestempelt werden, wird man Sie fallenlassen wie eine heiße Kartoffel. Dabei spielt es übrigens keine Rolle, wie gut, fleißig oder loyal sie in der Vergangenheit waren. Sie können sich gar nicht vorstellen, wie viele Menschen ich kenne, die Jahrzehnte lang mit Leidenschaft und Herzblut für eine Firma tätig waren, und von heute auf morgen vor die Tür gesetzt wurden. Ohne ein einziges Dankeschön. Ohne Wertschätzung. Ohne Beachtung der früheren Verdienste. Ein kurzer Händedruck, eventuell ein Blumenstrauß zur Wahrung des Scheins und dann war es das. In vielen Organisationen sind Menschen leider nur noch eine Kostenstelle, die beim kleinsten Druck umgehend und mit mathematischer  Präzision gekürzt wird.
 
Und wenn Sie jetzt denken, dass Ihnen so etwas nie passieren könnte, dann schauen Sie sich nur an, welche Branchen gerade dabei sind, sich gesundzuschrumpfen: Die Banken, die Automobilhersteller und damit ihre Zulieferer, der Einzelhandel oder traditionelle Medienunternehmer sind nur ein paar prominente Beispiele von vielen. Und da der ausschließliche Fokus auf Kosteneinsparungen noch nie zu entsprechenden Resultaten geführt hat, ist das Ende der Entwicklung noch lange nicht erreicht.
 
So mancher namhafte Konzern konnte nur aufgrund von massiver Unterstützung durch den Steuerzahler überleben, bekannte Marken wie Galeria Karstadt Kaufhof, Vapiano, Esprit oder die Modekette Adler mussten hingegen Insolvenz anmelden. Too big to fail ist lange vorbei. Dafür gilt heute mehr denn je: Je schlanker und anpassungsfähiger, desto größer die Erfolgsaussichten in der Zukunft.
 

Flexibilität als Schlüssel für den Umgang mit einer unsicheren Zukunft

Je unsicherer die Zeiten werden, desto wichtiger wird die Selbstbestimmung. Desto wichtiger wird es, das eigene Leben selber zu gestalten, mit maximaler Flexibilität auf sich verändernde Rahmenbedingungen reagieren zu können und Verantwortung zu übernehmen. Für die eigen Ziele. Die eigenen Träume. Für das eigene Leben. Natürlich gibt es auch hier eine Menge Unwägbarkeiten, Dinge, die Sie nicht beeinflussen können und Hürden, die es zu überwinden gilt.
 
Aber gleichzeitig haben Sie die volle Kontrolle über Ihre Vision, Ihre Ziele, Ihre Entscheidungen und was Sie jeden einzelnen Tag tun oder auch nicht tun wollen. Und ist nicht genau das die wahre Definition von Freiheit? Es bedeute nämlich nicht, dass man (endlich) machen kann, was man will. Vielmehr ist es das befreiende Gefühl, nicht mehr das machen zu müssen, was man nicht machen will.
 

Selbstbestimmung ist die neue Sicherheit: Ein Fazit

Und mit diesem Gedanken schließt sich der Kreis dieses Artikels, denn um die alten Denkmuster des „sei fleißig in der Schule, such Dir einen guten Job und genieße das Leben dann ab der Rente“, „die Firma und der Staat werden sich schon um Dich kümmern“ und „es gibt keine Alternativen zur Karriere als Angestellter“ zu durchbrechen und durch eine zukunftsorientierte, selbstständige Lebensgestaltung zu ersetzen, müssen wir wie Wasser sein.
 
Im besten Bruce Lee´schen Sinn sollten wir nicht darauf hoffen, dass der uns im Weg liegende Stein von alleine verschwindet, von Managern aus der Teppichetage entfernt oder von einer Behörde umgesetzt wird, sondern selber aktiv zu werden. Sich einen Pfad um den Stein herum, durch ihn hindurch, oder über ihn hinweg zu bahnen. Oder sich möglicherweise einen vollkommen neue Fluss zu suchen.
 
In unserem Fall können wir die Metapher des Wassers natürlich durch das Wort Selbstbestimmung ersetzen. Wer selbstbestimmt denkt, der wird zur Lösung. Wer selbstbestimmt entscheidet, der kreiert Chancen. Wer selbstbestimmt lebt, der erschafft sich eine Zukunft nach seinen eigenen Vorstellungen.
 
Und genau aus diesem Grund wird die Selbstbestimmung in den kommenden Jahren zur neuen Sicherheit.  Zu einer neu gewonnenen Freiheit, die uns tief von innen heraus motiviert. Zu einer Unabhängigkeit, die uns mit einem Lifestyle beschenkt, der aus dem ganz speziellen Mix aus Dankbarkeit, Sinn und Erfüllung basiert. Und es gibt eine Form der Lebens- und Arbeitsgestaltung, die all das in einer einzigartigen Form vereint: Die Selbstständigkeit als Arbeitsmodell, das die Abhängigkeit von externen (und damit schwer bis wenig beeinflussbaren) Faktoren minimiert und gleichsam die Selbstbestimmung in den Mittelpunkt stellt.
 
Sind Sie bereits selbstständig? Oder planen Sie gerade eine Gründung? Dann posten Sie doch gerne den Link zu Ihrer Homepage in den Kommentaren.

Glaubenssätze auflösen in 7 Schritten

Was sind Glaubenssätze? Mit dieser Frage werde ich aktuell recht häufig konfrontiert. Kein Wunder, hat es sich doch herumgesprochen, dass unsere inneren Überzeugungen einen direkten Einfluss auf unsere Gedanken, unsere Entscheidungen und unser Verhalten hat. Eine der wichtigsten Fähigkeiten im Bereich der Persönlichkeitsentwicklung besteht daher darin, negative Glaubenssätze auflösen zu können. Dies liegt vor allem daran, dass unser Verhalten eine direkte Folge unserer bewussten und unbewussten Glaubenssätze ist. Diese inneren Überzeugungen können uns sowohl positiv (aktivierend) als auch negativ (limitierend) beeinflussen, und haben somit einen entscheidenden Anteil daran, wie glücklich, zufrieden und erfolgreich wir im Leben sind.
 
In diesem Artikel möchte ich mich daher mit der Frage “Was sind Glaubenssätze?” intensiv auseinandersetzen, und diese natürlich so umfassend wie möglich beantworten. Nachdem wir uns angeschaut haben, wie diese überhaupt entstehen, welche Rolle sie spielen und welche Beispiele es gibt, gebe ich Ihnen am Ende auch noch eine praxiserprobte Anleitung an die Hand, mit der es Ihnen gelingt, nagative Glaubenssätze auflösen und in positive Überzeugungen transformieren zu können. 
 

Definition Glaubenssätze

Beginnen wir mit der Definition: “Glaubenssätze sind tief im Unterbewusstsein verwurzelte Ansichten, die wir im Laufe unseres Lebens entwickeln und von denen wir tief und fest überzeugt sind. Diese Überzeugungen dienen als Grundlage für unser Denken, Handeln und unsere Entscheidungen. Glaubenssätze stammen aus verschiedenen Quellen, wie beispielsweise unseren Erfahrungen, Erziehung, Kultur, Medien oder dem sozialen Umfeld, in dem wir aufgewachsen sind. Sie bilden die Filter, durch die wir die Welt betrachten, beeinflussen unsere Wahrnehmung und Interpretation von Situationen und somit die Ergebnisse unseres Verhaltens.”
 

7 Eigenschaften von Glaubenssätzen

Nach dieser kurzen Definition von Glaubenssätzen wollen wir uns nun sieben fundamentale Eigenschaften anschauen, die alle Überzeugungen gemeinsam haben. 
 

1) Glaubenssätze kommen immer von außen

Kein Baby wird als Rassist, Zyniker oder Optimist geboren. Sämtliche Glaubenssätze entwickeln Menschen erst im Laufe der Kindheit und Jugend, insbesondere von wichtigen Bezugspersonen wie Eltern, Verwandte, Lehrern oder Personen, zu denen eine emotionale Beziehung besteht.
 

2) Glaubenssätze wirken unbewusst

Unsere Überzeugungen sind tief in unserem Unterbewusstsein verankert und leisten uns dort auf Autopilotmodus treue Dienste. Warum dies gleichzeitig gut, aber auch gefährlich ist, dazu später mehr.

3) Glaubenssätze bestimmen unser Verhalten

Glaubenssätze wirken als Wahrnehmungsfilter und bestimmen daher sowohl unser Denken, vorwiegend aber unsere Entscheidungen. Je nachdem, wie sie die Welt sehen, verhalten Sie sich anders. 
 
4) Glaubenssätze verstärken sich mit der Zeit
Je überzeugter Sie von etwas sind, desto mehr werden Sie entsprechende Beweise dafür im Alltag finden. Und je mehr Beweise Sie für die Richtigkeit der Überzeugung finden, desto mehr verfestigt diese sich. Auch hierzu später noch mehr Details.
 
5) Glaubenssätze können förderlich sein
Positive Überzeugungen wirken aktivierend, richten den Fokus auf Chancen im Leben aus und sorgen dafür, dass Sie in der Lage sind, Ihr volles Potenzial zu entfalten.
 
6) Glaubenssätze können limitierend sein
Negative Überzeugungen wirken limitierend, richten den Fokus auf Probleme im Leben und sorgen (unbewusst) dafür, dass Sie sich selber sabotieren und nicht den Erfolg erhalten, den Sie sich (bewusst) so sehr wünschen.
 
7) Glaubenssätze können verändert werden
Dies ist vielleicht die wichtigste Eigenschaft von allen. Denn auch wenn Glaubenssätze immer unbewusst wirken, so können Sie doch verändert werden. Wie genau das funktioniert, verrate ich Ihnen am Ende des Artikels.
 

Negative Glaubenssätze Beispiele

Negative Glaubenssätze können sich in verschiedenen Bereichen unseres Lebens manifestieren. Hier sind einige Beispiele für negative Glaubenssätze:
 
  1. „Ich bin nicht gut genug.“
  2. „Ich verdiene kein Glück.“
  3. „Ich bin es nicht wert, geliebt zu werden.“
  4. „Geld ist schwer zu verdienen.“
  5. „Ich kann mich nie ändern.“
 
Eine umfassende (aber bei weitem nicht vollständige) Übersicht finden Sie in der folgenden Grafik.
 
Negative Glaubenssätze Beispiele

Positive Glaubenssätze Beispiele

Positive Glaubenssätze können uns hingegen dabei unterstützen, unser volles Potenzial zu entfalten und ein erfülltes Leben zu führen. Hier sind einige Beispiele für positive Glaubenssätze:
 
  1. „Ich habe die Fähigkeit, alles zu erreichen, was ich mir vornehme.“
  2. „Ich bin es wert, Liebe und Erfolg zu erfahren.“
  3. „Ich bin einzigartig und wertvoll.“
  4. „Ich bin finanziell erfolgreich und habe genug für meine Bedürfnisse.“
  5. „Ich habe die Kraft, mich selbst zu verändern und zu wachsen.“
 
Diese positiven Glaubenssätze können uns stärken, uns zu unseren Zielen führen und ein positives Selbstbild aufbauen.
 

Wie entstehen Glaubenssätze?

Aber wie entstehen Überzeugungen jetzt überhaupt? Auf keinen Fall zufällig. Stattdessen sind sie das direkte Ergebnis der unterschiedlichsten Prägungen durch Ihr Umfeld. Sie entwickeln sich aus den Einflüssen, denen Sie sich permanent aussetzen. Den Informationen, die Sie konsumieren, den Menschen, mit denen Sie sich umgeben, und den Orten, in denen Sie sich bewegen. Sie können sich das vereinfacht so vorstellen: Sie nehmen einen Glaubenssatz in Form einer Meinung, einer Idee oder eines Vorurteils auf und übernehmen diesen unkritisch. 
 
Und schon geht es los. Auf einmal finden Sie im Alltag überall „Beweise“, welche die neue Überzeugung bestätigen. Und je mehr „Beweise“ Sie finden, desto tiefer nistet sich der Glaubenssatz im Unterbewusstsein ein. Unsere Kernüberzeugungen werden vor allem in der Kindheit und Jugend gebildet, doch auch noch im Erwachsenenalter läuft es dieser Prozess nach genau dem gleichen Schema ab. Und ehe man sich versieht, glaubt man tief und fest daran, dass Erfolg schwer ist, Geld den Charakter verdirbt und die anderen Menschen nur darauf warten, einen übers Ohr zu hauen. Je fester die Überzeugung, desto mehr werden einem diese Dinge im Alltag auffallen. Und dadurch wird dann die Überzeugung wieder fester. Eine klassische Spirale, die Sie entweder Ihren Zielen näher bringen kann, oder dafür sorgt, dass Sie sich permanent selbst sabotieren.
 
Damit Sie die volle Kraft Ihrer eigenen Überzeugungen nutzen können, werden wir einmal einen kritischen Blick darauf werfen, mit welchen Informationen, Ideen und Meinungen Sie sich den ganzen Tag umgeben. Es sind nämlich immer wieder die gleichen Programmierungen, die dazu führen, dass Menschen ein geringes Selbstbild haben und schlussendlich überhaupt nicht daran glauben, Erfolg haben zu können. Es sind die immer gleichen Versagerbotschaften, denen man seit frühester Kindheit ausgesetzt war, und die sich seitdem durch regelmäßige Wiederholung täglich ein kleines Stück mehr gefestigt haben. 
 

Glaubenssätze erkennen

Negative Überzeugungen lauern überall im Alltag und spiegeln sich in folgenden Mustern und Verhaltensweisen wider: 
 
  • Ausreden
  • Emotionale Reaktionen
  • Negative Gedanken
  • Negative Denkmuster
  • Vorannahmen
  • Zweifel
  • Wiederkehrende Muster
  • Kulturelle Mythen
  • Drang nach Perfektionismus
  • Rechtfertigungen
  • Sorgen
  • Selbstbetrug
  • Stereotypen
  • Selbstoptimierungswahn
  • Innerer Kritiker
  • All die Storys, die wir uns jeden Tag selber erzählen
 
In all diesen Verhaltensweisen und Mustern lauern tief sitzende Überzeugungen, die durch das Filtern der Realität entscheiden, was Sie konkret tun und wie Sie auf bestimme Dinge reagieren.
 

Quellen von Glaubenssätzen

Glauben Sie, dass es einen Unterschied macht, ob Sie einen Roman von Thomas Mann lesen oder Frauentausch auf RTL II schauen? Ob Sie Ihren Nachmittag in einer Buchhandlung verbringen oder in der Spielhalle? Ob Sie ein Seminar zur persönlichen Weiterbildung besuchen oder das Wochenende vor dem Fernseher verbringen? Im Alltag lauern destruktive Suggestionen überall. Neben der Familie, den Lehrern und anderen wichtigen Bezugspersonen sind es vor allem die Politiker, das Radio und natürlich das Fernsehen, welche Sie mit regelmäßigen Versager- und Mangelbotschaften bombardieren. Je häufiger Sie sich diesen Programmierungen aussetzen, desto schneller formen sich im Laufe der Zeit limitierende Kernüberzeugungen wie „Geld ist die Wurzel allen Übels“, „Es gibt Wichtigeres als Erfolg“, „Es ist nicht genug für alle da“, „Wer hoch fliegt, der fällt auch tief“, „Ohne Moos nix los“, oder „Geld verdirbt den Charakter“. Schon mal gehört? Schon mal gesagt? Es lohnt sich, hier besonders kritisch zu Werke zu gehen. Denn wenn Sie diese Botschaften jeden Tag aufs Neue hören, dann sind Sie schon bald konditioniert und glauben tief und fest daran. Ihre Identität festigt sich.
  
An dieser Stelle kommt der Name Richard Brodie ins Spiel. Was, den haben Sie noch nie gehört? Zuerst einmal sollten Sie ihm mehr oder weniger dankbar sein. In seinem früheren Leben war Brodie nämlich Softwareprogrammierer bei Microsoft und in dieser Eigenschaft der Entwickler des Schreibprogramms Word. Irgendwann entschied er sich jedoch, seiner Berufung zu folgen und wurde Redner und Autor (komisch, das kommt mir irgendwie bekannt vor). In seiner neuen Rolle widmete er sich fortan dem Studium der Frage, wie äußere Programmierungen die inneren Überzeugungen beeinflussen. Als Ergebnis seiner Forschungen schrieb er ein Buch, welches ich Ihnen wärmstens ans Herz legen kann. Es trägt den spannenden Titel Virus of the Mind – The New Science of the Meme
 
Basierend auf den Untersuchungen zum „selbstsüchtigen Gen“ von Richard Dawkins beschreibt Brodie, wie sich Ideen im Gehirn einnisten und sich dort genauso verbreiten, wie es beispielsweise ein Grippevirus tut. Zwei Faktoren bestimmen dabei, wie stark sich die von ihm als „Geistesviren“ bezeichneten Informationen im Gehirn festsetzen. Zum einen sind es regelmäßige Wiederholungen. Klar, je häufiger Sie eine Idee im Kopf haben, desto vertrauter und realer wird sie irgendwann. Hinzu kommt die emotionale Intensität. Wenn eine Idee in Verbindung mit Liebe, Sex, Angst, Kindern oder Essen präsentiert wird, potenziert sich die Wirkung der Suggestion um ein Vielfaches. Um das zu überprüfen, brauchen Sie nur zum nächsten Kiosk zu gehen, und sich die aktuelle Ausgabe der Bildzeitung kaufen. Sie ist voller Beispiele für beide der genannten Phänomene. Die Kombination aus Intensität und Wiederholung sorgt dann dafür, dass sich ein Gedankenvirus genauso schnell verbreitet, wie es eine typische Grippewelle tut. Das Schlimme daran ist, dass die meisten Ideen und Meinungen mittlerweile ohne einen einzigen Funken eigener Denkleistung übernommen und weitergegeben werden. Zeitungen schreiben voneinander ab. Freunde erzählen sich die neuste Entdeckung, die im Fernsehen kam, und auf Facebook werden moderne Kettenbriefe wahllos geteilt und verbreitet. Und was erst einmal als Meinung oder Vorurteil im Kopf ist, will so schnell nicht mehr heraus.
 

Kritisches Denken als Schutz vor negativen Suggestionen

Nie war es deshalb wichtiger, zum kritischen Denker zu werden. Ansonsten sind Sie den äußeren Programmierungen der Werbefachleute, Fernsehproduzenten und Radiomoderatoren hilflos ausgeliefert. Ich bin mir sicher, dass Sie folgende Suggestion schon oft gehört haben: „Erfolg verdirbt den Charakter und ist nur mit Ellenbogeneinsatz möglich.“ Sie nehmen es gar nicht mehr richtig wahr, weil Sie es schon so häufig gehört haben. Trotzdem wirkt die Botschaft. Mit jeder Wiederholung ein wenig mehr. Der einzige Schutz: Kritisches Hinterfragen, welche Auswirkung eine solche Botschaft hat. Doch nicht immer werden Sie direkt programmiert. Häufig sind es auch einfach nur stereotype, aber hochemotionale Bilder. Stellen Sie sich vor, Sie schlagen die Zeitung auf und erblicken eine harmlos ausschauende Karikatur, in der eine arme Frau von einem dicken, gierigen Industriekapitän übers Ohr gehauen wird. Welche Botschaft wird dort unbewusst übermittelt? Richtig, die Reichen sind dick, gierig und beuten die armen (und selbstverständlich ehrlichen) Menschen bei jeder sich bietenden Gelegenheit aus.
 
Je häufiger Sie solche Botschaften unkritisch akzeptieren, desto stärker wirken Sie und bilden sich dann zu Kernüberzeugungen aus, auf denen Ihre Sicht auf die Welt und vor allem auf sich selbst basiert. Diese Glaubenssätze sitzen tief im Unterbewusstsein und verbreiten sich dort wie der berühmte Gedankenvirus aus dem Film Inception mit Leonardo DiCaprio, in dem es möglich ist, die Träume anderer Menschen zu infiltrieren und dort Ideen zu platzieren. Die ehemals externe Idee ist zu Ihrer internen Realität geworden. Die Summe der Kernüberzeugungen führt dann unweigerlich dazu, dass Ihr unbewusster Autopilot eben nicht auf Erfolg und Überfluss ausgerichtet ist, sondern auf Mangel und Mittelmäßigkeit. Und dann können Sie auf bewusster Ebene noch so sehr davon überzeugt sein, dass Sie erfolgreich sein wollen. Wenn Ihr Autopilot auf das genaue Gegenteil programmiert ist, werden Sie Ihr Ziel nicht erreichen. Bereits Einstein wusste: Wenn der logische Verstand und das Unterbewusstsein in Konflikt stehen, setzt sich immer die unbewusste Vorstellung durch. Und bitte, nutzen Sie diese Feststellung auf keinen Fall dazu, es der großen Masse gleichzutun und den Verstand komplett aufzugeben. Die Fähigkeit, kritisch zu denken, bewusste Entscheidungen zu treffen, und die gigantische Kapazität des Gehirns zu nutzen, ist die größte Gabe, mit der die Natur Sie ausgestattet hat.
 

Negative Glaubenssätze auflösen

Aber so richtig ans Eingemachte geht es nun mal im Unbewussten. Es ist also Zeit, Ihren inneren Autopiloten umzuprogrammieren und auf Überfluss und Erfolg auszurichten. So wie es eine sich selbst verstärkende Negativspirale gibt, so können Sie auch eine Erfolgs-Domino-Rallye starten. Beginnen Sie mit einer bewussten Entscheidung für Ihren ganz persönlichen Erfolg. Seien Sie bereit, ihn auch zu empfangen. Und dann setzen Sie die folgenden acht Schritte um, mit denen Sie limitierende Einschränkungen und Mangeldenken auflösen, und stattdessen Ihre riesigen Potenziale aktivieren, die nur darauf warten, von Ihnen geweckt und genutzt zu werden.
 

Limitierende Glaubenssätze auflösen in 7 Schritten

 
  1. Identifizieren Sie einen negativen Glaubenssatz und stellen Sie sich folgende Frage: “Woher genau weiß ich das?”
  2. Analysieren Sie so bewusst wie möglich, wie genau sich der Glaubenssatz in Ihrem Alltag bemerkbar macht. Wann taucht er auf, durch welche Trigger wird er ausgelöst und welche Verhaltensweisen sind eine typische Folgeerscheinung?
  3. Fragen Sie sich: “Was würde passieren, wenn ich den Glaubenssatz behalte?”
  4. Orientieren Sie sich bei der Analyse der Überzeugung an folgender Idee: “Argumentieren Sie nur für die Limitationen, die Sie behalten wollen.”
  5. Formulieren Sie eine positive Alternative, die an die Stelle des negativen Glaubenssatzes treten soll.
  6. Integrieren Sie den neuen, positiven Glaubenssatz bewusst und konsistent in Ihren Alltag.
  7. Geben Sie sich mindestens 66 Tage Zeit und machen Sie eine Gewohnheit draus.
 
Diese sieben Schritte folgen einem immer wiederkehrenden Muster der Veränderung: 
 
  • Ein unbewusstes Verhalten an die Oberfläche holen
  • Dort verändern
  • Solange bewusst anwenden, bis es zu einer neuen unbewussten Gewohnheit wird
 

Was sind Glaubenssätze? Ein Fazit

Glaubenssätze wirken unbewusst als Wahrnehmungsfilter der Realität und beeinflussen unser Denken, unser Verhalten und generell unsere Lebensqualität auf eine entscheidende Art und Weise. Es lohnt sich daher, die eigenen Überzeugungen einem regelmäßigen Check zu unterziehen und entsprechende Veränderungen vorzunehmen. Natürlich erfordert die Glaubenssatzarbeit Zeit, Geduld und Commitment, aber die positiven Auswirkungen sind es mehr als wert.
 
Beim Erkennen und Auflösen Ihrer ganz persönlichen Glaubenssätze wünsche ich Ihnen ganz viel Erfolg. Ich hoffe sehr, dass Ihnen die Ideen und Impulse dieses Artikels Ihnen dabei ein treuer Begleiter sein werden.

Kritisches Denken als Erfolgsfaktor für Change und Veränderung

Ich gebe es zu, kritisches Denken ist etwas in Verruf geraten und wird in der heutigen Zeit gerne mit Querdenkern, Schwurblern und “Egal-worum-es-geht-ich-bin-einfach-grundsätzlich-gegen-alles-Typen” gleichgesetzt. Doch diese Form der Anti-Haltung hat mit kritischem Denken überhaupt nichts zu tun. Mehr noch, wenn Sie kritisches Denken als festen Bestandteil Ihres Alltags einsetzen, dann werden Sie nicht nur besser mit jeglicher Form von Veränderung umgehen, sondern insgesamt ein erfolgreicheres Leben führen können. Zeit, also etwas genauer hinzuschauen. Haben Sie Lust? Dann lassen Sie uns loslegen.
 

Warum ist kritisches Denken wichtig?

Als international tätiger Keynote Speaker habe ich das große Vergnügen, von meinen Kunden für Konferenzen rund um den Globus gebucht zu werden. Klingt sexy, oder? Und das ist es bis zu einem gewissen Grad auch, allerdings bedeutet es natürlich auch, dass ich sehr viel Zeit auf Flughäfen und an Bord der unterschiedlichsten Flugzeuge verbringe, was zugegebenermaßen nicht gerade zu meinen Lieblingsbeschäftigungen gehört. Das Fliegen selbst liebe ich übrigens. Es ist die Warterei und die zunehmende Kompliziertheit von Flugreisen, die ich nicht mag.
 
Doch ich mache das Beste daraus und nutze die vielen Stunden in der Luft für eine sehr wichtige Sache, die im sonst häufig hektischen Alltag gern auf der Strecke bleibt. Ich genieße die Zeit für mich. Ich lese einen spannenden Thriller, schaue mir eine Serie auf Netflix an oder denke über das Leben an sich nach. Keine eingehende E-Mail, kein Telefonanruf und auch keine sonstige Ablenkung kann mich dabei stören, und es ist ein wenig wie ein Spa für meine Seele. 
 
Doch wenn ich mich auf meinen vielen Flugreisen so umschaue, dann sind die meisten Menschen vor allem im „Funktioniermodus“ unterwegs. Sie sprechen hektisch in ihre Mobiltelefone hinein, plaudern dabei sehr gern in extrem hoher Lautstärke Firmeninterna aus, sodass sämtliche Menschen in ihrem Umfeld genauestens über die aktuellen Probleme im Unternehmen Bescheid wissen, klappen direkt nach dem Start ihren Laptop auf und beackern mit einer faszinierenden Besessenheit umfangreiche Excel-Tabellen. Doch woran liegt das? Warum schaffen es manche Menschen nicht einmal auf einem 45-minütigen Flug von Berlin nach Frankfurt, ein wenig zu entspannen? 
 

Sinnhaftigkeit vs. Stupide Routinen

Zum einen habe ich die Vermutung, dass sich so mancher Manager – und zunehmend auch so manche Managerin – selbst für zu wichtig hält und dem fatalen Irrtum erlegen ist, dass die Firma keine einzige Stunde ohne ihn auskommen würde. Der andere Grund ist allerdings noch verbreiteter. Menschen schaffen es einfach nicht, aus ihren gewohnten Routinen und Standardabläufen auszubrechen. Und natürlich sind gewohnte Abläufe wichtig, denn sie geben unserem Job eine gewisse Stabilität und Vertrautheit, denken Sie nur an eines der wichtigsten Bedürfnisse von uns Menschen, dieSicherheit. Doch wenn man in den eigenen Routinen gefangen ist, dann kippt diese grundsätzlich positive Eigenschaft schnell ins Negative. Wenn Abläufe, Prozesse und Verhaltensweisen nicht mehr hinterfragt werden, dann nehmen sie nämlich gern eine Tendenz zum Absurden, Lächerlichen und Stupiden an.
 
Es gilt daher vor allem ein entscheidendes Mantra: Der Fokus sollte IMMER auf die Bedürfnisse Ihrer Kunden ausgerichtet sein, niemals auf interne Prozesse. Haben Sie sich nicht auch schon einmal geärgert, wenn Mitarbeiter eines Unternehmens Sie als Kunden vollkommen aus den Augen verloren haben und sich ihr Verhalten ausschließlich an firmeninternen Prozessen und Anforderungen orientiert? In solchen Fällen muss ich immer an den genialen Buchtitel meines geschätzten Kollegen Edgar Geffroy denken, der es mit dem Titel eines Buches so schön auf den Punkt gebracht hat: „Das Einzige, was stört, ist der Kunde!“
 

Kritisches Denken: Hinterfragen Sie den Status Quo

Insbesondere wenn ich an Behördenbesuche oder Anrufe bei Hotlines von großen Konzernen denke, fallen mir spontan hunderte Beispiele ein, aber da wir gerade bei Flugreisen waren, bleiben wir gleich dabei. Haben Sie sich auch schon einmal gefragt, warum die Abläufe an Bord so sind wie sie sind? Warum muss die Crew wirklich jedes Mal die Sicherheitsanweisungen erläutern, obwohl sowieso niemand zuhört? Warum soll mein kleines iPhone in der Lage sein, den Betrieb eines riesigen Airbus A380 zu stören, aber umgekehrt gibt es keine Schwierigkeiten? (Übrigens: Wenn Sie einmal so richtig lachen wollen, dann geben Sie bei YouTube in der Suche „Why can´t you use phones on planes?“ ein. Einfach nur großartig, und gleichzeitig irgendwie auch traurig.) 
 
Und jedes Mal aufs Neue frage ich mich, wo die Flugbegleiter ihre Ansagen lernen. Und damit meine ich natürlich den meist irrelevanten Inhalt, besonders aber die Form. Ganz im Ernst, kein normaler Mensch spricht so gekünstelt und mit einem so offensichtlich zur Schau gestellten Desinteresse. Kein Wunder, dass niemand zuhört. Die immer gleichen Ansagen aus dem Cockpit fallen übrigens in exakt dieselbe Kategorie. Seit vielen Jahren wundere ich mich, wen es tatsächlich interessiert, in welcher Flughöhe man sich befindet, wie die Außentemperatur ist und von wo der Wind am Zielflughafen kommt. Diese Infos mögen zwar für den Kapitän und seinen Co-Piloten spannend sein, aber die Passagiere aka die Kunden interessiert so etwas gleich Null.
 

Das größte Killerargument der Veränderung

Die Antwort lautet wie in so vielen anderen Bereichen des Lebens: Das haben wir schon immer so gemacht. Irgendwann wurde ein Prozess in Gang gesetzt, der nun von allen Beteiligten zuverlässig abgearbeitet wird, ohne dass irgendjemand ihn kritisch hinterfragen würde. Der ausführende Mensch wischt jede Frage nach einem Sinn beiseite und durchläuft eine Metamorphose zur stupide ausführenden Arbeitsbiene. Dies führt zu einem fatalen Verhalten. Man denkt nur noch in internen Abläufen, Regeln und Mechanismen und vergisst dabei vollkommen die Bedürfnisse der eigenen Kunden.
 
Doch zum Glück gibt es immer mehr Menschen, die sich mit dem Killerargument „Das haben wir schon immer so gemacht“ nicht mehr abspeisen lassen. Kritische Denker also, die selbstständig denken, den Status quo hinterfragen und dann dem seelenlosen Prozess wieder eine Bedeutung geben. Vor Kurzem flog ich spät abends von München heim nach Berlin. Und auf einmal geschah das Unerwartete. Der Pilot meldete sich aus dem Cockpit. 
 

Kritisches Denken als Merkmal erfolgreicher Menschen

Mit einer vollkommen normalen Stimme verkündete er: „Liebe Gäste, ich möchte Sie einladen, einmal aus dem Fenster zu schauen. So eine sternenklare Nacht erleben auch wir Piloten selten. Es ist einfach eine wunderschöne Aussicht. In diesem Moment können Sie fast komplett über Brandenburg schauen. Und unsere Passagiere auf der linken Seite haben besonders viel Glück, denn der Anblick, wenn wir gleich auf Berlin zufliegen, ist einfach atemberaubend. Er fasziniert auch mich jedes Mal wieder. Das wollte ich Ihnen nur kurz mitteilen. Ich wünsche Ihnen weiterhin einen guten Flug. Danke, dass mein Team und ich Sie heute sicher an Ihr Ziel bringen durften.“
 
Wie häufig erleben Sie Situationen, wo Sie spontan applaudieren möchten? Zum Glück stand der Mann beim Aussteigen vor seinem Cockpit, sodass ich (und viele andere Gäste) ihm die Hand schütteln und Danke sagen konnte. Denn auch wenn es nur ein paar Sätze waren, so hat das Abweichen von der stupiden (und in meinen Augen sinnlosen) Routine dazu geführt, dass wir einen dieser magischen Momente erlebten, an die man noch lange und gern denkt. Und wenn Sie genau hinschauen, dann ist das ganze Leben voll mit solchen Menschen. 
 

Kritisches Denken lernen: Hinterfragen Sie alles

Doch leider haben wir uns zu sehr daran gewöhnt, dass die große Masse lieber nach Schema F handelt und das Denken den Vorschriften und sinnlosen Regeln überlässt. Ein wichtiger Baustein des Erfolgs ist daher das kritische Denken. Eine Fähigkeit, die leider sehr selten geworden ist, weil sich sehr viele Menschen daran gewöhnt haben, dass ihnen die Medien, die Politik oder anonyme Gremien schon sagen, was wichtig, richtig oder falsch ist. Erliegen Sie dieser fatalen Bequemlichkeit bitte niemals, sondern kultivieren Sie die Kunst des kritischen Denkens. Und damit meine ich auf keinen Fall, dass Sie einer dieser Anti-Menschen werden sollen, die grundsätzlich gegen alles sind. Nein, kritisches Denken ist vor allem die Frage nach dem Sinn, nach Relevanz oder nach Kundenorientierung. Mein Rat: Hinterfragen Sie alles. Sinnlose Prozesse, interne Abläufe und stupide Routinen. Hinterfragen Sie festgefahrene Meinungen, Überzeugungen und Vorurteile, natürlich besonders Ihre eigenen.
 
Oder auf den Punkt gebracht: Hinterfragen Sie alles. Inklusive dieses Impulses, dass Sie alles hinterfragen sollten.
 
Zwei Dinge werden geschehen, sobald Sie beginnen, als kritischer Denker einen Unterschied zu machen: Zum einen werden Sie eine Menge Gegenwind von Ihrem Umfeld erhalten. Kein Wunder, denn Sie hinterfragen auf einmal als allgemeingültig angesehene Prozesse, Routinen und Abläufe. Das ist nicht immer angenehm, aber was wäre die Alternative? 
 
Und noch etwas wird passieren. Sie werden einen dramatischen Anstieg an Erfüllung, Zufriedenheit und Bedeutung in Ihrem Alltag feststellen. Weil Sie nur noch Dinge tun, die wirklich einen Sinn haben, und sämtlichen sinnlosen Tätigkeiten eine klare Absage erteilen. Damit Ihnen das in Zukunft noch wesentlich leichter fällt, möchte ich Ihnen gern drei konkrete Tools vorstellen, die Sie bei der Kultivierung des kritischen Denkens unterstützen.
 

Kritisches Denken Tool #1: Stellen Sie die Sinnfrage

Der beste Wegweiser, den wir im Leben haben, ist der Sinn. Dieser gibt einem gewöhnlichen Job eine Bedeutung, einer Routine eine Daseinsberechtigung und unserem Leben Signifikanz. Nur am Rande: Etwas kann sinnvoll sein oder Sinn haben, aber die weitverbreitete Redewendung „Das macht Sinn“ ist sinnlos. Dies ist wieder ein Beispiel dafür, dass etwas von allen verwendet und dann schließlich von niemandem mehr kritisch hinterfragt wird.
 
Kommen wir nun zu der alles entscheidenden Frage, mit der Sie die Meinungen, Vorurteile, Werte, Überzeugungen und vermeintlichen Tatsachen Ihres Umfelds und natürlich auch von Ihnen selbst zuverlässig auf den Prüfstand stellen können. Die Frage lautet: Woher weiß ich das? Um eine Antwort geben zu können, zwingen Sie sich selbst, zum Kern Ihrer Ursprungserfahrung durchzudringen, und dadurch die Sinnhaftigkeit zu überprüfen. Je häufiger Sie sich diese Frage stellen, desto mehr werden Sie feststellen, wie viele Meinungen und Überzeugungen wir einfach von anderen Menschen, den Medien oder unserem Umfeld übernommen haben. Das erfordert auf der einen Seite natürlich Mut, andererseits ist es die einzige Möglichkeit, wenn Sie ein selbstbestimmtes und auf eigenen Standards basierendes Leben führen wollen.
 

Kritisches Denken Tool #2: Erstellen Sie eine Not-to-do-Liste

Ja, Sie haben richtig gelesen. Erstellen Sie eine Liste mit Dingen, die Sie ab sofort und ganz bewusst nicht mehr tun werden. Denn ist es nicht so? Eine klassische To-do-Liste nimmt gern einmal gigantische Ausmaße an, und oftmals fühlen wir uns von der Masse an Verpflichtungen schlicht und einfach überfordert. Dagegen gibt es zum Glück ein extrem wirkungsvolles Gegenmittel: Prioritäten setzen und konsequent 
 
Nein sagen. Nein zu den Zeitfressern. Nein zum Verzetteln. Nein zu all den Aufgaben, mit denen wir uns tagein tagaus so gern beschäftigen, die uns aber schlussendlich nicht einen Zentimeter näher an unsere Ziele bringen. Je mehr Sie dieses Nein sagen kultivieren, desto mehr sagen Sie gleichzeitig Ja. Ja zu mehr persönlicher Freiheit. Ja zu mehr Fokussierung. Ja zu mehr Selbstbestimmung. Schnappen Sie sich also Ihr Journal oder ein Blatt Papier, und dann notieren Sie all die Dinge, die Sie ab sofort nicht mehr tun werden. Schon nach wenigen Tagen werden Sie feststellen, wie Ihr Zeitmanagement effektiver und produktiver wird. Und als schöner Nebeneffekt erhöht sich beim Erstellen Ihrer Not-to-Do-Liste auch zeitgleich Ihr innerer Klarheitsgrad.
 

Kritisches Denken Tool #3: Erstellen Sie eine IDGAF-Liste

Und schon kommt die nächste Liste, die es so richtig in sich hat. Ähnlich wie die Not-to-to-Liste legt auch ihre große Schwester, die IDGAF-Liste, ihren Fokus auf das Loslassen, das Nein sagen und das sich abgrenzen. Allerdings ist ihre Wirkung noch eine Spur kraftvoller. Und natürlich ist auch der Name eine Spur cooler, denn IDGAF steht für „I don´t give a fuck!“. Und genau diese Attitüde ist unabdingbar, wenn Sie ein selbstbestimmtes Leben führen wollen. Denn je mehr Sie Ihr Ding machen, desto mehr werden Sie in Ihrem Umfeld folgende Reaktionen erleben: Unverständnis, Kritik, Ablehnung, Besserwisserei, Nörgelei, aktive Opposition und sehr gern auch subtile emotionale Erpressung. Sie hören Sätze wie „Du kannst doch nicht einfach…“, „Du solltest aber…“ oder „Du musst dringend …“. Kommt Ihnen das bekannt vor?
 
Auf der einen Seite können Sie ein wenig stolz sein, wenn Sie solche Reaktionen auf Ihre Persönlichkeit erhalten, weil Menschen sich ausschließlich an Ecken und Kanten reiben können. Andererseits kann es aber auch zu einer echten Belastung werden, wenn der Gegenwind zu heftig wird. Umso wichtiger ist es, sich davon zu lösen, was andere Menschen über Sie denken, von Ihnen erwarten oder verlangen, wie Sie zu funktionieren haben. All das können Sie zwar nicht verhindern, aber Sie können die Entscheidung treffen, dass es Sie ab sofort nicht mehr interessiert. 
 
Orientieren Sie sich daher ab sofort am Mantra von Bestsellerautor Tommy Jaud, der es so wunderbar auf den Punkt gebracht hat: „Einen Scheiß muss ich!“ Und dann erstellen Sie Ihre ganz persönliche IDGAF-Liste. Notieren Sie alles, was Ihnen am Allerwertesten vorbeigeht: Ob anderen Menschen Ihr Leben, Ihre Meinung, Ihre Entscheidungen oder Ihre Ideen passen. Wie Ihre Kleidung ankommt, was man zu Ihrem Fahrstil oder Musikgeschmack sagt. All die vielen Dinge, bei denen Sie innerlich sagen: „I don´t give a fuck! So lange es mich glücklich macht, ist es mir egal, was andere Menschen davon halten.“ Je mehr Sie sich auf diese Weise von den Erwartungen anderer lösen, desto mehr können Sie sich an Ihrem eigenen Anspruch und den eigenen Standards orientieren.
 

Die Kunst des kritischen Denkens

Mit diesen drei Tools bringen Sie die Fähigkeit des kritischen Denkens auf ein neues Level. Hängen Sie die beiden Listen am besten gut sichtbare an Ihrem Arbeitsplatz auf, damit Sie sich jeden Tag daran orientieren können. Und dann genießen Sie Ihr Leben als kritischer Denker. Sie mögen Sie anderen Menschen in einer Zeit der Gleichmacherei, der Uniformität und des Mittelmaßes zwar häufig wie ein Exot vorkommen, aber es ist die einzige Möglichkeit, um ein erfülltes und glückliches Leben zu führen. Tja, und selbstverständlich sollten Sie auch diese Behauptung umgehend einer kritischen Prüfung unterziehen.
 
Und natürlich interessiert mich sehr, wie Sie das Thema „Kritisches Denken“ sehen. Schreiben Sie mir Ihre Meinung als Kommentar…

Was ist Erfolg – Die wichtigste Frage des Lebens

Erfolg ist kein Glück! So lautet der Refrain des berühmten Songs der Band Kontra K aus dem Jahr 2015. Aber wenn es kein Glück ist, stellt sich ja eine entscheidende Frage: Was ist Erfolg? Und genau darum soll es in diesem Artikel gehen. Wir werden uns dem Wesen des Erfolgs nähern, eine Definition wagen und natürlich auch erörtern, wie es am besten gelingt, erfolgreich zu werden. Beginnen möchte ich allerdings mit einer kleinen Zeitreise.
 

Erfolg ist ein Arschloch

„Erfolg ist ein Arschloch!“ Ich knallte den Satz meinem Spiegelbild voller Verachtung ins Gesicht. Es war eine Silvesternacht vor vielen Jahren. Ich war damals noch Geschäftsführer bei Karstadt, und nach einer weiteren Versetzung ganz frisch in einer neuen Stadt. Trotz des besonderen Tages hatte ich, wie so häufig, lange gearbeitet und kehrte erst gegen 19:00 Uhr abends in mein möbliertes Appartement zurück. Ich spüre eine gewisse Beklommenheit. Kein Wunder, denn es war der erste Jahreswechsel, den ich komplett allein verbringen sollte. 
 
In einer Stadt, die ich mir nicht ausgesucht hatte und in der ich keinen einzigen Menschen kannte. Während allerorten Partys steigen, Korken knallen und ausgelassenes Lachen in meine Ohren drang, sah meine Abendplanung anders aus. Erst eine Pizza vom Lieferservice, ein Sechserpack Bier zum Runterspülen, dann ein wenig Fernsehschauen und um Mitternacht mit mir selbst anstoßen. Ein absoluter Tiefpunkt in meinem Leben, denn noch nie hatte ich mich dermaßen einsam und leer gefühlt. 
 
Und das zu einer Zeit, in der mich mein gesamtes Umfeld als sehr erfolgreich bezeichnet hätte. Kein Wunder, denn von außen betrachtet war ich tatsächlich so etwas wie ein Überflieger, der die Karriereleiter im Sturm eroberte und all das erreicht hatte, wovon andere nur träumten. Es gab nur ein riesiges Problem: Wenn das tatsächlich wahr sein sollte, warum war ich dann innerlich so frustriert?
 
Und plötzlich übermannten mich meine negativen Emotionen, und ich war der festen Überzeugung: Erfolg ist ein Arschloch. Denn wenn man für Erfolg im Leben einen solchen Preis zahlen musste, dann wollte ich auf keinen Fall erfolgreich sein. Wenig später ging ich deprimiert ins Bett, bevor ich mich zwei Tage später wieder ins Hamsterrad stürzte. Heute bin ich für diese Silvesternacht sehr dankbar, denn mein absoluter Tiefpunkt war gleichzeitig ein Wendepunkt in meinem Leben. Es war, als ob in mir ein Schalter umgelegt wurde. 
 

Was ist Erfolg? Die Frage aller Fragen

Ich begriff zum ersten Mal so richtig, dass meine Frustration nichts mit den äußeren Umständen zu tun hatte, sondern ausschließlich das Ergebnis meiner eigenen Entscheidungen war, die ich im Laufe der letzten Jahre getroffen hatte – und natürlich auch von den Entscheidungen, die ich nicht getroffen hatte. Nicht der Erfolg war das Arschloch, sondern einzig und allein ich selbst. Weil ich mich von einer Erfolgsdefinition hatte leiten lassen, die nicht die meine war. Weil ich meine eigene Story schon lange nicht mehr besaß und mich an den Erwartungen anderer Menschen orientierte. 
 
Und es gab nur einen Menschen, der etwas daran ändern konnte. Das war ich. Also gab ich mir selbst mein Wort, mich zu verändern. Nicht nur ein wenig, sondern radikal. Keine Kompromisse mehr zu akzeptieren, sondern endlich mein eigenes Ding zu machen. Dies gelang mir nicht von heute auf morgen, denn ich musste erst herausfinden, was ich wirklich wollte. Aber die Samen waren gesät, und auch heute noch zehre ich von der Ernte. Denn ich habe drei Dinge gelernt:
 
  1. Es sind niemals die glänzenden, blinkenden und glamourösen Momente in unserem Leben, die unseren Charakter formen. Es sind die Tiefpunkte, denn diese sind so gut wie immer auch Wendepunkte.
  2. Unzufriedenheit, Niederlagen oder Frustration können extrem starke Motivationsquellen sein, wenn wir es schaffen, diese kraftvollen Emotionen in Produktivität und eine entsprechende „Jetzt-erst-recht-Mentalität“ umzuwandeln.
  3. Erfolg ist eine individuelle Sache, die jeder Mensch anders definiert.
 
Ja, nun geht es ans Eingemachte. Denn ich möchte mit Ihnen über das Wort sprechen, das ich vor so vielen Jahren zu Unrecht als Arschloch bezeichnet habe. Über kein anderes Thema wurden jemals so viele Bücher geschrieben, Vorträge gehalten und Artikel veröffentlicht, und Unternehmer Darren Hardy hat ihm mit dem Success Magazine sogar eine gedruckte Hommage erwiesen. 
 
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Erfolgreich sein, was bedeutet das eigentlich?

Ich möchte gleich mit einer sehr persönlichen Frage beginnen: Würden Sie sich als erfolgreich bezeichnen? Gar nicht so einfach zu beantworten, nicht wahr? Denn tatsächlich ist Erfolg wesentlich vielschichtiger als das, was uns in den Medien immer als Prototyp verkauft wird. Ich meine das dicke Bankkonto, die Rolex am Handgelenk, die steile Karriere, den Porsche in der Garage, die Yacht im Hafen von Monaco und insgesamt ein Leben, das von Luxus und Statussymbolen gekennzeichnet ist. Sehen Sie sich eine beliebige Werbeanzeige Ihrer Wahl an oder laufen Sie durch eine beliebige Shopping Mall, und Sie wissen wovon ich spreche.
 
Doch genau diese auf externe Faktoren und Anerkennung von anderen Menschen fixierte Erfolgsdefinition führt dazu, dass immer mehr Menschen Zielen hinterherlaufen, die nicht ihre eigenen sind. Sie folgen dem Diktat des Zeitgeistes, erliegen den Verlockungen der modernen Medienwelt und entfernen sich dabei unmerklich, aber stetig von ihren eigenen Werten, Überzeugungen und Träumen. Und das macht auf Dauer extrem unzufrieden. Weil man unbewusst spürt, dass man ein Leben führt, das sich im Widerspruch mit der eigenen Identität befindet.
 

Erfolg ist mehr als Schneller Höher Weiter

Denn lässt sich Erfolg wirklich nur an materiellen Dingen, äußerlichen Errungenschaften und dem Erreichen von gesellschaftlich konformen Zielen festmachen? Ist es kein Erfolg, wenn eine alleinerziehende Mutter ihre drei Kinder großzieht, nebenbei zwei Jobs gleichzeitig erledigt und trotzdem glücklich und zufrieden ist? Ist es kein Erfolg, wenn eine Familie sich entscheidet, fernab der Großstadt in einem alten Bauernhaus zu leben und sich komplett autark zu versorgen? Und ist es kein Erfolg, wenn ein erfolgreicher Rechtsanwalt seine Karriere an den Nagel hängt, von zehn Dollar am Tag als Tauchlehrer in Thailand lebt, durch diese Tätigkeit aber endlich seinen Seelenfrieden gefunden hat? 
 
Dies sind nur drei Beispiele von Millionen anderer, die eines deutlich zeigen: Erfolg entsteht immer von innen nach außen, wenn wir zum Beispiel ein Vorhaben in die Tat umgesetzt, ein für uns wichtiges Ziel erreicht oder eine bedeutende Entscheidung getroffen haben. Vor allem aber ist Erfolg immer mit unserem ganzen persönlichen Veränderungs-Diamanten verknüpft.
 
Denn es sind Ihre Identität, Ihre Werte und Ihre Überzeugungen, die schlussendlich darüber bestimmen, was Ihnen wirklich wichtig ist im Leben. Natürlich spielen Geld und materielle Dinge immer eine gewisse Rolle; all die Menschen, die Ihnen einreden wollen, dass Geld nicht wichtig wäre, sagen Ihnen nicht die Wahrheit. Es darf aber nicht zum Selbstzweck entfremdet werden. Denn die für Glück, Zufriedenheit und Erfüllung zuständigen Faktoren liegen in der Regel auf einer ganz anderen Ebene.
 

Erfolg Definition

Ich möchte Ihnen daher die gleiche Frage stellen, die ich meinen Coachingkunden ebenfalls stelle:
 
Was bedeutet Erfolg für Sie?
 
Es ist hilfreich, wenn Sie eine gewisse Klarheit darüber haben, was Ihnen wirklich wichtig ist, was Sie antreibt und was Ihrem Leben einen Sinn gibt. Dies wird Ihnen bei der Beantwortung der Frage sehr nützlich sein, und ich kann gar nicht genug betonen, wie wichtig die intensive Reflexion für Ihre persönliche Zukunft ist. Muss ich noch einmal darauf hinweisen, dass Sie unbedingt radikal ehrlich zu sich selbst sein müssen? Wie immer gilt auch hier: Den Menschen in Ihrem Umfeld können Sie eine gewisse Zeit lang etwas vormachen. Aber die Person, die Sie jeden Morgen im Spiegel anblickt, spürt sehr deutlich, wenn sich Schein und Sein dauerhaft nicht im Einklang befinden.
 
Nun also „Butter bei die Fische“, wie man in meiner norddeutschen Heimat zu sagen pflegt, jetzt kommen die Fakten: 
 
Wie lautet Ihre ganz persönliche Definition von Erfolg? 
 
Ist es die steile Karriere in einem globalen Konzern? Der Traum von eigenen Unternehmen? Oder vielleicht ein harmonisches Familienleben auf dem Land mit fünf Kindern, einem großen Sammelsurium an Haustieren und einem eigenen Hof?
 
Blenden Sie bitte sämtliche Gedanken an andere Menschen, fremde Erwartungen oder gesellschaftliche Konformität aus. Es ist Ihr Leben und Ihre Zufriedenheit, und somit auch Ihre Definition von Erfolg. „Okay, Ilja, aber ich finde schnelle Autos, eine Menge Kohle und ein internationales Jetset-Leben ehrlich gesagt ziemlich sexy.“ Wunderbar. Wenn Geld und materielle Dinge für Sie wichtig sind, dann tun Sie alles dafür, um möglichst viel davon zu bekommen. Wenn es aber etwas vollkommen anderes ist, dann geben Sie diesen Bedürfnissen bitte den entsprechenden Raum.
 

Erfolg entsteht immer von Innen nach Außen

Ich selbst erfreue mich immer wieder an den luxuriösen Aspekten des Lebens. Ich sammle schöne (und leider auch teure) Uhren, wohne auf Reisen lieber im Ritz Carlton als in der Pauschalbettenburg im Gewerbegebiet und gebe für nichts so gern so viel Geld aus wie für gutes Essen in exzellenten Restaurants. Es erfüllt mich jedes Mal wieder mit Dankbarkeit, dass ich es mir erarbeitet habe, mir all diesen Luxus leisten zu können. Aber ich brauche diese Annehmlichkeiten nicht, um glücklich zu sein, und könnte auch jederzeit ohne sie leben. Allein dieses Bewusstsein erhöht meinen persönlichen Freiheitsgrad dramatisch.
 
Je besser Sie wissen, was Ihnen wichtig ist, desto besser können Sie auch die Worthülse Erfolg mit einem entsprechenden Inhalt füllen. Und dies versetzt Sie in die Lage, Ihr Leben, Ihren Job und Ihren Alltag so auszurichten, um in all diesen Bereichen erfolgreich sein zu können. Um Sie dabei bestmöglich zu unterstützen, möchte ich Ihnen gern meine Erfolgs-Formel an die Hand geben, die Sie bei jeder nur denkbaren Erfolgsdefinition anwenden können. Aber vorher möchte ich gerne noch ein Mantra mit Ihnen teilen, welches mir schon häufig treue Dienste geleistet hat und das dies auch bei Ihnen tun kann. Es lautet: Wenn es sich gut anfühlt, kann es so schlecht nicht sein! Da ist eine Menge dran, nicht wahr?
 

Was bedeutet Erfolg: Klarheit, Fokus und Fleiß

Die eigene und individuelle Definition von Erfolg ist das unabdingbare Fundament für Glück und Zufriedenheit im Leben. Und um dann auch dauerhaft und insbesondere einfach erfolgreich sein zu können, wollen wir nun den abstrakten Begriff Erfolg mit Leben füllen und ihn mit den entsprechenden Taten in konkrete Resultate transformieren. Denn unter dem Strich entspringt Erfolg der konsequenten und ständigen Wiederholung von vermeintlich kleinen Dingen. Und darum lautet meine ganz persönliche Erfolgs-Formel:
 
 
Erfolg = Klarheit x Fokus x Fleiß 
 
Echter und nachhaltiger Erfolg ist immer das Resultat aus diesen drei Faktoren. Los geht es mit einer tiefen Klarheit über das, was einem wichtig ist. Es folgt die bedingungslose Fokussierung auf die dafür notwendigen Faktoren. Und wenn Sie diese beiden Eigenschaften dann noch mit harter, motivierter und insbesondere langfristiger Arbeit kombinieren, dann wird sich der Erfolg fast schon zwangsläufig einstellen. Lassen Sie uns die einzelnen Bestandteile der Erfolgs-Formel daher etwas genauer unter die Lupe nehmen.
 

Was ist Erfolg? Erfolgsfaktor Klarheit

Als Kinder haben wir oft Cowboy und Indianer gespielt. Jeder von uns hatte seine Präferenzen, welche Rolle wir in unserem nachmittäglichen Treiben übernehmen wollten. Allerdings hatten wir damals nicht sehr viel Auswahl, einfach weil uns die entsprechenden Vorbilder fehlten. Und so spielten die einen meist den Apachen-Häuptling Winnetou, während die anderen lieber Marschall Matt Dillon sein wollten, das ist der Protagonist aus der coolen Serie „Rauchende Colts“. 
 
Heutzutage gibt es Superhelden wie Sand am Meer (meine Favoriten sind eindeutig Batman, Ironman und der Waschbär Rocket von den Guardians of the Galaxy), und wenn ich meine Kinder beim Spielen beobachte, dann geht es gar nicht mehr so sehr darum, welche Rolle sie übernehmen wollen, sondern um eine ganz andere Frage: „Welche Superkraft hättest du gern?“
 
Bei den darauffolgenden Antworten fangen die Augen dann regelmäßig an zu strahlen. Gedankenlesen, Unsichtbarkeit, Zeitreisen, Schnelligkeit, Fliegen oder die Fähigkeit, Gegenstände nur mit der Kraft der Gedanken bewegen zu können, sind nur einige der Dinge, welche sich Kinder heutzutage wünschen. Was würden Sie mir antworten? Welche wäre Ihre bevorzugte Superkraft? Meine Wahl wird Sie wahrscheinlich überraschen, denn ich würde mich für Klarheit entscheiden. 
 
Keine andere Eigenschaft hat eine so entscheidende Bedeutung, wenn es darum geht, ein erfülltes und zufriedenes Leben zu führen. Und auch für unsere individuelle Definition von Erfolg ist Klarheit unabdingbar. Nur, wenn Sie wissen, was Sie wollen, was Ihnen wichtig ist und was Sie wirklich glücklich macht – und natürlich auch, was Sie nicht wollen, was Ihnen nicht wichtig ist und was Sie unglücklich macht –, können Sie die notwendigen Entscheidungen treffen, um es auch zu bekommen.
 
Unter dem Strich steht und fällt der eigene Klarheitsgrad mit der Beantwortung der Frage, was wirklich zählt im Leben und was man genau von ebendiesem erwartet. Und dann kommt es zu einem besonderen Dominoeffekt, der mich immer wieder fasziniert. Ich habe ihn bei mir selbst bestaunen dürfen, aber auch in der Arbeit mit meinen Kunden. Klarheit führt im ersten Schritt zu mehr Verbindlichkeit, denn das erhöhte Bewusstsein über die eigenen Werte und das, was man wirklich will, macht sich natürlich auch in der eigenen Kommunikation bemerkbar. 
 
Sie entscheiden schneller, nachvollziehbarer und geben den Menschen in Ihrem Umfeld Orientierung. Dadurch erhöht sich Ihr Charisma und schlussendlich der Wirkungsgrad, den Sie in den verschiedenen Lebensbereichen erzielen.
 
Klarheit => Verbindlichkeit => Wirkung
 
Doch die Klarheit sorgt noch für einen weiteren, ebenfalls sehr entscheidenden Nebeneffekt. Die Amerikaner bezeichnen diesen gern als Skin in the Game, und der Begriff lässt sich am ehesten mit Commitment übersetzen. Ich habe übrigens lange gesucht, aber mir ist kein deutsches Wort eingefallen, welches den Sinn von Commitment auch nur annähernd beschreiben würden. Verzeihen Sie mir also bitte den Anglizismus. Aber Sie wissen, worauf ich hinaus möchte, oder? 
 
Denn wenn Ihnen etwas wirklich wichtig ist, dann tun Sie auch alles dafür, um es in die Tat umzusetzen. Sie investieren Zeit, Energie und Geld. Sie gehen die Extrameile und halten durch, wenn Sie auf Gegenwind stoßen oder Ihre ursprüngliche Motivation etwas nachlässt. Egal, was Sie vorhaben, achten Sie bitte immer drauf, dass Sie Skin in the Game haben, dass es Ihnen wirklich wichtig ist.
 
Ihre Motivation lässt nach? Fragen Sie sich: Habe ich genügend Skin in the Game?
 
Welche Auswirkungen dies haben kann, beobachte ich regelmäßig bei meinen eigenen Seminaren und Veranstaltungen (z.Bsp. meiner zertifizierten Coachingausbildung). Manchmal biete ich vergünstigte Tickets an oder lade sogar jemanden ein – dies mache ich für Menschen, die am Anfang ihrer Karriere stehen oder gerade eine schwere finanzielle Phase durchmachen. Allerdings stelle ich bei dieser Teilnehmergruppe regelmäßig fest, dass die Menschen zwar mit großen Ambitionen in die Kurse starten, es aber meistens an der Umsetzung scheitert. 
 
Dies ist bei den Teilnehmern, welche die volle Teilnahmegebühr gezahlt haben, vollkommen anders. Hier folgen den Worten in der Regel auch die entsprechenden Taten. Weil diese Menschen Skin in the Game haben. Weil sie eine durchaus hohe Summe Geld in sich selbst investiert haben und dadurch den eigenen Anspruch massiv nach oben geschraubt haben. Klarheit führt also nicht nur zu mehr Verbindlichkeit und zu einer hohen Wirkung, sondern schlussendlich auch zu einer gesteigerten Umsetzungskompetenz.
 

Was ist Erfolg? Erfolgsfaktor Fokus 

Nachdem Sie an Ihrer Klarheit gearbeitet haben, geht es nun darum, Ihre Kräfte zu bündeln und den Fokus auszurichten. Sich auf das zu konzentrieren, was Sie wirklich voranbringt, und sich nicht mit Unwichtigem abzulenken und zu verzetteln. Ich empfehle Ihnen hierfür die Metapher von Himmel und Hölle. Was verbirgt sich dahinter? Ganz einfach. Die ausschließliche Fokussierung auf zwei Bereiche: Auf der einen Seite ist der Himmel. 
 
Damit meine ich alles, was mit Ihren Träumen, Ihrer Vision und Ihrer Strategie zusammenhängt. Man könnte es auch die Arbeit an Ihrem Unternehmen bzw. Ihrem Leben nennen. Um sich eine Eselsbrücke zu bauen, können Sie auch gern an Luftschlösser denken, die so riesig sind, dass nur ganz hoch über ihnen Platz ist. Tja, und dann ist da natürlich noch die Hölle. Damit meine ich die harte Arbeit, das Machen und die konkrete Umsetzung der Strategie, die Sie im Himmel entwickelt haben. 
 
Lassen Sie sich bitte nicht von der negativen Bedeutung des Wortes Hölle irritieren, aber ich habe mich für den Begriff entschieden, weil er nun mal das Antidot für den Himmel ist. Und wenn wir ehrlich sind, dann kann die Fokussierung auf die drei viel zitierten Buchstaben T, U und N sich manchmal auch ein wenig wie die Hölle anfühlen, nicht wahr? Das ist dann der berühmt-berüchtigte Preis, den wir zu zahlen bereit sein müssen. (Ich stelle mir dann im Kopf gern die Stimme von Wolfgang Petry vor, der lauthals „Hölle, Hölle, Hölle“ schmettert, und schon bin ich wieder positiv ausgerichtet. Unbedingt ausprobieren!)
 
Der Erfolg liegt im Himmel oder in der Hölle. Alles, was dazwischen ist, lenkt Sie nur ab.
 
Wie auch immer Ihre konkreten Ziele und Vorhaben aussehen, fragen Sie sich stets: Bewege ich mich im Himmel oder in der Hölle? Anders ausgedrückt: Nutzen Sie Ihre drei wichtigsten Ressourcen Zeit, Energie und Geld ab sofort nur noch für Aufgaben, die direkt mit diesen beiden Bereichen zu tun haben – also entweder mit Ihrer Vision, Ihrer Strategie oder dem Entwickeln großer Ideen –, oder aber mit der konkreten Umsetzung dieser Dinge. 
 
Alles, was sich dazwischen befindet, sollten Sie entweder delegieren oder sein lassen. Denn mit den Aufgaben, die sich zwischen Himmel und Hölle befinden, sind Sie zwar ganz wunderbar beschäftigt, aber unter dem Strich ist es nur eine Ablenkung, die nicht produktiv ist und Sie auch nicht Ihren Zielen näherbringt. Richten Sie also Ihren Fokus aus. Ihr Erfolg wird es Ihnen danken.
 

Was ist Erfolg? Erfolgsfaktor Fleiß

Ich möchte Ihnen gern drei meiner tiefsten Überzeugungen mitteilen: „Ohne Fleiß kein Preis“, „Das Glück ist mit dem Tüchtigen“ und „Langfristig schlägt der Fleiß immer das Talent“. Denn an nichts glaube ich so sehr wie an die gute alte harte Arbeit. „Aber Ilja, das ist doch nun wirklich überholt, denn in Zeiten des digitalen Wandels kommt es doch wohl viel mehr darauf an, smart zu arbeiten, oder?“ Diesen Einwand höre ich regelmäßig. Und doch bleibe ich bei meiner Aussage. Denn smart arbeitet heute jeder. Ich übrigens auch. Weil es einfach die absolute Grundvoraussetzung ist, keineswegs aber ein Differenzierungsmerkmal. Und weil das so ist, zahlt sich harte Arbeit dann eben doch aus.
 
Arbeiten Sie smart und hart. Diese seltene Kombination gibt Ihnen automatisch ein Alleinstellungsmerkmal.
 
Damit sind wir also beim dritten Faktor der Erfolgs-Formel, nämlich dem Fleiß. Wenn Sie wissen, was Ihnen wichtig ist und Ihren gesamten Fokus auf diese Dinge ausrichten, dann kommt es darauf an, wie intensiv und insbesondere langfristig Sie ins Machen kommen. Und zwar nicht nur ein Mal, sondern wieder und wieder. Auch an Tagen, an denen Sie keine Lust haben.
 
Wenn Sie mit einem Rückschlag zu kämpfen haben. Wenn Sie am liebsten alles hinschmeißen würden. In all diesen Situationen hilft Ihnen der Fleiß dabei, trotzdem dranzubleiben. Eines meiner großen Idole, der Terminator Arnold Schwarzenegger himself hat das in seiner berühmten „Six Rules of Success Rede“ mit zwei legendären Sätzen perfekt auf den Punkt gebracht:
 
„You can´t climb the ladder of success with your hands in your pocket“ und „While you are taking a nap, somebody else is working his butt off“.
 
In der Übersetzung heißt das „Du kannst die Erfolgsleiter nicht mit den Händen in der Tasche erklimmen“ und „Während du ein Nickerchen machst, reißt sich jemand anderes gerade den Allerwertesten auf“. Dem gibt es nichts mehr hinzuzufügen. Ohne Fleiß kein Erfolg. So einfach ist es.
 

Erfolg ist individuell. Und zwar immer.

Das waren die drei Faktoren der Erfolgs-Formel. Klarheit. Fokus. Und Fleiß. Lassen Sie diese Eigenschaften zu einem festen Teil Ihrer Lebenseinstellung werden und der Erfolg wird sich in sämtlichen Lebensbereichen zwangsläufig einstellen. Natürlich bedeutet dies nicht, dass es ab sofort leichter oder gar alles von allein laufen wird. Ganz im Gegenteil, Sie werden weiterhin Fehler machen, Rückschläge erleben und mit Niederlagen zu kämpfen haben. 
 
Aber Sie werden an diesen Herausforderungen wachsen und besser werden. Und das ist vielleicht der größte Erfolg von allen. Allerdings: Je mehr Sie sich zutrauen, desto mehr werden auch wieder die Nörgler, Besserwisser und Miesepeter aus ihren Löchern gekrochen kommen. Für Ihre persönliche Zufriedenheit wird es daher entscheidend sein, dass Sie sich trauen, noch viel mehr Ihr Ding zu machen. 
 
Kommen wir zur letzten Frage des Artikels liebe Leserinnen und Leser: Was ist Erfolg für Sie? Ich freue mich auf Ihren Kommentar…

Wahrnehmung – Definition, Bedeutung und Wichtigkeit 

Wenn es um erfolgreiche Veränderung im Leben geht, dann gibt es einen entscheidenden, aber häufig vernachlässigten Faktor: Ich spreche von der Wahrnehmung, oftmals auch als Sinneswahrnehmung bezeichnet. Und genau diesem wichtigen Teil der Kommunikation wollen wir uns in diesem Artikel widmen. Haben Sie Lust? Dann lassen Sie uns am besten direkt loslegen.

Selektive Wahrnehmung verhindert optimale Ergebnisse

Vor kurzem kam es in einer Kleinstadt zu einem Banküberfall. Insgesamt 11 Kunden waren zu dem Zeitpunkt im Schalterraum anwesend und wurden später von der Polizei als Zeugen zum Tathergang befragt. Was glauben Sie, wie viele Aussagen es im Nachhinein von dem Überfall gab, der nicht länger als 1 Minute dauerte? Richtig, es waren genau 11 verschiedene Beschreibungen, obwohl doch alle dem gleichen Ergebnis dabei waren.
 
Die Kenntnis um diese Tatsache spielt eine große Rolle im Change Management, denn je detaillierter Sie wahrnehmen und je besser Sie die damit verbundenen Prozesse steuern können, desto mehr Erfolg werden Sie haben.
 

Wahrnehmung Definition: Die 5 Sinne

Grob gesagt funktioniert das Thema Wahrnehmung wie ein großer Computer. Nachdem die entsprechenden Daten eingegeben werden, verarbeitet der Prozessor diese und spuckt am Ende den entstandenen Output aus. Und genau so ist es auch bei Ihnen, bzw. ihrem Gehirn. In jeder Sekunde ihres Lebens nehmen Sie Informationen über ihre fünf Sinneskanäle auf. Sie sehen mit ihren Augen, hören mit ihren Ohren, schmecken mit ihrer Zunge, riechen mit ihrer Nase und spüren mit ihrer Haut und manchmal auch mit dem gesamten Körper. Und es gibt nicht wenige Menschen, die von sich behaupten, dass Sie über den sechsten Sinn verfügen, den Sie möglicherweise als Intuition oder Bauchgefühl bezeichnen.
 
Jetzt ist es wichtig zu wissen, dass Sie über ihre fünf Sinneskanäle nur einen Bruchteil der Informationen bewusst verarbeiten können, die den ganzen Tag über auf Sie einwirken, nämlich ungefähr fünf bis neun Einheiten gleichzeitig (Die restlichen Infos gehen natürlich nicht verloren, sondern werden zu hunderttausenden von ihrem Unterbewusstsein aufgenommen und gespeichert).
 

Wahrnehmung einfach erklärt

Diese „Daten“ durchlaufen dann in ihrem Gehirn diverse Filter (die von ihren Überzeugungen, Werten, ihrer Erziehung, ihrer Kultur oder ihrer sozialen Herkunft geprägt wurden) und werden schließlich zu so genannten internen Repräsentationen des von ihnen Erlebten transformiert. Dies sind nichts anderes als innere Bilder oder Filme, die Art und Weise, wie Sie mit sich selbst sprechen, oder die Gefühle, die sie in einer bestimmten Situation haben.
 
Können Sie mir so weit noch folgen? Sehr gut. Denn die Qualität ihrer internen Repräsentationen bestimmt wiederum ihre Handlungen und damit ihre Ergebnisse im Leben. Ganz einfach zusammengefasst lautet die Schlussfolgerung dieses Wahrnehmungsprozesses wie folgt: Der Fokus ihrer Sinnesaufmerksamkeit bestimmt die Qualität ihrer Ergebnisse im Leben.
Und diesen Fokus sollten Sie von diesem Zeitpunkt an so oft trainieren, wie es geht. Denn von Haus aus besitzt jeder Mensch einen bevorzugten Sinneskanal, den er hauptsächlich verwendet, um Informationen aufzunehmen und zu verarbeiten. Aus diesem Grund gab es auch beim besagten Banküberfall Zeugen, die sich besonders gut das Aussehen und die Kleidung des Täters merken konnten, während andere vor allem auf den Dialekt oder die Lautstärke der Stimme geachtet haben. Tja, und dann waren natürlich auch Zeugen anwesend, die kaum etwas zur Beschreibung beitragen konnten, weil Sie hauptsächlich mit ihren Gefühlen beschäftigt waren.
 

Wahrnehmung: Die verschiedenen Sinneskanäle

Wie sieht es bei ihnen aus, haben Sie schon mal darauf geachtet, welcher Typ Sie sind? Sind Sie eher visuell orientiert? Dann reden Sie wahrscheinlich eher schnell (eben weil ihr Gehirn die vielen Bilder im Kopf verarbeitet muss) und nutzen auch entsprechende Wörter und Redewendungen wie „mir geht ein Licht auf“, „ich sehe es deutlich vor mir“ oder „wenn Sie einmal schauen wollen“.
 
Wenn Sie eher ein auditiver Typ sind, dann nutzen Sie als bevorzugten Sinneskanal hauptsächlich ihre Ohren und achten auf Töne, Geräusche und Musik. In diesem Fall ist ihre Stimme höchstwahrscheinlich sehr melodiös und Sie nutzen gerne auditive Wörter und Redewendungen wie „das klingt gut“, „davon hab ich schon viel gehört“ oder „das ist wie Musik in meinen Ohren“.
 
Als kinästhetischer Mensch liegt ihr Schwerpunkt auf dem Spüren und Fühlen. Sie reden eher langsam (weil ja jede neue Information erst einmal abgeglichen werden muss, wie gut sie sich anfühlt) und benutzen Wörter und Redewendungen wie „das fühlt sich rund an“, „packen wir es an“ oder „bringen wir das Projekt jetzt auf die Schiene“.
 
Das Riechen und das Schmecken blende ich an dieser Stelle einmal aus, weil diese beiden Sinneskanäle nur von wenigen Menschen als primärer Sinneskanal genutzt werden. Aber achten Sie doch in den nächsten Unterhaltungen einmal darauf, was genau ihre Gesprächspartner sagen und zu welchem Sinneskanal die Wörter und Redewendungen passen. Denn mit ihrer Sprache beschreiben sie, was gerade in ihnen vorgeht und welche interne Repräsentation ihr Gehirn gerade für sie kreiert.
 
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Wie funktioniert Wahrnehmung?

Wenn der Fokus nun aber permanent auf einem bestimmten Sinneskanal liegt, dann heißt dies nichts anderes, als dass er auf den verbleibenden vier eben in diesem Moment nicht liegt. Und damit gehen ihnen wichtige Informationen und Eindrücke verloren, die ihnen auf ihrem Weg zum Erfolg sehr nützlich sein könnten.
 
Trainieren Sie also ihre ihre Sinnesaufmerksamkeit, und damit Ihre generelle Wahrnehmung. Üben Sie so oft es geht, jeden einzelnen ihrer fünf Sinne bestmöglich zu nutzen und Dinge in ihrem Leben wahrzunehmen, die sonst an ihnen vorbeigehen würden. Und je mehr und besser Sie in der Lage sind, ihre Wahrnehmung nach oben zu schrauben, desto leichter fällt es ihnen auch, Ziele zu erreichen und ihr Verhalten in so gut wie jeder denkbaren Situation flexibel zu gestalten.
 
Wahrscheinlich sind Sie in ihrem bisherigen Leben eher wie auf Autopilot durch die Welt gegangen und haben sich und ihre Umgebung eher zufällig wahrgenommen. Aber sobald Sie anfangen, sich bewusst mit etwas zu beschäftigen und ganz gezielt wahrzunehmen, dann eröffnet sich ihnen eine ganz neue Welt. Dafür bedarf es nur eines regelmäßigen Trainings. Und schon bald werden Sie wieder auf Autopilot durch die Welt gehen. Diesmal jedoch mit einer messerscharfen Wahrnehmung und einem völlig neuen Lebensgefühl, welche nun wie selbstverständlich zu ihren Gewohnheiten gehören.
 

Wahrnehmung trainieren: Mit diesen Übungen klappt’s

Viele meiner Kunden berichten mir immer wieder das Gleiche, wenn sie dieses Training erfolgreich durchgeführt haben. Es kommt ihnen vor, als wären sie jahrelang mit Scheuklappen oder gar verbundenen Augen durchs Leben gegangen. Und sie fragen sich, wie sie bestimmte Dinge übersehen konnten, die auf einmal so klar und deutlich wahrzunehmen sind. Lassen Sie sich einfach mal überraschen, was da so alles passieren kann. Je bewusster Sie nämlich ihre Sinnesaufmerksamkeit einsetzen und trainieren, desto größer werden die Möglichkeiten, die ihnen das Leben anbietet.
 

Sehen: Der visuelle Sinneskanal

Achten Sie darauf, was Sie alles mit ihren Augen wahrnehmen. Sehen Sie sich so viele unterschiedliche Dinge so detailliert wie möglich an: Bilder, Fotos, Pflanzen, Gesichter, Autos, Plakate, Zeitschriften, Bekleidung oder auch so ungewöhnliche Objekte wie Spinnenweben oder Holzstämme. Es gibt so viel wahrzunehmen. Achten Sie vor allem auf die kleinen Details, die Farben, die Schärfe, den Kontrast oder die Helligkeit.
 
Nehmen Sie sich als Übungsobjekt beispielweise ein Gemälde ihres Lieblingsmalers. Sie werden feststellen, dass Sie auch nach Wochen des Anschauens noch viele neue Aspekte und Nuancen wahrnehmen werden. Oder gehen Sie mal in eines der vielen Dunkel-Restaurants, die vor allem in den Großstädten vermehrt vertreten sind. Dort sitzen Sie in völliger Finsternis, werden von blinden Kellnern bedient und müssen komplett ohne ihren visuellen Sinneskanal auskommen. Ich garantiere ihnen, dass ihre Wahrnehmung nach dieser Erfahrung eine andere sein wird.

Hören: Der auditive Sinneskanal

Gehen Sie mit offenen Ohren durchs Leben und legen Sie ihren Fokus auf Geräusche, Stimmen und Töne. Trainieren Sie ihren auditiven Kanal in den unterschiedlichsten Umgebungen: Im Rockkonzert, im nächsten Meeting, im Wald, auf der Autobahn, beim Radiosprecher, in der U-Bahn oder wenn Sie entspannt am Strand relaxen. Achten Sie dann vor allem auf die Lautstärke, die Melodie, die Klangfarbe, das Echo, den Rhythmus oder die Geschwindigkeit.

Fühlen und Spüren: Der kinästhetische Sinneskanal

Beginnen Sie, unterschiedliche Dinge anzufassen und in jeder Situation darauf zu achten, was Sie fühlen. Denken Sie immer daran, dass die im limbischen System des Gehirns beheimateten Emotionen ihre Entscheidungen und damit ihr Verhalten bestimmen. Nehmen Sie die ganz feinen Nuancen wahr, wenn Sie das nächste mal etwas spüren oder fühlen. Achten Sie auf die Bewegung, die Form, die Farbe, den Druck, die Temperatur und vor allem auf die Intensität ihrer Gefühle (Und wenn Sie bisher noch nicht wussten, dass Gefühle diese Qualitäten haben, dann wird es höchste Zeit).
 
 
Üben Sie ihre Wahrnehmung so oft Sie können. Schaffen Sie sich Gelegenheiten, in denen Sie ausschließlich einen bestimmten Sinneskanal trainieren. Und vergessen Sie bitte auch das riechen und schmecken nicht. Laden Sie doch ihren Partner einmal wieder schick zum Essen ein und lassen sich überraschen, wie groß die Vielfalt eines guten Weins oder einer einfachen Suppe doch sein kann.
 
Und je öfter und regelmäßiger Sie ihre Sinneswahrnehmung trainieren, desto bunter, schöner und facettenreicher wird ihr Leben werden. Bis ihre scharfe Wahrnehmung eines Tages eine Gewohnheit geworden ist, mit der Sie leichter und vor allem besser Richtung Erfolg gehen werden.
 

Wahrnehmung Psychologie: Der Semmelweis-Reflex

Die Welt ist voller Wunder. Da draußen warten so viele Chancen und Möglichkeiten auf Sie, doch die meisten Menschen gehen an ihnen vorbei, weil ihre Wahrnehmung nicht scharf genug ist. Das lässt mich oft an den weisen Satz meiner Großmutter denken: „Ob jemand nicht lesen kann oder nicht lesen will, führt letztendlich zum gleichen Ergebnis“. 
 
In der Mitte des 19. Jahrhunderts lebte in Budapest ein Arzt namens Ignatz Phillip Semmelweis. Er wollte sich nicht damit zufrieden geben, dass so viele Mütter an den Folgen des Kindbettfiebers starben und setzte seine ganze Kraft dafür ein, herauszufinden, wie man diesem Problem Einhalt gebieten könnte. Schon bald kam er auf die Lösung, denn er fand heraus, dass es an der mangelnden Hygiene der Ärzte und des Krankenhauspersonals lag, die ihre Bakterien durch die offenen Wunden an ihre Patientinnen übertrugen. Semmelweis schlug also vor, die Hygienestandards drastisch zu erhöhen und forderte Ärzte und Schwestern auf, sich regelmäßig die Hände zu waschen.
 
Im Jahr 1847 veröffentlichte Semmelweis diese Erkenntnisse im Rahmen einer wissenschaftlichen Studie, die auf der Untersuchung vieler Einzelfälle basierte und heute als erster Fall evidenzbasierter Medizin in Österreich gilt. Diese Ehre wurde ihm jedoch erst nach seinem Tode zuteil, denn zu seinen Lebzeiten wurden die Ergebnisse der Semmelweis-Studie von seinen Kollegen und der Fachwelt als „spekulativer Unfug“ abgetan. Warum sollte man sich denn bitteschön die Hände waschen? Diese sahen schließlich sauber aus und auch von den vielzitierten Bakterien war keine Spur zu sehen. Die Ärzte vertrauten nur dem, was Sie mit ihren Augen sahen. Doch ihre Wahrnehmung war eingeschränkt und spielte ihnen einen Streich.
 
Erst als man durch die Erfindung des Mikroskops die Bakterien auch tatsächlich sehen konnte, kam es zu einem Wechsel im Umgang mit der Hygiene. Die Ärzte glaubten nun auch, dass es so etwas wie Bakterien gab und verhielten sich entsprechend. Für unser Thema bedeutet dies: Nur, weil Sie etwas nicht wahrnehmen, heißt dies nicht, dass es nicht existiert. Schärfen Sie ihre Aufmerksamkeit und ihre Wahlmöglichkeiten werden dramatisch ansteigen.
 

Wahrnehmung fördern: Gehen Sie bewusst durchs Leben

Anfang des 20. Jahrhunderts lebte ein Farmer im Bundesstaat Tennessee. Nachdem er dort über 30 Jahre in dem alten Haus seiner Eltern wohnte, beschloss er eines Tages, für sich und seine Frau ein neues und modernes Heim zu bauen, in dem sie ihren Lebensabend verbringen wollten. Also ließ er die Bagger anrollen, um im ersten Schritt sein altes Haus abzureißen. Als der Baggerführer die Schaufel in den Boden rammte, um das Fundament für das neue Heim auszuheben, schoss auf einmal eine riesige schwarze Fontäne in die Höhe.
 
Ohne dass der Farmer es wusste, hatte er mit seiner Familie auf einer gigantischen Ölquelle gelebt, die nun Richtung Himmel sprudelte und sein gesamtes Leben veränderte. Die lokale Zeitung schrieb damals, dass der Farmer durch das Öl an diesem Tag zum Millionär wurde. Doch wenn Sie es sich recht überlegen, dann war er ja eigentlich schon seit 30 Jahren Millionär, denn die Ölquelle befand sich schon immer dort. Allerdings bekam sie ihren Wert erst, als sie aus den tiefen der Erde an die Oberfläche kam und auf dem Ölmarkt zu Geld gemacht wurde.
 
Was hat dies nun mit ihnen und ihrer Wahrnehmung zu tun? Ich will es ihnen sagen:  Auch in ihnen schlummert eine riesige Ölquelle und wartet nur darauf, wahrgenommen und an die Oberfläche gefördert zu werden. Und der Schlüssel hierzu ist eine scharfe Wahrnehmung und eine regelmäßige Überprüfung der wichtigsten „Schätze“ in ihrem Leben. Machen Sie es bitte nicht so, wie die meisten ihrer Mitmenschen, indem Sie sich nur auf ihre Schwächen fokussieren, sondern erkennen Sie ihre Talente und zahlreichen Stärken. 
 
Wenn Sie noch ein wenig Zweifel haben, welche riesige Ölquelle in ihnen schlummert, dann halten Sie sich am besten an die weise Beobachtung von Albert Einstein, der vor vielen Jahren feststellte, dass wirklich in jedem Menschen ein Genie schlummert. Aber wenn Sie einen Fisch danach beurteilen, wie gut er auf einen Baum klettern kann, dann werden Sie ihr Leben lang glauben, dass Sie nicht gut genug sind und den Erfolg nicht verdient haben. Lassen Sie dies nicht zu, sondern lernen Sie ihre großartigen Potenziale zu erkennen und vor allem zu nutzen.
 
Ich empfehle  Ihnen daher, regelmäßig einen sorgfältigen Wahrnehmungs-Check durchzuführen und die zehn wichtigsten Punkte zu überprüfen, die Sie beachten sollten, wenn Sie beruflichen oder privaten Erfolg haben wollen. Und die wollen wir uns nun einmal gemeinsam anschauen. Einverstanden?
 

Der regelmäßige Wahrnehmungs-Check für ihren Erfolg

 
Überprüfen Sie regelmäßig und gründlich folgende Punkte…
 

1. Wahrnehmung überprüfen: Ziele

Nehmen Sie sich zu festen Terminen Zeit für sich und überprüfen Sie, wo Sie stehen. Denn nur, wenn Sie genau wissen, wo Sie sich befinden, können Sie sich auf den Weg zu ihren Zielen machen und diese auch erreichen. Nehmen Sie sich jeden einzelnen Lebensbereich vor und stellen Sie sich folgende Frage: „Wie zufrieden bin ich im Bereich Job/Beziehung/Gesundheit/Finanzen/Fitness/etc. auf einer Skala von 1 bis 10 (wobei 1 „total unzufrieden“ und 10 „besser geht´s nicht“ ist)?“ Überprüfen Sie dann, wie es um ihre Ziele steht.
 
Die wichtigste Frage ist dabei, ob ihr Ziel überhaupt noch ihr Ziel ist. Es kann nämlich durchaus vorkommen, dass ein ehemals wichtiges Ziel an Bedeutung verloren hat, während andere in den Vordergrund getreten sind. Prüfen Sie für ihre aktuellen Ziele auf jeden Fall, ob Sie sich auf das Ziel zu- oder davon wegbewegen. Je flexibler Sie dann sind, desto besser und effektiver können Sie reagieren. Und wenn Sie richtig tief in das Thema Ziele einsteigen wollen, dann empfehle ich Ihnen diesen Artikel.
 

2. Wahrnehmung überprüfen: Fokus

Sie können es drehen und wenden, wie Sie wollen, es läuft immer wieder darauf hinaus, dass es entscheidend ist, worauf Sie ihren Fokus lenken. Denn genau dorthin wird ihre Energie fließen und Sie werden mehr davon bekommen. Ihr Fokus bestimmt wie nichts anderes ihre Attitüde. Achten Sie also so häufig wie möglich, worauf Sie ihre Gedanken, ihre Sprache und ihre Energie fokussieren. Damit Sie positiv durchs Leben gehen, sich viele Chancen und Möglichkeiten kreieren und dadurch Erfolg und Zufriedenheit in ihr Leben ziehen.
 

3. Wahrnehmung überprüfen: Selbstbild

Dies ist vielleicht der wichtigste Punkt ihres regelmäßigen Wahrnehmungschecks. Merken Sie sich bitte folgenden Satz, denn er hat entscheidende Auswirkungen auf ihre Ergebnisse:
 
„Sie können nicht dauerhaft Erfolg haben, wenn ihre verbale und nonverbale Kommunikation nicht mit dem Bild übereinstimmt, das Sie von sich selbst haben.“
 
Wenn Sie andere begeistern und überzeugen wollen, müssen Sie zu allererst selbst begeistert und überzeugt sein. Von ihren Produkten und ihrer Dienstleistung. Vor allem aber von sich selbst. Sie müssen jederzeit an sich glauben und sich akzeptieren wie Sie sind. Ihre Stärken ausbauen und ihre Schwächen zu Stärken machen.
 
Denken Sie dran, Sie leben auf einer riesigen und nie versiegenden Ölquelle, die nur darauf wartet, an die Oberfläche befördert zu werden. Doch nicht immer werden die unter der Erde schlummernden Ressourcen mit nur einem einzigen Spatenstich befreit. Oft ist es eher wie in einer Goldmine. Sie müssen mit Hacke und Schaufel bewaffnet erst eine Menge Geröll und Gestein beiseite räumen. Dann sieben Sie in mühevoller Arbeit den feinen Sand aus, bis ganz zum Schluss ein wundervoll glänzender und wertvoller Nugget übrigbleibt. 
 
Viele Goldgräber haben den Fehler gemacht, sich nur auf die Arbeit, die vielen Steine und den Sand zu konzentrieren. Doch die wirklich erfolgreichen sahen in diesem Berg von Gestein einzig und allein die vielen verborgenen Nuggets und legten ihren Fokus darauf, Wege zu finden, diese zu schürfen. Überprüfen Sie also regelmäßig ihr Selbstbild, denn auf Dauer werden Sie nur Erfolg haben, wenn dieses kongruent zu ihren Überzeugungen, Werten und Verhaltensweisen passt.
 

4. Wahrnehmung überprüfen: Freunde und Umfeld

Nehmen Sie die Menschen in ihrem Umfeld genau wahr. Wie reagieren diese auf ihre Ziele und Träume? Werden Sie von ihnen unterstützt, egal wie verrückt ihre Ideen manchmal auch sein mögen oder sind Sie eher von Nörglern, Miesmachern und Besserwissern umgeben, die ihnen einreden wollen, dass Sie es nicht schaffen werden und dass Sie ihr Ziel auf keinen Fall erreichen können? Lassen Sie sich niemals von anderen Menschen einreden, dass Sie etwas nicht schaffen können!
 
Auf Dauer werden Sie wie die Menschen, mit denen Sie sich umgeben. Sie adaptieren ihre Werte, ihre Überzeugungen, ihre Verhaltensweisen, ihre Sprache und vor allem ihr Mindset.Suchen Sie sich daher vor allem Freunde und Mentoren, die Sie bei ihren Vorhaben unterstützen und am besten schon das geschafft haben, wo Sie noch hinwollen. Dann werden Sie nach oben gezogen und können sich von diesen Menschen inspirieren und motivieren lassen.
 
Trennen Sie sich gleichzeitig von allen Menschen in ihrem Umfeld, die ihnen nicht guttun und ihre Energie hauptsächlich dazu verwenden, Sie zu kritisieren und Sie runterzuziehen. Diese sind oftmals sogar gar nicht böswillig negativ, sondern haben meist ein sehr geringes Selbstbewusstsein und haben unbewusst Angst, dass Sie erfolgreicher als sie selber werden könnten. Sie werden wie die Menschen, mit denen Sie sich umgeben. Wählen Sie ihr Umfeld also Weise.
 

5. Wahrnehmung überprüfen: Sprache

Sprache ist die Kleidung der Gedanken. Wählen Sie ihre Wörter und Formulierungen also bitte genau so sorgfältig wie ihr tägliches Outfit. Die Art und Weise wie Sie reden (mit anderen, vor allem aber mit sich selbst) hat große Auswirkungen auf ihr Selbstbild und damit auf ihre Verhaltensweisen und ihren langfristigen Erfolg.
 
Die Eskimos haben beispielsweise über 20 verschiedene Wörter für Schnee. So sind sie bei jedem Wetter flexibel in der Lage, zu überleben und einen maximalen Jagderfolg zu erzielen. In indianischen Reservaten haben Wissenschaftler herausgefunden, dass es keinen einzigen Fall von Stottern gab. Kein Wunder, denn es gibt kein indianisches Wort für Stottern.
 
Und wussten Sie, dass der IQ eines Menschen automatisch ansteigt, wenn dieser seinen Wortschatz signifikant erhöht? Mit ihrer Sprache drücken Sie so vieles aus, was Sie gar nicht gesagt haben. In ihrer Sprache spiegeln sich ihr Fokus, ihre Überzeugungen, ihre Werte und ihre Motivation wieder. Und wie wir vor einigen Absätzen gelernt haben, ist ihre Sprache auch ein direkter Spiegel der Prozesse, die gerade in ihrem Gehirn ablaufen.
 
Achten Sie daher so oft wie möglich auf ihre Sprache, vor allem aber auf ihren inneren Dialog. Darauf, was Sie zu sich selbst sagen und wie genau Sie es tun. Loben Sie sich viel und motivieren sich zu Höchstleistungen, oder sind Sie ein permanenter Kritiker, der sich selbst kleinredet und Gründe sucht, warum etwas nicht geht? Reden Sie mit einer angenehmen Stimme mit sich selbst, oder ist es eher eine krächzende und unangenehme Tonalität? Ist es überhaupt ihre eigene Stimme oder die ihrer Mutter oder ihres Vaters? Nehmen Sie alles so detailliert wie möglich wahr und dann ändern Sie es so lange, bis ihr innerer Dialog ihr bester Freund und Motivator ist.
 

6. Wahrnehmung überprüfen: Stärken und Erfolge

Richten Sie ihren Fokus regelmäßig auf ihre Stärken und Erfolge. Nehmen Sie sich nach dem Aufstehen und vor dem Einschlafen jeweils 5 Minuten Zeit (gerne natürlich auch öfter und länger), um darüber nachzudenken, was Sie am Tag besonders gut machen wollen, bzw. was Sie alles erreicht haben. Machen Sie diese Erfolgsfokussierung zu einer Gewohnheit, die ganz nebenbei ihr Selbstbild dramatisch erhöhen wird. Führen Sie ein Erfolgstagebuch und schreiben Sie einmal penibel über 12 Monate auf, was Sie alles an Erfolgen erzielen. Sie werden erstaunt sein, was da alles zusammenkommt.
 
Nehmen Sie sich ein Blatt Papier und notieren Sie sich ihre 10 größten Stärken. Dann schauen Sie sich selbst in die Augen, bringen sich in einen guten Zustand und dann sagen Sie voller Inbrunst und Leidenschaft: „Ich, Jutta Meier (hier bitte ihren eigenen Namen einsetzen), bin ein wertvoller und zielorientierter Mensch, der jeden Erfolg im Leben verdient hat. Meine großen Stärken sind….(jetzt setzen Sie bitte ihre eigenen Stärken von ihrer Liste ein). Machen Sie diese Übung regelmäßig und ihre Erfolge werden durch die Decke schießen. Darauf haben Sie mein Wort.
 

7. Wahrnehmung überprüfen: Die vielen Kleinen Dinge im Leben

Nehmen Sie nicht nur die großen Brocken und die Meilensteine im Leben wahr. Das große Glück liegt oft vor allem in den kleinen Dingen. Das Lächeln der Kassiererin im Supermarkt, das Kartenspiel mit ihrer besten Freundin, das Blühen eines Baumes, der Ausflug mit ihren Kindern, der Kinoabend mit ihrem Partner, es gibt so viele schöne Dinge im Leben, die Sie möglicherweise gar nicht mehr wertschätzen, weil Sie zu normal geworden sind. Schaffen Sie sich so viele dieser kleinen Glücksmomente wie möglich und genießen Sie ihr Leben mit Herz und Verstand, vor allem aber mit Leidenschaft.
 

8. Wahrnehmung überprüfen: Motivation 

Motivation lässt Sie loslaufen und Gewohnheiten führen Sie ans Ziel. Aber was ist es genau, das Sie auch heute wieder aufstehen lässt, um Träume zu leben? Was genau werden Sie sein, tun oder haben, wenn Sie ihre Ziele erreicht haben? Erinnern Sie sich immer wieder, dass es auf keinen Fall Geld ist. Keine Frage, Geld ist wichtig, aber es ist niemals ihr Hauptziel. 
 
Denn Geld kann ihnen zwar ein schickes Haus kaufen, aber niemals ein Zuhause. Geld kann ihnen Gesellschaft kaufen, aber niemals die Liebe eines besonderen Menschen. Geld kann ihnen ein tolles Auto kaufen, aber niemals die wundervollen Erlebnisse einer unvergesslichen Reise. Überprüfen Sie also regelmäßig ihr „warum“ und stellen Sie sich so bildlich wie möglich vor, wie Sie ihr damit verbundenes Ziel erreicht haben.
 

9. Wahrnehmung überprüfen: Zustände

Je besser ihre Zustände, desto höher die Qualität ihrer Entscheidungen und Ergebnisse. Legen Sie ein besonderes Augenmerk auf ihre Physiologie und achten Sie besonders vor wichtigen Gesprächen und Situationen darauf, in einem Peak State zu sein. Schaffen Sie sich Gewohnheiten, die dafür sorgen, dass Sie körperlich jederzeit in der Lage sind, ihren besten Gedanken und Ideen ein optimales Zuhause zu bieten.
 
Tun Sie etwas für sich und ihren Körper. Treiben Sie Sport, stemmen Sie Gewichte, gehen Sie spazieren, besuchen Sie eine Sauna oder relaxen Sie im Spa. Wofür Sie sich auch immer entscheiden, wichtig ist nur, dass Sie aktiv werden, damit es ihnen leicht fällt, in gute Zustände zu kommen. Und je besser Sie ihren aktuellen Zustand wahrnehmen, desto schneller können Sie gegensteuern.
 

10. Wahrnehmung überprüfen: Verantwortung

Ja, mit dem wichtigsten komme ich natürlich zum Schluss. Überprüfen Sie am besten täglich, ob Sie noch zu 100% die Verantwortung für ihr Leben haben. Wenn es da auch nur den geringsten Zweifel gibt, dann treten Sie sich am besten sofort in den Allerwertesten. Denken Sie immer daran, wenn Sie es nicht tun, dann tut es niemand. Haben Sie die höchsten Ansprüche an sich und fordern Sie sich möglichst oft (Vergessen Sie bitte nicht, sich auch zu loben!). Übernehmen Sie die Verantwortung für ihre Attitude. Ihre Erfolge werden es ihnen danken.
 

Wahrnehmung als Schlüssel für erfolgreiche Veränderungen im Leben

Wenn Sie diesen Wahrnehmungs-Check regelmäßig durchführen, dann haben Sie einen permanenten Abgleich zwischen Soll und Ist. Dabei werden Sie bald feststellen, wie schnell ihre Wahrnehmung schärfer und detaillierter wird. Sie werden Dinge wahrnehmen, die Sie vor kurzem kaum beachtet hätten. Sie werden Dinge mitbekommen, an denen andere Menschen achtlos vorbeigehen. Vor allem aber werden Sie viel mehr Chancen und Möglichkeiten sehen, die es zu ergreifen und umzusetzen gilt.
 
Je schärfer ihre Wahrnehmung ist, desto besser sind Sie in der Lage, mitzukriegen, wie Sie auf sich und andere wirken und welche Ergebnisse Sie dadurch erzielen. Dadurch können Sie jederzeit das Heft des Handelns in der Hand halten und auch mal gegensteuern, wenn es notwendig ist. Investieren Sie viel Zeit in das Training dieser besonderen Fähigkeit. Es lohnt sich. Garantiert.
 

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